Die weiße Wildnis

Walter Buchebners “Gedichte und Tagebücher”, 1974 herausgegeben von Alois Vogel, ausgeschieden aus der Städtischen Bücherei in der Grundsteingasse, das Entlehnblatt auf der ersten Seite zeigt keine Eintragungen, gefunden vor zwei Jahren im offenen Bücherschrank ebendort.
Von Walter Buchebner, der wie Elfriede Jelinek, in Mürzzuschlag geboren wurde, habe ich in den späten Siebzigerjahren durch den “Buchebner-Preis” gehört, an dem ich mich ein paar Mal beteiligt habe.
Felix Mitterer und Gloria Kaiser haben da, glaube ich, gewonnen und Erich Holzer hat mir gesagt, daß man schon bekannter sein müße, um da mitzumachen.
Den Preis hats dann bald nicht mehr gegeben und ob ich bis Daniela Striegl “Die Eule von Wien” herausgegeben hat, viel von Buchebners Gedichten gehört oder gelesen habe, glaube ich eher nicht.
Der Dichter wurde jedenfalls 1929 in der steirischen Stadt geboren und hat sich, da er Nierenleidend war, 1964 erschossen.
Alois Vogel hat zwei Bände seiner Werke herausgegeben, in Zeitschriften und Anthologien sind seine Gedichte erschienen, die von Hermann Hakel gefördert wurden, der übliche Weg in den Literaturbetrieb der Fünfziger und Sechzigerjahre, der in den Tagebüchern auch sehr schön beschrieben ist.
Das Bändchen beginnt mit dem Langgedicht “die weiße wildnis – in der das lied stirbt aus der wiederkehrt für immer”
Die Tagebücher beginnen 1946 in Mürzzuschlag, da ist der krieg vorbei, Buchebner erinnert sich an das, was seine Mutter 1938 in ihr Tagebuch über Schuschnigg schrieb.
Er wurde, glaube ich, in den Krieg noch einberufen, beziehungseise desertierte er, dann kam er nach Wien, versuchte sich als Arbeiter den Proletariern mitzuteilen. Hakel hat dann ein Gedicht von ihm in einer Zeitschrift gebracht, beziehungsweise, das so entstellt, daß Buchebner es fast nicht mehr erkannt hat.
Er berichtet auch von einem Abend in der “Gesellschaft der Literatur”, wo er Jandl kennenlernte, Doderer hat er auch getroffen und Henz hat ihm seine Gedichte zurückgeschickt.
Buchebner war dann, wie einige Dichter in den Fünfziger und Sechzigerjahren Bibliothekar in den Städtischen Bücherei, offenbar eine soziale Absicherung für die Schreibenden.
Die Nierenkrankheit ist Ende der Sechzigerjahre aufgetreten, wo sich Buchebner mit seinen frühen Tod beschäftigt, die Untersuchungen im AKH werden beschrieben, die Nierensteine, die Operationen und wie er sie erlebte.
Er hat sich auch mit dem Dichten und dem Rhythmus der Sprache beschäftigt und ist nach Paris gereist. Ein paar Seiten wurden aus den Tagebüchern herausgerissen, beziehungsweise später durch Freunde wieder hinzugefügt, wie Alois Vogel genau anmerkt.
Am Schluß gibt es wieder Gedichte, die sehr lang sind und immer wieder einzelne Worte und Verszeilen extra herausgehoben werden, wie “paris ma poesie, wo wir immer wieder “aux cing billards” finden können.
“die revolte” “ich saufe – sie ob sie mich – angst ich – ich schreie im rotweinrausch – in die arme einer neuen poesie – dichtung ich will die poesie- ich besaufe mich mit rotwein und im rotweinrausch mit der hoffnung auf rauschgift aus paris – revolte – ich – die revolte – april 1961”
1961 hat der im Cafe Sport in der Schönlaterngasse, wo es heute das “Literarische Quartier der Alten Schmiede” gibt, auch das Manifest der Poesie geschrieben, das mit den Worten “Die Literatur ist tot! – Es lebe die Poesie!”, endet.
Das Buch endet mit einem Nachwort von Alois Vogel, der im “Literaturkreis Podium” tätig war, und dort auch von mir etwas veröffentlicht hat, in dem er betont, daß er nach seinem ersten, 1969 bei “Jugend und Volk” herausgegebenen Buchebner-Band “zeit und zellulose” noch einen zweiten mit den Werken des Dichters erscheinen lassen wollte.
Erklärt ein bißchen was dazu und wundert sich, daß Buchebner, der sich auch mit der Beatbewegung, mit dem Blues und der Malerei beschäftigt hat, in den Siebzigerjahren nicht bekannter gewesen war, hätte ihn die Jugend doch eher als den “strengen Jandl” annehmen müssen.
Einzig Hans Heinz Hahnl hat sein Talent erkannt und in der Arbeiter Zeitung am 21. Juni 1970 geschrieben “Buchebner… könnte man als einen geistigen Vater jener Protestliteratur nennen, die nun aus dem Boden schießt…”-
Vogel schließt seine Betrachtungen mit “Ich bin mir bewußt, damit nichts Endgültiges über Walter Buchebner vorzulegen. Wenn der Dichter über seine Zeit zu wirken imstande ist, und ich glaube es, daß er es ist, wird vielleicht einmal eine wissenschaftlich erarbeitete Ausgabe folgen. Bis dahin mögen die beiden Bücher Anstoß und Aufforderung sein.”
Seit 2011 sind wir mit Daniela Striegls “ich die eule von wien” einen Schritt weiter.

Korrigierblockade

Seit einigen Tagen oder sind es schon Wochen, komme ich nicht weiter mit dem Korrigieren von “Anna kämpft gegen das Vergessen”, das ich ja im März vor allem in Ungarn so flott dahingeschrieben habe.
Jetzt bin ich so weit, daß ich wieder Szene für Szene durchgehen will und komme nicht voran, spüre Widerstand, bin müde, trödle herum, denke es rentiert sich nicht zwischen einer Stundenpause damit anzufangen, ect.
Dann hat der Alfred, der ja die “Brüderschaft” korrigiert und mir das Manuskript vor ein paar Tagen übergeben hat und auch schon ein Cover mit einem Foto von zwei lachenden Männern, der dritte Bruder fehlt, gebastelt hat, wiedermal gesagt, ich solle nicht so schnell schreiben, das sitzt irgendwie und ich denke, es hat ja ohnehin keinen Sinn, daß ich schreibe und schreibe, mit der “Brüderschaft” dann das dreiunddreißigste und mit der “Anna” das vierunddreißigste selbstgemachte Buch habe, kommentarlos darüber blogge, eine Vorschau und ein Bild von dem Buch in den Blog einstelle und wenn ich die Bücher dann jemand zeige, “Wow soviel!” höre und ein mitleidiges Lächeln sehen kann.
Aber was bringt dann etwas und was ist die Alternative? Richtig, ich habe keine, denn wenn ich herumtrödle und nicht fertigwerde, sondern stattdessen meine Bücherberge hinunterlese, hilft das auch nicht wirklich weiter.
Das Problem ist ja wahrscheinlich, daß es ganz egal ist, was ich mache, es verändert sowieso nichts, denn kaum ist das Buch fertig, interessiert sich kein Schwein dafür, wenn ich Glück habe, bekomme ich einen Termin bei den “Textvorstellungen”, das wars dann schon und da hat mir schon Kurt Neumann beziehungsweise Ruth Aspöck angedeutet, daß ich den nicht immer haben kann.
Eine schwierige Situation, denn ich will ja schreiben, notfalls nur für mich, das dann aber bloggen, beziehungsweise mich im Internet, wo das ja geht, präsentieren. Wenn aber keine Reaktion darauf kommt, ist das auch nicht gut. Sara Wipauer hat einmal gemeint, als ich dasselbe Problem schon bei der “Frau auf der Bank” hatte, daß das nichts macht, soweit die Korrigierblockade nicht zu lange anhält.
Natürlich macht es nichts, denn ich schreibe ja soviel und dreiunddreißig Bücher für die sich niemand interessiert, dürfen eigentlich nicht sein. Warum nicht? Sie dürfen natürlich, aber wenn man nie eine Chance auf einen Preis, etc hat, ist das sehr frustrierend und erzeugt offenbar den Widerwillen und ich denke ja auch, daß es nichts macht, einmal eine Schreibpause einzulegen, wenn es dafür flott weitergeht. Das Problem ist nur, wenn ich nichts mache, passiert nichts, also blogge ich darüber, klage, jammere darüber, bevor ich zur Festwocheneröffnung auf den Rathausplatz gehe.
Morgen Mittag habe ich eine Einladung bei der Iris für eine äthiopische Kaffeezeremonie und in der nächsten Woche sind meine Termine, glaube ich, auch so gelegt, daß sich dazwischen nicht viel ausgeht, denn ich weiß ja, wenn ich einmal damit anfange, geht es schon weiter. Jetzt also die “Brüderschaft”, die ich ja beim letzten “Nanowrimo” geschrieben habe, korrigieren, schauen, daß das Manuskript bald an die Druckerei und das Cover auf die Website, beziehungsweise in die Vorschau geht.
Dann kommen wieder drei Fragen, wo man ein Buch gewinnen kann, auch wenn sich keiner dafür meldet und ich überlege, ob ich es bei “Amazon” einstellen soll oder nicht?
Mit dem Weiterschreiben bin ich auch ein bißchen desillusioniert, wenn ich mit der “Anna” durch bin, denn da hat sich ja inzwischen der Gedanke fest eingehakt, daß meine wenig abgehobenen realistischen Geschichten niemand haben will und sie niemanden interessieren. Warum eigentlich nicht? Die Geschichte einer Alzheimer-Erkrankung ist doch interessant! Aber irgendwie komme ich über das Schreiben und das Bloggen nicht hinaus und das wäre ja eigentlich eine Möglichkeit auf mich aufmerksam zu machen. Irgendwie scheint es aber ein Eigentor zu sein, wenn man seine Bücher selber macht und selber präsentiert. Warum habe ich nicht so ganz verstanden und auch nicht, warum es ausgerechnet bei mir nicht geht, bei allen anderen aber offensichtlich schon?
Dann denke ich wieder, es geht natürlich, denn ich kann ja meine Bücher selber machen und wenn sich niemand dafür interessiert und mich fördert ist das zwar schade, sie sind aber trotzdem da. Ich werde schauen wieder ein paar Tage zu bekommen, wo ich ungestört korrigieren kann. Die “Anna” Szene für Szene und dann solange durch bis ich keinen Fehler finde und dann habe ich gedacht, starte ich mal mit einer Ideen und Personensammlung durch. Renne oder fahre in Wien herum, schreibe auf, was ich so sehe und fabuliere daraus Szenen, die ich puzzleartig aneinanderreihen kann.
Ein wenig Rückmeldung, ich schreibe es wieder, wäre gut und wünsche es mir, wenn das aber nicht passiert kann man auch nichts machen und ich habe mir ja auch gewünscht mir für einen Roman ein Jahr Zeit zu lassen. Kann und soll also sein.
Der Sommer wird bei uns heuer auch ein bißchen anders werden, da wir, da sich die Anna das Auto ausborgt, erst ein bißchen später nach Harland fahren werden und dann noch zwei Wochen ins Elsaß, wo ich auch nicht viel zum Korrigieren komme, aber vielleicht komme ich auf neue Ideen, denn Reisen erweitern ja den Horizont, obwohl ich ja an sich nicht sehr reiselustig bin.
Vielleicht behindert mich auch ein bißchen meine überlange Leseliste, aber da bin ich natürlich selber schuld, wenn ich die mir aufstelle, denn wenn ich die schaffen will, muß ich morgens möglichst viel in der Badewanne lesen, am Abend bin ich meistens bei einer Veranstaltung und unter Tag habe ich meine Stunden und komme irgendwie nicht recht dazu mit dem Korrigieren zu beginnen.
Wer hat einen Rat für mich, wie ich aus der Misere herauskomme? Wenn nichts kommt, werde ich versuchen meine Stunden zu strafen, die “Brüderschaft” durchgehen und dann wieder die Lust an der “Anna”, die ich ja sehr gern geschrieben habe und die, glaube ich, auch sehr spannend ist, wiederzufinden.
Wenn sie fertig ist, gibt es ein Gewinnspiel, beziehungsweise drei Fragen zu dem Buch und dann suche ich weiter und finde heraus, ob ich auch etwas anderes, als über Bücher und alte Leute schreiben kann und natürlich werde ich bloggen, viel und ein bißerl schlampert, wie gehabt und das geht eigentlich ganz gut.

Bauern, Bonzen und Bomben

Hans Falladas, 1931 erschienener Roman, mit dem er berühmt wurde und der von den historischen Ereignissen der schleswig-holsteinischen Landvolkbewegung, die er in die Stadt Altholm verlegt, handelt, ein Fund aus einem der Schränke, beziehungsweise öffentlichen Bibliotheken, von denen es jetzt schon viele gibt, ich habe aus diesen Schränken auch schon “Kleiner Mann, was nun?” und “Wer einmal aus dem Freßnapf frißt” gelesen und tue mir mit den sehr kleingeschriebenen Ereignissen aus Deutschland der Neunzehnzwanziger- und Dreißigerjahre nicht gerade leicht, obwohl Fallada, der eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Dietzen hieß, eigentlich alles sehr genau beschreibt.
Hier geht es also, um ein historisches Ereignis, das Fallada laut “Wikipedia”, als Hilfsjournalist selbst miterlebte und so beginnt es auch bei einer Zeitung der offenbar fiktiven Stadt Altholm.
Da gibt es die Zeitschrift “Chronik” und die hat einen Hilfsredakteur namens Tredup, der auch als Anzeigenwerber tätig ist, dafür hat er eine schon drei Jahre alte, von einem Notar bestätigte Beglaubigung, daß die Zeitung siebentausend Abonnenten hat, die er immer, dem Daumen am Datum, den möglichen Inserenten vorliegt und es damit, in den Zeiten der Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise, er ist verheiratet und hat Kinder, nicht leicht hat.
Es gibt in der Gegend auch eine Revolution der Bauern, die sich gegen die Steuereintreiber, die kommen und ihnen ihre Ochsen wegpfänden, wehren. Tredup ist dabei, wie sie gewaltfreien Widerstand leisten und schießt auch ein paar Fotos, die er um tausend Mark, damit es zu keinen Prozeß kommt, verkauft.
Er vergräbt das Geld irgendwo bei einem Bauern, der es dann findet und es als sein Eigentum betrachtet und als die Bauern eine große Demonstration machen, wo sie auch mit einer Fahne aufmarschieren, greift die Polizei hart ein und schlägt alles nieder, so daß es zu einem Boykott der Bauern kommt, die nichts mehr in der Stadt kaufen und keine Geschäfte mehr mit ihr machen.
Tredup wird als Bombenwerfer verhaftet und der rote fette Bürgermeister Gareis zieht alle Stränge der Intrigen, die es nur gibt.
Die Zeitung wird von einer anderen übernommen, es gibt da noch den Redakteur Stuff, der nicht schreiben darf, was er will und den Polizeihauptmann Frerksen, den niemand leiden kann und noch viele Handlungsstränge, die das Leben in Deutschland in den Neunzigerzwanziger- bis Dreißigerjahren, als Hitler an die Macht kam, genau beschreiben, wo die Frauen abtreiben müßen, kein Geld im Haus ist, aber trotzdem gesoffen und gehurt wird und die Ohrfeigen fliegen.
Im dritten Teil des Buches kommt es dann zu der Gerichtsverhandlung, in der der Hilfsredakteur zuerst groß aufsteigt und Stuffs Posten übernimmt, dann wird er aber vom Bürgermeister denunziert und entlassen, will sein Geld holen und dabei von dem Bauern, der es selber haben will, erschlagen.
Der Bürgermeister muß abdanken und nach Breda gehen, die Übermacht der Polizei wird erkannt und die Bauern teilweise freigesprochen, beziehungsweise kommt es zu einer Bewährungsfrist. Die Honoratoren inserieren in der Chronik, daß die Bürger zum Aufheben des Boykotts ihr Schärfchen beitragen soll und Stuff, den es auch aufs Land hinauszieht, mietet dort eine Wohnung für Frau Tredup und ihre Kinder, die ihm den Haushalt führen soll.
Von Hans Fallada sind sehr viele Bücher in verschiedenen Genres erschienen, den Liebesroman “Dies Herz, das dir gehört”, das ich vor einem Jahr, in der inzwischen geschlossenen Buchhandlung “Maluta” um drei Euro kaufte, habe ich auf meiner Leseliste.
“Jeder stirbt für sich allein” wurde, glaube ich, vor kurzem von “Aufbau” neu aufgelegt und Anna Jeller hat oder hatte derzeit auch ein Buch von ihm in ihrem Schaufenster.
Das Buch wurde auch verfilmt, die Szene mit der Fahnenabnahme ist am Titelbild zu sehen.

Luftschacht-Verlagsportrait

Heute war es wieder einmal nicht klar, wo ich den literarischen Abend verbringe, in der “Alten Schmiede” bei Antonio Fian im Gespräch mit Lydia Mischkulnig, aber den habe ich aus seinem neuen Roman schon in der “Kolik-Lounge” lesen gehört, im Literaturhaus gab es eine GAV-Veranstaltung “bewegte sprache – grenzenlos” mit Jopa Jotakin, den ich heute, glaube ich schon in Literaturhausnähe auf dem Fahrrad sah, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und einigen mir Unbekannten, organisiert von Günter Vallaster, aber ganz so experimentell bin ich ja nicht und in der “Gesellschaft der Literatur” stellte Jürgen Lagger seinen “Luftschacht-Verlag” vor, da dachte ich zuerst, daß ich nicht hingehen will, da wir Jürgen Lagger auf der letzten “Buch-Wien”, ja ziemlich direkt “Es ist ja nur ein Blog!”, erklärte, warum er mir diesmal die “Fm4-Anthologie” nicht geben wollte.
“Aber was für einer einer!”, würde ich da wieder antworten und Jürgen Lagger habe ich auch schon gestern bei den “Schönsten Büchern” gesehen, weil er der Verleger eines der prämierten Bücher war, außerdem ist der GAV-Mitglied und ich war auch schon einmal bei einer seiner Lesungen in der “Alten Schmiede” und von Stefan Alfare bin ich sowieso ein großer Fan und mag sein Schreiben, seit er sich 1992 für ein Nachwuchsstipendieum bewarb, ein paar Gedichte ohne Lebenslauf und sonstige Angabe dazu einreichte und ich mich mit Null Informationen nicht traute, ihn vorzuschlagen.
Inzwischen hat er, glaube ich, einige Stipendien bekommen, beim “Bachmannpreis” gelesen, seine Bücher zuerst bei “Selene”, die letzten vier bei “Luftschacht” verlegt. Der Alfred hat mir einige zu Weihnachten etc geschenkt, zuletzt den “Meilengewinner” über den ich schon bloggte.
Also habe ich den Bauchgefühl nachgegeben und bin in die Herrengasse marschiert, umso mehr, da es sich da am besten ausging, nachher noch beim Konzert beim “Fest der Freude”, weil am 8. Mai ja der zweite Weltkrieg beendet wurde, mitzunaschen.
Vor zwei Jahren hat es da noch eine große Demonstration gegeben um die Burschenschafter zu vertreiben, jetzt spielten die Philharmoniker und als ich den Hof des Palais Wilcek erreichte, saß da schon Rosa Pock im Gespräch mit zwei Männern, bei der “Steinwendter-Lesung” habe ich sie ja auch in der “Gesellschaft für Literatur” getroffen. Oben waren ein paar junge mir unbekannte Leute und es wurden zwei Bücher vorgestellt.
Stefan Alfares viertes “Luftschacht-Buch” “Terrain” und eines von einem Felix Fransesco Casanovas, der mit siebzehn einen Roman geschrieben hat.
“Heute ist mein letzter lebendig (hoffentlich)” und sich dann mit neunzehn Jahren, 1976, wahrscheinlich umbrachte, wurden vorgestellt und die Übersetzerin des spanischen Autors hatte offensichtlich ihre Freunde mitgebracht, verteilte seine Bücher und nach und nach füllte sich der Saal und die Veranstaltung begann mit einem Gespräch zwischen Manfred Müller, der jetzt die “Gesellschaft” leitet und Jürgen Lagger, der vor kurzem seinen Partner verloren hat und den Verlag jetzt alleine weiterführt.
Ich kann mich erinnern, daß mir vor zehn Jahren wahrscheinlich, so lange gibt es den “Luftschaft-Verlag” schon, im “Little Stage” bei einer von Armin Baumgartner organiserten Literaturveranstaltung, einer eine Karte des Verlags in die Hand drückte und ich dann eines meiner Manuskripte hinschickte.
Ob das Stefan Buchberger oder der dritte Mann war, der schon drei Jahre später ausgestiegen ist, weiß ich nicht mehr.
Jürgen Lagger, der studierter Architekt ist und in seinem Verlag neben Literatur, zum Beispiel, die von Hanno Millesi, den ich auch sehr mag und mich als Fan bezeichnen würde, Kinder- und Architekturbücher verlegt, erzählte dann, wie er den Verlag alleine weiterführen wird und dann etwas über den spanischen Autor, dessen Buch er bei einer Buchmesse in Frankfurt angeboten bekommen hat.
Ein junges Genie, das über einen geschrieben hat, der sich selber ständig umbringen will, das aber nicht kann, weil er unsterblich ist und diese Geschichte in verschiedenen Textsorten, erzählend, in Träumen mit Gedichten und dann mit dem Wissen, die die siebzehnjährigen Genies, Satre, Camus, Beatles, Jimi Hendrixs, etc, in den Siebzigerjahren so hatten, hinunterschrieb. Ein interessanter Typ und wahrscheinlich schwierig könnte man vermuten.
Jürgen Lagger las sich durch die Textstellen und dann folgte der 1966 in Bregenz geborene Stefan Alfare, der als Totengräber am Ottakringer Friedhof gearbeitet hat, bevor seine literarische Karriere begann. Manfred Müller stellte ihn als vollkommen anders, als Felix Casanovas vor, das denke ich, bezieht sich auf den realistischen Stil, in dem es um das pralle Leben, das Biertrinken und das Rauchen geht. Ansonsten würde ich zwischen beiden Autoren die Ähnlichkeiten entdecken, daß sie wahrscheinlich Außenseiter sind oder waren und wahrscheinlich auch nicht sehr gut mit sich umgehen oder gingen.
Manfred Müller erwähnte noch Stefan Alfares spezielle Vortragsweise und der verschwand während der Einleitung, tauchte dann, wie Franzobel mit einer Bierflasche wieder auf, bedankte sich beim Verlag für die Förderung und sagte dann, daß er nicht wüßte, was er lesen soll?
Er begann dann nach einigen Suchen weit hinten in dem Buch, wo der Protagonist Udo Asch, ein Schriftsteller mit einem Dramatiker durch Thailand zieht, raucht und trinkt und auf eine schöne Frau wartet.
Nach einer Weile unterbrach er sich, fragte, ob er aufhören solle, weil das ja langweilig wäre. Manfred Müller riet mit dem Anfang zu beginnen, wo der Schriftsteller noch in Ottakring spazierengeht, dann fragte er noch einmal, ob er aufhören soll und las dann auf Wunsch von Stefan Buchberger, der im Publikum saß, noch ein Stück von dem Dramatiker, die er aber nicht gleich fand. Jedenfalls wurden dann noch die Slums von Bangkok in der typischen Alfare-Art beschrieben. Ein spannender Abend mit zwei spannenden Büchern und es ist natürlich interessant, wie es mit dem “Luftschacht-Verlag” weitergehen wird und auf den nächsten “Fm4-Preis” bin ich auch gespannt, weil es da ja immer die jungen Literaturtalente zu entdecken sind.

Schöne Bücher und ein versäumter Termin

Am Vormittag hat im Bundeskanzleramt der Verleihung der Staatspreise und die Ehrenurkunden für die schönsten Bücher Österreichs stattgefunden. Es ist das zweite Mal, daß ich, dank Frau Führers freundlicher Einladung an dieser Veranstaltung teilnehmen und diesmal war es für mich eine besondere Überraschung.
Denn ich bin ja ganz ehrlich eine, für die bei Bücher der Inhalt zählt und Fotobände, Kataloge etc zählen normalerweise nicht zu meinen Lesegewohnheiten.
Also blogge ich ich zwar gern über die Veranstaltung, um mein Informorationsbedürfnis zu befriedigen, aber Lesestoff finde ich da meistens nicht und, daß ich eines der preisgekrönten Bücher schon gelesen habe, hat mich ganz ehrlich erstaunt.
Aber wieder schön der Reihe nach, Frau Führer hat mir schon im März oder war es noch im November die Informationen über die in Frage kommenden Bücher geschickt, da hätte ich mich informieren können und das Buch war zu diesem Zeitpunkt auch schon gelesen, dann kam die Zusatzinformation, daß zwei der österreichischen Bücher auch in Leipzig nominiert würden. Da war ich bei der Preisverleihung und habe mir auch das Heftchen mit den Informationen über die weltweit schönsten Bücher mitgenommen und heute also die Preisverleihung im Bundeskanzleramt. Da war ich früher bei den Staatspreisverleihungen und auch bei der Präsentation des Buches “Seitenweise”.
Man muß sich anmelden, seinen Namen sagen und dann in den Kongress-Saal hinauf, wo sich schon die geschäftigen Herren unterhielten und die eleganten gekleideten jungen Frauen umarmten und küssten.
Der neue Bundesminister für Kunst und Kultur, Josef Ostermayer, eröffnete, outete sich als büchersüchtig und lesewütig und meinte, daß er schon einmal bei einer solchen Veranstaltung gewesen sein.
Dann kam der neue Präsident des Hauptverbandes Benedikt Föger und Michael Freund, der in der Jury war, moderierte und erklärte es diesmal kurz zu machen, alle fünfzehn ausgewählten Bücher vorzustellen und dann würde jeweils einer aufgerufen und könne sich die Urkunden abholen und man müsse nicht hundertmal klatschen.
Die fünfzehn Bücher waren in drei Kategorien eingeteilt “Wie wir leben”, “Spiel und Spaß” und “Hehre Kunst”, das waren hauptsächlich Katalogen von der Biennale etc und bei “Spiel und Spaß” war die “Jenny” dabei, die Anthologie der Hochschule für Sprachkunst, die mir Ronald Grenl freundlicherweise schickte.
Es gab dann noch ein Buch, das lobend erwähnt und hergezeigt wurde und dann kam wieder der Bundesminister und verkündete die Preisträger. Der erste war die “Jenny”, dann kam ein Buch über die “Unordnung” das vorher fast vergessen wurde und “Holzböden im Freien” aus der ersten Kategorie hat auch einen Staatspreis gewonnen.
Nachher gabs einen Empfang, mit was zu trinken und Brötchen. Ich stand ein wenig isoliert herum, bzw. unterhielt ich mich mit einem Buchhändler und erzählte dann Frau Führer, daß ich die “Jenny” schon gelesen habe,dann ging es weiter mit den literarischen Aktivitäten des Tages.
Das heißt eigentlich sollte ich ja zu der Muttertagsfeier in das Pensionistenhaus am Loqaiplatz, wo die ehemalige Bezirksvorsteherin, die inzwischen auch ein Buch geschrieben hat, daraus vorliest, aber dann hat mich die Jury für die Margaretner Kunstmesse, die am 3. Juni zum Thema “Grenzen” stattfindet doch wieder ausgewählt, fünfzehn Minuten aus “Anna kämpft gegen das Vergessen” zu lesen und mich zu der Vorbesprechung ihrer Veranstaltung zeitgleich eingeladen, so daß ich ein bißchen unsicher war, wie ich mich entscheiden sollte. Zuerst dachte, ich gehe eine Viertelstunde vorher hin und lasse mir erklären, wann ich lesen soll, dann wurde ich aber mit dem Bloggen nicht rechtzeitig fertig und um halb war die Bezirksvorsteherin mit ihrem Team auch noch nicht anwesend.
Dann hatten die schon alles ausgewählt, führten die anwesenden Künstler herum und zeigten, wo sie ausstellen sollen. Ich brauche ja nur ein Mikrofon und einen Zeitplan und als ich das herausgefunden hatte, war es schonzu spät noch wegzugehen, so stand ich noch eine Weile herum und bin dann zurückgegangen, um mich auf meine Diagnostik vorzubereiten, die ich um fünf haben werde, so daß es für die Literatur im MUSA, die am Abend stattfindet, knapp werden wird oder sich höchstens für das Brot und den Wein ausgehen könnte. Dann habe ich aber die Auswertung liegengelassen und bin sehr pünktlich eingetroffen, wo diesmal wieder zwei Stipendiatinnen, nämlich Sandra Gugic und Irmgard Fuchs vorgestellt wurden. Beiden junge Frauen haben gemeinsam, daß sie Absolventinnen des Studiums für Sprachkunst sind, so war auch Ferdinand Schmatz, der jetzt ja der Leiter des Lehrgangs ist im Publikum und Irmgard Fuchs stellte ihren in der “Kolik” erschienenen Text “Hundertmal herzliche Grüße” vor, in dem es um einen sehr einsamen Menschen, es ist nicht ganz klar ob Frau oder Mann, der oder die Kugelschreiber zusammenschrauben, sich die Welt von oben betrachtet vorstellt und Briefe an den entschwundenen Freund oder Freundin schreibt, vor.
Im Gespräch erzählte die 1984 geborene Autorin, daß sie mit der Autobiografie experimentieren wollte, bzw. sich schwer mit dem Ich-Erzählen tat, so daß sie ins eher Indifferente ausgewichen ist und Sandra Gugic, die außer in Wien auch am Leipziger Literaturinstitut studierte, den Open Mike gewonnen hat und das Stipendium für den Roman “Astronauten”, der nächstes Jahr bei C.H.Beck erscheinen wird, bekommen hat, brachte einen mit Bildern untermalten Text mit dem Titel “Alle Tage”, wo die Tonspur mit der Bildspur nicht ganz zusammenpasste, beziehungsweise zufällig ablief.
Beim Wein und Brot habe ich Nadine Kegele gesehen, die ich eigentlich schon in Klagenfurt vermutete, da sie morgen ja dort ihre Antrittslesung als Stadtschreiberin hat. Wolfgang Helmhart war wieder da und sehr viele Studenten der Sprachkunst.
Julia Danielczyk kündete die Sommerpause der MUSA-Veranstaltungsreihe an. Im Oktober wird es mit der Präsentation der Veza-Canetti Preisträgerin wieder losgehen und dazwischen gibt es am 17. Juni noch eine Veranstaltung wo Marlene Streeruwitz eine Vorlesung über Berta von Suttner hält.
Nachher habe ich meinen Befund geschrieben und so ist es sich mit den versäumten Terminen eigentlich ganz gut ausgegangen.

Männer und Frauen

Irene Wondratsch

Irene Wondratsch

Petra Ganglbauer

Petra Ganglbauer

Nun kommt der Exklusivbericht zu der Lesung “Männer und Frauen – Liebesromanzen, Beziehungskisten, Geschlechterverhältnisse….” zu der mich freundlicherweise Irene Wondratsch in den Republikanischen Club eingeladen hat. Zwar gab es keinen der mitfilmte, aber der Alfred war da mit schönen Fotos und auch keine Einladung zum Abendessen, denn es war eine Veranstaltung der Grazer Autorenversammlung, aber erstaunlicherweise sehr gut besucht.
Armin Baumgartner, Robert Eglhofer, Elfriede Haslehner, Hans Jörg Liebscher, Susanne Schneider, Ruth Aspöck, Robert Eglhofer, Manfred Lagler-Regall, Wolfgang Helmhart, Christl Greller, Ilse Kilic und und und und…
Gelesen haben Petra Ganglbauer, die neue GAV-Präsidentin, Fritz Widhalm, Roman Ludwig Fleischer, Irene Wondratsch und ich, aber zuerst bin ich natürlich zu dem kleinen Bücherkastl vis a vis der Buchhandlung “Kuppitsch” gegangen und da gab es eine Überraschung, denn das Kastl war, was es nicht immer ist, sehr voll und der “Kuppitsch” schien auch einen Abverkauf bzw einen Flohmarkt zu haben und so war meine Tasche in der fünf mal die “Dreizehn Kapitel” und zwei mal das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” steckte, sehr voll, als ich den Republikanischen Club in der Rockgasse erreichte.

Ein Buch des Schweizers Franz Hohler, der jetzt ja mit “Gleis 4” glänzte, die “Bekenntnisse eines Suchenden – Gespräche mit Paulo Coelho”, der demnächst mit seinem “Fräulein Prym” auf meiner Leseliste steht, ein Buch von Alice Hoffmann und dann habe ich auch noch beim “Kuppitsch” zugeschlagen und Tanja Heinzes “Donna Juana” und Andreas Maier “Wilhelm Raabe Literaturpreisrede”, herausgegeben von Hubert Winkels, um je einen Euro gekauft und im Rebuplikanischen Club gab es natürlich auch einen Büchertisch, aber den habe ich mir nicht besonders angesehen, kannte ich ja einige der dort ausgestellten Bücher schon und es startete kurz nach sieben auch Petra Ganglbauer mit einem eher experimentellen Text, der auch mit einer Frau am Fenster in einem grünen Haus begonnen hat.

Eva Jancak

Eva Jancak

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Es gab dann aber auch noch ein Blaues und eine graue Straße und die Geschlechterverhältnisse zwischen Mann und Frau wurden in dem Text auch besprochen. Dann kam schon ich mit dem siebenten Kapitel aus meinem “Kapitelbuch”. Mit einer gekürzten Form der “Frau am Fenster”, denn Lesezeit war zwölf, maximal fünfzehn Minuten und die Mia Miaschwilli und ihr Schicksal mit den Schulden und dem Massageclub hat zu den Geschlechterverhältnissen, glaube ich, ganz gut gepasst.
Fritz Widhalm folgte mit einem seiner typischen Gedichten in acht Strophen “Mann und Frau”.
Aus Zeitgründen hat er nur sieben vorgelesen und Irene Wondratsch hatte einen kurzen Text aus ihrer “Handtaschenanthologie”, die auf meiner Leseliste steht.
Sie hatte, glaube ich, auch einen Teil des Publikums aus ihrer Schreibgruppe mitgebracht und noch einen Text von einer Frau, die sich mit einem Totengräber einläßt und sich dann wundert, daß sie davon melancholoisch wird.
Dann folgte das Lesetalent Ludwig Roman Fleischer, der ja auch einmal das “Ernst Willner Stipendium” beim Bachmannpreis gewonnen hat, mit einem passenden ungelösten Krimi aus “Alles Holler oder das unterste zu Oberst”, das steht ja, seit ich mit ihm bei den “Textvorstellungen” gelesen habe, auf meiner Leseliste, aber als nächstes werde ich von ihm die “Geschlechtsbegründung” lesen, ein Buch, das ich vor zwei Jahren im Bücherschrank in der Grundsteingasse gefunden habe, als ich dort aus der “Mimi” gelesen habe.

Ludwig Roman Fleischer

Ludwig Roman Fleischer

Eva Jancak, Ruth Aspöck

Eva Jancak, Ruth Aspöck

Dann gabs wieder Wein, was zu knabbern und sehr viele Gespräche mit der Ruth, der Irene Wondratsch, die von ihren Kuba-Lesungen berichtet hat, und und und….

Im Textstand

Vor ein paar Tagen das Montagliteraturprogramm ausgewählt. Der Schriftstellerverband im Literaturhaus und die Writerin in Residence der Abteilung Niederlandistik in der “Alten Schmiede” standen zu Auswahl, dann vereinbarte ich am Freitag eine sechs Uhr Stunde, dachte, “Ich muß nicht überall hingehen!” und an meine Endlosleseliste, als heute ein Reminder zu einer “Literatur am Naschmarkt- Veranstaltung” kam. Da bin ich ja im vorigen September bei einer Lesung von Beppo Beyerl das erste Mal gelesen und seither hat es sich irgendwie nicht mehr ergeben.
Aber das erste Standerl links von der Kettenbrückengasse war um dreviertel sieben zu schaffen und so habe ich mich angemeldet und mir einen Platz reservieren lassen.
Das letzte Mal in dem chinesischen Restaurant war es sehr voll und ich hätte es auch fast nicht gefunden, das “Grill- und Bierhaus”, bez. Stand 668 war aber leicht zu finden und Gabriele Petricek, die ich ja immer auf Lesungen treffe, aber seit sie bei den “Mittleren” las, nicht mehr lesen hörte, hat gelesen.
Um Punkt sieben also eingetroffen und interessanterweise, war es diesmal fast leer.
Gabriele Petricek, die ihren Text “Am Ufer meines Setzkastenss” aus der eben erschienen Anthologie “Mein Waldviertel” präsentierte, hatte den Leseplatz liebevoll mit einem alten Setzkasten und der Fibel “Wir können schon lesen”, die ich auch in der Volksschule hatte und leider an die Nachbarkinder in der Otto Bauergasse verschenkt habe, dekoriert.
Julia Danielczyck, die Literaturbeauftragte der Stadt Wien, tauchte auf, Peppo Bayerl, der Mitveranstalter, der morgen in der “Gesellschaft für Literatur” liest, war schon da und die Rede ging um Waldvierlter Biokartoffel, die die Bioläden Wiens bestellt und dann nicht genommen haben und die heute in einer Internetaktion, zu fünf Kilo für vier Euro zu bestellen waren, wahrhaft zum Thema passend, aber vorher habe ich noch den zwei Damen an meinen Tisch, die mir von der Aktion erzählten, meine Bücher gezeigt und sie zu der Lesung morgen in den Republikanischen Club eingeladen.
Dann gings schon los und Gabriele Petricek, die ja nie ihr Alter verrät und immer mit einem Hut auftritt, ist auch eine sehr poetische Schreiberin. Von einem “hochgradig erotisierenden Kosmos”, stand in der Ankündigung zu lesen, beziehungsweise hat es der Sprecher der Jury, der sie für den Anerkennungspreis des Landes Niederösterreichs vorschlug, so genannt.
Und der Text, in dem es um die Nord, Süd, Ost, West Großeltern Karl, Wilhelmine, Anna und Johann, meine Zuordnungen stimmen jetzt wahrschlich nicht, ging, war auch wirklich höchst poetisch und um die Waldviertelrorte, Wie Raabs, Drosendorf, etc, die auch, in Tschechien oder in der Schleifmühlgasse, wo Gabriele Petricek heute lebt, liegen können, um das Heidelbeerpflücken “Für einen Becher Heidelbeer, zeig ich meinen Busen her!” und das Lesen lernen “Mama mit Mimi in der Küche”, etc, um das Sauschlachten, das Weinlesen und die Hochzeit der Wiener Großeltern, etc.
Gabriele Petricek ist in ihrem Text wahrhaft poetisch herumgesprungen, von ihrer Schwester gelesen, die auch unter den Zuhörern war und am Schluß auf ihre Bücher und den Büchertisch hingeweisen.
Das nächste Mal, immer am ersten Montag des Monats, wird ein noch unbekannter Jurist lesen und ich habe meine Anmeldung wiederholt, vielleicht klappt es in der nächsten Saison, mit einem neuen oder einem alten Buch.
Das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” und die “Dreizehn Kapitel” aus dem ich morgen lesen werde, habe ich mitgehabt, aber vielleicht wird ab Oktober, wenn das neue Programm gemacht wird, schon die “Brüderschaft”, an der Alfred gestern korrigierte oder die “Anna” mit der ich heute nicht sehr weitergekommen bin, fertig sein.

Der Zimmerspringbrunnen

Ein 1995 erschienener Roman von Jens Sparschuh und ein Fund von der “Thalia-Abverkaufskiste”. Der Name hat sich bei mir offenbar eingeprägt, da der 1955 in Karl Marx Stadt geborene, der in Leningrad Philosophie studierte und Assistent an der Humboldt-Uni war, 2012 für den “Leipziger Buchpreis” nominiert wurde.
Ein Schelmenroman, ein Roman der Wende, irgendwie steht auch was vom Schwejk geschrieben, also wahrscheinlich nicht gerade der richtige Roman für mich, da ich mir mit den Tölpeln in der Literatur, den ewigen Verlierern, eher schwer tue und auch offensichtlich nicht viel Humor besitze.
Dabei fängt es ganz ernsthaft an oder besser mit einem Horoskop, da steht nämlich, daß der Ich-Erzähler Hinrich Lobek die Initative ergreifen soll und so bewirbt sich der seit drei Jahre Arbeitslose, der mit seiner Frau Julia in einer Neubauwohnung lebt, um einen Job als Vertreter für Zimmerspringbrunnen.
Vor der Wende war er Mitarbeiter im Wohnungsamt, machte Hausbesuche und hatte Beschwerden aufzunehmen, jetzt sitzt er seit drei Jahren zu Hause, gießt die Blumen regelmäßig, die daraufhin eingehen und geht mit dem Hund Hasso, den er Freitag nennt, Gassi, er ist auch auf den Ressortleiter seiner Frau namens Hugelmann eifersüchtig und führt ein Protokollbuch, in dem er alle seine Beobachtungen genau vermerkt. Einen Hobbyraum, wo er Laubsägenarbeiten ausführt, gibt es auch.
Er bewirbt sich also und wird zu einem Seminar eingeladen, weil die Firma ihre Ostkontakte ausbauen will. Lobek ist eher schweigsam und schüchtern und als er beim Rollenspiel den Vertreter mimen soll, ergreift er den Zimmerspringbrunnen und spritzt sich damit an.
“Unterschreiben!”, ruft der Chef dem Kunden zu und Lobek hat die Stelle. Jetzt zieht er sich in den Hobbyraum mit den Schulungsunterlagen zurück und als er im Vorzimmer auch noch die Modelle von “Jonas dem Wal” aufstapelt, zieht die Frau aus.
Lobek zieht mit Strüver, das ist der Leiter des Verkaufsseminars los und bringt zum Einstieg auch noch die Adresslisten mit, die er von seinen Hausbesuchen hat.
Da wird er von der Firma offenbar für einen Stasimitarbeiter gehalten, aber als der Hund eines der Modelle kaputt macht, Lobek hat sie zu Modellzwecken in der Wohnung aufgestellt, repariert er es mit einem DDR-Kugelschreiber, nennt das Modell “Atlantik” und es wird der Hit, denn alle wollen nun ein solches haben.
Es kommt auch zu Mißverständnissen, als er einmal einen Massagesalon aufsucht, hält ihn die Domina für einen Kunden, er bekommt blaue Flecke und muß noch hundert Mark dafür zahlen und Strüver hält ihn für homosexuell, als er ihn im Unterleibchen zum Laubsägeabend im Hobbyraum empfängt.
Trotzdem macht er Karriere und wird sogar zum Bereichsleiter Ost. So will er, Weihnachten naht, seine Ehe retten und Julia zurückholen. Er dressiert den Hund, was natürlich nicht gelingt, räumt die Wohnung auf und lädt Julia zum Versöhnungsessen ein, sie bringt aber nur einen Geschenkskorb, während er einkaufen ist und holt ihre Bahncard und ihre Reisetasche ab, so zieht er mit dem Hund zum Bahnhof los, um Julia zurückzuholen, gerät dort in Sandlergesellschaft und verliert offenbar den letzten Halt und ich bleibe wieder etwas ratlos zurück, so schlimm war es doch nicht mit dem Verfall der DDR und eigentlich ist nach der Wende der Aufstieg doch gelungen oder irre ich mich da?
“Mit scharfer Beobachtungsgabe und viel Humor ist Jens Sparschuh in diesem burlesken Vertreterroman das seltene Kunststück gelungen, alle komischen und tragischen Aspekte der Wende aufzugreifen, ohne dabei in Larmoyanz zu verfallen”, steht im Beschreibungstext und die “Berliner Morgenpost” schreibt auf den Buchrücken “Ein Beweis dafür, daß man ohne Enttäuschungen auch nach deutscher Literatur greifen kann!”, da habe ich nun nicht ganz verstanden, denn ich greife ja sehr oft nach der deutschen, österreichischen und auch ganz anderen Literatur und werde selten enttäuscht, auch hier nicht, obwohl ich es lieber etwas weniger burlesk hätte.

Herr Mozart wacht auf

“Herr Mozart wacht auf”, ein Buch aus der “Thalia-Abverkaufskiste” von 2012 und gehört habe ich auf der Buch Wien 2009 oder 2010 davon, da hatte ich schon ein Buch von einem wiederaufgelebten Mozart gelesen und eines, wo es mit Hitler in die Zukunft geht gibt es, davon hörte ich das erste bei “Rund um die Burg” neu und Dennis Scheck schmeißt es, weil es auf der Bestsellerliste steht, jedesmal in seiner Sendung das Laufband hinunter, ob er es mit dem von Eva Baronsky geschriebenen Buch auch so machen würde, weiß ich nicht, aber vielleicht hat das gar nicht auf der Bestsellerliste gestanden, obwohl es sehr spannend ist und ich es fast in einem Ruck durchgelesen habe.
Es beginnt am Totenbett, am 5. Dezembre 1791 und das nicht vollendete Requiem spielt auch eine Rolle, dann erwacht Herr Mozart wieder, 2006 glaube ich in einer WG, wird für einen Sandler gehalten, pinkelt auch eine Teetasse voll, die er für einen Nachttopf hält, schreibt am Requiem weiter und läßt die Blätter in Anjus Zimmer, in das man ihn gebracht hat, liegen. Ein anderer WG-Bewohner chauffiert ihn in seinem Toyota auf den Stephansplatz, wie er das macht, ist nicht so ganz klar bzw. möglich, aber Mozart staunt über die Höllenmaschine ohne Pferde, entdeckt zuerst das Haas-Haus, dann den Dom und schließlich die Steine mit den Daten der Musiker, da gibt es einen von einem Johann Strauß, der 1804, also für Mozart noch ein bißchen in der Zukunft, geboren wurde, dann die eigenen Lebensdaten und glaubt da die, die in den Stephansdom strömen, źum jüngste Gericht gehen. So geht er beichten, der Pfarrer fühlt sich genarrt, empfiehlt ihn den Steinhof und auf der Kärntnerstraße lernt er den polnischen Geiger Piotr kennen.
So geht es los, Mozart lernt die Mechanik des einundzwanzigsten Jahrhunderts kennen, nennt sich fortan Mustermann, weil man ihm etwas anderes nicht glauben würde, geht mit Piotr, der verschiedene Engagments in Gasthäusern hat, spielen, um sich sein Essen und ein paar Euro zu verdienen, kauft sich einen Anzug und später eine Jeans und weil er ein Genie ist, fühlt er sich von einem Jazzclub angezogen, wo er fortan für ein paar Bier und Knödeln improvisiert.
Die Frauen ziehen ihn auch stark an, so entkommt er Piotr, der ihm zur Ordnung erziehen will und verbringt eine Nacht mit einer schönen Saxophonistin, die dann aber entschwindet.
In ein Klaviergeschäft geht er auch und spielt dort am Bösendorfer, Herr Liebermann Senior läßt ihn das auch tun und empfieht ihm sogar ein paar Schülerinnen, nur leider kommt er nicht mit dem Handy zurecht. Er bringt ihn auch in ein Wohltätigkeitskonzert, wo sein Genie erkannt wird, als er aber einem Mäzen gegenübergestellt wird, gießt er ihm Sekt auf die Hose, der verschwindet erbost und Mozart improvisiert vorerst weiter.
Die liegengebliebenen Noten wurden inzwischen einen Musikprofessor übergeben und Anju, eine in Salzburg geborene Inderin, begegnet Mozart auch wieder, zuerst hat sie ihn hinausgeworfen, weil er ja in ihre Tasse gepinkelt hat, er bringt ihr eine schöne teure aus altmodischen Porzellan wieder. Es kommt zu einer Liebesnacht, nur als er ihr gesteht, wer er wirklich ist, bekommt sie es mit der Angst zu tun und schickt ihn fort.
Schließlich landet er, weil er ja keine Papiere hat, wirklich noch am Steinhof und wird behandelt. Anju besucht ihn dort, weil sie von ihm schwanger ist, eine Ärztin erklärt ihr ihre Theorien über den Meister und Professor Michaelis kommt ihn auch besuchen, damit er das Requiem fertigstellen kann.
Das ist dann schon ein Jahr, später am 5. Dezembre 2007 und Mozart hält den Besucher für den Erzengel Michael und beginnt das Requiem weiterzuschreiben, beziehungsweise in der Musik, wie kann es anders sein, zu entschwinden.
Ein “Postludium”, die einzelnen Kapitel tragen solche musikalischen Überschriften, die 1968 geborene Eva Baronsky, die für ihren ersten Roman den “Friedrich Hölderlin-Förderpreis” bekommen hat, scheint sich in die Welt Mozarts sehr eingearbeitet zu haben, gibt es auch, da sind wir zweihundertsechzehn Jahre zurückgeglitten und hören Constanzes schluchende Stimme “Er kann nicht vom Requiem lassen!” und Mozart schüttelt den Kopf.
Ein witziges, spannendes Buch, in dem man in die Welt Mozarts eintauchen und mit ihm wieder aufmachen und nachdenken kann, wie es dem größten Genie gehen würde, wenn es zweihundert Jahre später wieder aufwacht, sich vor der U-Bahn fürchtet, Telefonnummern für einen Code hält, etc.
Sehr sorgfältig gearbeitet, denn dieser Mozart macht sich auch Gedanken, ob es noch andere Wiedergeborene gibt, denkt über den Sinn seiner Mission, die er offenbar noch zu erfüllen hat, nach, verliebt sich aber ständig, war der echte Mozart so, daß er hinter jedem Frauenzimmer herschlurfte und es gleich abbusselte?
Eva Baronky hat sich auch in seine Sprache eingearbeitet und so spricht der Mozart für uns zweihundert Jahre später Geborene sehr unverständlich und vor allem sind die Briefe, die er Anju aus der Psychiatrie schreibt sehr schwer zu lesen, so daß ich das bald aufgegeben habe.
Es ist also doch gut eine einheitliche Orthografie zu verwenden, natürlich ja, trotzdem ein sehr schöner Roman, der auch zeigt, wie es den polnischen Straßenkünstlern in Wien geht und, daß Mozart, der ja, glaube ich, 1770 oder 80 zwar viel verdiente, aber auch viel ausgab und oft ausgenützt wurde, zweihundert Jahre später, mit vielen Versprechen aber mit wenig Gage spielte.
Das “Buch ist wie eine Umarmung”, hat Robert Schneider auf der Rückseite sehr poetisch formuliert. Ich würde es anders nennen, gefallen hat es mir aber auch.

Der Professor

Eigentlich sollte hier ja Hans Falladas “Bauern, Bonzen und Bomben” das Buch über die scheswig-holsteinische Landvolkbewegung, das ich noch diese Woche auslesen wollte, folgen, dann bin ich aber am Mittwoch zum “Wortschatz” gegangen und habe dort John Katzenbachs Psychothriller “Der Professor” gefunden, das mich irgendwie angesprochen hat.
Nun halte ich mich ja, seit ich sie habe, ziemlich strikt an meine Leselisten und ziehe nur Rezensionsexemplare bzw. Urlaubsbücher vor, aber dann las ich im Beschreibungstext, daß es darin um einen an Demenz erkrankten Psychologieprofessor geht, der einen Fall aufzuklären hat und ich schreibe ja gerade auch ein Buch wo es um den Kampf gegen eine solche Erkrankung geht.
Da wollte ich nicht Jahre warten und auch den Fallada, obwohl er ja zum Maiaufmarsch ganz passend wäre, nicht erst auslesen und habe das Buch vorgezogen.
Habe es nicht bereut, obwohl ich es am Anfang ziemlich langatmatig und eher belehrend sowie konstruiert als spannend fand, dann hat es mich aber auch von der Handlung mitgerissen und die Themen, die darin bearbeitet werden, sind sowieso interessant.
John Katzenbach las ich ich dann noch bei “Wikipedia”, da ich den Autor nicht kannte, 1950 in Princeton geboren, ist der Sohn einer Psychoanalytikerin und das merkt man dem Buch, das doch einiges an Fachwissen und genauer Fallbeschreibung bringt, an. Er ist außerdem auch ein Bestsellerautor und hat schon eine ganze Reihe von Thrillern geschrieben, die auf Deutsch “Die Anstalt”, “Der Patient”, “Der Fotograf”, etc, heißen.
Das Buch ist 2011 erschienen und schneidet eine Reihe von brisanten Themen an. Da ist einmal Adrian Thomas, ein Mittsechziger, glaube ich, pensionierter Psychologieprofessor, der an Ratten forschte, der zu seinem Neurologen geht, weil er in letzter Zeit viel vergißt und sich auch mit seiner Frau unterhält, obwohl die schon ein paar Jahre gestorben ist.
“Lewy Body Demenz!”, sagt der und schreibt ein paar Rezepte aus und Adrian beschließt sich umzubringen, hat er doch eine Pistole von seinem Bruder in seinem Kasten, der das schon früher tat. Bevor er aber dazukommt, sieht er ein junges Mädchen mit einem Teddybär am Rucksack, die Straße hinuntergehen, die dann in einen Bus verschwindet, nur die rosa Baseballkappe bleibt liegen.
Adrian beginnt nun eine fortwährende Konservation mit seiner Frau, seinem Bruder, seinem Sohn, alle drei schon verstorben, der Sohn fiel im Irak-Krieg, die Frau hatte deshalb einen Unfall, der Bruder ein Anwalt, war in Vietnam und die drei stacheln ihn auf den Fall aufzulösen. So schnappt er die Kappe und stapft damit von Haus zu Haus.
Der zweite Strang ist die sechzehnjährige Jenniver, die von zu Hause, weil sie möglichwerweise von ihrem Stiefvater, einen esoterischen Sexualtherapeuten mißbraucht wurde, ausreißen will, sie wird von einem Paar, namens von Linda und Michael in einen Bus gezerrt und die sperren sie in einen Keller, fesseln und filmen sie und stellen die Aufnahmen ins Internet.
“Whatcomesnext.com”, heißt die Seite, wo man sich für viel Geld einloggen kann und Jennifer ist schon “Nummer vier”.
Es gibt auch immer Passagen, wo Studenten, Künstler etc auf der ganzen Welt zuschauen, mitfiebern, mitwetten, etc.
Das läuft meines Erachtens ein wenig schleppend an und ich dachte mir, wer ergötzt sich schon daran, daß Jennifer jetzt Haferbrei ißt oder pinkelt, aber dann geht es bis zu ihrer Entjungferung und am Schluß als die Zuschauerresonanz nachläßt, soll auch ihr Tod inszeniert werden.
Dazu kommt es aber nicht, ist ihr doch Adrian auf der Spur und eine Polizistin namens Teri Collins, eine alleinerziehende Mutter, die offenbar ihrem gewalttätigen Gatten davonlief, die Jennifer suchen soll, gibt es auch.
Der Professor geht zu seinem Nachfolger, kommt auf die Idee, daß es um Internetsex gehen könnte und mit Hilfe eines Triebtäters, der eine an Alzheimer erkrankte Mutter hat, die er liebevoll pflegt, obwohl es ihm die Gesellschaft nicht leicht macht, kommt er auch auf die Seite und gerade noch zu der Farm, als Jennifer schon fast den Verstand verloren hat und sich erschießen soll.
Teri kommt dabei ums Leben, der Professor wird angeschossen, überlebt aber und im Epilog, drei Jahre später, ist Jennifer die beste Psychologiestudentin und soll ein Stipendium bekommen, sie geht aber jeden Donnerstag mit einem Blumenstrauß zu Teris Gedenkstein und dann in das Altenheim, wo sie dem inzwischen schon sehr abgebauten Professor, Gedichte vorliest.
“Er freut sich, wenn Sie kommen, auch wenn er Sie nicht mehr erkennt!”, sagt die freundliche Schwester. Jennifer glaubt ihr das nicht und hat für den Professor auch schon den Giftcocktail vorbereitet, den sie ihm liebevoll spritzt, während sie ihm Gedichten vorliest und von ihrem Studium erzählt.
Ein doch sehr spannendes Buch, das sehr brisante Themen aufgreift und auch fachkundig abhandelt, aber leider leider wieder so endet, wie es nicht notwendig wäre und ich es nicht haben will, denke ich doch, daß es auch ohne die liebevolle Sterbehilfe geben müßte, selbst wenn das der Bachpreisträger von 2009 auch nicht anders darzustellen wußte.