Der Sommer in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte

Es geht gleich weiter mit den Künstlerbiographen, beziehungsweise mit einem preisverdächtigen Kanditaten für den  längsten oder ungewöhnlichsten Buchtitel.

Hat doch die1984 in Oxford geborene Emily Walton, die mir  2009 oder 2010, als sie noch für den “Kurier” Rezensionen schrieb, durch ihre Publikationen  in “Ecetera” oder  der “Wortlaut-Anthologie” aufgefallen ist, ein Kapitel aus dem Leben des “Great Gatsby-Erfinders”, dem amerikanischen Schriftsteller Scott Fitzgerald, der von 1896 bis 1940 lebte und als knapp Dreißigjähriger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter seine Sommer an der Cote d` Azur verbrachte, geschrieben.

Emily Walton, die 2012 Stadtschreiberin im Alsergrund war und in diesem Jahr auch ihr “Mein Leben ist ein Senfglas” herausbrachte, hat inzwischen auch einige Reiseführer, darunter einen über Straßbourg, den wir vor eineeinhalb Jahren brauchen hätten könnten, geschrieben hat, ist für ihr bei “Braumüller” erschienenes Buch, “nach Princetown, New York, Antibes und Paris” gereist, wie ich dem Klappentext entnehme und hat ein sehr lebendiges Bild von dem kleinen verschlafenen Fischerdorf an der Cotes d` Azur gezeichnet, das 1926, wo das Buch hauptsächlich spielt, noch keinen Sommertourismus kannte.

Scott Fitzgerald ist zu dieser Zeit, der “Große Gatsby” war schon geschrieben,  sehr bekannt gewesen, hat auch gut verdient und ist nach Europa gekommen, weil er seinen neuen Roman schreiben wollte und wahrscheinlich auch, weil in Frankreich leichter an Alkohol, als in Amerika heranzukommen war.

Und obwohl man sich damals noch nicht das Meer zum Sonnenbaden legte und es noch keinen Massentourismus gab, hat es in Juan-Le Pins, sowas wie eine Künstlerkolonie gegeben, nämlich, die “Villa America”, wo die Familie Murphy, Gerald und Sarah, mit ihren drei kleinen Kindern, ihre Künstlerfreunde, wie Ernest Hemingway, Dorothy Parkers, etcetera, einluden.

Die Fitzgeralds waren dabei und der Endzwanziger extravagant und, wie ein Dandy gekleidet, dem Aklohol nicht abhold, obwohl er ihn nicht vertrug, fiel dort, wie Emily Walton, wahrscheinlich recherchierte und dann blendend beschrieb, durch schlechtes Benehmen auf.

Man kann auch excentrisch sagen und Emily Walton meint auch, er war auf Ernest Hemingway eifersüchtig, der gerade von Spanien kam und an seinem “Fiesta” schrieb. Ein Buch, das ich auf meiner Leseliste habe und heuer lesen will, wenn ich es nicht durch zu viele Neuerscheinungen verdrängen lassen, denn Scott Fitzgerald fiel gerade nicht sehr viel ein, die Murphys waren von ihm aber begeistert. So versuchte er ihm an seinen Verlag zu vermitteln und ihm auch bezüglich seines Manuskriptes zu beraten. Aber sonst zerbrach er auf den Parties Gläser, stellte sich provokant vor die Gäste auf, fragte, ob sie homosexuell seien oder wieviel Geld sie verdienen und steckte auch einmal einer Prinzessin eine Feige in den Ausschnitt, worauuf er von den Murphys  Hausverbot bekam.

Das mit dem Zersägen des Kellners, hat er wohl in einer Geschichte beschrieben und vielleicht auch wirklich versucht. Der Kellner wurde aber gerettet und als der Sommer vorbei war, war der Roman nicht geschrieben, die Frau Zelda krank. Sie hat den Rest ihres Lebens in Nervenheilanstalten verbracht. Die Murpys hatten ihren neuen Schützling und  selber ein paar Schicksalschläge. Die Cote d` Azur zur Modegegend und auf die verrückten Künstler, die sie 1926 dazu gemacht habt, weist heute, wie Emily Walton bei ihrer Recherche am Ort herausfand, ein Fitzgerald Menue hin, obwohl die wenigstens Gäste, eine Ahnung von dem Dichter haben, der 1940 an einem Schlaganfall verstarb, später aber durch die Verfilmung des “Great Gatsby”, ein Buch, das auch auf meiner Leseliste steht, ich glaube sogar auf Englisch, wieder berühmt wurde.

Durch Emily Waltons  dünnes Buch kann man sich eine Vorstellung von dem exzentrischen Künstlerleben in den berühmten Zwanzigerjahren machen. Mir ist der gute Scott zwar nicht sehr sympathisch gewesen, aber trotzdem spannend zu erfahren, wie die Avantgardisten ihre Karriere machten oder sich zu Tode soffen, während anderswo Buchhänderlehrlinge für den Sozialismus kämpften und dann überhaupt eine große Krise über Amerika und Europa hereingebrochen ist.

Spannen auch wieder von Emily Walton zu hören, die ich persönlich, glaube ich, bei der “Texthobellesung” kennenlernte und inzwischen auch in die GAV aufgenommen wurde, die aber nicht mehr soviel bloggt.

Doppelte Bibliografieführung

Manchmal bekomme ich ungewöhnliche Bücher angeboten, die sonst an mir vorbeigegangen wären. Jutta Piveckas “Punk Pygmalion” beispielsweise, aber auch “Fledermausland”, Gard Meneberg “Absurde Menschheit”, vielleicht auch Manfred Lagler-Regalls Bücher, der mir ja immer so getreuliche Kommentare schickt und jetzt ist wieder so ein Buch aus Leipzig, vielleicht sogar aus dem Literaturinstiut gekommen.

“Spector Books” hat die “Doppelte Biografieführung” eines Francis Nenik herausgegeben, von dem im Klappentet steht, daß er als Bauer in Leipzig lebt und in seiner Freizeit schreibt.

Mehrere Bücher sind von ihm schon erschienen für das “Wunder von der doppelte Biografieführung” hat er einen Award erhalten, den “Wikipedia-Eintrag gibt es nur auf Englisch und das Buch behandelt vier Lebensläufe von vier irgendwie unbekannten, untergegangenen oder verschollenen Dichtern.

“Das Wunder der doppelten Biographieührung” ist dem Engländer Nicholas Moore 1918-1986 und dem Tschechen Ivan Blatny 1990 bis 1990, also nur ein Alter Unterschied im Geboren werden um im Sterben, gewidment und die doppelte Biografieführung besteht darin daß die beiden Lebensläufe seitenweise einander gegenübergestellt wurdenund oft mit den selben Sätzen beginnen:

“Als der Literaturkritiker George Steiner im Jahr 1968 die Einsendungen zu einem unter seiner Federführung stehenden Baudelaire-Übersetzungs-Wettberwerb der Sunday Times durchsah, dürfte er sich ein ein wenig gewundert haben: Irgendjemand hatte über dreißig Versionen ein und desselben Gedichts eingereicht.

“Als der Journalist Jürgen Serke im Jahr 1981im St. Clemens Hospital in Ipswich/England auf einen schmächtigen Mann mit einer kleinen Schnittwunde im frisch rasierten Gesicht traf, dürfte er sich ein wenig gewundert haben: Der Mann war vor über dreißig Jahren für tot erklärt worden”

Seite für Seite geht das so. Auf der einen Seite weiß, auf der anderen schwarz und beide Dichter, die in England lebten, von ihnen gibt es “Wikipedia Einträge” waren in ihrer Jungend berühmt.Nicholas Moore wurde zu den “Neuen Apokalyptikern” gerechnet, Ivan Blatny gehörte der “Gruppe 42” an.

Dann dürfte bei beiden der Lebenslauf gekippt sein, bei dem Engländer war es, glaube ich, die Scheidung, die ihm von der Literatur in den Gärtnerberuf brachte. Dann bekam er Diabetes, saß im Rollstuhl, bis er Beaudelaire zu übersetzen begann und in den frühen Achtzigerjahren auch wieder entdeckt wurde.

Nicholas Blatny ist nach dem zweiten Weltkrieg in die tschenische KSC eingetreten und 1948 mit einer Schriftstellerdelegation nach London gefahren. Von dort ist er nicht mehr zurückgekommen, hat sich vom Geheimdienst verfolgt gefühlt. Es wurde auch eine Psychose diagnostiziert, so daß er den Rest seines Lebens in psychiatrischen Einrichtungen verbrachte.

Dort hat er geschrieben und geschrieben, die Pfleger haben seine Gedichte aber immer als Müll weggeworfen, bis ihn eine ehemalige Krankenschwester entdeckte, seine Gedichte nach Canada schickte, wo sie auch veröffentlicht wurden.

Die nächste Geschichte, die schon im “Merkur” abgedruckt wurde, ist dem südafrikanischen Lyriker, Universitätsprofessor und Freiheitskämpfer Edward Vincent Swart, 1911- 1962, gewidmet, auch ein Unbekannter, denn im Netzt findet man nicht sehr viel über ihn und Frances Neniks Text “Zu Tode gelebt” ist auch auch sehr kurz und gibt auf diese Art und Weise über die Fakten seines Lebens Ausdruck, denn Nenik Anliegen war, steht im Klappentext, nicht die Biografien der Dichter zu erzählen, sondern an ihrer Hand das vorige Jahrhundert verständlich machen.

Dann geht es zum dritten und längsten Text, der mit seinen über zweihundert Seiten ein eigenes Buch füllen könnte, um den DDR-Schriftsteller Hasso Grabner, 1911 in Leipzig geboren, 1976 in Werder gestorben, wegen dem ich das Buch eigentlich als Leipzig Lektüre mitnehmen hätte können, aber auf einer Buchmesse kommt man ja nicht zum lesen und es ist ein Rezensionseemplar, das eigentlich schon im November kommen hätte sollen, also nicht zu lange warten.

“Geschichte als Groteske”, titelt sich die Erzählung. In einem sehr ironisch lakonischen Ton wird hier das Leben des unehelich geborenen Arbeiterkindes erzählt, das eine Buchhändlerlehre machte, sich früh der kommunistischen Jugend anschloß, politisch tätig war, als die Nazis kamen verhaftet und nach Buchenwald geschickt wurde, dort einen Teil der späteren DDR-Führungselite kennenlernte und als der Krieg sich langsam als aussichtslos erwies, in einem Strafabattlion nach Griechenland und Albanien geschickt wurde. Dort kam er zu höchsten Ehren und Hitlerohrden.

“Grabner selbst ist die Verleihung schrecklich peinlich, doch der Kompanierchef rettet die Sitatuion auf Seine Weise. Er brüllt: “Siehst du, Grabner, du altes Kommunistenschwein, jetzt mußt du doch noch mit dem Hakenkreuz auf dem Bauch herumlaufen!”

Grabner  desertiert, läßt sich in Leipzig in ein evangelisches Spital einweisen, seine Grantasplitter zum Teil entfernen,  entkommt so der Verhaftung, und als  die  DDR entsteht, kommt er sehr bald zu Amt und Würden und wird zuerst zum Rundfunkintendaten, obwohl es dort nichts zu intentieren gibt, ernannt. So läuft er herumund sammelt Musiksinstrumente, da er aber abald den russischen Besatzern unliebsam auffällt, wird er entlassen und zum Betriebsleiter einiger Kombinate bestellt, obwohl er auch von Kohle und der anderen Industrie keine Ahnung hat.

Er tut was er kann, hat aber eine große Klappe und gerät mit den Parteigranden durch seine unliebsamen Ansichten und moralischen Vergehen, er dürfte auch ein Frauenliebhaber gewesen sein, immer wieder in Konflikt, die er dadurch zu lösen schien, daß er mit  seinen Anklägern skatspielen ging, dann auch zum Schriftsteller wird und viele Romane und Gedichtebände zum Teil auch in hoher Auflage herausbrachte, was ihm aber auch nicht viel einbrachte. Als er schon sehr krank ist, will er 1974, zum zweiten Mal heiraten, bis dahin war er das mit einer anderen Frau, mit der aber kaum Kontakt hatte. Auch das gerät zur Farce und 1976 als er sich für Solschenizyn eingesetzt hat, wird er noch einmal vor die Parteikommission zitiert.

“Für weitere Worte das weiß er, bleibt keine Zeit. Also öffnet er die hinter ihm liegende Tür, tritt ins Freie und geht.”

Bei den Danksagungen  werden es ganze Reihe von Personen angeführt, die Francis Nenik Auskunft über Hasso Grabners Leben gaben, darunter werden auch seine Stasi Akten, die sehr lang und umfangreich waren, angeführt.

Ein interessantes Buch. Mal sehen, ob ich es  und den Verlag in Leipzig auf der Messe finden kann.

Vielen Dank für das Leben

Die 1962 in Weimar geborene und in Zürich lebende Sibylle Berg hat mit “Vielen Dank für das Leben”, ein alptraumhaftes Szenario über das menschliche Leben geschrieben, das auf der einen Seite dicht und eindringlich, auf der anderen vielleicht etwas übertrieben verworren ist.

Daraufgestoßen bin ich im Zuge meiner “Paul und Paula- Recherche”, denn da habe ich mich ja erkundigt, was ich in Bezug “Transgender” noch lesen könnte? Habe es empfohlen bekommen, nachgegooglet und bin auf dem ersten Blick gar nicht auf die Problematik gestoßen, denn die  Intersexualität der Hauptperson, wird in dem Alptraumszenario  irgendwie nur mitgeschleift  und wenn man das Buch gelesen hat, ist man wahrscheinlich so depressiv, daß man die Welt, wie hier geschildert, am liebsten  verlassen möchte.

Ich bin ja vor einigen Jahren in die Kartei der “Cornelia von Goethe Akademie” geraten und habe auf einer der Buchmessen einen diesbezüglichen Schreibratgeber, “Nähkästchen des Schreiben” heißt er, glaube ich, gefunden und bin da auf Sybille Berg und ihren Erstroman “Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot” gestoßen, der da sehr gelobt wurde.

Später habe ich den Kolumnen Band “Gold” gefunden und auf der LL ist sie 2009 mit “Ein Mann schläft” auch  gestanden.

Voriges Jahr habe ich sie in Leipzig am blauen Sofa über “Der Tag als meine Frau einen Mann fand”  reden gehört und gedacht “Was ist das für ein merkwürdiges Buch oder kapriziöse Autorin?” und das stimmt wahrscheinlich auch für den 2012 bei “Hanser” erschienenen Roman, obwohl er mich sehr beeindruckt hat, denn Sibyille Berg zeigt mit klaren Worten und einer sehr starken Sprache die menschlichen Grausamenkeiten und Absuditäten. Übertreibt zum Glück natürlich maßlos dabei, denn sonst müßte man wahrscheinlich noch depressiver werden und das, was sie da über das Aufwachsen des oder der kleinen Toto in der DDR erzählt, könnte genausogut in einem katholischen Heim in Irland oder Wien geschehen sein.

Da wird ein Kind in einer kalten DDR-Klinik von einer kalten Hebamme im kalten Jahr 1966 geboren. Die Mutter ist eine Trinkerin, hat keinen Mann und das Kind hat kein eindeutiges Geschlecht. Es wird der Mutter, ich glaube sie hat keinen Namen, vom Arzt übergeben, der ihr sagt, sie muß sich für ein Geschlecht entscheiden, so wählt sie Junge, nennt ihn Toto, nimmt ihn mit nach Hause und läßt das stille ruhige Kind gleich allein, um sich Alkohol zu besorgen. Dann kauft sie schon Windeln und Milchpulver, denn in der DDR stillte man damals nicht und nimmt ihn auch auf ihren Job als Altenpflegerin in entfernte Dörfer zu abgetakelten Alkoholikern mit (man sieht Sibylle Berg Welt ist mehr als trist) und gibt ihm etwas später in ein Kinderheim ab, wo die Kinder von Republikflüchtlingen und Alkoholiker aufwachsen.

Dort wird Toto von den anderen Kindern und der Erzieherin Genossin Hagen diskriminiert, wegen des zweideutigen Geschlechts, muß er allein duschen, als er gedankenlos eine Blume abbricht, wird er zum Dieb an der Volksgemeinschaft gebrandtmarktund als er alt genug ist, um in den Stock zu ziehen, wo die Knaben und die Mädchen vereint oder getrennt sind, verkauft ihn die Erzieherin an ein ebenfalls trinkendes Bauernpaar.

Toto nimmt das allein gleichmütig hin, er dissoziert würden die Psychologen sagen. Im Heim hat er viel gelesen Dostojewski, Zola, etcetera und ich frage mich nur, wie kommt ein Heim, das den Kindern, die Teddybären wegnimmt, damit sie ḱeine Gefühle entwickeln, zu einer solchen Bibliothek?

Am Land, beim Kühemelken fängt er zu singen an und als er die Grundschule abschließt, verläßt er die Pflegefamlie und geht einfach die Landstraße eintlang. Da kommt ein Bus mit westdeutschen Abweichlern, die den Sozialismus studieren wollen und die bringen Toto über die Grenze. Er bleibt eine Weile in deren WG, dann zieht er von Knepe zu Kneipe, putzt dort und schenkt aus, unterhält die Gäste aber auch mit seinem hohen Gesang.

Der dicke Junge, der wie ein Mädchen aussieht, er wird an eine Musikschule empfohlen, fällt bei der Aufnahmsprüfung aber durch, weil die Idioten dort sein Talent nicht erkennen und hantelt sich weiter durch dieses wunderbare Leben, bis in das Jahr 2000 hinein.

Ein Kasimir kommt auch immer wieder vor,  in den hatte sich Toto schon im Heim verliebt. Der ging noch vor ihm oder ihr in den Westen, wird Hedgefondmanager und verfolgt Totos Leben. Das heißt, er vermittelt ihm zu einer Nierentransplantation, denn der dicke Junge ist auch so selbstlos, daß er niemanden etwas abschlagen kann. Da wird dann Toto zum Mädchen gemacht, was aber auch nicht viel nützt. Es nimmt sie zwar ein Krankenpfleger nach Hause und sie reist mit ihm nach Asien.

Später wird Toto Metallarbeiterin und ebenfalls  Altenpflegerin und in dem Teil, der bis in das Jahr 2030 geht, fahren Toto und Kasimir  nach Paris.

Da hat sich die Welt dann wieder verändert, der Kommunismus ist durch den Kapitalismus ersetzt worden und die Welt teilt sich in die Reichen und die Arbeitslosen. Die Mittelschicht gibt es nicht mehr und aus der Stadt Paris wurde die in die Vorstädte verdrängt. In die Stadt kommen die Touristen aus der Unterschicht und die neue Welt ist so schön und heil, wie die von Aldous Huxley.

Man darf nicht rauchen, ißt kein Fleisch und in der Nacht holt die Polizei, die Obdachlosen ab und bringt sie in ein schönes neues Pflegeheim.

Igendwann, nachdem Kasimir sie verlassen hat, kommt auch Toto dorthin und fängt, ruhig gestellt durch Tabletten zu singen an. So schön, daß ein Aufnahmeteam von den Ärtzen geholt wird. Sie stirbt dann irgendwann, ihre Lieder, steht im letzten Kapitel, das wie viele die Überschrift “Und weiter” trägt, “wurden eine Woche später veröffentlicht. Ihr Verkauf war ein unglaublicher Mißerfolg”.

Man sieht Sibylle Berg kann es nicht lassen mit dem Pessimismus in ihrem, wie am Buchrücken steht “wütenden schrillen Roman über das einzige, was im Leben zählt.”

Sie scheint nicht viel dazuzuzählen und läßt die Leserin, ich habe es schon geschrieben,  ratlos und betroffen zurück, die denkt “Na darauf, kann ich auch verzichten!” (Das Leben nicht aufs Buch)

Vorschau auf “Nika, Weihnachtsfrau oder ein Dezember”

20160214-005830

Die achtundzwanzigjährige Germanistikstu-
dentin Nika Horvath verdingt sich im Dezem-
ber prekär als Weihnachtsfrau, mit einem
roten Mantel weißen Kragen und einer rot-
weißen Nikolomütze, auf der Mariahilfer-
straße, um für ein Kaufhaus Werbezettel zu
verteilen und den Kindern Zuckerln und
Schokoladestückchen in den Mund zu schie-
ben. Dabei kommt sie in Kontakt mit Passan-
ten, Käufern, Flüchtlingen, Angepassten und
Ausgeschlossenen und ein Adventkalender
der besonderen Art eröffnet sich.

 

Und wieder gibt es eine Vorschau auf ein neues Buch, sozusagen der dritte Teil der”Flüchtlingstrilogie” oder die Fortsetzung des “Sommerbuchs”, der im November im Rahmen des “Nanowrimos” geschrieben wurde.

Das zweite Buch mit dem  Puppencover, diesmal mit der Weinhnachtsmannmütze, vielleicht nicht ganz passend zur Jahreszeit, aber es wird ja noch eine Weile brauchen, bis das Buch gedruckt und erschienen ist.

Daher jetzt schon die drei Fragen, mit denen man das Buch nach Erscheinen gewinnen kann:

  1. Wie ist es zu der Entstehung des Buches gekommen und in welchen Rahmen wurde es geschrieben?
  2. In welchen meiner vorigen Bücher gibt es schon eine “Nika, Weihnachtsfrau-Geschichte”?
  3. Wer ist Joe Proshaka und in welchen Theaterstück spielt er eine Hauptrolle?

Zur leichteren Beantwortung der Fragen gibt es wieder die Schreibberichte: 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Ich wünsche viel Spaß beim Raten und schicke dem Ersten, der die Fragen beantwortet, das Buch gerne zu.

Eine Lesung daraus hat es schon am 17. Dezember im “Read!!ingroom” gegeben.

Ausschnitte daraus sind im Blog am 5. 19. und 25. Dezember zu finden.

Im Dezember werde ich im Blog sicher auf meinen Adventkalender hinweisen, beziehungsweise weitere Ausschnitte daraus einstellen, so daß es neben dem Printbuch nach und nach ein richtiger Blogroman werden kann.

Nach dem Sturm

Die 1963 in der SU geborene Nellja Veremej, die seit 1994 in Berlin lebt und 2013 mit ihren Debutroman “Berlin liegt im Osten” auf der LL gestanden ist, der vom heutigen Alexanderplatz, alten Frauen und Altenhelferinnen erzählt ist mit ihrem zweitenbei “Jung und Jung” erschienenen Roman “Nach dem Sturm”, sowohl in die Gegenwart, als auch in die Vergangenheit gegangen, erzählt von einem alternden Mann, ist man das mit sechzig heute wirklich schon, einer wahrscheinlich fiktiven Stadt am Mittelmeer und vorallem, genau wie Jan Böttcher in seiner Frühljahrsneuerscheinung von den entwurzelten Generationen aus aller Herren Länder, die sich dort niedergelassen haben und nach den Zeiten des erzwungenen Sozialismus  ihr schönes oder auch nicht so schönes neoliberales Leben leben.

Es ist ein stiller, leiser Roman, die Kathastrophen werden nur angedeutet, umschifft, beziehungsweise, wie auch der Klappentext lobt, in schöner Sprachen und eindrucksvollen Bildern erzählt.

Beginnen tut es tief in der Vergangenheit im siebzehnten Jahrhundert, wo der Hirtenjunge Damir in die Stadt Gradow kommt, wo sich die Flüchtlinge auf der Festung niederlassen dürfen und ihr neues Leben und ihren Aufschwung beginnen.

Richtig von den Flüchtlingen, die das letzte halbe Jahr die Festung Europa so zahlreich stürmen, wird auch erzählt , das tote Flüchtlingskind wird angeschwemmt, während der sechzigjänhre Ivo, der ein Restaurant neben dem Museum auf der Festung  hat, von seiner Frau längst entfremdet in der Bibliothek schläft, einen scheuen Blick auf die junge Praktikantin oder Mitarbeiterin Mira wirft, die dort in der Früh ihren Kaffee trinkt und alles umformen und reformieren will.

Ivo ist der Sohn, einer Mutter die Prag verlassen mußte, als dort die Nazis kamen, sie lernt Dragasch, einen Bauernsohn kennen, der es in Gradow bald zum Universitätsprofessor bringt und seinem Sohn nun eine riesige Bibliothek vermacht, die, weil ja sozialistisch und nicht mehr aktuell, niemand mehr haben will und Ivo hat sich auch längst seinen Kindern, Boris und Ana, die beide in Deutschland studierten, entfremdet.

Boris ist zurückgekommen, um Geschäftsmann zu werden, residiert nun in einen Glaspalast und läßt in seinen Waren Zettelschen mit angeblichen Hilferufen der ausgebeuteten Zwangsarbeiterinnen in der dritten Welt verstecken., Ana verweigert sich im Museum zu arbeiten und widmet sich stattdessen lieber Flüchtlingskindern und die Erben der Leute, die von den Kommunisten vertrieben wurden, melden sich auch bei Ivo und wollen ihre Wohnung zurück.

Dazwischen werden immer wieder Kaptiel beziehungsweise Geschichten aus der Vergangenheit eingeschoben, die Mira im Museum, zeigen will.

So wird die Türkenbelagerung lebendig und der Verrückte bekommt eine Stimme, der sich all dem widersetzen und eine seltsame Kirche errichten lassen will.

In der Stadt gibt eine eine Bruno Schulz Straße und ein geschlossenes Antiquariat in dem man die “Zimtläden” bewundern kann. Überflüßig zu erwähnen, daß es in dem Gässchen mit den teueren Geschäften, wo Boris und seine Mutter Milly, eine verhinderte Opernsängerin einkaufen, nach Zimt riecht.

So geht es rund um und wir lernen auch hier ein anderes Europa kennen und die Menschen bekommen Gesichter, die uns vielleicht bisher nur aus der Zeitung oder als Gastarbeiter, beziehungsweise Emigranten bekannt waren.

Im Buch gibt einen Plan von der fiktiven Stadt und am Cover ist auch ihre Ansicht abgebildet, die das Buch seltsam altmodisch wirken läßt.

Wo sind die Zeiten der schönen alten “Residenz” und frühen “Jung und Jung” Covers mit ihrem einzigartigen Design könnte man fragen und wenn man mehr von Nellja Veremej und ihrer Frühjahrsneuerscheinung wissen will, am 27. 4. stellt sie ihn mit Angelika Reitzer in der “Alten Schmiede” vor.In Rauris habe ich gerade ergooglet, wird sie auch daraus lesen.

Y

Jetzt kommt eine Frühjahrsneuerscheinung aus dem “Aufbau-Verlag”, nämlich Jan Böttchers Y, eine Geschichte, die von Entwurzelung,  dem Aufwachsen zwischen den verschiedensten Kulturen Europas und dem eines Kindes, für das seine Eltern, egal, ob im Krisengebiet des Kosovo oder dem computerverseuchten Berlin, keine Zeit haben, erzählt.

“Die Geschichte beginnt!”, schreibt der Erzähler, ein Schriftsteller, der mit seiner Frau und seinem vierzehnjährigen Sohn in Berlin lebt, als der, Benji, eines Abends einen schweigsamen Freund nach Hause bringt und ihn bei sich übernachten läßt.

Der Vater stellt den Sohn zur Rede und der Leka genannte Junge verschwindet dann auch wieder. Nicht nur aus der Wohnung des Schriftstellers, sondern überhaupt aus Berlin und als Benji seinen Vater vorwurfsvoll anblickt, beginnt der nach ihm zu suchen und trifft Jakob Schütte, einen Nerd, Workoholic und Computerspielerfinder und der beginnt ihm seine Geschichte zu erzählen.

Er ist mit Arjeta, einem Flüchtlingsmädchen aus dem Kosovo zur Schule gegangen, hat sie Jahre später, in den Neunzigern wieder getroffen, eine Beziehung begonnen, sie  auch bei ihren Eltern und ihren Brüder besucht. Die Beziehung klappte irgendwie nicht, haben Moslems doch andere Moralvorstellungen, außerdem hatte im Kosovo, der Krieg schon begonnen, so daß zuerst die Söhne zum Kämpfen zurückgingen, später die ganze Familie mit Arjeta, die dem Erzähler  ihre Sicht der Dinge erzählt.

Jakob Schütte folgte der Familie in den Kosovo, wo Arjeta, die in Deutschland studierte, Deutsch und Englisch Unterricht gibt und mit Leuten, die im Rundfunk einen neuen Kosovo aufbauen wollen, in Kontakt kommt. Sie wurde dann auch von Jakob schwanger. Heiratete aber nicht ihm, sondern einen Mann namens Bedri, denn der Deutsche, der sich schon mit Computerspielen zu beschäftigen beginnt, war ihr viel zu verrückt.

Jakob kümmert sich eine Weile noch um den kleinen Leka, eine Abkürzung von Alexander, dann geht er nach London. Kommt aber wieder, als Leka sechs Jahre alt ist und kauft ihm einen Computer. Als er in einer Bibliothek Bücher mitgehen läßt, um sie zu kopieren, wird er von der Securty zusammengeschlagen, sein Schlüßelbein wird gebrochen, er fliegt verletzt nach Berlin und kommt  nie mehr in den Kosovo.

Sein Sohn ist dann vierzehnjährig nach Berlin gekommen, ob er sich, von der Mutter allein gelassen, die sich inzwischen einem Künstler angeschlossen hat und mit ihm Videos dreht, selber auf die Suche nach seinen Vater macht oder von ihm entführt wird, bleibt unklar.

Leka ist auch nicht lange in Berlin geblieben, sondern hat sich selber der Poloizei gestellt und zurückbringen lassen.

Der Erzähler und sein Sohn werden ihm, es sind noch Ferien, in den Kosovo folgen. Dort wird er sich mit Arjeta und ihrem neuen Freund ihre Kunstprojekte ansehen.

Da stoßen wir auch auf den Namen des Buchs, das Geheimnisvolle “Y”, ein Symbol für das aufstrebende Kosova vielleicht. Wir begegnen aber auch dem Computerspiel, mit dem Jakob Karriere machte und vom Krieg im Kosovo profitierte und der Erzähler beginnt, als er mit seinem Sohn wieder in Berlin ist und die Fahnen für den Roman, den er darüber geschrieben hat, über sein eigenes Leben,  seine Beziehung zu seinen Eltern, im Nachkriegsdeutschland und in den Zeiten, als die DDR zusammenbrach, zu reflektieren.

“Jan Böttcher hat einen großartigen europäischen Roman geschrieben. Einen Roman, der einige der drängensten Fragen unserer Zeit neu stellt: Wie frei können wir sein, ohne die eigene Herkunft zu verleugnen? Wieviel Verantwortung übernehmen wir im Leben füreinander, für unsere Kinder, für die Gesellschaft? Und was macht uns eigentlich zu guten Eltern?”, steht so auch im Klappentext.

Jan Böttcher von dem ich vor kurzem seinen ersten Roman Lina oder: das kalte Moor” im Schrank gefunden habe, wurde 1973 in Lüneburg geboren und hat 2007 beim “Bachmannpreis” gewonnen.

 

Poem ohne Held

Jetzt kommt wieder was ganz Altes. Kein Fund aus dem offenen Bücherschrank, sondern eines der Bücher, die ich mir für Günter Ms. “Thalia-Gutschein” kaufe, den er mir einmal zu meinen Geburtstagsfest mitgebracht hat.

Da gab es auf der Mariahilferstraße eine Kiste, wo ein ganzer Stapel von “Reclam-Leipzig-Ausgaben” lagen. Ein paar davon habe ich schon gelesen, die Jane Austen kommt wahrscheinlich als nächstes dran, wenn ich mit den Frühlingsneuerscheinungen, die ich einschieben sollte, fertig bin und es war interessant, Anna Achmatowa kurz nach Henry James zu lesen.

Stilistisch haben sie sich zwar nichts zu sagen und sind wahrscheinlich wie Hund und Katz miteinander zu vergleichen, aber Henry James Todestag jährte sich am Sontag, glaube ich, zum hundertsten Mal, und da häufen sich die Neuauflagen und Brigitte Schwens-Harrant, die Staatspreisträgerin für Literaturkritik, erklärte diese Woche jeden Morgen, warum man Henry James lesen sollte, obwohl das auf dem ersten Blich ja nicht so eindeutig scheint. Denn ich würde meinen, daß in Zeiten, wie diesen Anna Achmatowa viel aktueller ist, aber die ist eine Lyrikerin, also noch ein Grund, weil sich ja die “Lyrik im März” bald naht, als solche aber wahtrscheinlich schwer verständlich, dann noch eine Russin und eine Frau, etcetera, da wären wir schon wieder bei den Vorurteilen, dabei hat man den Namen Anna Achmatowoa höchstwahrscheinlich schon womal gehört.

Bei mir war es jedenfalls so, eine berühmte russische Dichterin, deshalb habe ich auch nach dem Bändchen gegriffen, das bei “Thalia” wahrscheinlich unverkäuflich war, so daß es in der Wühlkiste landete, aber viel mehr als den Namen, habe ich auch nicht gekannt, also zuerst einmal nachgegooglet, obwohl das Buch über einen sehr langen und ausführlichen Anmerkungsteil verfügt.

Es ist aber nicht ganz einfach zu lesen und der Titel ist eigentlich auch ein wenig irreführend, denn es ist ja nicht nur Anna Achmatowas wohl berühmtestes Gedicht darin enthalten, sondern überhaupt späte Gedichte, ab 1965 bis zu ihrem Tod in den Sechzigerjahren und ein paar Prosateste gibt es auch.

Anna Achmatowa wurde 1889 in Odessa geboren, hat einige Male geheiratet, früh zu schreiben begonnen, ist mit ihrem ersten Mann auch nach Paris gereist, wo sie den Maler Modgliani traf, ein paar Texte über ihm gab es auch in diesem Buch.

Sie war mit Michail Bulgakow und Jossip Mandelstam befreundet und mit ihnen in der Künstlergruppe der Akmeisten, zwei Gedichtbände sind im ersten Weltkrieg entstanden.

Nach der Oktoberrevolution war sie Bibliothekarin in einem landwirtschaftlichen Institut und hatte Schwierigkeiten mit der Zensur, weil sie zu erotisch und zu innerlich schrieb, dann auch Schreibverbot. Einer ihrer Ehemänner wurde wegen konterrevulionärer Tätigkeiten erschossen, der zweite und ihr Sohn wurden  in den Dreißigerjahren mehrmals verhaftet und Anna Achmatova verbrachte diese Zeit oft in Wartschlagen vor den Gefängnissen. Einmal hat sie eine sehr zusammengeschlagene Frau dort angesprochen und sie “Können Sie das beschreiben?”, gefragt.

“Und ich sagte: “Ja” Da glitt so etwas wie ein Lächeln über das, was eimal ihr Gesicht gewesen war.”

So entstand das “Requiem, von 1935- 1940 geschrieben. Auch das gibt es in dem Buch  und noch viele andere Gedichte und Auszüge aus Zyklen, bis man zu dem Opus Magnum, dem “Poem ohne Held” kommt, dem auch “Wikipedia” eine ganze Seite gewidmet hat.

Zwischen 1944 bis 1962 hat Anna Achmatowa an dem Triptichon geschrieben, das eine Einleitung und einige Widmungen hat und das, wie man in den Text von Kornej Tschukowski über die Dichterin nachlesen kann und auch mir aufgefallen ist, die Lyrik sehr mit der Prosa, Tschukowski schreibt, glaube ich, Novellen verbindet, so gibt es eine Handlung, die auch genau beschrieben wird und das Ganze würde ich jetzt interpretieren, ist der Zerstörung der Stadt Leningrad oder St. Petersburg gewidmet, die Anna Achmatowa sehr geliebt hat..

So beginnt der erste Teil mit dem “Jahr Neunzehnhundertunddreizehn-Petersburger Erzählung” und wir tauchen ein, in den Karneval, in die Ballnächte des “weissen Saals”, begegnen Sancho Pansa und Don Quichotte, kommen in das Schlafzimmer der Heldin, etcetera, um dann im zweiten Teil schon im Janur 1941 angekommen zu sein, wo “ihr Redakeur nicht zufrieden mit der Autorin ist und sie vielleicht eines Plagiates” verdächtigen wird.

Im dritten Teil wir sind in der “weißen Nacht des 24. Juni 1942” angekommen, gibt es dann einen Epilog, bevor es in das Wesentliche geht :

Und jemand sagte “Quo vadis?”

Doch er konnte die Lippen nicht regen,

Als mit seinen tunneln und Brücken

Zu donnern begann der verrückte Ural.

Und es öffnete sich mir der Weg,

Auf dem man vor mir gegangen

Und der meinen Sohn transportiert.

Lang war der Begräbnisweg, endlos,

ein feierliches, kristallenes Schweigen

Fesselte ring das SIBIRISCHE LAND

Fort von dem, was zu Staub war,

Marschierte, gepackt von tödlicher Furcht,

Wissend um die Frist der Vergeltung,

Die tränenlosen Augen gesenkt –

Vor mir her nach Osten, das

Die Hände ringende Rußland”

Beendet in Taschkent, wohin die Autorin, glaube ich, evakiert wurde, am 18. August 1942, steht darunter.

Anna Achitmatowa, die, wie Kornej Tschukowski schreibt, eine sehr liebenswürdige, bescheidene Frau war, die in den ärgsten Hungerszeiten, die Nestle-Dosen und Zuckerstücke, die man ihr schenkte, an andere weitergab, wurde  in den fünfziger Jahren rehabilitiert und ist am 5. März 1966, Stalins Todestag, in einem Erholungsheim gestorben. Herausgekommen ist die Versnovelle, 1967 erstmals als Ganzes in New York.

In dem  1993 in letzter Auflage, zweisprachig erschienenen Reclam-Buch ,das von Fritz Mierau herausgegeben wurde, gibt es Übersetzungen von Elke Erb, Sarah und Rainer Kirsch, sowie anderen.

Eine neuere Übersetzung des Poems ist auch von Alexander Nizberg erschienen, die man im Netz finden kann und ich würde mir  eine von ihm vorgetragene “Stunde der literarischen Erleuchtung” mit dem Poem in der “Alten Schmiede” wünschen, aber vielleicht hat es das schon gegeben.

Wolkenreisen

Vier liebenswerte “Gespenstergeschichten” der 1921 geborenen Märchenerzählerin Inge Maria Grimm aus der “Edition Taschenspiel”. Das Letztere habe ich wieder ergooglet, denn in der sonst so interessanten Books to go-Edition, die einen wahrhaft weiten Bogen durch die österreichische Gegenwartsliteratur spannt, fehlen zu meinem Bedauern  die biografischen Angaben,  weiß  aber jetzt, daß die alte Dame Kinder- und Jugendbuchautorin ist und im österreichischen Rundfunk, der einmal RAVAG hieß, als Sprecherin gearbeitet hat.

“Vom Traummännchen” hat Lieselotte Stalzer in der “Gesellschaft für Literatur” glaube ich, etwas erwähnt und daran kann ich mich auch erinnern. Es gibt aber außer dem “Wikipediaeintrag” auch eine nicht mehr ganz aktuelle Homepage, auf der man sich weiter informieren kann und als ich da, am vorigen Dienstag, als ich von der Herrengasse nach Hause kam, nachgeschaut habe, war ich zuerst etwas enttäuscht, daß ich mir dieses Buch ausgesucht habe und die bekannten Namen, wie Erika Kronabitter, Petra Ganglbauer, Hanno Millesi, Sophie Reyer, etcetera ausgelassen habe, denn so “besonderns literarisch” werden die Geschichten einer über neunzigjährigen “Märchentante” nicht sein, habe ich etwas überheblich gedacht und mich geirrt, denn die vier “Gespenstergeschichten”, wie ich sie nennen will, sind absolut interessant und wenn ich mich nicht irre, wahrscheinlich in den Fünziger oder Sechzigerjahren geschrieben, denn sie haben diesen Ton, der mich ein bißchen an Elisabeth Gürt erinnert, denn ich lese ja auch gerne Chick Lit aus der ersten oder zweiten Hälfte des vorigen Jahrhundert und im charmanten Ton lernt man in den vier Geschichten halb Europa kennen und erfährt auch viel Historisches dabei.

Die erste “Marmor aus Carrara” führt auch ein bißchen in das Krimigenre oder nach Italien, denn dorthin reist, wie sie sich vorstellt, die junge Ich-Erzählerin mit ihrer amerikanischen Freundin Liz. Es ist alles bestens, die Spaghetti liegen auf dem Teller, der Wein schmeckt gut und ein alter Herr, schickt die Beiden, die wenig Geld haben, in die “Villa  La Ninfea”, wo es einen Conte, seine Frau und eine Haushälterin gibt und ein paar Zimmer vermietet werden.

“Aber Achtung, es spukt!”, warnt der alte Italiener noch, die Haushälterin sagt  dasselbe und Nächtens hört man Harfentöne und am Morgen wandert die Contessa, schlampig gekleidet mit einem Hahn zu einem Brunnen und streichelt traurig die Figur deren Hände abgebrochen ist.

Sie war eine berühmte Bildhauerin, erzählt die Haushälterin, durch einen Autounfall, den der Graf verschuldet hat, wurde ihr Arm gebrochen, jetzt ist sie ein bißchen wirr im Kopf, die Harfentöne klingen weiter. Die Urlaubswoche vergeht und dreißig Jahre später kommt die Erzählerin noch einmal dorthin und erfährt, daß die arme Gräfin im Steinbruch mit dem berühmten Marmor verschwunden ist.

Daß es sich wirklich um Gespenstergeschichten handelt, habe ich erst bei “Rendezvous im Untergrund” bemerkt, denn da geht es nach London in das U-Bahnnetz und da kommt schon der schwarze Charlie, der U- Bahn Geist heraufgestiegen, um einer schönen Dame mit lila Hütchen zu helfen, die sich  als die “Metro-Madleine” aus Paris entpuppt, die hergekommen ist, um sich mit dem tschechischen Kollegen, einem Stümper, wie Charlie unkt, da er ja erst drei Linien hat und mit der Baba Jaga aus Moskau zutreffen, vor der der Charlie dann entflieht, da er mit der schon schlechte Erfahrungen machte.

Die dritte Geschichte führt in den Musikvereinssaal und sie ist es auch, die mich an Elisabeth Gürt erinnert, da will ein junger Mann, obwohl Fasching ist, in ein Konzert und nicht mit seiner Freundin Lieselostte auf eine Maskerade und was passiert? Während er Beethoven hört und sich auf den Bolero freut, zwinkern ihm die “goldenen Mädchen”, die Säulenstüzen zu und holen ihn dann noch im Stadtpark ein, wo der liebe Auugstin aufspielt, Johann Strauß geigt und auch noch zwei Stelenkollegen aus Antwerpen, die  Wiener Kolleginnen, besuchen kommen.

Am Schluß geht es  nach Prag, in das unterirdische Gemäuer und zu den Geheimwegen, die vom Hradschin  bis in die Niklasgasse führen. Die will ein Schulbub durchqueren und hat ein paar seltsame Begegnungen dabei.

Köstlich, köstlich, die Geschichten der Märchenerzählerin, die ihre Texte, wie  “Wikipedia” verrät “mit Elementen der Gegenwart zu verbinden weiß” und weil trotz der Europabezüge, das Ganze einen unverkennbar Wienerischen Ton hat, wahrscheinlich  das ideale Mitbrinsel für deutschsprachige Freunde oder als Souvenier für solche Touristen geeignet.

Dann sollte das Büchlein aber in einer zweiten Auflage aber um die biografische Angaben ergänzt werden, weil man in Hamburg, Berlin und Zürich vielleicht noch weniger den Namen Inge-Maria Grimm kennen wird, obwohl die, wie auf ihrer Homepage steht “eine Nachfahrin der Gebrüder Grimm ist”.

Stahl und Glas

Jetzt kommt der Erzählband, der jüngste Autorin, der “Edition Taschenspiel”, der 1991 in Graz geborenen Irene Diwiak, die in Wien Slawistik und Judaistik studiert oder studiere und 2013 den “Fm4-Preis” gewonnen hat.

Das habe ich aus dem Netz, denn in dem zweiundfünfzig Seiten starken Bändchen gibt es leider, was ich sehr sehr schade finde und auch die Qualität der Reihe meiner Meinung nach, vermindet, weder biografische Angaben, noch einen Beschreibungstext am Buchrücken.

Dabei wendet sich die Reihe doch an den eiligen Leser und will ihm die österreichische Gegenwartsliteratur nahebringen und, ob der sich die Zeit nimmt, bei Google nachzuschauen, was man dort über Irene Diwiak oder die anderen “Taschenspiel-Autoren” findet?

Inzwischen ist das, glaube ich, auch allgemein üblich, bei den “Büchergilde-Gutenberg-Ausgaben” im Bücherkasten meiner Eltern hat es mir sehr gefehlt und Ulrich Becher habe ich deshalb einmal sogar abgebrochen. Inzwischen gibt es von “Kurz nach 4”  aber eine Neuausgabe und die hat eine sehr ausführliche Autorenbiografie.

Aber zurück zu “Stahl und Glas”, “Zwei Erzählungen über den Kommunismus und John Lennon” und Lieselotte Salzer, die Verlagsleiterin, hat am Dienstag bei der Verlagsvorstellung in der “Gesellschaft für Literatur”, die flotte Sprache der jungen Autorin ausdrücklich hervorgehoben.

Die ist vielleicht nicht ganz so jugendlich hart, wie die von Ekaterina Heider oder so sprachkünstlerisch, wie die von Valerie Fritsch, aber sehr eindrücklich und, um die Gesellschaft und ihre Veränderungen scheint es dabei auch zu gehen.

Der Kommunismus ist wahrscheinlich in beiden Geschichten schon vorbei und das deckt sich auch mit Irene Diwiaks Biografie, in “John Lennon kauft Brot am Roten Platz” geht es, glaube ich, aber in die Vergangenheit und in die Zeit, wo es die SU noch gegeben hat.

Gehen da doch Gregor, der einmal Gregorij gehießen hat und Valentin in Moskau spazieren und der Erste beginnt den Zweiten, einen Band-Leader oder Plattenproduzenten, nach  Mersey zu fragen. Aber die heißt jetzt wieder Marija, hat einen Oligarchen geheiratet und geht, nachdem ihr Gesicht durch eine Schönheits-OP verpfuscht wurde, nicht mehr aus dem Haus.

Die Beiden gehen zu ihr hin, bestechen den Portier und lassen sich vom chinesischen Hausmädchen zu ihr führen, um von den alten Zeiten, den Beatles,  den Rollingstones und, was immer zu sprechen.

In “Working  Class Heroes” wird es noch direkter. Da spricht die Ich-Erzählerin, ein Mädchen, findet man nach und nach heraus, von ihrer Beziehung zu Daniel, der so stolz darauf ist, sich seine Schwielen an den Fingern, nicht nur durch Gitarrespielen geholt zu haben und einen roten Stern läßt er sich später auch eintätowieren. Seine Mutter, eine Ärztin, hätte zwar viel lieber, daß ihr Sohn Klavier spielen würde, aber der hat die philosophische Krise oder das Klassenbewußtsein und schreibt so auch in einem Schulaufsatz, daß er ” Weihnachten hasste, dass er Geschenke verabscheute, dass alles nur eine Erfindung der Kapitalisten wäre, die uns mit Konsumgütern berauscht halten wollten, während anderswo die Leute verhungern”.- “Liebe ist kapitalistisch” steht in der anderen Geschichte.

Die Mutter ist  alleinerziehende Ärztin, mit Namen Beatrice, die nicht “Trixi” genannt werden will, während, die der Erzählerin Ursula heißt und Krankenschwester war und seit sie arbeitslos ist, im Dachkammerl bei den Weihnachtsdekorationen bei Beatrice und Daniel wohnen darf.

Später schmeißt sie sie heraus, weil sie herausfindet, daß Ursula eine Geldbörse gestohlen hat und die Erzählerin muß das Gym, das sie mit Daniel besuchte auch verlassen und auf eine Gesamtschule gehen. Später findet sie Arbeit in einem Archiv und trifft dort Daniel, der  Chemie studieren wird, bei einem Ferienjob wieder, den er aber hinschmeißt, obwohl er doch so darauf steht, mit der richtigen Arbeit in Berührung zu kommen.

Nun ja, er wird aufsteigen und Karriere machen, während Ursula, die dann Arbeit in einer Putzerei gefunden hat, wo ihre Hände rot von all den Laugen wurden,  sie sich zu Tode hustete und einen Ausschlag bekam, an einem Gehirnschlag, der wie der Arz erleichtertfeststellt, nichts mit den Chemikalien zu tun hat, sterben wird.

So ist es im Kapitalismus und  den globalisierten Zeiten, in denen Irene Diwiak, seit es den Kommunismus und die SU nicht mehr gibt, aufgewachsen ist, ist das noch viel viel ärger mit den Arbeitsbedingungen und den sozialen Unterschieden geworden und wenn Irene Diwiaks  Texte darüber wahrscheinlich nicht wirklich viel verändern werden, kann man doch darüber nachdenken und hat eine neue österreichische Stimme kennengelernt und so bin ich  auch  sehr gespannt mehr über diese Autorin “unter Dreißig” zu erfahren, die, wie ich dem Netz weiter entnehme, inzwischen ein “Start-Stipendium” bekommen hat und ihren ersten Roman schreibt.

Eine Dame von Welt

Von der Reichstumsschriftkammer und dem Biedermeier komme ich nun ins neunzehnte  Jahrhundert und zu einem amerikanisch-britischen Schriftsteller, in New York geboren, in England vor fast genau hundert Jahren gestorben, nämlich Henry James, der zu diesem Anlaß für den deutschen Raum entdeckt und wieder oder neu aufgelegt zu werden scheint.

So hat der “Schweizer Literaturclub” seine Dezembersendung seinem Roman “Die Europäer” gewidmet, der mit den “Gesandten” derzeit bei Anna Jeller im Schaufenster liegt. “Jung und Jung”, hat die von Walter Kappacher übersetzte Erzählung “Die mittleren Jahre” herausgebracht und “Aufbau”, der mich seit Herbst ein bißchen in seine Neuerscheinungen schnuppern läßt, hat mir die, im Jänner erschienenen Salonerzählung “Eine Dame von Welt” zugeschickt.

Soviele Neuerscheinungen von einem 1843 erschienenen Schriftsteller, der für mich bisher eher unbekannt war, erscheint mir eher ungewöhnlich und ich finde es auch spannend, die Hintergründe für die plötzliche “Jamesmanomie” herauszufinden.

“Dieser Schriftsteller wird Sie nicht mehr aus seinen Fängen lassen, sobald Sie eine Zeile von ihm gelesen haben!”, steht auch am Rücken des kleinen gelben Büchleins.

Ich muß feststellen, für mich trifft das nicht zu und auch im “Literaturclub” waren die Meinungen zweigeteilt. Einige waren begeistert von dem alten Herrn, der so  vortrefflich Charaktere beschreiben kann. Elke Heidenreich hat dagegen eher das Korsett und den Staub erwähnt, den sie beim Lesen verspürte und ich kann mich erinnern, das erste Mal von Louise Doughty den Namen Henry James gehört zu haben, als ich mich in ihr Projekt “Ein Roman in einem Jahr” eingelesen habe, und sie war eher auch nicht begeistert.

Worum geht es in dem Buch und wahrscheinlich, wenn ich es richtig verstanden habe, überhaupt in dem Werk des Dichters, der ein Zeitgenosse von Melville und Charles Dickens war?

Um die Unterschiede der Amerikaner und der Europäer habe ich verstanden und die Geschichte beginnt in Paris, in einem Theater, wo zwei Amerikaner mit dem Feldstecher in die Logen schauen und dort von dem Anblick einer weißgekleideten Dame gefesselt werden.

“Ist sie ehrbar?”, lautet die Frage des einen an den anderen und in dem Stück, das sie gerade sehen, geht es auch darum. Da will einer heiraten, fragt einen Freund nach der Ehrbarkeit der Braut und dieser verneint, denn sie war einmal seine Geliebte.

Mister Littlemore, der Gesandte, verneint auch, denn er hat die Dame, Missis  Headway oder Nancy Beck, wie sie früher hieß, auf einer Veranda in San Diego, New Mexiko, wie es in dem Buch heißt, kennengelernt und war  für das späte Neunzehntejahrhundert ungewöhnlich, vier oder fünfmal geschieden oder verwitwet und  scheint auch sonst Beziehungen zu Männern gehabt zu haben.

Jetzt ist sie aber zu Geld gekommen und befindet sich an der Seite von Sir Arthur Demesne, der sie heiraten will. Nichts destotrotz lädt sie die beiden Amerikaner in ihr Hotelzimmer ein und erzählt ihnen, daß sie von der europäischen Gesellschaft aufgenommen werden will.

Die Amerikanische hat ihr das versagt, jetzt will sie in die ersten europäischen Häuser und verlangt von ihrem Bräutigam, den sie gar nicht gut behandelt, daß er seine Mutter, die auf den Weg nach Cannes, wo sie den Winter verbringen will, ein paar Tage in Paris Station macht, daß sie zu ihr kommen soll. Die kommt auch und wird wieder nicht sehr gut von der schönen Nancy behandelt. Dann geht es in das Landhaus der Demesnes, nach England und dort will die Mutter von den beiden Amerikanner auch wissen, ob es sich bei ihr, um eine ehrbare Frau handelt, die man heiraten kann?

Sie ist es offenbar nicht und Mister Littlemore würde sie auch nicht heiraten wollen, erklärt der Lady und dem Bräutigam aber, daß sie es ist und das Schicksal nimmt seinen Lauf, beziehungsweise wird die Ehe vielleicht bald wieder geschieden werden.

Für mich ehrlich gesagt, ein wenig schwer verständlich und weit hergeholt, einmal das neunzehnte Jahrhundert, dann die erste englische Gesellschaftschicht, etwas, was, wie ich meine, in Zeiten, wie diesen nicht mehr sehr so sehr interessiert, daß es mich fesseln würde.

Ich würde das Ganze auch eher, als Satire verstehen und dem guten Sir raten, die Hände von der Kokotte, die auch noch  einen Verfolgungswahn haben dürfte, sich von allen bespitzelt fühlt und, die Lady  als Hexe beschimpft, zu lassen. Warum George Littlemore  lügt oder schweigt, habe ich nicht ganz verstanden, halte es aber auch nicht für so  oder ähnlich wichtig, wie Richard Lugners neue Ehe oder das Seitenblicke TV.

Dagegen interessiert mich vielleicht auch die Frage, warum Henry James plötzlich in aller Munde ist, denn Emile Zola, oder John Galsworthy, von dem ich übrigens eine Menge Bücher in den Schränken gefunden habe, wird jetzt  auch nicht neu aufgelegt?

Ich bin auch gespannt, wie die Blogger auf Henry James reagieren werden. Die “Klappentexterin” hat ja schon angedeutet, daß sie ihn demnächst lesen wird und mir ist noch ein Roman von Hedwig Courths-Mahler eingefallen, die ich ja einmal sehr begeistert gelesen habe und die ich trotz ihrer sehr verqueren Moralvorstellungen, für eine hervorragende Beschreiberin des Berliner Gesellschaftsleben des frühen zwanzigsten Jahrhunderts halte, der ein ähnliches Thema, wie ich finde, packender behandelt hat.

“Käthes Ring” heißt er, glaube ich und da liebt ein armes Mündel, den Sohn des Hauses, der ist aber in eine schöne Schauspielerin verknallt und heiratet sie gegen des Willen des Vaters, der  den vorigen Liebhabern, der Dame dieselbe  Frage stellt und die antworten “Um Gottes Willen, so etwas heiratet man doch nicht!” und schicken die Rechnungen der Pelzmäntel oder Kleider, die sie ihr kauften.

Die Gesellschaft hat sich aber verwandelt und heute muß man  nicht mehr so “ehrbar”, wie vor hundertfünfzig Jahren sein. Spannend aber trotzdem, daß die Dame so oft geschieden war, dachte ich doch, das ging im neunzehnten Jahrhundert nicht.

In einer Rezension habe ich gelesen, daß es sich um das England von Jane Austen handelt und von der habe ich ja demnächst ein Buch auf meiner Liste und einen diesbezüglichen Dating-Ratgeber vor kurzem gelesen.