{"id":39681,"date":"2015-11-05T23:45:43","date_gmt":"2015-11-05T22:45:43","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=39681"},"modified":"2015-11-05T23:45:43","modified_gmt":"2015-11-05T22:45:43","slug":"novemberschreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=39681","title":{"rendered":"Novemberschreiben"},"content":{"rendered":"<p>Tag f\u00fcnf des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/01\/der-fuenfte-nanowrimo\/\">Nanowrimos<\/a> und es ist etwas weitergegangen. Wenn man die bisherigen Schreibproze\u00dfe anschaut, habe ich ja am Montag sehr euporisch angefangen und etwa viertausend Worte, den ersten Dezember, Nikas Erlebnisse als Weihnachtsfrau und ihren ersten Arbeitstag aufgeschrieben.<\/p>\n<p>Wow, toll, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/02\/in-memoriam-und-zweiter-nanowrimo-tag\/\">der zweite Tag war sehr hektisch mit mehreren Unterbrechungen<\/a>, dann zwar siebentausend Worte, aber ich war nicht sicher, ob es so weitergehen kann. Hatte ich zwar mehrere Handlungsstr\u00e4nge, aber nur die Nika als Erz\u00e4hlfigur.<\/p>\n<p>Wird das nicht zu eindimensional und habe ich mich nicht wieder damit an die Wand geschrieben?<\/p>\n<p>Am Dienstag bin ich nicht zum Schreiben bekommen und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/04\/dramatikerstipendien-und-vierter-nanowrimotag\/\">gestern <\/a> habe ich dann eine Szene, etwa tausendsechshundert Worte geschrieben, aber meine Zweifel\u00a0 blieben.<\/p>\n<p>Die Nika steht immer noch auf der Stra\u00dfe und es wird ihr alles erz\u00e4hlt, sie liest in der Zeitung von dem Mord an Peter Kronauer, der Journalist Harald Schwabeneder kommt zu ihr.<\/p>\n<p>Kann es so weitergehen, da habe ich nicht wirklich eine Ahnung oder aber auch sehr viele Einf\u00e4lle. Also alles nochmals durchkorrigieren und mir ein Handlungskonzept anlegen. Das habe ich heute auch getan und mit der vierten Szene mit der Nika weitergemacht, aber vielleicht doch ein wenig Schwung in das Ganze hineinbekommen. Sie wird mit Harald Vera in ihrer Praxis besuchen, Fatma Challaki, ja die aus der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/01\/vorschau-auf-die-pensionsschockdepression-oder-selmas-kopftuch\/\">Selma <\/a>und aus dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/29\/ein-sommernanowrimo\/\">Sommernanowrimo,<\/a> wird sich vielleicht um den Fl\u00fcchtling Hassan k\u00fcmmern und Max Schr\u00f6der, das ist ein an Parkinson erkrankter ehemaliger Lehrer soll auch noch auftauchen.<\/p>\n<p>Also ich so weit war, hatte ich noch einige Stunden Zeit und h\u00e4tte vielleicht mit der f\u00fcnften Szene anfangen k\u00f6nnen. Aber ich will diesmal nur jeden Tag eine schreiben. Aber da habe ich das Problem, das ich das nicht jeden Tag k\u00f6nnen werde, weil manchmal Stunden, wie am Dienstag, die Buch-Wien kommt, die Literatur im Herbst, etcetera und die einzelnen Szenen sind doch nicht so lang, wie erwartet. So habe ich am Tag f\u00fcnf jetzt 11 406 Worte.<\/p>\n<p>Ich habe\u00a0 ausgerechnet, da\u00df ich mit den Tagen, an denen ich schreiben kann, dann etwa bei Tag zwanzig bin, aber eigentlich soll es nicht vor dem vierundzwanzigsten Dezember enden.<\/p>\n<p>Macht ja nichts, wenn ich die f\u00fcnfzigtausend Worte bis dahin habe, denn ich kann im Dezember weiterschreiben, da sind wir dann ohnehin in Ungarn und ich habe mehr Zeit und wenn ich die f\u00fcnfzigtausend Worte bis dahin nicht habe, macht das eigentlich auch nichts und ein paar Handlungsf\u00e4den habe ich auch noch.<\/p>\n<p>Als ich so weit war, habe ich mir meine B\u00fccherliste nochmal ausgedruckt, um nach den 2016 B\u00fcchern zu suchen, die ich noch nicht gefunden habe und dann ist mir eingefallen, da\u00df ich\u00a0 eine Einladung zur Kunst- und Antiquit\u00e4tenmesse habe und da eigentlich vor der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/06\/westbahn-spontan\/\">Schreibegruppe<\/a> zum Preview hingehen wollte.<\/p>\n<p>Das habe ich getan und mir in die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/05\/funfter-dezember\/\">Schreibgruppe<\/a> doch die Idee mitgenommen, am Max Schr\u00f6der zu schreiben und da\u00df ich das Thema &#8220;D\u00e4monen&#8221; vorschlagen wollte, das hatte ich auch geplant.<\/p>\n<p>Also gut, Peter Czak, Fritz Widhalm, Ruth Asp\u00f6ck und Klaus Khittl in der Gruppe. An anderen Themen hat es noch &#8220;K\u00fcnstler&#8221; und &#8220;Sadomaso&#8221; gegeben und die Ruth hat von den D\u00e4monen in Kuba geschrieben. Klaus Khittl alle drei Themen miteinander verkn\u00fcpft und ich habe wieder eine lange Szene geschrieben:<\/p>\n<p>&#8220;Das Zittern war vorhanden, als Max Schr\u00f6der am zweiten Adventsamstag aufwachte. Es war sehr stark sogar. St\u00e4rker als sonst und betr\u00fcbte den alten Mann, der schon in der Vorwoche diesbez\u00fcglich nicht aus dem Haus gekommen war. Betr\u00fcbte ihn sehr, denn es w\u00fcrde ihm vielleicht am Einkaufen hindern und sein Wochenende sehr belasten. War ja schon der zweite Adventsamstag und noch immer kein Adventkranz im Haus, was zu den Zeiten, in denen seine Frau Rosi noch gelebt hatte, unm\u00f6glich gewesen war. Sie hatte daf\u00fcr gesorgt, da\u00df rechtzeitig am ersten Adventsonntag, der gr\u00fcne Kranz mit den vier Kerzen am Wohnzimmertisch stand und sie hatte auch die erste Kerze am Sonntagmorgen beim Fr\u00fchst\u00fcck mit feierlichen Gesicht angez\u00fcndet. Und jetzt war schon der f\u00fcnfte Dezember. Krampus oder Nikolaus, etwas, das er sich nicht merken konnte und immer durcheinander brachte, obwohl er drei\u00dfig Jahre seines Lebens Lehrer gewesen war. Es war weder der Kranz, noch Milch und Brot im Haus und er w\u00fcrde, wenn er es nicht schaffte, die Wohnung zu verlassen und die zwei Stockwerke\u00a0 auf die Stra\u00dfe und in den Supermarkt hinunterzukommen, das Wochenende hungern m\u00fcssen. Das Zittern seiner Finger, das ihn st\u00e4rker denn je \u00fcberfiel, zeigte schon an, da\u00df er es nicht schaffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&#8220;Das sind die D\u00e4monen, die mich beherrschen, liebe Rosi!&#8221;, dachte er solcherart bek\u00fcmert und schaute auf seine\u00a0 H\u00e4nde hinunter, beobachtete seine Finger und sch\u00fcttelte den Kopf. Die D\u00e4monen hatten ihn \u00fcberfallen. Nicht erst jetzt, sondern schon vor f\u00fcnf Jahren waren sie aufgetaucht und hatten ihm seine Frau geraubt. An einem furchtbaren, heimt\u00fcckischen Krebs war sie gestorben und hatte ihn zur\u00fcckgelassen, der seither allein mit dem Leben zurecht kommen mu\u00dfte. Dann war noch das Zittern gekommen. Der Arzt hatte\u00a0 Parkinson diagnostiziert und seither schwankte er, wenn es hochkam, wie betrunken \u00fcber die Stra\u00dfe. Machte einen schlechten Eindruck und brachte ihn zu Unrecht in den Verdacht, Alkoholiker zu sein. Obwohl er sein ganzes Leben lang abstinent gewesen war und kaum mehr als zu Sylvester ein Glas Sekt, zu Weihnachten und zu den Geburtstagen ein Gl\u00e4schen Wein getrunken hatte.<\/p>\n<p>Wenn es hochkam, wankte er solcherart \u00fcber die Stra\u00dfe und in den Supermarkt, um Brot, Milch, Kartoffelp\u00fcrree und Gem\u00fcse f\u00fcr die kommende Woche zu besorgen und wenn er Pech hatte, schaffte er es nicht einmal in sein Hemd hineinzukommen und sich die Krawatte umzuzubinden.<\/p>\n<p>&#8220;Das sind die D\u00e4monen, die mich heimgesucht haben, mich beherrschen und mich nicht mehr verlassen, Rosi!&#8221;, wiederholte er, blickte immer noch auf seine zuckenden Finger und trat ganz langsam mit wiederkehrenden Unterbrechungen an das Schlafzimmerfenster.\u00a0 Sah hinunter auf die Mariahilferstra\u00dfe, die sich langsam mit den Kaufw\u00fctigen zu f\u00fcllen begann. Dorthin mu\u00dfte er, auf die Stra\u00dfe und in den &#8220;Merkurmarkt&#8221;, um seine Besorgungen zu machen und vielleicht auch einen kleinen Krampus oder Nikolo aus Briocheteig f\u00fcr das morgendliche Fr\u00fchst\u00fcck zu besorgen. Das hatte Rosi, als sie noch nicht von ihm gegangen war und die D\u00e4monen ihn noch nicht besessen hatten, so gemacht. Einen kleinen Krampus oder Nikolo f\u00fcr ihn und die Nichten und Neffen, die Kinder, seiner und ihrer Geschwister besorgt.<\/p>\n<p>Das war jetzt vorbei. Rosi an einem f\u00fcrchterlichen Krebs verstorben. Die Neffen und Nichten l\u00e4ngst erwachsen und k\u00fcmmerten sich nicht mehr um den alten Onkel Max, der mit zittrigen H\u00e4nden im Unterhemd vor seinem Schlafzimmerfenster stand und auf das Treiben der gro\u00dfen Stra\u00dfe hinuntersah, die sich langsam zu f\u00fcllen begann. Mit Kindern, mit Hausfrauen, mit Weihnachtsgeschenkeink\u00e4ufern und er sah richtig und hatte sich nicht get\u00e4uscht, mit einer Weihnachtsfrau. Kein d\u00e4monenhafter Krampus stand mit einer Kohlenbutte und einer rasselnden Kette auf der\u00a0 Stra\u00dfe, sondern ein junges M\u00e4dchen mit einer rotwei\u00dfen M\u00fctze\u00a0 und einem Weihnachtsmannanzug. Santa Claus l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen und das Christkind, das immer zu ihm gekommen war, als er klein gewesen war, gab es nur noch auf dem Weihnachtsmarkt am Rathausplatz, w\u00e4hrend unten ein junges M\u00e4dchen als Weihnachtsfrau verkleidet auf der Stra\u00dfe stand und Zuckerln und kleine Schokoladest\u00fcckchen an die Kinder verteilte. Wenn er sich nicht irrte, hatte er das junge M\u00e4dchen auch vor ein paar Tagen, als es ihm das letzte Mal gelungen war, auf die Stra\u00dfe zu kommen und in die Ambulanz, zur monatlichen \u00e4rztlichen Kontrolle, zu fahren, in der U-Bahn gesehen.&#8221;<\/p>\n<p>So das mu\u00df nun morgen in der Nika-Perspektive in den f\u00fcnften Dezembertag. Mal sehen wie es mir gelingt. Krampusse und Nikolofiguren kann die Nika auch verteilen und Harald Schwabenender wird sie abholen und ihr da einen Brotteilkrampus mitbringen und die Jessica Nikolic wird vielleicht f\u00fcr den Max einkaufen gehen oder ihm dabei helfen.<\/p>\n<p>Klaus Khittl hat nach meiner Lesung gesagt &#8220;Die Weihnachtsfrau kenne ich!&#8221;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich er hat ja die<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/rezension.dreizehn.kk.html\"> &#8220;Dreizehn Kapitel&#8221; <\/a>gelesen, ich wei\u00df nicht genau, ob es wirklich solche gibt oder ich sie mir als Feministin so erfunden habe, aber seit der &#8220;Selma&#8221; tauchen in meinen Texten immer wieder Personen auf, die schon in fr\u00fcheren B\u00fcchern erschienen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">Fritzi Jelinek<\/a> in der &#8220;Pensionsschokdepression, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/01\/vorschau-auf-die-pensionsschockdepression-oder-selmas-kopftuch\/\">Fatma Challaki <\/a>im &#8220;Sommernanowrimo&#8221; und die soll sich\u00a0 wieder mit dem traumatisierten Hassan unterhalten und die Nika, beziehungsweise die Idee eines Adventkalenders schleppe ich wirklich schon zweieinhalb Jahren mit mir mit.<\/p>\n<p>Genau wei\u00df ich nicht woran das liegt, vielleicht weil ich schon so viel geschrieben habe, vielleicht auch wirklich, weil ich eine so Schnelle bin, die aus Unsicherheit Themen anrei\u00dft und sie nie zu Ende bringt, eine Frau Sisyphus halt, aber da waren wir ebenfalls schon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag f\u00fcnf des Nanowrimos und es ist etwas weitergegangen. Wenn man die bisherigen Schreibproze\u00dfe anschaut, habe ich ja am Montag sehr euporisch angefangen und etwa viertausend Worte, den ersten Dezember, Nikas Erlebnisse als Weihnachtsfrau und ihren ersten Arbeitstag aufgeschrieben. 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