Genosse Wang fragt

Genosse Wang, ein junge Chinese, blitzgescheit, schnell lernend, so daß er zuerst in einer Parteiakademie und dann in der Redaktion des “Volksblatts” landete, ist, wie am Buchrücken von Cornelia Vosperniks erstem Roman, nach zwei Sachbüchern über China, steht, der tragisch komische Held der Geschichte, die Einblick in das neue China und, wie das mit der Presse und den “Grenzen der menschlichen Kommunikation” geschieht. Genosse Wang ist ein Zweifler, ein ewig Zaudernder, fast ein Autist, der, während seine Frau von ihm Gefühle haben will, den Kaugummi anstarrt, der auf einer Parkbank klebt und sich ständig fragt, ob er vielleicht verrückt ist?
Er macht sich auch Sorgen, wenn er auf einem Parteiempfang statt seinem Vorgesetzten Li, die rote Seidenkrawatte als Präsent erhält und traut sich dann nicht sie zu tragen und er ist auch, weil er der Genossin Zhang, die ihm im Büro immer so freundlich Tee nachschenkt, imponieren will, auf der Suche nach der perfekten Frage.
Denn er ist ja Journalist und wird als solcher von seiner Zeitung zu Pressekonferenzen geschickt und das scheint in China so zu funktionieren, daß man seine Fragen vorher einreichen muß und dann ausgewählt wird, sie zu stellen und das sehr blumig und umständlich formuliert.
So denkt er sich die nach der Todesstrafe aus und stellt sie dann doch anders und während er noch mit sich in Zweifel ist, gerät er in den Strudel des Geschehens. Das heißt, er erscheint pünktlich zum Gespräch mit seinen Vorgesetzten, Li nicht, der lügt den Chef dann auch noch an, so daß Wang ohne zu wissen, wie im geschieht, dessen Stelle, Zimmer und Aufträge bekommt und es ist köstlich zu lesen, wie sich der Zauderer, den niemand ernst nimmt und sogar die Süßkartoffelverkäuferinnen auf die Schuhe spuken, plötzlich zum Vorgesetzten verwandelt, indem er der dicken Putzfrau in der Küche Befehle erteilt und sie auch am Weiteressen auf einer Kartonschachtel hindert.
Dann wird Wang statt Li zu der nächsten Pressekonferenz geschickt und weiß die Frage nicht, die eingereicht wurde, so stellt er eine andere, die nach der Rolle des Westens und sieht sich, nachdem er sie gestellt hat, schon in der Todeszelle, weil es aber zufällig ins Konzept passte, passiert das Gegenteil. Wang wird wieder befördert, klettert die Karriereleiter weiter hinauf, was ihn nach wie vor verwirrt, aber seine Mutter, eine sehr rauhe Person, die er um Rat fragt, kann ihn dabei nicht helfen. Sie schnauzt ihm an und verlangt von ihm nur, daß er endlich für eine bessere Wohnung für sie sorgen soll, sonst kann ihr Söhnchen aufsteigen, wie er will, das ist ihr egal, so daß ihm nichts überbleibt sich auf die Bank vor sein Büro zu setzten und erscheinende Genossin Zhang endlich zu fragen, ob sie mit ihm heute morgen oder immer und ewig essen gehen will?
Ein sehr interessantes Buch, der 1969 geborenen Journalistin, die drei Jahre Chinakorrespondentin war und jetzt die ORF-Journale moderiert. Sie hat auf der ersten “Rund um die Burg neu-Veranstaltung” daraus gelesen und, als ich sie nachher was fragte, mir gleich das Buch signieren wollen.
Ich habe aber gewartet, bis ich es im Bücherschrank gefunden habe und dann sehr gern gelesen, denn China und die chinesische Literatur, von der ich ja nicht sehr viel Ahnung habe, interessiert mich sehr und nach dem ich mit dem Da Sije ein bißchen Schwierigkeiten hatte, bzw. den Protest hinter den blumigen Schilderungen nicht ganz verstanden habe, habe ich mich ein bißchen in sie eingelesen. Dann selber ein Kapitel bzw. eine Biografie nach einem der Bücher geschrieben.
Pearl S.Buck gehört vielleicht auch zur China Literatur wie Daniel Vare mit dem “Schneider der himmlischen Hosen”, eines von den für den Frankfurt Schwerpunkt 2009 übersetzten Bücher habe ich noch auf meiner Liste und auf der chinesischen Mauer bin ich per Video Show von Alfreds Fotos, der jetzt da dort war, vor kurzem auch ein bißchen herumspaziert und habe die verschleierte Führerin gesehen, die das wegen ihrer Sonnenallergie tun mußte, aber trotzdem touristische Gruppen durch die Sonne und die Hitze begleitet, was für unsere Begriffe eher unvorstellbar ist.

Zur Zeit nur für immer

Daniel Wissers Literaturperformance, schon die zweite im Literaturhaus, die erste habe ich versäumt, weil eine andere Veranstaltung, habe aber darüber gebloggt und wurde von einem Leser gerügt, daß ich die Art der Veranstaltung nicht richtig wiedergegeben habe.
Nun ja, ich war nicht dabei und Robert Huez erklärte heute auch bei der Veranstaltung, daß Daniel Wisser Textperformances einzigartig sind, also weder eine Lesung noch eine Theorie, wie der Autor zwischen seinen Vorträgen erstes auch erklärte, keine Lesung, noch eine Buchpräsentation, die vorgetragenen Texte gibt es auch nicht zu kaufen und zu diskutieren gibt es auch darüber nichts, also eine einzigartige Textperformance und das merkte man schon daran, daß das Literaturhaus wieder mit Leuten vollgefüllt war, von denen ich die meisten nicht kannte.
Daniel Wissers Fanpublikum vielleicht, der 1971 geboren wurde und außer Autor noch Musiker des ersten Wiener Heimorgelorchesters und Verleger ist?
Bei den Poetry Slams und den Textperformances sollen ja öfter die Massen kommen, während die üblichen Lesungen, wie man beispielsweise letzte Woche merken konnte, nicht so viele Leute anziehen, aber das war eigentlich auch nicht so üblich, sondern eine Lesetheateraufführung einer inzwischen offenbar vergessenen Dichterin.
Daniel Wisser kenne ich seit einer Lesung im Rahmen des “Fröhlichen Wohnzimmers” im Amerlinghaus, als er sein erstes bei “Ritter” verlegtes Buch vorstellte, dann folgten zwei Bücher im “Klever-Verlag”, mit Ausschnitten aus dem ersten hat er, glaube ich, beim Bachmannpreis gelesen, aus dem zweiten habe ich beim “Musa” gehört und er ist auch, das kann ich jetzt gleich anmerken, damit mit Eva Menasse und Erwin Uhrmann Finalist beim Alpha-Literaturpreises geworden, der ja Anfang November vergeben wird.
Jetzt gab es aber die zweite Literaturperformance vor vollen Haus im Literaturhaus und das spielte sich folgendermaßen ab, daß sich Daniel Wisser ziemlich starr vor ein Mikrophon stellt und dann immer drei Textstücke perfomierte.
Auswendig oder aus dem Stehgreif, ist vielleicht gar nicht so leicht zu unterscheiden, wenn es die Texte nicht zum Kaufen und zum Signieren gibt und man nachher nicht darüber diskutieren kann.
Es waren jedenfalls lauter skurrile kleine Geschichtchen mit kurzen Titeln, wie “Film”, “Hitze”, “Luft”, “Tanz” etc, die von Leuten mit interessanten Namen, die interessante Sachen machten, wie um sechs Uhr früh Bier trinken oder sechsunddreißig Jahre schweigen oder durch den Weltraum fliegen, erzählten.
Immer drei Stücke hintereinander und dazwischen erzählte Daniel Wisser etwas dazu, nämlich, daß man nicht darüber diskutieren soll und, daß die Inhalte nicht zusammenpassen, obwohl es doch Überschneidungen gab und es auch Blockweise geordnet schien, denn in der Mitte kam das neue Projekt, Texte über Filme, die Daniel Wisser in achtzig Stücken zu neunzig Prozent nacherzählen will.
Wien-Texte über die Ringstraße, die nicht rund ist und über die Zusammenstellungen beim Heurigenbuffet, gab es auch und was zum Nachdenken und zum Philosophieren, obwohl die Leute auch ziemlich viel zu lachen hatten..
Einen Büchertisch gab es natürlich trotzdem, mit den Wisser-Büchern und Wein und Saft, für den interaktiven Teil, wie er betonte und ich finde es sehr spannend eine Seite an dem Autor zu entdecken, die mir unbekannt war, da ich ihn bisher nur als traditionellen Leser kannte und jetzt natürlich gespannt bin, ob er beim “Alpha” gewinnen wird, obwohl die Konkurrenz zur Eva Menasse wahrscheinlich sehr groß sein wird.
Richtig, den Titel sollte ich noch erklären, das war auch eines der kleinen Stückchen, wo es um einen Stadtschreiber ging, der den Text für eine Kirche, glaube ich, zuerst schreiben und später um vierzehn Worte kürzen sollte, so daß das “Zur Zeit nur für immer” über blieb.

Pixel oder Papier?

Ich gehe nicht mehr sehr oft zu den Wiener Vorlesungen, dieser sehr prominenten Veranstaltungsreihe, die Hubert Christian Ehalt, im Wiener Rathaus und auch an einigen anderen Veranstaltungsorten zu den verschiedensten kulturpolitischen Themen veranstaltet, nur wenn es ins literarische Programm passt und man es flüstern kann, könnte man so sagen, habe ich ja mit der “Alten Schmiede”, dem Literaturhaus, der “Gesellschaft für Literatur” etc, genug zu tun.
Aber diesmal war so ein Abend, ging es doch um die Frage, ob das E-Book das gedruckte Buch ersetzen kann und wird?
Eine Frage die ich oder die mich schon seit einigen Jahren verfolgt und wo ich schon die unterschiedlichsten Diskussionen hörte und sich inzwischen zwischenzeitlich sicherlich auch sehr viel verändert hat.
Die letzte Diskussion, wenn man einmal von Wolfgang Tischers Buchmessenpodcast, der ja ein unbestreitbarer Vorreiter für das E-Book und das Selfpublishing ist, absieht, war bei “Rund um die Burg” mit Petra Hartlieb und einigen anderen.Ich habe deshalb auch die ersten beiden Runden der Lyrikbim versäumt und das später sehr bereut, denn außer Petra Hartlieb fulminanten Kampf gegen den bösen “Amazon” war nicht sehr viel Neues zu hören.
Diese Diskussion dafür sorgte schon Professor Ehalt, der ja ein wirklicher Intellektueller ist und sehr gut formulieren kann, war sicherlich viel anspruchsvoller und das Podium mit drei Damen, die das literarische oder bibliophile Lebens Wien, wie der Professor formulierte, besetzt.
Petra Hartlieb, die Buchhändlerin und Krimiautorin, die jetzt auch ein Buch über ihre Buchhandlung herausgegeben hat, Julia Danielczyk vom Kulturamt der Stadt Wien, die glaube ich, vorher in der Wien-Bibliothek tätig war, zuständig für die literarischen Förderungsansuchen, Erfinderin der “Literatur im Musa” und, wie ich glaube, literarisch sehr engagiert, sehe ich sie doch öfter bei literarischen Veranstaltungen, wenn die Eröffnungsreden schon vorbei sind und sie eigentlich nicht mehr dort sein müßte und Martina Schmidt, die Leiterin des Deuticke Verlags.
Ein prominentes Podium für wahr und die Reihen in dem schönen Festsaal im alten Rathaus gar nicht einmal zu besetzt.
Margot Koller habe ich gleich beim Eingang getroffen, ist sie doch schon wegen der GAV-Sitzungen am Freitag und am Samstag nach Wien gekommen und Hubert Christian Ehalt leitete auch ohne die obligatorische “Amazon” Beschimpfung ein, sondern stellte zuerst die Frage nach der Lesebiografie und meinte dazu, daß seine Studenten keine mehr hätten oder sie ihm nicht preisgäben. Aber vielleicht haben sie nicht Foucault oder Proust gelesen sondern Karl May und das darf man vielleicht nicht sagen.
Martina Schmidt und Julia Danielczyk haben aber zuerst Enid Blyton und später Proust gelesen. Petra Hartlieb kam nicht aus so einem leseaffinen Haushalt und ich eigentlich auch nicht oder schon, hat mich der Bücherschrank, der zuerst im Wohnzimmer und später im Schlafzimmer meiner Eltern stand, als meine Schwester in das Wohnzimmer übersiedelte, sehr geprägt und meine Leserbiografie sicher auch durch die Schulbibliothek.
Die städtischen Büchereien haben mich nicht sehr begeistern können, erinnere ich mich da eher an verknöcherte älteren Damen, die sagten “Du darfst pro Woche nur einen Krimi lesen!”
Aber “Onkel Toms Hütte” hat mich sehr geprägt, später dann der “Don Carlos”, man kann das vielleicht auch psychologisch deuten und dann habe ich lange und sehr intensiv Hedwig Courths Mahler gelesen und behaupte, daß man dabei ein Berlin Bild der Zwischenkriegszeit bekommt, was man sonst nicht so leicht findet.
Nach der Matura habe ich viel Thomas Mann gelesen und Doderer, Thomas Bernhard folgte, den ich jetzt nicht mehr so gut aushalte und inzwischen lese ich mich ja sehr intensiv durch den literarischen Krautgarten der Gegenwartsliteratur, kenne hier eigentlich keine Berührungsängste.
Der Proust ist bisher an mir vorbei gegangen, an den Kafka nähere ich mich sehr vorsichtig an und ich lese, da ich ja eine Sammlerin bin und die Bücherschränke sehr eifrig frequentiere, vorwiegend analog, obwohl ich nicht rieche taste schmecke und diese Vergleiche eigentlich recht blödsinnig finde, glaube ich schon, daß ein PDF kein Buch ist, obwohl ich sie schon gelesen habe und man sie auch lesen kann.
Ich habe im Vorjahr einen E-Bookreader zu Weihnachten bekommen und den inzwischen ziemlich verstauben habe lassen, im Dezember staube ich ihn aber ab und lese daraus, wenn er noch funktioniert, Charles Dickens “Weihnachtsmärchen”, weil das dort enthalten ist.
Hubert Christian Ehalt stellte viele sehr gewichtige Fragen und wies auch auf ein Symposium hin, zu dem die Vorlesung sozusagen den Auftakt bildete.
“Zurück in die Zukunft- digitale Medien und historische Buchforschung” kann man sich morgen und übermorgen in der Wienbibliothek geben. Leider bin ich da schon ziemlich ausgebucht, aber ich bin ja eine, die sich ohnehin sehr viel und oft im Internet aufhält, über das E-Book und die Selfpublishingtendenzen eigentlich Bescheid weiß und auch weiß, daß der “Hanser Verlag” inzwischen die “Hanser Box” gestartet hat, eine E- Bookreihe mit kleinen feinen Texten, die jeden Mittwoch nur im Netz erscheinen.
Martina Schmied hat dagegen ihren Kindle bereitwillig ihrer Kollegin überlassen und macht E-Books nur, weil sie es muß, ähnlich wie Petra Hartlib, deren neues Buch auch als e-Book und auch bei “Amazon” erscheint und ich stelle es mir sehr interessant vor, ihr mit dem “Amazon -Päckchen” am Postamt zu begegnen, sie mich fragt, “Was haben Sie denn da Böses!” und ich “Ihr Buch!”, antworte.
Eine Frage, die natürlich Utopie ist, denn ich kaufe nicht beim “Amazon”, ziehe die “Wunderbare Buchhandlung” höchstens aus dem Bücherschrank, aber dann würde ich sie natürlich sehr gerne lesen.
Julia Danielcyk ist dem E-Book aufgeschlossener, als die beiden anderen Damen. Sie scheint es zu verwenden, aber auch einige Gefahren darin zu sehen und die Diskussion war auch sehr interessant, weil sich sehr viel Fachpublikum, das sehr differenziert fragte oder erzählte, im Saal befand.
Ein Herr rief wieder zum lokalen Kaufen auf und eine PEN-Autorin erzählte über ihr Schreiben. Ein Buchforscher war da, dem das Symposium gewidmet ist und ich denke, daß wir alle noch nicht wirklich wissen können, wie die Veränderung im Buchmarkt verläuft.
Ein Problem ist auch das Lesen, wenn wir zwanzig oder dreißig Prozent funktionale Analphabeten erzeugen und die noch durch Handies, SMS und anderes abgelenkt sind, werden sie vielleicht nicht mehr freiwillig zu so etwas Altmodischen wie einem Buch greifen.
Es gibt aber auch Internetromane mit neuen spannenden Möglichkeiten und da schieden sich auch die Ansichten am Podium, aber spannend, daß einige Leute im Publikum sagten, daß das für sie keine Frage des “entweder oder” sondern des “und” wäre, im Urlaub die Flaterate mit den sechshundertausend Büchern im Kastel, da denke ich auch, daß man die in zwei Wochen gar nicht braucht und zu Hause das gute schöne Buch, Margot Koller, mit der ich mich manchmal dazwischen unterhielt und vielleicht dadurch die Nachbarn störte, bemerkte eine Renaissance von bibliophilen Ausgaben und Petra Hartlib erzählte von einem Zugerlebnis, wo sie mit einem Krim im Abteil saß und ein älterer Herr im Kindle zwischen zwanzig Büchern zappte.
Aber eine Anleserin bin ich auch nicht, ich lese das Meiste fertig und ein wenig wurde auch davor gewarnt, daß die Autoren bei der Flatrate nur ihr Honorar bekommen, wenn die Leser mehr als zwanzig Seiten lesen, da folgte dann wieder die Warnung vor dem gläseren Menschen, die auch Julya Danielcyck ernst nahm und bei Wolfgang Tischer habe ich vorige Woche ja von Autoren gehört, die den Kontakt mit ihren Lesern auf ihren Websites und Leserunden suchen und sie über den Ausgang und Fortführung ihrer Romane mitbestimmen lassen.

Wieder Ohrenschmaus-Jurysitzung

Heute ging es wiedermal zur “Ohrenschnmaus-Jurysitzung”, dem Literaturpreis für und mit Menschen mit Lernbehinderung, der 2007 von Franz Joseph Huainigg intitiert wurde.
Ich war von Anfang an dabei, Otto Lambauer, mein zeitweiliger literarischer Verstärker, der mir nach einer langen Pause, jetzt wieder Kommentare schreibt, hat mich hineingebracht, beziehungsweise bei mir angefragt, wie man zu der Preisverleihung ins Literaturhaus kommt?
Das war die Zeit, wo ich für meine “Mittleren-Lesung” ausgeladen, bzw. nicht mehr zugelassen wurde. So kam ich bei der ersten Preisverleihung zu einer schönen Lesung von schönen Siegertexten.
Ab 2008 fand die Preisverleihung dann im Museumsquartier statt und ab da habe ich auch darüber berichtet.
Schöne Texte, schöne Preisverleihungen, schöne Siegertexte und immer wieder neue Talente.
So zum Beispiel Renate Gradwohl die 2007 mit “Küssen lernen” gewonnen hat, ein Text der auf die Schokolade kam und der mich an Ernst Jandl erinnerte.
Es gab auch einen kleinen Plagiatsskandal, beziehungsweise Mißverständnisse wer da jetzt einreichen darf? Nur Menschen mit Downsyndrom oder vielleicht auch Legastheniker oder depressive Akademiker?
Anton Blitzsteins literarische Texte, den ich ja von seinen Katzenbildern kenne, habe ich dadurch kennengelernt.
Michaela König, die glaube ich, nie gewonnen hat, mich aber zu der “Mimi” anregte und die inzwischen, obwohl noch recht jung, genauso gestorben ist, wie Sahrah Lutschaunig, deren “Wilde Kirschen” mich 2009 begeistert haben, Gewinnerin der Prosakategorien, bei den Lebensberichten gab es 1928 in Vorarlberg geborene Autorin nämlich Josefine Bitschnau, die wie andere Autoren, immer wieder einreichte und auch immer wieder auf die sogenannte Ehrenliste kam, die, glaube ich, von der Anfangs Jurorin Friedl Hofbauer, die ja heuer gestorben ist, initieert wurde.
Sonst ist Barbara Rett in der Jury, Felix Mitterer hat den Ehrenschutz, Kurt Palm war dabei und soll wieder hineinkommen, Niki Glattauer, Andrea Stift und Ludwig Laher habe ich hineingebracht, Heinz Janisch war schon von Anfang an drinnen.
Es gab oder gibt die Kategorien Prosa, Lyrik, Lebensbericht, voriges Jahr wurde, glaube ich, mit neuen Kategorien experimentiert und immer wieder sehr viele schöne Texte.
2010 war David Sylvester Marek Preisträger, der immer wieder sehr seltsame Texte mit Figuren wie “David Bergretter” und “Lena Raubkatze” hat und den Oberösterreicher Peter Gstöttmeier, der mit dem handgeschriebenen Mundart Text “Söbständi”, 20011 gewonnen hat, habe ich auch dort kennengelernt, im Vorjahr brachte er, glaube ich, einige Kochrezepte und stand immer wieder auf der Ehrenliste und die Preisverleihungen waren auch immer sehr prominent besetzt, der Herr Minister Töchterle, die Frau Minister Schmidt, beide sind nicht mehr in dieser Funktion, haben immer schöne Reden gehalten, ein künstlerisches Programm gab es auch und die “Ohrenschmaus-CD”, das “Ohrenschmaus-Buch” zum Fünfjahresjubiläum in der “Edition der Provinz” erschienen und immer wieder die gute “Zotter Schokolade” mit einem Preisgedicht auf der Schleife.
Eva Singer hat das früher organisiert, jetzt tut es Evelyn Pammer und die Jurysitzungen fanden meistens im Oktober, entweder im Albert Schweitzer Haus oder im Parlament statt. Heute war wieder das Parlament an der Reihe und die heurigen Texte sind, glaube ich, vor zwei oder drei Wochen gekommen.
178 Einreichungen, die meistens eher kurz, ein paar lange waren auch dabei und dann die Qual der Wahl und dann geht esmeistens sehr schnell.
2008 wurde von der genannten Jury nur eine Vorwahl getroffen, die Endentscheidung lag dann bei den Vorjahres-Preisträgern, das scheint nicht ganz geklappt zu haben, jetzt gibt es wieder nur eine Jury und zu den Kategorien sind wir heute auch wieder irgendwie zurückgekommen. Haben drei schöne Texte ausgewählt und ein Gedicht für die Schokolade.
Welche wird natürlich nicht verraten, dafür aber Ort und Datum der Preisverleihung: Museumsquartier Ovalhalle, erster Dezember, ich glaube um achtzehn Uhr oder achtzehn Uhr dreißig und verrate, daß ich da die Laudatio für einen der Siegertexte halten werde.
Die anderen Laudatoren werden Felix Mitterer, Ludwig Laher, der immer sehr schöne Preisreden hält und Heinz Janisch sein.
Hinkommen, wenn man sich für die vielleicht ein bißchen andere Literatur, die nicht auf den Buchpreislisten und in Klagenfurt zu finden ist, interessiert!
Man wird staunen, wie spannend Menschen mit sogenannter geistiger oder intellektueller Behinderung schreiben können und welche Talente immer wieder zu finden sind.
Es gibt auch eine “Ohrenschmaus-facebook-Seite” und eine Website, wo man sich weiter informieren kann.

Die zitternde Frau

Bei den Schnuppertagen im Writersstudio haben wir zweimal einen Personal Essay verfaßt.
Personal Essay was ist das schnell, Judith Wolfgruber, die eine überzeugte Anhängerin der amerikanischen Literaturvermittlung ist, erklärte das an zwei Texten, wo sie von ihrem Sohn im KG und Schule schrieb und dann etwas wissenschaftlich allgemein philosophisches daranhängte und erklärte, daß in Amerika der Personal Essay weit verbreitet sei.
Aha, interessant und gut zu wissen, aber nicht wirklich eine Ahnung, was ich mir darunter vorstellen kann, dann steht Siri Hustvedts “Die zitternde Frau” auf meiner Leseliste, die Frau des amerikanischen Bestsellerautors Paul Austers von der ich schon zwei Bücher in den Regalen bzw. mindestens eines auch gelesen habe und freue mich darauf, denn von der “Zitternden Frau”, 2010 erschienen, kann ich mich erinnern, einiges im Radio gehört zu haben.
Es geht um ein Nervenleiden “Eine Geschichte meiner Nerven” steht noch am Cover als Untertitel, die Rezensenten haben sicher auch was dazu gesagt, aber im Writersstudio trotzdem keine Ahnung davon gehabt, daß ich ein blendendes Beispiels eines Personal Essay schon längst im Badezimmer liegen habe.
Siri Hustvedt 1955 in Minnesota geboren, skandinavische Wurzeln, erzählt in ihrem Buch vom Tod ihres Vaters mit dem sie sehr verbunden war.
Zwei Jahre später soll sie ihm zu Ehren eine Rede halten und fängt zu zittern an, die Sprachleistung ist nicht gestört, nur ihre Glieder drehen durch, sie denkt zuerst an einen epileptischen Anfall, ich würde da wohl an Parkinson denken und mich entspannen und fängt zu forschen an und das alles schreibt sie in ein Buch, zitiert abwechselnd wissenschaftliche Werke von Freud bis Oliver Sacks, dem berühmten amerikanischen Psychiater, von dem ich auch ein Buch auf meiner Liste habe, erzählt aus ihrem Leben und geht sowohl zu einem Psychoanalytiker, ein Verhaltenstherapeut wäre ihr wohl nicht eingefallen, als auch zu einem Neurologen und wir erfahren sehr viel.
Einerseits aus Siri Hustvedts Leben, sie hatte schon als Kind Fieberkrämpfe und litt später an Migriäneanfälle, dann von der gesamten psychologisch neurologischen Literatur, von Sigmud Freund bzw. Messner,Charcot, erfahren was von Hysterie und Konversationsstörungen und vom DMS III und IV, den amerikanischen Diagnosekriterien.
Wir erfahren von der Macht der Träume, sämtlichen Konversationsstörungen und wie sie sich mit der Posttraumatischen Belastungsstörung vermischen können und auch, daß Siri Hustvedt, die schon mal wegen ihrer Migräne eine Analyse machte, wöchentlich ins psychiatrische Krankenhaus geht, um dort mit Patienten Schreibübungen zu machen und das, was die aufschreiben ist sehr interessant, denn in der Psychose öffnet sich das Unbewußte und man fängt zu dichten an, schreibt ohne äußere Logik von unheimlichen Themen, spricht mit Engeln, kommuniziert mit dem lieben Gott, etc.
Da sind wir dann schon bei dem Phänomen des Stimmenhörens, wo sich die Wissenschaft streitet, ob das jetzt ganz normale alltägliche Phänomene sind oder ob sie zu der Schizophrenie gehören?
Siri Hustvedt erwähnt, daß berühmte Dichter, wie Rilke, Paul Celan, etc davon betroffen waren und vor ein paar Jahren ist immer eine alte Frau in die klinischen Mittage ins AKH gekommen, hat Fragen gestellt und dann Material über die Stimmenhörer-Selbsthilfegruppe ausgeteilt.
Siri Hustvedt hält verschiedene Vorträge, fängt mal dabei zu zittern an, ein anderes Mal wieder nicht, sie geht mit ihrem Mann und einem Freund in den Pyrenäen auf einen Berg, überfordert sich dabei und zittert wieder, jetzt ist aber ihr Vater oder sein Grabstein nicht dabei, es kann also keine Konversationsneurose sein. Sie geht zu einer Analytikerin, die schüttelt den Kopf “Hysterisch sind Sie nicht!”, hört auf, als Siri Hustvedt ihr etwas von den Fieberkrämpfen als Kind erzählt und schickt sie in die Röhre.
Dort kommt auch nicht sehr viel heraus, aber wir, bzw. Siri Hustvedt haben gelernt, daß die Seele ein weites Land, wie glaube ich, schon Arthur Schnitzler, ganz ohne MRT um dessen Bezahlung man mit der Krankenkasse kämpfen muß, sagte, ist und, daß die Psyche und das Soma halt doch sehr zusammenhängen und man vielleicht nicht alles wissenschaftlich erklären und deuten kann.
Aber wenn man überfordert ist, fängt man vielleicht zu zittern an und wenn einem etwas zuviel wird, spaltet man ab und dissoziert und das alles kann man vielleicht im Gehirn oder sonstwo finden und nachweisen. Man kann auch Tabletten dageben nehmen, sich entspannen, versuchen seine Traumen zu bewältigen, etc.
Dafür gibt es ja inzwischen auch ein Psychiater, Psychotherapeuten, Neurologenheer, die Pharmafirmen forschen und Siri Hustvuedt führt noch einige Beispiele an, wo Leute ihre Stimmen, als sie dann behandelt waren, vermißten.
Oliver Sacks hat in dem Buch “Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte”, das auch noch auf mich zukommen wird, glaube ich, von einem Tourette Patienten geschrieben, der manchmal seine Medikamente absetzt, damit er seine schöne Zustände weiter erleben kann.
Ja, die Seele ist ein weites Land und es ist und das praktiziere ich schon sehr lange, sehr interessant, die Literatur und mit der Wissenschaft zu verbinden und so kann der Leser alles in einem haben, ein Buch von einer berühmten amerikanischen Autorin und ein Lehrbuch der neuropsychiatrischen Phänomene und das alles noch in einem Anhang gut dokumentiert zum Weiterlesen.

Ab nach Frankfurt

In Frankfurt hat die Buchmesse angefangen, beziehungsweise wurde sie das Dienstags mit einer Rede des Außenministers und einer Festrede von Sofi Oksanen, die die Festrednerin war, eröffnet, denn Finnland ist ja heuer Gastland, “Finnland cool”, soll der Auftritt heißen, der überall in den Messehallen zu finden ist. Das Bibliothekswesen wird erklärt, die Finnen lesen ja sehr viel und führen auch im Pisatest, weil sie die Kinder nicht mit zehn voneinander trennen, etwas das man bei uns offenbar machen muß, weil eine gemeinsame Schule der Zehn bis Vierzehnjährigen unvorstellbar ist. Dafür gehen die Österreicher aber viel weniger in Bibliotheken, aber ich tue das eigentlich auch nicht so sehr und habe es von der Hauptschule bis zu einem Hochschulabschluß geschafft, in den Literaturbetrieb aber nicht und auch nicht nach Frankfurt, denn dorthin hat mich keiner eingeladen. So werde ich die nächsten Tagen vor meinem Laptop verbringen und mich zwischen meinen Stunden auf das blaue Sofa setzen und wieder einmal schauen, was man von hier aus mitbekommt.
Und das ist, wie mein Archiv beweist sehr viel, seit 2008 surfe ich ja schon und war anfangs sehr begeistert, jetzt sehe ich das resignativer, weil man von seinem Zimmer aus auch nicht die Kontakte hat, um die es ja angeblich geht, an die Buffet kommt man auch nicht, aber mein Glas Wein kann ich selber trinken, bzw. am Abend zu Veranstaltungen gehen, wo es ein solches und vielleicht auch noch Brötchen und was zu knabbern gibt und so war ich am Montag auch in der “Alten Schmiede” als im Frankfurt im “Römer” ja der dBp an Lutz Sailer vergeben wurde, das habe ich ein bißchen im Livestream bzw. im Abschlußvideo mitverfolgt und jetzt habe ich schon nachgeschaut, was es am blauen Sofa ab elf zu hören geben wird, 3SAt und ARD übertragen auch, Wolfgang Tischer ist in Frankfurt und überträgt von hier seinen Podcast und eine eigene Halle der Selfpublisher wird es dort auch geben, Martina Gercke ist in Frankfurt und Twitterromane werden dort auch verfaßt.
Dann gings los mit den drei Programmen, bzw. mit Dennis Scheck auf der ARD-Bühne, wo auch ein Übersetzerkam der Grimmelshausen aus dem Mittelhochdeutschen übersetzte und den “Keuchschen Joseph” sehr empfahl, um elf folgte Wolf Haas mit seinem “Brennerova”, der Fortsetzung seiner Brenner-Romane und erzählte was darüber, aber da man den auch auf der Buch-Wien und beim Bücherquiz, bei dem ich ja gerne teilnehmen würde, erleben kann und ich den Link zum Sofa endlich gefunden hatte, das ist ja aus der Ferne ein bißchen schwer, alles rechtzeitig zu finden, in Frankfurt irrt man aber mit den vollen Büchertaschen wahrscheinlich auch herum, gings dorthin, bzw. zu Lutz Sailer und Wolfgang Herles, der diesen gerade fragte, warum “Kruso” kein Wenderoman sei. Er spielt im Wendejahr auf einer Insel, wo sich ein paar intellektuelle Aussteiger trafen, um zu servieren und die heile Welt zu erleben, aber auch andere, die nach Dänemark hinüberschwimmen oder fahren wollten und dann oft in der Forensik in Kopenhagen landete. Bei ARD ging es wieder weitermit dem “Best of Druckfrisch”, wo sich Dennis Scheck als Ratgeber versteht was man und was besser nicht lesen soll und um halb zwölf erzählte Esther Kinsky, die, glaube ich, auch auf der Longlist stand etwas über ihren Roman “Am Fluß”, der in London spielt, bzw. ein Stück aus dem Leben der Protagonisten an Hand von Flüßen erzählt.
Die Autorin von Frauen oder Gesellschaftsromanen Charlotte Link, von der ich auch schon was gefunden aber noch nicht gelesen habe, hat die Krebserkrankung ihrer Schwester begleitet und jetzt ein Buch “Sechs Jahre” darüber geschrieben, ein Thema, das mich ja auch sehr interessiert und dem ich mich in irgendeiner Form ja in meiner nächsten Arbeit widmen möchte.
Dann kam Marlene Streeruwitz auf das blaue Sofa, deren Name von der Moderatorin sehr seltsam ausgesprochen wurde, aber wahrscheinlich ist das der Unterschied des Österreichischen vom Deutschen, was ja in dem Gespräch auch diskutiert wurde, hier ist auch ein bißchen Slawisches dabei, damit hat man in Frankfurt vielleicht auch Schwierigkeiten, jedenfalls wurde Cornelia Travnicek in Leipzig mal gefragt, ob das ihr echter Name ist und Marlene Streeruwitz ist ja mit “Nachkommen” auf der LL gestanden und darin geht es um eine Autorin namens Nelia Fehn, die mit ihrem Roman “Die Reise einer jungen Anarchistin nach Griechenland” auf die Shortlist gekommen ist und den hat Marlene Streeruwitz inzwischen auch geschrieben und das ist auch sehr interessant, dann kam ein Starautor nämlich Ken Follet, der schon mal auf der Buch-Wien war, der in London lebt und seinen Historienroman “Kinder der Freiheit” präsentierte.
Auf www.buecher.at kann man inzwischen vom Auftritt der Österreicher auf der Buchmesse lesen und sich die Fotoshow anschauen, gleichzeitig war dort zu entnehmen, daß Daniela Strigl ihren Jurorensitz beim Bachmannlesen zurückgelegt hat, weil sie den ihr zugesprochenen Vorsitz an Hubert Winkels abgeben mußte, der ja auch in Frankfurt ist und von dem ich ein Video gesehen habe, wie er am Montag auf der Buchpreisparty steht und was über den Preisroman erzählt.
Mit Thomas Hettche ging es dann bei ARD weiter. Der war ja der zweite Favorit des dBP und Dennis Scheck lobt die “Pfaueninsel” auch als den besten Roman des Jahres und da habe ich ja schon ein Video gesehen, wo Scheck mit Hettche, glaube ich, auf diese Insel fährt.
Mit Kristof Magnussons “Arztroman” gings bei ARD weiter, während auf das blaue Sofa, den Reinhold Messner und den Wolf Haas habe ich versäumt mit John Burnside weiter, der einen Roman vorstellte, wo ein Gewalttäter Kinder in einen Keller versteckt.
Dann habe ich mir noch ein 3Sat-Video über die Zukunft des Netzes angeschaut, wo Andrea Maier mit Thomas Hettche und einer Big Data Frau diskutierte und auch der Friedenspreisträger Joran Lanier interviewt wurde, während auf der Messe gerätselt wurde, ob jetzt Helmuth Kohl erscheinen wird oder nicht.Auf jedenfall wird ein Buch über ihn vorgestellt.
Und am blauen Sofa stellte Marion Brasch ihren Roman “Wunderlich fährt gegen Norden” vor, in dem ein Handy den Protagonisten steuert, bzw. seine Biografie erzählt und die das Buch teiweise auch in Schloß Wiepersdorf geschrieben hat. Dann lernte ich endlich Karen Köhler kennen, die ja in Klagenfurt lesen hätten sollen und deren Erzählband “Wir haben Raketen geangelt” in der letzten Zeit sehr viel auf den Blogs vorgestellt wurde.
Mit den Videos endete es dann bei 3-Sat mit dem jungen Stefan Bachmann, der mit zwanzig Jahren schon seinen zweiten Roman geschrieben hat und dem “Jesus Deal” von Andreas Eschbach von dem ich im Sommer “Perfekt Copy” gelesen habe und während es in Frankfurt für die Eingeladenen warhscheinlich auf die Parties geht, bin ich mit dem Alfred und dem Karli ins Akzent-Theater zum dreißig Jahre der “Tschuschnkappe” gegangen, wo es nachher auch ein Buffet mit Schnaps, Spanferkel, Lamm und einigen Bekannten gab.
Am Donnerstag ging es mit Wolfgang Tischers Buchmessenpodcast von der Selbstpublisher Halle 3 erster Stock weiter, der zuerst genau den Weg dorthin genau beschrieb, dann die Veranstaltungsbühne zeigte, mit einer an Selbstgemachten interessierten Buchhändlerin und einer Lektorin sprach und eine Studie über die Motive des Selber Publizierens vorstellte.
Ein Video mit dem heurigen Büchner Preisträger Jürgen Becker, von dem ich ein ein paar Bücher habe, weil ich ihn mit dem Jurek verwechselte, habe ich mir auch noch angesehen, bevor es mit den Lievestreams losging und hier war interessant zu erfahren, daß Lutz Seiler der heurige dBP Sieger und Lyriker am 25. Oktober für den ebenfalls Lyriker Becker hält.
Nino Haratschwilli, deren umfangreichreiches Epos auf den Blogs ja sehr gelobt wird und Olga Grjasnowa, deren erstes Buch ich gelesen habe, habe ich versäumt und bin erst wieder bei Ulrike Dreasners Longlist-Buch, das ich schon ein bißchen in Leipzig hören konnte, eingestiegen.
Marcel Beyer den ich einmal in der “Alten Schmiede” hörte und der mit seinen Gedichten jetzt den “Kleist” und den “Pastior-Preis” gewonnen hat, folgte und danach Sherko Fatah, dessen frühe Bücher bei “Jung und Jung”, wahrscheinlich sind sie noch bei “Residenz” erschienen, ich bei den “Lyrik im März” Büchertürmen fand und zum Teil immer noch nicht gelesen habe. Bei Ard erzählte dann Marc Elsberg oder Marcus Rafelsberger etwas über seinen Thriller “Zero”.
Dann ging es zum klinischen Mittag zu den “Genderfragen bei der Depression” ins AKH, am Rückweg machte ich eine Runde zu den Bücherkästen, wo ich das deutsche Buchpreisbuch von 2005, also die Premiere, Arno Geigers “Es geht uns gut” und noch drei Bände der “Luitpold Stern Gesamtausgabe”, für die dreifache “Luitpold Stern Preisträgerin” eine absolute Rarität, das kleine Luitpold Stern Büchlein hat sich schon im Bücherschrank meines Vaters gefunden und dann stieg die Spannung, wer ist heuer Nobelpreisträger geworden?
Auf Haruki Murakami und Swetlana Alexijewitsch gingen wieder mal die Schätzungen und dann bekam ich, noch ehe ich nachgooglen konnte, ein Mail von Doris Lind von einer Grazer Literarischen Agentur, die mir außer einigen Lesetips mitteilte, ein mir wieder völlig unbekannter Franzose, der allerdings einer der bedeutensten Schriftsteller des Landes namens Patrick Modian hat ihn gewonnen.
Interessant, interessant und bevor es zum Abendprogramm ins Literaturhaus ging, noch ein bißchen weitergesurft.
Judith Hermann, die neue Fried Preisträgerin, stellte ihren ersten Roman “Aller Liebe Anfang vor” und am blauen Sofa wurde noch Katja Petrovskaya, die Bachmannpreisträgerin vom letzten Jahr und diesjährige Gewinnerin des “Aspekte Literaturpreises” präsentiert.
Am Freitag ging es zuerst mit Wolfgang Tischer durch die Messehallen zu “Rowohlt”, wo man auch schon sehr intensiv mit dem Selfpublishern zusammenarbeitet, wo die Amerikaner ihre Bücher inzwischen schon selber ins Deutsche übersetzen lassen, weil es hier viele Leser gibt und dann nach einigen Computerabstürzen zu ARD, wo Bruno Walker saß, der neben seinen vielen Krimis auch Kochbücher schreibt, was ja auch sehr interessant ist.
Dann gings zu Herta Müller, die mit “Mein Vaterland war ein Apfelkern” ein neues Buch geschrieben hat und wieder viel über ihre Kindheit im rumänischen Dorf erzählte und das Krimiduo Michael Kobr und Volker Klüpl haben mit “Grimmbart” einen neuen “Kluftinger Krimi” geschrieben, in dem es um ein abgefracktes Schloß geht.
“Erntedank” steht noch auf meiner heurigen Leseliste und ich muß wahrscheinlich sehr dazuschauen, das noch zu schaffen und auf das Autorenduo mit den Allgäuer Regionalkrimis bin ich vor langen durch den Blog von “Leselustfrust” aufmerksam geworden, den es ja leider nicht mehr gibt.
Michael Köhlmeier ging mit Dennis Scheck und seinen zwei Herren auf den Strand und ein paar andere Herren erzählten inzwischen auf dem blauen Sofa etwas von den letzten Tagen der DDR und den wirtschaftlichen Veränderungen, die diese inzwischen machte.
Man kann sich die Buchmesse aber auch via Twitter und Facebook geben, sieht da Bücher, die man sonst wahrscheinlich nicht gesehen hätte und kann sowohl Frauen mit roten Haaren und roten Kleidern als auch Polizisten vor Veranstaltungen sehen und Clemens J. Setz habe ich erfahren, hat ein Protestsonett auf Daniela Strigl Verlassen der Bachmannpreisjury geschrieben.
Der Halb – oder Sommerfinne Christian Gasser, ein Schweizer, der der Liebe wegen nach Finnland gegangen ist und ein Buch darüber schrieb, erzählte etwas von den schrecklichen depressiven Wintern, die man nur in der Sauna überstehen könne und den Sommern an den Seen, wo man das Wasser direkt daraus schöpfen und trinken kann. Und im ” war dann Nadine Kegele zu hören, die zwar mit “Kegeler” angekündigt war, aber ihr neues Buch “Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen” zu Hause, auf das ich ja noch immer warte.
Der Schweizer Matthias Zschokke hat einen E-Mail Roman über Venedig geschrieben, der wie Ernst Grandits auf der 3Sat Bühne erklärte, bzw. vom Klappentext verlas, etwas noch nie dagewesenes und erinnerte an die Vorbilder und spannend, daß der Autor aus den E-mails die er von seinem halbjährigen Venedigaufenthalt schrieb, später einen Roman bastelte, etwas was mir wahrscheinlich nicht passieren wird, obwohl mein Ansuchen auf einen Aufenthalt in einer Autorenwohnung am 25. September noch einmal behandelt wird.
Dann gabs noch auf ARD noch ein “Büchermagazin”, wo es ein bißchen um Franz Kafka ging und Nino Haratschiwili bevor es wieder zum eigenen Schreiben ins Cafe Luwig zum Schreiben mit mit Ruth, Robert, Ilse und Fritz, etc, ging.
Den dritten Messe Tag hat Wolfgang Tischer bei einem Selfpublisher Kongreß in einer anderen als der dritten Halle verbracht und erzählt mir das am frühen Morgen im Freien, wo am Samstag Martina Gercke bei Angora Zelt auftreten und Freunde treffen wird, was wieder daran erinnert, daß auf der Messe viel passiert, was 3Sat oder ARD nicht überträgt und man sich da nur bei den Bloggern umsehen könnte, wo es bei einigen derzeit etwas still ist, so haben die “Klappentexterin” und “Literaturen” nur die Lektüre gepostet, die sich auf den Weg nach Frankfurt mitnehmen wollen. Die Klappentexterin hat Patrick Modiano dazu ausgewählt, Hut ab, ob sie den zu Hause hatte, aber sie ist ja Buchhändlerin und der “Hanser Verleger”, der dann Donnerstag um 13 Uhr auf seinem Stand interviewt wurde, hat ohnehin schon mit dem Drucker telefoniert, daß sie der mit dem Erscheinen des neuen Buchs beeilt.
Die kleinen lieben Messefilmchen, die mich 2008 so beeindruckt haben, vermisse ich auch ein bißchen und den Link zum LitRadio der IG-Autoren habe ich noch nicht gefunden, aber da war ich meistens ohnehin zu ungeduldig um mir Robert Prosser, den neuen “Priessnitz-Preisträger”, Andrea Winkler und die Autoren, die ich wahrscheinlich auch in Wien hören kann, extra zu geben.
Nach einer kurzen Begegnung mit einem neuen Traumbuch und den “Popo-Blicken” eines älteren Herrn und einem Interview mit der ebenfalls sehr erfolgreichen ehemaligen Selfpublisherin Nele Neuhaus ging es dann zum Kreativen-Brunch ins “Weiße Haus” wo mein Projektvorschlag aus dem “Literaturgeflüster” zu lesen, nicht angenommen wurde.
Nach Kaffee und Kipferln und einem gut gefüllten “Wortschatz” war es dann etwas schwer in das blaue Sofa hineinzukommen. Martin Walser war aber am ARD Stand und stellte dort den vierten Band seiner Tagebücher vor.
“Schreiben und Leben” heißt der, weil das Schreiben für den Schwimmer und Waldgänger immer wichtiger ist und so wird alles ganz genau notiert, auch wann ihm Böll auf der Bestenliste überholte und wann Martin Walser vorne lag.Ein Gespräch über Benjamin Leberts “Mitternachtsweg” von dem ich im Schrank vorher “Der Vogel ist ein Rabe” gefunden habe, gab es vorher auch.
Dann ging es doch mit dem blauen Sofa und dort stellte Wolfgang Herles den Unternehmer und Autor Ernst W.Händler mit “Versuch über den Roman vor”, während es bei 3sat mit Thomas von Steinaecker weiterging.
Dann diskutierte Wolfgang Herles mit dem Autor des “Schundromans”, den mir einmal Judith Gruber Rizy zum Geburtstag schenkte, Bodo Kirchhoff über sein neues Buch “Verlangen und Melancholie”, wo es um eine nachgelebte Liebe zu einer Frau die Selbstmord beging geht. Martin Walser gab es auch noch einmal zu hören, der trotz seiner fast neunzig Jahren sehr viel von den Softwareprogrammen seines Computers hält.
Weiter ging es mit dem Publikumswochenende, wo die Massen und die Cospyplayers auf das Messegelände strömen und sich auch mal umsehen konnten, wenn sie nicht schon vorher da waren, um elf am Sonntag wird in der Paulskirche der Friedenspreis des deutschen Buchhandels an Jaron Lanier den 1963 in New York geborenen Informatikkünstler mit den Threadlooks vergeben,in den ich nur ein bißchen hineinsehen konnte, da wir zum Fototreff der Sladky-Wandergruppe nach Klosterneuburg fahren und nachher vielleicht noch ein paar Videos von den großen Bühnen ansehen, auf der kleinen höre ich gerade den Tag vier von Wolfgang Tischers Podcast, wo die Selbstpublisher erzählen, wie sie mit Pseudonymen umgehen, ob sie die Kameras in ihr Wohnzimmer zu ihrer Mutter lassen, die das Marketing betreibt oder für was sie außer dem Schreiben noch verantwortlich sind?
Etwas was mich an diesen Selfpublisherberichten ein wenig stört, daß sie sosehr auf den wirtschaftlichen Erfolg schielen.
“Bin ich jetzt schon auf Platz eins des “Amazon-Rankings” und wie komme ich darauf?”, während es mir ja um mein Schreiben geht, das ich aber auch mit allen Stolpersteinen auf meinem Blog präsentiere und weil mich einmal eine Leserin nach meinem Buchmessenresumee fragte, als Surferin aus Wien und Literaturbesessene habe ich natürlich keines und auch nur einen kleinen Teil auf meinen Sofa, ganz ohne Visitenkarten und Verlagsterminen mitbekommen.
Eine Einladung zu einem Bloggertreffen habe ich aber gehabt und werde das auf der Buch-Wien nachholen, wenn ich dazu wieder meine Gratiskarten bekomme, ansonsten klappt es vielleicht auch mit meinem Pensionistenausweis und der Goodiebox, die es möglicherweise wieder beim “Alpha” gibt.
Und natürlich ist es toll, was man alles, wenn man sich dafür interessiert aus Frankfurt in sein Zimmer bekommen kann und ein paar Bücher haben ganz nebenbei in diesen fünf Tagen auch zu mir gefunden.

Besetzer, Toren, Biedermänner

Wieder ein Fund aus dem Bücherschrank, ein antiquarisch, wahrscheinlich längst vergriffenes Büchlein von dem Verleger, Diplomat, Zeitungsherausgeber Fritz Molden, im Jänner fast Neunzigjährig verstorben und eine wahrscheinlich starke, einflußreiche und auch konservative Stimme der Nachkriegsjahre und einer, der aus einer großen Familie stammt.
Paula von Preradovic, die Schöpferin der Bundeshymne, wo man sich jetzt ja gerade streitet, ob man Töchter Söhne oder nur Söhne singen darf und von der Familie Molden vielleicht verklagt wird, wenn man ersteres tut, war seine Mutter, der Pressechefredaktuer Ernst Molden, sein Vater, Otto Molden, der Gründer vom Forum Alpbach sein Bruder, den Schriftsteller und Sänger Ernst Moden, sein Sohn, gibt es auch und mir war Fritz Moden als Verleger des “Molden-Verlags” ein Begriff.
Er war natürlich auch Schriftsteller und als solches hat er “Besetzer, Toren, Biedermänner – Ein Bericht aus Österreich 1945 -1962” herausgebracht, in der Reihe “Austriaca des Wilhelm Goldmanns Verlags”, 1980 erschienen, ein Buch das schon länger auf meiner Leseliste steht und ich, als ich im Jänner vom Tod des Autors hörte, dachte, ich sollte es jetzt endlich lesen und es passt auch thematisch sehr gut zu Karin Peschkas “Watschenmann”, nur, das ist ein Roman mit sehr kunstvollen Figuren, Moldens-Buchs ein Bericht aus dieser Zeit und ein sehr persönlicher noch dazu, erzählt es doch, wie der junge Molden, 1945 in Tirol sitzt, das Forum Alpach, dieses jährlich stattfindende Symposium, wo über politische Fragen der Zeit diskutiert wird und das es noch heute gibt, war gerade gegründet und mit “Joseph Frankenstein, Leutnant dim 2677. Regiment, OSS, United States Forces in Austria” diskutiert”.
Ein ein- oder zweiundzwanzigjähriger junger Mann, der bald Sekretär des damaligen Außenministers Gruber wird und am Ballhausplatz aus und ein geht.
Österreich und Wien war aber damals besetzt, es herrschte Hunger und Schwarzhandel, aber auch großer Aufbauwille und mit den Toren des Titels, sind die Widerstandskämpfer, Fritz Moden war auch ein solcher, gemeint, die Biedermänner, die Anpassler, die die vielleicht noch vor einem Jahr im Burgtheater unterm Hakenkreuz spielten und jetzt, wie es, glaube ich, Paul Hörbiger tat, ein bißchen Schutt wegräumten, um sich zu rehabiliteren, die Herrn Karls sind auch damit gemeint und die Besetzer, wissen wir eh, die Amis, Franzosen, Engländer und Russen oder wissen es wahrscheinlich nicht, weil wahrscheinlich viel viel später geborden und ich war auch erst eineinhalb, als die letzten Besatzer das Land verließen und kann mich an die Vier im Jeep nicht erinnern, an das Carepaket der Amis aber schon, denn im Gartenhäuschen am Almweg, steht noch eine solche Holzkiste, wo Kluppen aufbewahrt wurden und die Mutter hat mir von den wurmigen Fischkonserven drinnen erzählt. Hernals, wo ich aufgewachsen bin, lag in der amerikanischen Zone, der vierte Bezirk mit der “Ravag” war die russische und die war sehr gefährlich, weil die die Uhren stahlen, Frauen vergewaltigten und auch den Kommunismus wollten.
Nun erzählt Molden das alles sicher aus einer sehr konservativen großbürgerlichen Sicht, meine Eltern, bzw. mein Vater war Sozialist und wohnte in einem der schönen alten Gemeindebauten in der Wattgasse, weil die elterliche Wohnung vorher ausgebombt wurde und meine Mutter hat mir einmal erzählt, daß einmal ein kommunistischer Freund mit seiner Frau auf Besuch kam und sich die Wohnung sehr genau anschaute und auf die Frage, ob sie sie vielleicht haben wollten, mit “Ja” antwortete.
Als aus dem kommunistischen Putsch nichts wurde, ist der Freund nie mehr gekommen und Otto Molden, der nach seiner politischen Tätigkeit, weil er doch nicht das Beamtensitzfleisch hatte und mit Bundeskanzler Figl seine tägliche “Beamtenforelle”, sprich Knackwurst essen wollte, in die “Redaktion der freien Presse” seines Vaters übersiedelte, wurde dort von den Russen einmal sehr verfolgt, so daß er eine Zeitlang nach Amerika flüchten mußte und sich dort weiter politisch betätigte, denn der erste Bezirk, wo die Zeitungsredaktion lag, wurde abwechselnd von allen vier Besatzungsmächten kontrolliert und die Russen vergewaltigten nicht nur Frauen, sondern verschickten auch nach Sibirien.
Keine sehr lustige Zeit damals, in der ich aufgewachsen bin und mich nicht wirklich erinnern kann. Fritz Molden gründete dann gemeinsam mit Christian Broda, dem späteren Justizminister und Gerd Bacher, dem späteren ORF-Intendtanten, die Zeitschrift “Express”, die den Vorteil hatte, daß sie mehrmals am Tag erschien und an die kann ich mich erinnern, weil da, als ich schon in die Hauptschule ging, ein Artikel war, wo ein Bub aus der Bubenhauptschule, einen Einbrecher stellte, für den ich sehr schwärmte.
1956 kam es zu dem Ungarn Aufstand, Molden war in dieser Zeit in Budapest, weil er einen Hilfkonvoi nach Miskolcz organiseren wollte und erzählt sehr genau, was er da erlebte, von anderen Dinge, wie zum Beispiel der Sache mit Südtirol, erzählt er, weil persönlich nicht involviert, nicht soviel, wie er in der Einleitung schreibt.
Er erzählt vom tollen armseligen aber doch aufstiegsorientierten Nachkriegsleben und auch, wie die Biedermänner die Toren langsam aus der Politik verdrängten. Er erzählt auch und das ist sehr interessant, von seinen Freunden, einer davon war Kurt Waldheim, der Uno-Generalsekretär und spätere Bundespräsident über dessen Vergangenheit im dritten Reich es in der Zeit, wo er Präsident war, großen Widerstand gab, an dem ich mich auch beteiligte.
Das Buch ist vor dieser Zeit geschrieben, deshalb kein Wort davon, nur, daß er Waldheim zu seinen guten Freunden zählt, als der Widerstand dann da war, kann ich mich an ein Radiointerview erinnern, das mich sehr beeindruckte “Meine Mutter war kein Nazi, aber sie ist doch in die Reichschriftskammer eingetreten, weil sie sonst nicht…”, hat er, wie ich mich erinnern kann, in etwa zur Verteidgung seines Freundes gesagt.
Ja, so war es wohl gewesen, aber genau daraus, sind dann auch die Herrn und die Frauen Karl und Karlinen entstanden. Das man halt nicht anders konnte und deshalb mitmachte und deshalb alles so wurde, wie es war…
Sehr schwierig und nicht leicht zu entscheiden und gut, daß man selbst nicht in dieser Situation war, daß man halt doch im Burgtheater eine große Rolle spielte und sich, um das andere nicht kümmerte, weil politisch war man ja nicht. In der Pause kam dann halt der Herr Kulturminister Goebbels, küßte die Hand und schlug eine Rolle in einem üblen Propagandafilm vor, wie es, glaube ich der Paula Wessely passierte.
In dem Buch sind wir aber schon darüber, da gibt es die kommunistischen Jugendfestspiele in Wien, die der konservative Zukunftsgestalter sabotieren konnte und als nach der “Freien Presse” auch der “Express” ins Wanken kam, wird er Verleger und da endet das Buch, ob es eine Fortsetzung und seine Verlagsgeschichten gibt, weiß ich nicht. Es gibt aber einen Vorgänger “Felopolinsky und Waschlapsky” eine Biografie seiner Kindheit, wahrscheinlich auch längst vergriffen und höchstens in den Bücherschränken zu finden und ich finde das Lesen solcher Bücher interessant, weil es Einblicke in eine längst vergangene Zeit gibt und deshalb bin ich froh, daß es die offenen Bücherschränke gibt.
Mit der Paula von Preradovic habe ich mich übrigens in meiner frühen Autorinnenzeit, also in den Siebziger- Anfang Achtzigerjahren beschäftigt, habe eine Erzählung, die glaube ich “Das Denken an Paula P.” geheißen hat, geschrieben, unveröffentlicht, aber bei einigen Preisen und Stipendien eingereicht und nichts gewonnen, aber dafür mich mit dem Werk der Autorin beschäftigt und auch ihren Bericht über das Kriegs-Wien von 1945 gelesen und in der Osterleitengasse, dem Wohnort der Familie, spazierengegangen.
Mit der Koschka Hetzer, einer Journalistin, die glaube ich, mit dem Otto, dem “Forum Alpach-Gründer” verheiratet war, habe ich einmal ein Gesprächstherapie-Ausbildungsseminar gemacht und als ich 1996 in der Jury des Nachwuchstipendieums war, habe ich die Einreichung von Ernst Molden bekommen, bei dem ich auch bei einigen seiner Lesungen war. Inzwischen hat er, glaube ich, das Schreiben aufgegeben und ist nur mehr als Sänger tätig.
Und Hans Weigel und Friedrich Torberg sind noch ein paar andere mächtige Männer in der österreichischen Nachkriegszeit, die viel bewegten oder auch verhinderten, aber wahrscheinlich mehr literarisch journalistisch, als politisch diplomatisch tätig waren und so hat das Buch auch einen sehr umfangreichen dokumentarischen Anhang, in man, wenn es interessiert, die Artikel des Staatsvertrages von 1955 und die zu den Zeitungskriegen nachlesen kann.

Von Frankfurt in die Schreibgruppe

Mit ein bißchen rauschenden Kopf bin ich dann nach sechs, als das blaue Sofa schon geschlossen hatte, da gab es nach der letzten Lesenden, der Georgiererin Nino Haratischwili eine lange Leerlaufübertragung, wo sich Leute auf dem Sitz fotografieren ließen, in die Westbahnstraße zur Schreibegruppe, die diesmal ohne Fritz und Ilse, nur mit Robert, Ruth und Peter Zak stattfand, gegangen.
Genau wie im letzten Jahr, da habe ich an der “Verbrüderung” geschrieben, diesmal ist ja “Im Namen des Vaters an der Reihe”, wo es schon ein paar Skizzen und einen vagen Ideenplan gibt und ich im November im Rahmen des Nanowrimos schreiben will. Außer dem handgeschriebenen Skizzen ist die Gefahr des Vorausschreibens diesmal nicht so groß, wie in den letzten zwei Jahren, denn ich bin mit dem Korrigieren des “Schutzengelchens” noch lange nicht fertig, beziehungsweise befinde ich mich derzeit wieder in einer intensiven Trödelphase, mit den Gedanken “Schreib nicht zuviel!” und so wirklich gefällt mir die kleine Geschichte auch nicht und der Gedanke, daß das dann niemanden interessiert oder die Kritiker kommen werden, die sie zerreißen ist auch nicht von der Hand zu weisen.
Dann bin ich ziemlich ratlos, denn wenn ich weniger schnell schreibe, komme ich nicht weiter, da es aber niemanden interessiert, ist es eh egal, aber aufgeben will ich auch nicht, weil ich keine Alternative habe und die Schleife dreht sich endlos fort.
Und jemand der mir sagt:”Mach nur weiter, denn es ist toll, was und wie du schreibst!”, gibt es nicht. Stimmt nicht ganz wirklich, denn Klaus Khittl, den ich zu meinem literarischen Geburtstagsfest eingeladen habe, hat mir eine Rezension zu “Lore und Lena”, dem Buch, das er bei meinem letzten Geburtstagsfestgewinnspiel gewonnen hat, geschrieben und der hat mich sehr gelobt und eigentlich habe ich in den letzten Tagen auch nicht wirklich viel Zeit gehabt, am “Schutzengelchen” zu korrigieren, denn Anfang der Woche habe ich die Einladungen zu meinem literarischen Geburtstagsfest, das am siebenten November sein wird, geschrieben und ausgeschickt und ab Mittwoch fing das Buchmessensurfen an und das wollte ich mir ja geben.
Trotzdem eine gute Abwechslung den Freitagabend wieder dem eigenen Schreiben zu widmen, denn es ist schon sehr deprimierend zu sehen, daß da in Frankfurt die sehr jungen Frauen, wie Karen Köhler, Nina Haratischwili, Katja Petrovskaja auftreten, die dann selber sagen, “Es ist erst mein erstes, zweites Buch, ich bin noch ein bißchen unsicher!”, aber sie haben den Erfolg und in der Halle 3/1 treten die Selbstpublisher auf, sagen “Wir sind schon lange aus der Schmuddelecke, kaufen uns das Lektorat und den Grafiker dazu, lassen unsere Bücher selber übersetzen und haben auch ein Lesermanagement!”, während ich noch in der Ecke drinnensitze und nicht und nicht herauszukommen scheine, so sehr ich mich auch bemühe!
Stimmt auch wieder nicht so ganz, denn die sehr geduldige Dame von der Literarmechana hat mich aufgefordert, noch ein zweites Ansuchen um einen Aufenthalt in der Autorenwohnung in Venedig zu schicken, das dann am 25. November behandelt wird.
Ich bin zwar eigentlich überzeugt, daß es nichts nützen wird, denn in Wien werden die Selbstpublisher, glaube ich, noch immer nicht anerkannt, habe aber getan, was ich konnte und alle meine literarischen Pluspunkte zusammengeschrieben.
in paar habe ich sogar dabei vergessen, so zum Beispiel, daß Gerhard Jaschke der GAV Generalsekretär von meinen “Literaturgeflüster-Texte-Buch” sehr begeistert war und daß ich Juorin beim “Ohrenschmaus” bin und da ist am nächsten Dienstag die Jurysitzung und dann sollte es wieder etwas ruhiger werden und ich könnte mir bis Ende Oktober das “Schutzengelchen” vornehmen und im November mit dem Neuen beginnen.
Aber erst eine kleine Szene in der Schreibgruppe weiterschreiben und da erwarteten mich Ruth und Robert, die das Projekt bei der GAV-GV, die nächsten Samstag stattfinden wird, einreichen wollen, erzählten, daß Ilse und Fritz noch in Salzburg sind und ein Thema, nämlich “Single”, das der Peter letztes Mal einbrachte, hatten wir schon.
Ein Weiteres brachte er dann noch vor, “Trägheit” und ich brachte, wie im letzten Jahr “Frankfurter Buchmesse” ein, obwohl ich da nicht gewußt hätte, wie ich das mit der Veronika kombiniere.
Mir sind ja die Themen eigentlich egal und finde es im Gegenteil sehr spannend, die zwanzig Minuten den Plot mit diesem Thema weiterzutreiben, dadurch ergeben sich interessante Handlungsänderungen oder Spannungsimpulse.
War aber dann doch, als die “Trägheit” zum Thema geworden war, ein wenig ratlos. Wie gehe ich es nun an, da ja die Veronika nach ihrer Krebsdiagnose den Schönbrunner Schloßpark das letzte Mal durch die Herbstblätter hinaufgestiegen ist, bzw. im Writerstudio ihrer Tochter Paula in einem Cafe eröffnete, jetzt habe ich sie einfach in der Gloriette Sekt bestellen lassen und nach einer Krebsdiagnose fühlt man sich wahrscheinlich ohnehin, wie gelähmt, während die Ärzte vermutlich zu raschen Entscheidungen drängen.
Ein wenig ratlos bin ich vielleicht auch, weil ich mich mit den vier bis fünf Skizzen, die ich bis jetzt habe, ein wenig auf die Krebsdiagnose festgefahren habe, die von allen Seiten wiederholte, aber noch nicht wirklich weitergekommen bin und eigentlich will ich ja etwas anderes, nämlich vom selbstbestimmten Sterben und den damit verbundenen Konflikten schreiben.
Da weiß ich Moment noch nicht sehr weiter, muß es aber nicht und, daß ich in zwanzig Minuten sehr flott und sehr viel schreiben kann, das weiß ich inzwischen und muß es nicht mehr extra betonen.
Es wurde auch gelobt. Wie es dann damit weitergeht, wenn es vielleicht im nächsten Jahr fertig ist und ich es auf meinen Blog vorstelle ist eine andere Frage, da da ja meistens keine Reaktion kommt und auch die Leuten, denen ich die Büchern dann im Literaturhaus oder in der “Alten Schmiede” bei Veranstaltungen zeige, sind meistens nicht sehr erpicht darauf.
Und morgen gibt es auch eine Unterbrechung beim Buchmessensurfen, nämlich um zwölf ein Kreativenfrühstück, zu dem mich der fünfte Bezirk neuerdings einlädt und da konnte man ein Projekt einreichen, ich habe das mit “Literaturgeflüster” gemacht, wurde aber, eh schon wissen, nicht ausgewählt, obwohl das viel über die literarischen / Initiativen in Margareten, das aber auch sehr kritisch, erzählt.

Lyrik von Christine Busta

Während in Frankfurt die Parties und vielleicht auch die literarischen Nächte steigen, geht es in Wien auch ganz literarisch zu und ich hatte die Qual der Wahl, gehe ich in die “Alte Schmiede” zu “Textvorstellung”, die diesmal neu, Michael Hammerschmied mit Thomas Ballhausen, Nadja Spiegel und Paul Ferstl, der feine Nachfolger von Angelika Reitzer vielleicht, stattfinden oder ins Häferl, wo Karin Geyer liest, in der Hauptbücherei stellten Daniela Strigl und und Klaus Nüchtern die neuen Bücher der Marlene Streeruwitz vor und konnten vielleicht etwas zu der neuen Bachmannpreisjury sagen und im Literaturhaus gabs eine Lesetheaterveranstaltungen mit Gedichten von Christine Busta, diesmal nicht von der Frauengruppe, sondern von Susanna C. Schwarz Aschner und Maria Elisabeth Ohrfandl gelesen und ich habe mich für die Lyrik entschieden und für Christine Busta 1915-1987, mit deren Gedichten ich ja aufgewachsen bin.
Ganz so pathetisch war es wohl nicht, entstammte ich ja einem sozialistischen Arbeiterhaushalt, aber die Kindertexte gab es sicher in den Schulbüchern und in derSchulbiblitohek und als in den Siebzigerjahren Hilde Schmölzers Portraitbuch “Frau sein und schreiben” erschien, war da kein Portrait von Elfriede Gerstl drinnen, weil die die Hilde nicht kannte, aber einen von der Lyrikerin, die bei “Otto Müller” eine Reihe von Bänden herausgegeben hat, in der Städtischen Bibliothek in der Skodagasse, wie in den Sechzigerjahren mehrere Dichter, Bibliothekarin war und vor einigen Jahren gab es auch ein Symposium in der “Gesellschaft für Literatur”.
Inzwischen ist es um die Dichterin still geworden und es waren auch sehr wenige Leute im Literaturhaus, wohl aber der Toni Gruber, der wenn ich mich nicht irre, beim damaligen Symposium aufgetreten ist.
Der Werner Grüner war da, die Ingeborg Reisner später ist noch der Ottwald John dazugekommen und einige mir unbekannte ältere oder jüngere Damen, die Busta-Fans vielleicht und am Büchertisch ist die “Otto Müller Gesamtausgabe” aufgelegen.
Ein Radiosendung zu einem runden Geburtstag wahrscheinlich, hat es auch einmal gegeben, an das ich mich erinnern kann, aber die beiden Lesenden brachten ohnehin die biografischen Daten.
Aufgewachsen als einziges Kind einer ledigen Mutter in Rudolfsheim Fünfhaus, über die Stellung in der NS-Zeit wurde nicht sehr viel gesagt, nur daß Christine Busta nach dem Krieg sehr viel Schuld empfunden hat und daher in die Religiösität flüchtete, wenn ich mich nicht irre, ist bei dem Symposium etwas mehr davon referiert worden.
Dann gab es die Staatspreise und die Gedichtbände. Cristine Busta hat sich auch für andere Autoren sehr eingesetzt.
Susanna C. Schwarz-Aschner hat einen Brief verlesen, wo sich sich für den jungen Georg Bydlinsky sehr einsetzte. Sie erwähnte auch etwas von der Naturlyrik und die beiden lasen dann sehr viele schöne Beispiele von der von mir inzwischen fast vergessenen Dichterin vor.
Es mag aber sein, daß sie sich jetzt in einem Talflug befindet und ihre Gedichte später, wie die der Christine Lavant wieder entdeckt werden. Da war ich ja auch einmal bei der Lesetheateraufführung im Literaturhaus und habe einen Gedichtband von ihr gefunden. Von der Busta habe ich, glaube ich, nicht sehr viel, höchstens Texte in Anthologien und das Buch der Hilde Schmölzer.
Nachher beim Wein bin ich mit einigen jungen Männern ins Gespäch gekommen, die zum ersten Mal im Literaturhaus waren und einen Dichter, der im November im Amerlinghaus auftritt, habe ich auch kennengelernt.
Sehr gut, daß es das Lesetheater gibt, daß, wie Maria Elisabeth Ohrfandl, die ich nicht kannte, die aber sehr gut gelesen hat, in der Einleitung erklärte, seit vierundzwanzig Jahren gibt und das von Brigitte Guttenbrunner und Universitätsprofessor Rolf Schwendter gegründet wurde.
Auch sehr spannend diese Vorstellung zu hören, aber die Zeit ändert viel und ein dreifacher Doktor und Professor für Devianzforschung ist er ja gewesen und vor vierundzwanzig Jahren war Christine Busta wahrscheinlich auch noch mehr präsent.

Kuckuckskind

Wieder einer dieser hintergründigen Noll Krimis im scheinbar bürgerlichen Milieu, diesmal das 2008 erschienene Kuckuckskind, wo die Hintergründigkeit vielleicht schon ein bißchen abgenützter scheint und nicht mehr so beeindrucken kann, wie bei der “Apothekerin” und “Der Hahn ist tot“, aber um die “ganz normale” Alltagsproblematik geht es auch hier.
Da ist Anja achtunddreißig verheiratet, Lehrerin mit Häuschen im Garten, Chorsängerin, kinderlos weil es in all dem Streß noch nicht klappte und als einmal eine Chorprobe ausfiel, fand sie ihren Gernot im Bett mit einer anderen, sie kochte Tee, kippte das heiße Wasser auf die nackten Bäuche, ließ sich scheiden, zog in ein “Rattenloch”, löste Sodukos, ließ ihre Klassenarbeiten liegen und fiel, Phase eins der Schockphase, in eine Lethargie.
Es gibt aber wie bei “Röslein rot” eine energische Mutter, die mit Rat und Tat zur Seite steht, so mietet sich Anja in das Obergeschoß des Hauses eines ihrer Schüler namens Julian ein, der ist ein Musterschuüler, löst er doch auch Sodukos, nur mit seinem Französisch klappt es nicht so ganz, so schickt sie ihm zur Nachhilfe zu ihrer Freundin Birgit.
In den Ferien fährt die nach Frankreich, Anja besorgt sich inzwischen Möbel für die neue Wohnung und räumt dabei das eheliche Häuschen aus, denn der Ex ist auch auf Urlaub und auf dem Anrufbeantwortet gibt es einen Hinweis, daß die beiden gemeinsam auf Urlaub sind.
Anja freundet sich inzwischen mit Julians Vater, Patrick, einem arbeitslosen Chemiker an, die Mutter ist Sängerin, ernährt Sohn und Mann, lebt von den beiden aber getrennt. Als die Schule wieder angeht, kommt Birgit schwanger aus Frankreich zurück und Anja bringt Simon, das ist Birgits Mann auf die Idee einen Vaterschaftstest machen zu lassen, als der kleine Viktor geboren ist.
Als herauskommt, daß er nicht der Vater ist, bringt er das Baby zu Anja und Patrick und verschwindet, hat einen Autounfall und Birgit ist auch verschwunden, ihre Leiche wird etwas später im Wald und ihr Auto in einem See geborgen.
Simon hat ein Schädel-Hirn-Trauma kann sich an nichts mehr erinnern, schreibt aber einen Abschiedsbrief und bringt sich um und ein weiterer Vaterschaftstest bringt heraus, daß Gernot auch nicht der Vater ist und das Baby sieht der verstorbenen kleinen Schwester von Julian sehr ähnlich.
Der ist inzwischen auf Kreuzfahrt mit seiner Mutter und eine Cousine Birgits meldet sich, um das Baby zu sich zu nehmen.
Da muß ein weiterer Vaterschaftstest her, da Anja und Patrick, die inzwischen ein Paar sind, den Kleinen nicht mehr hergeben wollen und am Ende wird Anja auch noch schwanger und die Großmutter bietet sich an den Unterhalt für Viktor zu zahlen, weil das der arbeitslose Chemiker ohnehin nicht zusammenbringt.
Wenn ich mich nicht irre habe ich einmal in Leipzig Ingrid Noll aus sem Buch die Stelle mit der Teekanne lesen gehört.