Es geht gleich mit dem Literaturhaus weiter, denn heute stellte der Drava-Verlag aus Klagenfurt seine Publikationen vor und tat das auf eine sehr gründliche Art und Weise. So war das erste Package der slowenischen Bibliothek, Bücher von Zofka Kveder, Ivan Pregelj, Vladimir Bartol und Marjan Rozanc schon am Lesetisch aufgestellt, als ich ins Literaturhaus kam. Einen Büchertisch mit den Publikationen der auftretenden Autoren gab es auch und auf diesen lagen auch einige Verlagsprospekte. Barbara Zwiefelhofer begrüßte und der Verlagsleiter Peter Wieser leitete ein, in dem er von der Geschichte des Verlags erzählte, der sich vor sechzig Jahren als Druckerei gegründet hat, um in Klagenfurt eine slowenischsprachige Zeitschrift herauszugeben, vor dreißig Jahren expandierte er, gibt italienische, slowenische Literatur und die der Kärntner Slowenen heraus und dann noch spezielle Sachen, wie beispielsweise den Gedichtband von H.G. Adler, den ich bei Fix Poetry einmal gewonnen habe.
Dann kam der 1945 in Petzelsdorf geborene Schriftsteller und Übersetzer Hans Raimund an die Reihe, von dem ich, glaube ich, einen Gedichtband aus der Edition Umbruch gelesen habe, der einige Zeit in Triest lebte und dort den hier ziemlich unbekannten Lyriker Virgilio Giotti, der von 1885 bis 1957 in Triest lebte und ein Weggefährte Italio Svevos war, übersetzte. “Kleine Töne, meine Töne”, ist bei Drava erschienen und Hans Raimund las ein paar Beispiele daraus sowohl auf Italienisch als auch auf Deutsch vor, wo mir vorallem das Bild von dem Lehrmädchen hängengeblieben ist, das mit den Schuhen von der Chefin in der Auslage steht und dort etwas zu dekorieren schien.
Als nächstes ging es zur slowenischen Bibliothek und zu Erwin Köstler, der diese Reihe übersetzte und betreute und ein bißchen was davon erzählte, wie sie zustande kam.
2009 war er auf einem slowenischen Kongreß und sollte dort ein Projekt vorstellen, im Zug skizzierte er die slowenische Bibliothek, alle waren begeistert, dreißig Bänden in drei Tranchen wurden, glaube ich, geplant, die erste gibt es schon, der Rest ist wegen finanziellen Schwierigkeiten derzeit auf Eis gelegt und mir sagen die Namen der fünf Prosaautoren allesamt nicht viel, es wäre aber sicher interessant sich hier einzulesen. In der zweiten Tranche wäre ein Krimi geplant und einen Interviewband soll es auch geben.
Dann ging es wieder nach Österreich, nämlich zu dem in Wien lebenden Jani Oswald, der 1957 in Klagenfurt geboren wurde und das slowenische Gymnasium besuchte. Er hat dann Jus studert und arbeitet als Finanzmanager und ich habe ihn in Villach kennengelernt, als dort einmal der Tag der “Freiheit des Wortes” stattfand. Da war der Alfred von seinen Gedichten so begeistert, daß er gleich einen Band gekauft hat. Sechs oder sieben solche gibt es inzwischen, der vorletzte ist “Andante Mizzi”, davon habe ich, glaube ich, bei “Ex libris” im Radio gehört, jetzt stellte er “Quaran Tanja” vor und sagte in der Einleitung, daß er dafür zwei Kunstsprachen gewählt hat. Es gibt vier Zyklen, aus denen er einige Beispiele brachte und die mich zu Beginn an Ernst Jandl erinnerten. Dem Publikum hat es, glaube ich, sehr gut gefallen, nachher gab es noch was zu Trinken und dem Small Talk zuzuhören, mit Beppo Beyerl, der mich fragte, was mich zu der slowenischen Litertur geführt hat, habe ich mich schon vorher unterhalten.