Am Donnerstag war wieder Ohrenschmaus-Jurysitzung – Literatur von und für Menschen mit Lernbehinderungen, den Preis, den es jetzt zum sechsten Mal schon gibt und diesmal war die Jury, die inzwischen aus Barabara Rett, Niki Glattauer, Heinz Janisch, Ludwig Laher, Felix Mitterer, Andrea Stift und mir besteht, fast vollständig.
Über die Verteilung der drei Preise haben wir diesmal lang diskutiert und auch die Kategorien hin- und hergeschoben, bis wir uns schließlich auf einen Lyrik, Prosa, Lebensberichtpreisträger und einen Sonderpreis für einen besonders schönen Textzyklus einigten und die Kategorien für das nächste Jahr offen ließen.
Ich darf wieder die Laudatio für den Prosapreisträger halten, den ich eigentlich für den Lebensbericht vorgeschlagen habe, die Preisverleihung wird am 3. Dezember um achtzehn Uhr im Museumsquartier sein, ich lade alle, die jetzt neugierig sind, welcher von den hundertachtundvierzig eingereichten Texten gewonnen hat, herzlich zum Kommen ein.
Und jetzt geht es ins Wochenende, das durch den Nationalfeiertag, diesmal ein verlängertes ist. Eigentlich würden ja die KritLit, die Kritischen Literaturtage unter dem Motto “Bücher statt Panzer” auf dem Programm stehen, die diesmal am sechsundzwanzigsten und siebenundzwanzigsten Oktober in der Brunnenpassage am Yppenplatz stattfinden, da ich wegen “Rund um die Burg”, einer psychologisch-psychotherapeutischen Fortbildungsveranstaltung und der GAV-GV aber schon länger nicht in Harland war und der Alfi wegen seiner Eltern jede Woche hinausfährt, habe ich umdisponiert, muß ich ja nicht überall sein und werde diese und die nächste Woche ein verlängertes Wochenende dort verbringen, was mir gut tun wird, ist es in der letzten Zeit ja sehr hektisch gewesen.
Den verzögerten Veranstaltungsbeginn habe ich sozusagen nachgeholt und bin jetzt regelmäßig Montag bis Mittwoch auf einer Veranstaltung gewesen, dazu meine Bücherberge abgelesen, so daß ich jetzt schon länger wieder voraus blogge, aber auch sonst war ich sehr aktiv.
Daß ich mit “Kerstins Achterl” fertig geworden bin und somit wieder am Nanowrimo teilnehmen werde, habe ich schon geschrieben. Die “Paula Nebel” ist am Mittwoch auch gekommen und die Ideen für ein neues Buchprojekt, das den Arbeitstitel “Zum Sterben sollte man zu Hause sein”, haben wird, sind auch schon gekommen. Da kamen die ersten Einfälle, als ich einmal im Radio von den Antiaging- Seniorenresidenzen hörte, wo sich die Oberschicht über hundert dahinverjüngt und mit der Realität um sich herum nicht viel Kontakt hat. Das dachte ich, könnte ich wieder mit einer meiner Alter-Ego-Figuren verbinden, einer vielleicht auch schon über neunzigjährigen Volkshochschuldozentin oder Ghostwriterin, die sterben will aber nicht kann, weil es noch soviele Bücher aufzulesen gibt und die dann von den Ereignissen, um sie herum ins Leben zurückgeholt wird. Ihre Nachbarin könnte Pflegehelferin in dieser Seniorenresidenz sein, sie kommt durch ihr Kind mit ihr in Kontakt, lernt den achtzig oder doch schon hundertjährigen Kasimir Konstantin kennen und die Handlung beginnt…
Die die meinen Blog regelmäßig und auch vielleicht meine Bücher lesen, werden wissen, daß das alles nicht so neu ist, sondern Themen sind, die ich schon mal angerissen habe.
So ganz klar, über was ich da schreiben will, ist es mir auch noch nicht, sondern wieder so eine vage Idee und, daß ich wieder einmal beim Nanowrimo mitmachen will, schwebt mir auch schon lange vor. 2009 habe ich das ja mit der “Heimsuchung” gemacht, es hat mir großen Spaß gemacht und ich habe gelernt, das es für mich kein Problem ist in einem Monat fünfzigtausend Worte zu schreiben. Darüber bin ich ich hinweg, das kann ich, diszipliniert bin ich auch. Mein Problem ist eher, meine Hemmungen zu überwinden, an etwas dran zu bleiben, ein bißchen in die literarische Überhöhung hineinzukommen und Aufmerksamkeit damit zu finden etc.
Das mit der Hemmung ist durch das Bloggen eindeutig besser geworden, das “Das kann ich ich nicht, das ist nicht gut genug, ect!”, wird natürlich durch das mangelnde Feedback immer wieder neu bestätigt und so gesehen ist für mich der November auch kein guter Nanowrimo-Monat, denn da gibt es ja die Buch-Wien, für die meine Dauerkarte schon reserviert ist, um dort, wo ich jetzt stehe weiterzukommen, wäre Zeitlassen, statt Hudeln besser, das weiß ich schon, aber der Nanowrimo, ist für mich eine Art Erlebnisurlaub, wie die Tage der offenen Tür beim Writersstudio, das Bachmann– und das Buchmessensurfing, etc.
Wenn es sich schon ausgeht, werde ich teilnehmen, das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” aufschieben und ich glaube, daß die zwei Krisen, durch die ich in diesem Jahr gegangen bin, mich auch selbstbewußter gemacht und meine Schreibblockaden ein bißchen überwinden ließen.
Natürlich weiß ich, daß ich mir besser Zeit lassen sollte, aber ich kann ja auch im Dezember weiterschreiben, es reicht im November die fünfzigtausend Worte zusammenzubringen und das kann ich, glaube ich, und bis zum ersten November kann ich ein bißchen Ideen sammeln, damit ich nicht sofort in dieselben Fahrwasser kommen und vielleicht doch etwas Abgehobeneres, Neueres zusammenzubringen, ich werde mich jedenfall bemühen, da ein Stückchen weiterzukommen.
Ansonsten könnte ich mit meiner Leseliste in Schwierigkeiten geraten, habe ich 2009 zwar den Nanowrimo schon am neunzehnten Tag geschafft, in diesem Monat aber nur zwei Bücher gelesen und wenn ich jetzt alles, was ich mir vorgenommen und auch noch zum Geburtstag gewünscht habe, lesen will, sollte ich zwölfeinhalb Bücher im Monat schaffen.
Das sind Sorgen, ich weiß, denn eigentlich klappt ohnehin alles gut und es ist ja schön, wenn ich über die Ziele des Nanowrimo, der ja ist, einfach seine Hemmungen loszuwerden und Plotlos vor sich hinzuschreiben, um vorerst Quantität zu schaffen, schon darüber bin, ich bräuchte die Qualität, ich weiß, das kann ja mein Ziel sein und irgendwie ist die Vernetzung mit den vielen Nanowrimoschreibern, ja auch ganz schön.
Ich bin also gespannt und werde den November für etwas Neues nützen, ganz egal, wie lange ich dazu brauche und wenn es etwas Abgehobener wird, ist das schön und natürlich ganz besonders, wenn meine Fangemeinde, wenn es eine gibt, das bemerken und mich ermutigen oder Feedback sollte.
Und hier das Nanowrimoarchiv 2008 , 2009 1 2 3 4 5 6 7, 2010
