Radiokunst mit verzerrten Ton

“Die lange Nacht des Hörspiels”, bzw. “Hörspielgala”, wie das jetzt heißt, bahnt sich an und da gibts schon seit einigen Jahren in der “Alten Schmiede”, ein paar Wochen vorher “Radiokunst”, eine Reihe, die die Autorin Liesl Ujvary ins Leben rief, von Christiane Zintzen kuratiert wird und die ich, obwohl gar gar nicht so exeperimentell, seit einigen Jahren  besuche.

Im Radio wird das immer im Sommer und im Winter mit zwei Autoren im Stück gesendet, in der “Alten Schmiede” werden die Stücke, die jeweils an die fünfzehn Minuten dauern,  im 5.1-Kanal- Surround übertragen und nach jeden gibt es eine Diskussion mit der Autorin, dem Autor und diesmal noch Elisabeth Zimmermann.

Die in Genf lebende Heike Fiedler, die derzeit in Indien ist, daher durch den Tonmeister nur eine Botschaft sendete, war die erste, ihr Stück, das bei dieser Reihe nur Text und Ton und keine anderen Zusatzgeräusche außer der Stimme erlaubt, “hieß du, der du die da bist” und wurde von ihr sehr schnell gesprochen und auch noch mit den Sprachen Deutsch und Französisch durchmischt.

Der Tonmeister erzählte, daß sie dazu ein Plakat mit vielen kleinen Zettelchen ins Studio mitbrachte, von denen sie herunterlas und leider hat die sonst so hochgelobte 5.1-Kanal-Surround Technik diesmal nicht so gut funktioniert, so daß es knarrte und rauschte und ich oftmals nicht so genau wußte, ist das jetzt ein Technikfehler oder Radiokunst.

Der Tonmeister wußte offenbar auch nicht so genau, woran es lag und so probierte er es weiter unter Zähneknirschen und der zweite Autor war Florian Neuner, der wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erklärte, seiner Prosa einen Metatext hinzufügte.

Da war also das Stück “leichter schluckauf am abend” und dann kam die Autorenstimme, die immer ihren Senf dazu gab und das Ganze wurde  der Technik wegen auch unterbrochen und wiederholt.

Florian Neuner erklärte im Gespräch, daß es seine Absicht war, bei der Aufnahme schlecht zu sprechen, offenbar weil es schon so viele gute Vorbilder gab, die er sich vorher alle angehört hat, um das zu schaffen, hat er Schnaps getrunken und Petra Ganglbauer, die derzeitige GAV-Präsidentin, Sprachschulenleiterin und Radiokünstlerin mit viel Erfahrung, erzählte, daß sie bei ihrer Aufnahme Rotwein trank, um lockerer zu werden und sie bei diesem Stück hauptsächlich auf ihre Stimme vertraute.

Es hieß “Was wir hören  ist, was wir vergessen” und es gab einige Wortwiederholungen mit veränderten Tonfall darin, um auf die Absurdität  von manchen Texten hinzuweisen.

Der letzte Text von Johannes Tröndle, den ich vor kurzem mit einer Sprechoper im republikanischen Club hörte “grimms gegen duden”, war wahrscheinlich der spannenste und originellste und auch der mit der meisten Handlung.

Ein Duell der beiden Wörterbücher bzw. einem dritten, gibt es ja noch die Schulbuchfassung mit Verwendung der Wörterbücher, am Schluß sollte  eine  Prinzessin geküßt werden und gewonnen hat der Moderator.

Spannend, spannend die Radiokunst, die ich mir ja immer nur in der “Alten Schmiede”, um auf meinen Blog darüber zu berichten und nie im Radio anhöre und ein Wörterbuch, ich glaube es wäre von Jenny Erpenbeck oder war es, Katharina Hacker gewesen, hätte ich mir beim “Morava” um einen Euro auch kaufen können, denn da gab es einen großen Taschenbuchabverkauf, aber da man ja nicht so viel lesen kann und sich die Bücher ohnehin schon bei mir stapeln, habe ich streng ausgewählt, bin damit zu Linda Stifts “Erstling” und dann noch zu Peter Nadas Theaterstücke gekommen, obwohl ich die ja gar nicht so gerne lesen. Ein paar andere schöne Gustostückerln gab es auch noch. Wem das interessiert, sollte morgen auf die Wollzeile gehen, denn die Ein-Euro-Kisten waren sehr voll,  die “Super sad true love story” hat es beispielsweise gegeben und im “Wortschatz” am Nachmittag Dimitre Dinves “Engelszungen” Arno Geigers “Es geht und gut” und sogar, was ich besonders spannend fand, die “Mordgeschichten” aus dem “Picus-Verlag“.

Ganz gut erzählen

Das hat Konstantin Kaiser gestern im MUSA zu mir gesagt, als wir über meinen Blog oder mein Schreiben gesprochen haben, sonst meint er, glaube ich, was mir auch Klaus Khittl unlängst andeutete, daß ich zu schnell von Einem zum Nächsten hüpfe, statt mal was wirklich fertig zu machen.

Das hat er mir schon  im Repblikanischen Club so gesagt und auf meine Frage, ob er mir ein Beispiel geben könne, damit ich mir was vorstellen kann, gemeint, daß er nicht mein Lektor sei.

Jetzt hat er mir angeboten, das im März zu machen und das träfe sich gut, denn ich gehe, wenn ich meine Steuererklärung, an der ich derzeit arbeite, ohnehin in Schreibklausur und habe wieder einmal und diesmal ehrlich und wahrhaftig vor, mir Zeit zu lassen und wenn vielleicht nur im November und nicht wie in den letzten Jahren schon im Sommer, mit der “Bibliophilin” oder wie immer das “Work on Progess” heißen wird, fertigzusein.

Der Handlungsfaden, den ich mir bis jetzt aufnotiert habe, läuft ganz gut voran und ich glaube auch, daß ich durch das viele Schreiben der letzten Jahre und wahrscheinlich auch durch das  kontinuierliche Bloggen, meine Hemmungen, die mich früher, glaube ich, sehr gehindert haben, verloren habe.

Meine Rechtschreibung ist nicht perfekt höre ich immer und das ist das, worauf die Lektoren ja wahrscheinlich als Erstes schauen und das unverlangt Eingesandte dann wegwerfen oder sich die angenommenen Texte der Autoren, die vielleicht auch nicht so perfekt sind und, ich glaube, einnmal Katja Petrowskaja sagen gehört zu haben, das ihre Texte das nicht waren, so lange vornehmen, bis sie perfekt sind.

Bei mir tut das der Alfred, aber der ist kein professioneller Lektor und meine Bücher sind seit 2000 selbstgemacht und haben auch keine ISBN Nummer, das ist zwar, sollte man glauben, seit “Amazon” den Selbpublisher vor ein paar Jahren seine Tore öffnete, nicht mehr so schlimm, aber in der Praxis laufen wahrscheinlich immer noch die Vorurteile, denn die sind ja beharrlich und ich stelle meine Bücher auch nicht auf “Amazon” sondern bewerbe sie nur auf meiner Seite und da ist die Rückmeldung Null.

“Leselustfrust” hat mal das “Haus” besprochen, von den anderen höre ich aber nur, wenn ich das mal ganz vorsichtig andeute, “Keine Zeit, keine Zeit, denn wir müssen ja soviel anderes lesen und jetzt gibt es schon die Frühjahrsvorschauen, etc!”

Das kann ich nicht verändern, obwohl das wahrscheinlich ein Haupthinderungsgrund ist, ich kann nur wieder versuchen besser zu werden, wenn das dann gelingt und niemand merkt es…

Aber konzentrieren wir uns mal auf meine Seite, da gibt es sicher genug zu tun.

Am Samstag bin ich in Harland mit einem Stapel meiner Bücher in die Badewanne gegangen. Habe mich durch die “Absturzgefahr” gelesen und “Lisbeths Bücher” aus den “Zwillingswelten” und wieder ist mir das passiert, was mir schon vor ein paar Jahren mit der “Schokolade” passiert ist.

Ich habe mir gedacht, verdammt noch mal, das ist doch gar nicht so schlecht.

Ein paar sprachliche Wendungen, wie ich es vielleicht literarischer machen könnte, sind mir eingefallen und daran will ich mit dem Versuch in der nächsten Zeit ein paar Skizzen zu schreiben, auch bleiben, aber ganz ehrlich, so wie  Andrea Winkler oder  Lydia Mischkulnig will ich eigentlich nicht schreiben.

Bei  Andrea Winkler, das habe ich schon mal geschrieben, würde mir die Handlung fehlen, da bräuchte ich nur ihre Sprache, die ich natürlich nicht habe und  Lydia Mischkulnig ist mir zu gehetzt zu ausschweifend, da läge mir schon mehr der karge Bernhard Strobl-Stil.

Aber eingentlich habe ich ja meinen und will bei dem auch bleiben und auch nicht aus meiner Haut heraus, sie nur verbessern und so werde ich wieder über Bücher und eine Pensionistin, die sie lesen und dann in den Wald hineingehen, um micht mehr wiederkommen plant, dann die fünzehnjährige Yasmin trifft, etc, das habe ich ja schon ein paarmal hier skizziert.

Fünf Handlungsstränge hätte ich, die Thekla Morgenstern, die Fritzi Jelinek, den Janusz Warszinski, die Yasmin Bilic und die Selma Aydin, das wäre schön, wenn ich  eine von meinen Kritikern anerkannte Sprache dazu fände und das “Du schreibst eh ganz gut!”, nicht nur als Nachsatz, des vorher erfolgten “Leider nicht!”, erfolgt.

Nun ja, keiner kann aus seiner Haut heraus, ich schreibe viel, falle damit nicht oder nur negativ auf “Das ist das Schlechteste, was ich je..!”, was ich so auch nicht glaube, daß das stimmt.

Dem Konstantin Kaiser glaube ich es inzwischen und es ist schon beschissen, vierzig Jahre zu schreiben und nie damit aufzufallen und immer abgelehnt zu werden und da wäre ich schon beim nächsten Thema, denn am 21. Feburar ist ja wieder die GV der IG Autoren und daran anschließend, seit fünf Jahren, glaube ich, “Die andere Buchmesse”, da hat mich Marit Kröll bei der Generalversammlung darauf aufmersam gemacht, ich bin immer hin und habe auch viermal beim Literaturslam gelesen. Einmal ein Stück aus der “Mimi”, die ja auch meiner Kritikerin JuSophie nicht gefallen hat, einmal eines aus der “Absturzgefahr”, dann aus “Kerstins Achterl”, da haben immer junge Schauspieler gewonnen, die lustige Tiergeschichten lasen. Nach dem dritten Mal habe ich das vorsichtig arikuliert und noch einmal gelesen, im Vorjahr bei den Gürtelbogen ein Stück aus der “Brüderschaft”, gewonnen hat da ein sehr junges Mädchen mit ihrem ersten Text und Bettina Ferbus, die dort immer liest und auch verlegt.

Jetzt ist wieder die Einladung teilzunehmen gekommen, ich ich wußte nicht was ich tun soll, denn ich lese ja einmal gern, aber nachher zusehen, wie ein Text gewinnt, der mir vielleicht gar nicht so gut gefällt, ist auch nicht sehr fein.

Man kann zwar ohnehin nicht sehr viel gewinnen, aber immerhin, ich habe mich also dazu durchgerungen, diesmal nicht zu lesen, das ist ja etwas, was mir ohnehin sehr schwerfällt, aber wahrscheinlich hinzugehen, weil die Veranstaltung ja nach der Generalversammlung und diesmal sogar ganz in der Nähe ist.

Lesen werde ich dagegen wahrscheinlich schon am nächsten Montag und zwar in der freien Wildbahn, die es eigentlich gar nicht mehr gibt, bei den “Wilden Worten” wo Sophie Reyer lesen wird.

Denn ich habe Richard Weihs das Buch ja angekündigt, weil von ihm ein Wunschgedicht zum Thema drinnen ist und auch gefragt, ob ich es vielleicht wieder vorstellen könne. Andere wie Judith Gruber beispiesweise, haben auch zweimal gelesen. Bei mir geht das nicht, weil so viel Voranmeldungen, aber in der freien Wildbahn kann ich es und wenn dann die Steuererklärung fertig ist und sich der Alfred morgen auf nach Amerika oder New Mexiko macht, hinein in die Bücherparty oder in die Schreibkausur, lesen, heraumlaufen recherchieren, Szenen schreiben, etc, wie schon einige Male angekündigt.

Mit dem lesen von “Tojstoi und der lila Sessel”, dem Buch der Frau, die ein Jahr lang jeden Tag ein Buch gelesen hat, um den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten, habe ich jetzt auch begonnen und das ist ja etwas, das auch zu meinem noch nicht ganz fertig korrigierten letzten Work in Progress passt, beziehungsweise lese ich zwar kein Buch am Tag, aber drei bis vier pro Woche und blogge die auch seit Jahren und bin jetzt nur gespannt, ob ich bezüglich des Leipziger Buchpreises als Bloggerpatin auserwählt werde, aber da gibt es wahrscheinlich auch mehr Bewerbungen und mein Blog ist ja sehr ausführlich, aber nicht fehlerfrei. Die Kanditaten für den Preis stehen aber schon fest und die sind sehr interessant, auch wenn ich da die meisten Bücher nicht kenne und noch kein einziges gelesen habe.