Nach den vielen Lesungen der letzten Wochen, der neun im Jänner gelesenen Bücher, Leselustfrust hat mich wirklich da ein bißchen animiert, bewußter mit meinen SUBs umzugehen, wenn ich hundert Bücher im Jahr lese und noch an die fünfundzwanzig Jahre Zeit habe, könnte ich ja wirklich alles, was ich geerbt und angesammelt habe, lesen, wenn man seine Bücher nicht auch nochmals lesen sollte, ich zumindest den Ein Euro Schnäppchen selten widerstehe und mir vermehrt mit Hinweis auf das Literaturgeflüster nicht Bücher schnorren würde…., könnte man meinen, die eigene Schreibwerkstatt ist etwas in den Hintergrund geraten.
Meine liebe Kollegin Irmgard Gelter hat sich bei ihrem Besuch Anfang Jänner auch erkundigt, ob ich meine Schreibaktivitäten auf das Literaturgeflüster verlegt habe?
Entwarnung, dem ist nicht so, auch wenn das Bloggen für mich sehr wichtig ist und ich in der Gesellschaft für Literatur, gestern in der alten Schmiede und auch bei der Eugenie Gedenklesung schon darauf angesprochen werde, das eigene Schreiben steht natürlich nach wie vor ganz vorn und da bin ich auch gut unterwegs.
Habe ich 2009 ja zwei kürzere Erzählungen und die die “Krisenwelt” verfaßt.
“Sophie Hungers Krisenwelt” liegt immer noch auf Alfreds Schreibtisch, der es jetzt setzen oder, wie man das bei der Internetelektronik nennt, soll. Bis Seite 106 ist er, glaube ich, schon gekommen. Dann geht es wieder an das Korrigieren. Die ersten Fotoversuche für das Titelbild haben wir auch schon gemacht. Eine Messie-Wohnung wäre passend und in Harland gibt es ein paar sehr angeräumte Zimmer, den Klappentext hat mir die Andrea Stift versprochen.
Ich korrigiere derzeit an “Heimsuchung oder halb eins” und bin mir da noch nicht ganz sicher, ob das jetzt eine Erzählung oder ein Roman geworden ist?
Wahrscheinlich ein Zwischending. Knapp achtzig Rohseiten mit derzeit 45.384 Wörtern sind es jetzt und ich denke, daß ich mit dem Korrigieren in der Endphase bin, obwohl ich mir bis März dafür Zeit genommen habe. Wenn ich mit der Rohfassung zufrieden bin, brauche ich noch ein Nachwort. Ich werde ja den Untertitel “Ein Nanowrimo-Novel”, anfügen und das Titelbild mit dem Winner oder dem Teilnehmerlogo bzw. dem Zertifikat grafisch gestalten. Da sollte ich im Anhang erklären, was der “Nanowrimo” ist?
Dazu habe ich gedacht, fasse ich die Berichte zusammen, die ich für Jacqueline Vellguth geschrieben habe. Vom Cover habe ich also schon Vorstellungen, auch von wem ich gern den Text hätte, angefragt habe ich noch nicht und korrigiere derzeit neben meiner Praxis, den Veranstaltungen und dem Lesen fleißig vor mich.
Die Organisation des Tags der Freiheit des Wortes fällt nun ja weg, dafür hat mich Petra Ganglbauer, die das jetzt macht, vor ein paar Tagen angeschrieben und mich zu der Veranstaltung eingeladen. Der Anlaß der Bücherverbrennung scheint jetzt zu fehlen, denn die Veranstaltung wird am 9. Juni am Uni Campus sein. Themenschwerpunkte werden die Beschränkung der geistigen Freiheit, Scheinfreiheit, Sprachverrohung und Zensur sein. Dazu habe ich natürlich allgemein was zu sagen und speziell sind “Die Schmerzansichten der Kätzin Murana” passend und mit den maximal sieben Leseminuten werde ich auch hinkommen.
Die “Mittleren Teil IV” müssen weiter organisiert werden, das Flugblatt entwerfen, die Lesenden zu einer Vorbesprechung einladen und ich habe mir auch vorgenommen, ein neues Vorwort schreiben, bisher habe ich immer dieselbe Einleitung verwendet, da die Veranstaltung ja an anderen Orten stattgefunden hat. 2006 im Literaturhaus, 2008 in Vorarlberg, 2009 im Amerlinghaus.
Jetzt will ich mir was Neues einfallen lassen und bewerben muß ich es in ein paar Wochen auch. Wenn ich dazwischen noch meine Steuererklärung schreibe, wird sich das wahrscheinlich ganz gut so ausgehen, daß ich mich ab März an das Schreiben von etwas Neuem machen kann. Die ersten vagen Ideen gibts bereits, habe ich schon geflüstert.
Aber auch den ernstgemeinten Vorsatz, mir dazu wirklich Zeit zu lassen. Im Vorjahr war ich nach dem “Haus” ein wenig ausgebrannt. Das ist diesmal nicht so. Ich glaube im Gegenteil, daß ich durch das fleißige Blogschreiben und mein intensives Privatstudium der Sprachkunst, einen Schritt nach vorn gekommen bin und wieder einmal optimistisch an den neuen großen Roman denke, der mich sowohl von innen als auch nach außen weiterbringen kann. Das denke ich zwar jedes Jahr, bin aber wirklich zuversichtlich.
Im März werden wir nach Leipzig zur Messe fahren und haben das mit den Hundertmarks schon ausgemacht, danach ist die Frauenlesung und bezüglich des Frauenschreibworkshops, an dem ich im vorigen November im Rahmen der Mariahilfer Frauenwochen teilgenommen habe, ist da die Idee gekommen, 2010 aus den Texten vorzulesen. Da kam vor einigen Tagen die Anfrage einer Frau vom Bezirk und ich habe zugesagt.
Es ist also viel los und ich habe noch einen Haufen anderer Pläne, was ich 2010 alles machen und gewinnen könnte, aber dazu brauchts Feedback und Unterstützung anderer und daran haperts ja bei mir. Also mich auf das, was ich geben kann, konzentrieren und heute werde ich, nach dem ich die fünfzehn Euro für den Krenek Abend doch nicht zahlen wollte, mit Ludwig Lahers Einleben in die Badewanne verschwinden und da habe ich noch einen Nachtrag.
War bei Rudi Lasselsbergers freundlichen Büchergaben, mit denen er mich gestern überschüttet hat, doch auch “Europa erlesen” mit dem Schwerpunkt Linz, das 2008 von Ludwig Laher herausgegeben wurde und eine umfangreiche Sammlung von Linz Texten darstellt. Rudi Lasselsberger hat einiges drinnen, Judith Gruber Rizy, Ruth Aspöck seltsamerweise nicht, obwohl sie dort gelebt hat, aber natürlich Eugenie Kain, da gibt es Ausschnitte aus den “Flüsterliedern” und dem “Hohe Wasser”.
Also sehr spannend darin zu schmökern, aber jetzt werde ich mich der starken Johanna und der kleinen Steffi mit dem Down Syndrom widmen.