Reportagen, Stimmungsbilder und eine Aufdeckung

Oder Textvorstellungen in der Alten Schmiede moderiert von Renata Zuniga mit Manfred Wieninger, Heinrich Thaler und Judith W. Taschler, wobei Manfred Wieninger nicht sein Faustpfand sondern, die in der Edition Mokka erschienenen Niederösterreich Reportagen” Das Dunkle und das Kalte” vorstellte, eingeleitet wurde er von Kurt Neumann, da Renata Zuniga im Stau steckengeblieben ist und er präsentierte den 1963 in St. Pölten geborenen als eine Mischung zwischen Krimiautor und sozialpolitischen Aufdecker, gibt es ja die Marek Miert Krimis, die in Harland, nicht in St. Pölten spielen und seine Studien und Entdeckungen über das Zwangsarbeiterlager in Viehofen. Der Alfred hat mir schon am Sonntag ein Bild gezeigt, wo Manfred Wieninger an der Harlander Ortstafel lehnt, das ist auch im Buch enthalten, daneben gibt es eines von Zdenka Becker und die Reportagen handeln sowohl von Niederösterreichischen Außenseitern, als auch über die Zwangsarbeiter. Eine solche Reportage hat er auch vorgelesen, die von den Briefen handelten, die die sich in dem Lager befindenden Kinder, an ihre sechzehnjährige Hilfslehrerin geschrieben haben, bevor sie in Richtung Mauthausen abtransportiert wurden, er hat Kurt Neumann dann erzählt, wie er dazugekommen ist, das ehemalige Zwangsarbeiterlager zu entdecken und wie wichtig es ihm war, das aufzuschreiben, damit es nicht verloren geht.
Dann kam schon Renate Zuniga und stellte Judith W. Taschlers bei Picus erschienenen Roman “Sommer wie Winter” vor, in dem es um ein Pflegekind und um ein Familiengeheimnis geht. Das Ganze ist wie ein Therapieprotokoll aufbereitet und Judith W. Taschler erzählte im Gespräch, daß ihr Roman vor allem in Deutschland ein großer Erfolg geworden ist, so daß sie schon einige Lesungen dort hatte.
Heinrich Thaler ist Arzt für Psychosomatik und Geriatrie und hat seine Gedichte, die er immer schon geschrieben hat, ohne vorerst an Veröffentlichung zu denken, bei Roesner herausgegeben. Jetzt schreibt er schon am zweiten Buch und freute sich über den Erfolg, während ich mich wieder fragte, warum es dann ausgerechnet bei mir nicht geht? Und interessant war die Gedichtzeile, daß die Gifte und die Drogen die Menschen verderben, da fragte Renata Zuniga natürlich nach und es ergab sich eine rege Diskussion, auch wenn ich nicht so ganz glaube, daß Kafka mit Medikamenten und Psychotherapie nicht Kafka geworden wäre, das wäre auch ein enormer Schaden für die Literaturgeschichte und ich kann mich erinnern, in den Siebzigerjahren in den Samstagvorlesungen Professor Strotzka einmal gesagt gehört zu haben, daß Hesse nach seiner Psychoanalyse flacher geschrieben hätte, aber er hat geschrieben und, daß ein Arzt Gedichte schreibt, hat Renata Zuniga auch sehr beeindruckt, obwohl er ja nicht der erste ist.
Da gibt es auch den 2006 verstorbenen Tiroler Walter Schlorhaufer, sowie natürlich den Kinderpsychiater Paulus Hochgatterer, aber der schreibt, glaube ich, keine Gedichte und Kurt Neumann hat auch einmal Medizin studiert.
Es war ein interessanter Abend mit zwei mir unbekannten, einem bekannten Autor, denn über Manfred Wieninger habe ich ja schon öfter geschrieben und habe seine literarische Entwicklung, auch weil wir regelmäßig in Harland sind, mitverfolgen können.

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