Ohrenschmaus 2012

Dani Linzer, Ronny Pfennigbauer

Dani Linzer, Ronny Pfennigbauer

Seraphine Rastl, Markus Hering

Seraphine Rastl, Markus Hering

Und wieder einmal Ohrenschmaus – Literatur für Menschen mit Lern bzw. intellektueller Behinderung, das sechste Mal, das der von Franz-Joseph Huaningg initiierte Preis vergeben wurde und das fünfte Mal fand die Veranstaltung im Museumsquartier statt.

Vorige Woche war Michael Chalupka, der Direktor der Diakonie in den “Gedanken für den Tag” zu Gast, gab Einblicke in die Texte der vergangenen Jahre und machte auf die Preisverleihung am Montag in der Ovalhalle aufmerksam und wieder einmal war es sehr feierlich und sehr gefüllt.

Ruth Aspöck war von meiner Seite gekommen.

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer moderierten und stellten zuerst die Ehrenpreisträger vor.

Urkundenverleihung Ehrenlisten

Urkundenverleihung Ehrenlisten

Andrea Stift

Andrea Stift

Die Schauspieler Seraphine Rastl und Markus Hering lasen die Texte, die in die engere Auswahl gekommen waren, wo es in der Abteilung Prosa in Peter Gstöttmaier, dem vorjährigen Lebensberichtpreisträger einen alten Bekannten gab, jetzt ist er mit “Bamal stöhln” auf die Ehrenliste gekommen.

Brigitte Kral war mit “Dem winzig kleinen Koffer” auch noch darauf, Susanne Fleischacker und eine Gruppenarbeit von Jugend und Werk, die mit einer Neuadaption von “Hänsel und Gretl” vor allem Andrea Stift und mir sehr aufgefallen ist.

Bei den Lebensberichten erzählte Elisabeth Klaus “Wie sie ihren Lebensalltag bewältigt” und Helmut Trojer besang “Das olte Haus, das olte Zimmer”, während bei der Lyrik Herbert Schinko einen trefflichen Text über Amerika hatte.

BMfWF Univ.-Prof Karlheinz Töchterle

BMfWF Univ.-Prof Karlheinz Töchterle

Michael Wilhelm

Michael Wilhelm

Einen Bach gibt es in Amerika. Die Bäume sind dünn, ich weiß nicht wie sie heißen.

Sie reden Englisch, das ich, glaube ich, nicht gut kann” und noch Martin Gasgeb, Irene Geringer und Herwig Hack auf die Liste gekommen sind.

Es gab ja ein Thmema “Zu zweit ist weniger allein”, das viele Texte zum Vobild nahmen und Felix Mitterer der literarische Schirmherr der Veranstaltung überreichte die Urkunden, die Schokolade und das “Ohrenschmaus-Buch”, das voriges Jahr, zum fünfjährigen Jubilääum herausgegeben wurde.

Dann gings schon zum Lyrik Preis, den der 1969 geborene Michael Wilhelm mit seinem Gedicht “Kunst Oder Lebenskunst” -” Die Kunst ist sehr eigen doch wo fängt sie an, ein Kind malt mit Liebe zeigt das Bild dann herum, Hermann Nitsch ist ein Künstler, ich finde ihn dumm” gewonnen hat.

Markus Engfer

Markus Engfer

Showeinlage, Kirin Espana und Raphael Kadrnoska

Showeinlage, Kirin Espana und Raphael Kadrnoska

Andrea Stift hielt die Laudatio und Barbara Rett folgte, die Ludwig Lahrer Laudatio auf den zwanzigjährigen deutschen Lebensberichtpreisträger Markus Engfer vortrug, der von seiner Behinderung, die man ihm gar nicht ansieht und seinen Erlebnissen damit berichtete und auch schon ein Buch darüber geschrieben hat.

Martin Rausch

Martin Rausch

Julian Messner

Julian Messner

Dann folgte eine Showeinlage und Tanzperformance der Duo Gruppe “Ich bin okay” und dann kam ich mit meiner Laudatio auf den 1970 in Bruck an der Mur geborenen Martin Rausch, der mit seinem Text “Drama” einem sehr lyrischen Text in der Kategoerie “Prosa” gewonnen hat, obwohl ich ihn eigentlich als Lebensberichtpreisträger vorgeschlagen hätte.

“Ich habe Schnupfen gehabt.

Mir nicht gut gewesen.

Mama will mich Tropfen in Nase hineingeben.
Ich habe nicht hineingeben lassen.

Ich war böse gewesen und zornig gewesen auf Mama”.

Einen Text, den er, wie er später im Kurzinterview sagte, auf seine Mama geschrieben hat, die schon gestorben ist.

Franz Joseph Huainigg beißt die Ohrenschmaus-Zotter-Schokolade an

Franz Joseph Huainigg beißt die Ohrenschmaus-Zotter-Schokolade an

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Es gab dann noch einen Sonderpreis für einen Werkzyklus, den der Südtiroler Julian Messner mit sieben Gedichten einreichte, die vor allem Barbara Rett so gut gefallen haben, daß sie ihn dafür vorschlug und eines Der Gedichte “Blumen” ist auch auf der Zotter Schokolade, die es auch heuer wieder gab abgebildet, die Franz Joseph Huainigg, auch schon traditionell, anbiß, dann gab es das Gruppenfoto und Hinweise auf den nächsten Ohrenschmaus, den es auch 2013 wieder gegeben wird, die Urkunden und die Schokolade wurden verteilt und das Buffet eröffnet, wo ich mit Anton Blitzstein, der mit seinen Kalendern wieder herumging ins Gespräch gekommen bin.

Dann war ich mit dem Alfred noch am Spittelberg Punschtrinken und habe im Amerlingbeisl Christa Stippinger getroffen, die ja übermorgen im Literaturhaus die “Auftritte III” moderieren wird.
Und hier zu den vorangegangenen Ohrenschmäusen

Die Früchte des Wohlstands

Als ich am Muttertag zum Wortschatz ging um die Margaretner Bloggerin Evi zu treffen, die einen Teil ihrer Bücher zu verschenken hatte, habe ich Hilde Spiels “Die Früchte des Wohlstands”, gefunden und mich sehr gefreut, habe ich mich mit der 1911 geborenen berühmten Autorin und Kritikerin, die im Vorjahr ein Jubeläum hatte, sehr beschäftigt, einige Bücher über sie gelesen und warte begierig einmal “Kati auf der Brücke” zu finden, das es jetzt übrigens als Neuauflage gibt, ich aber verabsäumte auf meine Geburtstagsliste zu setzen, Weihnachten kommt zwar noch, da könnte ich es noch anführen, wenn mich jemand fragt und jetzt als den Roman gelesen, der laut Neuer Zürcher Zeitung “Eine Liebeserklärung der Schriftstellerin an ihre Heimatstadt Wien ist.”
Das Buch wurde auch “mitten im letzten Krieg, im allnächtlich von Bomben heimgesuchten London geschrieben und führt die Leser in die siebziger Jahre des vorvorigen Jahrhunderts”, muß man jetzt schon sagen, ist die Ullsteinausgabe, die ich gelesen habe von Dezember 1990 und da hat Hilde Spiel zwar nicht mehr gelebt, aber das geht aus der Biografie, die anführt, daß sie seit 1963 wieder in ihrer Vaterstadt lebt nicht hervor. Todestag war der 30. November 1990, der sich ja gerade jährte.
Das Buch springt also in das Wien von 1873, dem Jahr der Weltausstellung, über die ich vor kurzem in einem historischen Krimi von Edith Kneifl gelesen habe, beziehungsweise beginnt es in einem Zug. Da fährt der junge Kroate Milan Tudor, von seinen Eltern in die Residenzstadt geschickt, mit einem Sack voll Geld dorthin und lernt sowohl einen sogenannten Baron, als auch einen konvertierten Juden namens Carl Benedict kennen, der am Brillantengrund in der Seidengasse ein Wollgeschäft hat. Er geht ins Finanzministerium, wo er einen Cousin besitzt, aber der hat keine Stelle für ihn und setzt ihn nur auf die Anwärterliste, wo er vielleicht in ein paar Jahren aufgenommen werden kann. Aber Milan will reich werden, so verläßt er das Amt und geht in eine jüdische Handelsschule, aber die kann er nicht lang besuchen, redet ihm der zwielichtige Baron doch ein sein Geld in die ukrainische Eisenbahn zu investieren, das er dann verliert. So wird er ihm Prater Ringelspielbetreuer und Hutschenschleuderer und Carl Benedict nimmt ihn erst in seinen Kontor auf, als er den zwielichtigen Baron zusammenschlägt und dadurch die Aufmerksamkeit der Presse erhält.
Carl Benedict hat zwei Töchter und einen Sohn, die älteste Stephanie ist in einem Künstler namens Andreas verliebt, aber den darf ein bürgerliches Mädchen natürlich nicht heiraten, so wird sie Milans Frau, die beiden kommen aber erst zusammen, als sie einander betrogen haben und schließlich beim Ringtheaterbrand von 1881 ums Leben.
Dazwischen wird man noch in die Welt der Markatumzüge auf der Ringstraße geführt und erfährt viel vom Leben in der Monarchie und den “Früchten den Wohlstands”, die schließlich in die Katastrophe und Hilde Spiel in die Emigration nach England führte, was in dem Buch auch angedeutet wird.

Lesemonat

Die Buch-Wien ist zu Ende und die Leseliste dieses Jahres ist noch sehr lang, zwar habe ich mir diesmal nur sehr ausgewählte Bücher von der Messe nach Hause geschleppt, aber ich schreibe es ja immer, die offenen Bücherschränke, die es es jetzt ja, wie die Schwammerln gibt, haben meine Leseverhalten eindeutig gesteigert, obwohl ich immer schon so etwas wie eine Leserättin oder Bücherjunkin, wenn das nicht so blöde Wörter wären, war.
Fünfzig Bücher habe ich vor der kastenlosen Zeit gedacht, sollte ich im Jahr lesen, dann waren es 2010 schon neunzig, 2011 hundertvierzehn und da haben mich diverse Blogs und Challenges ja auf die Idee gebracht mir eine hundert Bücherliste, der Vorläufer für die, die jetzt auf meinem Blogroll steht, anzulegen und 2010 gab es glaube ich den Vorschlag für eine Herbst-und Winterleseliste da hatte ich schon Bücherschrankvorräte und keinen Platz mehr in den Regalen, habe mir ein neues Bücherregal gekauft und die Bücher die auf der Herbstleseliste standen, nach Lust und Laune abgeändert, das heißt immer wieder was dazu genommen, was ich vorher lesen wollte.
Dann kam die Hundertbücherliste und ab da bin ich genau geworden und nur mehr Rezensionsexemplare vorgezogen, was zur Folge hat, daß so schöne Bücher, wie die die ich damals auf dem Augustin Flohmarkt gefunden habe, bis 2015 warten müssen, was ein bißchen schade ist, Vorfreude erweckt aber auch zu Gedankenspielereien und zur Frage führt, was man lesen soll?
War man auf der Buch-Wien oder liest man Bücherblogs, ist die Beantwortung dieser Frage eindeutig, das Neueste natürlich, das was diesen Herbst oder höchstens vielleicht im Frühling erschienen ist, bzw. die Neuauflagen, da hat Alexander Nizberg ja den “Meister und Margarita” neu übersetzt, das darf man natürlich lesen, was ist aber, wenn man das alte Buch aus dem Bücherschrank gezogen hat, soll man das dann noch lesen?
Ich habe Alexander Nizberg am Donnerstag, glaube ich, diese Frage am Stand der Russen gestellt und ihn damit leicht verunsichert und ich werde natürlich das Buch, das ich im Schrank gefunden habe, lesen, habe den neuen Kanon der Zwischenkriegsliteratur nicht von der Messe mitgenommen, aber inzwischen sowohl “Die Rabengasse”, als auch “Stud. Chem. Helene Willfuer”, beide uralte Ausgaben, gelesen und war mit meiner 2012 Liste sehr lange gut unterwegs.
Da habe ich mir ja im vorigen Jahr, als ich im September, die Hundertbücherliste in den Blogroll stellte und mit Nummer 101 erweiterte, ein vielleicht ganz gutes System ausgedacht, nämlich einmal sechzig Bücher darauf stellen, ab September 2011, das waren dann auch die Rezensionsexemplare des Herbstes, die Weihnachts-und Geburtstagsbücher und ab dem 1.1.2012 je ein Buch pro Woche, das ich finde oder sonst wie zu mir kommt.
Eine gute Idee, die aber nur bis Mai klappte, denn da hatte ich die hundertfünfzehn Bücher von denen ich dachte, daß ich sie in einem Jahr schaffen werde, denn zehn Bücher im Monat sind ja kein Problem. Ich habe in diesem Jahr, verführt durch meinen Bücherreichtum ja wirklich flott und schnell gelesen und als der Alfred im Mai in Australien war und ich infolge an den Wochenende in Wien, da auch einen Lesemonat mit einem eigenen Pfingstlesemarathon eingelegt, den ich als kleines literarisches Event gefeiert habe.
Also gut unterwegs, als ich dann schon die Listen für 2014 und 2015 hatte, die Harland Bücher für die Sommermonate mußten natürlich auch darauf und da gibt es ja die Büchergilde Gutenberg Ausgaben aus dem Bücherkasten meiner Eltern und da ich ja immer nachrechnen konnte, wie gut ich unterwegs war, bin ich dann im Herbst, als ich dachte, das schaffe ich jetzt leicht, übermütig geworden und habe die Liste mit Vergessenen wie zum Beispiel dem Buch von Peter Campa, das ich ja auch lesen sollte, weil er ein ählich Schreibbesessener, wie ich sein dürfte, daraufgesetzt, obwohl ja zu ahnen war, das noch Rezensionsexemplare kommen und ich im November Geburtstag habe.
Mit den Rezensionsexemplaren ist das so eine Sache. Haymon hat im Sommer die Herbsterscheinungen als E-Books verschickt, das waren auch wieder an die zehn Bücher mehr, als geplant und zwei kleinere Verlage haben mich inzwischen auch entdeckt und bieten mir ihre Bücher an. Dafür kommen bei den größeren die Bücher manchmal nicht oder doppelt bis dreifach, was mich ein bißchen verwirrt und ich frage auch immer wieder an, wenn mich etwas interessiert und das tut es ja sehr oft. Dann die Geburtstagsliste, da habe ich mich heuer lang zurückgehalten und dem Alfred nicht gesagt, welche fünf Bücher ich mir wünsche, obwohl es da ja soviel gibt, das der Cornelia Travnicek, der Mariana Gaponeko u.u.und, dann kamen aber die Stephan Eibl Fans von der Arbeiterkammer und wollten eine Liste haben und die hatte ich schon im Kopf parat, daß ich vielleich doch Frido Manns “Mein Nidden”, “Stalins Kühe” um an die Sommerreise anzuknüpfen, Tamta Meschawilis Buch, das der Olga Grjasnova und den “Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg” haben wollte und die Lesenden von meinen Fest haben mir auch ihre Bücher gebracht und dann habe ich noch im Bücherschrank einen sehr aktuellen Petrus Makaris gefunden, den ich nicht 2016 lesen will, denn dann gibt es Griechenland vielleicht nicht mehr.
Also habe ich Ende November eine Bücherliste auf der hundertzweiundfünfzig Bücher stehen, von denen ich siebzehn noch nicht gelesen habe und zwei davon sind besonders dick und an den Wochenenden und zu Weihnachten werde ich in Harland sein und da nehme ich keine Bücher mit, will aber eigentlich alles schaffen, denn ich bin ja ein bißchen ehrgeizig.
Also nach dem das Nanowrimoschreiben und die Buch-Wien zu Ende ist einen Lesemonat Dezember einlegen, drei Weihnachtsbücher stehen ja auch auf meiner Liste und versuchen alles aufzulesen und am einundzwanzigsten, wenn wir nach Harland fahren, den Rest der Bücher mitnehmen.
Das was ich dann zu Weihnachten bekommen sollte, kommt auf die 2013 Leseliste, auf der ohnehin schon mehr als sechzig Bücher stehen und wird wahrscheinlich zuerst aufgelesen und was die Frage betrifft, soll ich jetzt das Alte oder das Neue lesen, tendiere ich vielleicht mehr zu dem Alten und den Bücherkästen, denn da finden sich ja manche Schmankerl und die Buchpreisbücher von vor fünf Jahren treffen dort auch manchmal ein und das sollte man dann auch noch lesen können, denn ein Buch hat kein Ablaufdatum ganz im Gegenteil.
Zu sehen wie Vicki Baum 1925 das Studentenleben beschrieben hat und mit dem heutigen zu vergleichen, ist ja mehr als interessant und das Buch ist für mich auch keine Ware, deshalb kaufe ich es mir nicht mehr oder nur um einen Euro aus der Abverkaufsliste, die Buchhändler wird das, ich weiß, nicht freuen, aber dafür bemühe ich mich sie zu lesen und über sie zu schreiben und was die leidige E-Book Frage betrifft, die auch auf der Buch-Wien natürlich abgehandelt wurde, da denkt die so altmodische Eva, ein bißchen moderner, als man derzeit vom Mainstream so hört. Zwar kaufe ich mir keinen Kindle und habe wahrscheinlich genug Gedrucktes aufzulesen, aber ich rieche nicht an Büchern, betaste sie vor dem Lesen nicht und obwohl ich hauptsächlich in der Badewanne lese, habe ich mit E-Books am Computer, sofern ich sie darauf bekomme, kein Problem und habe in diesem Herbst und Sommer ja auch einige gelesen, wo ich höchstens ein bißchen Schwierigkeiten habe, ist die Frage, wie es nun mit einem Bücher- oder Litblog steht, der den “Radetzkymarsch” bespricht, Ulrich Bechers “Nachtigallenzyklus”, “Den Engel mit der Posaune”, “Die Rabengasse” u.u.u, ist man damit aktuell oder hoffnungslos jenseitig?
Aber diese Bücher werden ja manchmal neu aufgelegt und da war ich auch schon Vorreiter und es gibt auch Bücher zu kaufen, in denen drin steht, welche Oldies man lesen soll und natürlich möchte ich am liebsten alles lesen, bin, wie meine Leselisten eindeutig beweisen, ein bißchen unersättlich und so auf in den Lesemonat Dezember, mal sehen, was ich von der Liste schaffe und was in diesem Monat vielleicht noch zu mir kommt?
Einen neuen Plagiatsskandal scheint es inzwischen auch zu geben, so berichtet Wolfgang Tischer vom Literaturcafe, daß Martina Gercke, von der er im Sommer beigeistert ihren E-Publischer Erfolg erwähnte, sowohl ihr “Holunderküsschen” als auch den nachfolgenden Champagnerkuß, nach Werken von Ildiko von Kürthy, Sophie Kinsella etc, geschrieben haben soll.
Ich verfolge ja diese Plagiatsskandale immer sehr interessiert und denke, daß sie nichts mit dem Selbstpublishing zu tun haben, weil die, die ich kenne, alle in Verlagswerken passiert sind und irgendwie finde ich es auch schade, daß man über Bücher schreibt, die man nicht gelesen hat, weil man das bei Chick lits ja nicht soll, igitt, igitt, das tun nur die “dummen Leserinnen, die dann die Plagiate auch entdecken!”
Ich bin eine Vielleserin, die manchmal auch ganz gern nach einem Cick lit greift und das dann genauso, wie die anderen Bücher, die ich lese, beschreibt und dazu auch steht.

Stud.chem. Helene Willfüer

Jetzt kommt wieder ein Fund aus dem Bücherschrank, nämlich Vicki Baums “Stud.chem. Helene Willfüer”, deren Bücher ich ja sammle und dieser mir völlig unbekannte Titel ist ja interessant, denkt man ja sofort, um was wird es da gehen oder “Na, die, wird ihr Studium nicht zu ende führen, denn da wird schon der Professor kommen…”
Vicki Baum war ja eine sehr bekannte, wenn auch nicht unbedingt literarisch anerkannte Schriftstellerin der Weimarer Republik.
“Hotel Shanghai” und “Marion” gabs gleich mehrfach im Bücherkasten meiner Eltern, den Goethe-Roman “Clarinda” habe ich einmal bei einem Flohmarkt gefunden und “Stud.chem. Helene Willfüer” lese ich bei Wikipedia ist der Roman mit dem Vicki Baum 1928 schlagartig berühmt geworden ist und er ist ein Beispiel der neuen Sachlichkeit. Das ist beim Lesen auch sofort zu bemerken. War ich ja vor kurzem bei der Präsentation eines neuen Zwischenkriegskanons, wo Evelyn Polt Herzl darauf hinwies und dieser Roman passt sofort in das Schema des neuen Zeitromans. Beginnt der doch im Zug, in der vierten Klasse, da fährt die Stud. Chem, in einem Abteil zwischen einer Mutter mit Baby, einem alten und einem jungen zahllos Schlafenden nach Frankfurt, kommt dort in die Lichtreklamen hinein, denkt dauern “durchgesetzt, durchgesetzt” und überlegt am Bahnhof, wo sie umsteigen muß, ob sie sich ein Würstchen kaufen soll, hat sie doch seit zwei Tagen nichts gegessen. Sie tut es nicht, trifft sie doch ihren Professor und fährt mit ihm in die Universitätsstadt erster oder zweiter Klasse, er lädt sie dazu ein, hat er doch die Karte seiner Frau, die in Heidelberg geblieben ist und die ist eine berühmte Geigenkünstlerin, möchte aber eigentlich nichts von Prof Ambrosi und zuerst passiert auch gar nichts zwischen dem Professor und der Studentin, deren Vater gestorben ist und die es nun bei der Stiefmutter durchgesetzt hat, daß sie doch zu Ende studieren darf. Für ein Jahr reicht das Geld, dann muß die Dissertation fertig sein, sie ist einundzwanzig, lebt in einer Studentenbude mit einer Arcäologiestudentin, die vor lauter Wissen mit ihrer Dis nicht fertig wird, dann gibt es noch einen Max, dem sie etwas einpaukt und den cand med Fritz Rainer, der nur ungern Medizin studiert, weil er sich über alles Gedanken macht und sich dem Leben nicht gewachsen fühlt und der am liebsten Musiker werden würde, aber das erlaubt, der Vater, ein Landarzt nicht. Helene bekommt bald ein Kind von Rainer, obwohl sie sich doch ein bißchen in den Prof verliebt hat, die Studentische Gemeinschaft der Unistadt· die vielleicht Heidelberg ist, wird sehr kollegial geschildert, wie man sich das heutzutage gar nicht mehr vorstellen kann und Vicki Baum beschreibt auch die chemischen Experimente und das Leben mit seinen Schattenseiten sehr genau, da gibt es zum Beispiel einen an Krebs leidenden Buchhändler dessen Körperteile nach und nach amputiert werden und auch Helene, die eine sehr energische selbstbewußte Dame ist, Odyssee von einem Abtreiber und einer Hebamme zu nächsten wird sehr eindrucksvoll beschrieben. Sie läuft allen davon und beschließt mit dem elegischen Fritz Selbstmord zu betreiben, denn dessen Vater ist zu ihm gekommen, hat sich von ihm seine Krebsdiagnose stellen lassen und ihn dann damit erpreßt, daß er er fertigwerden und für die schwache Mutter und die drei jüngeren Geschwister sorgen muß, was dieser sich nicht zutraut, so besorgt er das Morphium, Helene die Punmpe und schreibt auch einen Abschiedsbrief, als es dann aber soweit ist, schlägt bei ihr die Lebenslust durch und sie steigt aus dem Fenster, während Rainer ernst macht. So kommt sie in Polizeigewahrsam, da Rainer aber Linkshändler war, klärt sich alles auf, Helene wechselt die Universität und hat nun die Wahl zu entscheiden, ob sie sechs Wochen vor der Geburt in ein Krankenhaus und sich dort den Medizinstudenten als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen soll oder sich von einem Maler nackt als schwangere Madonna malen zu lassen, sie entscheidet sich für das letztere, schlägt sich mit dem kleinen Tintin als Laborantin durch, die Dissertation ist nach der Geburt fertig geworden, bis ihr Prof Ambrosius, den seine Frau verlassen hat und der und auch das ist knallhart erzählt, bei der Polizei den Suizid mit Zyankali als beste empfehlenswerte Methode preist und dann nach Hause geht, den Revolver nimmt und sich damit so zu erschoießen versucht, daß er blind überbleibt, eine Stelle als Assistentin bei einem Professor vermittelt, mit dem sie dann mittels Tierversuche ein Verjüngungspräparat entwickelt, mit dem sie berühmt und erfolgreich wird und am Schluß heiratet sie den Professor und alles wird vorläufig gut, zumindest ist der Roman hier zu Ende, die echte Helene, hätte ja dann bald wahrscheinlich emgrieren müssen und mir hat der Roman, das schreibe ich gleich sehr gut gefallen, weil ich mir ein realistisches Bild von dem Leben der Studenten der Zwanzigerjahre machen kann. Das Happyend stört mich nicht sehr, konnte das aber in einigen Rezensionen so lesen, die es gibt, weil es das Buch auch noch immer zu geben scheint und die Schilderungen des lebensmüden Rainers warum er nicht Arzt werden will, weil er die Menschen lieber in Ruhe sterben, als zu Tode operieren will, haben mich auch sehr beeindruckt, obwohl ich mir schon dachte, warum hat Helene nicht ihren Rainer geheiratet und hat versucht ihm das Leben als Landarzt ein bißchen zu erleichtern, aber das wäre das traditionelle Frauenbild und auch, daß sie bei dem versuchten Doppelselbst mord auskneift, weil sie ihre Lebenslust dabei entdeckit, habe ich als stark erzählt bekommen.
Ich habe ja noch einige unbekanntere Baum Romane stehen, die ich vielleicht lesen sollte, denn ich kann “Stud Chem Helene Willfüer” wirklich allen nur empfehlen, auch wenn sich das studentische Leben inzwischen sehr geändert hat.

Buwockl

Der Holzbaum-Verlag hat ein neues Buch herausgebracht, ein lustiges Bilderbuch, das den Kindern und wahrscheinlich auch den jung Gebliebenen die Korruption erklären soll und hat dazu dem Pumuckl das Gesicht Karl Heinz Grassers gegeben, zumindest wird man bei dem “Kobold mit zu schönem Haar” wahrscheinlich daran denken.
Der 1973 in Salzburg geborene und in Wien lebende Lektor, Autor und Karikaturist Daniel Jokesch hat es verfaßt und “jede Ähnlichkeit mit toten und lebenden Personen, sowie die Handlung ist natürlich frei erfunden!”
Das Vorwort hat Florian Klenk von der Stadtzeitung “Falter” geschrieben, der meint, daß es wichtig ist das inzwischen komplex gewordene Thema Korruption, so zu vereinfachen, daß es jedes Kind versteht.
So gibt es den kleinen Buwockl mit der grünen Hose, dem gelben Leiberl, dem schwarzen schönen Haar und einer roten Knollennase zu sehen.
“Buwockl neckt! Buwockl versteckt! Niemand entdeckt”, steht auf der ersten Sprechblase. Auf der nächsten Seite sieht man den Kleinen bis zum Kopf in grünen Geldscheinen vergraben, hervorgrinsen. Dann wird etwas von Koboldgesetzen erzählt, die erklären, wie die unsichtbaren Kobolde an Sachen hängenbleiben und dann sichtbar werden, so daß der Kobold Buwockl von Koboldfurt am Wörtersee nach Wien gekommen ist, um Finanzkobold zu werden. Dann gibt es für die Kinder oder auch andere wahrscheinlich, ein paar Seiten zum Ausmalen, damit der Buwockl sichtbar wird.
Auf der nächsten Seite sitzt er auf einer Schatztrue des Koboldtums Liechtenstein und die Kaiserin Sisi mit dem Fiona Gesicht, die in ihrem Haar, die vielen schönen Kristalle trägt, hat den kleinen Buwockl im schwarzen Hochzeitsfrack auf ihren Kopf.
“Beide haben wir schönes Haar! Sind wir nicht ein tolles Paar?”, steht dazugeschrieben.
Dann kommen ein paar Seiten Erklärungen, die den Kindern wohl die Korruption erklären sollen. So zum Beispiel, daß man der Lehrerin nicht sein Taschengeld geben und sie dafür nicht die guten Noten vergeben darf und, daß das Geldwaschen nicht so sauber ist, wie es klingt und man nicht Steuern selbstverständlich nicht hinterziehen darf, weil von dem Geld, das uns allen gehört, ja Polizisten, Ärzte etc bezahlt werden.
“Ich bin ein Kobold und auf Zack, drum treib ich gerne Schabernack!”, steht auf der letzten Seite und wir können uns fragen, was wir aus dem Büchlein gelernt haben?
Wahrscheinlich nicht viel mehr, als wir nicht ohnehin schon wußten und das ist wahrscheinlich auch der Reiz der Sache, daß man hier nicht weiterkommt, obwohl ja alles so schön klar und offensichtlich scheint.
Der Titel und das Titelbild klingen aber sehr verlockend. Machen Lust auf mehr und neugierig und der Holzbaum-Verlag hat auf sein neues Kinderbüchlein auch in großen Stil aufmerksam gemacht, so wurde es zum Beispiel in der Sendung “Leporello” vorgestellt. Die Stadtzeitung “Falter” weist auf es hin und der Holzbaum-Verlag hatte auch auf der Buch- Wien einen Stand, wo man es sich ansehen konnte.
Die Kinder würde ich nun einmal schätzen, werden sich wahrscheinlich nicht so sehr dafür interessieren, wohl aber die neugierigen Erwachsenen, die über die Korruption und den Buwockl, all das erfahren wollen, was bei den Korruptionsauschüßen, die ja leider abgedreht wurden, nicht herausgekommen ist.

Fiktionen oder Autorität der Erzähler

Lebens-Erzähl-Muster III oder ausgewählte Neuerscheinungen in der Alten Schmiede und Angelika Reitzer hat ein Einleitungsreferat zu den neuen Romanen von Hanno Millesi, Markus Köhle und Martin Horvath gehalten und da ist ja äußerst interessant, welche Zusammenhänge die Germanistik zu den neuen Büchern der drei, bei denen auch ein Bestseller eines mir bisher unbekannten Autors, der im Sommer mit seinem “Mohr im Hemd”, wie ein Schwammerl aus dem Boden sproß, war, bringen kann.
Angelika Reitzer sprach von Schelmereien und den Erzählstimmen, die die Autoren für ihre Bücher fanden, erklärte sie genau und literaturvergleichend und ließ Hanno Millesi mit seinem bei Luftschacht erschienenen Roman “Granturismo” beginnen, bei dem es in zwei Ebenen, um einen Autor, der einen Roman über einen Reisenden schreiben will, geht und ich bin ja, was bei mir eher selten ist, ein Fan von Hanno Millesi, als den von Peter Henisch würde ich mich auch noch bezeichnen, dann ist es bei mir mit der Fanschaft aus und was bleibt ist die offene empathische Neugier für die Autoren und ihre Bücher. Aber Hanno Millesi, den ich zuerst nur als Namen des Stipendiaten auf der Rückantwort meiner Bewerbungen für die Staatsstipendien, kennenlernte und ihn das erste Mal bei einem Wahnsinnssymposium des Ernst Kostals hörte, wo mich seine Kindergeschichten sehr beeindruckten, dann hat er beim Bachmannpreis gelesen, nichts gewonnen, ich hätte ihm aber den Preis zugedacht, weil ich seinen Text für den besten gehalten habe, dann war ich noch ein paar Mal bei seinen Lesungen, hat mich immer durch seine Art zu schreiben sehr beeindruckt.
So auch in der Reisegeschichte, wo der Reisende, die Figur des Erzählers, eine Reise machen soll, aber offenbar nie hinkommt, das erste Stück das Hanno Millesi las, handelte davon, daß er in einem Wirtshaus landete, dort statt einem Glas Wein einen ganzen Krug bekam, sich fürchterlich betrank und daraufhin seine Reise abbrach, dann kam eine sehr beeindruckende Szene mit dem Schriftsteller, der sich während der Zeit, in der er das Handlungsgerüst festlegen will, in seiner Wohnung einsperrt, allen erzählt, er wäre verreist und sich nicht traut das Licht aufzudrehen, sich seine Brote im Dunklen streicht und sich auch die Haare nicht wäscht, um keinen Lärm zu machen.
So etwas habe ich in “Tauben füttern” mit der Figur der Veronika Schätzmeister auch einmal geschrieben, die verbringt ihren Italienurlaub auch auf ihren Balkon und interessant ist das Millesi Detail, daß der Schriftsteller beim Brotstreichen die Olivenpaste mit der Mayonnaise verwechselt und sich vorstellt, er hätte auch die Zahnpasta erwischen können, aber wer bewahrt Zahnpasta im Kühlschrank auf.
Im dritten Teil ging es um den zweiten Versuch des Reisenden an die Grenze zu gelangen, da läßt er sich von einem Hochzeitspärchen mitnehmen, die sind aber so verliebt, daß sie ihn am Ende hinausschmeißen. Das ist die Millesische Literatur und sie war von den drei vorgestellten Werken, die am wenigstens Realistischste, zumindest hatten die beiden andere brillant politische Themen, denn Markus Köhle, der Poetry Slam Meister, mit dessen Erstlingswerk ich ja Schwirigkeiten hatte, weil es mir zu frauenfeindlich erschien, hat einen Roman über den Mafiaparagraphen und die Tierschützerprozesse schreiben wollen, der bei Milena erschienen ist, wo ich nun gleich wieder schreiben muß, daß es mir nicht gefällt, daß der Wiener Frauenverlag inzwischen Männer verlegt, aber “Hanno brennt”, das muß ich auch schreiben, scheint ein brisantes Werk zu sein und Markus Köhle hat die Geschichte von dem arbeitslosen Akademiker und Angehörigen der 1000 Euro Generation, der als Tiergeschichtenschreiber sein Glück versuchen will, was mich wieder ein bißchen an das “Streichelinstitut” erinnerte, Köhle siedelt die Geschichte auch im siebenten Bezirk und in der Konditorei Aida an, in wahrer Poetry Slam Manier begonnen, zumindestes ist der Prolog, der den Hanno vorstellt, ein einziges Gedicht, dann wird der arbeitslose Akademiker mit seinen Eigenschaften vorgestellt und der plant mit einem Freund das Projekt “Neubauschnauze”, das heiß,t er entwirft Flugzettel, die er in der Konditorei Aida an alte Damen austeilt, das Projekt klingt so, als wäre es dem Internet entnommen, wo die Biografielotsen ihre Ghostwriterdienste anbieten und der Freund meldet sich auch gleich als der erste Kanditat, um als ausgewählter Kunde angenommen zu werden. Als die beiden dann im Cafe Sperlhof ihr Projekt feiern, ruft eine Frau Kommerzialrat an, sie flüchten aufs Damenklo, werden von zwei Mädchen gestört und am Ende hat sie die Frau Kommerzialrat durchschaut und läßt sie ihre Villa putzen.
Wie das Ganze dann zu den Mafiaparagraphen hinüberschwenkt, muß man nachlesen, vielleicht kommt das Buch einmal zu mir. Markus Köhle ist aber wirklich sehr sprachgewaltig und höchst originell und das scheint auch für Martin Horvath zuzutreffen, den mit seinem “Mohr im Hemd” das Kunststück gelungen scheint, das heikle Thema der Asylwerber auf eine sehr einmalige Art und Weise auszudrücken. Er hat dazu einen absolut politisch unkorrekten über den Dingen stehenden Ich Erzähler gewählt, den fünfzehnjährigen Ali mit der kaffeebraunen Haut, der alle Sprachen spricht, alles weiß, alle Betreuerinnen vögeln will und auch die absurdestens Träume hat und uns auf diese Art und Weise, die ganze Asylproblematik auf eine so ungewöhnliche Art und Weise näherbringt, daß der Roman bei DVA erschien und ein großer Erfolg geworden ist.
Zwar hats mich bei der Kaltschneuzigkeit des Alis zwar ein wenig gegruselt, aber Martin Horvath hat auf Kurt Neumanns Frage auch erklärt, daß er versucht hat, den Roman konventionell zu beginnen und nicht weit damit gekommen ist.
Er wäre auf wahrscheinlich auch kein so großer Erfolg geworden und ich denke, daß die Zusammenstellung, der drei Romane sehr gelungen und es wirklich drei auserwählte Neuerscheinungen waren, die da vorgestellt wurden.

Vorschau auf “Kerstins Achterln”

Kerstin Wieland ist eine erfolgreiche Fotografin, die manchmal ein Achterl Rotwein zuviel trinkt, außerdem gibt es Streit mit ihrem Freund Franz, so schmeißt sie ihn einmal nach einer feuchtfröhlichen Auseinandersetzung aus der Wohnung und ist am nächsten Morgen sehr erstaunt, daß er nicht mehr zu ihr zurückkehren will.

In weiterer Folge beginnt Kerstins Kampf ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, beziehungsweise neu zu ordnen und wieder tauchen neue Perspektiven und neue Freunde auf, an Hand derer sie sich langsam und bedächtig ins Leben zurücktasten kann.

Hier der Schreibbericht und hier das Video von der Lesung bei der anderen Buchmesse, außerdem habe ich bei den “Schreibinteressen”, bei meinem Geburtstagsfest und der Poet-Night daraus gelesen.
Das Probekapitel gibts auf der Website.
Ein Video von der Lesung auf der “Anderen Buchmesse” gibt es auch.

Entgrenzungen

Wieder einmal Textvorstellungen mit Angelika Reitzer, die ich ja für etwas Besonderes halte, weil hier immer wieder neue Stimmen zu hören sind und ich sie daher gern besuche.
Aber diesmal war es sehr theoretisch und ich habs nicht so mit den experimentellen Autoren. Interessant war aber das Publikum das dazu gekommen ist. Franz Josef Czernin mit einem Notizbuch, Gabriele Petricek, die ja oft zu Literaturveranstaltungen geht, Birgit Schwaner, Lisa Spalt und dann Robert Eglhofer und Ruth Aspöck. Daß er kommt hat mir der Robert schon am Samstag am Kochstand bei der Buch-Wien gesagt, daß er da den ehemaligen Obmannstellvertreter der LitGes Heinz Pusitz treffen will, nur ist der nicht gekommen. Hat den Termin genau, wie vor ein paar Wochen Linda Stift vertauscht und von Mattersburg ist es wahrscheinlich zu weit, um noch schnell nach Wien zu fahren.
So war es ein Abend mit zwei Männern. Robert Stähr und Dieter Sperl, den letzteren kenne ich von Christiane Zintzens Blog, die, glaube ich, öfter seine Texte bringt, den ersteren nicht und Angelika Reitzer hat einleitend die “Entgrenzungen” erklärt und von einer Welt gesprochen, wo alles zusammenfließt, die Arbeitswelt und das Politische, das Globale mit dem Privaten etc und der Text des 1960 geborenen Linzer Autors Robert Stähr “In einem Stück” hat mich auch sehr angesprochen.
Geht es da ja um die Konsumwelt, ums Einkaufen und um den Eventcharakter. Ein Hans als sogenannter Konsumintelektueller und eine Hemma kommen vor, der Konsumton der Markennamen und das Glitzern der Pseudokunst wurde angesprochen und am Ende endet alles in einer Art Apokalypse.
Das ist mir in einer realistischeren Sprache vertraut, habe ich mich ja auch in der “Globaliserungsnovelle” mit Einkaufszentren beschäftigt und beschäftige mich als Nichtkonsumentin immer wieder damit. Es gibt auch Mainstreamromane, die in Einkaufszentren spielen und die Außendseiter, Ausländer und Obdachlose, die dort wohnen und arbeiten sind ja auch besonders interessant.
Der Text des 1966 in Wolfsberg geborenen Dieter Sperl “Stärkere Wiese, Vogel fliegen”, eine Prosa, die schon in den Manuskripten erschienen ist, war noch theoretischer und von einer Art, wo ich mir immer die Frage stellen, wie man dazu kommt soe zu schreiben? Fehlt mir ja der Zugang zur Montage und bin auch keine Hörspielschreiberin.
Die Sätze waren aber schön poetisch und luden auch zum Nachdenken ein. Angelika Reitzer fragte in der Diskussion auch nach, wie sie geschrieben waren, bemerkte Sperrungen, mit denen der Autor nichts anfangen konnte und erkundigte sich nach dem Titel, in dem ja die Grammatik nicht stimmt und das finde ich wieder einen interessanten Ansatz, darüber nachzudenken, ob es jetzt “Vogel fliegt” heißen muß oder man sie fliegen lassen kann?
Man kann natürlich und Robert Stähr outete sich in der Diskussion als reiner Prosaschreiber, der weder Gedichte, noch Hörspiele schreibt, auch keine Romane.
Ruth Aspöck wollte die nächsten Pläne wissen. Robert Stähr schreibt etwas über einen Brief. Da bekommt einer ein E-Mail und soll den Text fertigschreiben und das erinnerte mich wieder an meine Romanidee, die ich gestern bekommen habe, einen Roman aus elf, zwölf oder dreizehn Geschichten, wo sich die Handlung von einer Person zu anderen fortspinnt und eine andere Art Reigen bildet, zu verfassen.
Robert Stähr hat auch so etwas angedeutet und ich denke, daß es auch reizvoll sein kann, ein E-Mail weiterzuspinnen und Dieter Sperl hat aus seinem Text, glaube ich, schon ein Buch gemacht.
Auf dem Heimweg haben wir gerätselt, wie das passieren kann, daß man auf einen Termin in der Alten Schmiede vergißt und ob man das Honorar trotzdem bekommt?

Buch-Wien-Geschichten

Am Mittwoch wurde also die Buch-Wien eröffnet, die ihren fünften Geburtstag hat, ich bin bei allen Buchmessen gewesen, habe fleißig darüber gebloggt und auch heuer wieder vor, mir ein verlängertes Event-Wochenende zu gönnen, denn Bücher interessieren mich nun einmal sehr und der Mittwoch war sowie so ein Buch affiner Tag, ist ja Anna Weidenholzers “Der Winter tut den Fischen gut”, ein drittes Mal zu mir gekommen, was mich immer ein bißchen verunsichert. Buch zwei habe ich zurück geschickt, Buch drei kann ich, wie mir die freundlichen Damen vom Residenz Verlag sagten, verschenken und dann hat der Holzhausen-Verlag ein “Buwockl” Kinderbuch herausgeeben, das das Thema Korruption behandelt, das ich demnächst besprechen will. Amsonsten habe ich meine Stunden gemacht und nach der lezten bin ich in den Prater, bzw. zum Messegelände hinausmarschiert und habe noch gerade den letzten Platz bekommen.
Dann kamen schon bald die Eröffnungsreden. Gerald Schantin vom Hauptverband hat auf die Schwierigkeiten, denen der Buchmarkt ausgesetzt ist hingewiesen. Stadtrat Mailath Pokorny lobte das Buch und die Fähigkeit lesen zu können und erklärte, daß er gerade von New York zurückgekommen sei, die Frau Bundesminister hatte auch ein paar schöne Worte, der Herr Bundespräsident ebenso.
Dann kam der Eröffnungsredner Carl Djerassi, der meinte, daß er nicht sicher ist, ob er der richtige Eröffnungsredner wäre und die Frage in den Raum stellte, ob er jetzt ein amerikanischer Wiener oder ein Wiener Amerikaner sei?
Er ist jedenfalls in Wien aufgewachsen und mit Sigmund Freud in dieselbe Schule gegangen und am Schulweg an der Ferdinandstraße vorbei, wo damals Canetti wohnte. 1938 mußte er nach Amerika emigrieren, hat als Chemiker die Pille entdeckt, Paul Klee zu sammeln angefangen und vor ca zwanzig oder fünfundzwanhzig Jahren zu schreiben angefangen und es ist meine dritte Begegnung mit dem streitbaren Mann.
Die erste war im Donauzentrum in den späten Neunzigerjahren, als der Libro eine Art Stammtisch eröffnen wollte und nach Themen fragte. Ich habe mich gemeldet, mir “Wie wird ein Buch ein Bestseller?” gewünscht und dafür ein Buch bekommen. Dann gab es noch einen Vortrag, das war mit dem mir damals völlig unbekannten Carl Djerassi. Dann referierte er einmal im Siemens Forum und dort gab es seine erste Autobiografie “This Mans Pills” zum Mitnehmen. Inzwischen gibt es eine Zweite. Seine Bücher werden bei Haymon verlegt. Der Eröffnungsvortrag stellte sie auch alle vor und gab außerdem dem Bedauern Ausdruck nicht im Burgtheater gespielt zu werden. Vielleicht kommt das noch, bei der Buch-Wien gab es jedenfalls ein Büffet, das von den Genußregionen organisiert wurde.
Eine Art Gulaschsuppe und ein Kaiserschmarrn, außerdem wurde die Donau Lounge, die neu bei der Messe ist, eröffnet und ich bin ein bißchen in den heiligen Hallen herummarschiert und habe Small Talk betrieben, der Evelyn Polt-Heinzl erzählt, daß ich Gustav. K. Bieneks “Die Rabengasse” gelesen habe und gefragt, ob sie es im Zwischenkriegsbuch drinnen ist? Ist es nicht.
Ein bißchen herumgegangen und mir von Christa Stippinger das “Exilpreisbuch” geben lassen, das am Samstag auf der ORF vorgestellt werden wird.
Am Donnerstag hat es wieder mit Carl Djerassi auf der ORF Bühne begonnen, der das unvollendete Ovid Buch seiner verstorbenen Frau vorstellte und dem Publikum den Kauf desselben sehr empfahl. Auf der FM4 Bühne lief am Vormittag ein Schulprogramm, das heißt die Sesseln waren für Schulklassen reserviert, obwohl mich Alina Bronskys “Spiegelkind” auch sehr interessierte, aber das ist ein Jugendbuch, wo es um Trennungen, Normalität, Freaks und Pheen geht.
Um zwölf wurde vor der Messe die Gratisbuchaktion mit Rafik Schamis “Eine Hand voll Sterne” eröffnet, das ich ja schon im Bücherschrank gefunden habe und jetzt dort wieder hintragen kann.
Der Bürgermeister kam und Rafik Schami lobte die gelungene Betreuung der Stadt Wien und die Aktion, die seiner Meinung nach seinem Buch dreihunderttausend Leser bescheren würde. Ich denke eher, daß das Buch in Wien für die nächste Zeit unverkäuflich und bald in den Bücherschränken zu finden sein wird. Am Abend gabs jedenfalls eine große Rathausgala für geladene Gäste, wozu ich nicht gehöre, obwohl ich mich bei einem Gewinnspiel dafür beteiligt habe.
So bin ich wieder in die Messe hinein, stellte fest, daß auf der Kochbühne das Programm erst um drei beginnt, aber da mußte ich ja schon weg, weil ich ins Rathaus zur Ehrenpreisverleihung an Brigitte Hamann wollte.
Gratiswasserflaschen gibts auch nicht mehr, dafür einen Mannerstand mit einem Glücksrad und Gratisproben und wenn man den Kurier abonniert gibts Kaffee.
Ich drehte meine Runden, schnorrte Gabriele Ecker um ein Buch an, ließ mir das Schami Buch signieren und hörte am FM4 Stand eine Lesung einer Studentin vom Leipziger Literaturinstitut Babet Maders “hungrig”.
Ja richtig, Alfred Komareks “Semmering” ein Buch, das ich schon als E-Book vorabgelesen habe, habe ich auch gehört und als ich bei Gabriele Eckert Stand stand, kam Hans Fraeulein, den ich von den IG Autoren kenne und tauschte mit mir ein Buch.
Der Ehrenpreis für Toleranz im Denken des österreichischen Buchhandels wurde heuer, wie erwähnt an die 1940 in Essen geborene Brigitte Hamann verliehen, die Bücher über Hitlers Wien und seinen jüdischen Hausarzt, Kronprinz Rudolf, etc geschrieben hat. So verließ ich die Buch-Wien um halb drei und fand mich um vier in den Stadtsenatsitzungssaal im Rathaus ein. Stadtrat Ludwig eröffnete, wie im letzten Jahr und erklärte wieder die Portraits der Bürgermeister, das von Helmut Zilk wurde auf seinen Wunsch von Maria Lassnig gemalt und erregt öfter das Mißfallen der Besucher, so daß er offenbar jedes Jahr darauf hinweist.
Der Historiker Gerald Stourz, bei dem ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren auch ein paar Vorlesungen hörte, hielt die Laudatio und wies auf Brigitte Hamanns Verdienste hin, die in ihrer Dankesrede erwähnte, daß sie gerne zu Karajan in die Oper ging, vielleicht deshalb nach Wien kam und mit ihrer Rede nicht zufrieden war.
Dann gabs was zum Essen, Brötchen und Plundergebäck und offenbar wegen dem Empfang, räumten die Kellner schnell die Teller und Häferl weg, so daß ich um halb sechs schon am Christkindlmarkt war und bis halb sieben, wo wieder Bank Austria Literis vergeben wurde, Zeit hatte, die ich nütze zu Marketa Pilatova von der ich ja schon “Wir müssen uns alle irgendwie ähnlich sein” gelesen habe, ins tschechische Zentrum zu gehen, die ihr neues Buch in dem es, um ein lateinamerikanisches Land Schlangen, und zwei gegensätzliche Wissenschaftler, eine Prostituierte, eine Indianerin, etc geht, vorstellte. Sylvia Treudl moderierte, dann gings in die Akademie der Wissenschaften zum Bank Austria Literis 2012, wo ein Lyrik Preis an Adisa Basic aus Bosnien Herzegowina und der Prosapreis an den Tschechen Martin Rysavi vergeben wurde, der sich mit seinen Roman mit der Sowetunion beschäftigte. Nachher gabs was zum Trinken und zum Knabbern und Bücher zur freien Entnahmen aus den früheren Jahren.
Tag zwei gings weiter mit einer Lesung von Andreas Renolders, den ich ja erst vor einer Woche hörte, bei Kitab erschienenen Erzählband zu dem ich zufällig zurecht gekommen bin, der Kitab Verleger DDDr. Baum und ein paar Schulklassen saßen im Publikum und 2008 habe ich auf der Buch Wien dem Kitab Verleger ja versprochen die “Radiosonate” zu schicken, nur leider nie eine Antwort darauf gekommen.
Ich ging dann weiter ins Literaturcafe, wo zuerst die Neuerscheinungen der Edition NÖ, das Buch von Magda Woitzuck, das ich gerne hätte und das von Erwin Uhrmann vorgestellt wurde. Ja richtig, den Superstar Vea Kaiser habe ich bei einer den Schülern reservierten FM4 Lesungen auch kurz gehört, bzw. die Frage einer Schülerin, ob das Buch verfilmt werden wird? Es wird, Vea Kaiser muß sich nur noch unter den Angeboten das beste auswählen. Dann wurde im Literaturcafe der Alpha Literaturpreis vorgestellt und ich wurde nervös, war das ja endlich einmal eine Gelegenheit mein Alpha-Problem persönlich zu besprechen.
Also holte ich mir eine Buchkultur vom Stand der IG Autoren, sagte mir, “Du mußt nicht, Eva, wenn du dich nicht traust!” und traute mich dann doch. Es kam dann sogar ein Herr zu mir, der mir sagte, daß mein Mail doch angekommen ist, er würde der Sache nachgehen, ich solle aber nicht bös sein, wenn sie mich nicht einladen würden. Sie haben es mir aber versprochen und Versprechen soll man ja halten, habe ich in der Schule gelernt, also wäre ich böse und würde das ignorant finden!
Es wurde aber ohnehin ein Kurzfilm der Alpha-Preisverleihung gezeigt, Thomas Stangl, Milena Michiko Flasar, Christian Jahl von der Hauptbücherei bzw. der Vorjury und dann ein Herr von Alpha diskutierten und ich bin zum 3Sat Stand gegangen, wo Clemens J. Setz und Julya Rabinovich von Ernst Grandits interviewt wurden.
Die Kochbühne gab es auch, dort wurde schon um elf die Donauküche zuerst mit einer Gulaschsuppe, dann mit einer bulgarischen Lammsuppe präsentiert, burgenländischen Rotwein gab es dazu und später orientalische Schmankerl aus 1001 Nacht.
Dann gabs noch eine Diskussion über den Donauraum, wo auch die Frau war, in deren Galerie wir 2007 in Regensburg bei Ruth Aspöcks Dichterkarawane, gelesen haben und noch einiges anderes. So habe ich zum Beispiel Dorothea Macheiner getroffen, die Autogrammsammlerin und die alte Dame, die ich bei der Sommerakdademie kennengelernt habe.
Um fünf bin ich gegangen, denn im Literaturhaus präsentierte Vladimir Sorokin sein Buch “Der Schneesturm” und da war es sehr voll. Hauptsächlich die russische Gemeinde war gekommen, um den russischen Kultstar zu hören, dessen Buch “Eis” ich glesen habe und ihn schon vor ein paar Jahren in einer ähnlich vollen Hauptbücherei hörte und das Buch ist wieder interessant. Es spielt in der Zukunft, es geht aber um Pferdekutschen, die schwarze Pest und um einen Arzt, der unbedingt in ein Dorf will, in dem sie ausgebrochen ist. um die Leute zu impfen. Es passieren aber sonderbare Sachen, am Ende kommen die Chinesen und retten ihm.
Dann gabs eine lange Diskussion und Vladimir Sorokin, der Deutsch zu verstehen schien und sehr dominante eigenwilligen Antworten hatte, erzählte ein bißchen über seine Art die Welt zu sehen und darüber zu schreiben.
Am Samstag gings mit Anna Kim und Katja Gassner auf der ORF Bühne los, Anna Kim hat ja einen Roman über Grönland und die Selbstmorde, die dort passieren “Anatomie einer Nacht” geschrieben, da sie ja im Zuge des “Mit Sprache unterwegs” Projekt einige Zeit in Grönland war. Sie las ein paar Seiten vor und war ganz aufgeregt, als einer von einem Nebenstand, wo Mäuse angeboten wurden, damit auf der Schulter herumging.
Ich ging zum Kochstand, wo vegetarische Küche, das heißt Topfenknödeln mit Holunder angeboten wurden und wieder zurück zur ORF-Bühhne, wo Martin Walser erwartet wurde.
Jetzt habe ich auf Radek Knapps “Reise nach Kalinko”, die nachher kam, ganz vergessen.
Ruth Aspöck und Robert Eglhofer getroffen, auf der Kochbühne gabs zu Mittag neapolitanische Küche, das heißt, Kolatschen mit Oliven, Nudeln in Zwiebelsauce und eine Fritatta und ich ließ die Alpha Preisträgerin Milena Michiko Flasar im Literaturcafe lesen und bin stattdessen zur FM4 Bühne gegangen, wo die Georgierin Tamta Melaschwilli von ihren Kultroman “Abzählen” erzählte. Die habe ich schon in Leipzig gehört und das Buch auch von Alfred zum Geburtstag bekommen, werde es also demnächst lesen und weil ich nicht solange auf den FM4 Preisträger warten wollte, habe ich am Manner-Glücksrad gedreht und habe wieder nur zwei Vollkornschnitten gewonnen, mir dann eine Spruchkarte von einem Christbaum gepickt und sie mir illustrieren lassen. Während ich da wartete, traf ich meine Cousine Irmi und ging mit ihr ein bißchen herum, bzw. zur ORF Bühne, wo gerade David Schalkos, mit dem ich ja einmal in der Alten Schmiede gelesen habe, Kultsendung “Braunschlag” präsentiert wurde. Dann kam Nele Neuhaus mit ihrem neuen Roman “Böser Wolf” und erzählte etwas über ihren Erfolg und ihre Art des Schreibens.
“Schneewittchen muß sterben” habe ich mir vor kurzem als eine Art Geburtstagsbuch aus dem Bücherschrank genommen.
Dann ging ich ich noch ein bißchen herum, bevor es mit der Exil Preisverleihung losging, die seit zwei Jahren nicht mehr im Amerlinghaus, sondern auf der Buch Wien stattfindet.
Ekatharina Heider hat den Hauptpreis gewonnen und sie habe ich schon im kurzen bei einer Lesung im Literaturhaus gehört. Es gibt aber noch den Preis für Schulklassen, den Jugendpreis, den für Dramatiker, einen Lyrikpreis gab es diesmal auch und noch einige anderen, den für Autoren mit Deutsch als Muttersprache hat Eva Schörkhuber gewonnen, mit der ich ja schon am Volksstimmefest gelesen habe.
Dann war die Buch Wien wieder aus im Programm stand aber ein poetischer Abend im rumänischen Kulturinstitut und da bin ich ja schon 2008 bei der langen Nacht der rumänischen Literatur gewesen.
Diesmal war es kürzer, es wurde nur die Lyrikreihe von Traduki, bzw. der letzte bei der Edition Korrespondenzen erschinenn Band “Und wir werden die Maschinen für uns weinen lassen”, des 1983 geborenen Claudiu Komartin vorgestellt.
Am Sonntag bin ich zuerst ins Literaturhaus zur Erich Fried Preis Verleihung an Nico Bleutge gegangen und dann mit der U-Bahn ins Messegelände gefahren, so daß ich schon um eins dort eintraf und ein bißchen verwirrt herumgelaufen bin.
Gab es auf der Kochbühne gerade kein Programm, so ging ich in die VIP Lounge zum Ö1 Quiz hinauf, da war ich aber spät daran, daß ich nur mehr am Boden sitzen konnte, so habe ich nur die Verlosung der Publikumspreise abgewartet, aber mein Zettel ist, glaube ich, gar nicht in der Urne gewesen und dann ein bißchen hin und hergependelt, habe mir beim “Essen für Kinder” ein paar Nudeln und ein Schokotörtchen geholt und beim “Anders Kochen” mit dem Verleger Lojze Wieser von dem auf der Buch-Wien ja viel zu hören war und ich auch mit dem Kulturbeamten im Literaturhaus darüber plauderte, daß er noch nicht wissen würde, was er koche, eine Brotgröstl und ein Krautrisotto gekostet und mir die vielen vergnüglichen Wieser Geschichten anhörte, wie ihn einmal der Zöllner, den Schinken, den er nach Leipzig bringen wollte, fast beschlagnahmt hätte und vom heurigen Buch-Wien Schinken habe ich ja auch gekostet. Im Literaturcafe gab es auch ein paar interessante Sachen, so stellte Erwin Riess seinen “Herr Groll im Schatten der Karawanken” vor, dann kam Edith Kneifl mit ihren “Tatort Friedhof”, aber da bin ich zum Stand der Literatur Edition Niederösterreich gegangen, weil mir ja Gabriele Ecker Magda Woitzucks Trilogie “Ellis” versprochen hatte.
Michal Hvorecky stellte auf der Donau Lounge seinen “Tod auf der Donau” vor, den ich schon auf dem Literaturschiff im vorigen Jahr und dann noch in Leipzig hörte. der Perutz Preisträger Manfred Rebhandl seinen neuen Brunnenmarktkrimi “Dürre Beweise” und Stefan Sonntagbauer sein “Containeräffchen” auf der FM4 Bühne, ich bin bei allem ein bißchen hin- und hergehoppelt, habe Wofram Huber mit seinem Mäuschen getroffen und den langsamen Abbau der Buch-Wien beobachtet, die Mannerschnitten gingen aus, auf der Kochbühne gab es aber noch einen chinesischen Starkoch, in dessen Restaurant in der Wehrgasse ich schon einmal war, der eine Art chinesisches Gulasch zelebrierte, dann wars schon wieder aus und das ist ja immer ein etwas trauriges Gefühl, ich war nach all der Literatur auch etwas erschöpft und kann hier für alle, die meine persönliche Meinung zur Buch-Wien wissen wollen, nur anmerken, daß sie auch heuer wieder sehr interessant und lehrreich war, es mir nichts ausmacht, daß sie so klein ist und es mich auch diesmal wieder etwas frustrierte, immer nur daneben zu stehen, wenn die anderen lesen oder geehrt werden. Es ist mir aber auch eine Idee für etwas Neues gekommen. Michal Hvorecky hat mich darauf gebracht, einen Roman aus elf oder so Geschichten schreiben, wo jeweils immer eine Person daraus im nächsten Kapitel vorkommt.

Erich Fried Preis an Nico Bleutge

Am Sonntag wurde im Literaturhaus der Erich Fried Preis an Nico Bleutge, vergeben, ein Autor, den ich nicht kannte, aber der Erich Fried Preis, der von der internationalen Erich Fried Gesellschaft, die sich nach dem Tod Erich Frieds, am 22. November 1988, gegründet hat, vergeben wird, hat seine eigenen Regeln, das heißt einen einzigen Juror, an dem die alleinige Verantwortung zur Auswahl des Preisträgers liegt und dieser hieß diesmal Lutz Seiler, den ich kenne, seit er 2007 den Bachmannpreis gewonnen hat. Dessen Wahl ist auf den 1972 in München geborenen Lyriker Nico Bleutge gefallen und der Erich Fried Preis, der früher im Akademietheater, jetzt im Literaturhaus vergeben wird, ist ein Preis, den ich gern besuche und auch gerne gewinnen würde, aber mich wählt wahrscheinlich kein Juror aus, so stapfe ich Jahr für Jahr am Sonntag, um elf ins Literaturhaus und jedes zweite Jahr ist noch ein Fried Symposium dabei, das dann mit der Preisverleihung seinen Abschluß findet.
Voriges Jahr hat ihn Thomas Stangl gewonnen, 2010 Terezia Mora, 2009 Esther Dischereit, 2008 Alois Hotschnig, dann kommen noch Peter Waterhouse, Marcel Beyer, Yaak Karusuke, Robert Menasse, Oskar Pastior u.u.u. 1999 hat ihn Elfriede Jelinek an Elfriede Gerstl verliehen, die damals gleichzeitig den Trakl Preis bekommen hat, der erste Preisträger war 1990 Christoph Hein, dann schlug Ernst Jandl Bodo Hell vor, Robert Schindel hat ihn auch einmal bekommen.
Die genaue Liste der Preisträger kann man bei Wikipedia nachsehen und ich war heuer etwas irritiert, fiel die Preisverleihung ja mit der Buch-Wien zusammen, habe mich aber entschieden doch hinzugehen. Obwohl Preisverleihungen für mich ja nicht ganz lustig sind, empfinde ich da ja das Danebenstehen ganz besonders intensiv, höre den Laudatoren zu, klatsche und gratuliere und stehe beim geselligen Teil, meist allein mit meinem Glas Sekt oder Wein herum, da ja höchstens die anderen Stammbesucher mit mir reden. Diesmal hat es zwar der Kulturbeamte des BUMUKs getan, dann ist aber gleich ein anderer Stammbesucher gekommen, der sonst nicht mit mir redet und hat mir sogar das Du-Wort angeboten.
Nun ja, ich bin ein wenig schüchtern und diesmal ohnehin nach einem Gläschen gleich gegangen, weil ich ja auf die Buch-Wien Wollte und Robert Huez hat sich in seiner Einleitung auch entschuldigt, daß die Preisverleihung mit der Lese-Festwoche zusammengefallen ist.
Ansonsten war es wieder feierlich, ein paar bekannte Gesichter, so waren sowohl Friederike Mayröcker, als auch Ferdinand Schmatz, Rolf Schwendter, Herbert J. Wimmer und andere da und auch die Frau Minister, die die Preisverleihung übernahm.
Der Präsident der internationalen Fried Gesellschaft, derzeit Heinz Lunzer, Rolf Schwendter ist das, glaube ich, auch schon einmal gewesen, hielt eine Rede und wies auf die Homepage der Gesellschaft hin und Lutz Seiler erzählte, wie er dazu gekommen ist, Nico Bleutge auszuwählen, was er an seinen Gedichten dmonstrierte.
Wie erwähnt, der Münchner war mir völlig unbekannt, habe mich aber diese Woche aber schon öfter mit Gedichten beschäftigt, am Dienstag eine Erfolgsgeschichte darüber gehört, jetzt aber wieder bestätigt bekommen, daß die Lyrik eher zu den unbeachteten Künsten zählt, die vorgetragenen Gedichtbeispiele waren aber durchaus eindrucksvoll. Nico Bleutge wäre einer der begabtesten deutschen Gegenwartsdichter, meinte der Laudator und wenn man seine Biografie ergooglet, kommt man auch auf eine Menge Preise die er schon gewonnen hat. Der erste war der Open Mike 2001 und der wurde in Berlin vor kurzem wieder vergeben. Im Literaturhaus gab es eine Preisträgerlesung, die ich versäumte, aber mitbekam, daß Sandra Gugic unter den Gewinnern war und Robert Huez erwähnte in seiner Einleitung, daß er mit einem der Preisträger, einem jungen Mann, nachher im Wirtshaus war, der ihm erzählte, daß er gerne Frieds Gedichte gelesen hat und sie sogar auswendig kann.
Das führt mich wieder zu der Gedicht-Veranstaltung am Dienstag, da wurde die hohe Fried Auflage ja etwas bemängelt, weil offenbar jetzt alle Fried zitieren, die Frau Minister lobte aber die Schulbücher in denen sie abgedruckt sind und Nico Bleutge erwähnte in seiner Dankesrede auch, daß er die gesamte Wagenbachausgabe besäße.
Dann führte er eine Fried Geschichte von einem Knaben an, der an einem Nachmittag, an dem er sich langweilt, am Pingpongtisch Fliegen erschlagen und sie dort aufgebahrt hat und Bleutge erzählte, er hätte die Fliegen zwar nicht getötet, die toten Fliegen am Blumenfensterbrett seiner Mutter aber genauest untersucht. Er führte dann noch eine Fliegengeschichte von Robert Musil an und kam über die toten Fliegen zum Schreiben, den genauen Zusammenhang habe ich zwar nicht ganz verstanden, mich hat aber sehr berührt, daß der Autor sagte, daß er zuviel Angst vorm Fliegentöten gehabt hätte.
Dann gabsm wie schon erwähnt, den geselligen Teil, ich habe mir ein paar Knabberstangen und ein Glas Sekt geholt, das im Gespräch mit dem Kulturbeamten und dem Lehrer, den ich immer bei der AUGE treffe, verplaudert und bin dann gegangen, um nicht zu spät in die Buch-Wien zu kommen, von der ich dann gleich berichten werde.