“Was tut sich auf der Schreiberfront?”, werden aufmerksame Leser vielleicht fragen, da ich seit dem 19. 1. nicht mehr von meinem Romanprojekt berichtet habe und vorher gab es alle paar Tage einen Schreibbericht. Die Antwort ist, ich korrigiere mehr oder weniger eifrig vor mich hin. Im Gegensatz zu anderen Korrekturphasen, wo es manchmal vorkam, daß mich das Korrektieren nicht mehr freut oder mir der Text nicht mehr gefällt, ist das diesmal anders. Denn den habe ich ja schon während der Rohtextphase immer wieder korrigiert und er gefällt mir auch ganz gut, obwohl ich mir keine Illusionen mehr mache, daß das auch für die anderen zutrifft. Das habe ich, glaube ich, in den dreieinhalb Bloggerjahren, wo ich mein Schreiben sozusagen in die Öffentlichkeit stelle, gelernt, daß das eine sehr einseitige Sache ist und mir der Weg nach draußen und sei es auch nur zu einem klitzekleinen Verlag, offenbar nicht gelingt.
Sei es darum, es war eine spannende Textarbeit und ich habe ihn, als ich Mitte Jänner fertig wurde, auch ein paar Mal durchkorrigiert und war damit zufrieden, so daß ich dachte, im März und im April bin ich damit fertig und dann gibt es, wenn der Alfred genauso fleißig ist, nach der “Frau auf der Bank” bald “Die Wiedergeborene” und alle werden verwundert sagen “Du hast schon wieder ein neues Buch. Das wievielte ist das schon?” und nicht hineinsehen.
Das Dreißigste, wenn ich mich nicht verzählt habe. Nach dem zweiten Durchgehen, habe ich mir, wie schon erwähnt, den James N. Frey hergeholt, nochmal durchgeblättert und nichts am Text verändernt, obwohl er sicher seine Schwächen hat oder sagen wir einmal, er ist, wie er ist und ich schreibe so, wie ich es kann und will.
Dann bin ich, wie ich das jetzt immer mache, das ganze Szene für Szene durchgegangen und bin da jetzt gerade bei Szene elf oder auf Seite einunddreißig, also beim ersten Drittel. Und dafür brauche ich jetzt auch schon eher lang, obwohl es nicht an einer Korrigierabwehrhaltung liegt, aber ich führe auch noch eine psychologische-psychotherapeutische Praxis und da gehen die Termine eben vor und bin außerdem in den letzten Wochen wieder mehr zu Veranstaltungen gegangen. Das ist ja im Jänner eher schleppend angelaufen, aber das gehört auch einmal zu dem literarischen Leben, wie ich es verstehe und ich tue es sehr gern und dann gibts ja auch noch das Lesen und wenn man da die Bücherschränke vor der Haustüre hat und immer wieder tolle Dinge darin findet, ergibt das auch einen Druck, am Abend und am Morgen in die Badewanne zu steigen und zwischen den Stunden und am Wochenende, wenn ich dazu komme zu korrigieren.
Aber für diese Woche bin ich mit meinem Veranstaltungsprogramm eigentlich fertig, lesen will ich noch einiges, so zum Beispiel den “Ruge” fertig, dann mit dem Peter Stephan Jungk beginnen, “Der Hals der Giraffe” steht auch als nächstes auf der Leseliste bzw. auf meinen internen Leseplan. Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen und am Wochenende wahrscheinlich Zeit zum Korrigieren haben und deshalb gibt es jetzt wieder einen Korrigierbericht.
Auf der anderen Seite gibt es noch “Die Frau auf der Bank”, die noch beim Alfred liegt, der jetzt Augenprobleme hat, aber trotzdem mit den Korrigieren schon ganz weit gekommen ist und einen Vorschlag für das Cover gibt es auch schon. Zumindest was das Titelbild betrifft, beim Text, ist noch der der “Heimsuchung” drauf. Aber wir waren ja einmal an einem Samstag am Rathausplatz und haben da zwar nicht genau die Bank vorm Springbrunnen, aber doch das Rathaus verdeckt mit Bäumen fortografiert. So daß sich vielleicht ein sehr schönes Titelbild ergibt. Ich habe ja schon ein Buch mit einem Rathausplatzcover, nämlich die “Viertagebuchfrau”, das haben wir einmal am ersten Mai, kurz nach dem Maiaufmarsch fotografiert, aber dieses sieht ganz anders aus und das Buch hat auch einen anderen Inhalt.
So weit die Nachrichten von meiner Schreibefront, daneben gibt es die Frauenlesung, vorzubereiten. Da habe ich jetzt schon das Flugblatt an die Lesenden geschickt und zum Vorbereitungstreffen eingeladen. Nächste Woche werde ich das Flugblatt dann vervielfältigen und mit dem Verteilen beginnen, das heißt es an die literarischen Orte legen, wo ich bei Lesungen bin und “Den Falter”, “Das Akin” etc auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen.
Dann kommt bald die Leipziger Messe und da werden wir heuer wieder hinfahren, weil wir da ja bei den Hundertmarks immer auf dem Dachboden schlafen können und danach am 4. 4. um 20.12 habe ich mit dem Rudi Lasselsberger eine Lesung im El Speta vereinbart.
Man sieht, ich gebe es nicht auf und versuche es immer wieder auf mich und mein literarisches Schreiben aufmerksam zu machen, obwohl sich der Erfolg in Grenzen hält und die Wege zur Resignation groß sind und dann gibt es natürlich manchmal eine gewisse Hilflosigkeit, wenn ich von den Erfolgen der anderen höre und frage mich, ob es wirklich Sinn macht, mich dafür zu interessieren?
Die Antwort ist aber, es interessiert mich halt und so schlage ich halt nach, was sich in Wartholz und in Rauris ereignen wird. Der Wartholzer Literaturpreis wird vom 17 und 19. Februar vergeben. Andreas Unterweger ist da bei den lesenden Österreichern. Rauris wird ab nächstes Jahr zwei neue Organisatoren haben und heuer wird Maja Hadalap den Preis für den Bachmannpreis bekommen, woran man wieder sieht, daß immer dieselben gewinnen, was für eine, die schon lange aufgegeben hat, sich um das Bachmannpreislesen zu bewerben, natürlich nicht ermutigend ist, wie ich auch bei www. buecher.at gesehen habe, daß Julya Rabinovich und Paulus Hochgatterer, Literaturstipendien der Stadt Wien bekommen werden. Da gibt es auch immer Diskussionen, ob jemand, der im Brotberuf sehr gut verdient, Literaturstipendien bekommen soll.
Ich gebe aber die Hoffnung auf, es vielleicht irgendwann einmal doch zu schaffen, nicht auf, schreibe und korrigiere mehr oder weniger engagiert weiter und Maja Haderlaps “Engel des Vergessens” steht auf meiner Leseliste.
Ich bedanke mich für die immer wieder gern von mir gelesene Berichterstattung, würde allerdings gerne darauf hinweisen, dass wohl kein Autor und keine Autorin, die z.b. nicht Herrn Glattauers Auflagen hat, einen guten Brotberuf sein/ihr eigen nennen kann.
Ja, natürlich, ohne den Brotberuf geht es nicht und am eigenen Erleben weiß ich auch genau, daß einer, der eine mehr oder weniger ganz gut und relativ einfach ernährt, viel besser ist, als von Rezensionen, Lesungen, Organisationen und vielleicht in der Nacht bei der Post Pakete schupfen, als es das noch gab, abhängig zu sein und dabei fast verhungern.
Meine Bemerkung hat sich auch mehr auf die Diskussion bezogen, ob jemand, der ohnehin gut verdient, regelmäßig unter den Stipendienbeziehern sein soll oder ob, die vielleicht doch für Autoren, die keine fixen Einnahmen haben, da sind, was in Österreicht nicht so ist, wo sich alle bewerben können.
Ich bin ohnehin ambivalent dabei und kann mich erinnern, als ich Anfangs der Neunzigerjahre in meiner Praxis ein paar Klienten hatte und das Waltraud Haas sagte, die darauf meinte, daß ich mich nun nicht mehr bewerben dürfe, um den anderen nichts wegzunehmen. Ich habe es getan, Ende der Neunzigerjahre wieder anfgefangen mich zu bewerben und bei paar Jahre später endgültig damit aufgehört.
Bekommen habe ich keines, was ich insofern bedauere, weil es für mich ein Eingang in den Literaturbetrieb gewesen wäre, auf den ich ja sehr warte.
Alles Gute, weiterhin viel Erfolg und danke für das Literaturgeflüster lesen!