Herbst-Stress

Meine Leser haben es vielleicht bemerkt, die letzten Wochen waren literarisch so intensiv, daß ich von Veranstaltung zu Veranstaltung hüpfte, mich dazwischen bemühte, meine Hundertbücherliste aufzulesen, die habe ich jetzt zwar schon um sechs Stück überzogen, aber wenn ich alle angeführten hundert und vor allem Thomas Wollingers “Archäologin” schaffen will, muß ich dran bleiben und weil sich schon wieder einige Ungelesene angesammelt haben, habe ich jetzt auch eine Leseliste für 2013 angelegt, da ich die für 2012 für Neuerwerbungen im neuen Jahr frei halten will. Dann gibts noch das Geburtstagsfest, das am Samstag stattfinden wird und auch vorbereitet werden muß und Franz Joseph Huainigg meldete sich bei mir mit dem Wunsch, daß ich die Laudatio für den Preisträger des Lebensberichtes beim “Ohrenschmaus” schreiben soll. Das ist ein sehr schöner Text, von dem es mir, wie ich glaube, gelungen ist, ihn sehr schön in die Laudatio einzuarbeiten, so daß ich damit sehr zufrieden bin.
Es war also etwas hektisch, kaum von Frankfurter Buchmessen Surfing zurückgekommen, gab es schon die GAV-GV und vorher den kulturpolitischen Arbeitskreis, dann die Ilse Aichinger Veranstaltungen, am Nationalfeiertag die Reise mit dem Bus nach Bratislava und mit der MS Stadt Wien zurück als Auftakt zu dem Literatur im Herbst Festival mit dem Thema Donau. Wie steht es da mit dem Schreiben, werden meine Leser fragen? Und da man den Vorwurf, daß der Besuch von Literaturveranstaltungen und das Lesen von Büchern ein Leben aus zweiter Hand und eine Ersatzbefriedigung ist, nur bedingt zurückweisen kann, also liebe Leser, ich korrigiere immer noch an der “Frau auf der Bank” und komme mehr oder weniger schnell damit voran. Vor zwei Jahren habe ich am ersten November mit dem Nanowrimo begonnen, in neunzehn Tagen fünfzigtausend Worte Rohtext geschrieben und war noch auf der Buch-Wien und anderen Literaturveranstaltungen. Der Nanowrimo, der in wenigen Stunden beginnt, wird heuer wieder an mir vorbeigehen, bzw. werde ich mich in den Blogs derer, die mitmachen, ein wenig umsehen und selbst mehr oder minder motiviert weiterkorrigieren. Dafür sind die “Zwillingswelten” an den Digitaldruck gegangen. E. A. Richter hat mir einen schönen Text geschrieben und die Titelbildmontage mit Lisbeths Leseliste und Reiseführern von Linz und Sizilien, wohin das Road-Novel ja führt. Eine intensive Diskussion mit JuSophie gibt es auch, die mir jetzt doch eine Rezension über “Mimis Bücher” geschrieben hat, die mahnt, daß ich mich jetzt endlich anstrengen soll, doch ein bißchen literarischer zu werden und von den vorgefertigten Schemen der Trivialliteratur wegzukommen.
Ich wills versuchen, allerdings denke ich, Erich Hackl und Ludwig Laher etc schreiben ja auch realistisch und Ludwig Laher ist zwar nicht mit “Einleben”, das ein ähnliches Thema, wie die Mimi hat, auf die Longlist des deutschen Buchpreises gekommen, aber mit “Verfahren” und das sollte Mut geben, daß man vielleicht auch “schön einfach” schreiben kann.
Etwas anderes hat mich die letzte Woche auch noch beschäftigt, nämlich die Organisation der “Mittleren – VI”
Steht jetzt schon bei den Lesungsankündigungen. Wer es sich also vormerken will, damit am 21. März nicht das Gleiche, wie am 17. Oktober im Cafe Amadeus passiert, ist herzlich eingeladen. Ich denke es wird wieder eine schöne Lesung werden und ich habe interessante Frauen zur Lesung eingeladen. Wenn es auch nicht ganz, wie geplant geklappt hat, hatte ich ja Dine Petrik, Elisabeth Chovanec und Patricia Brooks schon gefragt, ob sie lesen wollen, Lale Rodgarcia-Dara aber nicht, da ich sie nicht am Volksstimmefest, wo ich sie einladen wollte, gesehen habe und als ich sie vorige Woche anrief, erzählte sie mir etwas von einer Lesetournee in die Ukraine, die auch im nächsten März stattfinden wird. Also habe ich stattdessen Sarah Wipauer eingeladen, die ich durch das Bloggen kennenlernte und der “Mimis Bücher”, glaube ich, auch gefallen und habe damit wieder eine interessante Mischung von Autorinnen für eine Lesung, die “die Mittleren” heißt, nämlich Geburtsdaten von 1939 bis 1986, was wieder Anlaß zu Mutmaßungen geben kann, was mit diesen Titel gemeint ist? Wer das schon heute wissen will, kann im Archiv nachlesen, denn 2009 habe ich das Einleitungsreferat gebloggt.
Sehr viel zu tun also, da ich ja nebenbei noch meine Stunden, meine Diagnostik und heute auch ein Supervisionsgespräch hatte und danach weil Weltspartag in der Bank Austria bei der Weinverkostung war. Da ich täglich nur einmal bloggen will, um nicht in den Ruf einer Vielschreiberin zu kommen, war ich mit meinen Berichten in den letzten Wochen auch etwas voraus, beziehungsweise habe ich die GAV-Veranstaltungen und die Aichinger-Lesungen zusammengelegt, damit ich Platz bekam, meine Bücher zu besprechen und wenn ich mich nicht sehr irre, wird es im November auch so bleiben.
Gibts ja am Samstag mein Geburtstagsfest und am Freitag davor wird der Alpha Literaturpreis vergeben, da habe ich zwar keine Einladung, bin im vorigen Jahr aber auch hineingekommen und eine Woche später ist die Buch-Wien und das Lesefest.
Spannend, spannend all das zu schaffen und irgendwann Platz im Kopf für die nächste Idee zu haben, die vielleicht literarischer ist. Da tut sich noch nicht sehr viel und “Die Frau auf der Bank” ist momentan auch sehr weit weg, obwohl ich am Samstag wahrscheinlich, die Szene mit der Tanzstunde, Foxtrott nicht Tango, lesen werde und mein Realismus jetzt wieder einen besonderen Gegenwartsbezug bekommen hat. Ist eine der “S” ja eine junge Türkin, die sich mühsam, mühsam emanzipieren will und ihre Tochter Aysha will einmal Medizin studieren, die Hauptschullehrerin rät zwar praktisch zur Krankenschwester und da gibts jetzt eine AMS- Serie in den Gratiszeitungen, die jungen Leuten, die Berufswahl in Comicform schmackhaft machen will und da gehen fünf Kids, darunter eine Yasmin mit Kopftuch shoppen, Yasmin will Zahnärztin werden, die anderen raten ihr ab, weil sie dann zu lange auf den Kauf der neuen CDs warten muß und empfehlen lieber Zahntechnikerin zu werden. Vielleicht gibts also doch etwas für eine realistische Autorin zu schreiben, es gibt bei facebook, glaube ich, aber schon Empörung über den Werbespot.
Drei neue Bücher habe ich inzwischen auch, hat mir der Alfred inzwischen meine Geburtstagswünsche erfüllt und ich bin wieder ein bißchen im Listenstreß, weil ich nicht weiß, ob ich die “Fliegenfängerfabrik”, die neue Maya Haderlap und den neuen Roman von Josef Haslinger noch in diesem Jahr schaffe oder sie auf die Listen von 2012 bzw. 2013 setzen soll, ja manche Leute machen sich ihren Streß selbst und flüstern darüber…

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