{"id":41822,"date":"2016-01-30T00:02:12","date_gmt":"2016-01-29T23:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=41822"},"modified":"2016-01-30T00:02:12","modified_gmt":"2016-01-29T23:02:12","slug":"die-letzte-liebe-meiner-mutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=41822","title":{"rendered":"Die letzte Liebe meiner Mutter"},"content":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/01\/05\/buecher-schnitzeljagd\/\">&#8220;alten B\u00fccher Challenge&#8221; <\/a>beziehungsweise meiner Leseliste, n\u00e4mlich der &#8220;Letzten Liebe meiner Mutter&#8221;, des 1972 in Belgien geborenen\u00a0 Dimitri Verhulst, dessen Bestseller <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/15\/die-beschissenheit-der-dinge\/\">&#8220;Die Beschissenheit der Dinge&#8221;<\/a> ich vor einem Jahr gelesen habe.<\/p>\n<p>Ich bin ja eine gute &#8220;alte B\u00fccher-Leserin&#8221; und Stammbesucherin der B\u00fccherschr\u00e4nke, von da stammt &#8220;Die Beschissenheit&#8221;, die &#8220;Letzte Liebe&#8221; kommt von einem &#8220;Tahali&#8221; 3.99 Abverkauf her.<\/p>\n<p>Wieder ist es vermutlich autobiografisch, so steht es\u00a0 im Klappentext, der kleine Jimmy, elf Jahre alt, f\u00e4hrt mit seiner Mutter Martine und ihrem neuen Freund oder Mann Wannes mit einem Bus eine Woche lang auf Schwarzwaldurlaub und das wird in der Verhulstenschen Art witzig, sarkastig, kr\u00e4ftig und deftig erz\u00e4hlt, ein Kontrast zur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=41815&amp;preview=true\">Brigitte Kronauer<\/a>, aber mehr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/28\/lieblingsbuecher\/\">mein Stil<\/a>, wenn es bei mir vielleicht nicht ganz so kr\u00e4ftig deftig ist.<\/p>\n<p>Sein Vater, ein Alkoholiker hat die Mutter geschlagen und mu\u00dfhandelt, sie ist N\u00e4herin in einer Fabrik, der neue Vater Wannes, froh eindlich eine Frau, aber gleich eine mit Kind? gefunden zu haben, ist Arbeiter in einer Autofabrik, die Mutter Martine ist sparsam bis zum Geiz, wie das die kleinen Leute, die nicht viel haben, eben sind und so wehrt sie sich auch zuerst gegen die Urlaubsreise. Dann stimmt sie doch zu, packt zwei gro\u00dfe Koffer, ein B\u00fcgeleisen kommt hinein, jede Menge Tabletten, aber auch Ersatzbettw\u00e4sche, weil man der im Hotel nicht trauen kann und dann kommen sie fast zu sp\u00e4t zum Bus, denn sie mu\u00df noch einmal zur\u00fcckgehen und nachschauen, ob ohnehin alles abgesperrt ist, diese Gelegenheit n\u00fctzt Wannes seinem Sohnemann einzureden, da\u00df er ihn mit Papa, Vater oder Pa anreden soll, worauf der beschlie\u00dft \u00fcberhaupt nicht mehr zu reden.<\/p>\n<p>Das h\u00e4lt er zwar nicht lange durch und ein, um vier Jahre \u00e4lteres M\u00e4dchen sitzt dann auch noch im Bus und bald neben ihm. Die Busfahrt wird k\u00f6stlich geschildert, es ist die erste der Familie Impens, w\u00e4hrend die anderen schon das zehnte, elfte Mal in den Schwarzwald zu den Fleischbergen und den Kuckucksuhren fahren. Sie geht \u00fcber Frankreich, was Wannes nicht einkalkulierte, deshalb keine Franc bei sich hat. Das Ganze d\u00fcrfte in den Siebzigerjahren spielen, wenn ein autobiogrfisch ist, w\u00e4ren es die Achtziger. Aber der Busveranstalter bietet seinen G\u00e4sten, was Besonderes, n\u00e4mlich einem Besuch bei Mc Donald, den es in Frankreich, aber offenbar noch nicht in Belgien gibt.<\/p>\n<p>Ich war das erste Mal\u00a0 in Stockholm beim Mc Donald, das war Mitte Siebzig, den am Schwarzenbergplatz hat es dann in Wien 1977 oder 1978 gegeben.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Heloise empfiehlt dem Kleinen einen Bic Mac, die anderen fragen noch Bik was? und mokieren sich \u00fcber den amerikanischen Schweinefra\u00df.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibts im &#8220;Knusperhaus&#8221;, dem Schwarzwaldquartier Rostbratw\u00fcrstl, Rinderbraten, Schwarzw\u00e4lderkirschtorte und Martine i\u00dft und i\u00dft, w\u00e4hrend\u00a0 Wannes enttweder vom Mc Donald Fra\u00df oder vom Zwetschegenwasser, das er der Runde spendieren mu\u00df, Durchfall bekommt.<\/p>\n<p>Vorher i\u00dft Martine ihrem Jungen noch aus Nervisit\u00e4t die ganze Schokolade weg, worauf die gewitzte Heloise gleich fachm\u00e4nnisch knei\u00dft, da\u00df sie schwanger ist.<\/p>\n<p>Es kommt zu Konflikten zwischen Nicht-Vater und Sohn, der \u00fcberlegt einen Handtaschendiebstahl, wobei er sich erwischen lassen will, um den erstaunten Fragenden zu verk\u00fcnden, da\u00df er das deshalb tat, weil er seinem echten Vater eine Ansichtskarte mit einer &#8220;Zentzi mit nackten Busen und Bierkr\u00fcge stemmend&#8221; schicken wollte, aber der Liebhaber seiner Mutter weigterte sich sie zu bezahlen.<\/p>\n<p>So geht es die ganze Woche dahin und die Fernsehserie, die man damals in Begien sah &#8220;Home is whre my children cry&#8221; wurde, sehr zu Martines Leidwesen vers\u00e4umt.<\/p>\n<p>Auf den letzten zehn Seiten beginnt das zweite Kapitel. Da ist Jimmy schon ein Greis, hat eine Pflegerin, die ihn bestiehlt, er ist Philosoph geworden, Heloise hat ihm das damals vorgeschlagen und Wannes ihn deswegen angeschrien, da\u00df er ihn nicht so br\u00fcskieren soll und die Mutter hat ihn noch gefragt, wie ihm der Name &#8220;Kenneth&#8221; gef\u00e4llt?<\/p>\n<p>Jetzt bekommt er Besuch von seinem zw\u00f6lf Jahre j\u00fcngeren Bruder mit diesen Namen, den er offenbar noch nicht oft gesehen hat, denn\u00a0 oder Wannes haben den Elfj\u00e4hrigen damals, nach der Reise hinausgeworfen und jetzt sechzig oder siebzig Jahre sp\u00e4ter ist es offenbar Zeit zum Vers\u00f6hnen oder sich all das zu erz\u00e4hlen&#8230;<\/p>\n<p>Interessant vielleicht noch ein Zitat oder eine Beschreibung von dem was Wannes f\u00fcr Bildungsb\u00fcrgertum oder kulturelle Interessen h\u00e4lt, n\u00e4mlich f\u00fcnf B\u00fccherim Jahr zu lesen, manchmal in Kino gehen, auf den Fu\u00dfballplatz und eine politische Meinung haben. Und daf\u00fcr nimmt er in den Urlaub auch zwei Konsaliks mit, kommt aber eigentlich nicht recht zum Lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit der &#8220;alten B\u00fccher Challenge&#8221; beziehungsweise meiner Leseliste, n\u00e4mlich der &#8220;Letzten Liebe meiner Mutter&#8221;, des 1972 in Belgien geborenen\u00a0 Dimitri Verhulst, dessen Bestseller &#8220;Die Beschissenheit der Dinge&#8221; ich vor einem Jahr gelesen habe. 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