Das es im Elsaß ein “Gebirge” gibt, habe ich schon in den “Gebrauchsanweisungen” gelesen, allerdings lese ich die sogenannten Vorbereitungsbücher und die Reiseführer, immer erst vor Ort, vorher interessieren mich die Häuser und die empfohlenen Kirchen, beziehungsweise besten Restaurants nicht, weil ich sie mir nicht richtig vorstellen kann, beziehungsweise ich mich auf meinen Alltag konzentriere.
Das hat auch Nachteile, wie zum Beispiel, daß ich in Riga draufgekommen bin, daß “Die Hunde von Riga” in meiner Büchertasche fehlen oder einmal am Campingplatz beim Grand Sasso, daß die Bergschuhe fehlen, weil ich keine Ahnung hatte, daß es dort, wo wir hinfahren, Berge gibt.
Zurückgekommen habe ich mir Schuhe gekauft und sie ins Auto gelegt, so daß ich für den Fall, daß, immer vorbereitet bin und als ich mein Gepäck für den Elsaßurlaub packte, auf das Radfahren war ich vorbereitet, habe ich überlegt, ob ich meine festen Waldviertler Halbschuhe mit Vibramsohle mitnehmen soll oder nur die Schlapfen und Sandalen und gedacht, nein, denn für den Falle, daß habe ich sowieso meine Wanderschuhe.
Das Elsaß hat also die Vogesen, las ich dann am Campingplatz in den “Gebrauchsanweisungen” und auch “Sagen Sie nie, speziell wenn Sie aus der Schweiz oder aus Österreich kommen “Was sind denn das für Bergerln, da haben wir zu Hause doch viel höheres?”
Dann wurden die Berghütten beziehungsweise Bauernrestaurants empfohlen, in denen man gut essen und auch übernachten kann, wenn man sich entsprechend vorher anmeldet.
Ich dachte “Aha!”, war noch nicht auf das Bergwandern eingestellt, aber der Alfred schlug dann nach ein paar Tagen eine kleine Bergtour vor.
Also die Wanderschuhe aus dem Auto genommen, der kleine Rucksack war schon für die Radtouren vorbereitet, die entsprechende Hose, die Sonnenbrille, die Creme und das Kapperl ebenfalls vorhanden. Also nichts wie los in das Gebirge, weil das viele Weinverkosten ohnehin langweilig ist und ich mich an das neue grüne Klapprad noch nicht so recht gewöhnt hatte, beziehungsweise es auf der Fahrt nach Colmar Ausfahrtstraßen mit vielen großen Autos, Campern und Lastwägen gibt, vor denen ich mich eigentlich fürchte, die Weinstraßen auch ein bißchen bergig sind und eine Mountainbikerin bin ich eigentlich nicht.
Dafür aber eine Wanderin und so sind wir losgefahren, die Weinstraße hinauf in das Gebirge, denn der Alfred hatte eine Wanderung auf den Hohneck vor.
Eine eineinhalb Stundentour, die im Reiseführer vorgeschlagen wurde, sollte ich vielleicht hinzufügen, um nicht mißverstanden zu werden, man kann von dort auch mehr und länger wandern, aber das Wanderwochenende mit dem Herrn Sladky kommt erst nach dem Zwanzigsten und wenn es schon nicht so hohe Berge, wie in Österreich gibt, kann man sich auch für die Pensionistenroute entscheiden und die haben wir dann, wie auch viele junge Leute mit sehr kleinen Kindern, die gerade laufen lernten, auf der kleinen Tour gesehen.
Wir sind von einem Parkplatz an einem dieser Landgasthöfe, der an dem Dienstag oder Mittwoch, an dem wir unterwegs waren, geschlossen hatte, vorbeigegangen, bis zu einem anderen Hof, vorbei an Ziegen und dann die eineinhalb Stunden zum Hohneck hinauf.
Einen Petit Hohneck, einen Grand Ballon und einen Markstein gibt es auch, zu dem sind wir ein paar Tage später mit dem Auto gefahren und haben auf der Terrasse des Restaurants Flammkuchen gegessen und dazu einen Cafe Latte getrunken und danach noch einmal auf den Honeck auf die Terrasse, denn dort kann man auch mit dem Auto hin und es gibt einen großen Parkplatz und viele Holländer, Deutsche, etc, die man dann auf der Toilette trifft.
Der Berg ist 1363 Meter hoch. Es gibt eine “Col de la Schlucht” und Skilifte gibt es auch, an denen wir vorbeigewandert sind.
Wie erwähnt, relativ viele kleine Kinder und ältere Leute, aber auch Wanderer mit besseren Ausrüstungen, die die längeren Touren gingen.
Auf der Terrasse des Restaurants am Hohneck konnte man kleine Speisen, wie Schinken, Zwiebelkuchen, Pommes Frites, Omlette und Würstl bekommen.
Im Restaurant, wie in Frankreich üblich, zwischen zwölf und zwei ein Menu essen, ein Bistro gab es auch und mir hätte das Quiche Lorraine gereicht, der Alfred wollte aber in einem der typischen Landgasthöfe essen, die im Führer erwähnt waren und wo wir beim Abstieg vorbeikamen.
Da gab es, wie im Führer stand eine bestimmte Art von Fleisch, allerdings auch auf Vorbestellung, was der Alfred ingnorierte und als wir hinkamen, war es schon eins vorbei und von den zwei Gerichten auf der Karte, die man ohne Vorbestellung haben konnte, war das eine schon aus und das andere, was wir gegessen haben, hatte einen Elsäßischen Namen “Schiffala mit Roigebrageldi”, was eine geräuchterte Schweinsschulter mit bergbäuerlich zubereiteten Kartoffeln waren, dazu gab es grünen Salat in einer großen Schüßel und Senf.
Heidelbeerkuchen gab es nachher auch und viele Fliegen, die sich auf die Tische und die Teller setzen und leider auch ein paar Kinder, denen man eine Fliegenklatsche in die Hand gedrückt hatte und die sich von den Erwachsenen angeeifert und unterstützt, voll Freude auf sie stürzten.
Ansonsten war es sehr angenehm die Wanderer beim Essen zu beobachten und der energischen Servierin zuzusehen, die immer “Abe ich nicht mehr!”, sagte, wenn die Leute, das zweite Essen auf der Karte oder die “Fleischnacka” haben wollten, die man bestellen mußte und die es, wie das Sauerkraut erst ab einer bestimmten Personenanzahl gab.
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Endlich einmal Zeit… für mich
Den Sommer für die Sommerbücher, Elisabeth von “Leselustfrust”, die ja leider nicht mehr öffentlich bloggt, hat mich vor Jahren auf die Idee gebracht, mich mit Sommerbüchern und der Frage, was das ist zu beschäftigen.
Soll man im Sommer eigene Bücher lesen und wenn ja welche? Die Verlage empfehlen ihren Lesern für den Sommer, glaube ich, ja gerne Krimis und sind Sommerbücher, die vom Sommer handeln?
Da habe ich ja im vorigen Jahr speziell die “Sommertöchter” gelesen und heuer den “Jahrhundertsommer” ein bißchen vorausgebloggt, beziehungsweise mir das Buch auf meiner Leseliste ein bißchen aufgehoben.
Einen Artikel über die Sommerlektüre habe ich heuer ja schon geschrieben und dann den Sommer vorwiegend dank der “Hermagoras Verlagsspende” mit Kärntnern und slowenischen Büchern, beziehungsweise denen von Franzosen verbracht, die auf meiner Liste standen und die ich mir ins Elsaß mitgenommen habe.
Als ich vor ein paar Wochen meine diesbezügliche Büchertasche packte und Matthias Manders “Garanas” gerade zu lesen begonnen habe, habe ich mir überlegt, was ich mir auf die Reise mitnehmen sollte. Die Duras, die Olmi, die Sagan und dann noch die “Gebrauchsanweisungen” ganz klar, aber reicht das und was sollte vielleicht noch darauf und da ist mir ein kleines Büchlein eingefallen, das weit unten auf meiner Leseliste stand und das ich beim heurigen Osterspaziergang der LitGEs in der “Seedose” gefunden habe.
“Endlich einmal Zeit… für mich – Sommerliches Lesevergnügen” aus dem Übrrreuterverlag, herausgegeben von Irmgard Harrer und Maria Schuster mit einem Vorwort von Thomas Salzer dem Geschäftsführer und Gesellschafter der “Salzer Holding” an seine “Lieben Freunde und Geschäftspartner!”, denen er “Einen herrlichen und erholsamen Sommer – egal ob im eigenen Garten oder auf Reisen, am Strand oder am Berg, am Meer oder am See, im Grünen oder auf dem Wasser!”, wünscht und erklärt, daß das Buch “als Begleiter durch kurzweilige, fröhliche, entspannende Tage während der wärmsten Monate des Jahres zum abschalten in der Hängemannte oder am Strand dienen soll und unterhaltsame Geschichten vor dem Einschlafen, Rätselspaß fpr die ganze Familie, Spoannung für verregnete Nachmittage auf der Coach und Ideen fürs Sommermenü oder die Grillparty mit Freunden”, enthält.
So ein Buch ist natürlich ideal geeignet auf den Campingurlaub ins Elsaß mitzunehmen oder auch nicht, weil ich in ein paar Stunden durchgeblättert und gelesen habe, was vielleicht für einen ganzen Sommer geplant war.
Ich bin aber eine Vielleserin und die “Sudokus für Anfänger und Fortgeschrittene” sind noch immer ungelöst, ist das ja eher etwas für die Schwiegermutter.
Jetzt aber hinein in das Buch und verraten, was sich die Firma Salzer für einen erholsamen Sommer ausgedacht hat.
Es beginnt mit einem Gedicht von Joachim Ringelnatz “Zu dir” und führt dann zu einem Auszug von Gerald Reischls “Die Google-Falle”, was ich besonders interessant fand, weil der Alfred gerade als ich mich durch die “Villa Kunterbunt” und “Das Flowerparadies” der Google Angestellten im kalifornischen Mountain View gelesen habe, das Internet des Campingplatzes zu den drei Burgen ausprobierte.
Das Google Firmenimperium ist also ein Paradies für seine Angestellten, während sonst vor dem Mißbrauch des zuviel Googlens und dem Verlust seiner Privatathmosphäre, die dazu führen kann, gewarnt wird.
Eine Interessante Idee ein sommerliches Lesevergnügen mit der “Google Falle” zu bereichern.
Es gibt dann aber gleich die schon erwähnten Sudokus und Ausschnitte aus einem Vampirroman und einem der das Schottland des vierzehnten Jahrhunderts beschreibt, also Bücher, die ich wahrscheinlich nicht lesen würde, klar, daß die deutsche Buchpreisliste oder der Reinhard Jirgl nicht zum sommerlichen Lesevergnügen passt. Es gibt aber auch Liedertexte und Ausschnitte aus dem “Heinz Ehrhardt Buch”
“Ich kam mit meinem Auto an und Koffern sechs bis sieben. Der Motor ging total entzwei. So mußte ich leider schieben.”
Danach wird es kulinarisch, denn es geht zu Sasha Walleczek und einen “Sommertag mit Sasha”, die zum Frühstück Melonen-Bananen-Shake, zum Snack Obst mit Nüssen, zu Mittag einen Caprese Toast und am Abend eine schnelle Sommerpasta empfiehlt.
Ich habe im Elsaß zum Frühstück immer einen Kaffee au lait und ein Croissant im Teesalon der Bäckerei in Eguisheim bestellt und zu Mittag öfter Flammkuchen beziehungsweise ein nicht ganz so kalorienarmes Menu gegessen.
Rätselralleys gibt es im Sommer auch, so kann man sein Sport und sein Tierwissen testen und danach die Fabel von der “Sonne und dem Wind” von Johann Gottfried von Herder lesen. Keltische Sagen von Hertha Kratzer erzählt, gibt es auch, sowie “Donausagen”.
Danach gibts Tips für “bemaltes Steinobst” beziehungsweise “getrocknete Blumensträuße” und die schon erwähnten Tips für das Barbecue beziehungsweise das sommerliche Grillvergnügen.
Das passte wieder gut, denn an einem Campingplatz wird natürlich viel gegrillt, so hatte ich gleich die entsprechenden Gerüche in der Nase. Danach wurde das Wetter beobachtet, was auch sehr passend ist, denn ich habe es schon geschrieben, im Elsaß hat es leider öfter geregnet und so ist auch meine Büchertasche und das Buch naß geworden, daß ich jetzt ein bißchen trocknen muß, um es vielleicht im nächsten Sommer, bei einem anderen Urlaub an einem anderen Ort wieder verwenden zu können und ich erinnere mich, daß ich vor vier Jahren nach Polen mit Ilona Lütkemeyer “Mit 80 Seiten um die Welt” gereist bin und da ist es zwar um ein Reisetagebuch gegangen, war aber ähnlich interessant und spannend und im Sommer “Backe backe Kuchen” zu singen, ist vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist, auch eine gute Idee.
Ein bißchen Sonne im kalten Wasser
Weiter geht es mit der Frankreich Literatur im Elsaß und wieder ist zu sagen mit dem Elsaß hat Francoise Sagan, die berühmte französische Dichterin, die mit “Bonjour tristesse” bekannt geworden ist und deren Bücher man regelmäßig in den offenen Schränken findet, nichts zu tun, aber es war interessant die Sagan zu lesen und sie ist auch, wie die Veronique Olmi und Margaruite Duras zufällig auf der Leseliste drangekommen.
Gelesen hatte ich von der Sagan, wie von der Duras und der Olmi auch noch nichts, habe aber noch einige Bücher auf meiner Liste und “Ein bißchen Sonne im kalten Wasser” ist den großen Vorbildern des französischen Romans, wie Zola, Balzac, Flaubert, etc nachempfunden, wie ich dem Klappentext entnahm. Vielleicht stellt das Buch sie auch auf den Kopf, denn es geht darin um einen jüngeren Mann, einen Journalisten der alles hat, den beruflichen Erfolg, die Geliebte, etc, aber eines Morgens, in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts aufwacht und erkennt, er hat eine Depression.
Das heißt, er erkennt das nicht wahrscheinlich, den anderen fällt es aber auf, beziehungsweise zieht er einen Freund zu Rate und der schickt ihn zu einem Arzt, der ihm aber auch nicht helfen kann.
So empfiehlt der Freund das Reisen und Gilles fährt aufs Land zu seiner Schwester, die mit einem Notar verheiratet ist und die nimmt ihn eines Tages auf eine der Gesellschaften mit.
illes will zuerst nicht hin, die Schwester verlangt es aber und dort begegnet er Nathalie, einer sehr modernen, selbstbewußten, verheirateten Frau, die sich in ihm verliebt und ihm das auch sagt.
So beginnenen einige sehr erfüllte erotische Stunden, das Zimmer, das Gilles bei seiner Schwester bewohnt ist von außen zu betreten.Der Schwester ist das zwar ein wenig peinlich, sie erduldet es aber für ihren Bruder und Nathalie hat auch einen Bruder auf den Gilles zuerst eifersüchtig ist, der ihm aber rät, das Liebesspiel zu beenden und Natalie nach Paris mitzunehmen.
Das Buch spielt abwechselnd in Paris und in Limoges, wo die Schwester lebt und Gilles geht auch nach Paris zurück, wo ihm sein Freund eine Stelle als Ressortleiter verschafft.
So läßt sich Nathalie scheiden und folgt Gilles nach Paris und da kippt das Buch, den Gilles, der durch die Liebe der selbstbewußten schönen Frau, seine Depression überwunden hat, wird auf einmal sehr gemein zu ihr, fängt sie an zu beschimpfen, hält ihre geistige Überlegenheit, sie hat studiert, interessiert sich für Museen und Theater nicht aus, macht sie überall lächerlich und als sie seinen Chef einmal berichtigt, hat er Angst um seine Stellung.
Er betrügt sie auch, kommt nicht nach Hause, läßt sie warten, sie gibt ihm dafür eine Ohrfeige, als sie ihn aber sagen hört, daß er ihre Liebe nicht mehr erwidern kann und nicht glücklich ist, zieht sie die Konsequenzen, geht aus dem Haus, macht einen Selbstmordversuch, an dem sie stirbt und “viel zu spät erkennt, der gute Gilles, was er an ihr verloren hat!”
Eine Parodie auf Effi Briest oder Madame Bovery und aus der weiblichen Sicht erzählt, Francoise Sagan, die von 1935 bis 2004 lebte, gilt als sehr skandalträchtige Autorin und ich freue mich schon auf das Lesen ihrer andere Bücher, die sich bei mir angesammelt haben.
“Bonjour Tristesse” ist, glaube ich, nicht dabei, wohl aber “Lieben Sie Brahms” und noch einige andere.
Straßburg
Am Montag sind wir dann nach Straßburg oder Strasbourg, wie das auf Französisch hei0t, in die Hauptstadt des Elsaßs gefahren.
Der Alfred wollte ja eigentlich mit dem Zug dorthin und bis nach Colmar mit dem Klapprad und hat schon Monate vorher die Zugverbindungen gecheckt, dann sind wir aber doch mit dem Auto gefahren und es gab auch mit dem Parkplatz, für den wir gerade mal drei Euro oder so bezahlten, kein Problem.
Rainer Stephan widmet in seinen “Gebrauchsanweisungen” der Stadt vier Kapitel und dann noch eines dem Münster und seiner Bauhütte und empfiehlt auch sehr genau, sich einige Tage Zeit für die Stadt zu nehmen.
Straßburg in einem Tag, das geht doch nicht und so gibt es auch einen Pass, wo man um 14 Euro neunzig, die Stadt in drei Tagen besichtigen kann.
Da kann man dann ein Museum nach freier Wahl gratis besuchen, die Münsterplattform umsonst besteigen, hat einen halben Tag lang ein Velo zur Verfügung, kann eine Bootsfahrt machen und auch die astronomische Uhr des Münsters umsonst besichtigen.
Der Alfred hat diese Prospekt, glaube ich, von der Ferienmesse, die er im Februar oder so besuchte, mitgebracht.
Wir waren aber trotzdem nur einen Tag in Straßburg, haben dies alles nicht und doch auch einiges gesehen . Das erste auf was mich der Alfred in einer Stadt oder Ort aufmerksam macht, ist das “Touristen-Office”. “Dort mußt du hin!”, sagt er dann immer und ich gehe auch brav und sammle die Prospekte ein.
Meistens sind es dann dieselben, die in jedem Ort aufliegen, in Straßburg gab es aber fast ein Buch, wo auf Deutsch und auf Französisch, die Museen beschrieben und bebildert sind.
Nun bin ich ja keine so besondere Museumsfreundin und habe auch irgendwo eine Karte gefunden, wo Pippi Langstrumpfs lustiges Gesicht abgebildet ist und darunter steht “.. weil ich Museen langweilig finde!”
Das ist zwar der Hinweis, auf ein besonderes, eben sehr interessantes Museum oder Ausstellung und in Straßburg gibt es den Tomi Ungerer und der hat ein eigenes Museum, das aber an dem Tag, an dem wir dort waren, geschlossen hatte.
Es gibt in Strasbourg oder überhaupt im Elsaß sehr feine Bäckereien mit den Flammkuchen, aber auch den berühmten “Kouglhopfs”, die ganz anders schmecken, als die, die es bei uns gibt und da waren wir in Straßburg in “Lekouglof” und haben den Bäckern ein bißchen beim Backen zugesehen.
Besondere Art von Keksen und Patisierien gibt es überall auch, manchmal kann man auch ein bißchen kosten.
Aber das war schon in Colmar, wo die jungen Frauen mit der Keksschachtel auf der Straße standen und das Gebäck verteilten, in “Lekouglof” gab es Karten, wo eine junge Frau mit einer grauen Perücke, strahlend lächelnd und so ein kleines geformtes Ding zwischen ihren Zähnen hält und dann gibt es natürlich noch das Münster, das zu besichtigen ist.
Ich bin ja, weil nicht katholisch, keine besondere Kirchenbesucherin, war in diesem Urlaub aber in einigen Kathedralen und daher auch im Münster ein bißchen herunmgewandert und dann mit dem Alfred aus dem Zentrum hinaus, weil sich dort das Lokal befand, das in seinem Führer empfohlen wurde.
“Au renard prechant”, der predigende Fuchs und im Gegensatz zu dem Lokal in Colmar, wo ich das Sauerkraut verspeiste und das ich als reines Touristenlokal empfunden würde, war das ein besonderer Tip, nämlich überhaupt keine Touristen, sondern junge Frauen mit ihren Kindern, ein paar Arbeiter und Angestellte der sich gegenüberbefindenden Post, ein älterer Herr, der von dem Besitzer freundlich begrüßt wurde und es gab, wie im Führer empfohlen, Ente in Kirschsauce und für mich Entenleber mit Äpfel und Pommes Frites, weil ein Fuchs ja Enten jagt und das Lokal, in dessen Garten wir gegessen sind, hatte einen kleinen Turm, weil es, wie ich im Führer lesen konnte, früher mal ein Kirchlein war.
Danach sind wir in der Stadt herumgeschlendert, an den Kanälen vorbei oder auch herum, haben ein Geschäft besichtigt, in dem es hundert oder auch tausend oder dazwischen, Biersorten in schönen Flaschen gab und daneben lag eine Buchhandlung, die ich besucht habe, während sich der Alfred mit dem Bier beschäftigte. Danach in das “Petit France”, das es auch in Colmar gibt, dort war auch der Parkplatz, wo sich unser Auto befand und das war der Museumsparkplatz und so sind wir aufs Klo ins “Museum für moderne und zeitgenössische Kunst” gegangen, in dem es gerade eine Ausstellung von Daniel Buren gab.
Auch eine Art eine Stadt kennenzulernen und das europäische Straßburg, dort, wo die EU, glaube ich, einmal im Monat, eine Woche tagt, ist sich dann nicht mehr ausgegangen, aber Straßburg pour un jour ist auch so interessant.
Ganze Tage in den Bäumen
Weiter geht es mit meiner “Frankreich-Literatur” für den Elsaßurlaub.
Eine sonderbare Zusammenstellung dafür Marguerite Duras “Ganze Tage in den Bäumen” auszuwählen, mag sich macher- manche-eine vielleicht denken, das Buch hat aber eine französische Autorin und stan zufällig auch zeitgerecht auf meiner Leseliste, so daß ich das kleine grüne Suhrkamp Taschenbüchlein, das ich einmal in einem der offenen Bücherschränke gefunden habe, der 1914 in Vietnam geborenen und 1969 in Paris verstorbenen Autorin auf die Reise mitgenommen habe.
Ein großer und bekannter Name, ich habe aber noch nichts von ihr gelesen, wohl aber einige ihrer Bücher auf meiner Liste, so war es auch an der Zeit mich mit der Duras zu beschäftigen, obwohl das Buch natürlich in Paris spielt, sich, wie das von der Veronique Olmi mit Familienbeziehungen beschäftigt und mit dem Elsaß, wie auch das Buch der Francoise Sagan, das noch folgen wird, nichts zu tun hat.
1954 ist es erschienen und ist im Gegensatz zu dem Büchlein der Veronique Olmi eine Erzählung.
Etwa achtzig Seiten ist es lang und es ist, könnte man so sagen, eine merkwürdige Geschichte. Eine merkwürdige Mutter-Sohn Beziehung, eine merkwürdige alte Frau, die da die Hauptrolle spielt.Es hat auch einen sehr eindringlichen interessanten Erzählton und irgendwie auch Assoziationen zu dem Buch der Francoise Sagan, das noch folgen wird, obwohl es da um eine Liebesgeschichte geht, während die Liebe bei der Duras eher versteckt oder gar nicht vorhanden ist.
“Der schlimme Charme der Marguerite Duras zeigt sich überall dort am deutlichsten, wo sie darauf aus ist, Vergeblichkeit zu schildern, eine Atmosphäre einzufangen, in der man Lebensüberdruß, die Nähe des Todes, die Langeweile, welche aus der Hoffnungslosigkeit kommt, gleichsam körperlich spürt…”, schreibt Roland Wiegenstein im Klappentext.
Es geht um den Besuch einer Mutter bei ihren Sohn in Paris, die ihn seit Jahren nicht gesehen hat. Die alte Dame kommt mit dem Flugzeug an, wird vom Sohn abgeholt und in seine Wohnung gebracht, wo er mit seiner Freundin lebt. Die fängt beim Anblick der Mutter gleich zu weinen an, weil sie selber mutterlos aufgewachsen ist und die alte Dame, die eine Unmenge goldener Armreife um ihre mageren Arme trägt, ist auch unentwegt hungrig. So schickt sie Sohn und Freundin zum Einkaufen aus, verschlingt eine Unmenge Sauerkraut (was vielleicht als Assoziation zum Elsaß gelten könnte) und dann noch einen ganzen Braten, redet von ihrem Reichtum, verlangt dann zu schlafen, statt sich die Stadt anzusehen, alles ein wenig merkwürdig, könnte man sagen, aber vielleicht deshalb so intensiv und metaphernreich.
Die Mutter ist auch mit ihrem Sohn unzufrieden, den sie für einen Faulpelz und auch für ein bißchen dumm hält und meint, daß er früher “ganze Tage in den Bäumen”, daher der Titel, verbracht hätte, während sie es im Alter zu Reichtum gebracht hat.
Sie hat irgendwo eine Fabrik mit einigen Arbeitern, die sie zu überwachen hat, deshalb muß sie auch bald wieder zurück, obwohl sie zuerst ja eigentlich länger bleiben wollte.
Zuerst begleitet sie Sohn und Freundin aber zu deren Arbeitsplatz, die beiden sind Eintänzer oder Animateure in einem Restaurant, die Freundin scheint vielleicht noch etwas anderes zu sein. Sie ist jedenfalls eine Waise, ein Findelkind, das vom Waisenhaus oder von den Pflegeltern davongelaufen ist und vom Sohn auf der Straße aufgelesen wurde.
Die Mutter erbittet sich vom Chef des Restaurants aus, in einer Loge den Beiden beim Arbeiten zusehen zu dürfen, betrinkt sich mit zwei Flaschen Champagner, weigert sich dann die Rechnung zu bezahlen, weist aber immer wieder auf ihren Reichtum hin und mit dem Sohn, der ein Spieler sein dürfte, macht sie auch einen Handel aus, ihm ihr Erbe zu vermachen.
Sie kehren wieder in die Wohnung zurück, die Mutter verlangt abzureisen und vom Sohn, daß er sich nach passenden Fahrgelegenheiten erkundigen soll, der nimmt aber einige ihrer Goldreifen, um sie zu verspielen und am Schluß scheint es dann doch zu einer verklausulierten Liebeserklärung zwischen den Beiden zu kommen.
“Der Sohn hatte sich wieder auf das Bett gelegt. Ich habe Angst, ich habe Angst vor mir, dachte er.
-Schlaf Mama, ich bitte dich herzlich.
-Ja, mein Junge, ich werde schlafen.
In der Küche lauschte ihnen Marcelle. Sie wagte nicht zu kommen. Sie fand diese Menschen unglücklich. Sie hatte endlich wieder zu weinen angefangen, über das Los der Mutter.”
Fete de la Cigogne
Als wir am Sonntag vom Frühstück kamen oder die erste kleine Radtour machen wollten, sahen wir auf der Anschlagtafel beim Campingplatz die Ankündigung, daß es am 3. August ab 11 Uhr im Stochenpark ein Storchenfest “Fete de la cigogne” geben würde.
Also nichts wie hin, im Urlaub ist man immer neugierig auf diesbezüglichen Attraktionen, es war aber noch nicht elf und um eins hatten wir in Eguisheim im Restaurant “des trois chateaux” reserviert, weil der Alfred meinte, daß man das tun muß.
Also sind wir zuerst ein bißen in der Gegend herumgefahren, zu dem Ort “Husseren les chateaux” hinauf und dabei die Erfahrung gemacht, daß mir die Steigungen Schwierigkeiten machten.
Ich hatte auch zuwenig Luft im Rad und das Klapprad noch nicht richtig eingefahren. Also den größten Teil des Weges bis zu der kleinen Kirche hinaufgeschoben. Da kam uns eine Frau mit einem Kind entgegen, die aufgeregt etwas von einem Käse erzählte, den sie besorgen wollte.
Wir sind wieder umgekehrt, der Alfred hat gemeint, ich solle meine Bremsen ausprobieren, aber ich habe sicherheitshalber den Abhang hinuntergeschoben.
Beim Rückweg war schon etwas mehr von einem Storchenfest zu merken. Zum Beispiel viele Autos auf der kleinen Straße und auch, daß der “Storchenpark” gleich neben dem Campingplatz angesiedelt ist.
Also die Räder zurückgebracht und zu Fuß zum Fest gegangen.
Der Storchenpark entpuppte sich als eine Wiese mit zwei Storchennester mit je zwei Störchen in einem Käfig, darum herum eine Ausstellung über Störche und da fällt mir ein, daß wir vor drei Jahren auch in einem “Storchendorf” gewesen sind und eine Storchenausstellung gesehen haben.
Es gab auch eine Blaskapelle, Männer in den typischen Trachten und ein paar Frauen mit den großen schwarzen Hauben auf den Köpfen, die ein paar volkstümliche Stücke spielten.
Die Leute, die auf den Festplatz strömten, stellten sich zuerst vor die Kapelle und damit auch vor mich hin, es gab aber auch eine Reihe von Holzbänken und Tischen und zwei Stände auf denen das Essen und das Trinken ausgegeben wurde.
Das Trinken war das übliche, das ich schon von dem Weinverkostungsstand von unseren samstäglichen Besuch in Colmar kannte.
Der Alfred brachte mir, glaube ich, ein Glas Cremant, das ist der elsäßische Champagner beziehungsweise Sekt und das Essen bestand hauptsächlich aus Wüstlen und oder Pommes frites.
Brezeln gab es auch und mir hätte das gereicht, der Alfred hatte aber im Restaurant bestellt. So blieben wir auf einen der Tische sitzen, stießen miteinander an und hörten den meist älteren Elsäßern zu, wie sie gekonnt, das Elsäßisch mit dem Französisch vermischten und sich dabei sicher sehr interessante Sachen erzählten.
Um halb eins verließen wir das Fest und gingen nach Eguisheim und in das Restaurant hinunter, das schon gut gefüllt war, um die Spezialitäten auszuprobieren.
Es war mein zweiter Elsaßtag, das Sauerkraut hatte ich schon in Colmar gegessen, also wählte ich das zweite Menu, einen Zwiebelkuchen, dann das Bäckoffa und zum Dessert gab es Sorbet mit Gewürztraminer.
Die Leute neben uns stürzten sich auf das Sauerkraut mit oder ohne Fisch und danach wollte sich der Alfred ein bißchen bei den Weindegustationen umsehen, nämlich bei dem Geschäft von Emile Beyer, die Weinhändler haben alle deutsche, bzw. elsäßische Namen, weil ihm der von einer elsäßischen Kollegin empfohlen wurde.
Eine alte Dame war ganz entzückt, daß wir aus Wien kamen, holte dem Alfred die gewünschten Kartons mit und ohne Geschenkverpackung, erzählte, daß ihre Tochter auch nach Wien fahren würde und schenkte uns ein kleines Buch mit den “Besten Rezepten aus dem Elsaß”.
Leider ist es ein Opfer des Regens geworden und als wir nach dem Mittagschlaf wieder in den Storchenpark zurückkehrten, hatte der Regen, den es zwischenzeitlich gegeben hatte, das Fest abgebrochen, beziehungsweise die Gäste in ein Zelt vertrieben, wo es einen Vortrag gab.
Die Störche waren aber noch da, die Weinflaschen und das Bierfaß wurden weggetragen, der Storchenpark ist aber, glaube ich, die ganze Zeit zu besichtigen und Störche scheinen auch eine Attraktion des Elsaß zu sein, es scheint sie nicht nur in Polen und am Neusiedlersee zu geben, jedenfalls sind die Souveniergeschäfte voll davon, man kann sie in jeder Form kaufen und den Kindern als Souvenier und Spielzeug mitbringen, die sich darüber freuen, wie ich einige Male bemerken konnte.
Nummer sechs
Das erste “Frankreichbuch”, das ichr für meinen “Elsaß-Urlaub” ausgesucht und mitgenommen habe, ist das kleine Bändchen “Nummer sechs” von Veronique Olmi, das ich einmal bei den Bücherschränken bei “Literatur im März” gefunden und mitgenommen habe.
Durch die offenen Bücherschränke bin ich lange nicht zum Lesen gekommen, denn der Name Veronique Olmi sagte mir eigentlich nichts.
Dann bin ich bei den Blogs darauf gestoßen, habe das Buch auf meine Leseliste gesetzt, nachgelesen oder ergooglet, daß Veronique Olmi, 1962 in Nizza geboren wurde, also für einen Elsaß Urlaub vielleicht nicht ganz passend, ich habe inzwischen aber ein weiteres Buch von ihr beim letzten Morava-Flohmarkt gekauft und eine Neuerscheinung gibt es, glaube ich, auch, die jetzt überall sehr angepriesen wird.
Im Klappentext wird sie als Frankreichs bekanntste junge Theaterautorin gelobt, das Buch ist aus dem Jahr 2003 und ihre bildhafte Sprache kann man in dem kurzen knapp hundert Seiten Roman sofort erkennen.
Da geht es um Fanny, die Nummer sechs, das sechste Kind von Doktor Delbast, der jetzt schon hundert und wahrscheinlich auch ein wenig dement ist. Er wird jedenfalls nach dem Tod der Mutter von ihr betreut, beziehungsweise in ein Alterheim gebracht, weil Fanny alleinerziehend und Sektretärin ist und sich die anderen Geschwister wenig um den Vater kümmern, beziehungsweise sich nur seine Sachen unter sich aufteilen.
Fanny, die jüngste, die sich immer ein wenig übergangen fühlte, wollte aber nur seine Briefe aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg haben und so geht es dahin mit den Erinnerungen, beziehungsweise den Bildern des kleinen Romans, die das Leben und die Kindheit Fannys beschreiben
Es beginnt mit einem Foto der Familie am Strand in einem Sommerurlaub, alle Geschwister und das spanische Hausmädchen Maria sind darauf, nur Fanny fehlt, sie fühlt sich übergangen, nicht ernstgenommen, wird von den Hausmädchen aufgezogen und von dem Vater, der Arzt ist, nicht behandelt, weil der das bei seinen Kindern nicht will.
Fanny liest die Briefe des Vaters aus dem ersten Weltkrieg, der sich schuldigig am Tod seines Bruders fühlt, versucht eine Beziehung zu ihm aufzubauen oder wiederherzustellen, was aber bei dem Hundertjährigen nicht oder nicht mehr gelingt, Fannys Tochter, die sich in der Pubertät befindet und sich gegen die Mutter auflehnt, meint, daß sie zu streng sei und dem Vater alles verbiete, aber Fanny hat auch Angst vor den Geschwistern, fürchtet, daß sie ihr die Betreuung des Vaters wieder wegnehmen könnten, wenn sie ihm, was er gern möchte, Alkohol trinken läßt.
Ein besonders schönes Bild ist noch dieses, wo die Geschwister mit einem großen Fest, den hundersten Geburttagkra des Vaters feiern, aber er ist nicht dabei, weil er an diesem Tag krank ist, Fanny bringt ihm etwas von dem Festessen mit.
Eigentlich ein sehr trauriges und auch ein sehr berührendes Buch mit sehr wichtigen Themen, die uns alle betreffen und mich auch sehr interessieren, was da sehr kurz auf knapp hundert Seiten in sehr eindrucksvollen Bildern dargestellt wird.
Gruß aus Ansbach
Das mit dem Ruhigerwerden, was ich im letzen Beitrag beschrieben habe, wird nicht so ganz klappen oder nötigsein, denn der Alfred hat seinen Laptop mitgenommen und in dem Biohotel in Ansbach, wo wir Zwischenstation machten, bevor es ins Elsaß weitergeht, gibt es Internetanschluß.
Also kann ich schon zwischenzeitlich, immer wieder, regelmäßig, gelegentlich berichten etc?
Also mit einer ziemlich leeren schwarzen Reisetasche und der gefüllten mit den Büchern am Dienstag nach Harland gefahren und dort meine Bücherpläne ein wenig umorientiert.
Den “Garanas” habe ich in der Badewanne zwar zu lesen angefangen, dann aber ziemlich unfertig liegen lassen. Dafür die Berta von Suttner und “Endlich einmal Zeit … für mich – ein sommerliches Lesebuch”, das ich beim Osterspaziergang in der “Seedose” gefunden habe, eingepackt und dann sind wir am Donnerstagmorgen losgefahren.
Meine dreiundzwanzig Rohseiten und die schwarzen Bücher habe ich auch mitgenommen und was das Schreiben betrifft, stehe ich schon wieder ein bißchen an oder habe Doppelpläne, jetzt aber Urlaub und so sind wir Donnerstag mit einem Zwischenstop in Aistersheim, Eierschwammerl und Semmelknödel, am Nachmittag in diesem Biohotel in Ansbach angekommen. Ansbach ist die kleine Stadt, fünfzig Kilometer nach Nürnberg, wo Alfreds Eltern Ende der Neunzigerjahre einen Unfall hatten, als sie zur Edith fahren wollten und im Krankenhaus lagen, es ist aber auch eine Bach-Stadt und hat ein Caspar Hauser Denkmal beziehungsweise solche Festspiele. Es gibt ein großes Landesgericht und das Biohotel in dem der Alfred Zimmer bestellt hatte, liegt am Bocksberg, also außerhalb und ist sehr ästhetisch schön mit Vollholzmöbel eingerichtet, wenn man im Zimmer raucht, muß man den doppelten Preis zahlen, etc um die schönen Möbel nicht zu beschädigen.
Die Leute sind aber sehr freundlich und in der Bibliothek lag Uwe Timms “Vogelweide” auf, was daran erinnert, daß die Longlist des dBPs schon zwei Wochen bekanntgegeben wird.
Das werde ich vielleicht ein bißchen versäumen, habe aber noch vor der Abfahrt auf der Facebookseite ergooglet, daß die heuer von Catharina von den “Schönen Seiten”, einen Blog, den ich gelegentlich lese, betreut wird. Aber zurück nach Ansbach, wo wir am Donnerstag in die Stadt gegangen sind, cirka eine halbe Stunde an der Bahn und Schrebergärten, in denen in Glashäusern sehr schöne Tomaten wachsen, vorbei und dann zu einem Außenring, der eine ziemliche Baustelle ist.
Es gibt aber das Hotel am Platengarten, weil dort der Dichter August von Platen, lebte oder geboren wurde.
Dort werden wir in zwei Wochen übernachten, jetzt sind wir in die Orangerie gegangen, haben ein Bier bzw. ein Erdbeerfrappee getrunken und dann einen Bummel durch die Altstadt.
Es scheint zwei Buchhandlungenben zu geben. Eine kleine und eine große, in der es sehr viele Prospekte und Leseproben gab, so daß ich mir meine Büchertasche wieder etwas anfüllte.
Am Abend sind wir dann bei einem Glas Biowein und einer Käseplatte, die sich der Alfred bestellte, auf der Terrasse gesessen und ich habe in der umfangreichen Speisekarte, alles biologisch, es gibt Flammkuchen, etc, ein bißchen über die Geschichte des Hauses gelesen.
Es gehört einer Psychologin, die einmal Neurodermitis hatte und jetzt ein Seminarhotel aufgebaut hat.
Also wird es jetzt ein gutes Biofrühstück geben, der Rezeptionist hat etwas von zwanzig Teesorten gesagt und dann wird weiter auf den Campingplatz bei Colmar gefahren, von dem ich mich vielleicht wieder melden werde oder auch nicht.
Ideenüberschwang
Auf einmal kommen die neuen Ideen, als ich vor sechs Jahren mit dem Alfred in der hohen Tatra war und gerade an der “Radiosonate” schrieb, sind auch die zum “Haus” gekommen und haben mich während des Wanderns begleitet und sich eigenmächtig gemacht.
Was sehr gut ist und das, was ich mir wünsche und während ich jetzt in der Aufbauphase der, Arbeitstitel, “Inneren Stadt” bin, in einem Schwung zweiunddreißig Seiten, vierzehn Szenen, 15 276 Worte geschrieben und ein vorläufiges Halb- oder Viertelkonzept habe, beziehungsweise so ungefähr weiß, wie es weitergehen könnte, mir den ganzen Wikipedia-Eintrag über den Konflikt in der Ostukraine ausdruckte, die Feldpostkarten meines Großvaters suchte und dachte, das wird ein tolles Cover, gibt es jetzt die Idee für ein neues Buch und diesmal ist es wieder eine, die mich zündent überkam und zwar, das habe ich schon gebloggt, beim Lesen von Ernst Lothars “Die Mühle der Gerechtigkeit oder Das Recht auf den Tod” ein Versuch über Sterbehilfe aus dem Jahr 1931, ein Thema, das mich ja, wie das Älterwerden, die Demenzen und die Depressionen sehr interessiert und so dachte ich aufeinmal schlagartig, wie damals 2008, als ich zur Supervision ins OWS hinaufging und da noch die Anschlagtafeln zur Hundertjahrfeier fand, darüber will ich schreiben, ärgere ich mich ja immer über die wunderschönen Texte, wo ein Mann mit einer kranken Frau zusammenlebt, ihr Leiden schildert und dann zur Waffe oder zum Polster greift.
“So nicht!”, denke ich dann immer.
“So muß es nicht sein und muß es nicht gehen!”
Und warum versuche ich es nicht selber einmal über den Wunsch nach dem Sterben bei auswegloser Krankheit, wie das in den Patientenverfügungen so schön heißt, zu schreiben. Das wäre doch eine Idee für was Neues habe ich am Montag, glaube ich, gedacht, dann kurz überlegt, ob ich das nicht in die “Innere Stadt” und in den Bruno Leitner integriere.
Dann ist mir aber die Idee das Ganze “Im Namen des Vaters zu nennen” und wenn ich im Oktober mit dem Rohentwurf oder mit dem Korrigieren der “Inneren Stadt” fertig bin, könnte ich damit ja in den “Nanowrimo” gehen.
“Die Mühle der der Gerechtigkeit” könnte ja als Vorlage dienen, beziehungsweise habe ich in meiner diesbezüglichen Rezension geschrieben, ist seit 1931 schon sehr sehr viel Wasser die Donau oder die Salzach hinuntergeschwommen und, daß die Frau da nur das Beiwerk, sozusagen die Sache oder Opfer war, hat mich gestört.
Bei mir ist die Frau die Heldin und wird vielleicht Viktoria Sieberer heißen, 52 sein, eine sechsundzwanzigjährige Tochter haben, die Kathi heißt und Kindergärtnerin ist und sie bekommt beispielsweise eine Krebsdiagnose, was tut sie nun damit, wie geht sie damit um.
Ein paar diesbezügliche Vorversuche habe ich ja schon, ist das ja ein Thema das mich schon sehr lange beschäftigt.
In “Und trotzdem” erfährt eine Frau von ihrem Krebs und radelt die Donau hinunter. Übers “Sterben” habe ich auch schon etwas geschrieben und soetwa,s wie die Bücher lesen, loslassen und dabei verhungern, zum Beispiel in der Anna angedeutet.
Denn bei mir wird das “Recht auf den Tod”, an das ich glaube, eher ein selbstbestimmter Freitod und keine helfende Hand sein, die den Polster auf den Mund der Partnerin drückt, weil er ihr Dahinsiechen nicht erträgt. Die Viktoria wird also sehr selbstbewußt mit ihrer Diagnose umgehehn, eine Patientenverfügung anlegen und genau, wie der Herr Oberlandesgerichtsrat beim Ernst Lothar sich auch ein Wohlfühlprogramm machen.
Sein ganzes Geld ausgeben und es sich gut dabei gehen lassen. Eine Auseinandersetzung mit der Tochter, die eigene Probleme hat, auf ihrer Arbeitsstelle, vielleicht ein Burnout oder eine Eßstörung, mit Streß nicht gut umgehen kann, vielleicht auch Schwirigkeiten mit ihren Freund und während sie ihre Mutter begleitet, sie ist ihre Bevollmächtigte, schwanger wird, das Kind nicht will, obwohl sie weiß, daß die Mutter gegen Abtreibung ist und dann durch ihren Tod den Termin versäumt.
So etwa könnte es gehen. Ansätze habe ich schon genug und auch meine eigene Einstellung und meine Erfahrung mit diesem Thema.
Bin ich ja gegen Gewalt sehr sensibel, so hat mir ja auch der Ausgang des Henisch-Buchs “Großes Finale für Nowak” nicht gefallen und die Viktoria wird auch eher los- und sich nicht behandeln lassen, als Tabletten schlucken oder in ein Sterbhilfeinstitut fahren.
Spannend spannend daraus ein Buch zu machen und schon wieder Nanowrimopläne.
In mein neues schwarzes Notizbuch, das ich vor kurzem in einem der Schränke stand, habe ich einiges notiert, nach dem Urlaub mache ich mit der “Inneren Stadt” weiter und dann setzte ich mich mit der “Sterbehilfe” auseinander, die ein Thema ist, das auf uns zukommen wird. Es wird ja schon darüber gesprochen und ich denke, das Thema gehört ganz anders behandelt, als durch einen Mord und vor allem sollte man sich damit auseinandersetzten und sich überlegen, wie man selber sterben will.
Stoff für was Neues, ich bin wirklich fleißig, habe ich ja gestern erst die “Brüderschaft” durchgesehen und für “fehlerfrei” befunden. Die Druckerei kann also arbeiten und nach dem Urlaub kann ich ein Bild davon in den Blog stellen und es allen neugierigen Lesern empfehlen.
Jetzt wird es wird ein wenig stiller werden, bis die Reiseberichte kommen.
Die Mühle der Gerechtigkeit
Ich bin ja eine Freundin der alten Romane, des Zwischenkriegskanons beispielsweise, aber auch von anderen und bin ich auch ein besonderer Fan der Bücherschränke, wo man nach sowas schauen kann und da lag eines Tages Ernst Lothars “Die Mühle der Gerechtigkeit” darin, keine Ahnung was das aussagen soll, aber von dem gewesenen Josefstadtdirketor, der auch die Salzburger Festspiele aufbaute, 1890- 1974, habe ich einmal, wenn ich nichts verwechsle, einen Film im Fernsehen gesenen, wo man im Flugzeug verdorbenen Fisch serviert, der Pilot ißt ihm und einer unter den Passagieren, der zufällig neben einem Arzt sitzt und das andere Menü wählte, muß dann das Flugzeug zur Landung bringen, weil er einen Segelflugschein hat.
Das hat mich sehr beeindruckt und dann natürlich den “Engel mit der Posaune” mit der Paula Wessely, das habe ich vor zwei Jahren gelesen und habe es eher öd, beziehungsweise klischeehaft gefunden.
Nun “Die Mühle der Gerechtigkeit oder Das Recht auf den Tod”, das ließ schon einmal aufhorchen, das Buch ist 1962 in einer Zsolnay-Werkausgabe des Meisters als Band III erschienen, der Roman wurde aber schon 1931 geschrieben und handelt auch da und in einer Vorbemerkung des Autors, wird die Nazi-Euthanasie erwähnt und, daß er sich trotzdem von seiner Meinung nicht abbringen und daher wiederauflegen ließ.
Das klingt noch interessanter und Sterbehilfe ist ja ein Thema, das mich und wahrscheinlich alle anderen sehr berührt und auch, weil es uns selbst betreffen kann,sehr abwehren läß, was man schon zum Beispiels an den “patscherten” Bewältigungsversuchen der Bachmannpreisträger oder Leser sieht. Denn ich glaube ja, man braucht den Griff zum Revolver oder zum Polsterzipf gar nicht, wenn man nur ein wenig geduldiger wäre, es ist noch jeder gestorben und es aushalten kann, am Bett zu sitzen, die Hand zu halten, den Verfall des anderen auszuhalten und ein Pulverl mehr, das den Schmerz lindert, ist wahrscheinlich keine Sterbehilfe, sondern ganz normal, wenn auch vielleicht streng verboten, weil es süchtig machen könnte, etc.
Man sieht es auch bei dem Theaterprofi, ob der betroffen an dem Thema war oder nicht, hab ich keine Ahnung, der 1931, sehr umständlich damit umging, dann kam der Holocaust und das ist ein anderes Thema oder eine besondere Ironie der Geschichte und heute achtzig Jahe später haben wir auch mit diesem Thema, das rasant auf uns zukommen wird, umzugehen.
Über die Sterbehilfe wird immer offener diskutiert, ich bin dagegen, es gibt aber Patientenverfügungen, ich habe meine eben erst erneuert und mich über den Hunderter plus Mehrwertssteuer, die die Ärztekammer für den Herrn Doktor für seine Unterschrift, die er alle fünf Jahre geben muß, ausgehandelt hat, sehr geärgert.
Aber nun zum Buch und nach Salzburg ins Jahr 1931, wo es noch keine Patientenverfügungen gegegeben hat. Es wäre also auch ein Sommerbuch, wir schreiben Juli oder August und im Hause Haushofer wird der fünfundzwanzigste Hochzeitstag des Landesgerichtrats und sehr strengen konservativen Richters Anton und seiner Frau Pauline gefeiert. Die steckt gerade die Salzstangerln in die Servietten, das Töchterlein Gretel, das bei den Festspielen, die gerade stattfinden, arbeitet, steht daneben und rät der Mama das buntere Kleid vom Vorjahr, statt des strengen Schwarzens anzulegen, denn am Abend werden Gäste erwartet. Der HNO Arzt-Prägartl, des Töchterleins Verlobten, der “völkische Dichter” Leopold Amadeus Huber und ein Gerichtskollege samt Gattin.
Den Sohn Hubert gibt es auch, der in Wien Jus studiert, dem strengen Papa sehr entfremdet vorkommt und er Ansichten an ihn bemerkt, die er nicht leiden kann. Überhaupt ist der Herr Rat, wie die Hausgehilfin Resi meint, sehr grantig, fühlt sich durch die Festspielgäste in seinem Salzburg als Mensch zweiter Ordnung und die Diskussion, ob Affekt als mildernder Tatbestand gelten kann, mag er auch nicht.
Vorerst wird aber gefeiert, gegessen und die Hochzeitsgeschenke ausgetauscht. Es kommt bei der Frau Pauline zu einem kleinen Schwächeanfall und der HNO rät die Konsultation eines Frauenarztes. Auch das ist sehr köstlich, wie das 1931 geschieht. Da gibt es eine Wiener Kapazität, die zu Festspielzwecken angereist ist. Das Ehepaar wird in sein Hotelzimmer gebeten, die nötigen Untersuchungsunmstrumente und Geräte fehlen zwar, die Kapazität diagnotiziert trostet ein “Carcinoma uteri”, bietet die Gnädige auf den Balkon “Es ist alles in Ordnung!”, sagt dem Gatten “Der Zustand der gnädigen Frau ist ernster als erwartet” und lehnt jedligliche Bezahlung, als Dank in Salzburg Gast zu sein, ab.
Frau Pauline wird die Diagnose verwehrt, sie bekommt sie natürlich trotzdem heraus oder ahnt, daß sie sterben wird und hat nur einen Wunsch, das möglichst schmerzlos zu tun.
Dazu fragt sie den möglichen Schwiegersohn nach der Wirksamkeit von Veronal.
“Kommt nicht in Frage, Mama!”, urteilt der Landesgerichtrat und nimmt ihr das Rezept weg. Frau Pauline, die durchaus als Nebenfigur, abhängig und unwissend, eine brave Hausfrau halt, geschildert wird, fordert von ihrem Mann nun, daß er ihr, wenn es so weit ist, helfen soll und er, der strenge, er wird in der Zeitung als “Blutrichter” bezeichnet und hatte Schwierigkeiten mit einem jungen Wiener Verteidger, der auf die Unschuld eines Angeklagten plädiert, weil er im Rausch und im Affekt auf seine Braut geschlagen hat, ja hätte er halt nicht trinken dürfen, stimmt zu.
Der Landesgerichtrat wird auch zu einem Fest von Max Reinhardt eingeladen, sieht dort seine Kinder und seinen Sohn mit jenem Doktor Siebner reden, was ihn sehr verstört, daß er beschließt nicht nur der Linerl zu helfen, sondern sich gleich mit heimzudrehen, weil es wegen des Artikels nichts mit der “Vizepräsidentenstelle, die er sich erfoffte, werden wird.
Er beginnt also Veronal zu sammeln, einen Vergnügungsplan zu entwerfen, was er, die Landesgerichtsräte mußten damals in Salzburg sehr sparsam sein, um sich ihr standesgemäßes Leben leisten zu können und Festspielkarten waren nichts für sie. Die werden jetzt gekauft, um am Montang, Dienstag Mittwoch mit der Linerl zu feiern oder Abschied zu nehmen, etwas was mir sehr gefällt und auch in meinen Büchern vorkommen könnte.
Der Plan wird aber vereitelt, denn die Linerl glaubt schon am Dienstagmorgen, da wurde gerade erst der “Jedermann” gesehen und bei der “Traube” Forelle, Backhun und Crepe Suzette bestellt, bei Gericht heißt es dann anders, war das ein Versehen des Autors oder ein Hieb auf die mangelhaften Zeugenaussagen, daß es soweit ist.
Der Landesgerichtsrat hatte noch Ärger mit seiner Tochter, die am Morgen nicht in ihrem Zimmer, sondern in der Wohnung des Verlobten anzutreffen war, so macht er schnell sein Testament, verschiebt das Sparbuch seiner Frau auf eine andere Bank, damit es nicht die Falschen kriegen, schickt dann das Dienstmädchen außer Haus und kommt irgenwie nicht dazu, sich auch die richtige Menge Veronal zu nehmen, so daß das Mädchen ein paar Stunden später die Gnädige tot und den gratigen Herrn schlafend findet.
Das ist der erste Teil des Buches der “Tatbestand”.
Der zweite heißt “Anklage” und da wird der arme Landesgerichtrat auf Veranlaßung seines Sohnes, der überraschenderweise zu ihm hält, nur die Tochter war einige Zeit schwankend, von ausgerechnet jenem Dr. Siebrer verteidigt,”Na der wird eine Freude haben!”, habe ich mir, glaube ich, schon im ersten Teil gedacht und dazu, daß er ihn in Wirklichkeit wahrscheinlich abgelehnt häatte. Was er nicht tat oder konnte. Zum Glück, denn er wird natürlich freigesprochen und in dem Buch in aller Genauigkeit, die Sachverständigken vorgeladen und doziert, ob der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig war, ob es Tötung auf Verlangen war und ob es sowas überhaupt gibt?
“Hat er sich von seiner Frau eine Vollmacht geben lassen?”, fragt der Staatsanwalt. Hat er natürlich nicht und meiner Meinung nach beweist allein das patscherte Verhalten des Herrn Richters, daß er zum Tatzeitpunkt unter Schock und Traumatisierung stand, denn er ist ja einer von den harten, die nicht über ihre Gefühle reden, der Linerl zwar das Veronalrezept wegnahm, dann aber alles machte, was sie wollte, ohne sich von ihr eine Vollmacht gegen zu lassen oder den Kindern die Opernkarten für den Dienstag, die schon in seiner Tasche waren und dem Fräulein Reserl Ausgang und wenn er der Linerl oder Mama wie er sie nannte, das Rezept nicht weggenommen hätte, sondern sich zu ihr gesetzt, ihr die Hand gehalten hätte, etc, beziehungsweise sein juristisches Wissen so gebraucht, daß ihm keine Beihilfe nachzuweisen wäre, hätte es die Anklage nicht gegeben, dann allerdings auch kein Buch und, um nicht alles vorwegzunehmen oder nur das Wichtigste, er wurde freigesprochen und geht aus dem Gerichtsaal an das Grab der Linerl,die Kinder kommen mit dem Verteidiger nahch, der sogar die Blumen hat, an die der Blutsrichter nicht dachte und macht ihm den den Vorschlag ob er nicht mit ihm eine Anwaltskanzlei aufbauen will?
Ein sehr sehr interessantes Buch, schon durch die Tatsache, dap zwei Jahre später nur ein paar Kilometer weg von Salzburg die Weltordnung unterbrochen wurde und den “Völkischen Beobachter” hat es schon früher gegeben, da wurde die Tat des OberlLandesgerichtsrat auch besprochen und nur schade, daß es es nur mehr antiquarisch gibt, also auf zu den Antiquariaten, Bücherdörer und Bücherkästen, denn es ist wirklich zu empfehlen, obwohl man dem Buch das Erscheinungsjahr natürlich abliest und seither sehr sehr viel Wasser die Donau und die Salzach hinuntergeflossen ist und das hat mich zu Plänen gebracht, die ich gleich beschreiben werde.
Zu dem Buch ist noch zu sagen, daß es manchmal ein bißchen langatmig und umständlich geschrieben ist, ein heutiger Lektor würde wahrscheinlich viel herausstreichen. Vielleicht liegt es am Thema, das 1931 wahrscheinlich noch viel heikler war, als es heute ist, wo wir ja mit dem Krebs, Demenz etc rechnen müßen und und das ist sehr interessant, denn man findet so etwas nicht sehr oft beim Lesen, eher in den Schreibratgeberbüchern, es hat einen klassischen auktorialen Erzähler per excellence, einen der alles weiß, in alle Köpfe hineinsehen kann und uns immer die entsprechenden Tips und Amerkungen gibt.
“Sie war der Mutter ähnlich, “wie aus dem Gesicht geschnitten”, behauptete der vaterländische Dichter Leopold Amadeus Huber (dessen füchtige Bekanntschaft wir machen werden)” oder “Wir haben uns jetzt mit dem Hausmädchen Resi Stepanek zu befassen, seit vorigen März “für alles” in der Familie bedienstet.”
Das ist vielleicht auch ein wenig umständlich, in den Schreibbüchern wird davon abgeraten, passt aber vielleicht zum Sujet, das ja ein sehr heikles ist, über das sich direkt zu befassen, wie man noch heute bei den Pflegehelferausbildungen und Supervisionen sehen kann, sehr sehr schwierig ist, umsomehr, war es das, im Jahre 1931, wo die drohenden Wolken aus Deutschland vielleicht schon in der Luft lagen.









