Dreißig Jahre Picus-Verlag

Publikum

Publikum

Die Gewürztraminer

Die Gewürztraminer

Aus Ungarn zurückgekommen, lockten wieder die Veranstaltungen, denn im Literaturhaus wurden die Preisträgerinnen des Open Mike, dieser in Berlin stattfindenen Veranstaltung, wo die jungen Talente, die später große Karrieren machen, herausgefiltert werden, vorgestellt.

Ich habe meine eigene Open Mike Geschichte, gab es ja soetwas vor cirka fünfzehn Jahren auch in Wien, von einer Bezirksrätin veranstaltet, wo sich einmal soviele Leute meldeten, daß ausgeknobelt wurde, wer lesen durfte.

Ich natürlich nicht und als ich dann las, habe ich nichts gewonnen und der gelangweilte Beirksrat sagte “Es gibt jeder sein Bestes, ich weiß!” und gähnte wahrscheinlich dabei vor sich hin

Aber darum geht es bei dieser Berliner Veranstaltung nicht, wo im Vorjahr Sandra Gugic gewonnen hat, Kathrin Röggla, Terezia Mora, Tillmann Rammstedt etc entdeckt wurden und Andreas Maier sowie Marion Poschmann in der Jury waren.

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Alexander Potyka

Alexander Potyka

Ich dachte zuerst, daß ich dorthin nicht gehen könne, weil wir noch in Ungarn sind, als ich aber darauf kam, daß wir von dort schon  am frühen Nachmittag zurückkommen, hatte ich schon die Einladung zu dem Verlagsfest “Dreißig Jahre Picus Verlag” in der Tasche und Verlagsfest interessieren mich nun mal, so daß ich die Open Mike Veranstaltung im nächsten Jahr einplanen werde, falls es die noch gibt, die Schweizer Buchpreisträger wurden heuer auch nicht mehr im Literaturhaus vorgestellt, aber Buzzaldrin war in Berlin hat von dort gebloggt und das Picus Verlagsfest war sehr interessant und sehr exclusiv.

Im Theater am Petersplatz hat es stattgefunden, dort wo einmal, lang lang ists her Arthur West einenen seiner Gedichtbände präsentierte und der Sonderzahl-Verlag einmal seine Einakter präsentierte gemeinsam mit der “Alten Schmiede” präsentierte.

Das Theater wurde inzwischen wie Alexander Potyka in seiner Einleitungsrede erwähnte, inzwischen mehrmals umgebaut, es heißt inzwischen auch sicher anders und Alexander Potyka hat dort einmal eines seiner Kinderbücher präsentiert und jetzt eben das Verlagsfest, um das dreißig Jahre Bücher machen zu feiern, daß wie der Verleger sagte, trotz aller Schwierigkeiten und Hürden immer noch Spaß machen kann.

Es gibt ja eine Reiselesereihe, die von mehr oder weniger bekannten Autoren, durch die gesamte Welt führt. Martin Ammanshauser schreibt darin und hat am Samstag sein letztes Buch bei der Buch-Wien vorgestellt und die von Cornelius Hell über Ungarn hätte ich mir vorher bei “Freytag und Berndt” fast eingetauscht. Es gibt Kinderbücher und auch eine Reihe von Autoren, die dort verlegen. Alexander Potyka erwähnte Ivan Invanje den Milo Dor zum Verlag brachte. Bei den jüngeren Frauen sind Theodora Bauer, Andrea Kern, etc zu erwähnen.

Zdenka Becker, die eines ihrer Bücher, dort verlegte, habe ich gesehen, Daniela Striegl, Egyd Gstättner, Martin Ammanshauser und viele mehr, aber davon später, denn die Verlagsautoren spielten in dem Festprogramm noch eine große Rolle, haben sich Alexander Potyka und Dorothea Löcker zu ihrem Fest doch etwas Besonderes ausgedacht.

Dorothea Löcker

Dorothea Löcker

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Zuerst die Festrede mit der Verlagsgeschichte, die sie im Duett hielten, interessant für mich, daß Dorothea Lücker, die Tochter von Reinhard Federmann ist, von dem ich auch schon einiges gelesen haben. Es gibt inzwischen eintausendzweihundert Bücher (neunhundert steht in Wikipedia) von Autoren wie Judith J. Taschler, die inzwischen von sich reden macht, Egyd Gstättner, der Vielschreiber aus Kärtnen und und und….

Der größte Verlagserfolg wurde das wurde das Buch von Ceija Stojka, die damit berühmt wurde und auf die Geschichte der Roma und Sinti aufmerksam machte und zum Verlagsfest  einen Auftragskrimi mit dem bezeichnenten Namen “Mordserfolg”, eine Anthologie, zu der sie sechzehn Autoren einluden, einen Text  zu schreiben, in dem die Zahl dreißig vorkommen sollte, Stefan Slupetzky, Cordula Simon und Rene Freund haben ihre Texte daraus gelesen, zuerst haben aber die “Gewürztraminer” aufgespielt und dazwischen immer auch.

Stefan Slupetzkys Krimi “Specht Nummer dreißig” bezog sich gleich auf das festliche Ereignis, denn der Specht ist ja das Markenzeichen des Verlags und es beginnt mit dem Satz, daß der Erzähler seinen Schulfreund ermordet hätte, denn die beiden waren sich spinnefeind, beziehungsweise Rivalen, als sie vor dreißig Jahren zusammen zur Schule gingen. Da sollte man für den Naturkundeunterricht etwas in Sachen Specht sammeln und der eine übertrumpfte den anderen und so ging es weiter mit den Spechtblicken, sie spannten einander das schöne Mädchen aus, dann studierte der eine Germanistik, der andere Philosophie, fuhren später Taxi, um schließlich Schriftsteller zu werden und der dreißigste Specht ist dann der Mord, bez. der Anfang der Geschichte.

Cordula Simons Geschichte, die ja inzwischen beim Bachmannpreis  gelesen hat, vom Literaturhaus präsentiert wurde und im vorigen Jahr beim “Alpha” zu den Finalisten kam, hatte  auch das Wort dreißig, aber nichts von Autoren und nichts vom Picus-Verlag, das blieb erst wieder Rene Freund vorbehalten, sie beschrieb eine Wahnvorstellung, da bildet sich einer ein einen Roboter zur Frau zur haben und am Schluß fließt Blut und bei Rene Freund verschwinden plötzlich die Autoren zuerst Franzobel, mit dem fängt es an, dann Theodora Bauer, Zdenka Becker,  Rudi Habringer, etc bis es neunundzwanzig sind, der letzte ist er dann selber und Dan Brown hat die dreißig eingefangen, damit sie ihren “Picus-Code” schreiben, als die Lesung soweit war, war die Hälfte des Publikums schon beim Buffet, die anderen kamen nach, es gab Gulasch und was mit Gemüse, aber zum Gulasch bin ich in Ungarn wegen der vielen Gänseleber ohnehin nicht gekommen und nachher gabs ein paar Insidergespräche hzu hören, wie es ist, wenn sich die Autoren mit der Jurorin über den Bachmannpreis unterhalten.

Cordula Simon

Cordula Simon

Renee Freund

Renee Freund

Barbara Neuwirth war auch da und Susanne Scholl und Tanzmusik gab es nachher auch und die Anthologie als Geschenk des Verlages zum Mitnehmen.

Also auf weitere dreißig schöne Jahre, ein paar Fotos dazu gibt es auch und Andrea Kerns Buch, wahrscheinlich eine der jüngsten Picus-Autorinnen habe ich vor kurzem gelesen, das der Theodora Bauer wird vielleicht noch kommen.

Ungarischer Literaturstreifzug

In Ungarn ein literarischer Literaturstreifzug, das bietet sich vielleicht an, habe ich doch, als wir im vorigen November mit dem Familienbadeurlaub begonnen haben, meine Bücherbestände durchforscht und einiges gefunden, denn Ungarn war ja, glaube ich 2000, Gastland bei der Frankfurter Buchmesse, da war ich dort und habe einiges mitgebracht und Walter Famler hat in seiner “Wespennest-Reihe” einige Ungarn Bücher herausgebracht, die er nachher bei der Literatur im März in den Bücherturm stellte. Davon ist einiges bei mir geladet und habe es im Vorjahr nach Bük mitgenommen, aber nicht gelesen und in der vorigen oder vorvorigen Woche hat offenbar ein Ungar seine Buchbestände in den offenen Bücherschrank geräumt, leider waren sie auf Ungarisch, daher für mich nicht so interessant. Es gibt aber die literarischen Übersetzer und da war ich schon bei einigen Veranstaltungen und habe mich einmal auch mit György Buda unterhalten und ihn, glaube ich, auch gefragt, was ich nach Ungarn als Lesestoff mitnehmen soll? Cornelius Hell, den ich das einmal, bezüglich Litauen fragte, hat auch ein paar Ungarn-Reiseführer herausgegeben, die war ich am Samstag fast dabei einzutauschen, als ich das Margareten-Buch, das mir die Ingrid zum Geburtstag schenkte, umtauschen wollte. Den Szilard Borbely, der eigentlich gepasst hätte, gab es dort nicht, also bin ich mit einem tollen Buch von Imre Kertesz, mit drei tollen Geschichten, das mir fast in meinen Bücherbergern verlorengegangen wäre, eines von Sandor Marai, von dem ich schon im Frühjahr ein anderes mit hatte, nach Bük gefahren und auf der Buch-Wien bzw. bei der Donau Lounge oder beim Stand des Balassi Instituts gab es einige Broschüren, die ich mir ebenfalls mitgenommen habe. “Publishing Hungary”,”New Windows on hungarian literature”, heißen die zum Beispiel und sind, wie man sich schon denken kann auf Englisch, also auch die Leseproben der Autoren, von denen mir die meisten unbekannt waren. Aber was habe ich von der ungarischen Gegenwartsliteratur schon alles gelesen? Einiges schon, Von Geörgy Dalos, der seit einiger Zeit in  Berlin lebt und den ich gelegentlich in Wien treffe “Der Fall des Ökonomen”, zum Beispiel, ein paar andere Bücher von ihm, beispielsweise auch die aus der “Edition Wespennest”, stehen noch auf meiner Liste. Bei einer Peter Esterhazy-Veranstaltung war ich einmal in der Hauptbücherei und im vorigen Jahr habe ich in Bük die “Pendragon-Legende” gelesen, das Buch von Ernö Szep, das ich lustigerweise in der “Englischen Flagge” von Imre Kertesz wiedergetroffen habe, die “Jungen von der Paulstraße”, von Franz Molnar, die mich einmal im Fernsehen fast zum Weinen brachte und Magda Szabo habe ich im Frühjahr gelesen. Alles quer durch den Krautgarten, wie das bei mir üblich ist und einen ungarischen Lyriker habe ich auch einmal in der “Alten Schmiede” getroffen. Vieles noch auf meiner Leseliste, wie beispielsweise eine Anthologieen-Band, den ich im Winter gefunden habe und ursprünglich minehemne wollte, bis ich den Marai und die Szabo bekommen habe, was für einige zukünftige Ungarn-Aufenthalte reichen wird und “Gespräche über Ungarn” gab es im Frühjahr auch, aber da war eher die politische Situation gemeint und wenn man sich ein bißchen über das zeitgenössische Literaturgeschehen einlesen will, ist die “Donau Lounge” der “Buch Wien”, die es hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder geben wird, sehr zu empfehlen. Also spannend, was ich noch alles finden und lesen werde und ich bin jetzt, was die ungarische Literatur betrifft,  ein bißchen sensibilisiert.