Rock`n` Roll des Herzens

111 Gedichte von Josef K. Uhl, bei einem Dicht-Fest das erste Mal gehört und dann mit Josef K Uhl auch in Salzburg gelesen, da habe ich mit ihm Buch getauscht, so daß dich den “Rock` n`Roll” “Liebe Eva, ein Teil meines Lebens?”, steht in der Widmung jetzt besprechen und mich dem Gedicht, das ja anderswo sein zwanzigjähriges Bestehen feiert und sich dafür Abonnenten statt Grantulanten wünscht, besprechen kann.
Josef K. Uhl war vielleicht nicht bei den sechzig Geburtstagslesern in Gasteig, ist aber eine bekannte Kärntner Lokal Größe, ein Urgestein der dortigen Literatur sozusagen, obwohl er 1947 in der Steiermark geboren wurde, er lebt aber seit 1972 in Klagenfurt.
1977 bin ich als schreibende Frau, die sowohl in die Literatur hinein wollte, als auch Psychologie studierte in die Otto Bauergasse, in eine Altbauwohnung gezogen, die Hauptmieterin war eine Kärntnerin und die hat mir eine “Unke” hinterlassen, das ist die Literaturzeitschrift, die Josef K. Uhl seit 1971 herausgibt, in der Jubiläumsnummer ist auch mein Beitrag enthalten, wie ich an “Lore und Lena” im Kopf schreibend um den Neusiedlersee radle, dabei alle verliere und im Zug bei der Heimfahrt von einem Betrunkenen angepöbelt werde “Kumm i a in dei Buch”, hat der dauernd gegröhlt. Das passt irgendwie auch zu Josef K. Uhl, dem stillen oder auch lauten Rebellen und Grandseigneur, den ich immer wieder bei GAV und IG Veranstaltungen treffe und der mir jetzt auch die Einladungen zu seinen Veranstaltungen ins schöne Klagenfurt schickt, aber das ist ja bekanntlich weit entfernt, also die hundertelf Gedichte gelesen, die 2011 bei Kitab erschienen sind. Ein schlichtes weißes Buch auf dessen Deckblatt es nur den Titel, den Namen des Autors und des Verlags zu sehen gibt. Drinnen gibt es ein Geleitwort des Herausgebers, der beschreibt welch reine Freude es war, “gemeinsam mit dem Autor das Kovolut der Texte zu sichten” und den “Dichter Jofef Kl, im Gegensatz zum Angeklagten gleichen Namens bei Kafka, den Prozeß aus schmerzlicher Erfahrung und geistlicher Entwicklung für sich entscheiden” läßt.
Es gibt sechs Abteilungen, in der ersten den “Gärten der lustvollen Freuden” trifft man den Liebhaber, der an und mit den Frauen leidet, mit ihnen nach den Göttern sucht und sie nicht in den “Kirchen, sondern nur in sich selber findet”, den “Liebeswahn” mit ihnen erlebt und den “heiligen Schauder”.
Im zweiten Teil, den “Wetterstationen eines fernen Glücks”, gehts gleich mit der Liebe und der Leidenschaft weiter, es wird aber auch der (Ehe-)Alltag” bestimmt
“Er ist zärtlich – Sie quengelt- Er ist aktiv-Sie passiv – Er redet – Sie schweigt – Sie bestimmt -Er passt sich an- Sie hat Launen- Er breite seine Arme aus fliegt weg”
Umgekehrt geht es wahrscheinlich auch, aber Uhl ist vielleicht ein perfekter (Ehe)Mann “Okay .. ich bin ein Ekel ich halte schon meinen Mund, ich mache jetzt Frühstück für unsere Kinder, bringe die Wohnung in Ordnung, erledige alle Anrufe, scheuere die angebrannten Töpfe, trage den vollgestopften Müllsack hinunter und trinke erst dann mein Frühstücksbier Das mache ich selbstverständlich und immer gerne für dich – du merkst es nur nicht”
“Elea im Spiegel” ist ein Zyklus in 10 Bilden und sehr poetisch.
“Elea im Fester so blass im Gesicht wie ein Linnen”, dann wird das Glas und der Spiegel zerbrochen. Elea versteckt sich hinter dem Fenster, der Glaser wird geholt, bis er schließlich geht aus seinen Elea-Träumen “Ich gehe, ich geh, ich werde gehen in ein anderes Land”
Abteilung vier führt In den “Nachmittag eines Schriftstellers” und man lernt die Vorbilder des Dichters kennen. Walt Whitmann wird zur Feier besungen und eine unheilige (Dichter) Litanei “O, du mein Heinrich Heine”, gibt es auch und ein Gedicht “An die Musik” “wenn der Teufel die Flöte bläst steige ich in die schwarze Gondel und singe mein Kärntnerlied”, es gibt da auch die Anspielung an Josef K und Kafka. “O, du mein Kafka Franz – fahr mit Josef K. zuerst nach Klagenfurt und nimm ihn mit dann nach Amerika.”
Teil fünf heißt “Howl” und ist ein Gesang “in Memorial Allen Ginsberg” und dann gibt es noch “Cinema mon amour”, wo die Liebe zum Kino und allen Vorbildfilmen besungen wird, von den Josef K. Uhl, glaube ich, einige beim Dicht-Fest zum besten gab.
Dann ist man durch durch die hundert Gesänge und dem Leben des Dichters, das dieser in seiner Widmung so schön mit einem Fragezeichen versehen hat, es gibt ja auch noch andere Gedichtbände und Publikationen und den “Rock`n`Roll” des Herzens kann ich wirklich allen Lyrikliebhabern, die für die Gedichte brennen empfehlen. Die “Unke”, soweit es sie noch gibt, Josef Uhl gibt seine letzten Nummern ja immer in großen Abständen heraus, kann man wahrscheinlich nicht mehr abonnieren, aber in den alten Ausgaben schmökern und bei der Lesung in Salzburg hat mich der charmante grauhaarige Dichter mit seinem fulminanten Schmelz ebenfalls sehr beeindruckt.

Die Rabengasse

“Zum Andenken von meiner Tochter Josefa, 1954″, steht in schöner Kurrentschrift auf der ersten Seite von Gustav K. Bieneks”, 1949 erschienen und 1928 geschriebenen Wiener Romans “Die Rabengasse”, ein Fund aus dem offenen Bücherschrank, der in Evelyne Polt-Heinzls Zwischenkriegskanon passt. Ein Zeitroman, der die Geschehnisse vom 14. Mai 1916, als der erste Weltkrieg und der Hunger in der Wiener Rabengasse herrschte, bis zu den Ereignissen von Schattendorf, die einigen Bewohnern des dazwischen gebauten Erdberger Gemeindebaus das Leben kostete, sehr eindringlich schildert.
Vorher gibts ein Vorwort und das finde ich besonders schön, weil mir die Biografien und die Beschreibungen, in den alten Büchern ja sehr fehlen, wo der Verfasser auch erklärt, daß er in dem Buch “Verhältnisse, Stimmungen und Volkstypen aus einem entscheidenden Jahrzehnt der Wiener Lokalgeschichte so echt wie möglich festhalten wollte.”
Von dem 1899 geborenen und 1972 gestorbenen Schriftsteller und Journalisten habe ich im Sommer “Die Nacht von Ölmütz” gelesen, wo die Thronbesteigung von Kaiser Franz Joseph und die Intrigen die dazu führten in einer sehr eindrucksvollen Szene, in der sich ein alter Kammerdiener als Gespenst des seligen Kaisers Franz verkleidet, beschrieben wird.
Hier wird das Leben in der Wiener Rabengasse in Erdberg ebenfalls sehr plastisch beschrieben und die Langatmigkeit, die mir bei Rudolf Brunngraber aufgefallen ist, ist in den Bienek Büchern nicht vorhanden. Hier fällt nur der Dialekt auf, in dem die Menschen damals gesprochen haben und der für die Wienerin, deren Eltern in dieser Zeit Kindern waren, gar nicht mehr leicht zu verstehen ist.
Es beginnt mit einer Geburt, dem Greißler Johann Übel, der gerade sein Geschäft aufsperrt und die magere Kriegsware herrichtet, die Waage mit dem der kleine Schanerl später vermessen wird, geht einen Deka vor, wird ein Sohn geboren, der nach Wunsch des stolzen Vaters eigentlich Odysseus, Archilles, Herakles heißen soll, um ein Held zu werden, nur weigert sich der Pfarrer den Buben auf solch heidnische Namen zu taufen und die Mutter Resi ist auch dagegen.
Die kommt eigentlich aus besseren Kreisen, ist sie doch die Tochter des Sargtischlers Leutgeb und der wohnt im sogenannten “Schlößl”, während die Rabengasse und auch das sonstige Erdberg damals ein Elendsquartier mit vielen Obdachlosen gewesen sein muß.
Der alte Leutgeb hat noch eine andere Tochter, die Franzi und die ist in den Karl Schediwy verliebt, das ist ein Arbeitersohn, dessen Vater einmal wegen Mayestätsbeleidigung gesessen ist, deshalb ist Franzis Vater dagegen und Karl ist ohnehin vom Felde desertiert und verstckrkt sich im Keller eines Darmwäschers.
Der Krieg geht weiter, schließlich werden noch die Untauglichen, wie Johann Übel eingezogen, der hat aber Glück und erwischt einen Heimatdichter als Vorgesetzten, so daß er statt den Wienerwald zu bewachen, mit ihm Kartenspielen darf.
Der alte Schediwy, der als politisch unzuverläßig gilt, hat dieses nicht. Der steht mit dem Gewehr am Donaukanal und muß jeden, der dort durchschwimmt erschießen. Zum Glück tut er das nicht, denn die Polizei sucht inzwischen nach Karl, der rettet sich in den Kanal und ist der Schwimmer.
Johann Übeleis hat auch einen Neffen, den er zu sich nimmt, als dessen Vater aus dem Krieg nicht mehr heimkommt und seine Mutter darüber wahnsinnig wird, der besucht das Gymnasium und freundet sich mit Ernst an, der der Sohn einen hohen Polizeibeamten ist, der auch in der Gegend wohnt bzw. residiert. Dort spielen die Buben zuerst Indianer, was heute bei Zwölfjährigen gar nicht mehr vorstellbar ist. Peter steht zwischen Ernsts Schwester Gretl und deren Freundin Klara, die von Ernst geliebt wird und Ernst ist schwermütig, weil ihn der Vater zu einem Jusstudium zwingt, obwohl er lieber Techniker werden würde und als er noch in den Polizeidienst soll, geht er in die Berge und kommt nicht mehr zurück.
Aber das ist schon im Jahr 1926, dazwischen wurde der Krieg verloren, die Monarchie beendet und der Sozialismus bzw. das rote Wien kam, wo auch in Erdberg unter den Mitteln der Wohnbausteuer, ich bin selbst in einem solchen Gemeindebau in Hernals aufgewachsen, der Hanuschhof und auch anderes erbaut wurden.
Die neue Zeit zieht wenigstens vorübergehend ein und alle in den Gemeindebau, nur der alte Sargtischler versteht die Welt nicht mehr, hat er doch sein ganzes Vermögen in Kriegsanleihen gezeichnet und alles verloren. Jetzt ist es aber schön, hell und luftig in den Gemeindebauten, allerdings ziehen die Gewitter schon heran, es kommt zu den Ereignissen von Schattendorf, von denen ich übrigens, Detail am Rande, im Sommer 1977 erfahren habe, als ich Doderers “Dämonen” las, ob der auch in dem Zwischenkriegskanon als Hochkammliterat enthalten ist?
Auch das weiß Gustav K. Bienek sehr eindringlich zu beschreiben, gibt es in der Rabengasse außer der Hausmeisterin und dem Briefträger ja auch einen alten Revierinspektor, der vom Krieg ein bißerl sozialistische Gesinnung mitgenommen hat und der verschwindet, als es nach dem Mord des Invaliden und des achtjährigen Bubens bzw. des Freispruchs der Mörder, zu Demonstrationen kommt und das Briefträgertöchterl Deli hört das, zieht ihre “Rote Falken-Uniform” an und geht in die Stadt ihn zu suchen. Der kleine Schanerl folgt ihr und Karl, dessen Sohn gerade geboren wird, wird von Franzi auch in die Stadt geschickt, um den Arbeitern, in die von der Polizei ja geschossen wird, zu helfen, sieht Schani mit erhobener Fahne in einem Sanitätsauto fahren, während Peterl, Grete und Klara, die sich gerade auf Sommerfrische in Rekawinkel befanden, zu Fuß in die Stadt gehen und sich bei der Rahlgasse verstecken. Klara wird noch die Eistüte in der Hand, erschoßen, es kommt zum Bruch zwischen Grete und ihrem Vater, der kleine Schani kommt zurück und wird als Held gefeiert, während der Briefträger Müller, sein Kind nur mehr im Leichenkeller des alten AKHs finden kann.
Mit dem Wunsch nach einer besseren Welt, die der “Klane da, in seiner Hutschn da Franzi ihr Herzblatterl … der siacht vielleicht schon a neuche Welt”, endet das Buch.
“Eine bessere Welt!”, sagte Franzi und alle nickten. “eine Welt, die die Menschen erträumen und die sie sich endlich doch erkämpfen werden!”
Was daraus geworden ist, wissen wir inzwischen und wußten es alle, die das Buch gelesen haben, ist es ja erst 1949 erschienen und da werden um, das Schicksal, der wie Bienek in seinem Vorwort schreibt “frei erfundenen handelnden Akteure” weiterzutreiben, der Schani vielleicht in Stalingrad gefallen sein, während Karl und Peterl 1934 vielleicht erschossen oder gehängt wurden oder die KZs ein paar Jahre später nicht überlebten und jetzt in der neuen Wirtschaftskrise, wo man täglich hören kann, daß sich in Griechenland und in Spanien Menschen umbringen, um nicht delogiert zu werden, liest sich das Buch wieder anders, so daß ich es sehr schade finde, daß man es nur mehr antiquarisch oder in den Bücherkästen finden kann.

Zustandsbericht

Wieder einmal eine Bestandsaufnahme, habe ich ja schon lange nicht von den kleinen Befindlichkeiten des literarischen Alltags geplaudert, sondern bin seit Sommerende, seit das Veranstaltungsprogramm wieder angefangen hat, meiner Zeit vorausgelaufen, meistens Montag bis Mittwoch ein Literaturtermin, Donnerstag meine Abendstunde und am Freitag war wieder was oder wir sind nach Harland gefahren, weil Alfreds Eltern ihn jetzt ja besonders brauchen und dazwischen meine Bücher lesen, da ich meine Leselisten ja sehr anfülle, weil Bücher mich sehr interessieren und sie auch zu mir kommen, waren drei weitere Wochentage für Besprechungen reserviert, bleibt noch ein Tag für einen Schreibbericht, eine kleine Skizze oder was Diverses und so habe ich seit Monaten ein paar Artikel im Voraus, was nichts macht, es fehlt nur vielleicht ein bißchen das Spontane und Geschrieben habe ich natürlich auch und das sehr viel. Bezeichne ich mich ja in der letzten Zeit als manische Schreiberin und das meine ich auch positiv, denn es geht sehr gut und durch meine Frühjahrskrisen, bin ich auch gestärkt hervorgekommen und habe über mein Schreiben viel gelernt, so daß ich toleranter mir gegenüber bin.
Ich schreibe, wie ich es kann und will und das ist realistisch, nicht sehr abgehoben, auch nicht sehr verdichtet, aber auch nicht zu barock ausschweifend, sondern eher kurz und vor allem schnell und so sind in diesem Jahr drei Rohtexte entstanden, zwei mittellange und ein eher kurzer und die “Wiedergeborene” habe ich vom Rohtext zu Ende korrigiert. Die und “Paula Nebel” sind in diesem Jahr auch erschienen, vorher noch “Die Frau auf der Bank”, wo der Rohtext von 2011 fertig wurde. Mit “Kerstins Achterl” wurde ich im Oktober fertig, so daß ich Zeit für den Nanowrimo hatte und das war auch wieder eine Blitzgeschichte und ich habe auch die Regeln nicht eingehalten, sondern schon am Nationalfeiertag damit begonnen, so daß ich am 1. November, als es losging, neuntausend Worte hatte und dann geschrieben, das lange Wochenende und bis zum siebten November in einem Zug, das heißt mit einer Korrektur bei ca der Hälfte, so daß ich am siebenten November 50600 Worte hatte und einen Tage vorher schon ein bißchen bange war, ob ich die geforderte Wortzahl zusammenbringe. Wenn ich nicht den Nanodruck gehabt hätte, hätte ich wohl den Prolog und die letzten zwei Szenen nicht geschrieben und es bei ca 47000 Worten gelassen. So habe ich mich an die Struktur gehalten und weil mir dann noch fünfhundert Worte fehlten, gleich den Schreibprozeß, den ich auch beim letzten Nanowrimo, der “Heimsuchung” hatte, angefügt. Spannend, daß das Ganze wirklich aus fast einen Guß heraus entstanden ist und das, denke ich, ist gutes Schreiben.
Prinzipiell würde ich mir zwar schon gern mehr Zeit lassen und länger als ein paar Tage bzw. Wochen für den Rohentwurf brauchen, die ein zwei Jahre, wie man es bei den anderen hört, schweben mir vor, geht aber nicht, soll so sein!
Ich kenne auch andere schnelle Schreiber und so habe ich mich nach dem siebenten November an das Korrigieren gemacht und bin jetzt damit einmal durchgekommen. Das heißt, es sind statt hundert, achtundneunzig Seiten und derzeit 49 315 Worte, also auch eine mittlere Länge.
Die “Radiosonate” ist ja sehr lang geworden, das “Haus” und die “Paula Nebel” sehr kurz, alles andere liegt so zwischen vierzig- und sechzigtausend Worte und ich bin eigentlich zufrieden mit mir und meinem Schreibprozeß, weniger damit, daß es mir nicht und nicht gelingt damit wahrgenommen zu werden. Das ist etwas, was ich nach wie vor nicht verstehe, kann es aber nicht verändern und in dem Maß in dem mein Selbstvertrauen wächst und dabei hilft mir sicherlich das Literaturgeflüster, werde ich, so hoffe ich, auch in keine Krisen mehr stürzen. Ein wenig Resignation ist zwar vorhanden, so suche ich seit 22004 ja nicht mehr richtig Verlage. Ein bißchen hätte ich ja gedacht, daß die vielleicht durch das Geflüster zu mir finden, ist aber nicht so und inzwischen geht der Trend ohnehin zum Selbstpublishing hin, da mache ich mir zwar keine Illusionen, daß ich da viele Leser finde, aber das ist mir wahrscheinlich ohnehin egal. Irgendwie bin ich ja eine einsame Wölfin, die ihren Weg konsequent und entschlossen geht, obwohl es mich natürlich nervt, daß da auf der anderen Seite nichts zurückkommt und ich so wenig Beachtung finde, soll aber sein, bzw. kann ich es nicht verändern und inzwischen gibt es auch die Schreibberichte, die Vorschauen auf meine Bücher und ich verschicke auch immer ein paar Stück und frage Rezensionen an. Das scheint auch nicht ganz zu gelingen, so sind die, die mir eine für das Literaturhaus schreiben wollten und denen ich Bücher gegeben habe, verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Soll ebenfalls so sein, ich habe ja ein paar Rezensionen und zu Jahresbeginn ist auch eine im “Podium” erschienen. Ich verstehe es nur nicht, wieso die Leute zuerst zusagen und sich dann nicht mehr melden, sie könnten es ja wenigstens erklären, dann hätte ich die Chance mich auszukennen.
Ein bißchen nerven mich auch die nicht gerade zahlreichen Reaktionen auf meine Blogartikel. Aber da habe ich vor zwei Wochen ein sehr liebes langes und aufmunterndes Mail bekommen, wo ziemlich das drinstand, was ich mir auch schon dachte und ansonsten verstehe ich schon, daß man im worldwide Netz auf Grund der Fülle der Inforationen auch verloren oder nicht beachtet werden kann und ich schreibe ja sehr lange und vielleicht wirklich ein bißchen unverständlich, bzw. nicht dem Netz angepasst, weil da zappt man ja herum und bleibt nicht lange an einer Sache hängen.
Aber ich schreibe eigentlich ohnehin für mich, damit es nicht verlorengeht, wie das so schön heißt. In dem lieben Mail stand etwas von “Schachtelsätzen” und das hat mir gefallen. Das war, glaube ich, eine Kritik, die ich annehmen konnte, ansonsten tue ich mir mit der, ich gebs schon zu, ein bißchen schwer. Ich verstehe sie oft nicht oder sie verletzt, die “Schachtelsätze” können und dürfen aber sein und ich kann sie auch verändern.
So bin ich eigentlich recht zufrieden mit dem Schreiben und dem Lesen. “Das Sterben” korrigiere ich jetzt fertig, dann habe ich vor mich wirklich auf das “Literaturgeflüster-Texte-Buch”, das mir im April ja aus der Krise half, zu werfen. Ich kanns auch lassen, weils ja nichts wirklich Neues ist.
Andererseits ist eine Vorstellung des Literaurgeflüsters in Printform eine Chance vielleicht doch jemanden aufzufallen, obwohl ich mir schon manchmal denke, ich muß nicht unbedingt auffallen. Es gibt mich und meine Art zu schreiben und wer es will, kann mich finden und mich lesen und wenn nicht, ist es auch egal.
Das war, glaube ich, der Grund warum ich die “Mittleren VII” nicht mehr eingereicht habe, was mich eigentlich erleichtert, denn es war schon ziemlich nervig mit meinen Zetteln herumzulaufen und immer wieder zu hören “Da habe ich keine Zeit” oder Lesende einzuladen, die nach der Lesung mit anderen ein Bier trinken gehen oder sostwie nichts mehr von sich hören zu lassen.
Es muß ja nicht sein. Es muß mich keiner lesen, ich kann auch so schreiben und die fünfzig Printbücher und das Literaturgeflüster ist eine sehr gute und sehr genaue Dokumentation meiner Arbeit und wirklich toll finde ich die Bücherschränke. Seit es sie gibt, lese ich intensiver und ich kann mich noch genau erinnern, daß ich vor ein paar Jahren dachte, ein Buch pro Woche ist mein Lesesoll und Elisabeth von Leselustfrust bewunderte, die zweihundert im Jahr gelesen hat.
Jetzt halte ich bei hundertfünfzig, mehr ist nicht drin, weil ich ja meine Praxis habe, Familie, mein Schreiben, die Veranstaltungen und auch noch einiges andere und all das zusammen ist eigentlich sehr viel und, daß das klappt, verdanke ich meiner ungeheuren Disziplin, die auch nicht auffällt, was sie auch nicht braucht und das Lesen macht mir immer noch sehr großen Spaß und das finde ich in einer Zeit, wo sich die Leute immer weniger für die Texte der anderen interessieren, sehr toll.
Inzwischen lerne ich auch für mein eigenes Schreiben sehr viel dabei, bzw. hilft es mir mich einzuschätzen und ich habe in diesem Jahr so viel gelesen, wie noch nie, wenn man auf meine Leseliste schaut, kommt der Sprung von fünfundvierzig, neunzig, hundertvierzehn zu jetzt hundertfünfzig Bücher. Ich würde am liebsten alles lesen, weil mich ja alles interessiert und auch alles schreiben und damit bemerkt und wahrgenommen werden, aber das ist derweil noch Illusion.
Inzwischen nähert sich das nächste Event, nämlich die Buch-Wien, die ich immer sehr genieße und auch da die Reaktionen mancher Blogger oder anderer Personen, denen sie zu klein oder auch zu groß ist, nicht verstehen kann.
Es ist für mich eine spannende Gelegenheit dort vier Tage lang herumzugehen und vielleicht doch Kontakte zu knüpfen oder aufzufrischen, denn sie ist ja klein genug, daß man, wenn man das tut, auffällt.
Allerdings habe ich noch einige Bücher zu lesen, wenn ich meine mir selbstauferlegtes Lesesoll für 2012 schaffen will und da habe ich mir zu meinem Geburtstag doch einiges gewünscht und noch darauf gesetzt, so daß ich vielleicht ein bißchen hecheln werde und schon gedacht habe, daß ich im Dezember einen Lesemonat einlegen und mir beim Korrigieren lassen soll.
Mal sehen, im September habe ich geklagt, daß die Veranstaltungen so zögerlich anfangen, dann habe ich sehr viele in meinen Kalender geschrieben, aber um Weihnachten herum kommen wieder ein paar veranstaltungsärmere Wochen und da kann ich mein Vorausschreiben, vielleicht wieder abbauen, bzw. ein paar Skizzen oder gesellschaftspolitische Gedanken bloggen, was ich auch gern mache.
Das was jetzt noch fehlt, sind die Preisberichte und da ist untergegangen, daß Sandra Gugic, deren literarischen Werdegang ich ja auch verfolge, seit sie den Exilpreis gewonnen hat und die jetzt, glaube ich, in Leipzig studiert, beim Open Mike gewonnen hat und da wahrscheinlich am Dienstag im Literaturhaus zu hören war, aber da hatte ich unseren Vertragspsychologen Jour fix und noch etwas ist vielleicht ein bißchen schwierig und führt zu Terminkollusionen, nämlich, daß der Erich Fried Preis am Sonntag vergeben wird und da will ich ja auf der Buch Wien sein und von der werde ich heuer, weil ich ja so voraus mit den Artikeln bin, wahrscheinlich in einer Wurst und erst am Montag berichten.
Und zuletzt noch ein paar Bemerkungen zu dem derzeit sehr beliebten Thema, “Wie man lesen soll oder ob man mit dem E-Book kuscheln kann?”, denn dazu gabs im Wochenendstandard pünktlich zur Buch-Wien ein paar Artikel und in der deutschen “Zeit” ein Werkstattgespräch mit Juli Zeh, Michael Krüger und Helge Malchow zu den Veränderungen im Buchmarkt und da prägte Juli Zeh den “schönen” Satz, daß “Jetzt auch nicht mehr Schund geschrieben, sondern nur mehr veröffentlicht wird” , nun ja, so sehen es die sogenannten Erfolgsautoren und Peter Zimmermann von Ö1, auch ein Autor, stellte im EX Libris die Frage, “Hat jeder der sich berufen fühlt, auch ein ein Recht auf Publikum?”, ich habe nur die Hörprobe gehört und und weiß daher seine Antwort nicht, würde aber sagen “Nein, aber jeder hat das Recht zu schreiben und sich für das der anderen zu interessieren, wie ich auch das Recht habe zu konsumieren, zu fernsehen oder auch nicht.

Zwanzig Jahre – Das Gedicht

Die Lesefestwoche der Buch-Wien hat begonnen und wartet an allen literarischen Orten mit Lesungen und Veranstaltungen auf, so gab es im Literaturhaus Kulturkontakt Austria mit Grenzverkehr III zu hören, Steve Sem Sandbergs “Theres” in der Wien-Bibliothek und in der Hauptbücherei eine Kooperationsveranstaltung mit der Alten Schmiede zu der Zeitschrift das “Das Gedicht” – das beste aus zwanzig Jahren”.
Nun hatte ich keine Ahnung, daß es in München eine jährlich in Buchform erscheinende Zeitschrift namens “Das Gedicht” gibt, wohl bin ich aber meinen Literatursurfereinen auf den Namen Anton G. Leitner, dem Herausgeber und Verleger gestoßen und habe mich für die Lyrik entschieden, die noch dazu hochkaräting angekündigt war.
Robert Schindel, Matthias Politycki, Melanie Arzenheimer und dann noch eine Diskussion mit dem Literaturkritiker Erich Klein und dem Ex-Libris Redakteur Peter Zimmermann.
So bin ich los und habe dann noch in einem der Bücherschränke Julia Camerons “Der Weg des Künstlers” gefunden, dieses Kultschreiblehrbuch, von dem, glaube ich, die Morgenseiten stammen, von denen Judith Wolfsgruber vom Writersstudio so schwärmt, aber keine Gedichte, aber die stehen ohnehin noch auf meiner Leseliste und fünf Minuten vor sieben war es in der Hauüptbücherei auch noch ziemlich leer.
Kurt Neumann habe ich zwar schon gesehen, es gab aber noch keinen Büchertisch, dann kam ein älterer Herr mit seiner Tochter, der von Matthias Politycki sehr begrüßt wurde, später ist noch Manfred Chobot erschienen, voll wurde es aber nicht so richtig, obwohl es auf dem Podium um eine Erfolgsgeschichte ging.
Wurde die Zeitschrift “Das Gedicht” in München vor ein paar Wochen im Gasteig ja mit einer Lesung von sechzig Autoren gefeiert und Anton G. Leitner erzählte gleich, daß er Jus studierte, vorher schon mit Friedrich Ani, Helmut Krauser und Michael Lenz befreundet war, dann mit seiner Zeitschrift begann, weil er für Gedichte brannte, Friederike Mayröcker, Jandl und Rühm und Manfred Chobot hat er von den Österreichern bald ins Boot geholt. Das ging dann ein paar Jahre so, bis ihm der Steuerberater mahnte, er müsse jetzt endlich was verdienen, dann machte er die Jahrtausendnummer, wo er die Lyriker nach ihren Lieblingsgedichten fragte und der Kanon dann in sämtliche Medien kam, so daß er seine Auflage auf einige Tausende steigerte, dann machte er eine Erotiknummer mit Gedichten von Friederike Mayröcker, Ulla Hahn, und Gerhard Rühm wurde der Pornographie verdächtigt und es war schon wieder ein Erfolg.
Die nächste Nummer widmete er dann der Religion und brachte ein Gedicht vom Papst Johannes Paul II und der Erfolg wiederholte sich, dazwischen gab er noch eigene Gedichtebände heraus zum Beispiel “Die Wahrheit über Onkel Spam” und hatte schon wieder einige auflagensteigernden Verdächtigungen Pornografisch und Amerikafeindlich zu sein.
Im Internet sind die Gedichte auch vertreten, sie werden auch verbloggt und verfilmt, eine reine Erfolgsstory und eigentlich kaum zu glauben, hört man doch immer, daß niemand Lyrik liest, sie nur geschrieben wird und die Verlage sie nicht drucken will.
Aber Anton G. Leitner brennt dafür und die Gedichtproben, die kamen waren auch erstaunlich frisch. Melanie Arzenberger, die ich nicht kannte, hatte zum Beispiel Krimis in Lyrikform und las von lauter Toten, etwas das ich eigentlich noch nicht gehört habe.
Aus Robert Schindels “Mein mausklickendes Saekulum”, habe ich, glaube ich schon an einem Tag der Lyrik in der Gesellschaft für Literatur gehört, Matthias Polyticki war mir eigentlich nicht als Lyriker bekannt.
In der Diskussion erzählte Anton G.Leitner weiter seine Erfolgsgeschichte und von der Qual der Wahl von den vielen Einsendungen Gedichte ablehnen zu müssen, denn er nimmt natürlich auch nur das Gute und das erkennt man eigentlich sehr schnell. Nur kündigen die abgelehnten Dichter dann das Abonnenment und das ist auch nicht gut und in der Zeitschrift Brigitte hatte er einmal eine Weihnachtsbeilage, die zur Folge hatten, daß hunderte von Leser ihre Gedichte einschickten und die Zeitschrift dann zurückzog, weil sie Angst vor ihren Lesern hatte und ein besonderer Erfolg war das bei Hanser erschienene Büchlein “SMS-Lyrik – 160 Zeilen Poesie”, das ich mir einmal, um einen halben Euro in einer Buchhandlung in der Operngasse, die es, glaube ich, nicht mehr gibt, lange bevor ich den Namen Anton G. Leitner kennenlernte, kaufte und in dem tatsächlich das Who is who der Lyrik zu finden ist. Felix Philipp Ingold, Erich Fried, Anja Utler, Wilhelm Busch etc und darin liegt wahrscheinlich auch das Geheimnis des Erfolgs. Die Verknüpfung mit den neuen Medien und natürlich ein für Lyrik brennender extrovertierter Verleger, der seine Medienkontakte zu knüpfen versteht und daher Erfolge hat, von denen anderen nur träumen.
Erich Klein hat in seiner Rolle als Kritiker versucht diese Erfolgsgeschichte ein wenig aufzuknüpfen und Peter Zimmermann, der ja am Sonntag im Ex Libris die Frage stellte, ob der der schreibt, ein Recht auf Publikum hat, meinte, daß sich nur wenige Kritiker für Lyrik interessieren, weil man sie nicht, wie einen Roman besprechen könne und fragte, ob Gedichte lektoriert werden und wer das macht?
Eine interessante Frage, die Robert Schindel damit beantwortete, daß man seine Gedichte der Lyrikerin Elisabeth Borchers gegeben hätte und die hat dann geschaut, ob man damit was anfangen kann.
Interessant, einmal etwas ganz anderes, jenseits der üblichen Klischees zu hören, obwohl das Erfolgsrezept wahrscheinlich auch in den großen Namen und in der Ablehnung der nicht so “guten” Dichter liegen wird und außerdem sehr viele Zuhören sind ja nicht in die Hauptbücherei gekommen, um das Erfolgsrezept der Lyrik zu hören, was wohl auch an anderen erfolgsträchtigen Programmen liegt und ich werde mich jetzt ins Internet begeben, um mir Anton G. Leitners Seiten anzusehen.

Über die “5er Edition”

Rudolf Kraus

Rudolf Kraus

Montag Abend wurde die Lesefestwoche der Buch Wien im großen Kassensaal der BAWAG P.S .K mit einem geplanten Vortrag von Richard Sennet, der aber, wie ich auf der Buch Wien Seite gelesen habe ausgefallen und durch eine Diskussion über sein Werk ersetzt wurde, eröffnet. Vorher gabs noch eine Staatspreisverleihung an Hazel Rosenstrauch und ich konnte zu beiden nicht kommen, denn am Montag wurde ja auch bei Gergely in der Schloßgasse, die 5 er Edition Literatur aus Margareten vorgestellt.
Wir erinnern uns, im April, als ich noch ganz niedergeschlagen war, bekam ich ein Mail von Mathias Handwerk, den ich, glaube ich von der Margareten Art kenne, der zu einer Präsentation zu einer 5 er Edition am 19. November einlud.
“Was ist das?”, habe ich zurückgemailt.
“Eine Antholgie der Margaretner Autoren?”
Die war damals nicht geplant, aber offenbar ist die Idee zu einer gemeinsamen Werkshow öfter gekommen, kam dann doch im Mai wahrscheinlich ein Mail vom Mundartdichter Harald Pesata, der das Verlagshaus Hernals für eine Anthologie gewinnen konnte und ich habe ihm “Nebelschwaden” und “Und den langen Brief an den Herrn Kurz” geschickt.
Dann war eine lange Pause bis es am 19. Oktober zu der Vorbesprechung kam und jetzt die Lesung und die Präsentation des Buches.

Susanne Praunegger

Susanne Praunegger

Dagmar Fischer

Dagmar Fischer

Achtundzwanzig Margaretner Autoren und Autorinnen, von denen gar nicht mehr alle im fünften Bezirk wohnen, haben Texte beigesteuert, dreiundzwanzig haben gelesen und um Sieben ist es im Schloßquadrat losgegangen.
Harald Pesata hat die Lesungen in drei Blöcke eingeteilt und mich dem dritten nach zweiundzwanzig Uhr zugeteilt, so daß ich in Ruhe die Lesungen hören konnte und einige der Autoren habe ich auch schon gekannt. Zuerst gabs eine Rede vom Bezirksvorsteher, zu dem ich, seit er mich 2010 beim Lesen fast unterbrochen hätte, obwohl ich gar nicht zu lang gelesen habe, kein besonders gutes Verhältnis habe und das Erlebnis mit der nicht stattgefundenen Lesung in der Szene Margareten gab es auch, aber, das muß ich gleich vorweg nehmen, er hat meinen Eindruck ein bißen revidiert, ist er ja bis zum Schluß geblieben und hat vorher auch eine schöne Eröffnung gehalten, dabei zwar aus dem Ernst Hinterberger einen Ernstl Hintermeier gemacht und von dem habe ich ja zufälligerweise erst vor kurzem ein Buch gelesen. Seine Witwe hat den Lesereigen auch mit einer Hinterberger Geschichte über den ersten Mai eröffnet, die sehr interessant gewesen ist, zu erfahren, daß am 1. Mai 1945 am Margaretenplatz eine improvisierte Maifeier stattgefunden hat, wo die Leute ihre schnell umfunktionierten Hakenkreuzfahnen für die Freiheit schwangen.

Christa Urbanek

Christa Urbanek

Karla Hinterberger

Karla Hinterberger

Dann folgte Mathias Handwerk, der glaube ich, bildender Künstler ist, aber Texte über das Paradies hatte und dann Susanne Praunegger, mit der ich schon 2010 bei der Margaretner Art gelesen habe. Ihre Geschichte über die “Schienen am Bahnhof” war sehr beeindruckend, eine Frau holt ihren Mann am Bahnhof ab und hat Phantasien, daß er sie betrogen haben könnte, sie sieht ihn auch mit einer anderen turteln und am Ende hat sie nur die Brille vergessen und es war eine Verwechslung.
Rudolf Kraus kenne ich auch von Bücherei Pannaschgasse und der Szene Margareten, habe ein Buch von ihm gelesen und auch ein bißchen mithelfen können, daß er in die GAV aufgenommen wurde und er überraschte mich durch seine kurzen knappen Texte, wo es Jandelte und Rasmayerte und noch einige andere Zusammenhänge gab. dann kam Dagmar Fischer, die Siegerin der ersten offenen Bücherschranklesung und brachte Kostproben aus ihren ersten fünf Gedichtbänden.
Laszlo Varvasosvsky habe ich bei der Vorbesprechung kennengelernt.

Robert Sommer

Robert Sommer

Heinz Gstrein

Heinz Gstrein

Er scheint eine Atelierwohnung im Schloßquadrat zu haben und ein Märchenbuch über einen Drachen, der unter dem Schloßquadrat lebt geschrieben zu haben. Dann kam die Kabarettistin Christa Urbanek, mit der ich bei dem Open Mike 2003, in dem Kulturlokal, das Martin Auer eine Zeitlang in der Wipplingerstraße unter der Brücke hatte, gelesen haben. Sie hatte einen Text über “Erotische Topflappen”, der von der Zeit handelte, als sie einmal Puffmutter war, das Puff in der Schlachthausgasse hatte nur mehr zwei Mädchen, eines ging auf Urlaub, da brauchte die Riki eine Aufpasserin, sie machte es, bediente das Telefon und die Bar und strickte dabei die Topflappen. Danach folgte der mir unbekannte Wolfgang Felix mit Gedichten.
Harald Pesata moderierte gekonnte, wußte zu jedem Lesenden etwas zu erzählen und faßte seine Lesung dann auch charmant zusammen. Danach gab es eine Pause und Teil zwei mit dem Augustin Redakteuer Robert Sommer, der ein Buch “Über die Ränder” geschrieben hat, folgte. Er las aber nicht daraus, sondern über die Proklamation zur Republik Reinprechtsdorf, die ich schon einmal gehört habe.

Andrea Pesata

Andrea Pesata

Hans Anglberger

Hans Anglberger

Andrea Pesata, Harald Pesatas Frau folgte, dann kam ein offenbar pensionierter Redakteur namens Heinz Gstrein, der an den berühmten Margaretner Bruno Kreisky erinnerte. Danach Elisabeth Chovanec, eine alte Bekannte, seit ihrer Pensionierung Malerin und Lyrikerin, die auch jetzt wieder eine Ausstellung hatte und aus ihren Gedichtbänden las. Hans Anglberger, der inzwischen, glaube ich, die Bücherei in der Pannaschgasse leitete, folgte und hatte Gedichte in oberösterreichischer Mundart und auch ein solches in dem es Jandelte und Ransmayerte. Dann kam Helga Schwaiger, die ich von den Poet Nächten und vom Lesetheater kenne. Werner A. Prochazka, der einen Roman zum “Keltischen Sonnentor” hat und die Margaretner Mundartdichterin Roswitha Millner, die ich auch von Poetnächten und der Szene Margareten kenne, sowie mit ihr einmal einen Stadtspaziergang durch das unterirdische Wien gemacht habe.

Armin Baumgartner

Armin Baumgartner

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Im dritten Block hat El Awadalla eine ihrer U-Bahngeschichten gelesen und eine Geschichte aus dem neuen Buch, von einem dummen Bürgermeister, der Autoren zu einer Lesung einlädt und ihnen kein Honorar bezahlt, eine Anspielung, die man verstehen kann, denn der Bezirk Margareten zahlt ja auch nicht so gern ein solches. Armin Baumgartner folgte, der einmal den literarischen Sonntag im little Stage organisierte, wo ich 2000 oder 2001 wird das gewesen sein, eine Lesetheateraufführung mit meinen Texten hatte. Carina Nekolny, die nachher lesen sollte, ist, glaube ich, krank geworden, so daß danach Gerald Jatzek, den ich auch schon lange kenne, kam und ein Lied mit Girtarrenbegleitung sang. Die Dichterin Kathrin Bernhardt, die aus einem im nächsten Jahr erscheinenden Gedichtband las, habe ich auch am 19. November kennengelernt, dann kam schon ich und habe mich aus Zeitgründen für das “Post-Frühstück” entschieden, das, glaube ich, ganz gut dazu gepasst hat und als letztes folgte Harald Pesata mit einem Mundarttext über ein Gerüst in der Kettenbrückengasse, das vier Jahre da gestanden ist und ihm als Orientierung diente.

Katrin Bernhardt

Katrin Bernhardt

Eva Jancak

Eva Jancak

Eine gelungene Veranstaltung, die, glaube ich, tatsächlich einen Einblick in das literarische Leben von Margareten gibt. Im Buch ist dann noch Friederike Mayröcker mit einem Text vertreten, die inzwischen vom Bezirksvorsteher in der Zentagasse ein Fliederbäumchen gepflanzt bekommen hat und der Gastronom Stephan Gergely und weil der Alfred so lieb war, das Buch zu kaufen habe ich jetzt auch ein Belegexemplar, das es sonst nicht gegeben hätte.

Von furzenden Pferden, Ausland und Inländern

“Von furzenden Pferden, Ausland und Inländern” ist ein kleines bei Aarachne 1993 erschienenes Büchlein, des am 14. Mai verstorbenen und uns allen durch seinen “Mundl” und seinen “Kaisermühlen Blues” bekannten Ernst Hinterbergers, das ich wahrscheinlich auch im Mai oder war es schon im April, bei dem “Bücher gegen Spende Tisch” in der Gesellschaft für Literatur fand, das zwei Geschichten, die in viele Unterkapiteln aufgeteilt sind, enthält.
Zu Beginn gibt es ein paar Zeitungsartikelabdrucke aus der Presse, dem Standard, der Kronenzeitung etc, die Überschriften wie “Kriegserklärung an die FPÖ” tragen und wir erinnern uns, 1993 war die Zeit der unaufhörlichen Wahlsiege der FPÖ und der starken Sprüche von Jörg Haider bezüglich einer ordentlichen Beschäftigungspolitik oder der Inseratkampagne “Wollen Sie Peymann, Turrini, Jelinek oder Kunst und Kultur?”
Etwas später sind dann die Bombenattentate und die Briefbomben gekommen, die Bürgermeister Zilk einige Finger kosteten.
Wenn wir das nicht mehr tun, werden wir durch “Hansi V., Inländerfreund”, dem ersten Text daran erinnert und das ist Mundl in Rohkultur und zeigt auch schön, wie es mit dem Anspruch, daß Literatur alles überhöhen, also noch ein bißchen brutaler, derber, kräftiger sein muß, geht und wohin das eventuell führen kann.
Nun glaube ich zwar nicht, daß die Ausländerfeinde so viele Bücher aus dem Aarachneverlag lesen, den “Kaisermühlen Blues” aber sehen sie und fühlen sich von den starken Tönen vielleicht angesprochen und dann passiert es, wie mir am letzten Weltspartag, daß ich auf die Bank gehe, mich anstelle, vor mir steht ein älterer Mann, dann kommt seine Frau dazu, ich dachte schon, drängt sich die jetzt vor, aber nein, sie gehörte zu ihm, nur war dann noch eine Frau mit Kopftuch da und schon kam die Bemerkung “Hinten anstellen!”, was ja noch in Ordnung ist, aber die, daß Kopftuchträgerinnen gefährlich seien, war es schon nicht mehr, denn eine Kopftuch ist ein Stück Stoff, ein Stück Stoff… und sonst nichts oder was?
Aber zurück ins Jahr 1993 oder noch davor und da gibt es den Hans Vrba, das ist so ein Mundl Typ, arbeitslos und will gar nicht hackeln, denn die Ausländer sollen die Drecksarbeit selber machen, so bezahlt er auch keine Steuer, sitzt am Fenster trinkt Bier und schimpft über Gott und die Welt, als würde er dem Herrn Karl Konkurrenz machen wollen.
Wir bekommen gleich Geschichtsunterricht, Zilk ist Bürgermeister, Vranitzky wahrscheinlich Bundeskanzler, Peter Pilz war auch schon da und die Hoffnung liegt auf einen gewissen Herr mit H. oder wahrscheinlich auf beiden und so wird ordentlich auf die Tschuschn und das andere Gesindel geschimpft. Seine Frau die Hermi stimmt ihm manchmal zu, will aber lieber auf den Christkindlmarkt gehen, richtig, das habe ich jetzt fast vergessen, die Geschichte spielt vor Weihnachten, ist also heuer das erste Weihnachtsbuch, das ich lese und über den Konsumwahn wird auch einige Male geschimpft. Am Christkindlmarkt gibt eine Würstlbude und die gehört einer guten Freundin der zwei, einer Manuela Rendulic und da wurde vorhin eine Haße von einem Kind, einem Tschuschnbankert oder Zigo gestohlen und so eine dumme Grüne, hat sich noch eingemischt und sie bezahlt. Der Hansi tut das aber nicht, der läßt seine Würstln und seine Biere anschreiben und vorher wollte noch ein Tiroler in die Filigradergasse, kam durch den Weihnachtsstreß fast nicht über die Mariahilferstraße und als er dort war, schlagen gerade ein paar Skinheads ein paar Tschuschn oder Türkn zusammen und der Taxler weigert sich die Polizei zu rufen, dafür steigt dann der Herr Doktor in das Taxi ein, das ist offenbar ein F-Reporter, immer dicht am Geschehen und läßt sich zur Rendnulic fahren, dort tauchen auch die Skins auf, bzw. bezahlt er ihnen ein Bier und als die einen türkischen Weihnachtsmann zusammenschlagen und die Polizei erscheint, fotografiert er, so daß die die Skins dann nur mehr in der Wachstube, wenn sie allein sind, zusammenschlagen können.
Es kommt aber noch viel besser. Hansi und seine Hermi werden in der Nacht aufgeweckt, es ist die Manuela Rendulic, denn der ihr Würstlstand wurde inzwischen auch verwüstet. Aber nicht von den Ausländern, wie Hansi glaubte, sondern von den Skins, warum tun die das, weil ja “Rendulic” droben steht, selber schuld, wennst so heißt, auch wennst ein echter Inländer bist, weil es in der Monarchie ja noch keine Ausländer gab!
Anmerkung am Rande, Vrba ist ein tschechischer Name, der Hausarzt meines Vaters, der, wie ich, auch einen solchen hat, obwohl ihn die meisten meinen für slowenisch halten, hat so geheißen und heute wird im Schloßquadrat die 5 er Edition mit Texten aller Margaretner Autoren vorgestellt, wo es auch einen von Ernst Hinterberger gibt, der ja in einem Margaretner Gemeindebau gewohnt hat, der von seiner Witwe Karla gelesen werden wird.
Im zweiten Teil geht auf Reisen mit Ernst und Gerti oder Grete Hinterberger, seiner ersten Ehefrau, mit der ich ihn öfter bei Veranstaltungen, wie beispiesweise dem Volksstimmefest gesehen habe und es beginnt, den politischen Ansprüchen des Autors entsprechend mit einem Besuch des KZs Mauthausen. Dann geht es weiter in die DDR, wo die Hinterbergers sich auf die Spuren des Bildhauers Barlachs hefteten und dann in Prag mit einem Engländer die Schlachtfelder von Königsggrätz besuchte, hier kommt es fast zum Streit der handelnden Parteien, bis sich ein Sachse einmischt und “Scheiß drauf Mann! Laß uns noch ein Bier trinken. Was ist denn schon ein Sieg?”, sagt.
Das Buch läßt ahnen, daß der echte Wiener Hinterberger viel auf Reisen gegangen und sich so seine Gedanken, über Gott und die Welt machte und von der allegemeinen Konsumierflut auch nicht viel gehalten hat. Dafür beschreibt er sehr poetisch, die Regenstimmungen und das schlechte Wetter, das ihn auf seinen Reisen traf und mit dem “furzenden Pferd” das dem Buch den Titel gibt, ist er in Irland an einem Regentag gefahren und wurde dabei von den anderen schnelleren Kutschen überholt.
Dublin und den Ulysses hat er natürlich auch besucht, den Leopold Bloom aber nicht mehr gefunden und in Holland kam die Enttäuschung, als er die menschenleere Stadt Goes besuchte, die ihn an Kafkas Visionen erinnerte. Dann gehts nach Skandinavien und er findet Kopenhagen eine schöne Stadt, obwohl ihn das Tivoli nicht gefällt, besucht in Norwegen die Fjorde und den “Toten vom Moor”, dessen Sterben etwa in der Zeit von Christi Geburt passiert sein muß und nimmt im Aoastatal an einem Weintraubenfest teil, wo er mitten unter den Einheimischen sitzt und es keine Verständigungsschwierigkeiten gibt.
Der Mont Ventoux erinnert ihn an seine Zeit, wo er aktiver Radrennfahrer war, aber auch Petrarca den Berg bestieg und Van Gogh, der unglückliche Maler, der erst berühmt wurde, als er von seinem Ruhm nichts mehr hatte, hat einige Jahre in der Provence gelebt. Die Hinterberger besuchen das Hospital in dem der Unglückliche einige Jahre interniert war und finden nur eine kleine Büste, die an ihn erinnern, seine Bilder hängen aber nicht im Museum von Arles.
Und im Elsaß lernen die Hinterberger einen Franzosen kennen, der in der Zeit der Besatzung einer von den “Vier im Jeep” gewesen ist.
Von Marseille ist Hinterberger wieder enttäuscht und findet die Stadt seiner Vorstellungen nicht, in Venedig besuchen sie das Guggenheimmuseum und eine Synagoge und in einer Art Nachwort macht sich Hinterberger Gedanken, um eine lebenswert Welt und wünscht sich ein Leben mit “humaner Vernuft”, ist aber ein bißchen skeptisch, ob die Menschen das zusammenbringen.
Dann gibts noch eine Biografie, die bis ins Jahr 1991 reicht, also Ernst Hinterberger wurde 1931 in einen Arbeiterhaushalt geboren, war Hilfsarbeiter, machte die Polizeischule, war wegen schlechter Augen für den Polizeidienst aber untauglich, so wurde er Büchereileiter der Volkshochschulen, solange es solche dort noch gab, schrieb einige sozialkritische Romane, bevor er mit seinen “Mundl”, dem “Kaisermühlen Blues” und seinen Tatortkrimis berühmt wurde.
Einige Kriminalromane gibt es von ihm auch. Er war praktizierender Buddhist und ist, wie schon erwähnt 2012 gestorben und hat, wie ich Wikipedia entnehme am Zentralfriedhof ein Ehrengrab.

Schon wieder einer tot

Eine Kostprobe von “Schon wieder einer tot”, Kurzkrimis mit Rezepten von Irene Wondratsch, im Oktober Verlag in der Reihe “Mord und Nachschlag”, habe ich ja schon bei der Präsentation in der Galerie Kandinsky gehört und der Titel des siebzehn Krimis-Buches, ist, würde ich mal vermuten, Wolf Haas nachempfunden und daß sich Krimis und Essen gut verstehen, habe wir bei Eva Roßmann gelernt, um in Österreich zu bleiben.
Jetzt mag ich ja eigentlich keine Krimis, denn ich bin ja gegen Gewalt und soviel Morde, ein Wort ein Mord, ist ja absolut unrealistisch, lese sie aber trotzdem gern, weil spannend, sozialkritisch, etc. Warum aber soviel gemordet werden muß und warum wir das so gerne lesen, weiß ich noch immer nicht und habe es auch bei der Lektüre von Irene Wondratschs Buch nicht herausbekommen, denn sie mordet ja sehr gern und sehr oft.
Oft mischen die Frauen den von ihnen betrogenen Ehemännern, die Schwammerln in das Gulasch oder die Muttersöhnchen befreien sich von der Mutter, indem sie die Alligatoren auf sie hetzen und oft passiert das eigentlich nicht wirklich, sondern nur in der Phantasie, in der Andeutung oder so, wie es eigentlich gar nicht passieren sollte.
So gesehen sind Irene Wondratsch mörderische Kurzbeschichten sowohl boshaft, wie auch rätselhaft und irgendwie originell, denn da blitzen auf einmal die Pointen hervor, daß man nur so staunt. Die Feministin gibt ihre kleinen bösen Nadelstiche und die Arbeitswelt kommt bei einer, die in der Arbeiterkammer gearbeitet hat, natürlich auch öfter vor.
Dazu gleich eine kleine Anekdote. Am vorigen Freitag hatte ich ja mein Geburtstagsfest und da war eine Frau aus der Arbeiterkammer da, die Stephan Eibl Erzberg hören wollte und die erzählte mir, daß das Vorbild einer der Geschichten, in der Arbeiterkammer zu suchen wäre.
Wär wohl da ermordet wurde und ob “Needles and Pins” damit gemeint war?
Es gibt aber noch sechzehn andere Geschichten, die in vier Abteilungen unterteilt sind. “Amouren” heißt eine “Bindung(s)los, eine andere, dann gibt es noch “Ranküne” und “wunderbar sonderbar”.
Im Klappentext kann man lesen, daß sich oft die Frauen ihrer langweiligen, schikanösen, despotischen oder unsensiblen Ehemänner entledigen.
Es gibt aber auch eine Geschichte, die der Autorin natürlich besonders an Herz gewachsen ist, denn da rächt sich die Figur an ihrem Autor, weil er sie so konventionell darstellt, schreibt ihm Kommentare, bringt ihm dazu die Datei zu löschen und am Ende sitzt sie auf seiner Brust und stopft ihm das Papier in den Mund. Ich weiß schon, dazu gibt es ein irisches Vorbild, aber originell und feministisch fand ich es allemal.
Auch die Geschichte von den “Stummen Zeugen” und der sonderbaren Vorliebe des Inspektors für Pflanzen. Weil er soviel von ihnen weiß, erkennt er den Mörder des Kochs vom Chinarestaurant und noch eine schrullig originelle Geschichte gibt es, in dem eine Sängerin von ihrem Regisseur gequält wird. Da gibt es Anspielungen zum Regietheater, der Regisseur muß seine Blamage von der letzten Aufführung wieder gutmachen, wo der König Marke ein Freier und Tristan ein Zuhälter war. Jetzt gibt es “Macbeth”, die Sängerin soll die Lady singen und bringt aus Rache ihrem Papagei Schimpfwörter bei. Ihr Pech, daß der Regisseur sie, um sich zu entschuldigen besucht und den Vogel “Es wär der Aff gern Regisseur, doch ist das für das Tier zu schwör!”, plappern hört. Sein Pech eigentlich, denn in der Nacht ist der Papagei verschwunden und auch der Schlüßel zur Wohnung, sie verdächtigt ihn, sinnt auf Rache, er stürzt in den Orchestergraben, der Schlüßel wird gefunden und der Vogel kommt unter dem Bett hervor.
Originell und böse würde ich sagen, es aber nur ein Teil des Ganzen, die zweite Hälfte sind die Rezepte, die es zu jeder Geschichte gibt und die sind auch zwischen einfach und ungewöhnlich angesiedelt. Geht es da ja von Schinkenkipferln, Eismarillenknödel, Schwammerlgulasch und Hüttesuppe bis zu Papagei in Mangelsauce und Krokodil Gulasch.
“Uje!”, denkt man sich da, die originelle Irene weiß aber Rat und empfiehlt auf weißes Hühnerfleisch auszuweichen und dieses in Würfel zu schneiden, was man vielleicht auch als Methaper auf unsere Lese- bzw. Konsumgewohnheiten sehen könnte.
Am Schluß gibt es eine Danksagung, da wird Petra Ganglbauer als Leiterin der Autorinnengruppe gedankt, in deren Rahmen vielleicht mancher der Kurzkrimis entstanden ist. Gertraud Klemm, Gerda Sengstbratl, Helga Pregesbauer, Sonja Kohlbacher, die meisten oder alle GAV-Kolleginnnen gehören auch dazu und ich kann das Buch, obwohl ich Krimis gar nicht mag, wirklich sehr empfehlen.

Tante Inge haut ab

Jetzt kommt ein Buch aus dem Wortschatz, das ich, glaube ich, von der Evi habe, ich habe auch versucht mich zu registrieren, weiß aber nicht genau, ob es klappte, also hier das Outing.
Dora Heldts “Tante Inge haut ab”, ist ein Bestseller über den man groß in den Buchjournalen informiert wird und Dora Heldt, eigentlich Bärbel Schmidt, wie in Wikipedia steht, wurde 1961 auf Sylt geboren, gelernte Buchhändlerin und hat mit “Urlaub mit Papa”, wie im Klappentext steht, sämtliche Bestsellerlisten erobert.
“Tante Inge haut ab”, scheint die Fortsetzung zu sein und es gibt in dem Buch immer wieder Anspielungen auf den Vorgänger. Denn da geht es um eine Familie aus Sylt, die Ich Erzählerin ist die sechsundvierzigjährige Tochter Christine, die will mit ihrem Freund Johann Heimaturlaub machen und trifft gleich am Bahnhof eine Frau mit roten Hut, die wie Tante Inge aussieht.
Der rote Hut ist auch bei den Kapitelüberschriften zu finden, manchmal einer, manchmal mehr, Chick lits haben das manchmal, habe ich schon voriges Jahr erfahren, das ungewöhnliche an dem Buch ist aber, daß die Protagonisten älter sind.
Tante Inge ist vierundsechzig und will ihr Leben verändern, zumindest sagt sie das Christine so, als sie sich zu Petra bei der sie ein Fremdenzimmer gemietet hat chauffieren läßt und schon ist die ganze Familie in Aufruhr.
Was ist passiert, will Inge ihren Mann Walter, der pensionierter Steuerberater ist, sehr geizig und ein langweiliger Typ, der sich dauernd irgendwelche Krankheiten einbildet verlassen? Zumindest war sie vor kurzem auf einer Kur, hat dort die mondäne männerhassende Renate kennengelernt und ein Haus scheint sie auch geerbt zu haben.
Inge läßt sich nicht so in ihre Karten schauen, zwar deutet sie einiges an, geht sich aber ein teueres Kleid kaufen und betrinkt sich gleich einmal mit teuren Schampus, dann wird noch in ihrer Ferienwohnung eingebrochen und sie erleidet eine leichte Hirnerschütterung, so daß Heinz, ihr älterer Bruder, das ist der Papa aus Teil eins, der dort offenbar Christines Beziehung mit seinen Freunden verhindern wollte, der sich immer für die Schwester verantwortlich fühlt, auf den Plan kommt.
Inge wird auch noch von Christine in einem Restaurant mit einem schicken jüngeren Mann gesehen und eine Annika, die Kellnerin und alleinerziehende Mutter ist, lernt sie auch kennen und verspricht ihr eine Wohnung. Sie zeigt ihr auch das Haus, das sie von ihrer alten Lehrerin erbte, aber das ist hell erleuchtet und es stehen schon die Architekten davor, die es zu Ferienwohnungen umbauen möchten.
Jetzt wird noch Walter hergeholt, Inge läßt ihn aber nicht bei sich schlafen, so kampiert er bei Heinz, dafür zieht Christines Mutter zu Christines Bruder und am Schluß, als alle den Rechtsanwalt suchen, der das Testament veruntreute, fahren Heinz, Walter und noch einer der Freunde aus Teil eins, gemütlich zu dessen Versteck und schlagen ihn zusammen, weil sie in ihm Inges Liebhaber vermuten.
Es gibt ein Happyend. Walter zieht begeistert mit Inge in das Haus, in das auch Annika und ein Arzt ein Appartement bekommt, weil Inge ein Mehrgenerationenhaus daraus machen will und macht in Sylt in Zukunft alle Steuererklärungen und Christine hat sich nach so viel Familienchaos doch entschlossen, mit Johann zusammenzuziehen, vorher wollte sie das nicht.out
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es ein bißchen das spießbürgerliche deutsche Leben auf einer schicken Ferieninsel zeigt und sich auch um Leute jenseits sechzig kümmert, was ja in der Literatur ziemlich out zu sein schein, obwohl wir ja alle älter werden. Der Evi hat es nicht so gefallen, las ich bei bookcrossing. Vielleicht aus diesen Grund, mir aber schon, denn es nimmt die deutsche Gemütlichkeit ein bißchen auf die Schaufel, was aber auch bei anderen gut anzukommen scheint, ist es ja ein Bestseller geworden und wird oder ist vielleicht schon verfilmt.

Mein Weg zur Literatur

Oder wie ich auszog, das Schreiben zu (be) treiben, hieß eine wahrscheinlich von Fritz Widhalm organisierte Veranstaltung, mit Lesungen von Wolfgang Helmhart, Ilse Kilic, Christa Nebenführ, Andreas Renoldner und Karin Spielhofer, die heute im Amerlinghaus stattfand.
Ein interessantes Thema und interessante Autoren, die weit über den experimentellen fröhlichen Wohnzimmerrahmen hinausgingen.
Ich traf in der Amerlinghausgalerie auch gleich Bekannte. Watraud Haas, Hilde Langthaler beim Büchertisch, der ich erzählte, warum ich keine GAV-Veranstaltung mehr eingereicht habe. Das ist ja auch ein Thema, das mich be-bzw entlastete, es nicht mehr tun zu müssen, wenn keine Leute daran interessiert sind, niemand kommen will und natürlich auch, daß ich sie im Literaturhaus nicht machen darf, obwohl ich ja an sich keine bin, die das Handtuch ins Korn wirft oder wie das heißt.
Fritz Widhalm eröffnete und Andreas Renoldner begann, der mit seiner politisch realistischen Ansatzweise die Richtung vorgab, obwohl er, was ich gar nicht wußte, von durchaus experimentellen Ansätzen ausgezogen ist. Er begann seine Lesung mit Kindheitserinnerungen, wo der kleine Andreas die Welt erklärend herumgezogen ist, der große hat es Redezwang genannt und scheint sein Schreiben daraus zu erklären. Dann kam die experimentelle Happeningphase mit Textilinstallationen, die die Motten anzogen und verschiedene Kunstperformances und die Liebe, bzw. das erste Kind und ein Versuch, es mit dem Angestelltendasein zu versuchen, was entweder kurz vor oder nach der Geburt scheitere. Es gab auch zwei Romane, deren Erscheinen fast versprochen, aber durch das Eingehen der Verlage verhindert wurde. Dann scheint Andreas Renoldner aber doch von der Literatur bzw. als Nebenerwerbsbauer mit seinen zwei bzw. mit einer Tochter gelebt zu haben. Hörspiele und Romane sind entstanden. Inzwischen zieht die jüngste Tochter in eine WG, beide sind etwas geworden, erklären dem Papa die Physik und besetzen Häuser mit Nichtraucherzonen und Andreas Renoldners Weg ins Schreiben hat sich, wie er meinte, gelohnt. Kurz etwas zur Biografie, weil ich über Andreas Renoldner, glaube ich, noch nicht sehr viel geschrieben habe, obwohl ich ihn schon lange kenne und regelmäßig bei den GAV-GVs bzw. bei denen der IG sehe.
Ruth Aspöck hat mir einmal zum Geburtstag eines seiner Bücher gebracht, das ich, glaube ich noch nicht gelesen habe und einen bei Resistenz erschienenen Hörspielband habe ich einmal im Bücherschrank gefunden. Ansonsten wurde er 1957 in Linz geboren, seine Bücher sind außer bei Resistenz, bei Kitab, in der Edition Atelier, etc erschienen.
Dann kam Karin Spielhofer, auch eine bekannte Unbekannte, eher experimentelle Autorin. Bei der Lyrik im März habe ich sie ein oder auch mehrere Male gehört, gelesen aber noch nicht viel von ihr. Sie wurde 1942 geboren und ihr Text handelte von dem Kind, das für den Vater schreibt, in der Schule Gedichte schreibt, ihren ersten Gedichtband einschickt und die Enttäuschung schildert, nur den Rat zu bekommen, noch weiterzuschreiben, ihr Ringen um die Form und die Enttäuschung, daß sie in ihrer Beratertätigkeit mehr als mit dem Schreiben verdient und diese auch begehrter ist.
Am Büchertisch lagen eine Reihe Bücher auf, eines dieser alten orangen Jugend und Volk Büchlein gabs zur Ansicht, bei Milena ist etwas erschienen, im fröhlichen Wohnzimmer und sogar etwas im Eigenverlag.
Dann folgte die 1960 geborene Christa Nebenführ, die ich, glaube ich kennenlernte, als ich 1983 oder 1984, ich war, glaube ich, schwanger mit ihr in diesem ÖH Cafe in der Berggasse, daß es schon längst nicht mehr gibt, gemeinsam gelesen habe. Sie hat auch einmal bei einem von mir organisierten Tag der Freiheit des Wortes, gelesen, bei den Augustin Tagen der Ruth Aspöck haben wir gemeinsam gelesen, sowie bei den Poet Nights.
Sie engagiert sich im Literaturkreis Podium und organisiert seit 2003 die Sommerlesereihe im Cafe Prückl und da gab es auch Schwierigkeiten zwischen mir und ihr, weil ihr meine Art zu schreiben nicht gefällt und sie mir das sehr direkt sagte.
Vom Grundberuf ist sie Schauspielerin, arbeitet auch als Schreibtrainerin, moderiert Veranstaltungen und ist auch öfter als Rezensentin im Ex Libris zu hören.
In ihrem Text ging es vordergründig mehr über ihre Beziehung zu ihrem Vater, über den sie auch bei der letzten Poet Night ein Fragment brachte.
Mit dem 1963 geborenen Wolfgang Helmhart habe ich auch schon einmal gelesen, als mich Ilse Kilic einlud, das Literaturgeflüster in einer Veranstaltung über das alltägliche Leben vorzustellen und in seinem Text “Morgen bring ich ihn um, versprochen” war es auch nicht so ganz einfach, den Weg zur Literatur zu finden. Oder doch, allerdings nicht biographisch, denn es ging um den Text und um den Kampf des Autors, den er mit ihm hat. Irene Wondratsch hat ja in einem ihrer Kurzkrimis etwas Ähnliches beschrieben.
Wolgang Helmhart macht es analytischer und beschreibt das Ringen um die Form, in einem Zwiegespräch das der Autor mit dem Text führt. Das Honorar wird zwar genommen, morgen aber die Datei gelöscht und etwas anderes begonnen.
Ilse Kilic, die ich, seit meinen Eintritt in die GAV kenne, einige ihrer Bücher gelesen habe und auch bei vielen ihrer Lesungen war, xxxxxxx-small, Poet Nights, Lyrik im März, fröhliche Wohnzimmerveranstaltungen, etc, sie hat auch bei den “Mittleren” gelesen, hat gleich mit der Form und dem Ringen in dem ihr eigenen Stil weitergemacht.
“Ich bin Ilse Kilic, ich bin Autorin und Romanfigur” und Fritz Widhalm projezierte die so typischen Ilse Kilic Zeichnungen an die Wand.
Nachher gabs Gespräche. Elfriede Haslehner fragte mich, wann ich mich zu schreiben entschlossen habe? Eine interessante Frage, denn da gibt es eine schon oft geschriebene Antwort. Zwei Jahre vor meiner Matura, habe ich gewußt, daß ich danach literarisch schreiben will und das auch sehr entschlossen getan und nicht damit aufgehört. Aber ich habe natürlich schon viel früher geschrieben und konnte es, glaube ich, schon bevor ich in die Schule kam. Es gab auch bei mir einen kitschigen Gedichtversuch “Des Maien Sehnsucht hat erfüllt mein armes kleines Herz” oder so, das ich mit zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahren an eine Zeitung mit dem Zusatz “Wenn Ihnen das nicht gefällt schmeißen Sie es weg”, schickte und enttäuscht war, daß sie das offenbar wirklich taten. Es gab auch ein Weihnachtsspiel, das ich in der Hauptschule schrieb und mich dann nicht traute, es der Lehrerin zu zeigen. Und es gab den Kampf um die Freiheit bei der Rechtschreibung, den ich noch immer führe und es gibt auch einen Text “Aus der Werkstatt”, den ich einmal als Reaktion auf einen Text Helmuth Schönauers geschrieben habe und der in der Selbstmord Anthologie der GAV “Kälte frißt mich auf”, die ich mit Margot Koller herausgegeben habe, enthalten ist.
Den Text “Poesie und Brotberuf”, gibt es auch und viele andere Texte übers Schreiben. Das Literaturgeflüster dient da auch als Sammelbecken, denn ich bin ja ebenfalls einmal ausgezogen, das Schreiben zu (be) treiben und betreibe es auch sehr besessen mit vielen selbstgemachten Büchern und dem Literaturgeflüster und das ist ja das “Literaturgeflüster-Texte-Buch” mein nächstes Projekt, wenn ich mit dem Nanowrimonovel fertig bin.
Ich würde meinen Weg in und um die Literatur wahrscheinlich realisitischer beschreiben, es ist aber ein Thema das mich sehr beschäftigt. Und als ich in das Amerlinghaus ging, bin ich wieder an den Bücherkästen vorbeigekommen und habe mir aus diesen sozusagen meine etwas verspäteten Geburtstagsbücher geholt. Gab es nämlich wieder wahre Gustostückerl, wie das noch ganz neue letzte Markaris Buch “Finstere Zeiten- Zur Krise in Griechenland”, das ich noch auf meine heurige Leseliste setze, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich das noch schaffe und dann Nele Neuhaus “Schneewittchen muß sterben” und das ist ja die, die als Selbstpublisherin auszog, inzwischen auf der Spiegel Bestsellerliste steht und auch auf der Buch-Wien lesen wird.

Incommunicado

Ein weiteres Buch zu Urheberfragen und diesmal eines das man kostenlos aus dem Netz und nur dort beziehen kann, haben die Verlage den Druck des Buches doch abgelehnt, weil Michel Reimon ein Grünpolitiker ist und sich Bücher von solchen nicht sehr gut verkaufen lassen, so hat der 1971 in Eisenstadt geborene Journalist und Koummunikationsberater sein 581 Seiten dicken Werk,digital und frei wie Freiheit und Freibier” auf seinen Blog gestellt und ich bin durch Alfred und durch die Evi vom Cafe Uranus darauf aufmerksam geworden, die von dem Internetroman und von der Art wie Reimon schreiben kann begeistert war. Eigentlich ist es eine Mischung zwischen Thriller und Sachbuch, wird da ja seitenlang die Welt von der Entwicklung des Buchdrucks und der Zeit wo der Professor den Studenten in der Vorlesung die diktierten und sie das Buch dann aufschrieben und danach selber Professoren waren und den Vorgang wiederholten bis zum Musikbusiness von Mozart, Salieri, Beethooven und noch vieles andere erklärt, aber eigentlich beginnt es mit John Cage und der hat ja ein berühmtes Stück, das nur aus Schweigen besteht. Es beginnt auch mit einer Rahmenhandlung, wo man schon ein bißchen was vom Ende erahnen kann, wenn man so schnell hineinkommt in den Strom wie die Eve, ich muß gestehen, ich tat mir ein bißchen schwer und vielleicht ist E-Book Lesen, wo zumindest ich mir nichts unterstreichen kann und die Seiten dann oft wegsind und man sie erst wieder holen muß nicht so leicht und ich finde die Handlung auch ein wenig simpel und denke ein Verlag hätte da wohl auch gekürzt. Es beginnt also mit dem Ich-Erzähler, einem Musikjournalisten, der sechs Wochen Urlaub hat um einen Roman zu schreiben, sich sechs Wochen in ein kleines Hotel in Italien dazu zurückzieht, doch es fällt ihm nichts ein, so weit noch nicht besonders originell, weil er aber Musiker ist geht er in ein Lokal, trifft dort auf eine Band und verliebt sich in die Sängerin. Er hat auch einen Cousin namens Max, der immer ein bißchen schneller und besser als er ist, irgendwie ist der Held ja ein bißchen ein Looser Typ, der Max, der von seinem Vater aber als Kind in sein Kinderzimmer einquartiert wurde, weil er ein Internat besuchen soll und seinen Vater dann gleich Papsch nannte, studiert später Jus und jetzt trifft er ihn in London, denn irgendwie macht er auch im Urlaub Interviews, in einem Nobelrestaurant, wo ihm die Kellner übersehen und Max erzählt ihm von einem Superjob den er hat, er kauft die Urheberrechte von Musikstücken und wenn dann ein anderer zufälligerweise den selben Ton oder Wort verwendet hat, wird er verklagt.
“Blödsinn!”, sagt der Held und spielt Max eine Aufnahme von Anna vor, die in diese eine Schweigeminute zu Ehren ihrer toten Mutter integrierte und schon hat Max etwas zu klagen, ist das ja die Idee von Cage und der Held fährt nach Italien zurück und weil ihm immer noch nichts für seinen Roman einfällt und der Band auch der Giatrrist abhanden kam, springt er für ihn ein, obwohl Anna ihn ja nicht gerade freundlich behandelt.
Und um für ihr Recht auf Freiheit bzw. die freie Werknutzung zu nutzen, gibt die Band ab nun jeden Abend ein Protestkonzert beschmiert dafür auch einmal den Stephansdom, liefert sich Scharmützel mit der Polizei und wird immer berühmter und berühmter. Dazwischen kommen dann immer die Einschübe zum Urheberrecht oder englische Liedtexte, Max scheint auch eine eher dubiose Rolle zu spielen und meldet sich immer wieder, Eugene Annas Vater ist begeistert, in Paris werden sie verhaftet und ins Polizeigefängnis geworfen. Ax, der inzwischen unter falschen Namen auch mit Anna angebandelt hat, bietet der inzwischen sehr berühmten Band, die Marchandisefirmen haben schon angebissen, einen tollen Vertrag und eine Einigung, der Erzähler lehnt ab und es kommt zur Eskalation, nämlich einen Extremenpfeffersprayeinsatz der Polizei, wo sie dann nur noch in ein Geschäft flüchten können bzw. Max wieder besuchen, der seinen Hund ins Spiel bringt, Eugene kommt ums Leben, die Band unterschreibt und wirft den Ich-Erzähler hinaus und nun muß man nur noch Eugenes Leiche entsorgen, die Band bietet sich dazu an und weil der Ich-Erzähler dann noch schnell den Aku in eugenes Hady steckt, kommt auch noch die Polizei und wir haben einen spannenden, wenn auch vielleicht keinen besonders originellen Thriller gelesen, viel von der Entwicklung der Welt erfahren und kennen uns am Ende vielleicht auch ein bißchen besser bezüglich der U-Heberfrage aus, aber die ist ja sehr kompliziert und sehr turbulent und Vergleiche zu der Schramm Debatte, wo die Piratin ja ihr Buch wieder aus dem Netz nehmen läßt und einen großen Vorschuß dafür bekommen hat, von dem andere nur träumen ist da auch sehr interessant und es ist sicherlich sehr spannend die weitere Entwicklung der Causa zu beobachten.