Richtig der” Tag der Lyrik im März” naht in Bälde, im Literaturhaus gab es schon den traditionellen Folder des “Literaturkreis Podium” und Friedrich Hahn widmete seine heutigen “Textvorstellungen” auch der “Lyrik zwischen Spontantät und Sitzfleisch”, lud zwei Autoren und eine Autorin mit ihren Lyrikbänden und Textminaturen ein und erwähnte in der Einleitung, daß in seinen Workshops oft diese Frage gestellt würde, ob das Gedicht aus einem Einfall entsteht oder man daran arbeiten müße?
Die meisten Lyriker werden wohl auf das Zweite bestehen, die Slamer sind vielleicht spontaner und so saß auch Markus Köhle mit einem Notizbuch im Publikum und Gabriele Ecker von der “Literaturedition Nö” einige Reihen hinter mir, aber zuerst kam der Burgenländer Michael Hess mit zwei Bänden aus der “edition lex list”, wo sich Friedrich Hahn nach dem Namen dieser Edition erkundigte. Wenn ich mich irre, wurde das bei der Veranstaltung im Literaturhaus erwähnt und der mir bisher unbekannte Autor, Texter, Bibliothekar und Historiker überraschte mich schon mit seinem ersten Gedicht. Das wollte ich schon mal meinen Klienten sagen. Dann kam die “Panonninsche Küche” und das Gedicht von der Omama mit der weißen Schürze, den Ansichtskarten von den Enkelkindern, den Heiligenbild im Schlafzimmer und und die fehlen wird und das mit dem “Bass im Bus”, all das im burgenländischen dialekt, flott vorgetragen, einiges vertont und am Schluß kam noch ein Lied.
Das ist spontan entstanden wurde von Friedrich Hahn vermutet und bestätigt und war für mich sehr frisch und spannend.
Auch die 1959 in Neustift bei Scheibbs geborene Barbara Pumhösel, die in Italien lebt war mir unbekannt. Sie hat früh zu schreiben und spät zu publizieren begonnen, wie Friedrich Hahn erfragte und 2013 zwei Gedichtbände herausgebracht.
“dammar” zu Bildern von Walpurga Ortag-Glanzer in der “Literaturedition Nö” und “Parklücken” in der “Neuen Lyrik aus Österreich”.
Hier geht es auch um “Grenzlinien” und “Zwischenräume” – Linien, Fläche, Raum wie die Autorin erklärte, die ihren ersten Lyrikband auch in Italienisch geschrieben und auch schon einige italienische Kinderbücher hat und im Gespräch mit Friedrich Hahn meinte, daß sie eine “Feilerin” sei und ein Gedicht oft erst Jahre später fertigstelle und verändere.
Der dritte Autor, ebenfalls mir bisher unbekannt, kam aus Linz, der 1945 geborene Xaver Remsing, der auch schon aus dem Italinischen übersetzt hat und in “verbal polaroids”, englisch ausgesprochen, eigentlich Prosaminiaturen geschaffen hat, die sehr interessant waren.
Da gab es eine über “Woyzek”, der mit einer Suppentasse auf einer Hotelterrasse steht und einem Reh, das sich am Tag in ein Stück Holz verwandelt und sich am Abend in seiner wahren Gestalt erhebt.
Am Schluß las der Autor dann doch ein Gedicht und Friedrich Han erwähnte die “Lyrik der März der GAV” und lud alle dazu ein, aber da werde ich in Leipzig sein und so war die frühe Vorstellung von drei mir bisher unbekannten Autoren, eine gute Gelegenheit an die “Lyrik im März” zu denken und auch den Podiumsfolder aufzuschlagen und darin zu schmökern.
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Von den IG-Autoren zur anderen Buchmesse
Das schreibe ich jetzt schon zum fünften Mal, denn seitdem gibt es die von Margit Kröll beziehungsweise dem “anderen Buch”, einer Selbstvermarkteraktion, origanisierte Buch- und Leseveranstaltung, die diese im Anschluß an die GV der IG veranstalten.
Die GV der IG-Autoren, bei der ich schon seit zwanzig oder dreißig Jahren Einzeldelegierte bin, hat früher im November stattgefunden. Dann hatte Gerhard Ruiss einen Zusammenbruch und die Veranstaltung mußte auf Februar verschoben werden, was seither beibehalten wird. Margit Kröll, die Kinderbetreuerin in einem Kinderhotel, ich glaube, in Tirol ist und auch Kinderbücher schreibt, habe ich bei den IG-Autoren kennengelernt.
Bei der ersten Buchmesse, zu der wir nach dem Spaziergang auf die Mostalm kurz vorbei schauten, haben wir je ein Buch gewonnen, seither gibt es den Literaturslam, wo ich immer gelesen, aber nie etwas gewonnen habe, denn das taten immer junge Schauspieler mit lustigen Kindertexten. Ich habe aus der “Mimi”, der “Absturzgefahr” und “Kerstins Achterln”, wie ich meinte, ohnehin eine trashige Szene gelesen, das mit dem Eis und der Margret zum Beispiel.
Da ich gerne lese, habe ich Margit Krölls und Nicole Engbers Einladung wieder angenommen und werde das “Grufiemädel” aus der “Brüderschaft” lesen.
Vor zwei und drei Jahren war die Veranstaltung in einem Architekturbüro in der Seidengasse, also vom Literaturhaus gut zu erreichen. Im Vorjahr am Yppenplatz und jetzt im “Werk” in der Spittelauerlände. Also ganz weit, was nicht so gut ist, weil ich mich ohnehin ein bißchen krank fühle. Aber ich werde mir einen Tagesfahrschein leisten. Im Vorjahr, kann ich mich erinnern, bin ich durch den Schnee ins Literaturhaus gestapft und habe mich geärgert, daß den am Wochenende offenbar niemand wegräumte, mir aber ein kleines Buchwerbebüchlein von Johannes Mario Simmel aus dem Jahr 1948 überließ.
Heuer war es schön warum und die GV beginnt meistens mit einem Frühstück, beziehungsweise mit Kaffee und Kuchen vom Buffet. Zu meiner Überraschung habe ich Robert Eglhofer gesehen, der das erste Mal bei der IG war.
Überhaupt sehr viele neue Gesichter, das habe ich schon bei der Regionalversammlung festgestellt, aber auch die alten der Vorstandsmitglieder und die Kollegen aus den Bundesländern, die ich nur bei den GVs sehen. Auf einen Tisch lagen die Zettel mit den Anträgen auf, die besprochen werden, aber zuerst gab es den Kassenbericht und dann Gerhard Ruiss Bericht zur Festplattenabgabe, die, wie er betonte, sehr gute Chancen hat, umgesetzt zu werden, weil der neue Kulturminister dafür steht und dann die anderen bekannten Themen, die Zentralmatura zum Beispiel, über die Ludwig Laher, der sich diesbezüglich sehr engagiert, berichtete und über die man derzeit sehr viel hören kann, weil es jetzt die ersten Probedurchläufe gibt, alle verunsichert sind und auch schon in den Nachrichten die Frage aufgerufen wurde, ob man überhaupt noch eine Matura braucht, wenn man für das anschließende Studium ohnehin überall eine Aufnahmsprüfung machen muß?
Über die Verlagsförderung wurde gesprochen und darüber, daß nur die Verlage die bekommen sollen, die ihren Autoren auch Tantiemen zahlen und literarische Produktionen haben und nicht etwa Kochbücher oder Wanderführer verlegen und darüber, daß der ORF das Funkhaus in der Argentinierstraße ausgliedern oder verkaufen will, was ich auch schon in Ö1 oder in der “Alten Schmiede” hörte.
Die Festlegung der Mindesthonorare für Lesungen war auch ein Thema. Da geht es mir als Semiprofessionelle ja seltsam, denn ich lese umsonst, wenn ich nicht anders kann. In der “Alten Schmiede” gibt es ein Honorar, das den Mindestanforderungen entspricht, aber sonst, reiche ich meist, wie auch bei der Buchmesse, den GAV-Honorarzuschuß ein, den man zweimal im Jahr bekommen kann.
Das Burgtheater ist auch in der Krise, das geht die IG zwar nur insofern etwas an, weil vielleicht die Probebühnen im Casino oder Arsenal eingespart werden, die auch Stücke von jungen Autoren aufführen und dann brachte Sylvia Treudl einen Antrag zur elektronischen Gesundheitsakte ein, die ja im nächsten Jahr kommen soll. Zwar auch kein primär literarisches Thema, höchstens für einen Verschwörungsroman, aber viele Ängste auslöste.
Dazwischen gab es zu Mittag Würstel, am Nachmittag Kaffee und Kuchen und am Abend noch einmal Smalltalk beim Buffet. Leider fühlte ich mich gesundheitlich etwas angeschlagen, so daß ich mich sowohl beim Essen als auch beim Smalltalk zurückhielt. Die Ruth ist aber wieder, wie im vorigen Jahr, von ihren Familienschiurlaub zurückgekommen und hat mit Schischuhen und Gepäck das Literaturhaus betreten. Am Sonntag gabs dann noch die Wahl, die jedes zweite Jahr stattfindet, wo der Vorstand bestäigt wurde, beziehungsweise durch den freigewordenen Platz von Rolf Schwendter ersetzt wurde.
Dann ging es am Bücherschrank vorbei, wo eine Frau gerade am Ausräumen war, in die Spittelauerlände, in das “Werk” im Stadtbahnbogen, einer freigewordenen Autowerkstatt, das ich wider erwarten erstaunlich schnell gefunden habe und als ich vor halb vier dort eintraf, war die Lesung von Ingeborg Anna Ortner, von der der Alfred vor vier Jahren das Buch “Erdenschwer” gewonnen hat, aus “Der Falke aus Kurdistan” über einen Flüchtling, der aus dem Irak nach Österreich gekommen ist, schon fast vorbei und das Theaterstück “Der Hase Donnerstag” nach dem Buch von Nicole Engbers ebenfalls.
Während Margit Kröll zauerte bin ich ein Stück am Donaukanal spazierengegangen, denn es war herrlich schönes Frühlingswetter.
Dann kam Manuel Dragan der Vorjahrssieger mit einer Lesung über “Regentropfen” und einigen Tiergedichten, die er wieder nach Heinz Ehrhardt geschrieben hat.
Dann kam der Slam, diesmal vier Damen, die fünfte angemeldete, hat sich offenbar nicht zu kommen getraut. Ich habe zum dritten Mal als Erste gelesen und wieder nicht gewonnen.
Dann kam Bettina Ferbus mit einer Kindergeschichte, “Die Möwe und die Nixe”, wo die kleine Möwe so gerne eine Nixe werden will und ihr das schließlich durch Mut und Beharrlichkeit gelingt.
Die dritte oder vierte Leserin war eine Sechzehnjährige, von der ich vorher hörte, daß sie nicht als erstes lesen hätte wollen. Es war ihre erste Lesung und sie hatte einen Fantasytext, wo eine starke Dame erlebt, daß es sich nur für die Liebe zu kämpfen lohnt.
Danach kam Manuela Forst, die schon im Vorjahr gelesen hat mit einem Drachenfantasyprojekt und danch wieder Paul Fülöp aus Tirol mit seinen meditativen Texten zu denen er diesmal eine mediative Textbegleitung des Santurspielers Iman Khammar hatte.
Dann kam eine lange Pause, wo “Novi Sad”, die nach Torsten Low ihr Konzert hatten, ihre Instrumente aufbauten, die Lesung von Hemma Schliefnig, die nach der Preisverleihung lesen hätte sollen, entfiel und mir wurde langsam kalt, so daß ich nach der Preisverleihung, wo, wie von mir vorausgesagt Bettina Ferbus mit ihren Kindertext und die Sechzehnjährige gemeinsam gewonnen hat, gegangen bin.
Natürlich etwas enttäuscht, daß es nicht klappt, obwohl die andere Buchmesse, das von den IG-Autoren beschlossene Mindesthonorar für die gewonnene Lesung höchstwahrscheinlich ohnehin nicht bezahlt hätte und ein interessanter Lesungsnachmittag und Abend war es allemal, obwohl weniger Leute und insgesamt auch weniger Programm.
Mit einer Journalistin, die mich für eine Frauenmagazin interviewen will und das auch schon mit Ilse Kilic hat, habe ich gesprochen, Deutschlands jüngste Verlegerin, die wir auch in Leipzig besuchen können, ist wieder ein Jahr älter geworden und als Nachtrag zur IG-GV kann ich von einem Mail von Karin Invacsics berichten, der ich beim Kaffee erzählte, daß ich “Wanda wartet” gelesen habe, in dem ja steht, daß ich ihr Lieblingsbuch “Aufzeichnungen einer Blumendiebin gerne finden möchte. Jetzt will sie es mir schicken. Und der Slam wurde von Heidelinde Gratzl mit dem Akkordeon untermalt, die bei den “Wilden Worten” mit Dagmar Fischer kennenlernte.
Und hier das Video von meiner Lesung
Arbeitsbericht
“Wie gehts mit dem neuen Projekt? Ist das erste Kapitel schon geschrieben?”, werden meine Leser vielleicht fragen.
Nein, habe ich nicht. Keine Zeile, obwohl ich schon einen Titel habe.
“Anna kämpft gegen das Vergessen!”
Dann ist mir noch ein “oder Titel” eingefallen, den ich aber wieder vergessen habe. Als ich am Mittwoch den euphorischen Neubeginn-Bericht geschrieben habe, mit der Anna anschließend essen war, beim “Wortschatz” drei ganz gute Bücher für mich und acht “Reader Digest” für die Oma gefunden habe, habe ich nach meiner drei Uhr Stunde, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich ins “Jüdische Museum” ging, beginnen können und bin nervös geworden. Das ist so eine Altlast bei mir, ich setze mich vor das Blatt oder jetzt vor den Laptop und im Hirn rast die Gedankenkette ab “Du kannst es nicht! Das wird sicher wieder nichts! Nicht immer über alte Leute und über Bücher schreiben!”
Das hat mich schon bei einigen meiner Bücher an die Wand schreiben lassen, wo ich dann mit den halbherzigen Versuchen übergeblieben bin. Jetzt nachdem es das das siebenunddreißigste Buch und vierdreißigste Selbstgemachte wäre, gehe ich damit natürlich schon ein bißchen anders um. Sage mir “Hör mal, Eva, natürlich kannst du schreiben, da gibt es ja die lange Reihe mit den kleinen weißen und den zwei grünen Büchern in deinem Regal. Aber du hast auch deine Schwächen und das wäre wieder eine Chance darüber hinwegzukommen und irgendwo stehst du ja bei deinem Schreiben! Hole dich da ab, sei geduldiger, laß dir Zeit etc!”
So weit so gut und vollkommen richtig, die Krisen, die ich vor zwei Jahren hatte, zeigen aber, daß das Problem vielleicht ganz woanders liegt. Da schreibe ich und schreibe und keiner nimmt es wahr und niemand merkt es.
Was kann man dagegen machen? Eigentlich hätte ich da ja etwas ganz Tolles dagegen zu setzen, nämlich das Literaturgeflüster und meine Schreibberichte, das Problem ist da aber auch, daß mir auch da keiner mailt “Schick mir doch mal ein Rezensionsexemplar, ich schaue es mir gerne an!”
Nein, nichts, das große Schweigen ist die Reaktion, so als gäbe es meine zweiunddreißig selbstgemachten Bücher nicht. Und als ich zum dreißigsten das große Gewinnspiel machte, ist keine einzige Reaktion darauf gekommen.
Muß ja nicht, aber was kann ich anders machen? Natürlich einiges, ich könnte mir Zeit lassen, zum Beispiel und das habe ich ehrlich vor, bis zum, sagen wir einmal dreizehnten Oktober, wenn Stockholm natürlich wieder nicht anrufen wird, für den Rohentwurf, dann laße ich es mir lektorieren, streiche meine falschen “S”, Fälle, etc, heraus und schicke es unter einem Pseudonym, mit einem ordentlichen Expose versehen an die Verlagswelt.
Das hat mir Gerhard Jaschke einmal geraten, als er auf mich böse war, als ich ihn um seine Hilfe bezüglich des Literaturhauses gebeten habe.
“Mache ich natürlich nicht!”, habe ich damals gedacht.
Wahrscheinlich hat er recht, ich mache es aber wahrscheinlich trotzdem nicht und stelle das Ergebnis von Buch einunddreißig, zweiunddreißig, etc, wahrscheinlich auch nicht auf “Amazon”, weil ich mir denke, das wird sicher wieder nichts, obwohl ich das natürlich nicht wissen kann, wenn ich es nicht probiere.
Das ist schon klar. Aber alles was ich probierte, ist ja herrlich schiefgegangen und hat in einem Fettnäpfchen geendet, das Selbermachen beispielsweise, das ich an sich, 2000, als ich damit begann, für eine Superidee hielt. Dann sparte ich mir aber die ISBN-Nummer und keiner schaut es an, nimmt es wahr und Wikipedia hat mir die “Digis” hinausgestrichen, obwohl das Selbermachen ja inzwischen in und eine neue Möglichkeit ist. Wie komme ich also aus den Fettnäpfchen und zwischen den Stühlen, zwischen denen ich offenbar sitze, hervor?
Mir die Frage stellen “Hör mal, Eva, wo stehst du und da setzt du einfach an und machst weiter!”, ist wahrscheinlich der erste Punkt. Das Zeitlassen bis Oktober, wenn es geht, wenn es nicht geht, macht es natürlich auch nichts, aber ich habe noch nicht mit dem Schreiben angefangen, sondern mir zuerst einmal die Ideen notiert.
Da halte ich derzeit bei der Buchhändlerin, Anna fünfundsiebzig, die bei sich Alzheimer diagnostiziert und sich mit ihren Büchern therapieren will. Sie hat einen Sohn, Hans fünfzig, Bankbeamter, der seinen Zynismus und seine Hilflosigkeit hinter englischen Floskeln verbirgt “Da machen wir ein Outscoring!”, beispielsweise, eine Enkeltochter Johanna, fünfundzwanzig, die Literaturwissenschaft studiert hat und sich nach dem Tod der Oma als MAS-Trainerin ausbilden läßt. Sie stellt den Bericht über Anna auch auf ihre Seite als Blogroman. Und der pensionierte Verlagsleiter M.K findet ihn und nimmt darauf Bezug, das wären drei Ebenen, auf denen ich mich austoben könnte.
Da bei mir aber “nichts passiert”, beziehungsweise ich zu wenig abgehoben schreibe, habe ich gedacht, bevor ich beginne, sammle ich mal Plots, da kann ich mich ja durchaus an die Bücher, die ich lese anlehnen und schreibe ein paar Szenarien. A, B, C, Anfang, Mitte, Schluß, Spannungsbögen etc.
Dann natürlich, was ich schon früher machte, zu meinen Selbstgemachten gehen und das was davon über alte Leute und Bücher handelt, herausnehmen und durchlesen und dann zum Zeitungsstapel und da nach anderen Personen und Handlungsbögen suchen.
Da gibt es ja noch den falschen rumänischen Arzt, den alten Hausarzt und die Idee, daß Anna über ihre Bücher Geschichten ins Netz stellt. Anna ungelesene Bücherregale beispielsweise, damit müßte ich ja bis Oktober beschäftigt sein, denke ich jetzt, aber was weiß man schon genau?
Anni Bürkl verlost auf ihren Blog ein Gratiscoaching, wenn man auf seinen darüber einen Artikel schreibt und ihr ein Expose und das erste Kapitel schickt, aber das habe ich ja noch nicht und sie ist ja wegen dem getauschten Buch vor Jahren böse auf mich. Es wird also ohne gehen, weil ich ohnehin nicht ganh sicher bin, ob mir ein Coaching wirklich etwas bringt oder das ist, was ich brauche?
Ich müßte die Freude an meinen Figuren finden und nicht aus lauter Angst, daß ich das, was ich schon habe, schon wieder nicht gelungen ist, mich verkrampft an die Wand schreibe, sondern bis Oktober experimentieren. Dann kriegt es der Alfred und ich kann immer noch entscheiden, traue ich mich mal das bei “Amazon” einzustellen, aber die Leser können ja auch auf den Blog reagieren und nicht immer denken, das “Selbstgemachte interessiert uns nicht!”
Das ist schon ein Dilemma, weil ich ja wirklich nicht weiß, wieso es ausgerechnet bei mir nicht geht, so schlecht und so blöd bin ich ja sicher nicht! Warum sitze ich dann immer in den Fettnäpfchen und keinen interessierts, was ich über Alzheimer schreibe, obwohl das sicher ein interessantes Thema ist und ich, auch wenn ich nicht so abgehoben und auch ein bißchen fehlerhaft schreibe, das sicher kann, weil ich wahrscheinlich schon mehr, als die meisten anderen, die Erfolg haben, geschrieben habe.
Die Fehler kann man weglektorieren und wie es mir mit einem Plot und einer trashingen Handlung geht, werde ich herausfinden. Zu Trashing braucht sie ja nicht sein, sondern mich frei und nicht gegen die Wand schreiben und dann versuchen, vielleicht doch einmal bemerkt zu werden.
Ich habe es wieder vor. Ein paar Seiten schon in meinem Notizbuch notiert, als nächstes kommen die Bücher und das Plotschreiben und das Szenenschreiben in der Schreibgruppe, hat mir bei der “Brüderschaft” ja auch geholfen.
Ein bißchen Feedback wär natürlich gut, aber was macht man wenn es nicht kommt? Weiter schreiben und die Berichte in den Blog stellen. Vielleicht wirds auch ein Blogroman und vielleicht bekomme ich auch noch einen anderen Handlungsbogen, wenn ich mich dann demnächst an die Materialrecherche mache. Und das kann ich bis Oktober ja überall tun, demnächst in Leipzig, dann gleich in Ungarn, wo wir wieder paar Tage hinfahren werden und dann natürlich im Sommer bei den selbstgemachten Schreibklausuren, in die ich mich ja wieder begeben kann.
Rauschen im Kopf
Jetzt gibt es die Besprechung von “Rauschen im Kopf”, dem Roman des 1948 in Maribor geborenen slowenischen Schriftstellers, Drago Jancar, der 1998 als bester slowenischer Roman ausgezeichnet wurde, bei Zsolnay erschienen ist, von der städtische Bücherei ausgeschieden im Schrank landete, wo ich ihn gefunden habe.
Drago Jancar ist mir wahrscheinlich schon wegen der Ähnlichkeit des Namens, obwohl meiner, beziehungsweise meine Großmutter ja aus der Tschechei stammt, ein Begriff.
Von “Katharina und der Pfau” habe ich eine Leseprobe. In der”Alten Schmiede” beziehungsweise bei “Jugoslawia Revisited” habe ich ihn gehört.
Der Roman beginnt ganz altmodisch mit einem Erzähler, der im Sommer 1975 in einer uralten k.u.k Strafanstalt der Stadt M., von dem Insassen Keber, der als Weltmann und Soldat, der die Welt bereiste, und vielerlei gesehen und in viele Kämpfe verwickelt war, geschildert wird, die Geschichte des Gefängnisaufstandes der Livada geschildert bekommt, die er mit dem jüdischen Aufstand und der Belagerung Masadas vermengt.
Ganz idyllisch wird das geschildert. Von der Hotelterrasse nebenan klingen Musikklänge und der große Keber hat nur zwei Macken, er kann keine obszönen Gesten, kein “Leck mich am Arsch”, sehen und hält das Scharren von Metalllöffeln nicht aus, hat er doch ständig ein “Rauschen im Kopf”, so der Name der Geschichte und damit hat es in der Livada auch angefangen.
Denn da wurde ein Basketballspiel, Jugoslawien gegen Amerika übertragen, das die Häftlinge gerne sehen wollte. So handelte Keber mit dem “Alten”, das ist der Direktor und ein bedächtiger Mann, aus, daß nur drei Wachen dabei sein sollten, damit es auch gemütlich ist. Wärter Albert spielte nun mit seiner Waffe, provozierte damit Keber und als er noch den Fernseher abdrehen wollte, drehte der durch und schmiß den Fernseher aus dem Fenster und so kam es zu dem Aufstand.
Wärter wurden als Gefangene genommen und Keber und sein Kumpan Johann mit dem Goldzahn marschierten in die Zelle des Buchhalters Alois Mraks, einen belesenen Mann, der den Gefangenen die Gesuche schreibt und machten ihn zum Sprachrohr und damit entglitten die Ereignisse, mit denen Dragor Jancar wohl zeigen wollte, daß Revolten meistens oder auch immer in Terror und Unterdrückung ausarten.
Vergleiche mit der russischen Revolution und der “Animal Farm” werden in den Rezensionen angestimmt und Dragor Jancar erzählt den Verlauf der gescheiterten Revolution sehr langsam und bedächtig in über zweihundersechzig Seiten mit vielen Rückblicken und den alltäglichen Grausamkeiten eines Gefängnisalltages, die sehr bald entgleitet.
Frauen aus Kebers Leben, die Huren Katharaina und Mascha in Odessa und die Kellnerin Leonica in Ljubljana, von der sich Keber nicht ganz sicher ist, ob nicht Johann etwas mit ihr hatten, kommen in Kebers Gedanken vor und auch der jüdische Aufstand wird als Methapher immer wieder daneben gesetzt.
In der Levada werden aber zuerst Forderungen aufgestellt, nach besseren Essen, besseren Haftbedingungen, besserer Hygiene, wogegen wahrscheinlich nichts zu sagen ist, Keber fordert aber auch die Wiederholung des Basketballspiels, worauf der Minister mit dem Alois Mrak verhandelt, zu lachen beginnt.
Eine schöne Journalistin wird eingeschleust und Keber darf sich mit ihr unterhalten und als der Gefängnispsychologe, die Haftbedingungen der Wärter inspizieren soll, läßt man ihn nicht mehr hinaus. Alois Mrak reißt indessen bald die Macht mit sich, ein Denunizant macht sich zum Polizeiinspektor, die anderen Häftlinge werden gequält, mißhandelt, gefoltert in der Friseurstube, in der ein Richtermörder das Kommando hat.
Auch Keber wird bald die Macht entrissen, man muß sich anmelden, wenn man zum Direktor will, der philosophiert in der Nacht mit dem Gefängnispsychologen, bringt ihm das Saufen bei und verkauft die Wächter nach und nach gegen Essen, das nicht gerecht verteilt wird.
So kommt es wie es kommen muß, Mrak gibt die Erlaubnis, daß der Innenminister mit dem Hubschauber landen darf, drinnen war aber ein Sonderkommando und Mrak wird ganz genau, wie in der franhzösischen Revolution von ihr aufgefressen.
Revolutionen lohnen sich nie und Aufstände geraten schnell in eine Diktatur, ist wahrschein das, was Drago Jancar, der selbst einige Jahre wegen “feindlicher Proaganda” inhaftiert war, sagen will.
Ein interessanter Roman schon wegen seiner Schreibweise und der bedächtigen Art in der mit vielen Wiederholungen, das erzählt wird, was eigentlich schon auf den ersten Seiten klar ist.
Am Schluß geht es wieder an den Anfang, das heißt in das k.u.k Gefängnis der Stadt M. zurück, wo Keber erzählt und die Band auf der gGegenüberliegenden Hotelterrasse ihr “Besa me mucho” “Küß mich wild” spielt.
Punk Pygmalion
Vor cirka zwei Wochen habe ich von einer Melusine Barby alias Jutta Pivecka ein Mail bekommen, das mich auf das Romandebut “Punk Pygmalion,” in der Schweizer “edition taberna kritika” erschienen, der auch Texte von James Joyce, Hartmut Abendschein, Elisabeth Wandler-Deck und Sudabeh Mohafez, verlegt, das im Blog “Gleisbauarbeiten” entstanden ist, aufmerksam machte.
Nun denkt man bei Melusine Barby wahrscheinlich an Fantasy für Girls.
Der Blog “Gleisbauarbeiten” gehört aber zu dem Lit.Net.Blogs-Projekt, über das Christiane Zintzen immer berichtet, zu dem auch die “Dschungl-Anderswelt”, E.A.Richter und einige der genannten Autoren gehören und Blogromane interessieren mich sehr und so habe ich mich, während ich auf das Buch gewartet habe, auch ein bißchen eingelesen und herausbekommen, daß Jutta Pivecka 1965 geboren wurde, in der Nähe von Frankfurt am Main lebt und Kunstgeschichte, Literatur- und Politikwissenschaft studiert hat.
Es gibt einen zweiten Blogroman von ihr, der von einer Melusine handelt und “Punk Pygmalion – Roman in Briefen”, was genau genommen eigentlich “mit Briefen” heißen sollte, entstand zwischen 2010 und 2012.
Das Buch besteht aus drei Teilen, die die Namen Ansgar, Lars und Emmi tragen, drei Zeichnungen von der Autorin gibt es auch, Helmut Abendschein, den ich auch von Christiane Zintzens Blog kenne, hat das Lektorat übernommen.
Und Pygmalion, bekannt durch Bernhard Shaw, ist die Geschichte von dem Bildhauer, der sich in seine Skulptur verliebt, die dann lebendig wird.
Hier beginnt es anders. Die Ich-Erzählerin M. genannt, Kunstgeschichtlerin, verheiratet, zwei Kinder und nicht sehr glücklich, fährt 2010 nach Berlin um ihrer frisch geschiedenen Freundin Emmi, beim Umzug zu helfen. Dabei finden sich Briefe, die in den Achtzigerjahren von den in Dänemark lebenden Hamburger Ansgar geschrieben wurde, den Emmi 1983 am Wannsee kennenlernte. Sie haben dabei auch eine Leiche gefunden.
Ansgar fährt nach Dänemark zurück, wo er bei seinen Vater lebt, BWL studiert, obwohl er Bildhauer werden will, er wird als grober Mann mit groben Händen geschildert und schreibt nun Briefe an die siebzehnjährige Emmi, er selbst ist zweiundzwanzig, wo er sie zu seinem Ebenbild formen will. Er drängt ihr seinen Musikgeschmack auf, Emmi läßt sich eine schwarze Punkfrisur schneiden und dreißig Jahre später, entsteht bei den beiden Frauen der Plan, daß M. die Briefe in ihren Blog veröffentlichen soll. Sie tut das auch und Emmi gesteht ihr, daß sie Ansgar wiedergesehen hat, eine Beziehung mit ihm eingegangen ist und verschwindet dann nach Frankreich in das Ferienhaus. Es kommen nur Ansichtskarten, bzw. Mails von ihr, in denen sie M. bittet, dem Blogroman eine positive Wende zu geben.
M. googlet nach und bekommt heraus, daß Ansgar ein berühmter Bildhauer geworden, aber inzwischen verschwunden ist, so suchen seine Frau Maya und sein Sohn Lars nach ihm.
Emmis Mutter ruft an und sagt, auch Emmi ist verschwunden, sie wurde nur im Juni in dem Haus gesehen und da war sie in Beleitung eines jungen Mannes, der wie Ansgar vor dreißig Jahren ausgesehen hat.
Ein Leser macht M. auf die Möglichkeit aufmerksam, daß man im Internet fälschen kann und Emmi meldet sich wieder um, M. die Adresse von einer Frau zu geben, die ein Kind von Ansgar hat, ihn aber nach der Geburt nicht mehr oft gesehen hat. Nur einmal kam Ansgar, der schon 1983 während einer Europareise verschwunden ist, um seinen Sohn Lars, der inzwischen in Berlin an der Kunstakademie studiert, seinen Skizzenblock zu überlassen.
Im zweiten Teil “Lars”, reist M. nach Berlin um Lars zu treffen, der inzwischen in einer Galerie seine “Fatherhood-Skulpturen”, er hat die Skizzen fertiggemacht, ausstellt, er führt M. durch sein Atelier und zeigt ihr die Zeichnungen der nackten Emmi mit der er sich offenbar sein Ebendbild erschaffen hat.
Dann kommt er noch einmal zu M. und bringt ihr schließlich einen USB-Stick, wo Emmi die Geschichte aus ihrer Perspektive schildert, wo sich die Identitäten noch einmal vermischen, M. zu Emmi wird oder umgekehrt und es ist sehr interessant zu erleben, wie sich die Fiktion mit der Wirklichkeit, der Blogroman mit der Realität vermengt.
Statt eines Nachwortes gibt es noch die Erklärung, daß im Jahr 1983 vier Wasserleichen angetrieben wurden und, daß in Deutschland derzeit etwa siebentausend Personen als vermißt gelten und sich die Polizei nur einschalten würde, wenn sie minderjährig, selbstmordgefährdet oder Opfer eines Verbrechens wären.
Ich finde Blogromane, wie erwähnt, sehr spannend. 2009 habe ich ein bißchen bei Karen Wiborgs “Sechzig Grad” mitgelesen. Auf Christian Dörings Seite gibt es einen, an dem eine christliche Autorengruppe schreibt, aber Jutta Piveckas Projekt ist experimenteller, verwirrender, vielschichtiger und für alle Interessierten, die wissen wollen, was im Netz alles möglich ist, das dann zu Papier wird, sehr empfehlenswert.
Einen berühmten Mailroman mit einer Emmi gibt es auch.
Ich blogge ja nicht gerade Literatur, sondern meine literarische Befindlichkeit, meine Veranstaltungsberichte, die Bücher, die ich lese und seit ein paar Jahren, auch regelmäßig meine Schreibberichte.
Auf die Idee einen Text direkt im Netz entstehen zu lassen, bin ich noch nicht gekommen, wäre aber interessant. Und ich habe ja auch ein Buch, das aus meinen Blog entstanden ist.
Kleine Kassa
Jetzt kommt was Aktuelles, aus der “Residenz-Frühjahrsproduktion”, die mich immer so freundlich mit Rezensionsexemplaren versehen, nämlich der Debutroman, des 1974 geborenen, in Berlin lebenden Martin Lechners.
“Ein atemloses Debut, das Provinzkomödie mit literarischer Virtuosität verbindet”, steht in Klappentext und das machte mich ein wenig ratlos, war die Geschichte des Lehrlings Georg, der da mit einem Koffer durch die Gegend stolpert, teilweise sehr bedrückend und auch so turbulent, daß ich Mühe hatte mitzukommen, um das, was da an einem Wochenende geschah zu verstehen und dann noch nach den Sinn zu fragen oder danach, ob das wirklich realistisch ist?
Aber das soll und will Literatur gar nicht, das habe ich schon begriffen, sondern unterhalten, beziehungsweise mit schöner Sprache in eine andere Welt entführen, etcetera.
Der Lehrling Georg Röhrs also, der laut Klappentext nicht der Schlauste ist, soll einen Koffer in die “Kleine Kassa” bringen, Schwarzgeld wahrscheinlich oder Sprengstoff, das weiß man nicht so genau, er sitzt damit im Bus, beziehungsweise, steigt er aus diesem aus, weil er ein Plakat entdeckt, auf dem ein Mädchen Werbung macht, das ihn an seine gewesene Freundin Marlies erinnert und dann beginnt das Laufen, Rennen, Stolpern, das ihn das ganze Wochenende in Atem halten und sein Leben durcheinander bringen wird. Denn er versäumt dadurch die Zeit, in der den Koffer abgeben soll, zieht ihn durch ein Feld, entdeckt dabei eine Leiche und wird von einem Feldhüter entdeckt, auf dessen Mofa er dann in ein Gasthaus flüchtet, wo er Abendessen will. Schnaps trinkt er auch, die Tochter des Wirtes verführt ihn in ein Zimmer, der Feldhüter erscheint, erzählt die Geschichte und fotografiert ihn, so daß Georg in ein anderes Dorf flüchtet, den Koffer läßt er vorerst, glaube ich, in dem Gasthaus stehen, sowie seine Schuhe. Er hebt aber vom Bankomaten seine Ersparnisse ab, geht zu einem Friseur, um sich Dreadlocks machen zu lassen, um nicht erkannt zu werden. Der nimmt ihn aus, und Georg hastet, flüchtet, stolpert weiter, gerät dabei in seine Vergangenheit, erzählt von seiner Mutter, seinem Vater, hat Pahantasien wann und wie er er seinem Chef den Koffer wieder zurückgeben wird, hält auch großschnauzige Reden, wird von einem Schulkollegen angegriffen, und so weiter und so fort.
Dann geht er mit dem Koffer in ein Hotelzimmer, wo er dieselben Schwierigkeiten hat. Jetzt wird er für den Mörder des Toten auf dem Feld, von dem man nur den Namen “Robert” erfährt und nicht, wie er dorthingekommen ist, gehalten. Georg nennt sich in dem Hotel und bei Nore, der Wirtstochter so. Er flüchtet wieder, kauft sich Schuhe, trinkt Schnaps, landet im dritten Kapitel dann in einem Einkaufswagen, wo er von Obdachlosen geschoben wird. Er verkommt äußerlich auch immer mehr, führt aber ein Radio mit sich und natürlich auch den Koffer, besucht den Vater und einen Freund, der Zivildiener in einer psychiatrischen Klinik ist, kommt dann wieder zurück zu Nore, die ihm eine Schere gibt, mit der schneidet er sich den Zopf wieder ab, um sich seinen Traum zu erfüllen und aus der Enge der Provinz in ein Hotel am Meer zu fahren, wo er Liftboy werden will.
Das hat mich teilweise, wie erwähnt sehr bedrückt, habe ich doch Schwierigkeiten mit den “Hans in Glück- Geschichten”, wo die Helden von vornherein keine Chance haben.
An den “Hundertjährigen der aus dem Fenster stieg“, hat es mich erinnert, denn der fhrt ja auch mit einem Schwarzgeldkoffer durch die Gegend und an Thomas Klupp “Paradiso”.
Am Titelbild sieht man auch eine Landstraße, die an ein Roadmovie denken läßt, aber Georg hastet ja hauptsächlich durch Felder, beziehungsweise umkreist er die heimatlichen Dörfer und ist am Ende gar nicht der Verlierer, als der er scheint? Er kommt ja immer zurück, um den Koffer zu holen oder entkommt den ausweglos erscheinenden Situationen, mit den vielen Angreifern, die sich auf ihn stürzen.
An Evelyn Grills Provinzgeschichten erinnert es mich auch und an Thomas Bernhard, was in Tagen, wie diesen nicht sehr schwierig ist, so daß ich sehr gespannt bin, auf die Eindrücke der anderen, die es noch zu lesen gilt.
Im Netz ist derzeit nicht sehr viel über Martin Lechner zu finden, dessen Buch erst vor ein paar Tagen erschienen ist. Es gibt einen Trailer, der auch nicht viel weiterhilft und eine Lesuung vor ein paar Tagen in Berlin, die ich natürlich versäumte.
Georg Klein hat das Buch “einen abenteuerlichen schmerzensüßen Heimatroman” genannt. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich ihm zustimmen soll, habe aber einen neuen, mir bisher unbekannten Autor kennengelernt.
Elfriede Gerstl auf Hebräisch
Vera Albert, die Kollegin vom KAV-Supervisorenpool habe ich vorigen April bei der “Veza Canetti- Veranstaltung” getroffen und dann auf der Buch-Wien wieder, wo sie mir von ihrem Verlag erzählte, der “edition mittelmeer 23”, wegen der dreiundzwanzig Mittelmeerländer, den sie 2010 gegründet hat und in dem sie zweisprachige MP3CDs herausgibt.
Da gibt es eine mit Texten der ägyptischen Journalistin Heba El Afifi, sowie Adolf Holls Texte auf Italienisch und dann als dritte Ausgabe “A bissal gfiacht a bissal gfreit” mit Texten aus einigen Gerstl-Büchern mit Originalaufnahmen, sowie drei deutschen und drei hebräisch Lesenden und einem Text auf Elfriede Gerstl von Doron Rabinovici aus “Im Widerhall der Worte”.
Diese CD habe ich Vera Albert, als Elfriede Gerstl-Fan, der ich ja irgendwie bin, abgeschnorrt und dann auf unseren CD-Player nicht abspielen können.
Aber es gab am Mittwoch eine Präsentation im jüdischen Musueum, auf die ich mich schon sehr freute.
Einige bekannte Gesichter von denen ein paar aus dem Supervisorenpool stammen, da gibt es ja immer wieder Überschneidungen und Kollgegen, die ich literarischen Veranstaltungen treffe, so zum Beispiel bei denen der “Kramer-Gesellschaft” oder bei der Stephan Eibels Buchpräsentation vor Jahren in der “Alten Schmiede”.
Dann Herbert J. Wimmer, der mich schon im MUSA im Dezember auf die Veranstaltung aufmerksam machte. Wladimir Fried fotografierte. Der Lehrer, den ich immer in der “Alten Schmiede” treffe, wollte auch kommen, wie er mir vorgestern erzählte, ich habe ihn aber nicht gesehen.
Vera Albert eröffnete und stellte die Lesenden Erika Deutinger und Anat Stainberg am Podium vor. Zuerst kam aber eine Gerstl-Einspielung, denn von den “Alle Tage-Gedichten”, gab es schon eine CD-Produktion mit ihrer Stimme, die 2000 in München entstanden und inzwischen vergriffen ist.
Dann erzählte Vera Albert etwas von der Entstehungsweise, nämlich daß sie auf der Buch-Wien 2012 beim Stand der IG Autoren, auf ein Gerstl-Buch gestoßen ist und Gerhard Ruiss sie ermunterte, die CD zu machen.
Michael Dak von dem es im Booklet einen kurzen Text gibt, hat die Texte auf Hebräisch übersetzt. Timna Brauer, Anat Stainberg und Sharon Nuni haben sie gelesen, Vera Albert, Erika Deutinger und Barbara Horvath die Originalfassungen und es gibt Texte aus dem “Kleiderflug” ein Buch das in der “Edition Splitter” von Batya Horn, mit der Vera Albert zur Schule ging, herausgegeben wurde und in dem sich Elfriede Gerstl mit Kleidern und Mode aus sechs Jahrzehnten beschätigt, berschreibt, wie sie mit einem kleinen Schwarzen in Berlin auf Zimmersuche geht, das Sammeln, die Wohnungen und das Autostoppen von einer Stadt in die andere kommt dabei immer wieder vor. Aus den “Alle Tage-Gedichten”, dem “Papiereren Garten – Gedichte und Denkkrümel” und aus “Im Widerhall der Worte”, etc.
Interessant, daß Elfriede Gerstl Texte jetzt auch in Israel verbreitet werden.
Ist es bei der großen kleinen Dame ja immer noch ein bißchen die Frage, wie bekannt sie nun ist. Ist sie eine Rand oder eine Kultfigur? Da gehen die Meinungen ja, glaube ich, noch immer noch auseinander. In Wien war sie eine stadtbekannte Flaneurin und Kafeehausbesucherin mit ihren großen Hüten, aber Hilde Schmölzer hat ihren Namen nicht gekannt, als ihr “Frau sein und schreiben-Buch” herausgegeben hat und Cornelia Travnicek war, glaube ich, auch ein bißchen überfordert, als FM4 von ihr einen Nachruf haben wollte, zumindestens hat sie einen Germanistikstudenten gefragt, der keine Ahnung hatte.
Ich habe die kleine alte Dame ja schon lange gekannt. Einmal hat sie auf meinen Geburtstagsfest gelesen, ein paar Bücher habe ich mit ihr getauscht und als ich damals auf das Wespennest-Fest wollte, aber keine Einladung hatte, hat sie mich dazu mitgenommen.
Interessant also Elfriede Gerstl jetzt auf Hebräisch hören zu können, habe aber sowohl den “Papiereren Garten”, als auch die “Alle Tage Gedichte” zum Selberlesen und auch die “Wiener Mischung”. in der ersten Ausgabe, die ich mir glaube ich in der legendären Buchhandlung “Herzog” kaufte und die “Berechtigten Fragen” aus der “Edition Literaturproduzenten” habe ich einmal im Schrank gefunden.
“Droschl” gibt ja jetzt auch ihr Gesamtwerk heraus, da war ich bei zwei Buchpräsentationen, heuer wird ein weiterer Band erscheinen, wie Vera Albert auch noch erwähnte und auf all die nichtvergriffenen Bücher hinwies, die man am Büchertisch kaufen oder bestellen konnte.
Im “Literaturgeflüster-Texte-Buch“, das ich Vera Albert überreichte, gibt es auch einige meiner Gerstl-Artikel zum Nachlesen.
Neubeginn
Während ich auf die Lieferung der “Dreizehn Kapitel”, das in den bestellten fünfzig Stück heute von der Druckerei kommen soll, warte, habe ich die “Brüderschaft” fertig korrigiert. Ein Foto aus den alten Alben herausgesucht, wir waren früher öfter in Italien, in der Toskana und in Venedig, in Bibione nicht, aber da habe ich eines mit dem Meer im Hintergrund, einen Steinhaufen auf dem ein Vogel sitzt, gefunden, das als Cover dienen könnte.
Denn eines mit drei jungen Männern in Badehosen habe ich nicht. Der Alfred hat zwar gemeint, daß ich die mir mieten könne und mit ihnen nach Italien fliegen, er macht dann das Foto.
“Das wird aber teuer kommen!”, hat er dazu gescherzt, aber so genau braucht es ja auch nicht sein. Kann das Cover ja ruhig die Fantasie anregen und den Text für den Buchrücken habe ich inzwischen auch geschrieben. Da frage ich ja manchmal bei mir bekannten Schriftstellern an, aber die meisten lehnen ab und haben keine Zeit und wenn man es selber macht, wird es auch genauso wie man es will, was ja auch ein Vorteil ist und keine Mißverständnisse erzeugt.
Jetzt bekommt der Alfred den Text zum PDF machen und ich warte auf die “Dreizehn Kapitel” damit wir ein Foto machen können und ich das neue Buch im Netz präsentieren kann.
Dann kommt eine kleine Aussendung. Die Nationalbibiliothek will ja ihr Pflichtexemplar. An das Literaturhaus habe ich in den letzten Jahren auch immer ein Buch geschickt, an die “Alte Schmiede” für die “Textvorstellungen”, an die Edith Ulla Gasser von Ö1, damit sie vielleicht wieder eine Sendung macht. Bei der “Gesellschaft für Literatur” habe ich damit aufgehört, weil die mir ja sehr deutlich sagten “Selbstgemachte Bücher nicht!” und beim “Literaturgeflüster-Texte-Buch” eine Ausnahme gemacht, weil ich dachte, das ist ja etwas Besonderes. Was aber nur ich so zu sehen scheine. Also sollte ich es so lassen und würde demnächst vier Bücher versenden.
“Zehn Prozent für die Werbung!”, habe ich der Marianne Gruber, als ich mir noch Hoffnungen machte, einmal geschrieben. Da würde mir ein Buch überblieben, was ich meinen Leser hiermit anbieten kann, wenn die mir vielleicht eine Rezension für ihren Blog oder wofür auch immer schreiben wollen.
Ansonsten schiele ich auf das große schwarze chinesische Buch, aus dem schon die halben Seiten herausgerissen sind und in dem ich mir die ersten Notizen für ein neues Projekt machte.
Ein paarmal habe ich ja schon darüber geschrieben, was als Neues kommen könnte. Vielleicht etwas anderes, als die schon abgelutschten und angeschriebenen Themen, der letzten Bücher. Nicht immer übers Alter und über Bücherlesen, hat eine Leserin einmal gefordert und ich habe damit weitergemacht und auch jetzt etwas von einer ehemaligen Buchhändlerin stehen, die bei sich Alzheimer diagnostiziert, auf ihre drei Regale mit ungelesenen Büchern, die sie sich aus ihrer Buchhandlung mitgenommen hat, schielt und damit versucht gegen das Vergessen anzukämpfen.
“Nicht schon wieder!”, wenn es aber wichtig ist? Vielleicht trotzdem nach etwas anderem Ausschau halten, sich in eine Art Schreibklausur begeben und sich in Cafes, Bibliotheken, etc setzen, mit einem Notizbuch in der Tasche, der steckt noch von der “Brüderschaft” darin, durch Wien begeben und aufschreiben, was man da so sieht und entdeckt. Das ist nicht schlecht, das habe ich auch vor. Paralell dazu kann ich ja an meinen “Anna-Skizzen” beginnen.
Daß die vielleicht ein Rumäne besucht, der sich als Arzt ausgibt und den sie für einen Krankenpfleger hält, ist mir schon eingefallen. Sie könnte auch die Geschichten aus ihren Büchern weitererzählen. Einen Sohn, der vielleicht Bankbeamter ist und eine Enkeltochter haben, die Literatur studiert und einen alten Hausarzt als Freund und und und.
Ich kann aber noch ganz andere Einfälle haben und andere Personengruppen einbeziehen. Mal sehen, wie es gelingt. Das Zeit lassen ist ja auch wieder ein Thema. Stammleser werden schon wissen, daß das jetzt kommt. Obwohl ich inzwischen nicht mehr so ehrgeizig bin, ein Jahr zu fordern. Denn keiner kann aus seiner Haut heraus. Auch ich nicht. Ich bin eine Schnelle und vielleicht bräuchte ich auch mehr Aufmerksamkeit, mehr Aufmunterung, damit der große Roman oder die Erzählung gelingt. Short stories haben inzwischen ja auch ihren Ruf bekommen oder hatten ihn schon immer. Aber auch das ist ja etwas was mir nicht so liegt. Meine Stärke liegt wahrscheinlich dazwischen. In der sozialrealistischen Erzählung, mit den Blick an den Rändern und da wäre es gut, wenn ich so hemmungslos und ungebremst wie möglich, ohne mit dem permanten Gedanken “Du kannst es nicht und hast das auch schon bei deinen dreiunddreißig vorigen Büchern bewiesen, daß du es nicht kannst!”
Mich frei oder fortschreiben könnte und auch was Neues schreiben, wenn das nach vierzig Jahren (erfolglosen) Schreiben noch möglich ist.
Mal sehen, wie es wird. Das Problem ist ja auch, was ist, wenn der große Wurf gelingt, und keiner merkst, weil niemand hinschaut und es interessiert?
Damit das nicht passiert gibt es aber die Schreibberichte im “Literaturgeflüster” und da jetzt die Kiste mit den Büchern mit einem kleinen Block als Geschenk von der Druckerei gekommen ist, kann ich mich mit dem Zahlschein auf die Bank aufmachen, beziehungswweise vorm “Wortschatz” die Anna treffen, um mit ihr ins “Schloßquadrat” essen gehen. Da werde ich ihr ein Buch mitbringen, ein zweites könnte ich ja auch in den Schrank stellen und der, der es findet, hat einen sehr aktuellen Zug gemacht und kann, wenn er oder sie will, mir natürlich auch eine Rezension schreiben!
Wen interessierts?
Die Antwort auf Marlene Streeruwitz Essay “Theater, Literatur, politische Spreche, Literatur wie im echten Leben”, wurde von Angelika Reitzer, dem 1979 in Graz geborenen Lyriker Stefan Schmitzer zugeteilt, der, wie sie in der Einleitung betonte, schon seit seinem ersten bei “Droschl” erschienenen Gedichtband ein sehr politischer Autor ist, dem es bestens gelingt, die Poesie mit der Politik zu verbinden, was ich bestätigen kann, habe ich Stefan Schmitzer doch auf dem Volksstimmefest kennengelernt, war dann im Museumsquartier bei einer Lesung und in der “Gesellschaft für Literatur“, wo er mit Helwig Brunner in poetischen Dialog getreten ist.
Trotzdem könnte man fragen, was ein Lyriker darauf zu antwortet hat, daß einer Autorin, wie Marlene Streeruwutz in ihrer Lection erzählte, vom Volkstheater einen Theaterauftrag bekommen und bezahlt bekam, den dann weggelegt wurde, weil das Resultat zu politisch war. Die Autorin schäumt, denkt kurz daran die Theater abzufackeln und beschließt dann einen Roman zu schreiben. Der wird wahrscheinlich im Mai erscheinen. Ich habe inzwischen ein älteres Streeruwitz-Buch aus dem Kasten gelesen und Stefan Schmitzer antwortete mit einem wahrhaft poetischen Rundumschlag in einigen Teilen und Unterkapiteln, immer schön mit Musikstellen unterlegt, Brecht, Johann Nestroy, einstürzende Neubauten, etc, von Häuschen und Salönchen wurde gesprochen, die niemand wollte und in denen Salome aufgeführt würde und von der deutschsprachigen Dichtung, für eintausendfünhundert Lyrikfans, in der es Dialektautoren schwer haben, etc, etc.
Als nur mehr der Kopf rauchte, ergriffen Jaqueline Kornmüller und Peter Wolf, zwei kritische Theatermenschen das Wort. Peter Wolf begann damit, daß er das heutige Theater und die Bücher, die man bei “Thalia” finden würde, schlecht fände, ich weiß nicht, ob ich ihm da zustimmen würde. Jaqueline Kornmüller liebt aber das Inszenieren, tut es immerzu und hat das auch mit Stefan Schmitzers Text getan, den sie dann beim Zuhören ganz anders empfunden hat. Gerhild Steinbuch, Franzobel, Angelika Reitzer und andere Gegenwartsautoren, hat Peter Wolf schon inszeniert oder mit ihnen Theater gemacht und Jaqueline Kornmüller im Volkstheater mit dreißig Asylwerbern, die dort erzählten, wie und auf welche Art und Weise sie nach Österreich gekommen wären. Nicht unbedingt authentisches Theater, aber Geschichten die erzählt werden mußten. Dann kam noch die Frage, für wen die Diskutanten schreiben würden, zuerst für sich und danach fürs Publikum lautete die Antwort.
Eva Brenner aus dem Publikum erzählte noch über die triste Situation in der freien Theaterlandschaft. Über die gegenwärtige Krise des Burgtheaters wurde auch noch diskutiert. Nicht sehr viel Publikum, der alte Herr, der sich einmal, lang lang ists her, bei einer ähnlichen Diskussion mit Emmy Werner anlegte, ist vor der Diskussion gegangen. Andrea Stift war da, Michael Hammerschmid und noch ein paar Interessierte.
Einen Abend des Autorenlabors wird es im März noch geben. Die Antwort auf Kathrin Röggla, die ich wohl versäumen werde, weil zeitgleich Literatur im MUSA ist und Angelika Reitzer hat einen neuen Roman geschrieben, der ebenfalls im März in der AS präsentiert wird, wo ich wahrscheinlich auch woanders sein werde.
Wen interessierts? Mich natürlich, lautet die Antwort. Das Theater weniger, die Lyrik ein bißchen mehr, das politische Leben sehr und natürlich vor allem, wie und was man schreibt und da warte ich schon sehr gespannt auf mein neues Buch, das morgen kommen soll, während ich noch immer an der “Brüderschaft” mehr oder weniger eifrig korrigiere.
Denn die Resignation, etwas, das Jaqueline Kornmüller für sich nicht gelten lassen wollte, ist ja etwas mit der ich sehr kämpfe, das echte Leben der politischen Revolution in der “Alten Schmiede” war aber schon sehr interessant.
5.1-Kanal-Surround
Einmal im Jahr gehe ich sozusagen in die “Alte Schmiede” zum Radiohören oder auch nicht immer, denn eigentlich bin ich ja kein so besonderer Fan von “Literatur als Radiokunst” und auch keiner von Hörspielen, obwohl zur “Ö1-Hörspielgala” oder “Lange Nacht des Hörspiels” gehe ich öfter, aus Gewohnheit oder wegen der vollständigen Berichterstattung und hatte ich mir die heutige “Radiokunst” im Programm gar nicht angestrichen, weil aber nichts anderes am Kalender stand, bin ich hingegangen und dabei die “Tonspuren” und die “Texte aus Österreich” versäumt, aber das höre ich auch nur selten, weil ich ja um diese Zeit kaum zu Hause bin, beziehungsweise läßt es sich ja nachhören.
Im letzten Jahr bin ich bei der “Radiokunst” gewesen und habe Elisabeth Wandeler-Deck dabei gehört, auf die ich gestern als ich “Punk Pygmalion” gelesen habe, wieder gestoßen bin und Birgit Schwaner und noch zwei Männer und heute stand wieder dieses gemischte Doppel auf dem Programm.
Kurt Neumann eröffnete, entschuldigte Christiane Zintzen, die Kuratorin der Veranstaltung, begrüßte Liesl Ujvary im Publikum, die diese Reihe vor Jahren ins Leben rief und erklärte, daß der ORF zweimal im Jahre eine solche Sendung mit je zwei Texten mache, wo es nichts als den Text und die Stimme des Autors oder der Autorin gäbe, die dann im Vorfeld mit der Hörspielgala immer in der “Alten Schmiede” präsentiert wird.
Experimentell interessiertes Publikum, wie Peter Pessl, Christel Fallenstein, Brigitta Falkner und und und und die ausgewählte Autoren waren diesmal Gundi Feyerer, Dieter Sperl, Karin Spielhofer und Jörg Piringer.
Gundi Feyerer, die aus Malaga kam, wo sie wohnen dürfte und die ich nur vom Namen kannte, begann und erzählte der Programmleiterin Elisabeth Zimmermann, die Christiane Zintzen vertrat, wie sie zu ihrem Hörstück “Der Himmel dreht die Tage in die Nächte” gekommen ist.
Sie hat sich Gedanken darüber gemacht, wie ihre Stimme vom Studio zu den Zuhörern nach Hause kommt, der Tonmeister hat es ihr ermöglicht das technisch darzustellen und den Titel hat das Stück, weil sie die Erde um die Sonne dreht oder so ähnlich habe ich es verstanden, daß es die Autorin erklärte. Sie sagte jedenfalls, daß das sehr einfach und sehr logisch wäre.
Dann kam Dieter Sperl, den ich schon mal bei den Textvorstellungen hörte und auch vom Namen her als einen sehr experimentellen Autor kenne und erklärte, daß die Tonmeister bei ihm eine Ausnahme machten, denn bei ihm kämen Geräusche und auch Stimmen von U-Bahnpassanten vor. Er hat zwei Textreihen miteinander vermischt, nämlich “Fluß der Erscheinungen oder Poesie und Crossing the River of Imaginationen”, das eine sind Prosatexte, das andere Tagebuchfragmente, die er in der U-Bahn und auf der Landstraßer Hauptstraße aufgenommen und ins Studio mitgenommen hat.
Dann kam Karin Spielhofer an die Reihe, die ich schon bei der “Lyrik im März” hörte und die auch einmal im Amerlinghaus ihren Weg des Schreibens erklärte. Es gibt von ihr ein altes Bändchen aus dieser orangen “Jugend und Volk Reihe” aus den Siebzigerjahren, das mir Rudi Pollak vor Beginn zeigte und daß er von der Autorin signieren ließ und ihr Text schloß sich fast nahtlos an den von Gudi Feyerer an.
“Ins Hören reden” heißt er und auch da geht es darum, wie der Text zu den Zuhörern kommt und Karin Spielhofer hat mit Spaß mit ihrer Stimme experimentiert.
So hat ihr der Tonmeister ein Mikrofon herabgelassen, sie ist im Kreis gegangen und hat mit verschiedener Lautstärke und Höhe hineingesprochen.
Jörg Piringers experimentelle Texte kenne ich schon und glaubte ihm schon bei der “Radiokunst” gehört zu haben. Jetzt erzählte er, daß er dafür ein Computerprogramm aufgenommen hätte, dann ging ihm der Computer ein und er mußte improvisieren. So heißt sein Stück auch “impulsantwort” und er hat Schreibmaschinentexte genommen, die in den letzten Jahren entstanden sind, sie im Studio schnell hinuntergelesen und es war ein interessanter Kontrast zu Karin Spielhofers poetischen Text. Es gab bei ihm auch sehr viel Geräusche und Obertöne, die wahrscheinlich seine entfremdete Stimme waren und immer wieder Antworten auf Radiomeldungen und Sprachassoziationen.
Mit Christl Fallenstein hatte ich vorher auch noch geredet und ihr erzählt, daß ich Crauss “Motorradheld”, den ich mir vor zwei Jahren beim “Morawa-Abverkauf” kaufte, noch immer nicht gelesen habe und sie erzählte mir, daß sie am Wochenende beim “Wartholzer-Literaturpreis” in Reichenau an der Rax war.
Ach ja, darüber sollte ich berichten, denn das tue ich ja immer und nehme interessiert Anteil an diesem Newcomerwettbewerb, der von bekannten Juroren ausgesucht und begleitet wird und bei dem schon interessante Autoren wie Christian Steinbacher, Andrea Winkler, Michael Staravic, etc gewonnen habe. Diesmal habe ich von den zwölf von den sechshundert ausgewählten nur Markus Ohrts und Franz Miklautz gekannt und den Sieger Stephan Groetzer, der 1965 in Hamburg geboren wurde, nicht. Luis Stabauer mailte mir aber schon gestern, daß sein Text sehr interessant gewesen wäre. Man kann ihn auf der Homepage nachlesen und eine Anthologie gibt es jedes Jahr auch. Mal sehen, ob ich sie bekomme, wenn, habe ich wieder etwas, worüber ich berichten kann.
Mit Peter Pessl, der auch sehr viel für das Radio arbeitet, bin ich ein Stück nach Hause gegangen und jetzt könnte ich nachsehen, was ich im Ö1-Programm versäumt habe oder mich auch anderwertig mit Literatur beschäftigen. Da gibt es ja noch viel zu tun und die “Lange Nacht des Hörspiels” nächste Woche werde ich höchstwahrscheinlich versäumen, da da die Ruth Aspöck in Krems ihr neues Buch vorstellen wird.











