Müde bin ich Känguruh

Das dichtet die sechzehnjährige Teresa, ein sogenanntes Patchwork-Kind für ihre Stiefschwester Steffi und ansonsten erzählt sie einem vielleicht etwas zu altklug betulich schnodderigen Ton, eine Mischung aus allem, vom Leben eines solchen und der Benachteiligung die man erfährt, wenn einem die Stief nicht mag und deren Eltern ziemliche Ekel sind.
Da ist also Teresa, ein Kind der Mittelschicht, das sind die, wie die Profil-Kolumnistin und Frauenrechtlerin Elfriede Hammerl erklärt, die nach oben bukeln und sich nach der Oberschicht bzw. den Aristrokraten sehen und die Prolos treten, von wo vielleicht Hannes, Teresa Vater kommt.
Teresa sagt aber “Proll” und hat eine Society-Mutter, eine sogenannte “Promi-Schlampe”, ob eine Sechzehnjährige wirklich dieses Wort benützt, die am Cover von Magazinen, namens “Leute” herunterlächelt, so daß Hannes, das Sorgerecht für sie beantragt hat und nun lebt Teresa bei ihm und Betty und deren vielen Kindern. Da gibt es mal Carolina, die Betty mit in die Ehe brachte und dann noch die Kinder der beiden, Steffi, die einen Privatkindergarten besucht, dann die Zwillinge Leopold und Ferdinand, die vielleicht nach der Familie Habsburg heißen.
Betty ist Hausfrau oder vielleicht in Karenz und kocht biologisch, hat Freundinnen aus besseren Kreisen, Anwältinnen oder Anwaltsgattinnen und wenn die mit ihren Kindern zum Kaffeeklatsch kommen, muß Theresa die Kinderschar hüten und bekommt die Babysitterdienste nicht einmal bezahlt. Nur Taschengeld und das wird ihr später auch noch entzogen.
Teresa besucht als einzige ein öffentliches Gymnasium, das sie “Intellektuellenschmiede” nennt, denn sie ist ja nicht Bettys Kind.
Betty sagt “Mach nicht so ein Gesicht, Fräulein!” und nie ihren Namen, wenn sie Vollkornpalatschinken auf den Tisch stellt.
Und dann gibt es noch die diversen Patchworkgroßeltern. Da sind einmal Walter und Inge, Bettys Eltern, die ständig in dem Reihenhaus mit Garten, anwesend zu sein scheinen, über Teresa lästern und sie für Carolinas Bulimie verantwortlich machten, als sich das vormalige Pummelchen auf Größe zzweiunddreißig hinunterhungert und nicht auf Teresa hörten, als sie das voraussah.
Hannes Mutter, die Oma, ist der Prolo, hat viel gearbeitet und bringt ständig ökologisch unkorrekte Plastikspielsachen und fette Torten, die keiner ißt, für die Kinder.
Sophies, der Promi-Schlampe, Eltern, Omi und Opi, sind patent und verständisvoll, ein ehemaliger Hochschullehrer und eine Französischlehrerin, die vielleicht in einen Alzheimer kippt, Teresa muß aber Spanisch lernen, weil Hannes sie nicht zuviel zu Sophies Eltern läßt und so lebt es sich dahin in der großen Familie mit dem Hang nach oben.
Mit Max, Carolines Vater, gibt es Schwierigkeiten und für den neuen Geländewagen und den großen Hund ist auch kein Geld da, weil Carolines Therapie zu bezahlen ist und Max sich weigert, das zu tun. Und als Sophie sich mit einem alten Promi verlobt und Teresa mit ihm und ihr am verlängerten Wochenende nach Ungarn zur Jagd fahren soll, weigert sie sich, aus Angst der alte Knacker könnte einen flotten Dreier wollen.
So fährt sie allein nach Venedig, liest dort im Hotelzimmer Bücher oder besichtigt Kirchen und als sie nach Hause kommt, will Betty sie ins Internat stecken, denn der alten Knacker war mißtrauisch, als sich Teresa wegen Babysitten entschuldigte und hat zu Hause angerufen.
Es gibt auch einen türkischen Freund aus der Oberschicht, einen Diplomatensohn namens Sedar und eine Liebe zu einem Lehrer namens Uli, mit dem Teresa in der Disco knutschte, bevor er ihr Lehrer wurde, dann weigerte er sich, sie zu entjungfern und als Teresa von Venedig zurückkommt, entzieht ihr Betty das Taschengeld, so daß sie Nachhilfestunden geben muß.
Ist so das Patchworkleben in der Mittelschicht? Wahrscheinlich und Elfriede Hammerl erzählt es auch sehr köstlich, obwohl es mir vielleicht manchmal ein bißchen zu schicki-micki ist und es gibt auch sehr viele Vorurteile, die diese Mittelschichteltern, die nach oben wollen haben, haben. So fordert Betty einmal ernsthaft, daß die Prolos keine Kinder haben sollen und es deshalb Schulgeld geben muß.
Aber wahrscheinlich hat Elfriede Hammerl solche Diskussionen in ihrem Bekanntenkeis schon einmal gehört, mir sind sie auch nicht unbekannt und da denke ich an die “Prolo-Emma” oder die Frau Karline, die nicht gleich “ja” sagte, als die tschetschenische Flüchtlingsfrau sie fragte, ob sie sich in ihrem Zimmer vor der Abschiebung retten kann?
Hätten Betty oder Elfriede Hammerl das getan oder vielleicht doch blumige Ausreden gefunden, warum das leider nicht geht.
Bei Frau Hammerl weiß ich das natürlich nicht. Die Betty lästert aber gewaltigt über ihre slowakische Perle Anna, obwohl sie ihr nur für viermal bezahlt, wenn sie fünfmal in der Woche putzen kommt.
Elfriede Hammerl kenne ich von ihren Profil-Kolumnen, von denen mir manche gefallen, mache vielleicht auch wenig zu überzogen sind, Anita C. Schaub hat sie in ihrem “Frauen schreiben- Buch” interviewt und dann einmal in eine “Poet-Night” als Special Guest mitgebracht, wo sie “Die Nachrichten aus dem Krisengebiet patchwork-Familie” vorstellte.
“Den verpassten Mann” habe ich auch einmal im Schrank gefunden und vor kurzem war ich auch bei einer Lesung, die die Frauenbeauftragte für Gesundheit Beate Wimmer-Buchinger veranstaltete und Elfriede Hammerl, wo es nachher Wein und Oliven gab und man die Hammerl-Bücher kaufen konnte.

Das geteilte Haus

Mit dem “Geteilten Haus” von Pearl S. Buck, 1935 bei Zsolnay erschienen, ein Buch aus dem Bücherkasten meines Vaters, habe ich mir ein bißchen schwer getan. Erstmals stand es schon im Vorjahr auf der Leseliste und ich habe es mit “Über allem die Liebe” verwechselt und als ich es am letzten Freitag endlich zu lesen angefangen habe, war ich anfangs verwirrt und habe mich nicht ausgekannt.
Denn es ist der dritte Teil einer Trilogie über China. Mit dem ersten “Die gute Erde” hat die 1892 geborene und 1973 verstorbene Nobelpreisträgerin von 1938, den “Pullitzer-Preis” gewonnen. der zweite Teil heißt “Söhne”. Beide Bücher stehen auf meiner Leseliste, natürlich in umgekehrter Reihenfolge und so habe ich zuerst vom Leben des Enkelsohns erfahren und werde erst später zum Großvater kommen, aber um das Leben China und den Bauernstand scheint es in allen drei Büchern zu gehen.
Zu Beginn des “Geteilten Hauses” irrt der Sohn des Tigers, Wang Yuan im Land herum. Die Einsteigerin kennt sich nicht recht aus und erfährt erst nach und nach, daß der junge Mann, er ist etwa zwanzig, aus der Armee oder Kriegsschule, wohin ihn sein Vater, der General, gesteckt hat, geflohen ist, weil er nicht töten wollte.
Er irrt im Land herum, die Bauern schauen ihm scheel an, wohnt in einem Lehmhaus, das offenbar in den früheren Büchern eine Rolle spielt, der Onkel will schon nachsehen, ob es der rechte Neffe und nicht etwa ein Räuber ist, da kommt die Mutter mit der Magd und fleht den Sohn an, der Vater ist krank, er soll zurückkommen.
Wir sind im China an der Schwelle vom Alten zum Neuen. Das heißt in einem Land, wo die alten Frauen noch geschnürrte Füße haben, die Väter die Söhne an Frauen verheirateten, die sie dann gleich verlaßen und so ist Yuans Mutter auch eine bäuerliche zahnlose Frau, während der Vater eine andere Frau hatte, die mit ihrer Tochter in der fortschrittlichen, von den Ausländern regierten Küstenstadt wohnt und dorthin flieht Yuan auch, nachdem der Vater ihn ebenfalls verheiraten will.
Er fährt mit der Eisenbahn und seine Schwester Ail-lan ist eine moderne junge Frau, die nichts ißt, um schlank zu bleiben und am Abend in modernen Kleidern zu Tanzvergügungen geht.
Yuan wird auch in so einen ausländischen Anzug gesteckt, besucht eine Schule und freundet sich mit seinen zwei Vettern an. Sheng heißt der eine, der Dichter ist, Meng ist Revolutionär und will Yuan, den Bauern, der Landwirtschaft studiert, dazu überreden und dann gibt es noch ein Mädchen, das ihn auch dazu verführen will. Diese Studentin hat sich auch in Yuan verliebt, der aber, von seinem Vater offenbar zum Frauenhasser erzogen wurde und auch nichts davon hält, einer Frau die Hand zu geben und sie im Tanz in westlicher Manier an sich zu drücken.
Als das Mädchen, sie hat, glaube ich, keinen Namen, verhaftet wird, verrät sie in ihren Haß Yuan und der muß mit Sheng Amerika fliehen, wo er sechs Jahre Landwirtschaft studiert.
Dort hat er seine Schwierigkeiten mit den häßlichen Amerikanern, fühlt sich von ihnen auch nicht so angenommen, freundet sich aber doch mit einem seiner Lehrer, einem Christen, der ihn missionieren will, an und dessen Tochter Mary verliebt sich auch ihn ihn.
Aber Yuan wird niemals eine Ausländerin heiraten und ist auch über Sheng entsetzt, der sich von einer solchen Frau, die seine Verse vertont, Schmeichelheiten sagen läßt.
So kehrt nach Ende des Studiums wieder in die Heimat zurück, wo der neue Ton herrscht, die Revolutionäre, unter ihnen Meng, als Hauptmann, noch immer herumuziehen, die Kinder sich nicht mehr verheiraten lassen, die Frauenfüße nicht mehr verkrüppelt werden und in der Hauptstadt alles neu gebaut werden wird.
Der Tiger hat sich bei Yuans Onkel wegen Yuans Studium verschuldet, so muß er das Geld zurückzahlen und verdingt sich in der Hauptstadt als Lehrer.
Ail-lan ist schwanger und muß heiraten und die Dame, ihre Mutter, die ein Waisenhaus betreut, hat ein Waisenmädchen namens Mei-ling, das Ärztin werden will, zu sich genommen, in das sich nun Yuan verliebt. Sie will vorläufig noch nicht heiraten und Yuan muß sich erst zwischen dem Alten und dem Neuen zurechtfinden. Irgendwie ist beides in ihm und so gehört er in das geteilte Haus, das er nach dem Tod seines Vaters übernimmt, wo er Mei-ling in bäuerlicher Tracht empfängt, die nun auch bereit ist, mit ihm zu leben.
Ein sehr interessantes Buch, in dem man viel über China, das mir ja sehr fremd ist, erfährt und ich bin auch absolut nicht der Meinung, daß Pearl S. Buck kitschigen Schund schreiben würde.
Habe inzwischen einige ihrer Bücher auf der Leseliste und mich auch im vorigen Jahr ein bißchen in chinesischer Literatur eingelesen, was ich nach und nach mit Pearl S. Bucks und auch anderen Büchern fortsetzen werde.

Februar-Schreibtreffentext

“Das ist ein Irrtum!”, sagte er und schaute mich fragend an.
Irren ist menschlich, daher anzustreben und nicht unbedingt zu vermeiden oder wie oder was? Justizirrtümer, Irrenhäuser, Faschings-Maskeraden, Galgenhumor!
Was heißt das nun? Wie passt das dazu? Das wäre doch eine Themenverfehlung oder wie oder was?
Es ist ein Irrtum auf die Sendetaste zu drücken und das Programm, das man eigentlich ansehen und ausdrucken wollte an den Absender zurückzuschicken. Der sich dann daraufhin fragend, strafend, mahnend bei mir meldet.
Und wenn man eine Programmanfrage irrtümlicherweise an die gesamte Mailinglist versendet, anstatt wie geplant an Einzeladressaten, kann es passieren, daß man an einem Wochenende die ganze Verlagswelt zum routieren bringt und Spott und Hohn erntet, wie es unlängst dem “Sonderzahl-Verleger” geschah. Das hat er nun davon, daß er sich so beharrlich weigert E-Books in sein Programm aufzunehmen.
Irren, Irrtum, Irrtumskurve. Irren ist menschlich, kann passieren und hat wahrscheinlich trotzdem immer was mit mangelnder Aufmerksamkeit zu tun. Oder auch mit Desinteresse und Konzentrationsmangel, Blödheit oder Fehlinformationen, wie mir das unlängst mit dem hiesigen Finanzamt passierte.
“Wir versenden keine Einkommenssteurerklärungsformulare mehr!”, sagte mir dort eine offenbar doch nicht so kompetente Dame vom Informationscenter sehr energisch.
So druckte ich aus, füllte ab und schickte weg, um die entsprechenden Vordrucke heute doch in meinem Briefkasten zu finden und das Abrechnungs-Update bezüglich meines Kassenvertrages, das ich laut Information der dafür Verantwortlichen machen muß, kappte auch nicht wie geplant.
“Schicken Sie uns ein Mail, wenn Sie dazu bereit sind!”, stand in der Anleitung.
“Geben Sie dann keine Daten mehr ein! Es kann einen Tag dauern und sollte es wider Erwarten doch Schwierigkeiten geben, stehen wir Ihnen selbstverständlich helfend zur Verfügung!”
Welch ein Irrtum, ein ganz großer sogar, denn nach der Bereitschaftserklärung kam nichts zurück und auf diesbezügliche Anfragen nur so was, wie “Laß mich in Ruhe, ich bekomme für das Update nichts bezahlt, habe an den Kollegen weitergeleitet und jetzt habe Geduld, es pressiert doch nicht so sehr!”
Welch ein Irrtum! Habe ich doch gedacht, daß das Update sehr wichtig ist und ich sonst nicht abrechnen könnte, gebe leicht verärgert meine Daten wieder ein und denke an den großen Altmeister Ernst Jandl, der doch behauptet hat, daß man “lechts und rinks” nicht verwechseln könne und dann von einem Irrtum sprach.

Der vorliegende Text entstand am 14. Februar in der Schreibgruppe mit Ruth Aspöck, Robert Eglhofer, Doris Kloimstein, Ilse Kilic und Fritz Widhalm im Cafe Ludwig zum Thema “Irrtum”.
Und hier die Berichte vom April, Mai, September und Oktober-Treffen des letzen Jahr.
Seit Oktober habe ich wieder einmal daran teilgenommen, die Gruppe hat sich inzwischen erweitert, heute war auch Doris Kloimstein da, als Themen wurden von mir Fasching oder Februar vorgeschlagen, weil ich eigentlich etwas zum Akademikerball, bzw. zu den Februarkämpfen schreiben wollte, dann hat mir der “Irrtum” aber gut gefallen und ich habe diesmal, im Gegensatz zu den anderen Treffen an denen ich teilgenommen habe, frei asszoziert und sozusagen wortspielerisch ein paar Ereignisse der letzten Woche beschrieben, die zu diesen Thema passierten. Das erste Mal im April, habe ich das auch gemacht, im April wurde ich dann erzählender und das ist der Text, entstanden, der in der nächsten “Volkstimmefest-Anthologie” erscheinen wird und im September und Oktober habe ich Szenen für die “Brüderschaft” geschrieben, mit der ich jetzt ja fertig bin, so daß ich wieder Mal frei schreiben konnte.
Es war ein interessantes Treffen mit einer sehr kompententen Gruppe, schreiben ja alle schon sehr lang. Ilse Kilic hat die Frage gestellt, ob es ein Irrtum ist, wenn Käfer sich ein siebentes Bein wachsen lassen und dann ein Gedicht geschrieben, Robert Eglhofer hatte ein auch ein Wortspielerisches Gedicht, in dem er den “Irrtum” in Silben zerlegte und schrieb dann eine Szene aus einen geplanten Schulroman, wo er einmal auf die Englischschularbeit vergißt. Ruth Aspöck zitierte, wie ich den Jandl und Fritz Widhalm begann, daß der Irrtum wäre, daß sein Text nicht literarisch ist, während Doris Kloimstein von ihrem indischen Adoptivsohn, einen katholischen Priester, erzählte.
Es war sehr interessant, es wurde lebhaft diskutiert und ich habe mir überlegt, ab nun, sofern ich nicht wieder Romanstudien mache, meine entstandenen Texte statt oder neben dem Schreibbericht, in den Blog zu stellen.

Macht Wohlstand dumm?

So lautete die Frage die Angelika Reitzer im Juni in ihrem Essey-Recherche-Labor Clemens J. Setz stellte, die heute von Terezia Mora unter Beihilfe vom Ex Bundesminister und Eu-Kommissar Franz Fischler, beantwortet wurde.
Etwas weniger Leute als am Montag in der “Alten Schmiede” und auch weniger Prominente, allerdings war Thomas Stangl da, Markus Köhle und wieder Dine Petrik.
Angelika Reitzer fasste die Setzschen Punkte zusammen und die letzte dBp-Trägerin, die wie, sie meinte, wegen ihrem Darius Kopp eingeladen wurde, begann ihren Thesen damit, daß sie erzählte, sich als junge Frau öfter gegenüber jungen Männern dumm gestellt zu haben und erwähnte ihre Kindheit in dem kommunistischen katholischen ungarischen Dorf. Da war es klug wegzugehen. In diesen Sommer ist sie offenbar in ein ähnliches oder dasselbe Thermalbad zurückgekommen, wie ich im November und auch schon in früheren Sommern war, ist unter einer Plantane gesessen, während ihr Kind im Wasser plantschte, Clemens J. Setz hat sich in seinem Text offenbar auch auf das Schwimmen bezogen, hat der Musik und den politischen Einschaltungen in den Lautsprechern zugehört und von ihrem Begleiter, mit dem sie vor dreißig Jahren in dieselbe Schule gegangen ist, gehört, daß der sich nicht für Politik interessiere.
Die Orban Politik erzeugt offenbar solche Reaktionen, während Terezia Mora meinte, daß man predigen und die Leute mit den Wahrheiten beschallen müsse, nämlich der, daß wenn alle den Wohlstand, den wir haben hätten, die Ressourcen des Globus um ein Vielfaches überschritten wäre.
Das tut Terezia Mora offenbar in ihrer Umgebung, dem Akademikerbezirk in Berlin, in dem sie lebt und erntet von ihren Nachbarn Unverständnis, denn die wollen sich nicht einschränken, nicht weniger fliegen, nicht auf ihren Wohlstand verzichten, etc.
Der sehr selbstbewußte und wortgewaltige Franz Fischler, der sogar Kurt Neumann zum Schweigen brachte, meinte, daß man den Verzicht positiv gestalten solle, denn freiwillig verzichte niemand auf etwas, wenn es aber dafür mehr Freizeit und Lebensqualität gäbe, wäre das schon anders und Angelika Reitzer hat in ihrer Einleitung auch von einem Bruttonationalglück gesprochen.
Daran spann sich eine rege Diskussion mit sehr viel Widerspruch und Gegenpositionen, die bis zu den Hundetrümmerln führte, bis Angelika Reitzer in ihrem Schlußplädoyer aufforderte zum mündigen Bürger zu werden, in dem man die Bücher von Terezia Mora und Clemens J. Setz lesen würde.
Wenn das nur so einfach wäre. Aber Clemens J. Setzt habe ich schon zweimal gelesen, Terezia Mora im Literaturhaus gehört und beim Nachhausegehen habe ich noch kurz in den Morawa hineingeschaut, bin aber nicht mehr dazugekommen Susanne Scholl meine Fragen zu stellen, denn da wurde heute ja “Emma schweigt” vorgestellt. Gabriele Madeja und sehr viel Prominenz habe ich dabei gesehen und jetzt werde ich mich an die Lektüre einer weiteren Residenz-Neuerscheinung machen, die diese Woche zu mir gekommen ist, denn ich lebe ja schon irgendwie ein Leben mit Konsumverzicht, obwohl ich sehr viel in der Badewanne lese, auf jeden Fall bin ich seit fünfzehn Jahren nicht mehr geflogen und denke schon, daß man weniger eogistisch sollte. Ob Wohlstand wirklich dumm macht, weiß ich nicht, beim Bücherreichtum aus den Bücherschränken auf jeden Fall nicht.

Ernst Krenek und der Kater

Im Literaturhaus gibt es offenbar eine Filmreihe in Zusammenarbeit mit der Exil-Bibliothek und die brachte, passend oder unpassend zum 12. Februar heute einen Vortrag von Rebecca Unterberger von der Uni Klagenfurt über die Film und Konodebatte der österreichischen Zwischenkriegszeit an Hand eines Filmentwurfs von Ernst Krenek aus dem Jahre 1934, denn der 1900 in Wien geborene Komponist hat offenbar Filmrezensionen für Zeitungen und Zeitschriften verfaßt und am Anfang gab es einen amerikanischen Zeichentrickfilm aus der Stummfilmzeit aus der Serie “Felix the cat”.
Wie das mit Ernst Krenek, der die Jazzoper “Jonny spielt auf” geschrieben hat und Lieder über die Alpen, habe ich nicht ganz verstanden.
Ich bin auch ein bißchen zu spät gekommen, weil ich zuerst noch einen Befund fertigschreiben wollte, aber vielleicht hat er über diese Filme geschrieben, die in den Dreißigerjahren offenbar sehr bekannt waren und in den Kinos zwischen den Wochenschauen und den Filmen gezeigt wuden.
Brigitte Mayr und Michael Omasta von der Gesellschaft für Film und Medien Synema, hielten eine Einleitung und stellten die junge Wissenschaftlerin vor, die zuerst etwas aus dem Leben Ernst Krenks erzählte und dann zu dem Film-Entwurf über Österreich kam, der nie verwirklicht wurde.
In der Wien-Bibliothek gibt es das Manuskript und das stellte Rebecca Unterberger vor, dreißig Bilder und dazu Regieanweisungen und in dem Film wird das Österreich des Jahres 1934, dem Ständestaat, bereist. Da fährt einer mit einem Automobil nach Rust und verliebt sich dort in die Wäscherin Marie, die eigentlich den Franz, einen Weinbauern hat, es kommt zum Zwerwürfnis, der Franz geht nach Wien in die Arbeitslosigkeit, verdingt sich als Lohnarbeiter und verelendet immer mehr, das wird mit Statistiken untermauert, wie sie auch beim Rudolf Brunngraber und “Karl und das zwanzigste Jahrhundert” zu finden sind. Er schläft auf einer Barkbank, sucht in Abfallkörben und findet dann einen Aufruf sich am Bau der Großglocknerstraße zu beteiligen, das tut er, gesundet und am Schluß landet er in Mariazell um seine Marie zu heiraten und das Ganze ist ein Versuch Österreich vor der Vereinnahmung der Faschisten zu retten.
Interessant, interessant, zum heutigen Tag und der gestrigen Buchvorstellung passend und dann vielleicht wieder nicht, denn Erich Hackl und Evelyne Polt-Heinzl haben ja genau ausgesucht, wem sie in ihre Anthologie zum zwölften Februar aufgenommen haben und da offenbar, wie im Vorwort steht, auf Rudolf Brunngraber bewußt verzichtet und ich war einmal in Krems bei einer Ernst Krenek Veranstaltung und einmal, glaube ich, auch bei einer solchen in der Wien-Bibliothek.
Nach einem weiteren “Felix, the Cat-Filmchen” habe ixh ein Glas Wein getrunken und die junge Wissenschaftlerin ein bißchen ausgefragt, die auch keine besonderen Bezüge zum Februaraufstand gesehen hat.

Februarkampf

Morgen jährt sich der Tag zum achtzigsten Mal, an dem die Heimwehr auf die Arbeiter in den sozialistischen Gemeindebauten geschossen haben, ein historischer Tag, dem, wie Erich Hackl meinte, in Österreich zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird und sich gleich Lügen strafte, denn der Augarten-Radius war, um halb acht, als ich ihn erreichte, gesteckt voll.
Hinten standen die Menschenmassen Julia Danielczyck habe ich wieder gesehen, Ottwald John hat mir ein Flugblatt entgegengestreckt, Gerald Grassl mich angelächelt und Tina Leisch mich ermuntert mich nach vorn zu drängen, so daß ich den freien Sessel, dicht bei der Bühne für mich besetzen konnte.
Ein historischer Tag und für mich sehr vertraut, denn ich bin ja in einem sozialistischen Haushalt in einem sozialistischen Gemeindebau aufgewachsen und weiß zwar nicht genau, was mein Vater damals am 12. Februar machte, aber wahrscheinlich hat er sich nicht unweit des Ottakringer Volksheimes aufgehalten.
In den Achtzigerjahren bin ich einmal ins Bellariakino gegangen, wo sie die alten Filme zeigten und vielleicht noch immer zeigen, im Februar vielleicht, denn sie zeigten eine alte Wochenschau, wo die Heimwehr die Panzer gegen die Arbeiter auffahren ließ und eine Reporterstimme kommentierte in einem ganz anderen Sinn, als ich in meiner sozialistischen Prägung erwartete und vor dreißig Jahren, als man den fünfzigsten Jahrestag erlebte, bin ich gerade in Mutterschutz gegangen und mit dem Alfred an einem Samstag, vielleicht war das der 12. Februar, irgendwohin zu einer großen Veranstaltung, vielleicht war es die Meidlinger Remise, wo eine entsprechende Ausstellung “Die Kälte des Februars” stattgefunden hat und habe dort, kann ich mich erinnern, Erika Danneberg getroffen uns sie nach dem Arbeitskreis schreibender Frauen gefragt, den es damals nicht mehr gegeben hat.
An eine Februarveranstaltung im Amtshaus Margareten mit dem Arbeitermandolinenchor vor einigen Jahren kann ich mich auch noch erinnern.
Sonst stimmt es, daß es nicht jeden 12. Februar eine Veranstaltung gegeben hat, zu der ich hingegangen bin und dann prägt diesen Tag ja noch ein anderes Ereignis.
Aber ich interessiere mich sehr für dieses Thema, habe viel darüber gelesen, vor einigen Jahren, das Memoir müßte man ja heute sagen, der Paula Wallisch “Ein Held stirbt” aus dem Bücherschrank meines Vaters, denn der hatte so frisch nach dem Krieg geschriebene Literatur und Gustav K. Bieneks “Die Rabengasse” habe ich vor einem Jahr gelesen und da spaziert ja ein kleines Mädchen aus dem berühmten Gemeindebau stolz erfüllt zu den etwas früher stattgefundenen Kämpfen und kommt darin um und wenn ich ehrlich bin, habe ich meine Februar-Prägung durch Heimito von Doderers “Dämonen” in den Siebzigerjahren bekommen, aber da ging es um die Ereignisse in Schattendorf und damals habe ich studiert und in der Otto Bauergasse gewohnt und da hat mir die Elfi ein Wespennest mit einem Auszug von Jura Sojfers “So starb eine Partei” gebracht. Wer war das doch gleich? Damals total unbekannt!
So weit so gut, zum achtzigsten Jahrestag gibt es eine Reihe entsprechender Veranstaltungen, auf die mich Konstantin Kaiser aufmerksam machte und da bin ich erst daraufgekommen, daß Erich Hackl und Evelyn Polt Heinzl eine Anthologie mit den damals entstandenen Texten herausgebracht haben.
“Im Kältefieber” heißt sie und im Augarten-Radius gibt es eine Reihe von Februarveranstaltungen, darunter eine Ausstellung über oder von Kurt Neumann 1902-1984, der auch ein Buch darüber herausgebracht hat.
Als ich mich nach vorne in den Saal gekämpft hatte, hielt Konstantin Kaiser auch gleich die Eröffnungsrede und freute sich über den großen Zulauf und heute morgen, gab es in den Nachrichten schon einen Bericht darüber, wo erwähnt wurde, daß die damals Großen, wie Karl Kraus, Elias Canetti und Joseph Roth über diese Ereignisse nicht berichtet haben.
Auch Stefan Zweig nicht, wie Erich Hackl gleich in seiner Einleitung erwähnte und dann durch das Buch führte, das in einige Teile aufgegliedert ist.
Die ersten Berichte über den Februar 1934 gab es in der DDR und im Wiener Globusverlag sind auch einige Bücher unter Ausschluß der Öffentlichkeit erschienen, darunter vielleicht auch das der Paula Wallisch, deren Mann nach den Kämpfen ja hingerichtet wurde und eine Veronika Knecht hat in der UDSSR auch darüber geschrieben.
Erich Hackl hat die Idee zu dem Buch gehabt und sich an Evelyne Polt-Heinzl gewannt, die ja sehr intensiv über die Zwischenkriegsjahre und auch über anderes forscht und so haben sie sich durch die diesbezügliche Literatur gegraben und die Romane ausgelassen, wo die bürgerlichen Generäle auf die Straße gehen, den Schutzbündlern gut zureden und dabei ihr Leben lassen, aber sehr viel Unbekanntes entdeckt und ihren Fokus auch darauf gelegt.
Die Literatur über den Februarkampf ist meist unlektoriert in den kleinen oder kommunistischen Verlagen erschienen und einige Neudentdeckungen gibt es in den Buch auch und dann wieder bekanntes, wie Anna Seghers “Der Weg durch den Februar”.
Von Franz Kain, dem Vater der Eugenie gibt es drei Geschichten, denn außer in Wien haben die Kämpfe auch in Linz und in der Steiermark stattgefunden.
In Linz hat es sogar begonnen und von Franz Kain, habe ich, glaube ich, ein altes DDR-Bändchen mit Geschichten, vielleicht sind die auch darin, nur finde ich es gerade nicht.
Das Seghers-Buch habe ich einmal gelesen. Von Ilia Ehrenburg gibt es einen Text und einen wo eine junge ungarische Kommunistin von Budapest nach Wien kommt, um an einem Tanzkurs teilzunehmen, es verschlägt sie in den Karl Marx Hof, wo sie die Kämpfe miterlebt und eine großbürgerliche Engländerin hat Geld gesammelt, ist damit noch im Februar nach Wien gereist um es auszuteilen und hat in der Presse darüber berichtet. Hans Raimund hat, wenn ich mich nicht irre, diesen Text, wegen der Großbürgerlichkeit der Autorin kritisiert und drei noch lebende Autoren gibt es auch in dem Buch.
Einer davon ist der über neunzigjährige Alfred Hirschenerger, der den Kampf als Jugendlicher miterlebte. Ihn habe ich vor ein paar Jahren bei einem Abendessen der Ruth Aspöck kennengelernt, dann bei einer Lesung im Palais Studelhof, als das noch der Gewerkschaft gehörte, gehört, bei der Kritlit hat er auch gelesen. Jetzt war er als einer der letzten Zeitzeugen in Ö1 und auch im “Standard, dann hat Melitta Breznik ein Buch darüber geschrieben und von Erich Hackl gibt es auch einen Text.
Interessant durch das Inhaltsverzeichnis geleitet zu werden. Gerald Grassl fragte nach der Literatur der Gegenseite und da erwähnte Evelyne Polt Heinzl daß von Richard Schaukal im “Atelierverlag” ein Buch neu aufgelegt wurde und der hat ein Gedicht auf die gefalllenen Soldaten des 12. Februars geschrieben.
Als ich mir das buch ansehen wollte, waren die dreißig Exemplare ausverkauft, ich habe einige Bekannte im Publikum gesehen und einige andere Feburarveranstaltungen gibt es auch noch, von denen ich mir die im Republikanischen Klub angestrichen habe. Mal sehen ob ich es schaffe hinzukommen.

Fuselfieber

David Sedaris kenne ich von der Zeit, als “Nacked” auf den Bestsellerlisten stand und der damilige “Libro” diese Bestselleraktion hatte. Damals habe ich das Buch nicht bekommen, inzwischen steht es auf meiner Leseliste.
“Holidays auf Eis” habe ich einmal in der Adventzeit gelesen und die Evi, eine Bloggerin, die, glaube ich, nicht mehr bloggt, hat vor zwei Jahren ein paar Bücher verschenkt, so sind “Ich ein Tag sprechen hübsch” und “Fuselfieber” zu mir gefkommen, denn ich greife ja bevorzugt nach Autoren, deren Namen ich von irgendwo her kenne, obwohl lustige Kolumnen höchstwahrscheinlich nicht so mein Stil sind.
Das hier sind, wie in der Beschreibung steht, autobiographische Geschichten, jedenfalls beginnen sie mit "Ich" und es geht um die Arbeitswelt, zumindest nehmen sie von dort ihren Ausgang und in der ersten putzt der Erzähler gleich einmal eine Jalousine bei einem Filmproduzenten, denkt daran, aus welchen faulen Elternhaus er kommt und sich die Dankesreden für die Oscars aus, die er mal bekommen wird.
Da war einmal ein fauler Bursche, der mit dem Bus nach Hollywood oder sonstwohin gefahren ist, dann den Produzenten anruft und ihm erzählt, daß er einen Film über sein Leben machen will. Der fragt ihm aus, vier Jahre in einer Cafeteria Tellerwäscher, dann ins Essen gespuckt und sich anschließend die nächsten zwanzig Jahre ins Zimmer eingesperrt, die Eltern schimpfen lassen und nur am Abend den Eisschrank geplündert und ein bißchen Geld geklaut, der Produzent ist begeistert und es wurde ein großer Erfolg.
Wenn das nur so einfach wäre, lustig ist das vielleicht. Aber das mag ich ja nicht so sehr.
Dann gibt es noch das “Tagebuch eines Rauchers”, denn das wird denen ja inzwischen sehr erschwert und einen "Michelin-Mann" gibt es auch. Das ist einer der nicht Auto fahren kann, aber sehr religiös ist, so schickt ihn der Pastor in eine Tankstelle, dort hat er zwar zwei linke Hände, aber als "Michelin-Männchen" ist er bestens geeignet.
Dann wird die Stimme weiblich und entpuppt sich als Quotenqueen, die in Talkshows von ihren Liebhabern a la Charlton Hestoon und Mike Tyson quasselt, während in “Mein Manuskript” ein Puberierender über die Qualen in seinem Elternhaus, die böse Haushälterin, die das Sperma und das Blut in den Unterhosen entdeckt, den verständnislosen Vater, der nicht das schenkt, was man sich wünscht, wie beispielsweise eine Schreibmaschine und der sein Manuskript dann auch noch hinterm Schuppen vergraben muß, erzählt und in der “Dichterlesung” kommt der Schwarm der Studentin auf den Campus, aber sie, die alle seine Bücher gelesen hat, geht nicht zu seiner Lesung, nein, sie forscht sein Hotelzimmer aus, betrinkt sich und als sie dann noch wegen eines Regens in einer Bushaltestelle warten muß, erreicht sie zwar das Zimmer und wird nach mehrmaligen Klopfen hereingelassen, der, der aber öffnet ist ein ganz anderer Mann.
Ob das wohl die Phantasien oder die Erfahrungen sind, die David Sedaris von seinen Dichterlesungen kennt? Dann wäre es doch autobiographisch. Der Dichter, den er da aber beschreibt, ist ein ziemlich unsympathischer Typ.
Dann geht es vielleicht gegen das amerikanische Gesundheitswesen, da das “Ich”, um Geld zu sparen, der Tochter selbst die Wunden vernäht und “Nehmen Sie ungewachste Zahnseide dazu!”, rät. Als es aber, um das Vergipsen geht, müßen anschließend die Beine des Töchterleins amputiert werden und die Mutter hat lange die Arztrechnung abzuzahlen.
In “Wir kommen zurecht” räumen Mutter und Sohn die leerstehende Kellerwohnung auf und kommen dabei auf die Geheimnisse des Untermieters. Der Vater hat als er gestorben ist ein Notizbuch mit Aufzeichnungen über seine Freundinnen hinterlassen, da hat die Mutter fast das Auto zerstört und forscht seither ihren Identitäten nach. Der Sohn weiß, wer die kühle Blonde “M S” ist, Mutters Schwester Margery und die kommt dann noch auf Besuch und er muß ein Bier für sie aus der Wohnung oben holen. Dann gehts zu “Glens Homophobie-Infobrief”, wo sich Sedaris über die “Schwulen-Diskiminierung” lustig macht, bevor es wieder zu dem Alltagsleben einer typisch amerikanischen Familie oder wie soll ich es sonst verstehen, geht.
Da wird einer vom Vater aus dem Haus geschmissen und zieht in die Garage seiner Schwester, um auf das Auto aufzupassen, das Baby zu hüten und als sich der Schwager einen Killerhund anschafft, klaut er dessen Geld und zieht mit dem Baby in die Wälder davon.
Dann kommen zwei Weihnachtsgeschichten, die ich schon in “Holidays on ice” gelesen habe. So kann man auch Bücher machen und in “Mein Vermächtnis” bekommt die Trauergemeinde vom Verstorbenen Briefbeschwerer geschenkt, während der Trinker Dolph im Nachlaß seiner Mutter, die an Krebs verstorben ist, in einer verlesenen “Mein Kampf-Ausgabe”, ihre Neujahrsvorsätze der letzen Jahre hat und Schwierigkeiten mit seinem Freund hat, der sich bei den Anonymen Alkoholikern zum Nichttrinker umwandeln will.
“Schräger Humor, Größenwahn und Menschenliebe”, lese ich noch in der Beschreibung und die Übersetzung hat wieder, wie am Cover steht Harry Rowohlt gemacht.

Erich Hackls Antwort auf Thomas Stangl

20140210-210844

Erich Hackl

Erich Hackl

Am siebzehnten Juni gab es in der “Alten Schmiede” den ersten Abend der von Angelika Reitzer moderierten Reihe “Wie im echten Leben – Sehnsucht und Revolution”, wo Thomas Stangl über das revolutionäre Element bei Peter Weiß und in seinem damals noch nicht erschienenen Roman “Regel des Tanzes” referierte, ich habe mir bei der Veranstaltung ein bißchen schwer getan, das revolutionäre Element zu verstehen und war daher auf Erich Hackls Antwort, der ja mit seinen Dokumentationsromanen ein sehr politischer Dichter ist, schon sehr gespannt.
Inzwischen gab es auch die Vorstellung von Erich Hackl neuem sehr poetischen Buch über das Leben seiner Mutter und die Alte Schmiede war gefüllt mit sehr viel Prominenz, Ilija Trojanow, Heinz R. Unter, den Sonderzahl-Verleger, der heute im Netz sehr oft zu finden war, weil er mit einem Mail am Wochenende offenbar einen großen Wirbel in der Verlagswelt auslöste, Ruth Aspöck, Konstantin Kaiser, Tina Leisch und und und und das besondere am zweiten Teil der Veranstaltungsreihe ist, daß auch ein Politiker eingeladen wird, der zu den literarischen Ausführungen Stellung nimmt und sozusagen das reale Leben in Echt erzählen soll.
Angelika Reitzer referierte kurz die Ergebnisse des ersten Abends, dann kam schon Erich Hackl und begann mit dem salvatorischen Dichter Roque Dalton, 1935 geboren und 1975 hingerichtet, der die Revolution nicht nur mit seinen Gedichten, sondern auch in politischen Aktionen vorangetrieben hat.

Ernest Kaltenegger

Ernest Kaltenegger

Thomas Stangl

Thomas Stangl

Dann schwenkte er nach Spanien, da gibt es den Kritiker Constantino Bertolo mit seinen Forderungen an die Literaten und die Romane der 1963 in Madrid geborenen Belen Gopegui, von der nur die “Eroberung der Luft” ins Deutsche übersetzt wurde und meinte, daß es in Spanien nicht so viel Literaturförderung und Unterstützung, wie in Österreich gäbe, sondern, daß der Markt die Literatur bestimmt und es daher offenbar sehr viele Krimis und Unterhaltungsliteratur gäbe, die nicht sehr revolutionär wären.
Dazu fällt mir nur Raffael Chirbes ein, dessen “Krematorium” ich zu Weihnachten gelesen habe, von dem jetzt ein neuer Roman erschienen ist, der sich meiner Meinung nach aber auch mit den Auswüchsen der Globalisierung und der verfehlten Bauwirtschaft sehr kritisch auseinandersetzt.
Dazu nahm dann der Grazer KPÖ-Stadtrat Ernest Kaltenegger Stellung und widersprach Erich Hackl nur in dem Punkt, daß er Krimis auch für politisch halte und forderte von den Autoren Parteilichkeit im Sinne von Anteilnahme und Unterstützung, weil seiner Meinung nach Literatur nicht so wirkungslos sei, wie man immer höre und meinte dann, daß die derzeitige politische Lage bedenklich nicht mehr sehr demokratisch sei.
Thomas Stangl meinte, daß Literatur auch für sich selbst stehen und nicht nur der Politik dienen müsse und Erich Hackl hatte einigen Symposiumsteilnehmern vorher noch die Teilnahme am Bachmannpreis als neoliberale Vereinnahmung angekreidet, aber der ist für die literarische Karriere sehr wichtig und 2000 zu Zeiten von Schwarz-Blau, die Thomas Stangl in seinem neuen Roman beschreibt, sind sehr viel Dichter auf die Straße gegangen und es gab die Widerstandslesungen am Ballhausplatz und im Volkstheater, ob Thomas Stangl und Erich Hackl da teilgenommen haben, kann ich mich nicht erinnern.
Daran spann sich eine rege Diskussion, die Kurt Neumann zu strukturieren versuchte, um ein Ausufern zu verhindern.

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Konstantin Kaiser sah in Thomas Stangl Positionen “Jugendstil”, was ich nicht ganz verstanden habe, was er damit meinte.
Der rechtfertigte sich mit Walter Benjamin und ein Herr aus dem Publikum warf der KPÖ vor, daß sie den Leuten das Tragen von Markenkleidern verwehrte und lobte er den roten Ferrari des ehemaligen KPÖ Spitzenkanditaten Helmut Zenker.
Man sieht es war sehr emotionell und ich habe ein bißchen etwas über die spanischen und lateinamerikanischen revolutionären Dichter erfahren, was ich noch nicht kannte und werde morgen, wenn ich es schaffe, in den Augartenradius zu kommen, noch einmal Erich Hackl treffen, weil der dort sein mit Evelyn Polt Heinzl herausgegebenes Buch über die Februarrevolution vorstellt, was sicher auch sehr revolutionär und politisch ist.

Ein Buch pro Tag

Das ist eine Vorstellung, die mir sehr sympathisch ist, obwohl ich das nicht schaffe und auch nicht anstrebe. Aber ich bin vor ein paar Jahren auf Elisabeth P.s Bücherblog aufmerksam geworden, die zweihundert Bücher im Jahr gelesen habe.
“Wow!”, habe ich gedacht und damals ungefähr fünfzig, also eines pro Woche gelesen. Dann kam der erste offene Bücherschrank und mein SUB, von dem ich vorher auch nicht wußte, daß das so heißt, wuchs und wuchs.
Ungelesene Bücher in den Schränken hat es bei mir aber auch schon vorher gegeben, gab es da ja einmal die Büchertürme der “Literatur im März” und von da stammt noch einiges, was heute auf der Leseliste steht.
Vor drei oder vier Jahren kursierte bei den Bücherbloggern auch eine “Einunddreißig Bücher in einunddreißig Tagen Tagen” Aktion und ich dachte, die lesen das wirklich. Das war aber nur eine Aufforderung jeden Tag eine Frage über Bücher zu beantworten. Ich kam dann bald zu meiner Bücherliste, die aus einer “Hundert Bücher-Aktion” entstanden ist, die Blogs sind ja sehr anregend, obwohl ich bei ihren Challenges und Stöckchenwerfaktionen nur selten mitmache, aber doch einiges kommentiere und ziemlich genau vor einem Jahr löste ich bei Mara Giese auch eine Aktion aus, als ich schrieb, daß ich hundertfünfzig Bücher pro Jahr lesen würde, denn 2012 waren es 154.
Soll man das oder nicht?, lauteten die diesbezüglichen Kommentare und die meisten meinten, man soll sich nicht so hetzen, weil man dann ja auch nicht mehr nachdenken und über seine Bücher reflektieren kann. Wie wahr, aber diese Zahl war für mich richtig, 2013 sind es 176 geworden, da habe ich am 1. Jänner still und heimlich zwei hinuntergestrichen und aufs nächste Jahr verlegt und zu Weihnachten einen Lesemarathon eingelegt, denn zu der großen Zahl ist es durch die vielen Bücher gekommen, die ich in den Kästen finde oder aus den Abverkaufskisten kaufe.
Und die Bücherkästen habe auch meine literarische Produktion angeregt. In der “Mimi” habe ich das erste Mal darüber geschrieben und 2012 in der Grundsteingasse auch ein Stück daraus gelesen. In der “Absturzgefahr” gibt es den Großvater, einen ehemaligen Schuldirektor, der zum Leidwesen seiner Tochter sammelt und da gab es ja auch beim Schrank eine Zeitlang einen alten Herrn, der Frank Gassner herausforderte. Die Selma in der “Frau auf der Bank” ist eine Bücherschrankbenützerin und die alte Frau aus “Zum Sterben sollte man zu Hause sein” benützt die solchen.
Da kam dann schon die Idee über das Bücherlesen und die Bücherlisten zu schreiben. Richtig in “Zwillingswelten” kommt das auch schon vor, da ist es die Lisbeth, die ihre Liste hinunterlesen will, um dann zu ihren Richard zu können.
In den “Dreizehn Kapitel” geht die Laura in Pension und beschließt fortan ihre Bücher aufzulesen, die sie auch aus dem Schrank einsammelt und in der “Brüderschaft”, gibt es die Tante Lilly, die das tut.
“Nicht immer über alte Leute und über Bücher schreiben!”, hat eine Leserin einmal gemeint.
Ich fürchte ich kann es nicht lassen, denn ich trage mich auch jetzt schon wieder mit einer solchen Idee, während ich ja noch am “Nanowrimo” korrigiere.
“Anna kämpft gegen das Vergessen” könnte der Arbeitstitel lauten, Alzheimer könnte wieder eine Rolle spielen und die Bücher für zehn Jahre, die ja auf meinen Listen stehen oder auch das sich Hanteln von Buch zu Buch. Das ist eine Idee, die mich auch schon lang verfolgt, ohne recht zu wissen, wie man das in der Praxis umsetzt, ohne zu viel zu zitieren und die Verlage und die Rechtsanwälte am Hals zu haben.
Jetzt gibt es ein Buch in dem das offenbar gelungen ist.
“Tolstoi und der lila Sessel”, Mara Giese hat darüber gebloggt und die Kommentare gehen eindeutig von “Wow wie toll!”, höchstens kommt ein “Ich könnte das nicht!”, dazu.
Dazu braucht man wohl auch Zeit, wenn man jeden Tag ein Buch liest, wie das Nina Sankovich von 2008 bis 2009 nach dem Tod ihrer Schwester getan hat und dann noch darüber bloggt. Ich habe mir ja, als ich “Leselustfrust” entdeckte auch gedacht, das wäre vielleicht jemand, der nicht mehr aus dem Haus kann und sich beschäftigt. In diesem Fall weit gefehlt, für mich als Idee vorstellbar, wenn ich über die Pläne einer Pensionistin schreibe und ein Buch über 365 Bücher regt die Bücherblogger auch sehr an. Mich fasziniert es ebenfalls, obwohl ich es höchstwahrscheinlich nicht lesen werde, es sei denn, daß ich es einmal finde. Aber Bücher übers Lesen zur Lebensbewältigung gibt es einige.
Da ist zu Weihnachten ja auch die “Romantherapie” aufgetaucht, ein Buch, wo ein paar Literaturwissenschaftler oder Romantherapeuten, wie es sie schon in England gibt, Bücher zu allen Lebenslagen zusammensammelten und empfehlen, gegen Liebeskummer, Halsweh, Magendrücken, Geldnot, etc…
Nina Sankovich hat, wie ich dem Probekapitel bei “Amazon” entnahm, mit Bram Stokers “Dracula” angefangen und der steht ja auch auf meiner Liste und ich habe, als es die Bücher der Büchertürme gegeben hat, für mich entdeckt, daß man in der Badewanne am frühen Morgen und am Abend sein tägliches Buch lesen kann. Das geht manchmal, wenn das Buch dünn ist und leicht zu lesen. Wenn es zu schwer und zu unverständlich ist, wie damals Richard Obermayrs “Gefälschter Himmel” habe ich es nur überflogen und nicht verstanden und damals auch nicht besprochen.
Bespricht man jedes Buch, wie ich es seit ich blogge praktiziere, liest man genauer. Am Arno Schmidt bin ich aber auch gescheitert und für manche Bücher brauche ich eine Woche, wie für den Köhlmeier zum Beispiel oder den Orhan Pamuk.
Die Bücherliste mit ihrer anwachsenden Jahreszahl und mein Ehrgeiz treibt mich aber an, möglichst viel zu lesen.
Die Zweihunderterzahl ist für mich solange ich den Brotberuf mit seinen zwei Kassenverträge habe, auch nicht zu schaffen und das Schreiben ist für mich sowieso das Wichtigste, da fährt die Eisenbahn darüber, auch wenn das niemand merkt und zur Kenntnis nimmt.
Aber wenn die tollsten Bücher in den Schränken liegen, will man sie auch lesen und mit meinen Bücherbeschränkungsplänen, wie ich sie mir gegen Jahresende wieder ernsthaft vornahm, nachdem ich schon im Frühling daran gescheitert bin, scheint es auch diesmal nicht zu klappen, an den Schränken und den Kisten vorbeizugehen, wenn Richard Fords “Canada”, die “Glasglocke” oder, wie das im September bei Kuppitsch einmal der Fall war, drei brandneue Neuerscheinungen darin liegen. So warten auf meinen Listen schon wahre Gustostückerln, auf die ich mich schon sehr freue, wie Jan Kossdorfs “Spam”, das nun bald an die Reihe kommen wird.
Tom Rachmanns “Die Unperfekten” muß noch länger warten, wie Andreas Unterwegers “Wie im Siebenten” und im nächsten Jahr kommt das an die Reihe, was ich damals bei diesem tollen Bücherflohmarkt fand.
So wäre die Idee, ein tägliches Buch zu lesen, eine schöne Vorstellung, meinen SUB zu reduzieren oder noch ungenierter bei den Schränken zulangen zu können. Die Idee im Sommer oder zu Weihnachten einen Lesemarathon zu machen, hilft da auch ein Stück weiter und eine Idee habe ich ja auch in einem Blog gefunden, die ich ausprobieren will. Nämlich einen Bücheradventkalender.
Im Dezember täglich beim Schrank vorbeischauen und versuchen ein Gustostückerl zu finden und das dann in den Ferien auflesen. Wird bei meiner langen Liste nicht einfach sein, ich will es aber probieren und habe auch viele Wünsche von Büchern, die ich gerne finden will und auch noch tolle Bücher auf der 2014 Liste, da ich ja weder das Buch der Marion Poschmann noch das der Margarita Kinstner und der Mariana Gaponeko schon gelesen habe.
Schönes Lesen also und Bücher übers Lesen helfen den Bibliophilen oder werden vielleicht für sie gemacht, wie auch ich schon sehr gespannt bin, wie es mit meinen Schreibeplänen weitergeht. Für die die jetzt mahnend den Fingern in die Höhe halten und “Nicht schon wieder!”, stöhnen, werfe ich das Versprechen ein, daß ich auf jeden Fall eine Planungsphase einlegen werden, um auf andere und neue Ideen zu kommen, bevor ich zu schreiben anfange. Vielleicht läßt sich das Bücherauflesen auch mit etwas anderen kombinieren.

Weiter mit der Indie-Front: Christian Döring

Gerade habe ich die Vorschau meines zweiunddreißigsten selbstgemachten Buches, fünfzig Mal gedruckt und dann via Blog bzw. Handtasche in die Öffentlichkeit getragen, auf den Blog gestellt da bin ich gestern auf einen neuen interessanten Indie-Autor gestoßen, so daß ich meine kleine Serie, die ich bisher über Bela Bolten und Martina Gercke machte, erweitern will.
In den letzten Jahren hat sich ja, seit der große “Amazon” seine Tore für die Selbstmacher geöffnet hat und Wolfang Tischer von Literaturcafe immer wieder solche Seminare anbietet, einiges getan, so daß ich, die mit dem Selbstgemachten, obwohl so schön, so schnell, so billig, eher ablehnende Erfahrungen gemacht habe, bis dahin, daß mir Wikipedia meine bei Digitaldruck.at erschienenen Bücher einfach hinausgestrichen hat, die bei Digi/Melzer und bei “Novum” gedruckten, hat er mir gnädig oder auch aus Unkenntnis drinnen lassen, einiges geändert, was ich schon im Juli vor zwei Jahren mit meinem “Kehrtwendeartikel” beschrieben habe.
Das geht jetzt ein bißchen weiter, es gibt wahrscheinlich schon große Selbstmacher wie Emily Bold, Martina Gercke, die inzwischen mit Katja Schneidt ein neues Buch herausgegeben hat, Nika Lubitsch, Nicola Hotel, etc, etc…
Die Liste kann wahrscheinlich unendlich erweitert werden, denn das Schreiben boomt.
Bei Literaturcafe.de kann man darüber mehr erfahren, denn Wolfgang Tischer bietet da auch seinen Ratgeber an, macht Seminare, das nächste sogar in Wien und gibt Erfahrungsberichte. Die anderen Autoren und die Rezensenten rümpfen höchstwahrscheinlich immer noch die Nase. Und bei den Interviews mit Bloogern und Buchhändlern kann man meistens auf die Frage “Wie halten Sie es mit den Selbstpublishern?”, lesen “Nö, interessiert mich nicht, denn da muß schon ein Verlag die Vorauswahl treffen!”
Ich bin da als selber “Selbstverlegerin” anders, interessiere mich für alles und da bin ich gestern ja, als “Emma schweigt” kurz veröffentlicht war und ich Rezensionen zu dem Buch suchte, auf einen interessanten Blog gestoßen.
“buecheraendernleben” heißt der und im “About”, steht das, das eine Seite ist, die “Christliche Neuerscheinungen” vorstellt.
Das ist schon einmal interessant und für mich konfessionslose Atheistin ungewöhnlich, so googlete ich den Namen Christian Döring nach, der im Impressum angegeben steht und fand da einen Fernsehmoderator und einen Lektor, der in Italien Schreibseminare anbietet und dachte, das kann der aber nicht ganz sein, denn es gibt auf den Blog noch eine Seite mit “Eigenen Büchern”, das ist schon eine ganze Liste und einen Blogroman gibt es auch. Eigentlich zwei, denn der erste, ist schon bei “Amazon” zu bestellen und Blogromane sind ja auch sehr interessant und wahrscheinlich, werde ich demnächst einen rezensieren, der inzwischen bei einem Schweizer Verlag erschienen ist.
In diesem Fall habe ich Christian Döring ein Mail geschrieben und ihm um Auskunft über seine Identität und die christlichen Seiten gebeten und dann herausgefunden, es gibt noch eine andere Seite, die christliche Literatur verbreitet und herausgefunden, daß Christian Döring 1962 in Güstrow geboren wurde, seit vielen Jahren für christliche Plattformen Rezensionen schreibt und 2012 eine solche Plattform gegründet hat.
Es scheint auch eine Schreibgruppe christlicher Autoren zu geben, die zusammen Blogromane schreiben. Denn die “Wege des Herrn”, ist der erste. Man kann ihn bei “Amazon” offenbar in gedruckter als auch in E-Book-Form erwerben und ist im August auf 2012 auf Christian Dörings Blogseite entstanden. Da hat er das erste Kapitel, um den Studenten Andreas, der nach Berlin zum Theologiestudium fährt, hineingestellt und andere aufgefordert mitzumachen. Es haben sich offenbar genügend andere Christen oder vielleicht auch Nichtchristen gemeldet.
In der “Amazon Vorschau” gibt es noch ein zweites Kapitel von Stephanie Rapp, wo eine junge Frau nach Berlin autostoppt, die von einer alten mitgenommen wird und an dem Buch haben noch weitere neun Autoren je ein Kapitel geschrieben, Christian Döring offenbar, wie ich bei meinen “Dreizehn Kapitel” das letzte und auf seiner Seite gibt es inzwischen den zweiten Blogroman mit dem Arbeitstitel “Der Hauskreis oder fromme Diebe lügen nicht”, da kann man mitlesen und vielleicht auch mitschreiben und Christian Döring, der inzwischen in Alt Ruppin leben dürfte, hat auch zwei christliche Krimis geschrieben, nämlich “Geklaute Orden”, der zweite Neuruppiner Stadtkrimi und “Mord an der Klosterkirche”, das ist der erste, wenn man den kauft, geht ein Teil des Geldes, direkt an den Bau eines Spielplatzes der Kirchengemeinde, so daß man dem Buch viele Käufer wünschen kann und in dem Probekapitel kann man von einem Mann namens Waldemar lesen, der mit seinen Hund Arnold Gassi geht, dabei den frühen Morgen wählt, damit er nicht von anderen angepöbelt wird und dabei offenbar eine Leiche findet.
Ich habe beim “Mord eines Jurymitglied” etwas Ähnliches gemacht und Christian Döring hat, liest man auf seiner Bücherseite noch einige andere Bücher geschrieben, die ich in ihrer Mischung sehr interessant finde.
Da spricht ein Ossi mit einem Wessi über die Parteienlandschaft der ehemaligen DDR. Es gibt ein Buch, das die leidige Frage beantwortet “Wohin mit meinen Manuskript?” und dann noch einige Texte in Anthologien und einige Erbauungsbücher, die mich wahrscheinlich weniger interessieren. Aber trotzdem eine interessante Neuentdeckung und eine interessante Seite, die ich sehr empfehlen kann und für die, die “Emmas Schweigen” lesen wollen, lohnt es sich besonders hinzuschauen, denn das kann man da auch gewinnen.