Dracula

Nun habe ich es geschafft und das Pinguin Taschenbuch in circa zehn Tagen mit einer Wochenendunterbrechung, mit Hilfe von Wikipedia und einem deutschsprachigen Film, der allerdings die Handlung des 1897 erschienenen Romanes, des 1847 geborenen und 1912 verstorbenen irischen Schriftstellers Bram Stoker, verkürzte und verstellte, ausgelesen.
“Dracula” von diesen Vampir und Horrorroman hört man ja sehr viel. H.C. Artmann hat seine eigene Variante herausgebracht und so ist es sicher gut das Original zu lesen und auch die englische Version war sehr spannend, habe ich da ja einige deutsche Worte darin entdeckt.
So reden die Frauen in Ungarn und Rumänien Jonathan Harker mit “Herr Englishman” an, er bekommt “paprikahendl” zu essen und auch in England, wo der Roman dann weitergeht, sind Phrasen, wie “Gott, Gott” zu finden.
Bram Stoker habe ich bei Wikipedia gelesen war nie in Transylvanien, hat sein Wissen also aus Lexika und angeblich so gar die Fahrpläne so genau studiert, daß sie stimmten und er bedient sich auch einer sehr interessanten Erzähltechnik. So besteht der Roman aus einer Reihe von Tagebucheintragungen, Phonographieaufnahmen, Telegramm- und Zeitungsnotizen, was ihn Ende des neunzehnten Jahrhunderts sehr spannend macht und auch die Frage aufwirft, wie der Roman in Facebook, Mobilfunkt und Skypezeiten wohl aussehen würde, aber es gibt auch moderne Vampirromane und der Anna habe ich als Kind öfter den “Kleinen Vampir” vorgelesen, beziehungsweise hatte sie diese Cassetten.
Nun zum Original. Der junge Anwalt Jonathan Harker reist nach Transylvanien, um mit Graf Dracula auf seinem Schloß einen Vertrag abzuschließen, weil der sich in England ansiedeln will. Die Reise ist gespenstig, weil er in Bistriz, wo er Station macht, von einer Frau einen Rosenkranz bekommt, die ihn anfleht, nicht dorthin zu reisen. Werwölfe beziehungsweise wilde Hunde laufen auf dem Schloßberg auch herum. Der Graf ist sehr freundlich und tischt das Abendessen auf, ißt aber nicht mit, hat keinen Schatten und verschwindet unter Tag. Jonathan darf dann nur sein Zimmer und eine Bibliothek benützen, alles andere ist verschlossen. Als er doch einmal in einem anderen Zimmer landet, tauchen dort drei schöne Frauen auf, die ihn beißen wollen.
Der Graf verhindert dies, zwingt Jonathan Briefe an seinen Chef und seine Braut Mina zu schreiben und verschwindet dann. Jonathan kann schließlich flüchten, landet in einem Sanatorium in BudaPest, wie das geschrieben wird, wo er seine Braut Mina heiratet.
Vorher besucht Mina ihre Freundin Lucy in Whtiby in der Grafschaft Yorkshire und dort passieren auch seltsame Sachen. Ein Schiff kommt an, die Mannschaft ist verschwunden und der Kapitätn tot, ein Hund soll auch gesichtet worden sein und Lucy, die Braut von Arthur Holmwood fängt zu schlafwandeln kann.
Da Arthur sich nicht so um sie kümmern kann, bittet er das seinen Freund Dr, Seward, einen Nerven- oder Irrenarzt, wie das früher hieß, zu tun. Der hat ein Sanatorium und einen seltsamen Patienten namens Renfield, der sich von Fliegen und Spinnen ernährt.
Als Lucy seltsame Bißspuren am Hals hat, holt er den holländischen Professor Abraham van Helsing, den berühmten Vampirjäger zur Hilfe und die Geschichte beginnt.
Prof.van Helsing verordnet Knaublauchkränze und Kruzifixe, kann aber Lucys Tod dennoch nicht verhindern und nach ihrem Begräbnis verschwinden Kinder, beziehungsweise werden sie auch gebissen.
Van Helsing spürt nun Lucy bei ihren nächtlichen Aktivitäten auf und stopft ihren Mund mit Knoblauch voll. Dann kommen Mina und Harker aus BudaPest und der Vampirjäger macht sich auf die Jagd nach fünfzig erdgefüllten Kisten, die Dracula ebenfalls mitnahm und in London verteilte, da er sich dorthin ja in der Nacht dorthin zurückziehen muß.
Inzwischen läßt Renfield Graf Dracula zu Mina, der mit ihr eine Art Bluthochzeit veranstaltet, sie trinkt sein Blut und ist in Gefahr selbst zum Vampir zu werden und Dracula, der nur mehr eine Kiste hat, verschwindet in Richtung Transylvanien. Die Vampirjäger van Helsing, Arthur, Dr. Seward, noch ein Amerikaner und Mina, die ja nun durch Hypnose immer Draculas Aufenthalt erahnen kann, hinter ihm her. Am Schluß wird er gestellt. Der Amerikaner kommt dabei um, das Gute siegt und sieben Jahre später reisen Mina, Harker, ihr Söhnchen und Professor van Helsing nocheinmal zu Schloß Dracula und schauen sich alles an.
Interessant und ein bedeutender Roman der Weltgeschichte, der als Zitat in aller Munde ist, so daß es sicher gut ist das Original zu kennen. Ich habe mich auch noch ein bißchen weiter im Internet umgesehen. Da kann man sich das Schloß, in dem offenbar auch gefilmt wurde und das der Familie Habsburg gehören scheint, in einem Video ansehen und wenn Kritik erlaubt ist, so kann man sicherlich das Frauenbild im Roman, beziehungsweise noch mehr in der Filmvorlage anpragern.
Da rennen die Frauen schön und somnabul herum, die Männer kämpfen und das Böse wird durch Knoblauch und Kruzifixe besiegt, wenn das nur so einfach wäre? Aber spannend ist sicherlich, wie Bram Stoker, die Technik des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts verwendet, wie dort telegraphiert, mit der Eisenbahn etc gefahren wird und spannend auch, wie viel da noch geschrieben wurde. Mit Facebook und mit Twitter geht das jetzt ja viel schneller, aber das gab es 1897 ja noch nicht.

Wochenendschreibbericht

Mit dem Schreiben des neuen Projekts “Anna kämpft gegen das Vergessen” habe ich, wie meine Leser nachlesen konnten, letztes Wochenende in Harland angefangen. Da hatten sich ja ein paar Ideen angesammelt, drei Personen, die die drei Handlungsebenen tragen sollen. Anna, die Buchhändlerin, die gegen ihr Vergessen kämpft, Johanna, die Enkeltochter, die nach ihrem Tod in ihre Wohnung zieht, einen Blogroman über ihr Vergessen schreibt und sich als Alzheimer-Trainerin umschulen ließ und K.M.,der ehemalige Verlgasleiter, der nach seiner Zwangspensionierung in eine Depression gefallen ist, nach Siena fuhr und die dort durch “Johannas Blogroman” zur Überwindung bringt. Wie ich diese drei Ebenen zusammenbekomme, ist mir noch nicht so ganz klar.
Richtig vorausgeplottet habe ich ja wieder nicht. Nur ein bißchen in meinen Büchern gelesen, vor allem in denen, die schon von alten Menschen und AlzheimerErkrankten handeln, dann mich diesbezüglich im Internet umgeschaut, da gibt es ja sehr viele interessante Filme und Diskussionen, so daß mir langsam klar wurde, wie ich das angehen könnte. Ob die Anna jetzt wirkliche eine Alzheimer-Erkrankung hat oder sich nur davor fürchtet, ist mir noch nicht klar. Sie liest aber ihre Bücher, darunter auch den “Dracula”, an dem ich mich derzeit noch immer quäle und da lassen sich auch Vergleiche ziehen, denn der Alzheimer-Patient verliert ja auch seine Persönlichkeit und wird zu einem “Untoten”, der Prof van Helsing kämpft beim Bram Stoker mit Knoblauchblüten und geweiten Kruzifixen dagegen an, die Anna macht es mit den Lesen, die Johanna mit ihrem Blogroman und K.M. hilft das am Ende seine Depression zu überwinden.
Spannend, spannend, wenn mir das gelingt, auch entsprechend rüber zu bringen, könnte man sagen. So ganz klar ist mir das alles ja noch nicht, aber ich habe Zeit den Roman diesmal wirklich kommen zu lassen, bis Oktober schwebt mir da in etwa vor. Ob ich es wirklich schaffe mir mit dem Rohkonzept soviel Zeit zu lassen, weiß ich nicht. Es muß auch nicht sein. Soll man sich ja keinen Zwang antun, wenn man schneller ist. Nur über meine Schwächen will ich herauswachsen und da vielleicht auch mal was umschreiben, denn eigentlich sind es ja drei Romane, die mir da vorschweben und die sollten auch ihren eigenen Handlungsverlauf und Erzählstruktur haben.
Derzeit habe ich zehn Szenen, einunddreißig Seiten und 14 761 Worte, das heißt, seit der gestrigen Schreibgruppe, wo ich die dritte Johanna-Szene begonnen habe, schon wieder drei Szenen weitergeschrieben. Ich finde die Gruppe ja eine tolle Möglichkeit an meinem Projekt weiterzuarbeiten, in dem ich einfach zum jeweiligen Thema eine mehr oder weniger passende Szene beginne. In zwanzig Minuten kann man sowieso nur den Anfang schreiben. Die Ruth und Ilse waren nicht so begeistert, obwohl es ihnen egal sein kann und im günstigsten Fall hat man seine Testleser und bekommt Feedback.
Bei mir ist das aber nie so einfach, das weiß ich schon, lasse mich trotzdem nicht abhalten, werde die drei Szenen, die ich vorhin aufgeschrieben habe, korrigieren und dann weiterplotten und immer, wenn ich nicht weiter weiß, kann ich ja umschreiben, spazieregehen, ins Internet Material sammeln und recherchieren gehen, etc.
Das es schon mein fünfunddreißigstes literarisches Buch werden wird, von den unveröffentlichten Versuchen und Fehlstarts abgesehen, habe ich auch schon Routine. Ich habe nicht viel Aufmerksamkeit und Feedback, das weiß ich auch, aber wenn es wirklich gut werden sollte, kann ich wirklich noch eine Aussendung machen, es beim “Amazon” einstellen und eine ISBN-Nummer kaufen kann ich mir ja auch.
Ich könnte auch in Leipzig, wohin ich nächste Woche fahren, Werbung für mich machen, aber darin bin ich nicht sehr gut. So gut, wie Judith Grohmann, die ich diese Woche zweimal getroffen habe und die vor allem im Pen-Club auf reges Interesse gestoßen bin, bin ich nicht. Bin ich ja eher schüchtern und introvertiert. Aber das Literaturcafe hat in Leipzig eine Aktion, wo man sich mit einem Buch für eine Ausstellung fotografieren lassen kann. Ich habe mich da mit den “Dreizehn Kapiteln” angemeldet und Mara Giese, die Bloggerin von “Buzzaldrin”, will ich da ja auch treffen. Die ist am Donnerstag in Leipzig und hat sich diesbezüglich schon ein Medien-Kit gebastelt, beziehungsweise Taschen, in denen sie ihre Bloginformationen verteilt.
Da habe ich zuerst einmal nicht ganz verstanden, wozu das gut ist, dann aber im Internet nachgeschaut und da scheint es viele Blogs zu geben, die Werbung für Produkte machen und Mara Giese scheint das auch mit Verlagen zu versuchen, so kann man bei ihr derzeit auch einen “Tolino” das ist der “Thalia-E-Bookreader”, wenn ich es richtig verstanden habe, gewinnen, wenn man herausfindet, welches Buch sie da auf einem Video bespricht. Das habe ich, glaube ich, erraten, verrate, die Lösung natürlich nicht. Habe im Internet aber inzwischen schon was gewonnen, nämlich bei der Blogtour die Martina Gercke, die ja mit Katjha Schneidt inzwischen ein weiteres Buch “Alles nur kein Mann” geschrieben hat. Dieses E-Book und dann noch ein Überraschungspäckchen, das mir die “Bücherhexe” zugesandt hat. Darin war eine schöne Karte, ein Lesezeichen, ein Bändchen und ein Anhänger, alles wahrscheinlich für eine Zielgruppe, die rund vierzig Jahre jünger ist. Aber ich lese mich, wie ich immer behaupte, gerne quer durch den Literaturgarten, habe keine Vorurteile und so habe ich auch eine Woche lang auf den verschiendenen Blogs die Berichte über das Buch der Zwei gelesen und den Lösungssatz zusammengesammelt. Kann nun, warhscheinlich erst im nächsten Jahr das E-Book lesen und habe es auch schon auf meinem “Pocket-Book”, das ist der E-Book Reader, den mir der Alfred zu Weihnachten schenkte und auf dem bis jetzt hauptsächlich meine Bücher, beziehungsweise, die alten Klassiker, die schon darauff waren, sind und da ist, glaube ich, auch der “Dracula” dabei.
Ansonsten habe ich wieder einige Rezensionsexemplare angefordert, da ermuntern mich ja auch die engagierten Bücherblogger wie “Buzzaldrin”, “Literaturen”, “Bücherwurmmloch”, etc, das zu tun.
Das von der Angelika Reizter ist inzwischen auch gekommen. Das werde ich mit dem Buch vom Alex Popov aus dem Residenz Verlag wahrscheinlich nach Leipzig mitnehmen.
Da fahren wir ja Mittwoch hin, kommen am Montag zurück und dann wollten wir am Freitag darauf eine Kreuzfahrt in Portugal machen. Ging wieder nicht, so fahren wir zuerst nach Harland und dann nach Bück ins Bad mit der Oma, da habe ich schon einen erweiterten Bücherstapel mit ungarischer Literatur vorbereitet. Magda Szabo mit “Die andere Esther” und das erinnert ja an “Vielleicht Esther” von Katja Petrowkaya, der letzten “Bachmannpreisgewinnerin”, die für den “Leipziger Buchpreis” nominiert wurde.
Bezüglich Ungarn gibts am Dienstag eine Diskussion im “Hamakom-Theater”. Konstantin Kaiser hat mich darauf aufmerksam gemacht, obwohl in der “Alten Schmiede” auch was Interessantes ist. Aber wenn ich ohnehin eher alte Ungarn Bücher mitnehmen werde, ist es vielleicht ganz gut, sich über die aktuelle politische und kulturelle Lage ein bißchen zu informieren.
Das Burgtheater hat da auch einen Schwerpunkt, ist aber selber in der Krise und mir geht es eigentlich ganz gut.
Schreibe und lese ich mich ja tapfer vor mich hin, habe mit Judith Grohmann eine neue Blogbekanntschaft gemacht, lese lang und breit am “Dracula”, den ich aber auch für sehr interessant finde und eine neue Lesemöglichkeit habe ich auch vielleicht bekommen.
Ich sage vielleicht. Denn “Margareten” hat ja eine neue Bezirksvorstehung, die alte gründete die Margareten-Art, ließ mich dort zweimal umsonst lesen, das zweite Mal war ich dem Bezirksvorsteher zu lang, da lud er mich nicht mehr ein. Jetzt habe ich wieder eine Einladung bekommen, daß ich mich bewerben darf, eine Jury wählt mich dann vielleicht aus. Ich habe mich schon mit “Anna kämpft gegen das Vergessen” angemeldet. Habe wahrscheinlich kein Glück ausgewählt zu werden, aber das wären wahrscheinlich ohnehin wieder die neoliberale Kulturverhältnisse, von denen Frau Haidegger mir einmal nicht glaubte, daß es sie gibt und wahrscheinlich auch ohne Mindesthonorar. Ich lese ja gerne, deshalb habe ich mich auch angemeldet, ansonsten freue ich auf Leipzig und das Entsehen meines Romanes und damit bin ich ich auch ganz zufrieden.

März-Schreiben

Wieder einmal Schreibgruppe mit Ruth, Robert, Ilse und Fritz, diesmal war auch wieder Doris Kloimstein und Judith Grohmann dabei, die mich gestern in den PEN-Club begleitet hat und sich heute die Schreibgruppe angesehen hat, die ja außer Doris Kloimstein aus lauter GAV-lern bestand.
Da heißt sie ist zu spät gekommen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, erst erschienen, als das Schreiben schon vorüber war.
Hat also zugehört und bezüglich Themenfindung bin ich mit der Absicht ins Cafe Ludwig gegangen an “Anna kämpft gegen das Vergessen” weiterzuschreiben.
Denn damit habe ich inzwischen begonnen und es gibt schon sieben Szenen, einundzwanzig Seiten beziehungsweise 10136 Worte. Aber noch keinen richtigen Handlungsstrang, nur die Idee von den drei Ebenen und ein paar Ideen dazu. Das heißt, heute bin ich auch wieder sehr niedergeschlagen und vorzweifelt vor meinem Buch, beziehungsweise dem Laptop gesessen, habe, eh schon wissen “Ich kann es nicht, ich kann es nicht!”, gedacht und bin dementsprechend euphorisch in die Gruppe gegangen und hatte auch schon ein paar Themenvorschläge.
An “Umstrukturierung” oder “Vergessen” habe ich gedacht oder auch “Demenz” oder “Alzheimer”, bin aber in der Gruppe auch für andere Themen offen. Denn da bin ich ja bei der “Brüderschaft” beim Thema “Schwimmen” auf den Strang der Renate gekommen.
Die Ruth hatte auch ein Thema, beziehungsweise hat sie etwas von einer Salzburger Leseaktion vorgelesen, die die Gruppe “Erostepost” veranstaltet, da mußt jeder drei Texte vorbereiten, die zwischen einer und mehreren Minuten lang sind, in der ersten Runde wird eine Minute gelesen, das Publikum wählt aus, in der nächsten Runde darf man länger, wer dann noch überbleibt, gewinnt das nächste Mal eine bezahlte Lesung.
Also so wie Poetry- und Literaturslam und das was heutzutage oft bei Lesungen üblich und auch zu kritisieren, darüber haben wir dann ein bißchen diskutiert, aber fürs Schreiben war es nicht das richtige Thema, also wurde noch “Flohmarkt” und noch etwas anderes vorgeschlagen.
“Vergessen” ausgewählt und ich habe meine Szene acht begonnen. Die wieder von der Enkeltochter Johanna, der Alzheimer Trainerin getragen wird, die in die Oma der Wohnung eingezogen ist und von der Hausmeisterin Slavica Jovanovic von dem Operball erzählt bekommt, zu dem sie Anna das letzte Mal eingeladen hat, der in der Hausmeisterwohnung vor dem Fernseher stattfand.
Das handelte zwar nicht direkt vom Vergessen, ist aber ziemlich flott gegangen, bei den anderen habe ich während des Schreibens gehört, daß sie das Thema recht schwierig fanden und vorher wurde noch diskutiert, ob Vergessen mit Alzheimer gleichzusetzen ist, als ich sagte, daß ich einen Roman über “Alzheimer” schreiben würde.
Fritz Widhalm hat wieder bestritten, daß es bei Alzheimer ums Vergessen ginge und die anderen hatten sehr interessante Texte, wo das Thema Alzheimer ziemlich ausgeklammert war.
“Mich kannst du vergessen!”, begann Doris Kloimsteins Text, wo es mehr um die Umstrukturierung ging. Robert Eglhofer schrieb wieder etwas bezüglich seines “Schulromanes”, wo der Lehrer R. einen Schüler nach dem Schikurs vergißt. Da fragte ich natürlich wieder, ob das autobiografisch ist?
War es nicht und Ilse Kilic und Ruth Aspöck mokierten sich dann darüber, daß ich die Gruppe für meinen “Roman” mißbrauchen würde. Warum aber nicht? Für mich ist es das Interessante daran, wie das entstehen und sich eingliedern läßt und ich finde es eigentlich auch schade, daß das kritisiert wurde. Schadet es ja niemanden. Aber bei mir ist ja offenbar nicht viel erlaubt, die anderen könnten sich ja auch darüber freuen und das “Work in Progress” interessiert verfolgen. Interessant aber auch in Robert Eglhofer soetwas, wie einen Nachahmer gefunden zu haben und die Ruth hat schon den Plan, ein Buch aus den Texten der Schreibegruppe zu machen.
Da würden meine Romanszenen zwar hinausfallen. Es gibt aber auch andere. Die ersten beiden Texte, habe ich dem Robert am nächsten Tag korrigiert geschickt. Ilse und Fritz geben ihre Texte immer gleich so ab. Der Mai-Text wird in der nächsten Volksstimmeanthologie erscheinen. Den Februartext habe ich ins Internet gestellt.
Dann kam Judith Grohmann und es wurde noch heftig über das Thema Vergessen, beziehungsweise über das Älterwerden diskutiert und darüber, ob man, wenn man vielleicht achtzig ist und sich seine Texte nicht mehr so merken kann und Hilfestellung braucht, noch lesen darf?
Ja, finde ich und meine, daß es auch schön ist, seinen Beruf solange man noch kann auszuüben und nicht unbedingt mit Sechzig in Pension zu gehen, weil das ja auch die beste Alzheimer-Prophylaxe ist. Die anderen sahen das anders. Aber ich mokiere mich nicht über einen Johannes Heesters, der noch mit über hundert davon sang, daß er “ins Maxim gehen würde” und, daß der Hans Beirer, der in den Siebzigerjahren an der Staatsoper eingesprungen ist, wenn man einen Sigmund oder Sigfried brauchte und ausgebuht wurde, wenn er das nicht mehr so gut gesungen hat, hat mich schon damals sehr geärgert. Warum soll man sich nicht solange man es kann betätigen und schlug vor uns in vielleicht zwanzig Jahren wieder zu treffen noch einmal über dieses Thema zu diskutieren und zu schauen sollen, ob die Meinungen dann auseinandergehen?
Es war also sehr interessant und man sieht, das Thema Vergessen kann sehr aufregen und bewegen, was ja eigentlich nicht so verwunderlich ist. Ich habe mich in den letzten Wochen ein bißchen in die Alzheimer-Problematik eingelesen und bin ja auch nicht sicher, ob die Anna wirklich Alzheimer hat.
Sie ist fünfundsiebzig, bemerkt, da sie nicht mehr so wie früher kann wie früher und kämpft dagegen an.
“Warum muß man gegen das Vergessen kämpfen?”, fragte mich noch Fritz Widhalm.
Ich denke schon, daß man seinen Geist trainieren soll und sich bemühen fit zu bleiben und das tut ja auch die Anna, indem sie ihre Bücher liest und darüber bloggt. Sie war aber auch bei Slavica Jovanovics Opernball und lernt den falschen Arzt Rade Manuescu kennen. Wie sich daraus die Handlung ergibt, weiß ich noch nicht. Aber vielleicht bekomme ich das in der Schreibgruppe heraus und wenn Judith Grohmann ein neues Mitglied werden wird, ist das auch sehr interessant.

Pen-Club zum Frauentag

Der PEN-Club bei dem ich nicht Mitglied bin, erstens würde der mich mit meinen selbstgemachten Büchern nicht nehmen, allerdings hätte ich da ja noch zwei Verlagsfachbücher, eines in einem Kleinverlag und eine Menge Texte in Anthologien, aber ich bin Mitglied der GAV, die sich 1973 als Alternative zum PEN-Club gegründet und eine Ausschlußklausel hat, hat einige interessante Veranstaltungen, so zum Beispiel, das “Writers in Prison-Programm”, das glaube ich, jetzt die IG-Autoren betreuen und seit zwei Jahren auch eine Veranstaltung zum Frauentag und zu dieser ist eine Einladung zu mir gekommen. Ich weiß gar nicht, wer sie mir geschickt hat. Aber ich kenne auch einige PEN-Mitglieder und war auch schon ein paar Mal bei diesbezüglichen Veranstaltungen, beziehungsweise im Presseclub-Concordia, wo die heutige Veranstaltung stattfand und einmal hat mir und der Ruth Aspöck, ich glaube, es war im Jahr 2000, der damalige PEN-Präsident das Büro gezeigt.
Der jetzige Präsident ist Helmuth A. Niederle, der früher in der “Gesellschaft für Literatur” tätig gewesen ist.
“muleries mudi” hieß die Veranstaltung, die um elf im Presseclub-Condordia begann, mit drei Blöcken, sieben Autorinnen, die von der ganzen Welt kamen, kleinem Buffet, Presse Orf, wie noch im Programm stand.
Peter Paul Wipplinger, inzwischen auch GAV-Mitglied habe ich als erstes gesehen und dann Judith Grohmann, die ich dazu eingeladen habe, weil sie Anschluß im Literaturbetrieb sucht, Dorothea Macheiner, eine Autorin mit der ich bei der IG-GV gesprochen habe, Susanne Dobesch, die Generalsekretärin, den Löcker-Verleger und und und.
Helmuth A. Niederle hat eingeleitet, erzählt, daß das Motto im Vorjahr “Time to day:No” war, jetzt eben “mulieris mundi” und die Kenianische Autorin Philo Ikonya, die seit einigen Jahren in Oslo lebt und Gedichte von Lyrikerinnen aus aller Welt sammelt, begann, in dem sie mit starker Stimme einige dieser Texte las, die glaube ich in ” Black Ophelia” gesammelt werden.
Dann folgte Dorothea Macheiner eine reisende Frau, die sehr oft allein die Mittelmeerländer und den arabischen Raum bereist und darüber schon viel geschrieben hat. Ihr neues Buch, ist wie das der Ruth, vor kurzem bei “Löcker” erschienen, enthält zwei Erzählungen und “Djerba, la Douce Rommel.Stille” und scheint sowohl von ihren Tuniesienreisen, als auch von ihrer Geburt im Linzer Krankenhaus im Jahre 1943, wo man die Mutter fast verstümmelt hat, zu handeln.
Mich hat da sehr beeindruckt, das bei “Löcker” zur selben Zeit Texte mit sehr ähnlichen Themen, nämlich das Leben im und nach dem Krieg behandelt, aber bei Dorothea Macheiner, ist das glaube ich nur ein Teil des Buch. Ihr Vortrag hat mir aber sehr gefallen, leider dürften die Zuhörer schon sehr hungrig gewesen zu sein, so daß sie sie durch Klatschen beim Weiterlesen abbrachen, obwohl sie mit dem Lesen noch nicht fertig war.
Der Verleger sagte mir aber, daß sie das Buch gemeinsam mit der Ruth im April in Linz vorstellt und er sich schon sehr auf die zwei Lesungen freut.
So gab es die Pause etwas früher, das Buffet, Brötchen und Kuchen von einem Sozialprijekt, zu je zwei Euro fünfzig zu kaufen, war noch nicht ganz aufgebaut, so bin ich rasch zum Mc Donald auf einen Cheeseburger, eine kleine Portion Pommes Frites und einen Cafe Latte gegangen, habe dann eine literarisch interessierte Zuhörerin kennengelernt und Judith Grohmann bei ihrer Buchpromotion beobachtet.
Dann gings weiter mit Etela Farkasova aus der Slowakei, die auch ein neues Buch vorzustellen hatte, das in der “Edition PEN” erschienen ist, aber auch etwas zu der Situation der Frauen in der Slowakei erzählte. Sie war eine Universitätslehrerin und erzählte in ihrer Erzählung auch von einem Tag einer solchen.
Dann gings zu Ishraga M. Hamid, im Sudan geboren, die aber in den Neunzigerjahren nach Österreich kam, dort Kommunikations- und Politikwissenschaften studierte, bei “Milena” und anderen Verlagen veröffentlicht hat und jetzt an einer Autobiografie schreibt.
Ich habe sie, glaube ich, im Jahr 2000 durch einen Text in der “Milena-Widerstandsanthologie” gemeinsam mit Nahid Bagheri-Goldschmied kennengelernt, die, wie ich auch einen Text in dieser Anthologie hatte und die ich 20001 zum “Tag der Freiheit des Wortes” eingeladen habe.
Inzwischen publiziert sie bei der “Theodor Kramer Gesellschaft” und ist in der zweiten Pause gekommen. Da kamen auch die beiden Argentinierinnen, die im dritten Block vorgestellt wurden. Wo Erna Pfeifer von der Franzens-Universität in Graz, zuerst ein Referat über jüdisch-argentinische Autorinnen hielt und von ihrer doppelten Emmigration erzählte. Als Kinder sind sie oder ihre Eltern nach Argentinien gekommen und nach dem Militärputsch sind viele von ihnen, die ohnehin Probleme mit ihrer jüdischen Identität hatten, wieder nach Spanien oder Paris emgigriert.
Erna Pfeifer will eine Anthologie mit Texten von einigen dieser Autorinnen herausgeben und zwei davon hat sie dann vorgestellt, nämlich Diana Raznovich, deren Großeltern sogar aus Wien gekommen sind, die eine berühmte Cartonistin ist, jede Woche einen Cartoon in einer argentinischen Zeitung hat und ein Referat über Humor hielt und Luisa Beatriz Futoransky, eine Lyrikerin, die inzwischen in Paris lebt und die kurz über ihre literarischen Vorbilder, nämlich Sylvia Plath, Elsa Laska-Schüler und Janet Frame berichtete.
Nachher gab es noch die übrigen Brötchen und der Vortragssaal hatte sich sehr geleert, es war aber eine sehr interessante Veranstaltung zum Frauentag, an dem es noch weitere interessante Veranstaltungen gibt, so spricht glaube ich gerade in Ö1 Ebva Geber und es gibt auch ein Buch zur Geschichte der AUF, das nächste Woche in der Hauptbücherei vorgestellt wird, in dem die Ruth, die Hilde Langthaler und noch andere Autorinnen Texte haben.

MUSA im März

Heute wieder eine “Literatur im MUSA” Veranstaltung, zu der ich ja bevorzugt gehe, weil es mich interessiert, an wen die Stadt Wien ihre Stipendien und Preise vergibt, obwohl ja Angelika Reitzer, glaube ich, ihre Abschlußveranstaltung der Reihe “Wie im echten Leben” in der “Alten Schmiede” hatte, aber ihr neues Buch “Wir Erben”, das in der “Alten Schmiede” vorgestellt werden wird, wenn wir in Leipzig sind, habe ich schon bekommen. Der “Jung und Jung-Verlag” ist da sehr schnell, während sich Dietmar Ehrenreich bezüglich des neuen Stabauers viel mehr Zeit zu lassen scheint.
Also wieder in die in das “Museum auf Abruf”, nachdem ich am Nachmittag, die sechs Szenen, die ich bezüglich “Anna kämpft gegen das Vergessen” schon habe, korrigierte, um mir danach noch einmal “Stiller Abschied”, den Alzheimer-Film mit Christiane Hörbiger und die Diskussion darüber anszuschauen.
Heute waren Lisa Spalt und der Dramatiker Ewald Palmeshofer an der Reihe und es wurde zum ersten Mal mitgefilmt. Wieder einige bekannte Gesichter, der Chemiker, der auch bei meinem Geburtstagsfest war. Hermann Hendrich, Wolfgang Helmreich, der mir das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” abkaufte, Gabriele Petricek mit der ich diskutierte, ob man sein Alter bekanntgeben soll oder nicht und und und.
Lisa Spalt die erste Leserin und “Canetti-Stipendiatin”, hat ja ähnlich wie Julya Rabinowitsch einen Aufstieg in der Literaturszene gemacht. Kenne ich sie ja aus der “Fröhlichen Wohnzimmer-Umgebung” und den xxx-small Veranstaltungen, dann hat sie in Rauris einmal gewonnen, ihren experimentellen Romane “Blüten” und “Dings” herausgebracht und war im Literaturhaus bei den “Auftritten”.
Jetzt hat sie einen experimentellen Text namens “Ameisendelirium” vorgestellt, dazu Zeichnungen und ein Video präsentiert und Ewald Palmetshofer, 1979 in Linz geboren, hat ein Dramatikerstipendium der Stadt Wien gewonnen, war schon sehr früh “Dramatiker des Jahres” und Autor in Residenz im Schauspielhaus, hat Stücke wie “Hamlet ist tot” und “faust hat hunger und verschluckt sich an einer Gräte” etc geschrieben, unterrichtet Dramatischen Schreiben am Lehrgang für Sprachkunst und beim dortigen Symposium habe ich ihn, glaube ich, auch kennengelernt.
Er hat eine Lesefassung seines Work in Porgess “Die Unverheiratete oder Orest ist ungeboren” vorgestellt und da hat mich der Dramatiker durch seine epische Form, die mich sehr stark an Anton Wildgans “Kirbisch” erinnert hat, sehr überrascht.
Dabei geht es um einen Entnazifizierungsprozeß, der 1947 im Landesgericht stattgefunden hat und um die Elektra-Problematik.
Julia Danielcyck führte wieder das Interview zwischen den Autoren und wies auf die Ausstellung in Progess hin. Nachher gab es wieder Brot und Wein und ich habe mich mit denen unterhalten, die mit mir reden wollten. Alexandra Millner nach meiner Wildgans Beobachtung gefragt, dazu sie über die Frühjahrsneuerscheinungen auszufragen, bin ich nicht mehr gekommen.
Ein Galerist hat mir die Einladung zu seiner Vernissage übergeben und mit einer Stammbesucherin habe ich mich auch unterhalten und das nächste Mal werden dann wieder experimentelle Texte, nämlich die Werke von Michaela Falkner und Thomas Nash vorgestellt werden.

Lesestau

Meine Leser werden es vielleicht bemerkt haben, momentan lese ich mich eher langsam dahin beziehungsweise meine endlos Leseliste ab. Da liegt vor allem an den Veranstaltungen, denn wenn ich Montag bis Freitag wohin gehe und dann darüber blogge, bleibt nur am Morgen Zeit für ein Badewannenlesestündchen und dann natürlich meist das Wochenende und momentan habe ich auch noch ein Monsterprojekt vor mir, nämlich Bram Strokers “Dracula” auf Englisch, das, glaube ich, vor zwei Jahren im “Wortschatz” lag, als ich mich zu dem vergeblichen Besuch zur Iris aufmachte, zuerst habe ich es liegen gelassen, als es aber am Rückweg noch dalag, habe ich es genommen. Denn der “Dracula” ist ja ein Klassiker, den man gelesen haben sollte. Auf den sich alle beziehen, wie H.C.Artmann zum Beispiel und ich will ja auch mein Englisch trainieren. Da habe ich ja dieses Jahr einige englische Bücher auf der Liste und mich bis jetzt recht gut um sie herumgeschummelt. Nämlich den “Ukrainischen Tractor” vorher noch auf Deutsch gefunden und die englische Ausgabe zurückbebracht.
“Zoli” habe ich auf Deutsch aus einer Abverkaufskiste gezogen, als ich gerade mit dem Englisch beginnen wollte.
“Dracula” aber gab es nicht zu finden, nur den Bericht jener amerkanischen Leserin, die nach dem Tod ihrer Schwester ein Jahr lang jeden Tag ein Buch las und mit dem “Dracula” begonnen hat. Da wäre ich schon erbärmlich gescheitert. Denn ich habe letzten Donnerstag mit dem Buch begonnen und bin jetzt glaube ich auf Seite vierzig. Blöderweise hat es vierhundersechzig oder so und wenn ich das ausrechne und mit meinem Wochenprogramm vergleiche, kann ich froh sein, wenn ich, bis wir nach Leipzig fahren, damit fertig werde.
Ein bis zwei Wochen für ein Buch, das bremst natürlich meine Leseliste, bei der ich für 2014 jetzt bei 141 Büchern angelangt bin und daher das mit dem wirklich tollen Wochenbuch ab nun vergessen kann.
Das Wochenende waren wir auch in Harland und da gibt es eigene Bücher. B.Traven wäre da daran aus dem Bücherschrank meines Vaters. Nur fuhren wir vorher nach Krems. Die Ruth gab mir ihr neues Buch und das habe ich gleich gelesen. Rezensionsexemplare ziehe ich ja vor und so werden die Bücher die 2014 noch auf die Jahresliste kommen, wohl auch Rezensionsexemplare sein. Denn wenn ich in dem Tempo weiterlese, schaffe ich gerade hundertfünfzig Bücher und da wäre ich schon im Verzug, weil ja im Herbst und Winter die dicken Geburtstagsbücher vom Vorjahr auf mich warten, die ich nicht mehr 2013 schaffte.
Judith Grohmann, die mich letzte Woche besuchte, hat sich auch auf meine Leseliste, die ja bis 2025 reicht, bezogen. Die ist vielleicht ein Gag oder auch eine Notwendigkeit für eine Sammlerin, die ich ja bin, die aber auch den Anspruch hat ihre Bücher möglichst vollständig zu lesen und auch die vielen tollen Bücher in den Schränken nicht wirklich liegen lassen kann. Das habe ich jetzt zweimal versucht. Ich bringe es nicht zusammen, brauche es auch nicht wirklich. Denn es ist ja toll, daß es die Schränke gibt und ich mich für Bücher interessiere. Die Liste hilft ein wenig die Übersicht zu halten. Sie hilft sogar sehr viel. Eine Pressedame hat sich ja im Vorjahr auch darüber mokiert und sich geweigert mir den neuen Michael Freund zu schicken. Soll so sein. Lese ich halt was anderes, ich habe ja genug, stimmt. Ich finde sie eigentlich sehr toll und werde 2014 wohl damit beschäftigt sein, die Listen, die ich schon habe, anzufüllen. Dann leidet wahrscheinlich die Spontanität und es wird wohl nichts mehr mit dem einen tollen Buch pro Woche, das ich dann finden kann. Cornelia Travniceks “Chucks” zum Beispiel ein dBp-Buch oder auch “Kathi auf der Brücke” oder die “Unvollendete Symphonie“, nach denen ich ja Ausschau halte und wenn ich das oder ähnliches finde, muß ich es wohl auf die späteren Listen verteilen und danach kann ich ja noch Listen bis 2033 oder so machen. Länger ist wohl nicht wirklich sinnvoll. Aber mal sehen, ob es dann noch Bücherschränke gibt? Ich behaupte ja nein und deshalb sorge ich auch vor.
Derzeit warte ich auch auf einige Bücher, die kommen sollen und noch 2014 gelesen werden. Da habe ich ja vor zwei Wochen das neue Buch von Luis Stabauer angefragt, das kommen soll. Die “Wartholz-Athologie” wohl dagegen eher nicht.
Aber die “Komischen Künste” haben mir einen “Wien-Comic”, “Residenz” mir den Roman von Alex Popov geschickt und als ich Karin Invancsics vorige Woche sagte, daß ich “Wanda wartet” und “Muss das schön sein im toten Meer toter Mann zu spielen” gelesen habe, hat sie mir versprochen, mir die “Aufzeichnungen einer Blumendiebin” zu schicken, die ich auch gern lesen will.
Die “Riva-Verlagsgruppe” hat mich auch noch angeschrieben und zwei ihrer Neuerscheinungen angeboten, für einen Krimi habe ich mich entschieden, den neuen Roman der Angelika Reitzer und den der Theodora Bauer habe ich auch angefragt.
“I am a booalkoholich and I regret nothing”, hat Cornelia Travnicek vor kurzem auf ihrer Facebvookseite gepostet.
So what, bei einem Gewinnspiel, wo man das neue Buch von Martina Gercke und Katja Schneidt “Alles nur kein Mann” gewinnen kann, habe ich mich auch beteiligt und gewonnen. Das kommt dann als E-Book und ich könnte meinen neuen Reader ausprobieren.
Das sind die Aufzeichnungen einer Büchersammlerin, aber einer, die daneben auch noch schreiben, bzw. derzeit mit dem dann wohl vierunddreißigsten Selbstgemachten beginnen will.
Da war das Wochenende auch sehr produktiv, denn ich habe mich noch einmal am “Alzheimer-Blog” umgesehen, eine sehr interessante Diskussion mit Angehörigen und Betroffenen gehört und mir dann gedacht, daß der Unterschied meines neuen Buches zu den schon vorhandenen, die sich um alte Leute und Bücher drehen, sein könnte, daß die Anna ihren reduzierten Alltag beschreibt und sich die Entwicklungen daraus ergeben.
Die Johanna bloggt dann darüber und M.K, ein pensionierter Verlagsmensch könnten ihre Aufzeichnungen vor der Depression bewahren. Das wären dann drei Ebenen. Drei Geschichten. Alles nicht ganz neu, denn ich habe ja auch schon über Verlagsmenschen und Depressionen geschrieben, aber wichtige Thmen, die sicher interessant sein können und für mich will ich probieren, das Ganze, so langsam wie es geht, sich bis Oktober, beispielsweise entwickeln lassen und mich möglichst nicht von meinen eigenen negativen “Das kann ich nicht-Gedanken”, hindern lassen und habe die drei Anfangsszenen, inzwischen auch schon geschrieben.
Berichten werde ich im Blog darüber. Vielleicht wird es also auch so was wie ein Blogroman und nicht nur das “Vierunddreißigste-Indie”, das ich dann vielleicht doch einmal bei “Amazon” einstelle oder auch wieder nicht und vielleicht finde ich auch Mitleser und Beobachter, die mir Feedback geben wollen.
Wär schön, geht aber auch ohne, da, glaube ich, auch das vor mich “hinjammern” mein literarisches Selbstbewußtsein verstärkt.
Am Samstag bin ich beim Durchblättern meiner Bücher wieder abgestürzt, denn da gibt es auch einiges, was mir dann doch nicht so gefällt oder ich vielleicht auch nicht so aufmerksam durchschaute. Den “Novembernebel” gibt es aber auch und das “Taubenfüttern”, wo alte Menschen und Alzheimer vorkommt.
Ich habe ja schon wirklich viel über Neunzig oder Hundertjährige geschrieben, obwohl ich selber gar nicht so alt werden will und vielleicht ist es auch einmal interessant in der “Viertagebuchfrau” oder meinen anderen Büchern zu lesen, wo das überhaupt nicht vorkommt, um meine Schreibprozesse und Entwicklung zu rekapitulieren.

Hannelore Valencaks Erzählungen

Im Amtshaus Wieden in der Favoritenstraße gab es zum fünfundachtzigsten Geburtstag und zehnten Todestag der in der Steiermark geborenen Hannelore Valencak eine “Frauen lesen Frauen-Lesung”, die dritte, die ich dort besuchte, gab es im Vorjahr eine Else Lasker-Schüler und Mascha Kaleko gewidmete und der Name Hannelore Valencak ist mir wohlbekannt.
Wurde doch im Sommer 1977 warhscheinlich, als ich Psychologie studierte und schon in der Otto Bauer Gasse wohnte, das “Fenster zum Sommer” im Radio gesendet. Ob das schon Ö1 war, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich und der Name sagte mir nicht viel, denn damals konnte man ja noch nicht googlen, ein Literaturlexikon hatte ich nicht und in der Schule den Namen nie gehört. Dabei lebte die Autorin damals schon in Wien, die Erzählung hat mich sehr beeindruckt und das Buch und später dann auch “Die Höhlen Noahs” wurden vor einigen Jahren wieder bei “Residenz” aufgelegt. Da war ich bei einer literarischen Soiree und im Bücherschrank gab es auch einiges zu finden.
“Vorhof zur Wirklichkeit” habe ich gelesen. Das Jugendbuch, “Ich bin Barbara” steht noch auf meiner Liste, ebenso wie “Ein fremder Garten” und nun hat sich das Lesetheater, beziehungsweise Angelika Raubek der Autorin angenommen und fünf Erzählungen aus einem 1973 erschienenen Erzählband gelesen.
Der Sohn der Autorin, ein Herr Mayer, war auch im Publikum unter vielen mir bekannten Frauen, wie Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler oder Männern wie Hansjörg Liebscher, Ottwald John, Werner Grüner, etc.
Die junge Bezirksvorsteherstellvertreterin begrüßte und am Lesepult hatten außer Angelika Raubeck, Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Elisabeth Krön und Hilde Schmölzer Platz genommen. Angelika Raubeck erzählte noch etwas zum Lebenslauf. Hannelore Valencak hat ja in Graz Physik studiert, 1955 promoviert und als Metallurgin in Kapfenberg gearbeitet. 1962 zog sie mit ihrem zweiten Mann nach Wien, wo sie Patentbearbeiterin war, bis sie 1975 zur freien Schriftstellerin wurde. Ihr letztes Kinderbuch “Bettina und das eiserne Versprechen” ist 1989 erschienen, dann schrieb sie nichts mehr und ihre Erzählungen und Romane haben ähnlich, wie die von Marlen Haushofer einen leicht surrealistischen Touch oder eine Entrückung von der Wirklichkeit.
Sie hat ja auch, glaube ich, dem Kreis um Hans Weigel im Cafe Raimund angehört und die fünf Erzählungen, die auch oft den realen Hintergrund verließen waren wirklich spannend. Die erste erinnerte mich stark an Haushofers “Wand”, da fährt ein Ehepaar mit einem Auto an das Meer um mit einem Schiff auf einen Traumort zu fahren, eine Mure verhindert das und so bleiben sie Jahrelang auf der Straße, ernähren sich von Nüßen und Himbeeeren, fangen Hasen, gebären ein Kind, begraben es und als dann Straßenarbeiter, die die neue Straße bauten, sie endlich finden, wollen sie nicht mehr an ihr Traumziel. Die zweite Geschichte handelte von zwei Schauspieler, die ins Totenreich einziehen, dann kam eine, wo alle Menschen in einer künstlichen Glaswelt leben und sehr viel zahlen müßen, wenn sie eine Wiese sehen wollen, eine Neudeutung von Romeo und Julia und eine von einem Findelkind, das mit einem ebenfalls gefundenen Hund, den Horizont sucht.
Interessant, interessant und sehr spannend, nachher gab es wieder Wein, Oliven und Knabberstangen und sehr viele Gespräche und Einladungen zu Veranstaltungen, denn es naht jetzt bald der Frauentag und diese Veranstaltung im Amtshaus Wieden war die erste dazu und Hannelore Valencak ist sicher eine interessante Schriftstellerin, die langsam vergessen wurde, jetzt vielleicht zaghaft wiederentdeckt wird und ich freue mich auf das Lesen der beiden gefundenen Bücher.
Vielleicht finde ich noch andere “Das magische Tagebuch” vielleicht oder “Das Fenster zum Sommer” und der Debutroman einer 1991 geborenen Autorin Theodora Bauer, die ich vielleicht aus der “Gesellschaft für Literatur” kenne, das “Fell der Tante Meri” ist vor kurzem bei “Picus” erschienen und die soll eine Sprache haben, die Anna Jeller an Marlen Haushofer erinnert.

Der Krieg nach dem Frieden

Jetzt kommt gleich die Besprechung von Ruth Aspöcks neuem Buch “Der Krieg nach dem Frieden”, das sie am Freitag in Krems vorstellte und das im April im “Stifterhaus” in Linz präsentiert werden wird.
Das im “Löckerverlag” erschienene Buch, zeigt eine weiße Friedenstaube auf dem roten Cover, neben den biografischen Angaben zur Autorin auf der Klappe, kann man am Buchrücken lesen, daß “aus der Sicht von fünf Personen, die Erzählerin Malwine, die Schwestern Rosa und Ursula und ihren Eltern, Anatol und Marie – dieser Roman die Lebensumstände einer Familie nach dem zweiten Weltkrieg, die Verarbeitung der Kriegserlebnisse und den mühsamen Wiederaufbau, eingebettet in die politische Zeitgeschichte” erzählt.
Das passiert in zwanzig Kapitel, die alle einen kurzen Namen tragen: “Die Art, der Weg, Die Zeit, der Trug, der Mut, etc, etc” und in diesen Kapitel treten die Personen in direkter Rede auf und erzählen von den Geschehnissen.
Bei Ruth Aspöcks “Kannitverstan” hatte ich ja einmal den Eindruck, daß die Erzählweise durch den Schreibstil ein wenig abgeblockt wird, kein “Show dont tell!”, hier hatte ich das Anfangs auch.
Gibt es ja eigentlich keinen Plot, keinen Spannungsbogen, nur Monologe. Aber bald merkte ich, daß das der Ruth erstaunlich gut gelungen ist.
Vielleicht auch mit den Trick, die Eltern Anatol und Marie aus dem Totenreich erzählen zu lassen. Das, was ja auch einmal Elfriede Jelinek tat, wirkt erstaunlich lebendig und sehr originell.
Aber eigentlich gibt es eine Erzählerin. Malwine, die Freundin, die von den Schwestern Rosa und Ursula oder wahrscheinlich nur Ursulas, zwei Schuhschachteln mit Briefen ins Haus geliefert bekommt, die man beim Auflösen der mütterlichen Wohnung fand “Und jetzt mach etwas daraus!”
Da ich Ruth Aspöck ja persönlich kenne und auch mit ihr befreundet bin, habe ich ja den Vorteil, die Entstehung des Buches schon ein bißchen miterlebt zu haben.
Obwohl so viel auch nicht, denn die Ruth spricht ja nie sehr viel über ihre “ungelegten Eier”, daß sie aber in Salzburg und wahrscheinlich auch in Linz war und dort die Archive erforschte, um vom Leben nach 1945 etwas zu erfahren, hat sie mir verraten und dann erfährt man in den zwanzig Kapiteln alles von der Familie.
Anatol, da muß ich gleich an Ruths Theaterwissenschaftstudium und an Arthur Schnitzler denken, war zwei Jahre im Krieg, in Belgien und Russland, als Sanitäter und Quartierauftreiber und schreibt seiner Marie aus dem Feld, die zensuierten Briefe, aus denen Malwine, die etwas ältere Freundin Ursulas, ehemalige Sekretärin bei der “Gesellschaft der Opernfreunde” und nach einer Kinderlähmung leicht hinkend, etwas machen soll.
Die Schwestern Rosa und Ursula sind etwa 1946 bzw. 1948 in Salzburg geboren. Der Vater war Österreicher, die Mutter Schwäbin, nach 1945 siedelte sich die Familie in Salzburg an, um dann nach zwei Jahre später nach Linz ins “Keplerhaus” zu ziehen. Ich habe die Ruth ja bei der Präsentation gefragt, wie weit das autobiografisch ist?
“Ich schwöre nichts!”, hat sie geantwortet und dann dazugefügt, daß die Erzählerin Malwine, eine Freundin wäre. Die war, glaube ich, auch bei der Präsentation und als wir 2007 bei Ruths Radkarawane in Linz Halt machten, sind wir vor dem Keplerhaus gestanden, in dem die Ruth mit ihren Eltern und der Schwester ihre Kindheit verbrachte.
Nun gut, daß alles autobiografisch ist und alles auch gleichzeitg nicht, ist das, was ich immer sage, wenn mir jemand diese Frage stellt.
Die Rosa ist in dem Buch Pädagogin und lebt in Deutschland, Ruths ältere Schwester tut das auch und das Haus im Mühlviertel, das inzwischen nur mehr der Schwester gehört, kommt auch vor. Da fressen dann die Rehe die Obstbäume ab und die dumme Städterin wird von den Bauern deshalb ausgelacht.
Dann wird allerdings Ursulas Sohn Matteo von der Schwester, die nach Mißbrauchserfahrungen ihres Vaters, als Nonne lebt und keinen Kontakt zu Männern will, aufgezogen und das wird wohl erfunden sein.
Briefe hat es möglicherweise gegeben, denn so dichte Kriegsbeschreibungen kann man wahrscheinlich nicht nur den Archiven entnehmen.
Die Atmosphäre wird sehr dicht geschildert und ist auch in der abgehackten Art sehr spannend. Die Gewalt an den Töchtern, die Mädchen wurden, wie das früher üblich war, mit dem Pracker und dem Kochlöffel, geschlagen, Ursula, die Soziologie studierte, ist die aufmüpfige, Rosa mehr die traumatisierte und sie ist offenbar auch das Opfer einer Vergewaltigung, also nicht Maries Kind.
Man sieht schon, die Ruth hat in ihren Familienrahmen sehr viel hineingepackt und ich finde diese Gradwanderungen sehr spannend, auch wenn sie mich anfangs verwirrte und habe als 1953 geborene ja auch selber noch sehr viel von dieser Atmosphäre erfahren. Ein Tagebuch meiner Mutter gefunden, in dem sie auf die Rückkehr meines Vaters aus der Gefangenschaft wartete, als wir die Wohnung in der Wattgasse räumten und interessant ist auch, daß meine 1942 geborene und 1978 verunfallte Schwester, Ursula hieß und meine Mutter, 1915-1991, Rosa, etwas, was die Ruth bestimmt nicht weiß.
Ich habe in den Nachkriegserlebnissen also ein bißchen Ruths Familiengeschichte hineingelesen. Ihre Mutter habe ich ja einmal gesehen, der Vater ist schon früher gestorben und, daß, die in den Vierzigerjahren Geborenen kaum Zeit hatten, ihre Traumatisierungen aufzuarbeiten, kommt auch sehr gut heraus.
Beide Töchter haben studiert und sind männerlos geblieben. Ursula hatte aber einen Verlobten und ein Kind, das sie nach der Geburt zur Adoption freigab, Rosa hat es aufgezogen und jetzt eine Beziehung zu einem französischen Weinbauern zu dem sie immer weinlesen fährt und der ihr Gedichte schreibt.
Das Buch spielt ja in die Gegenwart hinein oder erzählt von dort rückwärts.
Spannend, spannend und allen, die mehr über die Zeit nach 1945 und das Aufwachsen nach dem Krieg, mit all seiner Gewalt, Armut und Enge, wissen wollen, zu empfehlen und denen, die wie ich ein bißchen in der Biografie schnuppern möchten, natürlich auch.

Faschingsamstag-Schreibgedanken

Langsam langsam komme ich mit meinen Vorarbeiten weiter und die Notizen in dem halben schwarzen chinesischen Buch mit den roten Ecken, das vor Jahren einmal sehr modern war, beginnen anzuwachsen, aber sie drehen sich um eine Buchhändlerin, die bei sich Alzheimer entdeckt und dagegen ankämpfen will und das ist zwar ein sehr interessantes Thema, aber, darum komme ich nicht herum, ich habe schon sehr viel über alte Menschen geschrieben und das scheint mich zu blockieren und produziert wahrscheinlich geradezu das “Nicht schon wieder!” und dann hat ja diese Woche eigentlich mit einem Mißerfolg begonnen. Denn schon zum vierten Mal beim Literaturslam der anderen Buchmesse angetreten und schon zum vierten Mal nicht gewonnen. Das war zwar vorauszusehen und ist wohl nicht der richtige Ort für meine leisen sozialkritischen psychologischen Texte, aber wo ist der richtige?
Den scheint es nicht zu geben, soviel ich suche, mich bemühe, anstrenge, etc und das macht ziemlich hilflos zu denken, es scheint wirklich nicht zu gehen, da kann ich machen was ich will! Wenn ich das zu eindringlich sage, höre ich manchmal, wie vom lieben Stephan Eibel Erzberg auf meinem vorletzen literarischen Geburtstagsfest, du bist ja ohnehin so erfolgreich!
Ja, ich habe viel geschrieben, das stimmt natürlich und ist nicht wegzuleugnen, scheint aber irgendwie nicht rüberzukommen und Nicole Engbers war bei der Vorstellung beim Slam am Sonntag auch sehr erstaunt, daß ich schon zweiunddreißig selbstgemachte Bücher habe. Habe ich und manche wiederholen sich auch, manche sind besser, manche sind schlechter und um das herausszufinden, nehme ich sie manchmal in die Badewanne mit, bevor ich mit einem neuen Projekt beginne.
Das habe ich mit den “Hierarchien” so getan, die ja in einem Kleinstverlag erschienen sind und daher einige Rezensionen hatten, eine davon, von einem Kleinverleger, der mir zuerst einen gar nicht so ablehnenden Brief geschrieben hatte, war besonders schlecht und im Lauf der Jahre habe ich auch gedacht, “Das ist dein erstes veröffentlichtes Buch, das wird noch nicht so gut sein!”
Dann habe ich es wiedergelesen, es hat mir gefallen und ich habe gedacht, da sind ja schon alle meine Themen drin. Das ist gut und schlecht sogleich, denn einmal sehr aufmunternd, andererseits wieder das Gegenteil, denn es ist ja nicht gut angekommen und bei den selbstgemachten habe ich oft nicht einmal eine Rezension und kaum Feedback.
Ju Sophie hat sich einmal die Mühe gemacht, die “Mimi”, die ich eigentlich für ein interessantes Buch halte, zu verreißen.
Gestern in Krems hat mir eine Käuferin, die schon ein paar Bücher gelesen hat, gesagt, sie gefallen ihr sehr gut.
Sonst kommt eigentlich kein Feedback und ich selber denke ja auch “ich schreibe nicht gut, das ist schon wieder nicht gelungen!”, etc und komme aus dem Zirkel des Mißerfolges und des Nichtbeachtetwerden offenbar nicht heraus, was mich auch betrifft und so schreibe ich immer wieder darüber und der Kreis schließt sich oder dreht sich immerfort weiter, etc.
Am Montag habe ich es dann geschafft, die Bücher die sich übers Alter und das Bücherlesen drehen, herauszunehmen und habe mich dann an der “Absturzgefahr” festgelesen und wieder gedacht, das ist eigentlich sehr gut. Natürlich hätte eine geschickte Lektorin einiges straffen und wegstreichen können, selbstverständlich, aber sonst war ich vom Spannungsbogen überrascht und viel besser als ich eigentlich dachte. Was mir aber, um aus dem Kreis herauszukommen auch nicht viel nützt und von der “Absturzgefahr” gibt es, glaube ich, keine Rezension.
Am Dienstag hatte ich dann von zehn bis fünf Stunden beziehungsweise eine Diagnostik und noch einen Befund zu schreiben, bevor ich in die Rockgasse in den Republikanischen Club gehastet bin. Am Mittwochnachmittag habe ich weitergelesen, die “Paula Nebel” handelt ja auch von einer alten Frau und ist eine kleine leise Geschichte über den Mißbrauch den Heime ansichten können und Kinderwegnahmen. Da gibt es eine Rezension und ein paar Goodies und Vorbereitungstexte, die auch in der “5-er Edition” enthalten sind.
Durch “Beim Sterben sollte man zu Hause sein” und “Zwillingswelten” sollte ich mich noch lesen, am Wochenende habe ich in der Badewanne ja Zeit dazu und dann anküpfen und weiterschreiben. Eigentlich sollte ich mich von den Wiederholungen nicht so abschrecken lassen, ich schreibe seit über vierzig Jahren und habe jetzt schon fast fünfunddreißig Bücher, schade, daß sich niemand dafür interessiert, das sollte mich aber nicht am Weiterschreiben hindern und die Anna Mitterer oder wie sie heißen wird, kann einen ganz anderen Schwerpunkt haben, wenn ich da eine Frau gegen ihren Alzheimer kämpfen lasse. So genau hatte ich das noch nicht, der Bernhard Listringer in der “Absturzgefahr” hat zwar auch Alzheimer oder eine Demenz, aber das wird eigentlich nicht genau beschrieben und bleibt im Hintergrund.
Ich sollte mich nicht selber hindern lassen, klingt sehr gut, in der Realität kommt aber derzeit das mulmige Gefühl, wenn ich ans schreiben denke, nicht das “Kann ich nicht!”, eher “Da fällt mir nichts ein!” oder “Nicht schon wieder”.
Am Donnerstag kam dann Judith Grohmann und hat mich durch ihr Selbstbewußtsein überrascht, als sie mir von den Aufmunterungen und den Verstärkungen erzählte, die sie beim Schreiben begleiten.
Das hätte ich auch sehr gern, ist aber nicht und sie hat mich auch sehr gelobt und nun weitermachen, anfangen oder auch etwas ganz anderes schreiben. Da finde ich im Moment nichts, was mich interessiert und die Idee mit der Materialsuche ist auch sehr vage.
Richtig, in “Standard”, “Profil” und “Falter” habe ich mich am Montagnachmittag auch geblättert, aber außer das ich die Anna durch die sozialen Probleme der Zeit, wie Jugendarbeitslosigkeit, Entmündigung, Bankenkriese etc stolpern lassen könnte, ist mir nichts eingefallen und das habe ich schon in der “Paula Nebel”, der “Sophie Hungers” und wahrscheinlich noch in einigen anderen Sachen.
Am Mittwoch könnte ich mich nach der elf Uhr Stunde und vor dem MUSA auf Ideesuche begeben, mich in die Straßenbahn mit dem Notizbuch setzen oder durch die Stadt laufen und schauen ob mich da Passanten oder Gesprächsfetzen weiterbringen. Das wollte ich schon diesen Mittwoch machen, aber da hatte ich erstens eine Diagnostik um zehn und zweites den Gedanken “Ich bin noch nicht so weit!”, denn wenn ich wieder an den Bücherschränken vorbei in die Hauptbücherei laufe, ist es das wohl nicht.
Ein paar Ideen zum Aufschreiben habe ich noch für mein schwarz-rotes Chinabuch. Da ist einmal die vom Opernball, als ich hörte, daß die Würstl dort zehn Euro und das Gläschen Sekt ebenfalls soviel kosten. Da könnte sich ein Otto Normalverbraucher einen schwarzen Anzug anziehen, seine Frau ein Abendkleid, ein paar Freunde einladen, die Anna vielleicht, den Fernseher mit der Ballübertragung aufdrehen, Würstel Gulaschsuppe, Faschingskrapfen und ein paar Flaschen Sekt auf den Buffettisch stellen und selber tanzen und als meine Anna gestern kam, um ihr Fahrrad zu holen und wieder sowas wie “Du bist ein Büchermessie!”, sagte, antwortete ich ihr “Sei froh, wenn es in zwanzig dreißig Jahren nur mehr E-Books gibt und irgendein Trottel drückt auf einen Knopf und alles alles ist weg, hast du zehntausend Bücher!”, “Die verkaufe ich dann, werde reich und muß nie wieder arbeiten!”, hat sie gesagt, die in dreißig Jahren auch schon sechzig ist und die Anna Mitterer hat ja auch eine Enkeltochter, die einen Blogroman über die verstorbene Oma schreibt.
Vielleicht sollte ich also doch anfangen und mich von meinen zweiunddreißig unbekannten selbstgemachten Büchern nicht sehr hindern lassen oder erst in aller Ruhe nach Leipzig fahren, mich bei den dortigen Bücherbergen umsehen und mich statt hindern, inspirieren lassen. Die Journalistin die ich auf der anderen Buchmesse traf und die das auch tut, schwärmte mir von den Kontakten vor, die sie dort immer knüpft.
Da bin ich nicht sehr gut, aber Mara Giese will ich diesmal dort treffen und mich mit den “Dreizehn Kapitel” im Literaturcafe fotografieren lassen, weil die so eine Autoren-Fotoaktion für eine Ausstellung machen.
Einen Krapfen werde ich, wenn ich mich demnächst mit dem etwas verschnupften Alfred am Markt treffe, wahrscheinlich auch essen. Mehr Fasching wird es bei mir nicht geben, denn ich verkleide mich nicht gern, habe kein Ballkleid und kann auch nicht Walzer tanzen, wenn es aber ein schönes Schreibvorbereitungswochenende werden wird, ist nichts dagegen zu sagen.