{"id":42191,"date":"2016-02-27T00:10:52","date_gmt":"2016-02-26T23:10:52","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42191"},"modified":"2016-02-27T00:10:52","modified_gmt":"2016-02-26T23:10:52","slug":"wolkenreisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=42191","title":{"rendered":"Wolkenreisen"},"content":{"rendered":"<p>Vier liebenswerte &#8220;Gespenstergeschichten&#8221; der 1921 geborenen M\u00e4rchenerz\u00e4hlerin Inge Maria Grimm aus der &#8220;Edition Taschenspiel&#8221;. Das Letztere habe ich wieder ergooglet, denn in der sonst so interessanten Books to go-Edition, die einen wahrhaft weiten Bogen durch die \u00f6sterreichische Gegenwartsliteratur spannt, fehlen zu meinem Bedauern\u00a0 die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=42183\">biografischen Angaben<\/a>,\u00a0 wei\u00df\u00a0 aber jetzt, da\u00df die alte Dame Kinder- und Jugendbuchautorin ist und im \u00f6sterreichischen Rundfunk, der einmal RAVAG hie\u00df, als Sprecherin gearbeitet hat.<\/p>\n<p>&#8220;Vom Traumm\u00e4nnchen&#8221; hat Lieselotte Stalzer in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/16\/noch-ein-verlagsportrait\/\">&#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a> glaube ich, etwas erw\u00e4hnt und daran kann ich mich auch erinnern. Es gibt aber au\u00dfer dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inge_Maria_Grimm\">&#8220;Wikipediaeintrag&#8221;<\/a> auch eine nicht mehr ganz aktuelle<a href=\"http:\/\/www.inge-maria-grimm.com\/\"> Homepage,<\/a> auf der man sich weiter informieren kann und als ich da, am vorigen Dienstag, als ich von der Herrengasse nach Hause kam, nachgeschaut habe, war ich zuerst etwas entt\u00e4uscht, da\u00df ich mir dieses Buch ausgesucht habe und die bekannten Namen, wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/01\/11\/wieder-zu-den-wilden-worten\/\">Erika Kronabitter,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/06\/manner-und-frauen\/\">Petra Ganglbauer,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/28\/literaturhausstart-mit-hanno-millesi\/\">Hanno Millesi<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/09\/wilde-worte-mit-sophie-reyer-und-der-anna\/\">Sophie Reyer<\/a>, etcetera ausgelassen habe, denn so &#8220;besonderns literarisch&#8221; werden die Geschichten einer \u00fcber neunzigj\u00e4hrigen &#8220;M\u00e4rchentante&#8221; nicht sein, habe ich etwas \u00fcberheblich gedacht und mich geirrt, denn die vier &#8220;Gespenstergeschichten&#8221;, wie ich sie nennen will, sind absolut interessant und wenn ich mich nicht irre, wahrscheinlich in den F\u00fcnziger oder Sechzigerjahren geschrieben, denn sie haben diesen Ton, der mich ein bi\u00dfchen an <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/22\/was-jetzt-cornelia\/\">Elisabeth G\u00fcrt<\/a> erinnert, denn ich lese ja auch gerne Chick Lit aus <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/28\/ich-war-ein-hasliches-madchen\/\">der ersten oder<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/13\/morgen-ist-alles-besser\/\">zweiten<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/23\/heute-heiratet-mein-mann\/\">H\u00e4lfte<\/a> des vorigen Jahrhundert und im charmanten Ton lernt man in den vier Geschichten halb Europa kennen und erf\u00e4hrt auch viel Historisches dabei.<\/p>\n<p>Die erste &#8220;Marmor aus Carrara&#8221; f\u00fchrt auch ein bi\u00dfchen in das Krimigenre oder nach Italien, denn dorthin reist, wie sie sich vorstellt, die junge Ich-Erz\u00e4hlerin mit ihrer amerikanischen Freundin Liz. Es ist alles bestens, die Spaghetti liegen auf dem Teller, der Wein schmeckt gut und ein alter Herr, schickt die Beiden, die wenig Geld haben, in die &#8220;Villa\u00a0 La Ninfea&#8221;, wo es einen Conte, seine Frau und eine Haush\u00e4lterin gibt und ein paar Zimmer vermietet werden.<\/p>\n<p>&#8220;Aber Achtung, es spukt!&#8221;, warnt der alte Italiener noch, die Haush\u00e4lterin sagt\u00a0 dasselbe und N\u00e4chtens h\u00f6rt man Harfent\u00f6ne und am Morgen wandert die Contessa, schlampig gekleidet mit einem Hahn zu einem Brunnen und streichelt traurig die Figur deren H\u00e4nde abgebrochen ist.<\/p>\n<p>Sie war eine ber\u00fchmte Bildhauerin, erz\u00e4hlt die Haush\u00e4lterin, durch einen Autounfall, den der Graf verschuldet hat, wurde ihr Arm gebrochen, jetzt ist sie ein bi\u00dfchen wirr im Kopf, die Harfent\u00f6ne klingen weiter. Die Urlaubswoche vergeht und drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter kommt die Erz\u00e4hlerin noch einmal dorthin und erf\u00e4hrt, da\u00df die arme Gr\u00e4fin im Steinbruch mit dem ber\u00fchmten Marmor verschwunden ist.<\/p>\n<p>Da\u00df es sich wirklich um Gespenstergeschichten handelt, habe ich erst bei &#8220;Rendezvous im Untergrund&#8221; bemerkt, denn da geht es nach London in das U-Bahnnetz und da kommt schon der schwarze Charlie, der U- Bahn Geist heraufgestiegen, um einer sch\u00f6nen Dame mit lila H\u00fctchen zu helfen, die sich\u00a0 als die &#8220;Metro-Madleine&#8221; aus Paris entpuppt, die hergekommen ist, um sich mit dem tschechischen Kollegen, einem St\u00fcmper, wie Charlie unkt, da er ja erst drei Linien hat und mit der Baba Jaga aus Moskau zutreffen, vor der der Charlie dann entflieht, da er mit der schon schlechte Erfahrungen machte.<\/p>\n<p>Die dritte Geschichte f\u00fchrt in den Musikvereinssaal und sie ist es auch, die mich an Elisabeth G\u00fcrt erinnert, da will ein junger Mann, obwohl Fasching ist, in ein Konzert und nicht mit seiner Freundin Lieselostte auf eine Maskerade und was passiert? W\u00e4hrend er Beethoven h\u00f6rt und sich auf den Bolero freut, zwinkern ihm die &#8220;goldenen M\u00e4dchen&#8221;, die S\u00e4ulenst\u00fczen zu und holen ihn dann noch im Stadtpark ein, wo der liebe Auugstin aufspielt, Johann Strau\u00df geigt und auch noch zwei Stelenkollegen aus Antwerpen, die\u00a0 Wiener Kolleginnen, besuchen kommen.<\/p>\n<p>Am Schlu\u00df geht es\u00a0 nach Prag, in das unterirdische Gem\u00e4uer und zu den Geheimwegen, die vom Hradschin\u00a0 bis in die Niklasgasse f\u00fchren. Die will ein Schulbub durchqueren und hat ein paar seltsame Begegnungen dabei.<\/p>\n<p>K\u00f6stlich, k\u00f6stlich, die Geschichten der M\u00e4rchenerz\u00e4hlerin, die ihre Texte, wie\u00a0 &#8220;Wikipedia&#8221; verr\u00e4t &#8220;mit Elementen der Gegenwart zu verbinden wei\u00df&#8221; und weil trotz der Europabez\u00fcge, das Ganze einen unverkennbar Wienerischen Ton hat, wahrscheinlich\u00a0 das ideale Mitbrinsel f\u00fcr deutschsprachige Freunde oder als Souvenier f\u00fcr solche Touristen geeignet.<\/p>\n<p>Dann sollte das B\u00fcchlein aber in einer zweiten Auflage aber um die biografische Angaben erg\u00e4nzt werden, weil man in Hamburg, Berlin und Z\u00fcrich vielleicht noch weniger den Namen Inge-Maria Grimm kennen wird, obwohl die, wie auf ihrer Homepage steht &#8220;eine Nachfahrin der Gebr\u00fcder Grimm ist&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier liebenswerte &#8220;Gespenstergeschichten&#8221; der 1921 geborenen M\u00e4rchenerz\u00e4hlerin Inge Maria Grimm aus der &#8220;Edition Taschenspiel&#8221;. 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