Zakhar Prilepin in der Hauptbücherei

Als wir am Montag von Harland nach Wien gefahren sind, gabs im Morgenjournal eine Ankündigung einer Lesung eines berühmten Russens, eines Geheimtips am Mittwoch in der Hauptbücherei, die man sich unbedingt anhören sollte, ich wollte zwar eigentlich zu “Zerstörte Leben – vergessene Opfer der NS-Medizin” ins Literaturhaus gehen, aber berühmte Russen soll man sich anhören und ich habe diesen Namen noch nicht gehört. Bei Wladimir Sorokin war ich einmal in der Hauptbücherei, da war es voll von der russischen Gemeinde, also bin ich etwas früher hingegangen und der Eröffner sagte auch etwas von der zehn Jahresfeier, dazu lagen auch Broschüren auf und 2003 bin ich ja zu den Eröffnungsveranstaltung gegangen und daß es diesbezüglich ein besonderes Programm gäbe. So las am Dienstag Ilma Rakusa aus ihrem neuen Buch, da habe ich das Kommen nicht geschafft, am Donnerstag Bodo Kirchhoff und und und.
Erich Klein hat den Roman “Sankya”, des 1975 in Zentralrussland geborenen Zakhar Prilepin, der nach dem Studium im Kriegseinsatz in Tschetschenien war, dann Chefredakteur wurde, bevor er zu schreiben begonnen hat, übersetzt.
Die russische Gemeinde ist auch diesmal gekommen, hat den Autor gleich auf Russisch begrüßt, so daß Erich Klein nicht sehr viel zu sagen hatte. Er stellte den Autor dann doch vor und auch das Buch das von der Protesthaltung der Jugend oder so zu handelt scheint.
Der Autor erklärte dann launig, daß er gestern in Graz gelesen hätte und zwar Stellen, die von philosophischen Szenen, Folterungen und Begräbnissen handelten und die Leute deshalb trübsinnig geworden wären, diesmal würden sie solange lesen bis das Publikum Fragen stellt und so war es auch.
Weil die meisten Anwesenden, den Sascha habe ich auch gesehen, zweisprachig waren, hat der Autor viel Russisch gelesen, die erste Stelle handelte von einem Gespräch in einem Cafe über Nationalismus und Erich Klein fragte den Autor, ob er link oder rechts sei, er antwortete links und in der zweiten Stelle kocht sich der Held eine Eierspeise, trinkt wahrscheinlich Vodka und legt sich ins Bett, wo er von seiner Mutter beobachtet wird.
Erich Klein erzählte dazu, daß der Held ins Dorf zurückkehren wollte, was scheiterte und fragte den Autor nach den Klischees beim Schreiben, ob man zu russischen Romanen Vodka braucht?
Daran spann sich eine Diskussion, die eine Frau begann, die es offenbar störte, daß die russischen Dörfer so schlecht wegkämen und meinte man würde in den Städten jetzt weniger trinken. Andere Leute wollten wissen, wie es mit den modernen Russinnen sei und wieso sich der Autor von seiner Militärkarriere weg zum Schreiben wandte.
Der antwortete lapidar das beides Zufall sei und ich bin ein wenig ratlos gewesen, weil ich eigentlich noch immer keine Ahnung habe, wovon der Roman jetzt handelt?
Ich könnte ihn mir natürlich kaufen und selber lesen oder auch nicht, denn als ich zum Büchertisch kam, um wenigstens hineinzuschauen, waren alle Bücher schon weg, ich habe aber heute “Grundlsee” bekommen und im Bücherschrank auch etwas gefunden, was auf meine 2018 Liste kommt, bin nun gespannt, ob ich von Zakir Prilepin, der Thomas Mann als den Lieblingsautor seiner Frau angab und am Schluß launig meinte, daß er im nächsten Roman über Tiroler Dörfer schreiben würde, noch etwas hören werde.
Junge russische Autoren habe ich vor einem Jahr gelesen und auch einmal in der Hauptbücherei gehört.

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