Nochmals Lyrik

Der März ist der Tag der Lyrik, das hat Hans Weigel in den Fünfziger bis Siebziger Jahren in der Gesellschaft für Literatur so eingeführt, weil, wie er sagte, Schriftsteller sowieso arme Hunde oder Menschen sind, die Lyriker aber die allerärmsten. So gibt es um den vierzehnten März herum, glaube ich, immer Lyrikveranstaltungen in der Herrengasse. Früher ist Elfriede Ott mit ihren Schauspielstudenten dort aufgetreten, der Kulturkreis “Podium” hat einen Folder zu diesen Anlaß “Lieben Sie Gedichte!”, steht, glaube ich, darauf, die GAV hat ihren “Tag der Lyrik im März”, den ich heuer wegen Leipzig leider versäumte, dafür war ich aber schon im Februar in der “Alten Schmiede” wo Friedrich Hahn lyrische Textvorstellungen präsentierte.
Dann bin ich nach Leipzig gekommen und habe dort im Gohliser-Schlößchen Kerstin Hensel aus ihrem Buch zum Verstehen von Gedichten vortragen gehört, danach Clemens J. Setz ersten Gedichtband am ARD-Forum, in Wien gings gleich weiter mit dem “Dicht-Fest” und heute in der “Gesellschaft für Literatur”, wie Marianne Gruber in ihrer Einleitung sagte, mit zwei grundverschiednenen Büchern und Autorinnen, die auf ihre Art und Weise dann auch wieder sehr ähnlich sind.
Nämlich mit Judith Nika Pfeifers “nichts ist wichtiger kleines ding du” und der “Litanei gottloser Gebete” der Musikkritikerin und Wissenschafterin Irene Suchy, bestens bekannt aus Ö1.
Und Judith Nika Pfeifer habe ich beim “laut lauter lyrik-Festival” der “Erich Fried Tage” im Literaturhaus kennengelernt.
Da konnte man sich ja im Lyrikautomaten bedichten und fotografieren lassen. Judith Nika Pfeifer und Jörg Zemmler haben das für mich getan und Judith Nika Pfeifer hat dann auch den “Priessnitz-Preis” bekommen und grüßt mich immer auch sehr freundlich, wenn ich sie bei einer Veranstaltung sehe.
Nächste Woche wird sie in der “Kolik-Lounge” auftreten, aber da werde ich in Ungarn sein und meine Ungarn-Bücher lesen und Marianne Gruber hat die Direktheit und die Anklage in den Pfeiferschen Gedichten erwähnt.
“Kaiser fickt Sisi, Sisi fickt zurück” direkter geht es nicht. Hans Weigel hätte das in seiner Cafe Raimund-Dichterrunde, wo die Dichter ihm ihre Gedichte brachten, sicher nicht durchgehen lassen, würde ich mal vermuten, aber Judith Nika Pfeiffer gehört ja der Generation der nach 1970 geborenen an, die nicht mehr von der schwarzen Pädagogik geformt wurden, wie Marianne Gruber weiter erwähnte.
Irene Suchy hatte diese Gnade offenbar nicht und daher unter ihrer Mutter, einem BDM-Mädchen mit BDM-Freundinnen, sehr gelitten und rechnet in ihren Litaneien damit ab. Man hört die Stimme der Mutter, die die Tochter verformt, zurechtbügelt und biegt, in ein katholischen Ferienlager zur Ferienzeit schickt, während die Großmutter begraben wird und die Tochter hält der Mutter dann auch noch die Grabrede, die die Freundinnen der Mutter entsetzte.
Judith Nika Pfeifer hat in ihrem Band auch eine Litanei “Bitte um Vergebung, Angola, Kambodscha, Vietnam, Kärnten, Deutschland, ect, ect” und in der Diskussion wurde vor allem Irene Suchy mit Fragen bestürmt, die erzählte, daß diese Gedichte über Jahre gereift seien und sie sie erst herausgegeben hat, als Richard Pils von der “Bibliothek der Provinz”, sie dazu bedrängte.
Irene Suchy ist ja eine wortgewaltige energische Frau, die sich sehr für die Genderproblematik einsetzt und auch schon viele Musiker-Biografien geschrieben hat und ihre Litaneien rückten fast ein wenig vom “Tag der Lyrik” weg, der diese Woche auch in den “Gedanken für den Tag”, fünf vor sieben in Ö1begangen wird.
Da liest ein Schauspieler Gedichte vor und bezieht sich auf einen “Welttag der Poesie”, der am 21. März, gefeiert wird. Offenbar gibt es das nicht nur in Österreich und Zufall oder nicht, am Büchertisch der Gesellschaft, der jetzt schon ziemlich abgeräumt ist, lagen diesmal drei Lyrikbände auf. Zwar allesamt von Männern, dafür aber ausgesuchte Gustostückerln und zwar “Schmerz vor Tag”, ein 1957 erschienener Band von Theodor Sapper, Hilde Langthalers Onkel, der auch den Roman “Kettenreaktion Kontra” geschrieben hat. Dann eine Anthologie “Begegnungen” -“Lyrik und Graphik aus Kärnten und Slowenien” aus dem Jahr 1968 und dann noch Frederik Brainins “Das siebte Wien”aus dem “Verlag für Gesellschaftskritik”.
Jetzt muß ich das alles noch lesen, beziehungsweise auf meiner endlos Leseliste unterbringen. Da macht es gar nichts, das mir Alfred Gelbmann, Judith Nika Pfeifers Verleger ihren ersten bei “Mitter” erschienenen Gedichtband nicht geschickt hat und Sylvia Petter, die ich einmal im Literaturhaus kennenlernte, bereitet auch ein Lyrik-Symposium vor, bei dem, glaube ich auch Judith Nika Pfeifer auftreten wird.

Grüne Bücher und ein Türkisfarbenes Tor

Wieder einmal “Dicht-Fest” in der “Alten Schmiede”, jetzt war ich schon lange nicht mehr auf einer der von Christine Huber kuratierten Veranstaltungen, denn ich schreibe ja keine Lyrik, interessiere mich aber eigentlich für jede Art von Literatur und habe auch den Anspruch über das literarische Leben Wiens so vollständig wie es nur geht, zu bloggen.
Von Leipzig zurückgekommen, nach einem intensiven Praxistag und etwas Ärger über IlJoma Mangold, der auf Literaturcafe.de höchst selbstbeuwußt und wie ich finde, auch sehr arrogant erzählt, daS Selfpublisher sowieso niemals nicht eine Chance haben werden, warum eigentlich nicht, bin ich am Abend wieder einmal in Richtung Schönlaterngasse aufgebrochen und habe mich dort bei Christine Huber, nach der GAV-Vollversammlung, die ich ja leider wegen unsereres Leipzig-Aufenthaltes versäumte, erkundigt.
“Keine Ahnung!”, hat sie gesagt, da habe ich aber schon Gerhard Jaschke gesehen und der hat von mir wissen wollen, wie es in Leipzig war?
“Schön natürlich und ich habe schon darüber gebloggt!” und dann ist Margot Koller mit ihrer Freundin aufgetaucht, die noch von der Vollversammlung übergeblieben ist. Die “Literatur im März” am vorigen Freitag war sehr schön, hat sie mir gesagt und jetzt also wieder ein “Dicht-Fest” um das Versäumte nachzuholen, aber Leipzig war sowieso sehr Lyrik intensiv.
Hat doch Kerstin Hewnsel ein Buch für Laien geschrieben was gute und was schlechte Lyrik ist und Clemens J. Setz hat seinen ersten Lyrikband vorgestellt und beim Dicht-Fest in der “Alten Schmiede” waren wieder sechs Lyriker und Lyrikerinnen eingeladen ihre Werke vorzustellen. Der erste war ein alter Hase und ein mir nicht Unbekannter, nämlich Heinz R. Unger, der bei “Mandelbaum” einen Lyrikband “Die schweigende Sprache-Gedichte über Kunst und Künstler” herausgebracht hat und dazu erzählte, daß das sehr aufwendige Buch dadurch ermöglicht wurde, daß es keinen vertrieb gibt, man es sich also bei “Mandelbaum” ab “Hof abholen kann” und dann ging es in den dreizehn Minuten, die jedem Autor zugestanden war, um die Kunst, um die Friederike MayrÖcker, den H.C. Artmann, die Elfriede Jelinek und um noch vieles anderes.
Dann folgte Gerhard Jaschke, der Generalsekretär der GAV und “Freibord”- “Feribord” – “Firebord”- Herausgeber”, der auch einen neuen Gedichtband mit Alltagsgedichten, Sonntagsgedichten und auch noch jeder anderer Art von Lyrikformen hatte. Die beiden waren mir wohlbekannt, die in München wohnende Augusta Laar, die dort Veranstaltungen organisiert, aber nicht und ihr Band “wie ein haar durch die milch” war auch sehr poetisch und handelte an verschiedenen Wiener Orten, wie beispielsweise das Cafe Prückl.
Dann kam eine Pause und dann folgte ein lateinamerikanischer Dichter, der seit den Achtziger-oder Neunzigerjahren in Wien lebt und von Bernhard Widder und einigen anderen Autoren ins Deutsche übersetzt wurde. Bernhard Widder las dann auch die deutsche Version vom “Türkisfarbenen Tor” und viele der vorgestellten Lyrikbände hatten einen grünen Einband.
Christine Huber bestritt zwar sehr energisch, daß sie die Lesung nach der Farbe der Bücher ausgewählt hatte, es schien aber so zu sein und dann folgte, ein sehr junger, mir bisher unbekannter junger Mann namens Stefan Bayer, der vier Gedichte, die in seinem neuen Lyrikband, der in nächster Zeit, in der Edition Hernals erscheinen wird, las und dann noch Gedichte, die in der Literaturedition-Nö erschienen sind.
Die letzte Leserin war Gertrude Maria Grosseger, die ihren Lyrikband “Grasfischen” ein Buch in dreizehn Sätzen, die zu Zeichnungen entstanden sind, präsentierte und ein paar Kostproben draus las.
Dann gab es, wie bei den “Dicht-Festen” üblich, Wein, Knabbergebäck und Zeit für Gespräche und so unterhielt ich miCH einmal länger mit Wolfgang Helmhardt, der mein “Literatur-Geflüster-Texte-Buch” intensiv gelesen zu haben scheint und dann noch ein bißchen mit Judith Nika Pfeifer, die morgen ihren neuen Gedichtband in der “Gesellschaft für Literatur” vorstellen wird, mit Gerhard Jaschke und noch mit einigen Besuchern.
Es war eine sehr interessante Veranstaltung, wo ich Neues kennenlernte, Altes auffrischte, die auch gut zum “Tag der Poesia” der bald gefeiert wird oder das auch schon wurde, passt.

Buchmessenreport

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Am Mittwoch sind wir also nach Leipzig zur Buchmesse gefahren und haben wieder bei den Hudertmarks genächtigt. Auf der Fahrt habe ich mit dem neuen Buch der Angelika Reitzer angefangen und dann sind wir am Donnerstag losgestartet. Mit der Trambahn 3 zum Bahnhof und dann mit der 16 zum Messegelände gefahren. Um zehn hat die Buchmesse begonnen und ich bin zuerst in Halle vier gestartet und habe das Österreich-Cafe gesucht, um dort Mara Giese vielleicht zu treffen mit der ich mich irgendwie unverbindlich verabredet habe, beziehungsweise sie gerne kennenlernen wollte.
Lukas Cejpek hat um halb elf mit seinem Sonderzahl-Buch “Unterbrechung” begonnen und sich dabei als experimenteller Autor bekannt, der Spaß am experimentellen Schreiben hat. Elisabeth Wandeler-Deck ist dort mit einer Bekannten gesessen. Danach folgte Erich Schirhuber mit seinem bei “Roesner” erschienenen Gedichtband “Am Voralpenkreuz”.

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Danach bin ich ein bißchen in der Halle Vier herumgewandelt, den Schweizer Stand angeschaut, der in diesem Jahr Gastland war. Ein toller Stand mit roten Bänken und einer Menge ausgelegter Bücher, die man alle anschauen konnte.
Danach die Halle Vier verlassen und zu Fünf hinübergewechselt, denn da habe ich mich ja beim Literaturcafe zu dieser Fotoaktion angemeldet, wo man sich mit seinem Buch fotografieren lassen konnte. Dafür habe ich die “Dreizehn Kapitel” mitgenommen, die dann nicht gebraucht wurden. Ich habe Wolfgang Tischer kennengelernt und Malte Bremer mit dem ich ja einmal wegen Peter Stamms “Agnes” korrespondiert habe.
Danach habe ich mit dem Alfred in der Glashalle zum Mittagessen getroffen. Würstchen mit Kartoffelsalat. Der Alfred war mit seinen Frikadellen nicht zufrieden und in der Glashalle war schon alles abgesperrt und wurde bereits für die Verleihung des “Preises der Leipziger Buchmesse” um vier vorbereitet und geprobt.
Ich bin aber zum blauen Sofa gegangen, wo gerade Matthias Nawarat, den ich von einem der Bachmnnpreise kenne, mit seinem Buch “Unternehmer” auf der Bühne saß.
Dann folgte eine bayrische Kabarettistin, danach kam Peter Wawerzinek, auch ein Bachmannpreisträger, der jetzt ein Buch namens “Schluckspecht” geschrieben hat, mit dem er seinen Umgang mit Alkohol und dem Loskommen davon beschrieb.

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Dann kam Dorothee Elmingers neuen Buch “Schlafgänger” und dann gings schon in die Glashalle zur Buchpreisverleihung.
Die zwei Reihen für das allgemeine Publikum vor der Absperrung fehlten diesmal, so habe ich mich an die Absperrkordel gestellt, dem Gespräch zweier Buchhändlerinnen zugehört und den Einzug der Prominenz mit den Einladungskarten zugesehen, bis es begonnen hat.
“Zehn Minuten vor vier, noch fünf Minuten eine, etc!”, dann ging es los mit der Vorstellung der Jury, den nominierten Büchern und schließlich der Verkündung der Jurybeschlüße.

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Den Buchpreis für Belletristik hat Sascha Stanisic mit “Vor dem Fest” gewonnen, in dem es um ein Dorf in der Uckermark geht. Außer ihm waren noch Katja Petrowskaja, auf die ich getippt hätte, Martin Mosebach mit “Das Blutbuchenfest”, Fabian Hirschmann und Per Leo nominiert. Bei den Sachbüchern gewann Helmut Lethen mit “Der Schatten des Fotografen”, bei den Übersetzungen Robin Detje mit William T. vollmanns “Europe Central.
Danach wurde “Zehn Jahre Buchpreis” mit einer Torte für die Geladenen gefeiert. Ich bin wieder in Halle Vier zum Österreichstand marschiert, da es dort ein Glas Wein des Hauptverbandes gab. Dann war der erste Tag beendet und am Freitag ging es wieder los mit der Fahrt in die Messehalle, wo Katja Petrowskja, die letzte Bachmannpreisträgererin und Buchpreisnominierte ihr neues Buch “Vielleicht Esther” vorstellte.

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Vorher habe ich in der Glashalle schon den Stand gefunden, wo die Schweizerer ihre Lesungen hatten, Melinda Nadj Abonji gehört, mit einer netten Dame ins Gespräch gekommen und dann den Alfred zum Mittagessen getroffen. Diesmal in einem Selbstbedienungsrestaurant, Nudeln mit Gorgonzolasauce und am Nachmittag bin ich zuerst durch ein paar Hallen geschlendert, habe mir diesmal eher wenig Infomaterial mitgenommen, von den Schweizern gab es ein schönes “Lesebuch”, bevor ich mich dann in der Halle drei einfand, wo von der Stiftung Buchkunst die “schönsten Bücher aus aller Welt” prämiert wurden. Da hat mich Ingrid Führer vom Hauptverband informiert, daß da zwei Österreicher die Silbermedaille bekommen haben und es war wieder eine sehr feierliche Veranstaltungen mit den vielen Preisverleihungen und den vielen vorgestellten Büchern aus China, Japan, Österreich und Deutschlang etc. Schweizer waren glaube ich auch dabei. Nachher gab es ein Gläschen Sekt und beim blauen Sofa wurde der “Preis der Literaturhäuser” an Judith Schalansky vergeben, wo es nachher wieder Wein und Brezeln gab, so daß wir lange an einem Tisch stehengeblieben sind und uns mit den Leuten dort unterhielten, die aus ganz Deutschland zur Buchmesse angereist kamen.

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Am Samstag bin ich mit der Sabine zur Messe gefahren und bin am Schweizer Stand in der Glashalle zurechtgekommen, wie Martin Walker die Schweiz erklärte. Das tat er jeden Tag und bei Diogenes gab es auch ein kleines Büchlein darüber. Danach bin ich zu Arte gegangen und habe mir noch einmal Judith Schalansky und ihre schönen künstlerischen Bücher, die sie ja selber gestaltet, angehört. Die wäre glaube ich auch eine Kanditatin für die schönsten Bücher und ist auch die Herausgeberin einer naturkundlichen Reihe.
Am Samstag wird es auf der Messe immer sehr voll und ich bin zwischen den Ständen und den Hallen hin-und hergependelt. Habe vor der Halle Vier Claudia Erdheim, die am Nachmittag im Österreichcafe gelesen hat, am Klo getroffen und bin dann zum “OstSüdOst-Forum” gegangen, wo Martin Pollak “Tranzyt-Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus” zum dritten Mal kuratierte, was wegen der Besetzung der Krim durch die Russen, diesmal eine ganz besondere Bedeutung hatte. Martin Pollak trat dann auch am blauen Sofa auf und zwischendurch habe ich noch Jonathan Lethen,Sasa Stanisic und Margriet de Moor bei “3Sat” gehört. Dann gings zuerst zum Schmetterlingsweg und dann mit der Ute und dem Alfred zum “Gohliser Schlößchen”, wo Kerstin Hensel ihr Buch “Das verspielte Papier”, ein Führer für Laien, wie sie erklärte, über gute und schlechte Gedichte vorstellte. Das ist jetzt schon das zweite Mal, daß ich Kerstin Hensel in Leipzig auf der Messe treffe und es war eine interessante Begegnung, obwohl ich mir mit dem was gute und schlechte Gedichte sind, ja etwas schwer tue und mit der Ute am Nachhauseweg noch heftig darüber diskutierte.

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Am Sonntag bin ich dann mit der Ute zur Messe gefahren und eher kurz geblieben, wurde ja am Nachmittag Ulrikes Geburtstag gefeiert, aber es gab noch einige interessante Sachen und sehr viel, was ich versäumte. Ich war aber wieder beim Schweizer-Stand, lernte den “Applaus-Verlag” kennen, der auch sehr schöne illustrierte Bücher hat, dann stellte Lukas Bärfuss sein neues Buch “Koala” vor, das ist das faulste Tier der Welt, das nur auf den Bäumen hängt und daher leichte Beute für die ist, die sich darüber aufregen und außerdem geht es um den Selbstmord eines Bruders und ist sehr interessantes Buch, von dem ich mir wünschen würde, daß es mir einmal in die Arme fällt. Dann bin ich zur ARD Bühne, habe aber vorher noch zwei Stipendiaten vom Berliner Kolloquium nämlich Ulrike Almut Sandig und Roman Widder ihre dort entstandenen Erzählungen lesen hören und bei ARD stellte Clemens J. Setz seinen ersten Gedichtband “Die Vogelstraußtrompete” vor und erzählte, daß er Ingeborg Bachmanns “Malina” nicht mag und daß er das bei “”Redsidenz” erschienene Buch “Der Mann aus dem Fegefeuer” über Jack Unterweger übersetzt hat.
Die Fattoria la Viala bei Arezzo, die ich mit dem Alfred früher während unserer Toskana-Aufenthalte öfter besuchte, stellte übrigens auch ihre Sache aus, beziehungsweise konnte man sie verkosten und so aß ich mich durch die Aufstriche und die getrockneten Tomaten, trank ein Schlückchen Wein um dann noch einmal beim blauen Sofa zu landen, wo Marianne Birtler ein bißchen was über die Stasiakten und die frühere DDR erzählte und am Schluß Ingrid Noll ihren neuen Krimi “Hab und Gier” vorstellte. Dann ging es zu Ulrikes Geburtstagsparty und am Abend bei den Hudertmarks habe ich dann schon versucht ein bißchen meine Eindrücke zu bloggen, hatte aber mit Alfred Computer und der Maus, die man dazu benützen mußte, meine Schwiergikeiten, so daß ich es erst jetzt richtig versuche. Da kann ich auch gleich über die Heimfahrt schreiben, dem Mittagessen in der Raststätte “Bayrischer Wald”, dem Kurzbesuch bei der Oma in Harland und zwei Bücher habe ich im Briefkasten auch gefunden, nämlich Martin Pollaks “Kontaminierte Landschaften” aus dem “Residenz-Verlag” und dann einen Krimi, den mit der “Lago-Verlag” freundlicherweise zuschickte. Zum Lesen bin ich in den letzten vier Tagen aber nicht sehr viel gekommen, halte bei der Angelika Reitzer, die, glaube ich, auch in Leipzig war, die ich aber nicht gesehen habe, beim vierten oder fünften Kapitel und habe auf der Messe natürlich noch einiges anderes gesehen und gehört, auf das ich in der Eile vergessen habe, dafür habe ich mir aber doch einige Prospekte und Kataloge mitgebracht, die sich nachlesen lassen und nachschauen, was die anderen Blogger so in Leipzig erlebten, läßt sich natürlich auch und bezüglich meiner früheren Messebesuche, verweise ich, soweit vorhanden, auf das Archiv, da habe ich ja einige live und einige, was auch immer sehr interessant ist im Wohnzimmer erlebt.

Schneeweißchen und Partisanenrot

Eine herrliche Politsatire, wüst, steht im Klappentext, erzählt der 1966 in Sofia geborene Alek Popov in dem bei “Residenz” erschienenen und von Alexander Sitzmann übersetzten Roman “Schneeweißchen und Partisanenrot”, das mit einer umfangreichen Erläuterung, daß diese Geschichte wirklich und wahrhaft erfunden ist und zur Gänze ins Reich der Fantasie gehören würde, beginnt.
Dann geht es weiter mit einem Prolog, in Sofia gibt es eine kleine Straße, die Jara Palaveeva-Straße, an deren Benennuung sich nur mehr ein altes Mütterchen besinnt und die viel zu unbedeutend ist, daß man sie umbenennt. Im Jahr 1952 sah sich als kleines Mädchen ein paar Männer mit Schirmmützen und eine Frau im strengen braunen Kostüm, das war war Mayor Kara Grebenarova, die sich dafür einsetzte, daß diese Straße ihrer im Partisanenkampf gegen Faschismus und Kapitalismus gefallenen Schwester gewidmet wird.
Dann geht es richtig los in die Vierzigerjahre und ins Balkangebirge. Ein Hirtenjunge führt dort einen Studenten und zwei Zwillingsschwestern, Gymnasiastinnen vom Mädchengymnasium, die zu den Partisanen wollen, weil sie das Zarenbild verunziert hatten und auch das Innenministerium in die Luft sprengen wollten.
Der Hirte wundert sich, macht dann doch den Kuckucksruf, um die Partisanen auf ihn aufmerksam zu machen. Er macht ihn falsch und das Partisanengrüppchen das dort herumzieht, wird auch von einem angeblichen Russen Russen namens Medved regiert. Sie tragen alle Decknamen, Lenin zum Beispiel, Stalin nicht, denn was macht man, wenn einem solchen Genossen etwas Unehrenhaftes passiert? Verständigen sich durch Vogelrufe, was zwar ein wenig seltsam ist, weil die Bevölkerung sofort erkennt, daß es diese Vögel zum Beispiel in dieser Jahreszeit nicht gibt.
Es gibt auch eine Frau bei der Truppe, die Extra-Nina, die vom Klassenfeind einmal sehr vergewaltigt wurde und nun die Gewehre reinigt. Die Truppe ist sich uneins, ob sie die zwei Mädchen, noch dazu mit bürgerlichen Hintergrund, sie führen englische Sandwiches gefüllt mit feinster Salami, Schokolade und Malzbonbons mit sich, zu sich lassen sollen, wo sich doch die Truppe nur aus harten Bohnen und Zwieback ernährt.
Die Bohnen gibt es diesmal strafweise nicht, die Truppe wird auch noch von der Armee überfallen und muß flüchten, da stellt sich heraus, daß die Mannschaft schon ihre Notration gegessen hat und wahrscheinlich verhungern muß.
Es gibt aber einen Ausweg, nämlich in einen Wald zu flüchten, aber dort sollen Vampire und Geister herrschen und die antifaschistische Gruppe die gegen den Kapitalismus kämpft und ein revolutionäres wissenschaftliches Weltbild hat, entpuppt sich auf einmal als sehr abergläubisch.
Da gehen Gabriela und Monika, das sind die Decknamen der beiden Mädchen, tapfer voran. Was ihnen zuerst aber nicht gut bekommt. Denn sie werden tatsächlich überfallen und gefesselt. Allerdings nicht von Geistern und von Vampiren, sondern von drei ehemaligen Bankräubern, die die Mädchen gleich vergewaltigen wollen.
Die wehren sich aber tapfer und erschießen die drei, das Geld und sehr viel essen finden sie auch und sie bekommen noch ein bißchen Geld, beziehungsweise wird es für den Freiheitskampf gespendet, denn sie haben eine Entführung fingiert und den Eltern einen Brief geschrieben, daß sie nun für die Freiheit kämpfen und vielleicht sterben werden.
Die Partisanen essen sich inzwischen satt, erhalten politischen Unterricht und Medved erzählt ihnen auch noch von den herlichen Moskauer U-Bahnstationen und den vielen Eissorten, die man dort kaufen kann.
Dann fängt es an rund zu gehen, zuerst wird Gabrielas Spitzenunterhöschen gestohlen und in einem der Partisanenrucksäcke gefunden, die Mädchen glauben nicht den Geschichten von der Epilepsie und den anderen Krankheiten, die man durch das “Herunterholen”, ein Wort das sie nicht verstehen, bekommt und fordern, dann die Freiheit der Masturbation als sozialistische Errungenschaft. Sie werden aber trotzdem für Spioninnen gehalten und sollen erschossen werden. Extra Nina, die selber die Verräterin, mit einer brennenden Kerze im After verrät man alles, rettet sie. Die Armee erscheint wieder, alle fallen, nur die Mädchen können mit Medved entkommen, erfrieren aber fast, so ordnet er an den Schnellkurs in Leninismus zu verbrennen, die Mädchen wundern sich, dachten sie doch, das wäre sein Heiligtum. Er verrät ihnen aber die Wahrheit der SU, in deren Lager er war. Die Mädchen, die noch von Kannibalismus reden und ob es erlaubt ist sich gegeneinander aufzuessen, wenn man sonst verhungert, werden getrennt. Gabriela scheint umzukommen und zehn Jahre später geht in am Tag von Stalins Tod in der bulgarischen Botschaft in London weiter.
Da treffen wir Majorin Grebenarova im strengen brauen Kostüm, es wird um Stalin geweint, dann marschiert sie in ein Kleidergeschäft, um sich einen Hut zu kaufen, wird dort für eine Missis Finnegan gehalten und die Schwestern stehen sich wieder gegenüber.
Eine köstliche Satire, die wieder einmal zeigt, wie es im Sozialismus zugegangen sein könnte und, daß letztlich alles sinnlos ist. Andrej Kurkow hat ja etwas ähnliches mit seinem “Volkskontrolleur” versucht, wo es jetzt eine Fortsetzung gibt.

Über Ungarn sprechen

Eigentlich habe ich ja am Dienstag in die “Alte Schmiede” zu den Grundbüchern und zu Arthur Koestlers “Geheimschrift” gehen wollen, der mir ja während meines Soziologiestudiums von Professor Zapotoczky sehr empfohlen wurde, dann kam aber ein Mail von Konstantin Kaiser mit einer Einladung zu einer Veranstaltung ins Hamakomtheater “Über Ungarn sprechen -über Angriffe auf die Kunst, Strömungen und Gegenströmungen in der ungarischen Gesellschaft und die offizielle ungarische Geschichtserzählung” und das ist ja interessant, weil wir übernächste Woche wieder nach Bük ins Bad fahren werden und als wir im November dort waren und uns eine knappe Woche durch die Spielgeleier am Morgen und die Palatschinken am Abend gegessen haben und ich in der Badewanne Franz Molnar, Erno Szep und Antal Szerb las, habe ich mich ja nach der aktuellen politischen Situation Ungarns von der man nicht viel Gutes gehört gefragt.
Also Grund mich ein bißchen zu informieren und so habe ich mich angemeldet und bin eine halbe Stunde vorher hingegangen, um die reservierte Karte zu holen. Ein paar bekannte Gesichter, Dine Petrik, Konstantin Kaiser, sehr viel unbekannte und es gab auch noch einige Sprechproben bevor es losging.
Der Direktor des jüdischen Theaters im Nestroyhof, das es von 1927- 1938 und dann wieder ab 2009 gegeben hat und wo ich schon bei zwei Lesungen war, eröffnete, dann stellten sich einer der Veranstalter vor und las Peter Hammerschlags “Ungarische Schöpfungsgeschichte”.
Es gab schon einen Abend, wo es glaube ich um die Politik gegangen ist, jetzt war die Kunst das Thema und so gab es auch eine Video Botschaft des Komponisten und Dirigenten Ivan Fischers, der davon sprach, daß sich die ungarisce Gesellschaft derzeit in rechts und links, das heißt Patrioten und Vaterlandsverräter teilt und daß viele Kunstschaffende in letzter Zeit abgesetzt und ausgetauscht wurden.
So der Leiter des Nationaltheaters Robert Alföldi, einer der Diskutanten, der jetzt im Landestheater in St. Pölten Regie führt und der erzählte, daß er in Ungarn auf einem Flohmarkt war und dort als Schwuchtel beschimpft wurde und niemand sagte etwas, auch er nicht, was der Journalist Karl Pfeifer, der 1938 mit zehn Jahren von Wien nach Ungarn geflüchtet ist, jetzt seine Biografie geschrieben hat, die er hochhob und auch in verschiedenen ungarischen Zeitungen tätig war oder ist, bestätigte, er erzählte von einem alten Mann, der in der U-Bahn von Skins zusammengeschlagen wurde, weil er eine kommunistische Zeitung las und niemand mischte sich ein und meinte, daß er jungen Ungarn raten würden, ins Ausland zu gehen. Ivan Fischer hat seine Kinder schon nach Berlin geschickt. Robert Alföldi meinte, daß er bleiben würde, weil das sein Land sei, was auch bei Lidia Nadori Übersetzerin, Sängerin und Vorstand des Vereins Ungarischer Literaturübersetzer der Fall ist, die die Jelinek, Terezia Mora, Herta Müller und ich glaube Robert Walser ins ungarische übersetzte.
Robert Alföldi erzählte von seinem Spielplan, zum Jahr der Bibel wurden beispielsweise zeitgenössische ungarische Autoren, darunter Peter Esterhazy eingeladen ein Stück zu schreiben und, daß die Leute sich schon in der Nacht mit Schlafsäcken um Karten angestellt hätten, während man jetzt leicht eine Karte bekommen würde und eine Frau rief zu mehr Widerstand und Engagement der EU auf.
Interessant ist auch, daß es derzeit auch im Burgtheater ein Veranstaltungsreihe zu “Szene Ungarn – Ausschnitte einer Theaterlandschaft gibt und noch ein bißchen interessanter, daß heute der Burgtheaterdirektors wegen des Finanzdebakels das schon eine Weile die Öffentlichkeit erregt, entlassen wurde.
Also wieder viel gelernt, so daß ich diesmal ein bißchen vorbereiteter und informierter nach Ungarn fahren werde, wo ich mir diesmal einen etwas aktuelleren Lesestoff mitnehmen werde.

Mechthild Podzeit-Lütjen bei den Wilden Worten

Eigentlich wollte ich Montag und Dienstag ja noch zweimal in die “Alte Schmiede” gehen, bevor wir am Mittwoch nach Leipzig fahren werden, dann sah ich aber im Amerlinghaus-Programm, Mechthild Podzeit-Lütjen ist bei den “Wilden Worten”, von der GAV-Kollegin habe ich schon länger nichts gehört und kenne sie als eine sehr feinsinnige Lyrikerin und da es in der “Alten Schmiede” eine Slam-Veranstaltung gab, die mich ohnehin nicht so sehr interessierte, habe ich umdisponiert, bis halb acht gewartet, da noch schnell meine elfte Szene korrigert und ein bißchen weitergeplottet und bin wieder einmal ohne recht ins Programm zu schauen, losgestartet.
Bei Karin Invancsics ist mir das schon einmal passiert, daß ich eher Bekanntes zu hören bekam und jetzt passierte mir das wieder, hat die 1955 in Bremen geborene Mechthild Podzeit Lütjen ja die Anthologie “Die Wurzel trägt dich” vorgestellt, bei deren Präsentation ich schon einmal in der “Gesellschaft für Literatur” war. Als ich das Amerlinghaus erreichte, habe ich mich gleich neben Herrn Blaha gesetzt und von Richard Weihs erstaunt gehört, daß diesmal die Frauenquote untererfüllt war, nämlich außer mir und der Mechthild nur noch eine Zuhörerin, alles andere Männer, woran das liegen mag, an der schönen blonden Frau oder am Thema Geburt?
Keine Ahnung, die meisten habe ich nicht gekannt, bin aber mit dem Herrn vor mir gleich ins Gespräch gekommen, als ich Herrn Blaha die “Dreizehn Kapitel” und ihm meine Büchertasche zeigte, denn ich bin vorher natürlich wieder bei den Schränken gewesen und habe da ein ganz besonderes Schmankerl gefunden, nämlich einen bei Ueberreuter erschienenen Wanderführer von Hannelore Valencak “Wanderwege rund um Wien” und bei deren Lesetheaterveranstaltung bin ich erst vor kurzem gewesen und hatte keine Ahnung, daß die Autorin außer Kinderbücher auch einen Wanderführer herausgebracht hat. Man sieht auch die frühere Schriftstellergeneration brauchte ihre Zubrote und Nebengeschäfte und offenbar war Hannelore Valencak eine große Wanderin, gibt es in dem Buch neunzehn Farbfotografien von ihr und noch einmal interessant Brigitte Schwaiger hat den Umschlag gestaltet.
Doch zurück ins Amerlinghaus, da eröffnete Richard Weihs und die Mechthild las zum fünften Todestag von Gert Jonke, die Texte, die ich offenbar schon gehört habe und dann noch dden eines Theologen zum Thema Mensch werden und Geburt und erzählte im Gespräch mit Richard Weihs noch einmal ganz viel zu dem Buch was ich noch nicht wußte.
Die Idee ist bezüglich des Schließens der “Semmelweis-Klinik” entstanden, beziehungsweise hat Christa Nebenführ in der “Prückl-Sommerlesereihe” einmal das Thema “Mütter” gehabt.
Dann hat sie die Autoren angeschrieben und ausgewählt, ihnen nur die vier Worte vorgegeben und die ganze Themenvielfalt von Abtreibung, Totgeburt, etc ist gekommen, dann gab es noch die Fotografien und die ganze Arbeit an dem Werk hat drei Jahre gebraucht.
Texte sind von Friederike Mayröcker, Erika Kronabitter, Gerhard Ruis etc enthalten. Bei der Präsentation damals war, glaube ich, noch Milena Michiko Flasar und von Rolf Schwendter ist ein handschriftlicher Text enthalten, der jetzt noch einmal eine besondere Aufmerksamkeit erhält.
Von Mechthild Podzeit-Lütjen gibt es auch zwei Prosatexte und Gedichte, einen, der von einem Kind mit Down-Syndrom am Neudiedlersee handelt, las sie dann auch vor und erzählte auf Richard Weihs Fragen, daß sie die Auswahl der Texte immer ganz spontan, wenn sie in das Publikum hineinschaut, trifft.
Dann gab es die Wunschgedichte vom letzten Mal, diesmal waren es offenbar sehr viele, während die Richard Weihs verlaß, formte ich schon meine Wünsche und beschloß mir diesmal ein Gedicht zum Thema “Vergessen” zu wünschen das mit den Worten “Anna kämpft” beginnt und die Worte “Alzheimer, Dracula, Strahlenschutzstecker” enthält, vielleicht kann ich es einmal dem Buch als Motto voranstellen. Es auf jeden Fall aber als Aufmunterung fürs Weitermachen gebrauchen.
Die Ruth würde jetzt zwar vielleicht sagen, daß man sich bei den “Wunschgedichten” nicht das, worüber man gerade einen Roman schreibt, wünschen darf, aber man sieht daran, wie weit ich am zehnten März war und am vierzehnten April, der nächsten Wunschgedichtveranstaltung werde ich höchstwahrscheinlich ohnehin nicht kommen, weil das der Anna ihr dreißigster Geburtstag ist.
Vielleicht mein kleiner Beitrag zum Thema Geburt. Nachher habe ich mich noch mit der Mechthild unterhalten, ihr meine Enttäuschung ausgedrückt, von ihr keine neuen Texte gehört zu haben. Sie hat ein Hörbuch hat sie gesagt, das auch zum Verkauf aufgelegen ist und mir von ihren Studien erzählt, die sie derzeit sehr beschäftigen würden und als ich bei Wikipedia nachgegooglet habe, ist mir aufgefallen, daß die Mechthild eine ist, die sich sehr um die Texte anderer kümmert, so hat sie auch Alois Kaufmanns Texte, einem Spiegelgrundopfer, den ich einmal in der Szene-Margareten hörte, mitherausgegeben.
Ich habe sie, glaube ich, über Elfriede Haslehner kennengelernt, war mit ihr einige Zeit in der “Frauen lesen Frauen- Lesetheatergruppe” und habe, wie gesagt schon länger nichts mehr von ihr gehört, die “Anthologie” jetzt aber ein zweites Mal präsentiert bekommen und ob sie am Freitag bei der “Lyrik im März” mitmachen wird und am Samstag zur GAV-Vollversammlung kommt, weiß ich nicht, aber da werde ich in Leipzig sein.

Cartoons über Wien

Der Holzbaum-Verlag macht fleißig weiter und hat jetzt nach dem “Unnützen Wien-Wissen“, “Wien wie es wirklich scheint” und den “Cartoons über Kunst” auch “Cartoons über Wien” herausgegeben, was für eine Vollblutwienerin mit kritischen Bewußtsein, wie ich es bin, natürlich ein Muß ist, sich in den Zeichnung der schon bekannten Holzbaum-Größen und auch einigen neuen, wie Andreas Prüstl, Ari Pikat, Berndl Ertl, Bruno Haberzettl, Clemens Haipl, Daniel Jokesch, Gerald Mayerhofer, La Razzia, Miriam Wurster, Oliver Ottitsch, Rudi Hurzlmeier und vielen anderen, ein wenig umzusehen.
Interessant ist auch, daß einige der Karikaturisten in Leipzig, Ludenscheid, Salzburg, Jena, Niederösterreich, München, Hamburg, Graz, aber auch in Wien geboren wurden.
Und der Umschlagtext, das Büchlein wurde wieder von Clemens Ettenauer heraugegeben, schreibt von den vielen Geigen, die über Wien hängen würden.
“So kennt man Wien. In dieser einmaligen Cartoon-Sammlung lernen Sie die Stadt aber nun auch von ihrer unbekannten Seite kennen und erfahren endlich alles über kaiserliche Fürze, das bei Touristen so beliebte Hundertwasserbordell, die Sacher-Masoch Torte und vieles mehr.”
Gehen wir es also an, da das hier ja der Literaturblog einer Literaturinteressierten ist, fehlen wieder die Bilder, ein paar Kostproben kann ich aber geben, ansonsten in das Buch hineinschauen oder in den Shop der komischen Künste gehen, wo es vielleicht eine diesbezügliche Ausstellung gibt.
Der Tod ganz in schwarz oder eine entsprechende Figur im weißen Leiberl mit einer Bierdose in der Hand ziert schon einmal das Cover. Das Bild von Daniel Jokesch ist dann auch im Buch zu sehen.
“Der Tod, das muß ein Wiener sein, Georg Kreisler”, steht noch dabei. Von Andreas Prüstl wird das auf Seite vier aber schon bestritten, denn da kommt der schwarze Sensenmann, was ich ganz spannend finde, aus St. Pölten ins AKH oder sonst wohin und bei Ari Plikat, liegt der Gevatter mit Sense schon einmal auf der Coach: “Und dann fühle ich mich immer so….Mist Ihre Zeit ist um!” Der Analytiker schreibt alles fleißig mit.
Papa Freud treffen wir natürlich auch, der hat nicht nur den “Penisneid”, sondern auch Adolf Hitler als Klienten, der hält eine Zeichnung an der Brust und Freud hat “total blemblem!”, auf seinen Block notiert und schaut ganz bekümmert aus.
So weit die Klischees. Da gibt es ja noch den Mozart, der die Mozartkugel scheißt, war der eigentlich ein Wiener? Nicht so ganz würde ich sagen, zumindestens werden ihn die Salzburger für sich reklamieren und ihre Cartoons über ihn machen.
Maria Theresia wird von Bruno Haberzettl im Kreise ihrer schlimmen Kinder gezeichnet, der unterwürfige Lakai bringt den Pracker auf einem Tablett und “Die Einführung der Schulzeit war nur eine Frage der Zeit!”
Franz Josef furzt, wurde uns schon in der Beschreibung versprochen, das Cafe unter Zentralfriedhof kommt vor, wo man “Röstleber a la Qualtinger” verzehren kann, die Sacher-Masoch Torte im Cafe, wo man noch einmal den Gevatter Tod treffen kann und dann gibt es noch und das finde ich besonders spannend, zwei brandaktuelle Cartoons, wo die Zeichner, da ich das Buch ja schon ein paar Tage bei mir liegen habe, zum Zeitpunkt der Erstehung noch nicht wissen konnten, wie die Sache ausgeht.
Für die Nichtwiener zu Erklärung. Bei uns wurde in den letzten Wochen darüber abgestimmt, ob man die MaHü, die Mariahilferstraße eine der größten Geschäftsstraßen, die vom Westbahnhof in die City führt und den sechsten mit dem siebenten Bezirk verbindet, zur Fußgängerzone machen soll?
Das heißt, sie ist es schon ein paar Monate, aber da gab es Ärger mit den Geschäftsleuten, die um ihr Geschäft fürchten, die grüne Vizebürgermeisterin machte sehr viel Werbung für das Radfahren und das gute Lebensgefühl. Am Freitag ist bekannt geworden, die Anrainer sind sehr knapp dafür und in dem Buch kann man schon zwei Zeichnungen sehen.
“Die Mariahilferstraße 2050” ist die erste, wo die Nackten in Zelten wohnen auf Bäume klettern, ihr Lagerfeuer machen und die Frau Bürgermeisterin steht davor und sagt “Irgendwann gab es kein zurück mehr!” und ich merke an, daß ich überhaupt nicht sicher war, daß die Abstimmung so ausgehen wird und eigentlich an das Gegenteil dachte und Michael Dufek hat auf Seite vierzig einen “neuen Lösungsansatz für die Mariahilferstraße ohne Autos, ohne Radfahrer, ohne Fußgänger und ohne Bus sorgt trotzdem für Aufregung”, gefunden.
Dann gibt es noch den Opernball mit dem Herrn Lugner und anderen Societygrößen und die Türkenbelagerung mit den Kebab-Buden vor der Stadtmauer und und…
Am besten höre ich jetzt auf zu zitieren, weil ich ja ohnehin immer soviel nacherzähle und nehme das Buch nach Leipzig mit, weil es auf der dortigen Buchmesse nicht fehlen sollte, aber vielleicht hat es Clemens Ettenauer schon am Gemeinschaftsstand der IG-Autoren aufgelegt?

Dracula

Nun habe ich es geschafft und das Pinguin Taschenbuch in circa zehn Tagen mit einer Wochenendunterbrechung, mit Hilfe von Wikipedia und einem deutschsprachigen Film, der allerdings die Handlung des 1897 erschienenen Romanes, des 1847 geborenen und 1912 verstorbenen irischen Schriftstellers Bram Stoker, verkürzte und verstellte, ausgelesen.
“Dracula” von diesen Vampir und Horrorroman hört man ja sehr viel. H.C. Artmann hat seine eigene Variante herausgebracht und so ist es sicher gut das Original zu lesen und auch die englische Version war sehr spannend, habe ich da ja einige deutsche Worte darin entdeckt.
So reden die Frauen in Ungarn und Rumänien Jonathan Harker mit “Herr Englishman” an, er bekommt “paprikahendl” zu essen und auch in England, wo der Roman dann weitergeht, sind Phrasen, wie “Gott, Gott” zu finden.
Bram Stoker habe ich bei Wikipedia gelesen war nie in Transylvanien, hat sein Wissen also aus Lexika und angeblich so gar die Fahrpläne so genau studiert, daß sie stimmten und er bedient sich auch einer sehr interessanten Erzähltechnik. So besteht der Roman aus einer Reihe von Tagebucheintragungen, Phonographieaufnahmen, Telegramm- und Zeitungsnotizen, was ihn Ende des neunzehnten Jahrhunderts sehr spannend macht und auch die Frage aufwirft, wie der Roman in Facebook, Mobilfunkt und Skypezeiten wohl aussehen würde, aber es gibt auch moderne Vampirromane und der Anna habe ich als Kind öfter den “Kleinen Vampir” vorgelesen, beziehungsweise hatte sie diese Cassetten.
Nun zum Original. Der junge Anwalt Jonathan Harker reist nach Transylvanien, um mit Graf Dracula auf seinem Schloß einen Vertrag abzuschließen, weil der sich in England ansiedeln will. Die Reise ist gespenstig, weil er in Bistriz, wo er Station macht, von einer Frau einen Rosenkranz bekommt, die ihn anfleht, nicht dorthin zu reisen. Werwölfe beziehungsweise wilde Hunde laufen auf dem Schloßberg auch herum. Der Graf ist sehr freundlich und tischt das Abendessen auf, ißt aber nicht mit, hat keinen Schatten und verschwindet unter Tag. Jonathan darf dann nur sein Zimmer und eine Bibliothek benützen, alles andere ist verschlossen. Als er doch einmal in einem anderen Zimmer landet, tauchen dort drei schöne Frauen auf, die ihn beißen wollen.
Der Graf verhindert dies, zwingt Jonathan Briefe an seinen Chef und seine Braut Mina zu schreiben und verschwindet dann. Jonathan kann schließlich flüchten, landet in einem Sanatorium in BudaPest, wie das geschrieben wird, wo er seine Braut Mina heiratet.
Vorher besucht Mina ihre Freundin Lucy in Whtiby in der Grafschaft Yorkshire und dort passieren auch seltsame Sachen. Ein Schiff kommt an, die Mannschaft ist verschwunden und der Kapitätn tot, ein Hund soll auch gesichtet worden sein und Lucy, die Braut von Arthur Holmwood fängt zu schlafwandeln kann.
Da Arthur sich nicht so um sie kümmern kann, bittet er das seinen Freund Dr, Seward, einen Nerven- oder Irrenarzt, wie das früher hieß, zu tun. Der hat ein Sanatorium und einen seltsamen Patienten namens Renfield, der sich von Fliegen und Spinnen ernährt.
Als Lucy seltsame Bißspuren am Hals hat, holt er den holländischen Professor Abraham van Helsing, den berühmten Vampirjäger zur Hilfe und die Geschichte beginnt.
Prof.van Helsing verordnet Knaublauchkränze und Kruzifixe, kann aber Lucys Tod dennoch nicht verhindern und nach ihrem Begräbnis verschwinden Kinder, beziehungsweise werden sie auch gebissen.
Van Helsing spürt nun Lucy bei ihren nächtlichen Aktivitäten auf und stopft ihren Mund mit Knoblauch voll. Dann kommen Mina und Harker aus BudaPest und der Vampirjäger macht sich auf die Jagd nach fünfzig erdgefüllten Kisten, die Dracula ebenfalls mitnahm und in London verteilte, da er sich dorthin ja in der Nacht dorthin zurückziehen muß.
Inzwischen läßt Renfield Graf Dracula zu Mina, der mit ihr eine Art Bluthochzeit veranstaltet, sie trinkt sein Blut und ist in Gefahr selbst zum Vampir zu werden und Dracula, der nur mehr eine Kiste hat, verschwindet in Richtung Transylvanien. Die Vampirjäger van Helsing, Arthur, Dr. Seward, noch ein Amerikaner und Mina, die ja nun durch Hypnose immer Draculas Aufenthalt erahnen kann, hinter ihm her. Am Schluß wird er gestellt. Der Amerikaner kommt dabei um, das Gute siegt und sieben Jahre später reisen Mina, Harker, ihr Söhnchen und Professor van Helsing nocheinmal zu Schloß Dracula und schauen sich alles an.
Interessant und ein bedeutender Roman der Weltgeschichte, der als Zitat in aller Munde ist, so daß es sicher gut ist das Original zu kennen. Ich habe mich auch noch ein bißchen weiter im Internet umgesehen. Da kann man sich das Schloß, in dem offenbar auch gefilmt wurde und das der Familie Habsburg gehören scheint, in einem Video ansehen und wenn Kritik erlaubt ist, so kann man sicherlich das Frauenbild im Roman, beziehungsweise noch mehr in der Filmvorlage anpragern.
Da rennen die Frauen schön und somnabul herum, die Männer kämpfen und das Böse wird durch Knoblauch und Kruzifixe besiegt, wenn das nur so einfach wäre? Aber spannend ist sicherlich, wie Bram Stoker, die Technik des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts verwendet, wie dort telegraphiert, mit der Eisenbahn etc gefahren wird und spannend auch, wie viel da noch geschrieben wurde. Mit Facebook und mit Twitter geht das jetzt ja viel schneller, aber das gab es 1897 ja noch nicht.

Wochenendschreibbericht

Mit dem Schreiben des neuen Projekts “Anna kämpft gegen das Vergessen” habe ich, wie meine Leser nachlesen konnten, letztes Wochenende in Harland angefangen. Da hatten sich ja ein paar Ideen angesammelt, drei Personen, die die drei Handlungsebenen tragen sollen. Anna, die Buchhändlerin, die gegen ihr Vergessen kämpft, Johanna, die Enkeltochter, die nach ihrem Tod in ihre Wohnung zieht, einen Blogroman über ihr Vergessen schreibt und sich als Alzheimer-Trainerin umschulen ließ und K.M.,der ehemalige Verlgasleiter, der nach seiner Zwangspensionierung in eine Depression gefallen ist, nach Siena fuhr und die dort durch “Johannas Blogroman” zur Überwindung bringt. Wie ich diese drei Ebenen zusammenbekomme, ist mir noch nicht so ganz klar.
Richtig vorausgeplottet habe ich ja wieder nicht. Nur ein bißchen in meinen Büchern gelesen, vor allem in denen, die schon von alten Menschen und AlzheimerErkrankten handeln, dann mich diesbezüglich im Internet umgeschaut, da gibt es ja sehr viele interessante Filme und Diskussionen, so daß mir langsam klar wurde, wie ich das angehen könnte. Ob die Anna jetzt wirkliche eine Alzheimer-Erkrankung hat oder sich nur davor fürchtet, ist mir noch nicht klar. Sie liest aber ihre Bücher, darunter auch den “Dracula”, an dem ich mich derzeit noch immer quäle und da lassen sich auch Vergleiche ziehen, denn der Alzheimer-Patient verliert ja auch seine Persönlichkeit und wird zu einem “Untoten”, der Prof van Helsing kämpft beim Bram Stoker mit Knoblauchblüten und geweiten Kruzifixen dagegen an, die Anna macht es mit den Lesen, die Johanna mit ihrem Blogroman und K.M. hilft das am Ende seine Depression zu überwinden.
Spannend, spannend, wenn mir das gelingt, auch entsprechend rüber zu bringen, könnte man sagen. So ganz klar ist mir das alles ja noch nicht, aber ich habe Zeit den Roman diesmal wirklich kommen zu lassen, bis Oktober schwebt mir da in etwa vor. Ob ich es wirklich schaffe mir mit dem Rohkonzept soviel Zeit zu lassen, weiß ich nicht. Es muß auch nicht sein. Soll man sich ja keinen Zwang antun, wenn man schneller ist. Nur über meine Schwächen will ich herauswachsen und da vielleicht auch mal was umschreiben, denn eigentlich sind es ja drei Romane, die mir da vorschweben und die sollten auch ihren eigenen Handlungsverlauf und Erzählstruktur haben.
Derzeit habe ich zehn Szenen, einunddreißig Seiten und 14 761 Worte, das heißt, seit der gestrigen Schreibgruppe, wo ich die dritte Johanna-Szene begonnen habe, schon wieder drei Szenen weitergeschrieben. Ich finde die Gruppe ja eine tolle Möglichkeit an meinem Projekt weiterzuarbeiten, in dem ich einfach zum jeweiligen Thema eine mehr oder weniger passende Szene beginne. In zwanzig Minuten kann man sowieso nur den Anfang schreiben. Die Ruth und Ilse waren nicht so begeistert, obwohl es ihnen egal sein kann und im günstigsten Fall hat man seine Testleser und bekommt Feedback.
Bei mir ist das aber nie so einfach, das weiß ich schon, lasse mich trotzdem nicht abhalten, werde die drei Szenen, die ich vorhin aufgeschrieben habe, korrigieren und dann weiterplotten und immer, wenn ich nicht weiter weiß, kann ich ja umschreiben, spazieregehen, ins Internet Material sammeln und recherchieren gehen, etc.
Das es schon mein fünfunddreißigstes literarisches Buch werden wird, von den unveröffentlichten Versuchen und Fehlstarts abgesehen, habe ich auch schon Routine. Ich habe nicht viel Aufmerksamkeit und Feedback, das weiß ich auch, aber wenn es wirklich gut werden sollte, kann ich wirklich noch eine Aussendung machen, es beim “Amazon” einstellen und eine ISBN-Nummer kaufen kann ich mir ja auch.
Ich könnte auch in Leipzig, wohin ich nächste Woche fahren, Werbung für mich machen, aber darin bin ich nicht sehr gut. So gut, wie Judith Grohmann, die ich diese Woche zweimal getroffen habe und die vor allem im Pen-Club auf reges Interesse gestoßen bin, bin ich nicht. Bin ich ja eher schüchtern und introvertiert. Aber das Literaturcafe hat in Leipzig eine Aktion, wo man sich mit einem Buch für eine Ausstellung fotografieren lassen kann. Ich habe mich da mit den “Dreizehn Kapiteln” angemeldet und Mara Giese, die Bloggerin von “Buzzaldrin”, will ich da ja auch treffen. Die ist am Donnerstag in Leipzig und hat sich diesbezüglich schon ein Medien-Kit gebastelt, beziehungsweise Taschen, in denen sie ihre Bloginformationen verteilt.
Da habe ich zuerst einmal nicht ganz verstanden, wozu das gut ist, dann aber im Internet nachgeschaut und da scheint es viele Blogs zu geben, die Werbung für Produkte machen und Mara Giese scheint das auch mit Verlagen zu versuchen, so kann man bei ihr derzeit auch einen “Tolino” das ist der “Thalia-E-Bookreader”, wenn ich es richtig verstanden habe, gewinnen, wenn man herausfindet, welches Buch sie da auf einem Video bespricht. Das habe ich, glaube ich, erraten, verrate, die Lösung natürlich nicht. Habe im Internet aber inzwischen schon was gewonnen, nämlich bei der Blogtour die Martina Gercke, die ja mit Katjha Schneidt inzwischen ein weiteres Buch “Alles nur kein Mann” geschrieben hat. Dieses E-Book und dann noch ein Überraschungspäckchen, das mir die “Bücherhexe” zugesandt hat. Darin war eine schöne Karte, ein Lesezeichen, ein Bändchen und ein Anhänger, alles wahrscheinlich für eine Zielgruppe, die rund vierzig Jahre jünger ist. Aber ich lese mich, wie ich immer behaupte, gerne quer durch den Literaturgarten, habe keine Vorurteile und so habe ich auch eine Woche lang auf den verschiendenen Blogs die Berichte über das Buch der Zwei gelesen und den Lösungssatz zusammengesammelt. Kann nun, warhscheinlich erst im nächsten Jahr das E-Book lesen und habe es auch schon auf meinem “Pocket-Book”, das ist der E-Book Reader, den mir der Alfred zu Weihnachten schenkte und auf dem bis jetzt hauptsächlich meine Bücher, beziehungsweise, die alten Klassiker, die schon darauff waren, sind und da ist, glaube ich, auch der “Dracula” dabei.
Ansonsten habe ich wieder einige Rezensionsexemplare angefordert, da ermuntern mich ja auch die engagierten Bücherblogger wie “Buzzaldrin”, “Literaturen”, “Bücherwurmmloch”, etc, das zu tun.
Das von der Angelika Reizter ist inzwischen auch gekommen. Das werde ich mit dem Buch vom Alex Popov aus dem Residenz Verlag wahrscheinlich nach Leipzig mitnehmen.
Da fahren wir ja Mittwoch hin, kommen am Montag zurück und dann wollten wir am Freitag darauf eine Kreuzfahrt in Portugal machen. Ging wieder nicht, so fahren wir zuerst nach Harland und dann nach Bück ins Bad mit der Oma, da habe ich schon einen erweiterten Bücherstapel mit ungarischer Literatur vorbereitet. Magda Szabo mit “Die andere Esther” und das erinnert ja an “Vielleicht Esther” von Katja Petrowkaya, der letzten “Bachmannpreisgewinnerin”, die für den “Leipziger Buchpreis” nominiert wurde.
Bezüglich Ungarn gibts am Dienstag eine Diskussion im “Hamakom-Theater”. Konstantin Kaiser hat mich darauf aufmerksam gemacht, obwohl in der “Alten Schmiede” auch was Interessantes ist. Aber wenn ich ohnehin eher alte Ungarn Bücher mitnehmen werde, ist es vielleicht ganz gut, sich über die aktuelle politische und kulturelle Lage ein bißchen zu informieren.
Das Burgtheater hat da auch einen Schwerpunkt, ist aber selber in der Krise und mir geht es eigentlich ganz gut.
Schreibe und lese ich mich ja tapfer vor mich hin, habe mit Judith Grohmann eine neue Blogbekanntschaft gemacht, lese lang und breit am “Dracula”, den ich aber auch für sehr interessant finde und eine neue Lesemöglichkeit habe ich auch vielleicht bekommen.
Ich sage vielleicht. Denn “Margareten” hat ja eine neue Bezirksvorstehung, die alte gründete die Margareten-Art, ließ mich dort zweimal umsonst lesen, das zweite Mal war ich dem Bezirksvorsteher zu lang, da lud er mich nicht mehr ein. Jetzt habe ich wieder eine Einladung bekommen, daß ich mich bewerben darf, eine Jury wählt mich dann vielleicht aus. Ich habe mich schon mit “Anna kämpft gegen das Vergessen” angemeldet. Habe wahrscheinlich kein Glück ausgewählt zu werden, aber das wären wahrscheinlich ohnehin wieder die neoliberale Kulturverhältnisse, von denen Frau Haidegger mir einmal nicht glaubte, daß es sie gibt und wahrscheinlich auch ohne Mindesthonorar. Ich lese ja gerne, deshalb habe ich mich auch angemeldet, ansonsten freue ich auf Leipzig und das Entsehen meines Romanes und damit bin ich ich auch ganz zufrieden.

März-Schreiben

Wieder einmal Schreibgruppe mit Ruth, Robert, Ilse und Fritz, diesmal war auch wieder Doris Kloimstein und Judith Grohmann dabei, die mich gestern in den PEN-Club begleitet hat und sich heute die Schreibgruppe angesehen hat, die ja außer Doris Kloimstein aus lauter GAV-lern bestand.
Da heißt sie ist zu spät gekommen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, erst erschienen, als das Schreiben schon vorüber war.
Hat also zugehört und bezüglich Themenfindung bin ich mit der Absicht ins Cafe Ludwig gegangen an “Anna kämpft gegen das Vergessen” weiterzuschreiben.
Denn damit habe ich inzwischen begonnen und es gibt schon sieben Szenen, einundzwanzig Seiten beziehungsweise 10136 Worte. Aber noch keinen richtigen Handlungsstrang, nur die Idee von den drei Ebenen und ein paar Ideen dazu. Das heißt, heute bin ich auch wieder sehr niedergeschlagen und vorzweifelt vor meinem Buch, beziehungsweise dem Laptop gesessen, habe, eh schon wissen “Ich kann es nicht, ich kann es nicht!”, gedacht und bin dementsprechend euphorisch in die Gruppe gegangen und hatte auch schon ein paar Themenvorschläge.
An “Umstrukturierung” oder “Vergessen” habe ich gedacht oder auch “Demenz” oder “Alzheimer”, bin aber in der Gruppe auch für andere Themen offen. Denn da bin ich ja bei der “Brüderschaft” beim Thema “Schwimmen” auf den Strang der Renate gekommen.
Die Ruth hatte auch ein Thema, beziehungsweise hat sie etwas von einer Salzburger Leseaktion vorgelesen, die die Gruppe “Erostepost” veranstaltet, da mußt jeder drei Texte vorbereiten, die zwischen einer und mehreren Minuten lang sind, in der ersten Runde wird eine Minute gelesen, das Publikum wählt aus, in der nächsten Runde darf man länger, wer dann noch überbleibt, gewinnt das nächste Mal eine bezahlte Lesung.
Also so wie Poetry- und Literaturslam und das was heutzutage oft bei Lesungen üblich und auch zu kritisieren, darüber haben wir dann ein bißchen diskutiert, aber fürs Schreiben war es nicht das richtige Thema, also wurde noch “Flohmarkt” und noch etwas anderes vorgeschlagen.
“Vergessen” ausgewählt und ich habe meine Szene acht begonnen. Die wieder von der Enkeltochter Johanna, der Alzheimer Trainerin getragen wird, die in die Oma der Wohnung eingezogen ist und von der Hausmeisterin Slavica Jovanovic von dem Operball erzählt bekommt, zu dem sie Anna das letzte Mal eingeladen hat, der in der Hausmeisterwohnung vor dem Fernseher stattfand.
Das handelte zwar nicht direkt vom Vergessen, ist aber ziemlich flott gegangen, bei den anderen habe ich während des Schreibens gehört, daß sie das Thema recht schwierig fanden und vorher wurde noch diskutiert, ob Vergessen mit Alzheimer gleichzusetzen ist, als ich sagte, daß ich einen Roman über “Alzheimer” schreiben würde.
Fritz Widhalm hat wieder bestritten, daß es bei Alzheimer ums Vergessen ginge und die anderen hatten sehr interessante Texte, wo das Thema Alzheimer ziemlich ausgeklammert war.
“Mich kannst du vergessen!”, begann Doris Kloimsteins Text, wo es mehr um die Umstrukturierung ging. Robert Eglhofer schrieb wieder etwas bezüglich seines “Schulromanes”, wo der Lehrer R. einen Schüler nach dem Schikurs vergißt. Da fragte ich natürlich wieder, ob das autobiografisch ist?
War es nicht und Ilse Kilic und Ruth Aspöck mokierten sich dann darüber, daß ich die Gruppe für meinen “Roman” mißbrauchen würde. Warum aber nicht? Für mich ist es das Interessante daran, wie das entstehen und sich eingliedern läßt und ich finde es eigentlich auch schade, daß das kritisiert wurde. Schadet es ja niemanden. Aber bei mir ist ja offenbar nicht viel erlaubt, die anderen könnten sich ja auch darüber freuen und das “Work in Progress” interessiert verfolgen. Interessant aber auch in Robert Eglhofer soetwas, wie einen Nachahmer gefunden zu haben und die Ruth hat schon den Plan, ein Buch aus den Texten der Schreibegruppe zu machen.
Da würden meine Romanszenen zwar hinausfallen. Es gibt aber auch andere. Die ersten beiden Texte, habe ich dem Robert am nächsten Tag korrigiert geschickt. Ilse und Fritz geben ihre Texte immer gleich so ab. Der Mai-Text wird in der nächsten Volksstimmeanthologie erscheinen. Den Februartext habe ich ins Internet gestellt.
Dann kam Judith Grohmann und es wurde noch heftig über das Thema Vergessen, beziehungsweise über das Älterwerden diskutiert und darüber, ob man, wenn man vielleicht achtzig ist und sich seine Texte nicht mehr so merken kann und Hilfestellung braucht, noch lesen darf?
Ja, finde ich und meine, daß es auch schön ist, seinen Beruf solange man noch kann auszuüben und nicht unbedingt mit Sechzig in Pension zu gehen, weil das ja auch die beste Alzheimer-Prophylaxe ist. Die anderen sahen das anders. Aber ich mokiere mich nicht über einen Johannes Heesters, der noch mit über hundert davon sang, daß er “ins Maxim gehen würde” und, daß der Hans Beirer, der in den Siebzigerjahren an der Staatsoper eingesprungen ist, wenn man einen Sigmund oder Sigfried brauchte und ausgebuht wurde, wenn er das nicht mehr so gut gesungen hat, hat mich schon damals sehr geärgert. Warum soll man sich nicht solange man es kann betätigen und schlug vor uns in vielleicht zwanzig Jahren wieder zu treffen noch einmal über dieses Thema zu diskutieren und zu schauen sollen, ob die Meinungen dann auseinandergehen?
Es war also sehr interessant und man sieht, das Thema Vergessen kann sehr aufregen und bewegen, was ja eigentlich nicht so verwunderlich ist. Ich habe mich in den letzten Wochen ein bißchen in die Alzheimer-Problematik eingelesen und bin ja auch nicht sicher, ob die Anna wirklich Alzheimer hat.
Sie ist fünfundsiebzig, bemerkt, da sie nicht mehr so wie früher kann wie früher und kämpft dagegen an.
“Warum muß man gegen das Vergessen kämpfen?”, fragte mich noch Fritz Widhalm.
Ich denke schon, daß man seinen Geist trainieren soll und sich bemühen fit zu bleiben und das tut ja auch die Anna, indem sie ihre Bücher liest und darüber bloggt. Sie war aber auch bei Slavica Jovanovics Opernball und lernt den falschen Arzt Rade Manuescu kennen. Wie sich daraus die Handlung ergibt, weiß ich noch nicht. Aber vielleicht bekomme ich das in der Schreibgruppe heraus und wenn Judith Grohmann ein neues Mitglied werden wird, ist das auch sehr interessant.