{"id":41105,"date":"2016-01-03T20:15:13","date_gmt":"2016-01-03T19:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=41105"},"modified":"2016-01-03T20:15:13","modified_gmt":"2016-01-03T19:15:13","slug":"ein-geschenk-des-himmels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=41105","title":{"rendered":"Ein Geschenk des Himmels"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Jahr beginnt mit den Harland-B\u00fcchern und da gab es ja einmal vor ein paar Jahren, war es 2012 oder 2013 oder danach beziehungsweise davor, einen Abverkauf bei &#8220;Thalia&#8221; und ein Gesch\u00e4ft in der Wiener Stra\u00dfe wurde auch geschlossen.<\/p>\n<p>Von da stammen, glaube ich, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/09\/wachstumsschwerz\/\">Kuttner<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/19\/mangelexemplar\/?preview=true\">B\u00fccher <\/a>und der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/08\/briefe-zwischen-vater-und-sohn\/\">Naipaul,<\/a> der, glaube ich, ein paar Cent kostete und Siri Husvuedts &#8220;Der Sommer ohne M\u00e4nner&#8221;, das eigentlich an erster Stelle steht, aber das passt ja zu den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/13\/sommerbucher\/\">Sommerb\u00fcchern<\/a>, also habe ich nach Buch zwei begriffen und mit Anne Enrights &#8220;Ein Geschenk des Himmels&#8221; begonnen.<\/p>\n<p>&#8220;Erlebnisse einer Mutter&#8221; steht noch auf dem Cover und als Illustrationen baumeln auf einer W\u00e4scheleine verschiedene Kuscheltierchen.<\/p>\n<p>Aha, interessant, ein paar Seiten weiter steht dann nat\u00fcrlich &#8220;Roman&#8221;, weil das, wir wissen es schon, die Verlage es so wollen oder das auf die K\u00e4ufer schieben.<\/p>\n<p>Es ist aber keiner, es ist ein &#8220;Memoir&#8221; oder ein &#8220;Personal Essay&#8221;, wie ich aus den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/22\/zwei-jahre-in-zwei-tagen\/\">Schnupperworkshops des Writersstudio <\/a>wei\u00df. Der Unterschied ist mir jetzt selbst nicht ganz klar, ich w\u00fcrde es beiden Gattungsbegriffen, die es im Deutschen ohnehin nicht gibt, zuordnen und es passt auch, obwohl ich meine Tochter ja schon 1984 geborenen habe und mich in dem Jahr davor f\u00fcr die Erlebnisse einer Mutter wahrscheinlich mehr interessierte und mir solche B\u00fccher in der Frauenbuchhandlung in der Langegasse auch kaufte.<\/p>\n<p>Aber zu der\u00a0 1962 geborenen Bestsellerautorin, die jetzt wieder ein neues Buch herausgegeben hat, verbindet mich auch eine besondere Geschichte.<\/p>\n<p>Hat sie ja 2008 als es die Buch Wien das erste Mal gab, ihr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/22\/buch-wien-und-lesewochesplitter\/\">&#8220;Booker-Preisbuch&#8221; &#8220;Das Familientreffen&#8221; im &#8220;Freud-Museum&#8221;<\/a> vorgestellt.<\/p>\n<p>Ich wollte hingehen, die Troubles wegen dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/22\/buch-wien-und-lesewochesplitter\/\">&#8220;Ohrenschmaus-Lyrikpreistr\u00e4ger&#8221;<\/a>, der sein Gedicht von Astrid Lindgren abgeschrieben hatte, hinderten mich aber daran, dank der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">offenen B\u00fccherschr\u00e4nke<\/a> ist mir Anne Engright aber im Ged\u00e4chtnis geblieben, so habe ich einen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/17\/alles-was-du-wunschst\/\">Erz\u00e4hlband<\/a> vor einigen Jahren dort gefunden und deshalb wahrscheinlich auch begierig nach dem &#8220;btb&#8221; Taschenb\u00fcchlein gegriffen, ohne mich zu \u00fcberzeugen, ob das wirklich ein Roman ist, was da als solcher angeboten wird.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ich habe es wahrscheinlich sowieso angenommen, den Untertitel und die Kuscheltierchen verdr\u00e4ngt und war jetzt erst erstaunt, da\u00df es Geschichten um das Mutterwerden sind, die ich da zu lesen bekomme.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise sind solche B\u00fccher ja\u00a0 Zusammenfassungen von Kolumnen, von Doris Knecht habe ich so ein\u00a0 Buch am Stapel liegen und von Daniel Glattauer, hier ist das aber, glaube ich, nicht so und ein bi\u00dfchen habe ich mir, wie man vielleicht merkt, mit dem Thema schwergetan, obwohl meine Tochter Anna jetzt gerade besonders h\u00e4ufig in Harland ist, um an dem <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_trotzdem.html\">Haus, das ihr Opa einmal f\u00fcr sie begonnen hat<\/a>, fertigzubauen und die Erinnerungen an meine eigene Schwangerschaft, Geburt und die Zeit mit dem kleinen Kind, nat\u00fcrlich kamen, aber und das war vielleicht das Problem, sie unterschieden sich sehr von denen in dem Buch pr\u00e4sentierten, die ich manchmal ein bi\u00dfchen zu k\u00fcnstlich, zu lustig, zu aufgesetzt, f\u00fcr den Markt oder zur Unterhaltung der M\u00fctter und Schwangeren empfunden habe.<\/p>\n<p>So beginnt es auch gleich mit einer Entschuldigung. Anne Enright entschuldigt sich bei den Nicht M\u00fcttern sich so wichtig zu nehmen und bei den M\u00fctter wahrscheinlich, da\u00df ihre Erlebnisse so sind, wie sie sind und dann geht es los in den verschiedenen Kapitel, das erste beginnt mit der Schwangerschaft oder Ann\u00e4herung an das M\u00fctterwerden.<\/p>\n<p>Anne Enright hat zwei Kinder, ein M\u00e4dchen und einen Buben und den besten Ehemann der Welt, namens Martin und sie ist erst sehr sp\u00e4t Mutter geworden und hat sich, wie sie schreibt, irgendwie blitzartig dazu entschieden.<\/p>\n<p>Eines Morgens ist ist aufgewacht und hat gedacht, jetzt ist es soweit. Bei mir war es so, da\u00df ich immer wu\u00dfte, da\u00df ich ein Kind wollte, aber erst mit meinen Studium fertig werden mu\u00dfte, dann habe ich ein Inserat im &#8220;Falter&#8221; aufgegeben, aber auch dann habe ich erst eine Stelle, den halben Assistenposten auf der HNO gebraucht und ab dann ist es es eigentlich sehr einfach und von selbst weitergegangen.<\/p>\n<p>Ich hatte eine Hausgeburt und habe dazu die Hebamme gewechselt, das hei\u00dft bei der Silversterparty bei Matrtin und Gerlinde, wo die erste eingeladen war, hat sie mich zur Seite genommen und gesagt, ob mir ein Tausch etwas mache, sie w\u00fcrde n\u00e4mlich gerne zu der Zeit nach S\u00fcdamerika oder sonstwohin fahren.<\/p>\n<p>Anne Enright die in einem Spitel, einer Geb\u00e4rklinik entbunden hat, ist etwas \u00e4hnliches passiert, die eine Geb\u00e4rhelferin sagte,&#8221;Ich gehe jetzt nach Hause, Sally wird dir jetzt beistehen&#8221;.<\/p>\n<p>Es ist \u00fcberhaupt viel los auf der Geburtstation, die Wehen kommen, aber nicht die Kleine, so wird Martin weggeschickt und wieder hergeholt und die Idee von der nat\u00fcrlichen Geburt, die eigentlich geplant war, aufgegeben, bis schlie\u00dflich alles klappt und Anne Enright es ein paar Jahre ein zweites Mal wiederholt.<\/p>\n<p>Diese Erlebnisse schreibt sie sp\u00e4ter am K\u00fcchentisch, w\u00e4hrend die Kinder schlafen, erinnert sich an die Namensgebung und auch daran, da\u00df sie ihrem Mann einmal sagte, da\u00df sie eigentlich auch ein drittes Kind wollte, der war dann wohl nicht so einverstanden.<\/p>\n<p>Ansonsten werden die ersten zwei Lebensjahre der Kleinen beschrieben und die Ver\u00e4nderungen, die bei der Mutter dabei vor sich gingen, das Gef\u00fchl am Anfang nicht gehen zu k\u00f6nnen, die Ver\u00e4nderungen des K\u00f6rpers, die Geschichte mit dem Milchflu\u00df und dem Stillen, das sind Erinnerungen, die ich so nicht habe, obwohl sich der K\u00f6rper w\u00e4hrend der Schwangerschaft nat\u00fcrlich ver\u00e4ndert, man in dieser Zeit rotzt und kotzt und einer der K\u00f6rper sp\u00e4ter wehtut und ich die Anna glaube ich auch ein Jahr oder mehr gestillt habe.<\/p>\n<p>Anne Enriht hat ihre Mutter vorher gefragt, wie eine Schwangerschaft ist &#8220;Es tut weh, aber man vergi\u00dft es!&#8221;, hat die ihr geantwortet.<\/p>\n<p>Dem widmet Anne Enright ein Kapitel, in dem sie d zu erkl\u00e4ren versucht, wie das sein kann, da\u00df man obwohl man ja wei\u00df, wie es ist, das Ganze ein Jahr sp\u00e4ter und gegebenfalls noch zehnmal oder \u00f6fter wiederholt. Da spielt die Natur wohl mit, um die Menschheit nicht aussterben zu lassen und ich kann von mir nur sagen, ich wollte ein Kind, im Gegenteil zum Alfred aber kein zweites. Auch, um die Schwangerschaft und die Geburt nicht noch einmal zu erleben und die Geburt war schmerzhaft, aber als das Kind\u00a0 da war, war es vorbei und ich habe gedacht &#8220;Ich habe es so gewollt und es geh\u00f6rt dazu!&#8221; Ansonsten war auch meine nat\u00fcrliche Geburt keine sehr nat\u00fcrliche, das Licht hat gebrannt, das Radio war an und, da\u00df man die Nachgeburt im Garten vergraben h\u00e4tte k\u00f6nnen, ist mir erst sp\u00e4ter eingefallen.<\/p>\n<p>Dann kommt ein sehr langes Kapitel, das sich &#8220;Babies: Ein Ratgeber f\u00fcr M\u00fctter&#8221; nennt und, wo in nicht alphabetischer Reihenfolgen verschiedene Themen behandelt werden, eines davon hei\u00dft &#8220;Hausgeburt&#8221;, auf das ich nat\u00fcrlich sehr begierig war. Seltsamerweise handelt es dann nicht von einer solchen, sondern \u00fcber die &#8220;Erfahrungen beim \u00dcberrollen eines Kleinwagens&#8221;<\/p>\n<p>Ein anderes widmet sich den &#8220;Socken&#8221; und rechnet aus, da\u00df eine Mutter ein Jahr ihrers Lebens damit verbringt, dem Baby die S\u00f6ckchen, die es auszog wieder anzuziehen, weshalb Anne Enright ihr Kleines solange es ging in Strampler h\u00fcllte.<\/p>\n<p>Auch eine Erfahrung, die ich nicht nachvollziehen kann. Ein Kapitel widmet sich dem &#8220;Buggykauf&#8221; und das Kapitel vorher ist der &#8220;Wissenschaft&#8221;, n\u00e4mlich, den verschiedenen idiotischen Untersuchungen gewidmet, die nachweisen wollen, was Babies dumm, klug oder etcetera macht.<\/p>\n<p>Am Schlu\u00df geht es dann an die &#8220;Sterblichkeit&#8221; und da erz\u00e4hlt Anne Enriht wieder von sich. N\u00e4mlich, da\u00df sie w\u00e4hrend der Pubert\u00e4t an Krebs erkrankte, was f\u00fcr ihre Eltern schlimm, f\u00fcr sie eher harmlos war. Viel wichtiger war es mit einer Freundin eine heimliche Zigarette zu rauchen. So begab sie sich auch locker zu Operation und wunderte sich gar nicht, als der Arzt nacher &#8220;Alles in Ordnung!&#8221;, sagte. Das hei\u00dft, sie wunderte sich nur \u00fcber ihre Mutter, die zum Telefon sprang, um den Vater anzurufen und ihrer Tochter dann verriet, da\u00df die \u00c4rtin gemeint h\u00e4tte, da\u00df sie sterben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&#8220;Aber sag das nicht weiter!&#8221;<\/p>\n<p>Es gab dann auch noch einen Selbstmordversuch und einen Aufenthalt in der Psychiatrie, bevor es wieder zu dem Baby und den Erfahrungen einer Mutter, beziehungsweise an das Ende des Buches geht.<\/p>\n<p>Ein Buch das mich vor drei\u00dfig Jahren wahrscheinlich mehr interessiert h\u00e4tte, aber da war es noch nicht geschrieben und Anne Enrights Kinder noch nicht geboren. So finde ich den Ausflug einer Bestsellerautorin in den &#8220;Personal Essay&#8221; oder &#8220;Memoir-Bereich&#8221; interessant und denke, da\u00df die Verlage wahrscheinlich wollen, da\u00df ihre Bestsellerautoren auch mal was Pers\u00f6nliches schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Jahr beginnt mit den Harland-B\u00fcchern und da gab es ja einmal vor ein paar Jahren, war es 2012 oder 2013 oder danach beziehungsweise davor, einen Abverkauf bei &#8220;Thalia&#8221; und ein Gesch\u00e4ft in der Wiener Stra\u00dfe wurde auch geschlossen. &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=41105\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[5305,5306,5307],"class_list":["post-41105","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-anne-enright","tag-erlebnisse-einer-mutter","tag-irische-bestsellerautorin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41105"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41105\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}