Zakhar Prilepin in der Hauptbücherei

Als wir am Montag von Harland nach Wien gefahren sind, gabs im Morgenjournal eine Ankündigung einer Lesung eines berühmten Russens, eines Geheimtips am Mittwoch in der Hauptbücherei, die man sich unbedingt anhören sollte, ich wollte zwar eigentlich zu “Zerstörte Leben – vergessene Opfer der NS-Medizin” ins Literaturhaus gehen, aber berühmte Russen soll man sich anhören und ich habe diesen Namen noch nicht gehört. Bei Wladimir Sorokin war ich einmal in der Hauptbücherei, da war es voll von der russischen Gemeinde, also bin ich etwas früher hingegangen und der Eröffner sagte auch etwas von der zehn Jahresfeier, dazu lagen auch Broschüren auf und 2003 bin ich ja zu den Eröffnungsveranstaltung gegangen und daß es diesbezüglich ein besonderes Programm gäbe. So las am Dienstag Ilma Rakusa aus ihrem neuen Buch, da habe ich das Kommen nicht geschafft, am Donnerstag Bodo Kirchhoff und und und.
Erich Klein hat den Roman “Sankya”, des 1975 in Zentralrussland geborenen Zakhar Prilepin, der nach dem Studium im Kriegseinsatz in Tschetschenien war, dann Chefredakteur wurde, bevor er zu schreiben begonnen hat, übersetzt.
Die russische Gemeinde ist auch diesmal gekommen, hat den Autor gleich auf Russisch begrüßt, so daß Erich Klein nicht sehr viel zu sagen hatte. Er stellte den Autor dann doch vor und auch das Buch das von der Protesthaltung der Jugend oder so zu handelt scheint.
Der Autor erklärte dann launig, daß er gestern in Graz gelesen hätte und zwar Stellen, die von philosophischen Szenen, Folterungen und Begräbnissen handelten und die Leute deshalb trübsinnig geworden wären, diesmal würden sie solange lesen bis das Publikum Fragen stellt und so war es auch.
Weil die meisten Anwesenden, den Sascha habe ich auch gesehen, zweisprachig waren, hat der Autor viel Russisch gelesen, die erste Stelle handelte von einem Gespräch in einem Cafe über Nationalismus und Erich Klein fragte den Autor, ob er link oder rechts sei, er antwortete links und in der zweiten Stelle kocht sich der Held eine Eierspeise, trinkt wahrscheinlich Vodka und legt sich ins Bett, wo er von seiner Mutter beobachtet wird.
Erich Klein erzählte dazu, daß der Held ins Dorf zurückkehren wollte, was scheiterte und fragte den Autor nach den Klischees beim Schreiben, ob man zu russischen Romanen Vodka braucht?
Daran spann sich eine Diskussion, die eine Frau begann, die es offenbar störte, daß die russischen Dörfer so schlecht wegkämen und meinte man würde in den Städten jetzt weniger trinken. Andere Leute wollten wissen, wie es mit den modernen Russinnen sei und wieso sich der Autor von seiner Militärkarriere weg zum Schreiben wandte.
Der antwortete lapidar das beides Zufall sei und ich bin ein wenig ratlos gewesen, weil ich eigentlich noch immer keine Ahnung habe, wovon der Roman jetzt handelt?
Ich könnte ihn mir natürlich kaufen und selber lesen oder auch nicht, denn als ich zum Büchertisch kam, um wenigstens hineinzuschauen, waren alle Bücher schon weg, ich habe aber heute “Grundlsee” bekommen und im Bücherschrank auch etwas gefunden, was auf meine 2018 Liste kommt, bin nun gespannt, ob ich von Zakir Prilepin, der Thomas Mann als den Lieblingsautor seiner Frau angab und am Schluß launig meinte, daß er im nächsten Roman über Tiroler Dörfer schreiben würde, noch etwas hören werde.
Junge russische Autoren habe ich vor einem Jahr gelesen und auch einmal in der Hauptbücherei gehört.

Pausenfüller

Nach der literarisch sehr vollgefüllten Vorwoche geht es jetzt ein wenig langsamer weiter, zumindest was das Bloggen betrifft, denn da habe ich jetzt, für mich sehr ungewöhnlich ist, zwei Tage nichts geschrieben und wollte heute eigentlich auch über Ilma Rakusas Buchpräsentation “Aufgerissenen Blicke”, ihrem bei Droschl erschienen Berlin-Journal, die in der Hauptbücher stattfand, berichten, aber dann hatte ich zweimal recht aufwendige Kinder- und Jugendlichen Diagnostik und noch ein paar Stunden und ich bin keine, die Befunde liegen läßt und außerdem waren die Literatursessons der Vorwoche ohnehin sehr anstrengend, so daß ich nicht erst nach Mitternacht schlafen gehen will und zum Lesen bin ich in den letzten Tagen auch nicht gekommen.
Also werde ich demnächst mit Vicki Baums “Menschen im Hotel” in die Badewanne gehen, damit ich es in ein paar Tagen besprechen kann und bevor ich das tue, gibt es noch ein paar Kleinberichte aufzuschreiben, denn ich bin auch eine, die möglichst genau über ihr literarisches Leben Tagebuch führen will und da habe ich noch nicht berichtet, daß vor ein paar Tagen das neue “Driesch” zum Thema “Frost” gekommen ist, in dem Franz Blahas Rezension über die “Frau auf der Bank” enthalten ist, ein kleiner Erfolg, wenn auch nichts wirklich Neues.
Bezüglich meinem Gewinnspiel das ich nach Erscheinen von “Kerstins Achterl”, ausgeschrieben habe, ist dagegen zu berichten, daß es kein Erfolg geworden ist, zumindest hat sich noch keiner oder keine gemeldet, die das Buch gewinnen oder als Rezensionsexemplar haben will, zwar auch nicht unbedingt etwas Neues, sondern etwas mit dem ich eigentlich rechnete. Nicht wirklich erfreulich oder besser gesagt, es ist ebenso und macht auch nichts. Dagegen habe ich einen lieben Kommentar von Monika Helfer bekommen, über den ich mich sehr freute und mich feststellen ließ, daß manche Rezensionen doch gefunden werden und komme nach der eher hektischen letzten Woche langsam zur Ruhe.
Zwar mit dem Lesen nicht wirklich weiter, weil ich ja auch schlafen muß und mit dem Korrigieren am “Literaturgeflüster-Texte-Buch” bin ich auch schon fast zwei Wochen nicht weitergekommen, dafür haben sich glaube ich aber wieder ein zwei Artikel angesammelt, die hineinkommen sollten.
Das Nanowrimo-Novel hat mir der Alfred dagegen als PDF gesetzt. Ich habe es durchgelesen und natürlich ein paar Fehler gefunden, die ich vorher trotz x-mal korrigieren übersehen hatte. So zum Beispiel ganz am Anfang schon den Titel, da es ja ursprünglich “Zum Sterben sollte man alleine sein”, heißen sollte, was ich später auf “zu Hause sein” änderte.
Wer wissen will, wie ich mit meinen Bücherbeschränkungsplänen zurecht gekommen bin, eigentlich recht gut, zwar war an dem Tag, wo ich den Artikel und die 2018 Liste mit noch Ungelesenen aus meinen Regalen zusammengestellt hatte, der Bücherkasten in der Westbahnstraße besonders voll und einiges darin, das ich nicht liegen lassen konnte, obwohl ich mich bei den “Naschmarktmorden” ohnehin zurückgehalten habe.
Die letzten zwei Wochen hat es aber gepasst und es ist bei den “erlaubten” zwei Büchern geblieben. Da gab es “Wie kommt das Salz im “Meer”, vorige Woche, glaube ich, am Brunnenmarkt, das habe ich zwar schon gelesen, aber nicht als Buchform, sondern als “Frau”-Fortsetzungsroman, so daß ich es wieder lesen will und als mir der Alfred in Göttweig den “neuen Genazino” kaufen wollte, weil ich unter dem lauten Gelächter der Zuhörer etwas an meiner Konzentration gehindert war, habe ich im stattdessen für den Geörgy Dalos und den “Fall des Ökonomen”, entschieden, das werde ich dann wahrscheinlich am Jahresende in Harland lesen.
Der Holzbaum-Verlag hat mir heute auch ein wahrscheinlich sehr interessantes genreübergreifendes Büchlein geschickt, nämlich “Holzfällen und Niedermetzeln” eine Abschlachtung von Thomas Bernhard, bzw. Hydra, herausgegeben von Curt Cuisine. Nachdem ich in Krems und Göttweig ja mehrmals über Monsterliteratur etwas hören konnte, kommt das gerade richtig. Auf Gustav Ernst “Grundlsee” warte ich dagegen immer noch oder auch nicht, weil ich ja mit meiner heurigen Leseliste schon fast bei hundertzwanzig Bücher gelandet bin und wenn ich so langsam weiterlese, wie derzeit, sollte ich nicht mehr viele daraufschreiben.
Also abwarten und Tee trinken, ein Pfefferminz mit Zitrone steht auch auf den Schreibtisch, vor dem ich sitze, weil mein Computer, wenn ich ihn, wie ich es eigentlich gerne täte, ins Bett mitnehme, derzeit “Fan-Error” zeigt und hoffentlich nicht so bald seinen Geist aufgibt.
Aber sonst eigentlich alles bestens und in Ordnung. Gestern haben wir in der “Hollerei”, Annas neunundzwanzigsten Geburtstag gefeiert, dazu hat ihr der Alfred Jaroslav Rudis Kultbuch über Prag mitgebracht und ich ihr “Kerstins Achterl”, da hätte die Elfriede Czurda in der Alten Schmiede gelesen.
Morgen wird es sich vielleicht ausgehen in die Hauptbücherei zu der Präsentation eines neuen russischen Kultstar, durch den ich durch das Morgenjournal aufmerksam wurde, zu gehen, eigentlich wollte ich ins Literaturhaus, weil da Melitta Brezinik von der Exil-Bibliothek vorgestellt wird und am Wochenende können wir, weil das Wetter endlich schön, das Coverfoto für nas Nanowrimo-Novel machen, damit das dreißigste Indie-Buch als Vorschau in den Blog kommen kann, denn da wird es dann ja ein noch ein größeres Gewinnspiel geben. Dreißig Fragen zu dreißig selbstgemachten Bücher und die wollte ich auch auf meinen Geburtstagsjubliläum vorstellen. Sechzig Minuten Eva Jancak zum sechzigsten Geburtstag. Jetzt denke ich daran, ob ich das Fest nicht auslassen soll, da der Alfred zum sechzigsten Geburtstag für ihm, mich, Anna und die Schwiegermutter eine Schiffsreise durch Portugal, die vom achten bis fünfzehnten November stattfindet, buchen will? Dann könnte das Fest erst am sechzehnten November stattfinden und das wäre vielleicht zu spät. Mal sehen wie es wird, noch ist dazu ja Zeit, zwei Bücher sind bis dahin fertigzuwerden und die Kleindetail wurden jetzt auch wieder recht lang erzählt.

Literatur und Wein

Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Simone Schönett

Simone Schönett

Seit fünfzehn Jahren gibt es das vom niederösterreichischen Literaturhaus bzw. Sylvia Treudl organisierte Festival “Literatur und Wein”, das im April in Krems bzw. in Stift Göttweig stattfindet für das ich immer das Programm zugeschickt bekomme, aber nie dort gewesen bin, weil man dafür Eintritt zahlen muß.
Jetzt hat der Alfred aber zwei Festivalpässe bestellt, so daß wir vier Tage zwischen Wien, St. Pölten, Krems und Göttweig hin und herpendeln werden und ich am Donnerstag früher vom H.C.Artmann Symposium weggegangen bin, weil derzeit ja ein sehr dichtes Programm.
Da die Theodor Kramer-Preisverleihungen auch vom ULNÖ veranstaltet wurden und es dort freien Eintritt gibt, bin ich schon ein paar Mal im ULNÖ gewesen und habe mich, obwohl die Adressenangabe im Programm fehlte, schon ein bißchen ausgekannt, als wir das Literaturhaus in Krems Stein, um halb acht erreichten.
Es lagen ein paar Hochglanz-Genußzeitschriften und der “Volltext” zur freien Entnahme auf, die Weinbons mußte man dagegen kaufen, am Büchertisch gab es die Weinwander-Bücher, die in der Eröffnungsveranstaltung präsentiert wurden.
Das heißt, es wurde die dritte Anthologie “Ein literarischer Verführer durch die die Wachau und Kamptal vorgestellt” und die Idee ist, glaube ich, daß die Autoren mit den Weingütern zusammengebracht wurden und darüber Texte schrieben.

Clemens Berger

Clemens Berger

Alfred Komarek

Alfred Komarek

Zuerst eröffnete aber Sylvia Treudl im feierlichen schwarzen Kleid, bzw. ganz am Anfang gab es eine Präsentation der Literaturgruppe Onophon, die ich schon einmal in Wien bei einer GAV-Neumitgliederlesung hörte, die den Abend begleitete und eine ganz erstaunhliche literarische Stimmperformance bot.
Dann stellte der Herausgeber die Anthologie vor und Clemens Berger, Alfred Komarek, Christoph. W. Bauer und Simone Schönett, mit der ich schon einmal am Volksstimmefest gelesen habe, lasen ihre Texte daraus vor, die von Weinen, Lebensfreude, den Schwiergkeiten beim Wandern und davon, daß die burgenländischen Kinder angeblich mit dem Weinglaserl zur Welt kommen, handelten.
Ich hatte da schon ganz zufällig den Folgetext in der Handtasche, den ich aber beim anschließenden Trinken, wo auch ein ein paar Schulklassen gekommen waren, niemanden zeigen konnte.
Am Freitag ging es im feudalen Rahmen in Stift Göttweig weiter, ein riesiger Saal mit lauter Leuten, von denen ich nur Ditha Brickwell kannte, eintausendzweihundert angemeldete Besucher, ausverkaufte Veranstaltungen und andere Erfolgsmeldungen, so daß ich nur verwundert feststellen konnte, daß Literatur auch so funktionieren kann, der “Standard”, soll aber, wie mir der Alfred sagte “Lesen und weitertrinken”, geschrieben haben.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Roland Neuwirth

Roland Neuwirth

Begrüßung des Abtes, der eine schöne Zeit wünschte und die Zusammenhänge von Literatur und Religion zitierte, den Wein ließ er aus, das tat dann ein Winzer vom Loisium, der mit Sylvia Treudl durch das Programm führte, die Weingüter vorstellte und zum Verkosten aufforderte. Es wurde der sogenannte Patenwein auf den Tisch gestellt, eingeschenkt und die Lesung begann mit Christian Futschers Gurkengedichte, ein paar Sprüchen zu Büchern, denn da hat er einmal vierhundertvier Werbetexte schreiben wollen, es kamen auch jede Art von Getränken vor, wobei mich nur wieder etwas störte, daß die Leute bei Stellen lachten, die meiner Meinung nach so gar nicht lustig waren.

Paul Nizon

Paul Nizon

Antonio Fian

Antonio Fian

Anna Weidenholzer, die in allen drei Wein-Wander-Anthologien vertreten ist, folgte mit Ausschnitten aus ihrem neuen Roman, dann kam ein Konzert von Roland Neuwirths Extremschrammeln in drei Tranchen und in den Pausen die Gelegenheit zur Weinverkostung, Bücherkaufen und sonstigen Konsumationsakten.

Ilija Trojanow, Klaus Zeyringer, Barbara Coudenhove-Kalergi

Ilija Trojanow, Klaus Zeyringer, Barbara Coudenhove-Kalergi

Rosa Pock

Rosa Pock

György Dalos folgte mit dem “Fall des Ökonomen”, der glaube ich, dieselben Stellen, wie in der Alten Schmiede las, vom Thema her zu Anna Weidenholzers “Fischen”, passend, der Wein wurde vom Weingut “Rabl” präsentert, für den arbeitslosen Ökonomen vielleicht nicht ganz leistbar, die Literatur ging aber ohnehin mit dem Staatspreisträger Paul Nizon weiter, der Ausschnitte aus seinem Roman “Der Nagel im Kopf” und seinen berühmten Journalen brachte, wo ein junger Mann an seinen Vater denkt, seine Sehnsucht nach Frauen schildert und mit KZ-Erinnerungen endete.

Barbara Frischmuth

Barbara Frischmuth

Josef Winkler

Josef Winkler

Danach wurde es mit Antonio Fians “Dramoletten”, wieder lustiger, die Extremschrammeln sangen den “Leberzirrhosen Blues”, veränderten den Radetzkymarsch und sorgten allgemein für gute Stimmung.
Samstagvormittag ging es im ULNÖ mit einem meiner Meinung nach sehr interessanten Programm weiter, nämlich Transflair: “Geistesblitze versus Medienzirkus”, das ist eine inzwischen etablierte Reihe, der Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer interviewte die Ex-Journalistin und aus adeligem Haus entstammende Barbara Coudenhove-Kalergi und Weltensammler Ilija Trojanow und fragte zu Beginn gleich nach den Intellektuellen, denn da wäre kürzlich behauptet worden, es gäbe sie nicht mehr.

Harri Stojka

Harri Stojka

Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino

Es gibt sie an den beiden und wahrscheinlich noch an anderen Beispielen und die 1945 als Prager Deutsche aus ihrer Heimat Vertriebene hat ein Buch geschrieben “Zuhause ist überall” und Ilija Trojanow, in Bulgarien aufgewachsen, in Nairobi, Kapstadt, etc gelebt habend, wurde gleich nach diesem Begriff gefragt.
Trojanow meinte, daß er ab dem sechsten Lebensjahr in verschiedenen Ländern gelebt und verschiedene Sprachen gesprochen hätte, so daß Vielseitigkeit für ihn normaler als das ewig Gleiche wäre, da würde die Psychologin zwar ein wenig widersprechen, die Asylsuchenden können sich das meistens aber nicht aussuchen und Barbara Coudenhove erzählte von dem Prag, das sie als Kind an Hand des Fräuleins erkundet hatte, den adeligen Eltern und dem Deutsch als Mutter- oder Vatersprache, die Großmutter war Japanerin und dem Kuchel-Böhmisch, das man von den Dienstboten lernte, im Salon aber nicht sprechen durfte.
Das sind Erfahrungen, wie sie vielleicht auch bei Willy Haas zu finden sind. Rhea Krcmarova bedient sich dagegen jetzt wieder des Kuchel-Böhmischs.

Nora Gomringer

Nora Gomringer

Sylvia Treudl

Sylvia Treudl

Barbara Coudehove-Kalergi las ein Stück aus ihrem Buch, Ilija Trojanow zwei Geschichten über Bulgarien, die im Sommer erscheinen werden, weil ihn das jetzt beschäftigt und ist auch im “Album” des Wochenend-Standards enthalten.
Im Gegensatz zu Göttweig, gab es Orangensaft und Striezel ohne dafür ein paar Euro zahlen zu müssen und um dreiviertel eins ist Vea Kaiser durch Krems-Stein gewandert.
Der Alfred mußte aber mit seiner Mutter einkaufen fahren und durch Krems-Stein bin ich schon vor Jahren gewandert, als ich dort mit den kostenlosen Busreisen, die es in dieser Form nicht mehr gibt, öfter hingekommen bin und Einladungen zu den Kunsthaus-Vernissagen hatte ich früher auch.
Am Nachmittag ging es in Stift Göttweig mit Rosa Pock weiter, die ich schon am Mittwoch, Donnerstag und Freitag gesehen habe und deren Lesung in der Wien-Bibliothek ich leider versäumte, weiter. Sylvia Treudl stellte sie als Artmann-Witwe und eigenständige Autorin vor, die viel im Sinne Artmanns an der Sprache arbeitet und die Lesung aus dem Droschl-Buch “wir sind idioten”, in konsequenter Kleinschreibung war auch sehr beeindruckend.
Barbara Frischmuth folgte mit ihrem Dreigenerationenroman “Woher wir kommen”, aus dem ich auch schon in der Alten Schmiede und bei “Rund um die Burg”, hörte.
Die Musiker des Abends waren Harri Stojka mit seiner Band und nach der Pause folgte, wie Sylvia Treudl betonte, etwas ganz Besonderes nämlich zwei Büchner-Preisträger, wo bekommt man die schon hintereinander zu hören?
Josef Winkler habe ich im Jänner in der Alten Schmiede, bei seinem Symposium gehört und Wilhelm Genazino, den Büchnerpreisträger von 2004, Winkler hat ihn, glaube ich, 2009 bekommen, habe ich schon einmal im Literaturhaus gehört und ein Buch von ihm gelesen. Er las das dritte Kapitel aus “Wenn wir Tiere wären”, was sehr interessant gewesen wäre, wenn die Leute nur nicht so viel gelacht hätten, was ich, ganz ehrlich, sehr störend fand, weil es mich am Zuhören hinderte.
Ich habe auch nachgedacht woran das gelegen ist, denn so lustig habe ich die Geschichte von dem Mann, der nicht auf Urlaub fahren will, eigentlich nicht gefunden. Vielleicht lag es am Vortragston oder auch am Publikum habe ich gedacht und den Autor am Büchertisch gefragt, ob die Leute immer bei seinen Lesungen soviel lachen würden?

Radek Knapp

Radek Knapp

Jaroslav Rudis

Jaroslav Rudis

“Nö!”, hat er lapidar geantwortet, ich habe aber auch bei der Studentenlesung das Lachen zitiert.
Während ich also die meisten Autoren des Festivals schon mehr oder weniger kannte, war der letzte Star, die Slammerin und “Powerfrau der Poesie”, Nora Gomringer für mich eine Überraschung, denn da habe ich nur den Namen aus dem Internet gekannt und Nora Gomringer ging es auch sehr poetisch mit “Was ich mit der Sprache mache” an. Eine interessante Entdeckung und ein weitgestreutes Programm, das man da in Krems und Göttweig erleben konnte und wenn ich schon ein Resumee ziehen kann, komme ich nicht umhin meine Überraschung zu wiederholen, daß Literatur auch so funktionieren kann.
Ein vollgefülltes Haus, ein Streifzug durch die Gegenwartsliteratur, Werbung für die Weinregionen.
“Essen, trinken, sich gehen lassen!”, hat Harry Stojka die Zuschauer vor den Pausen auch immer passend aufgefordert.
Sylvia Treudl wird für diese gekonnte Mischung vielleicht einen Wirtschaftspreis bekommen. Wem das aber, weil arbeitslos, nur grundgesichert, abstinent, etc, zu teuer und vielleicht auch zu kapitalistisch ist, dem kann ich den Besuch der Alten Schmiede sehr empfehlen, wer dort regelmäßig hingeht, kann sich das Festival ersparen und Wein gibts im Literaturhaus im Anschluß ebenfalls, wenn auch nicht in dieser Auswahl und mit dieser Präsentation.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

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Am Sonntag gings im ausverkauften Literatuhaus mit einer Matinee zum Thema Stadt Land weiter. Diesmal war es schwierig einen Parkplatz zu finden, obwohl wir extra früh losgefahren sind, um einen guten Platz zu bekommen, denn entgegen meinen Erfahrungen bei anderen Monsterveranstaltungen, wie beispielsweise “Literatur im Herbst” oder “Rund um die Burg”, war es wieder sehr voll. Es gab Sekt zu kaufen, ich unterhielt mich mit einem Mann der ein Gläschen trank und mir erzählte, keine Karten bekommen zu haben, Sylvia Treudl erschien mit einer Reisetasche, die sich später aus dem Off melden sollte, die Strottern probten im Saal, Gerhard Jaschke und andere kamen und dann begann es mit den melancholischen Wienerliedern dargeboten von Klemens Lendl und David Müller, gefolgt von einer Lesung aus Radek Knapps “Reise nach Kalino”, der in seiner ironischen Art eine Detektivgeschichte von einer Stadt erzählt, wo alle glücklich sind und niemand sterben will.
Jaroslav Rudis, ein mir bisher unbekannter Erfolgsautor und derzeit Gast im Literaturhaus ist, kommt aus Prag, hat Germanistik studiert, ein Comic namens “Alois Nebel” geschrieben und aus seinem letzten Roman “Die Stille in Prag gelesen”, das das existentielle Lebensgefühl Prags zu Beginn der Neunzehnneunzigerjahre schildert und sehr interessant sein dürfte.
Reinhard P. Gruber, der offenbar das “schräge Land” verkörperte, ist natürlich kein Unbekannter, sondern mit seinem “Hödlmoser” und dem “Schilcher ABC”, ein Kultautor. Die ganze Welt ist steirisch, etc, ein Pendant zu der gestrigen Matinee und sehr lustig, was ich diesmal besser ausgehalten habe.
Aber auch die Strottern waren schaurig traurig mit ihren makabren Wienerliedern und der Kreis dieses vier Tagesfestivals hat sich, mit möglicherweise einem weiteren Gläschen Sekt und einem Stück Nussbrot geschlossen.

2 Tage Reden über H. C. Artmann

Im April 1953, also vor ziemlich genau sechzig Jahren hat H.C.Artmann seine “Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Aktes”, in die Welt gesetzt oder setzen lassen, so genau weiß man das nicht, die Wien-Bibliothek bzw., das Institut für Neugermanistik hat es aber zum Anlaß genommen, eine internationale H.C.Artmann Konferenz zu diesem Thema anzusetzen, die von Alexandra Millner und Marc-Oliver Schuster organisiert wurde.
Auftakt war die H.C. Artmann-Preisverleihung an Franz Josef Czernin am Mittwochabend und am Donnerstag ist es um neun Uhr mit einem Referat von Jaques Lajarrige aus Toulose über die “Wolllust des Dichtes”, bzw. die “Alphabetische Erschreibung der Welt” losgegangen. Dann folgte Thomas Eder, der in Mürzuschlag das Kunsthaus leitet und im Pressedienst des Bundeskanzleramtes ist, der über den poetischen Akt referierte, der ja, wie die Wiener Gruppe irgendwie herumschwirrt, so daß man gar nicht anders kann, als Teile davon aufzuschnappen, denn die Tatsache, daß jeder Dichter sein kann, ohne je etwas geschrieben zu haben, ist sehr ganz interessant, wenn sich auch eine, die darunter leidet vierzig Jahre zu schreiben und zu schreiben ohne jemanden aufzufallen und immer nur zu hören, das ist aber schlecht, etwas anderes darunter vorstellt, wie H.C wahrscheinlich, der nicht realistisch schrieb, sondern von einer poetischen Grundhaltung ausging, die man haben kann ohne je etwas zu veröffentlichen. Thomas Eder referierte dann noch die Namen der Wiener Gründungsmitglieder, obwohl es offenbar gar keine konstituierende Sitzung gegeben hat. Konrad Bayer mit a und Oswald Wiener waren auch noch dabei und Gerhard Rühm hat alles sehr genau aufgeschrieben, während Artmann dann auch schnell verschwunden war, aber schon 1953 über den Surrealismus in den “Neuen Wegen” schrieb. Dann kam eine Pause mit Kaffee und Kuchen, dann folgte Alexandra Millner, teilte den genauen Wortlaut der Proklamation mit ihren acht Thesen aus und referierte dann noch über zwei andere Manifeste, da gab es eine 1955 gegen die “Wiederbewaffnungs Österreichs”, wo ein paar bärtige junge Männer zum Stephansdom marschierten und von der vom Dompfarrer gerufenen Polizei haftiert wurden, was am nächsten Tag in der Zeitung stand.
Eine sehr politische Manifestation, während die über das “machen von hampelmännern”, rein literarisch ist.
Es gab auch noch eine Ausstellung, die man sich in der Pause ansehen konnte, da waren Postkarten hauptsächlich an Peter Rosei und die berühmte Humanic-Werbung zu bewundern und Heide Kunzelmann, die in London an einem Bachmann-Institut lehrt, brachte ein ironisches Referat über das “Was ein Autor ist”.
In der Mittagspause bin ich überm Rathausplatz, wo gerade steirischen Tage standfanden, an Herrn Lugner vorbei zum Mc Donald auf einen Cheeseburger TS und eine kleine Portion Pommes frites gegangen. Als ich zurückgekommen bin stand Herr Lugner auf der Bühne und verteilte Gulasch in Brotleibchen, die man sich holen konnte.
Also doppelt Mittag gegessen und in der Wien-Bibliothek ging es mit Klaus Kastberger und der Wiener Gruppe weiter. Er erzählte, daß man man durch das Archiv von der Existenz der Wiener Gruppe wissen würde und das hat er bei den Prüfungen auch seine Studenten gefragt. Friedrich Achleitner erklärte dann, daß es eher zufällig zu der Namensbildung gekommen wäre und Klaus Kastberger zitierte noch die Klavierzertrümmerungsaktionen. Gerhard Rühm hat sich da auch eine Taste als Souvenier mitgenommen, die inzwischen im Literaturarchiv gelandet ist und spielte noch ein Stück des “Dritten Mannes”, mit H.C. Artmanns Stimme aus dem off vor, der sich dort als Burgschauspieler ausgegeben hat, aber irgendwie hinausgeschnitten wurde.
Rosa Pock, die Artmann-Witwe steuerte auch viele H.C Bonmots in die Diskussion bei und der Ritter Lektor Paul Pechmann erzählte etwas über die “Grazer Gruppe”, bzw. über die Texte, die auf H.C. geschrieben haben. Einen “Den Tod des H. C. Artmanns”, von Wolfgang Bauer habe ich schon bei einer anderen Wien-Bibliothek-Veranstaltuung gehört.
Dann folgte ein Referat über das “Artmanneske”, vom Co-Veranstalter , der Originalaufnahme von Rauris 1991 zeigen wollte, aber irgendwie funktionierte der Computer nicht richtig, dann mußte ich gehen, weil wir noch nach Krems zur Eröffnung des Wein und Literatur-Festivals, dem nächsten Programmpunkt dieser ereignisreichen literarischen Woche wollten.
An Freitag gings dann weiter mit Referaten von drei jungen Leuten, die alle sehr interessant waren. Danae Pifeas referierte über die Armannsche Kinderliteratur und begann ihr Referat, daß man in den Sechzigerjahren sehr rigide und pragmatisch gewesen war, stimmt, keine Micky-Mouse im Ferienheim der Kinderfreunde und nur limitierte Krimis aus der städtischen Bücherei an Minderjährige, es gab aber auch Vera Ferra-Mikura und Friedrich Feld und die haben durchaus heiße Themen aufgegriffen, allerdings vielleicht doch nicht so heiße, wie “der Artmann mit dem Hackebeilchen!”, der in die Kinderzimmer aufmarschierte, den Kasperl in Dracula verwandelte und von Kannibalismus schwärmte, da denkt sich die Psychotherapeutin natürlich, wo kommt das her und wünscht sich eine psychologische Aufarbeitung, noch ohne wirklich vom spanisch-deutschen Langenscheid zu wissen, der in der Uniformjacke steckte und die Kugel davon abhielt ins Herz zu dringen.
Das heißt solche Geschichten hört man ja öfter, diese scheint zu stimmen und dann ist der poetische Akt daraus entstanden und der Aktionismus, aus heutiger Sicht eigentlich sehr klar und einleuchtend.
Clemens Dirmhirn referierte dann noch über die Romantiker und die barocken Formen, ebenfalls ganz klar, daß die jungen Traumatisierten die Bürgerlichkeit ablehnten, aber von irgendwas muß man leben, da boten sich die Übersetzungen an und ein unbürgerlicher Dichter übersetzt die Spanier aus den vorigen Jahrhunderten natürlich sehr eigenwillig, lehnt antisemitische Formen ab, wird barock und ausschweifend und hält sich nicht an die strengen Übersetzergesetze, was natürlich angekreidet wurde.
Aus heutiger Sicht sehr interessant, denn Alexander Nizberg hat den Blugakov, glaube ich, auch sehr frei übersetzt und dafür viel Lob bekommen, H. C Artman bekam ihn in der Expertenrunde und dann füllten sich die Reihen, die Stars erschienen, Friedrich Achleitner, Max Droschl, Rosa Pock, Franz Josef Czernin, um H. C. B trifft H.C.A oder Brinkamnnn und die Popliteratur zuzuhören, da referierte zuerst Thomas Antonic darüber und dann wurde es vollends literarisch und anekdotenhaft, trat nämlich Hans Christoph Buch aus Berlin auf, den ich, glaube ich, kürzlich am blauen Sofa hörte und der seine Gruppe 47 Erfahrungen hat und erzählte, wie er Rolf Brinkmann und H. C. erlebt hat und da ist mir auch eine Anekdote eingefallen, die ich erlebte, als ich mit der GAV am Mondsee war, da gingen wir ins Gasthaus und eine Frau fragte Gerhard Rühm nach seinem Namen “H.C Artmann!”, antwortete er gönnerhaft.
Damals habe ich den poetischen Akt nicht verstanden, dank eineinhalb Tagen Reden über H.C. tue ich es ein bißchen, dann kam die Mittagpause und ich ging nach Hause, in der Wien Bibliothek ging es natürlich weiter mit Daniela Strigl, den Fotografien, da gibts ja auch paar Interessante, Peter Waterhouse, einer Sonderausstellung und einer Gesprächsrunde mit Kurzlesungen von Rosa Pock, Friedrich Achleitner und Peter K. Wehrli, dann wird wieder Brot und Wein geben, aber dann werde ich schon im Stift Göttweig sein.

H.C. Artmann-Preis an Franz Josef Czernin

Ich glaube zwar nicht, daß ich von der Verleihung eines H. C. Artmann-Preises sehr viel Ahnung habe, daß es einige experimentelle Lyrikpreise, wie zum Beispiel den Jandl-Preis, der alle zwei Jahre in Neuberg an der Mürz vergeben wird und ein bis zweimal war ich auch dabei, weiß ich, der H. C. Artmann-Preis, der 2004 von Peter Rosei ins Leben gerufen wurde, obwohl der ja keine Lyrik schreibt, ist an mir vorbeigegangen, jetzt kam aber eine Einladung vom Wien-Museum zu einem H.C.Artmann Symposium mit vorangehender Preisverleihung und da bin ich natürlich hingegangen, denn ich gehe ja gerne zu Preisverleihungen, obwohl ich ja weder experimentell noch Lyrik schreibe.
Die Preisverleihung fand Mittwochabend im Musa-Museum auf Abruf statt und da waren ja 2009 einige Veranstaltungen zu den Fünfzigerjahren und weil ich mich beim Konrad Bayer verschrieben habe, hat das eine heftige Diskussion mit meiner damaligen Kritikerin Frau Heidegger ausgelöst, die Frau Millner habe ich bei einer oder beiden Veranstaltungen, die ich damals besuchte, auch getroffen und die organisiert jetzt das H.C. Artmann-Symposium und als ich um sieben dort eingetroffen bin habe ich das Who is who der expermientellen und sonstigen Literaturszene gesehen, den Max Droschl, Brigitte Falkner, die Kulturbeamten, Alexandra Millner und natürlich Ferdinand Schmatz, der inzwischen ja Professor für Sprachkunst ist und auch einmal JandlPreisträger war. H. C. Artmann- Preisträger war er auch, aber das habe ich nicht gewußt, ist dieser Preis ja irgendwie an mir vorbeigegangen. Das sollte mich erst Hofrat Denscher oder welchen Titel der Leiter der Kulturabteilung, der den Stadtrat, der leider bei einer wichtigeren Veranstaltunge war, sagen, vorher war ich von der Ausstellung der Gruppe Monochron mit ihren Rotweingläsern, blutigen Badenwanneszenen etc etwas geschockt, beziehungsweise habe ich mir alles angesehen und auf die Eröffnung gewartet, denn ich bin ja nicht in und werde von den sich küssenden Szene-Insidern eher übersehen, aber Robert Huez, den ich in letzter zeit öfter bei anderen Veranstaltungen als im Literaturhaus treffe, habe ich gesehen, Walter Famler und und und…
Dan ging es los der Hofrat oder welchen Titel er auch trägt eröffnete, erklärte einiges zu Franz Josef Czernin den Preisträger und zu Ferdinand Schmatz den Laudator. Peter Waterhouse hat diesen Preisen auch einmal bekommen, natürlich eh schon wissen….
Daniela Strigl war noch da und Michael Hammerschmid, der einmal Priesnitzpreisträger war. Peter Rosei nicht, denn der hatte in der Schweiz eine Lesung und Bernahrd Denscher wies auf Ferdinand Schmatz hin, der seiner Meinung nach in der Musik nicht so erfolgreich wie in der Lyrik sei. Das Publikum und ich habe den Jandl-Artmann und was noch immer Preisträger, das letzte Mal ja in einer musikalischen Veranstaltung in der Alten Schmiede erlebt und die Laudatio war sehr theoretisch, ein Vortag über das Gedicht, was es kann und was es macht und auch ein bißchen einer über die Sonette von Fanz Josef Czernin und wenn man mich über mein Wissen über die beiden fragt, dann kenne ich sie als Doppelpack, denn da ist ja einmal in den Achtzigerjahren ein Band beim Jung-Residenz erschienen und dann die Entlarvung in der Editon neue Texte, “Die Fahrt durch die neunundneunzig Ballone oder wie hat das geheißen?”, habe ich später beim Buffet, den älteren Physiker gefragt, der aber keine Ahnung hatte. Also schaue ich in meinem Katalog nach und erfahre, daß das neue Edition-Buch den Titel “Die Reise”, trug, in dem sich die Beiden über den Lyrikgeschmack des Jung und Jung lustig machten. Das habe ich mir gekauft und das ist lange her und wahrscheinlich längst vergessen und Ferdinand Schmatz begegne ich öfter in seiner Rolle als Tutor beim Bachmann-Literaturkurs, als Jandl-Preisträger, den dann keiner kennt, als Professor für Sprachkunst, etc, Franz Josef Czernin eher weniger, daß er Sonette schreibt ist mir durch die Schnmatzsche Laudatio klargeworden. Dann kam der Preisträger und wies auf H.C. Artmann hin, dessen poetische Akte er mit Achtzehn kennenlernte, denn da hat der ein Theaterstück beim Sessler-Verlag eingereicht und dort den großen H.C begegnet, der mit einer großen Geste einen Vertrag unterschrieb. Fanz Josef Czernin brachte H.C zu Ehren vier Gedichte vor und dann gab es ein Buffet bzw. einen Empfang oder ein Glas Wein, das man auf den Preisträger leeren sollte und die Gäste teilten sich in Adabeis und Insiders, mit mir haben sich natürlich nur die Adabeis bzw. der ältere Herrn, den ich in der Alten Schmiede kennenlernte und in der Wien Bibliothek öfter sehe, unterhalte. Der Ssacha unterhielt sich mit zwei jüngeren Frauen, der Gewerkschafter, den wir bei der Auge Weihnachtsfeier öfter sehen ignorierte mich und es gab Brötchen, Wein und Kuchen und zu H.C. Artmann desses Symposium ich teilweise besuchen werde, habe ich auch kein besonderes Verhältnis. Eine Verehrerin bin ich jedenfalls nicht, bei dreißig Jahr GAV oder so im Odeon ist er persönlich aufgetreten. 2000 ist er gestorben, da war ich bei einer Nachlaßveranstaltung im Literaturhaus, einen Film habe ich einmal im Filmcasino gesehen und von der “Schwarzen Tinten”, wahrscheinlich sogar noch in der Straßergasse etwas gehört. Mit dem Alfred war ich 2010 bei “Dracula Dracula” in Krems und dorthin werden wir Freitagabend fahren, wenn die “Acht Punkte Proklamation” noch nicht zu Ende ist. Und wer gehört jetzt zur Wiener Gruppe?. hat mich der ältere Herr gefragt. Rühm, Achleitner, Artmann sind mir eingefallen und, daß sich Andreas Okopenko geweigert hat, dazuzugehören.

Das Prinzip Terz

“Das Prinzip Terz”, Kommissar Terz erster Fall, obwohl es, glaube ich, keinen zweiten gibt, von Marcus Rafelsberger ist ein interessantes Buch, denn der 1967 geborene Werbetexter, der auch für den “Standard”, gearbeitet hat und eine Zeitlang in Hamburg lebte, geht es rasant an.
Verwendet der Starkommissar doch das Blaulicht, als er zu seiner Lesung in eine Hamburger Buchhandlung fährt, denn er hat ein Buch über Sicherheitsfragen geschrieben, das er signieren soll. Das wird allerdings bald unterbrochen, der Kommissar wird zu einer Leiche geholt, so drückt nur jeden, der ein Autogramm von ihm haben wollte, schnell die Hand, läßt das fotografieren und verspricht, der Verlag wird das unterschriebene Foto zustellen.
Dann enteilt er, wird aber von einem Autogrammjäger verfolgt, der ein ganz ähnliches Buch geschrieben hat, das vom Verlag abgelehnt wurde, jetzt suhlt sich der Kommissar in dem Erfolg und als Gernot Sandel, der Autor von “Sicher sein”, ihn in seine Wohnung folgt, Geld von ihm haben will und ihn mit einer Weinflasche bedroht, stürzt er so unglücklich, daß er zu Tode kommt. Der Kommissar will seine Kollegen rufen, da läutet das Telefon und ein Nachbar, der alles fotografiert und aufgenommen hat, hindert ihn daran, so daß Konrad Terz, die Leiche schnell in ein Faß, das auf der Terrasse der schicken Hamburger Dachwohnung steht, stopft und mit seiner Frau zu einem Schicki-Micki-Empfang enteilt, denn Konrad Terz ist ein Szene Mitglied und seine Frau Elena, eine Unternehmungsberaterin ist das ebenfalls und der Tote zu dem der Kommissar vorher gerufen wurde, Winfried Sorius, war das auch, ein Frauenheld, der auch manchmal Männer in sein Bett nahm, Inhaber einer Werbeagentur, der für den Hamburger Bürgermeister arbeitete und Gast in allen Klatschspalten war.
Kommissar Terz und sein Team sollen diesen Mord aufklären, er muß aber auch seine Leiche im Keller bzw. im Faß entsorgen und dann wird noch ein Kellner gefunden, der auf die gleiche Art und Weise, wie Winfried Sorius ums Leben kam.
Dazu gibt es zwei Verdächtige, die schöne Geliebte von Sorius und dann seine Partnerin, die beherrschte die Karatetechniken, die man für die Morde brauchte, die Geliebte ist verdächtig, weil ihr Mann Sorius Kunde war.
Terz geht inzwischen in die Wohnung des toten Sandels, versorgt seine Katze und schaut sich unter seinen Manuskripten um und als die Leiche auf der Terrasse zu stinken anfängt, vergräbt er sie im Wald, bzw. zündet er sie dort an. Er wird dabei verfolgt, so kommt er seinem Erpresser auf die Spur, besucht ihn und entwendet ihm die Aufnahmen, am nächsten Tag kommen aber fingierte Bilder und jetzt will der Erpresser eine Ganze statt, wie vorher nur eine halbe Million und Konrad Terz will nicht zahlen, weil er seinen Lebensstandard nicht verlieren will. So denkt er an Mord, denn anders wird er Ansgar Biel nicht los werden und das Doppelspiel beginnt, denn er beseitigt seinen Erpresser genauso, wie die zwei anderen Männer gestorben sind, hat vorher schon das Manuskript in Amelie Kantaus Wohnung, das war Sorius Geliebte, versteckt, jetzt entwendet er ihr ein blondes Haar, versteckt es bei dem Toten, bestellt Amelie in die Wohnung, dann wartet er ab, bis die Polizei zum Tatort kommt, besucht diesen auch, um eventuelle Spuren zu verwischen und die Stadt hat eine Mordserie, die sie zwar gern vertuschen will, ein Reporter kommt aber Terz auf die Spur, so daß dieser suspendiert wird und sein Kollege, der sich übergangen fühlte, setzt nun alles daran, um Kommissar Terz die Morde anzuhängen, aber dieser hat doch ein schlechtes Gewissen, bzw. gelegentliche Flashbacks, er glaubt auch an Amelie Kantaus Unschuld, so daß er die beiden anderen Morde aufklären will und auf einen Parteispendenskandal daraufkommt. Er wird dabei verletzt, am Schluß aber rehablitiert und so könnte der Kommissar noch weitere Fälle lösen, tut er aber nicht, denn Marcus Rafelsberger, der das Buch 2004, geschrieben hat, ist wieder nach Wien gegangen und hat noch die Krimis “Menschenteufel” und “Wienerherz”, geschrieben und die Werbestrategie die er für “Menschenteufel”, in den Social Media Kanälen gestartet hat, hat er auch einmal bei einer Lovelybook-Konferenz vorgestellt, wo ich mir auch seinen Namen merkte. Inzwischen hat er den gewechselt, bzw. abgekürzt, nennt sich Marc Elsberg und hat mit “Blackout”, einen weiteren Erfolgsroman geschrieben.
Und “Prinzip Terz”, das ich zwischen meinen Stunden in einem Tag ausgelesen habe, war wirklich sehr spannend, wenn auch ein bißchen konsturiert und aufgesetzt. Daß der Polizist ebenfalls Täter und am Schluß rein gewaschen wird, kann mir nicht gefallen. Es ist aber brillant geschrieben, beschäftigt sich mit der Aufsteigerszenen, denen die die schicken Dachwohnungen in den schicken Gegenden beziehen, über Leichen gehen und den nicht so erfolgreichen Losertypen, schon mal ihre Manuskripte stehlen, das fand ich sehr interessant, auch daß Terz mit Blaulicht zu seiner Lesung rast und seine beiden Kinder, die Klavier spielen und ein Kindermädchen haben, einen Vogel über den Faß mit dem Toten finden, sprechen ihren Vater immer mit sehr phantasievollen Namen an “Klapper- Papa” oder “Bett-Dad”, zum Beispiel, sonst ist mir ein mordender Kommissar, der schließlich als Held dasteht, zu aufgesetzt, aber der Werbetexter Marcus Rafelsberger scheint das Schreiben und sein Fach zu verstehen und genau zu wissen, was und wie es die Leser wollen.

Kolik.Autoren.Lounge

Wieder etwas, das es schon Jahre gibt und mir bisher entgangen ist, man glaubt es kaum, dank Christiane Zintzen großartigen Blog, habe ich es aber doch gefunden, denn seit Ostern, meine Leser werden es gemerkt haben, war das Veranstaltungsprogramm rar. Zwar habe ich sehr viel gelesen und es wird sich auch demnächst dank H.C.Artmann Symposium und Literatur und Wein ändern und sehr dicht werden, aber Montag und Dienstag war es etwas düster mit dem Literaturprogramm. Obwohl am Montag gab es die “Wilden Worte” und da hat Dine Petrik gelesen und das hatte ich mir auch vorgemerkt, dann las ich aber in der Ankündigung, sie liest aus ihrem Herta Kräftner Buch und das werde ich ja demnächst lesen und bei der Präsentation vor einem Jahr war ich auch und da ich keine Wiederholungen mag, schaute ich nach, was es sonst noch gibt, in der Alten Schmiede war Rühm angekündigt, das wurde zwar inzwischen wie ich von Ruth und Christiane Zintzen weiß, durch Christine Lavant ersetzt, aber ich hatte eine fünf Uhr Stunde und dann gab es zwar noch was in der Gesellschaft für Literatur um neunzehn Uhr, aber das sagte mir nichts, also sagte ich dem Alfred, wir könnten wieder Mal ins Kino gehen, der sagte mir “Willst du nicht zu Lisa Fitzs “Mutprogramm” ins “Metropol”, also waren wir da und der Montag war ohnehin ein Trödeltag, weil Marcus Rafelsberger “Terz” auf der Leseliste stand, ich mußte wegen “Kerstins Achterl”, das kommen sollte aus der Badewanne und habe gelesen und gelesen und das neue Buch, bzw. das “Nanowriomo-Novel”, und das Literaturgeflüster-Texte-Buch war mir egal. Also fast ausgelesen und bin ich am Abend in die Kulisse gegangen, das war fast ein Weg, wie ihn Major Bronstein einmal in umgekehrter Reihenfolge hatte und in den Bücherschränken lagen viele Readers Digest Ausgaben für die Schwiegermutter, damit die in Harland nicht verkommt und Brigitte Schwaigers “Wie kommt das Salz ins Meer”, das habe ich zwar als “Frau”-Fortsetzungsroman irgendwo ausgeschnitten, aber wer sagt, daß man ein Buch nicht zweimal lesen kann?
Ich werde es können und am Dienstag, gab es auch viel Programm, wie mir vorhin E.A.Richter sagte. Eigentlich nicht wirklich, zwar Evelyn Grills “Der Tod des Knochensammlers” in der Alten Schmiede, aber das habe ich schon gelesen und ich gehe ja nicht gerne zu Veranstaltungen, wo ich schon die Bücher kenne, aber in der Hauptbücherei gibts noch was, das mich zwar nicht eigentlich interessierte, aber ich war schon länger bei keiner literarischen Veranstaltung, hatte aber Dienstags zweimal Diagnostik und da geht es sich ohnehin nicht aus. Als der fünf Uhr Klient aber gegangen war, hatte ich zwei halbe Befunde und hätte eigentlich können, wollte aber nicht und begann vor dem Befundschreiben zu googlen, landete bei Christiane Zintzen und hatte plötzlich ein Programm, denn im Schauspielhaus gibt es bei freien Eintritt, die Kolik.Autoren.Lounge und da lasen Doron Rabinovici, Ekatarina Heider, und E.A. Richter und es beginnt um acht.
“Ich darf nicht!”, sagte mir zwar mein Kopf, denn ich bin ja müde und wollte eigentlich die Vicki Baum weiter lesen. Aber auf den Kopf höre ich ohnehin nicht mehr und dann ist es sich sehr schön ausgegangen und war ein tolles Programm im kleinen Rahmen und zu der Porzellangasse habe ich auch eine sentimentale Erinnerung, hat in dem Haus wo sich das Schauspielhaus befindet, ja einmal der Alfred mit dem Martin und der Gerlinde in der Zeit als ich ihn kennengelernte, in einer WG gelebt und die “Hierarchien” sind sehr von diesen Erinnerungen geprägt.
Bei der Lisa Fitz im Metropol waren am Montag eine Menge Leute die siebenundzwanzig Euro für dieses Event zahlten, was mich immer ein wenig wundert. In der Kolik.Lounge wo Gustav Ernst seine neuen Ausgaben und neuen Autoren präsentiert, waren viel weniger Leute, dafür gabs Wasser und Wein und ich wurde auch gleich begrüßt.
Zeigte Gustav Ernst mein neues Buch und urgierte nochmals, daß ich seines gerne hätte, das jetzt, wie er mir sagte in der neuen Auflage erscheint, vielleicht ist dann eines für mich über? Gustav Ernst hat es sich jedenfalls aufgeschrieben und über Etatarina Heider habe ich ja erst kürzlich kommentiert. Da ist Frau Heider”, sagte mir Gustav Ernst und ich sagte zu ihr, daß ich hoffe, daß sie nicht das erlebt hätte, was sie schreibt.
“Nein!”, antwortete sie und hat mich offenbar verstanden und die junge Frau ist wirklich sehr begabt. Wieder eine unter Dreißig, deren neuens Buch demnächst in der Edition Exil erscheint und in Kolik auch demnächst ein Text. Jetzt präsentierte Gustav Ernst aber die Kolik 85 und da sind die Texte von der Anna Weidenholzer und den anderen von dieser Geldveranstaltung drin, die ich ja kürzlich hörte und mir auch das Kolik Nummer eins brachte. Die Frau neben der ich saß, sagte mir, daß sie oft zu diesen Veranstaltungen geht, da kann man die Koliken kaufen oder gratis haben und sie liest gerade Peter Waterhouse, eine schwere Kost, wie ich ihr sagte und war bei drei von Bodo Hells Geburtstagsfesten, sie hat mir auch mein Buch abgekauft, obwohl ich ihr sagte, daß sie es ja auch gewinnen kann und Ekatharina Heider begann mit zwei Texten, wo es um einen Katze und Monolopyspielen ging, eine wirklich sehr begabte junge Frau. Dann folgte E. A. Richter, der ja einmal auf meinen Blog gestoßen ist mit seinem “Schreibezimmer”, das ich schon bei einem DichtFest hörte und das ich natürlich auch gerne haben will und Doron Rabinovici las einige sehr scharfe Kurztexte, über die Kinder die gleich nach der Geburt abgeschoben werden, weil sie keine Staatsbürgerschaft haben und sie in diesem Land offenbar keiner will.
Dazwischen konnte man sich immer Wein und Wasser nachgießen, nachher in den Koliken wühlen, die Gustav Ernst aus seinem Rucksack nahm, bis auf Nummer 85 alle gratis und die hat er mir dann auch noch geschenkt und in der Nummer 56 blickt Anna Weidenholzer vom Umschlag und liest gerade aus ihrem Erzählband, der kein Roman ist oder doch oder nicht?
Also war meine Tasche sehr angefüllt, als ich nach Hause gekommen in und kann nur hoffen, daß ich zu “Grundlsee”, doch noch kommen werde.
Ich lese und bespreche es ja gerne und es wird auf meinen Blog auch immer angefragt. Das Heider Buch wird wahrscheinlich zu mir kommen und in die Kolik-Liste für weitere Aussendungen habe ich mich auch eingetragen, weil das ja eine sehr interessante Veranstaltung ist, die ich bisher versäumte, aber irgendwann findet alles zu einem, da habe ich keine Angst.

Mein neundundzwanzigstes Indie-Buch

20130408-235150

Es ist da, Montag Vormittag ist die Kiste mit den “Kerstins Achterln”-Bücher gekommen und es ist wieder einmal schön geworden. Das Buch in dem es um die Erlebnisse der Fotografin Kerstin Wieland und ihre Achterln geht. Eine Flasche Zweigelt und das schöne Jugendstilglas im Hoffmann-Design, das wir uns zur Hochzeit schenkten, ziert das Titelbild.
Die Vorschau gabs schon im November, da gibt es auch die Schreibberichte, wo man nachlesen kann, daß ich das Buch eingeschoben habe, weil der Alfred in Australien war und ich ohne ihn mit dem Korrigieren des Literaturgeflüster-Texte-Buchs nicht recht beginnen konnte, dann ist es ein schöner, schneller, intensiver Schreibprozeß geworden, den man nachlesen kann und darin wird man wahrscheinlich auch die Antwort auf die drei Fragen finden, ich ich meinen Lesern, als kleinen Vorgeschmack auf das große Gewinnspiel zu “Dreißig Indie-Büchern”, wenn das “Nanowrimo-Novel” erschienen ist, was noch etwas dauern wird, stellen will. Dann wird es dreißig Bücher zu gewinnen geben. Diesmal gibt es dreimal “Kerstins Achterl”, für den oder die, die die drei Fragen als erstes beantworten.

1. Worum geht es in dem Buch?

2. Bei welchen Gelegenheiten habe ich schon daraus gelesen?

3. Welche Literaturgala könnte das Vorbild zu der in dem Buch beschriebenen sein?

Innerhalb Österreichs verschicke ich das Buch, man kann es auch gerne bei mir abholen, Auslandsgewinnern biete ich der hohen Portokosten wegen das PDF an.
Glück auf!
In den nächsten Tagen werde ich wieder eine kleine Aussendung machen. Wer das Buch sonst lesen will, kann es bei mir bestellen, ich tausche es auch gerne, bzw stelle ich Rezensionsexemplare zur Verfügung und würde mich, wenn mir jemand eine für das Wiener Literaturhaus machen will, besonders freuen.

Für reife Leser

Jetzt kommt wieder ein wahres Schmankerl, bzw. ein Buch nach meiner Wahl, denn ich lese ja sehr gerne Bücher übers Lesen und bin da offensichtlich auf einen wahren Bibliopholen, bzw. Büchernarren, wie der Klappentext wirbt, gestoßen, nämlich auf Kurt Bracharz “Für reife Leser”, ein Buch, das man, wie ich den Amazon-Rezensionen entnehme, keinen Genre zuordnen kann.
Der 1947 geborene Vorarlberger Kurt Bracharz, mit dem ich 2005 in Erikas Kronabitters Text und Kritik Werkstatt war und dessen Kriminalroman “Die grüne Stunde”, ich einmal bei einem der Büchertürme der Literatur im März Veranstaltungen fand, den ich wahrscheinlich im Sommer 2004 in Harland gelesen habe, als ich dort eine Schreibwerkstatt veranstalten wollte und nicht recht wußte, wie man das macht, ist nämlich, wie er in seiner Einleitung schreibt, im November 2005, mit achtundfünfzig Jahren in eine Schreibkreise geraten. Da gibt es einen Romanbeginn, den er schon lange mit sich herumschleppt, vielleicht hat er aus ihm auf der Silvretta Höhe gelesen, ich kann mich jedenfalls an einen Text, in dem es um einen Schreibaufenthalt in Italien ging, erinnern und auch daran, daß Kurt Bracharz das Lenthos in Graz angesiedelt hatte und ich nicht recht wußte, ob das ein Fehler oder Absicht war?
Jedenfalls zweifelte Kurt Bracharz ein halbes Jahr später, wie es mit seiner Schreibkarriere weitergehen soll, da fiel ihm Alberto Manguels “Tagebuch eines Lesers”, in die Hände, in dem der offenbar beschlossen hat, in einem Jahr jedes Monat eines seiner Lieblingsbücher wieder zu lesen und Kurt Bracharz hatte einen Plan aus der Schreibkrise wieder herauszukommen.
Denn das läßt sich bei einem Bibliophilen, der Kurt Bracharz offenbar ist, ja ebenfalls so machen und so war die zwölf Bücherliste, die bis dreißigsten November 2006 gelesen sein sollte, bald aufgestellt.
Kurt Bracharz entschied sich für William S Burroughs “The nacked Lunch”, Wilhelm Buschs “Der Schmetterling”, Elias Canettis “Die Blendung”, Salvador Dalis “Verborgene Gesichter”, Don de Lillos “Mao II”, Alfred Döblins “Berlin Alexanderplatz”, Witold Gombrowiczs “Kosmos”, George Harrimans “Krazy Kat”, James Joyces “Ein Portrait des Künstlers als junger Mann”, Christine Lavants “Das Kind”, Henry Michaux “Ein gewisser Plume” und Vladimir Nabokovs “Plin” und hielt sich in den weiteren zweihundertachtzig Seiten nicht sehr daran. Denn das was folgt ist ein Tagebuch eines Bibliophilen, eines kritischen Menschen, der sich für Politik interessiert, nach Wien und Zürich reist, in Ausstellungen geht, Bücher kauft und sie liest und hin und wieder auch ein paar Zeilen, zu dem von ihm Gewählten schreibt, aber wenn man etwas über diese Bücher erfahren will, sollte man sie besser selber lesen oder nach ihnen googlen, wahrscheinlich war das auch die Absicht des Buchs.
Eine interessante Mischung urteilen die Rezensenten, von Busch zu Döblin, von Borroughs zu “Krazy Kats” ist der Bogen weit und Kurt Bracharz interessiert sich auch für Kochbücher, schreibt Kolumnen und Krimis, scheint aber auch über Bücherberge zu verfüge über die er immer wieder ganz erstaunt stolpert und erstaunt ist, was sich da so alles angesammelt hat.Stammgast bei Antiquaren ist er auch. Am Schluß gibt es auch eine Bücherliste, die über die angeführten zwölf weit hinausgeht und als er im November 2006 angekommen ist und zweihundertsiebenundfünzig Seiten geschrieben hat, fügt er an, daß er davon ausgeht, daß die Leser seine zwölf Bücher alle kennen.
Da fürchte ich, überschätzt er den Durchschnittsleser und ich, die ich das ja eigentlich nicht bin, habe die “Blendung” gleich zweimal gelesen, den “Alexanderplatz” und nicht verstanden und sonst eigentlich nicht viel. Von De Lillo kenne ich “Falling Man”, von Nabokov “Lolita”, Borrough, die “Krazy Kats” und auch noch einiges andere sind mir gänzlich unbekannt.
Trotzdem ist es ein Buch, das ich sehr genossen habe, der Witz und der Intellekt Kurt Bracharz, der vom Hundersten ins Tausenste kommt, hat mich sehr beeindruckt. Da geht er von Wortspielen aus. Was bedeutet “Vater sein dagegen sehr?” Daß es die Väter schwer haben im Gastarbeierpidgin? Ich habe den Inhalt dieses Filmtitels auch sehr lange nicht verstanden. Erzählt die Geschichte, wo der FKK Gegner Johannes R. Becher eine nackte Frau am Strand entdeckt und “Schämen Sie sich nicht, nackte Sau!”, zu ihr sagt, dann Anna Segners in ihr erkennt, der er später den Nationalpreis überreichen muß. Man erfährt sehr viel in diesen Buch, wenn auch nicht unbedingt über die zwölf angeführten Bücher, aber die kann man, wenn man will, ja selber lesen.
Ich freue mich in Kurt Bracharz einen genauso, wenn vielleicht auch etwas intellektueller agierenden Bibliophilen gefunden zu haben. Von dem Buch habe ich im Jänner 20011 in den “Tonspuren”, gehört und es ein Jahr später bei Morawa in der Abverkaufskiste gefunden und ich lese ja sehr gerne Bücher übers Lesen und weil ich mir darüber auch Gedanken mache, frage ich ich mich, wer dieses Buch gelesen hat und wieweit man sich in der Literatur auskennen muß, um mitzukommen und Vergnügen daran zu haben? Denn Bracharz macht es seinen Lesern nicht so leicht, er hüpft vom Hundertsten ins Tausendste, schreibt “BA”, wenn er Berlin Alexanderplatz meint, zitiert noch viele andere Bücher, so daß ich, die ich das im Literaturgeflüster ja auch gerne mache, eigentlich bezweifelt, daß die Durchschnittsleser mitkommen, aber Bracharz spricht ja auch die “reifen” an. Die Rezensenten sprechen auch von einer ungewöhnlichen Zusammenstellung, einem ungewöhnlichen Buch man und einem Büchernarren, Haymon hat es gedruckt und mir hat es, die ich mich ja sehr mit Büchern beschäftige, gefallen. Es ist ein Buch bei dem man sehr viel googlen muß, das macht aber nichts und wenn ich so auf die Bücherlisten der anderen Bücherblogger schaue, erlebe ich da auch oft Überraschungen, von mir völlig unbekannten Büchern, obwohl ich ja glaube mich in Sachen Buch ganz gut auszukennen und ein weiteres Werk eines möglichen Büchernarren habe ich auch noch auf meiner Leseliste, nämlich Nick Hornbys “all you can read” und bin gespannt, was mich da erwartet.

Wurstsalat bei Ruth Aspöck

Die Freitägliche Schreibgruppe war ein wenig anstrengend, zwar lauter Profis und bezüglich Schreiben fühle ich mich ja auch sehr sicher und nach Ruths Schreibimpuls ist alles aus mir herausgeflossen, die Diskussion war aber etwas schwierig, denn offensichtlich bin ich sehr sensibel und fühle mich sehr leicht angegriffen und so ganz integriert in die schreibende Zunft bin ich ja auch nicht wirklich und so ist es am Wochenende weitergegangen, wo ich ja hauptsächlich das Literaturgeflüster-Texte-Buch korrigieren wollte. In der Früh hat schon Alfreds Wecker geschrillt, der ja nach Harland fahren wollte, mein Telefon hat auch recht oft geläutet und am Wochenende gehe ich nicht so gerne ran, weil wir jetzt nur noch das Praxistelefon habe. Das erste Mal war es aber, das weiß ich jetzt, der Robert, das zweite Mal, die Ruth, die uns am Sonntag eingeladen hat. Von Bernhard Kathan ist ein weiterer Kommentare zu seiner 63.69 Aktion gekommen und Sonntagfrüh bzw. Samstagnacht ist mir eingefallen, daß ich der Ruth ja meinen korrigierten Einladungstext mitbringen könnte.
Das war dann nicht so einfach, weil sich zuerst der Computer verweigerte, dann ist er aber doch angesprungen, ich habe in der Badewanne ein Stückchen weiter in Kurt Bracharz “Für reifen Leser”, gelesen, der Alfred ist mit seinem neuen Klapprad in Richtung Rathausplatz verschwunden und ich war zunächst damit beschäftigt das Mail von Margot Koller, die sich seit langen wieder gemeldet hat, zu beantworten. Dann habe ich mir die Calamari gebraten. Rucola dazu gemacht, das Ö1-Quiz gehört, wo nach dem Titel von Matthias Senkels neuem Buch gefragt wurde und eigentlich nur sehr wenig am Literaturgeflüster-Buch weitergemacht, was eigentlich, ich bin jetzt im Februar 2012 ganz gut klappt. Im Ex Libris hat Cornelius Hell Peter Roseis “Madame Stern”, besprochen, es ein sehr gutes Buch genannt und nur ein fehlendes Lektorat dabei bemängelt und es kam dann noch ein Bericht zum Selbstpublishing, das merken ließ, die ORF-Redakteure tun sich damit noch etwas schwer, sie haben aber schon bemerkt, daß es so etwas gibt, obwohl sie noch von Book on Demand statt Amazon sprechen und nach Amerika schauen. Ich habe aber nicht gewußt, daß “Shades of Gray” zuerst etwas Selbstbemachtes war.
Der Alfred war inzwischen mit seinem Klapprad zurückgekommen, so daß wir zur Ruth aufbrechen konnten.
Da kamen wir natürlich an zwei Bücherschränken vorbei, wo ich ganz brav, nur zwei Readers Digest-Ausgaben für die Schwiegermutter, die das gerne liest, genommen habe. Bei Ruth und Robert war es dann ganz festlich. Entgegen den Ankündigungen, gab es ein leichtes Abendessen, zwei Salate, Brot und Wein und kleine Topfenkolatschen. Die Ruth fährt ja im Mai mit Erika Brunngraber nach Frankreich, der Robert hat für sein kunstgeschichtliches Studium ein Referat vorzubereiten und uns dabei die Büsten die zwischen Bellaria und Parlament, das sogenannte Denkmal der Republik, aufgestellt sind, gezeigt. Dann kamen noch die Dias von unserer Radreise 2007 von Wien bis Bamberg, wo wir ja von Ybbs bis Regensburg mitgefahren sind, eine schöne unvergessliche Erinnerung. Wir erzählten von unseren Plänen nächste Woche das Wein und Literaturfestival in Krems und Göttweig zu besuchen, wo Anna Weidenholzer, die diese Woche in Rauris war,wieder auftreten wird und einen Spaziergang mit Vea Kaiser gibt es auch, aber den haben wir nicht gebucht, denn bei Buch und Wein ist ja nichts gratis und deshalb war ich auch noch nie dort. Ein paar Impressionen über Literatur und wieder ein Namensspiel, das diemal den Namen Gruber betraf. Denn da gibt es auch eine Vielzahl österreichische Autorinnen, die so heißen. Die Marianne Generalsekretärin oder Präsidentin der Gesellschaft für Literatur, die Kafka umgeschrieben hat und im letzten Jahr die “Erinnerungen eines Narren” herausbrachte. Sabine Gruber länger GAV-Sekretärin, durch einige große Romane bekannt und auch eifrige Veranstaltungsbesucherin, eine Sabine M Gruber aus Klosterneuburg hat kürzlich in der “Alten Schmiede” gelesen, Judith Gruber-Rizy, die das Rizy an ihren Namen hängte, um nicht ständig mit Judith Fischer, eine eher experimentellen GAV-Autorin oder Sabine Gruber verwechselt zu werden, deren Romane “Drift” und “Aurach” ich gelesen habe, die mir einmal Arthur West vorstellte und sehr engagiert in der Frauenlesegruppe des Wiener Lesetheaters ist. Dann ging es wieder und in die Badewanne, um den “Kurt Bracharz” auszulesen, ein Mail von Ilse Kilic ist auch noch gekommen.