{"id":39318,"date":"2015-10-25T00:05:02","date_gmt":"2015-10-24T22:05:02","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=39318"},"modified":"2015-10-25T00:05:02","modified_gmt":"2015-10-24T22:05:02","slug":"trophaeen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=39318","title":{"rendered":"Troph\u00e4en"},"content":{"rendered":"<p>Es ist eine seltsame, schwer verst\u00e4ndliche Geschichte, die Isabella Feimer, in ihrem neuen, bei <a href=\"http:\/\/www.braumueller.at\/shop\/catalog\/information.php?info_id=51&amp;autorenID=3479&amp;osCsid=ooa1cfit2q90jstf6n2qc893l0&amp;navsection=3\">&#8220;Braum\u00fcller&#8221; <\/a>erschienenen Roman da erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>So schwer verst\u00e4ndlich, da\u00df ich es zweimal lesen mu\u00dfte, um mir einen Reim zu machen, bin ich ja eine, die alles ganz genau verstehen will.<\/p>\n<p>Eine Verhaltenstherapeutin und keine Psychoanalytikerin, obwohl das, f\u00fcr Isabella Feimers Poetik, ihren Nacht- und Schattengew\u00e4chsen hilfreich sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Um nicht zu untertreiben, einiges habe ich schon verstanden, beziehungsweise mir zusammengereimt, obwohl es am Anfang nur die sch\u00f6nen Worte, S\u00e4tze, Sprachbilder waren, die haften blieben und mich\u00a0 der\u00a0 unerwartete aggressive Inhalt st\u00f6rte.<\/p>\n<p>Damit habe wohl ich meine Schwierigkeiten, mit der Gewalt des Unbewu\u00dften, obwohl man in seiner Kindheit ja nicht nur Sch\u00f6nes erlebt, so da\u00df man seine Narben, Wunden, Verletzungen mit sich tr\u00e4gt und oft auch, die Messer in sich sp\u00fcrt, die die Narben schnitzen.<\/p>\n<p>Da sind zwei Schwestern oder eine Ich- Erz\u00e4hlerin, beziehungsweise ein sie, die machmal die Ich-Form schreibt, eine Namenlose, wenn ich alles verstanden habe und es am Ende, nicht vielleicht doch nur eine war, die auf die andere ihre W\u00fcnsche, \u00c4ngste, Abgr\u00fcnde \u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Natalia ist jedenfalls das Feindbild, die Kranke, die fast gestorben w\u00e4re, die auch Narben mit sich tr\u00e4gt, die alleinerziehende Mutter, weil ihr alle M\u00e4nner davongelaufen sind.<\/p>\n<p>Sie im Hochzeitskleid haben stehen haben lassen, so k\u00fcmmert sie sich scheinbar liebevoll um ihren Steffen. Er mag das, wie Kinder\u00a0 eben sind, anders sehen und sie, die nicht Henriette hei\u00dft, denn das war, wenn ich richtig verstanden habe, die Jugendfreundin, vielleicht auch eine lesbische Liebe, die die b\u00f6se Schwester ins Wasser stie\u00df, lernt am Beginn des Buches in einem Zwischenreich, einen Maler und Tierpr\u00e4parator kennen.<\/p>\n<p>Geht mit ihm in den Zoo, st\u00f6\u00dft dort auf die Schwester, die sie nur h\u00e4misch &#8220;Schwesterlein&#8221; nennt, die will die Beiden zum Essen einladen, will auch, da\u00df sie zu Weihnachten kommt und sich um Steffen, der nur wertvolle Geschenke bekommt und seine Videospiele verstecken mu\u00df, k\u00fcmmert, wenn sie f\u00fcr eine m\u00f6gliche Hochzeit ein Brautkleid kaufen will.<\/p>\n<p>Ein Mann ist zwar nicht in Sicht, aber es ist ja auch eine untergr\u00fcndiche, psychoanalytische Geschite, eine, die an E. T A. Hofmann erinnern k\u00f6nnte und den habe ich ja als Psychologiestudentin gern gelesen, die Isabella Feimer da erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Sie stellt sich jedenfalls ihren ebenfalls namenlosen Maler, als Henriette vor, l\u00fcgt ihn an, es gibt auch einen Marco, der sie in dem Hotel besucht, in dem sie in der Nacht als Rezeptionistin arbeitet und bringt Steffen in das Zwischenreich, das ist das Lokal einer Hilla, in dessen Hinterzimmer, der Pr\u00e4parator seine Tiere ausstellt.<\/p>\n<p>Natalia ist entsetzt, als sie das erf\u00e4hrt und liegt schlie\u00dflich am Tisch, um sich vom Pr\u00e4parator malen oder vom Maler die Haut abziehen zu lassen und verschwindet schlie\u00dflich im Schatzk\u00e4stchen der Erinnerung ihrer Schwester, die sich dadurch vielleicht von ihrer Vergangenheit, \u00c4ngstn und D\u00e4monen befreien kann.<\/p>\n<p>Vielleicht auch nicht, denn die sind, wie auch die Verhaltenstherapeutin wei\u00df, ja hartn\u00e4ckig und die Seele ein weites Land, tief und unergr\u00fcndlich, wie schon Arthur Schnitzer formulierte.<\/p>\n<p>&#8220;Wunden heilen, sage ich,<\/p>\n<p>sagst du mir deinen Namen? fragt er<\/p>\n<p>ja sage ich,\u00a0 beuge mich zu ihm<\/p>\n<p>er lacht, vielleicht war es doch nur ein Spiel,<\/p>\n<p>ich sage<\/p>\n<p>l\u00fcge, l\u00fcge\u00a0 nicht,<\/p>\n<p>war kein Spiel, ist vielleicht Liebe&#8221;, lauten jedenfalls die letzten S\u00e4tze.<\/p>\n<p>Die 1976 gebore Isabella Feimer, hat <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/07\/zweiter-lesetag\/\">jedenfalls 2012 beim Bachmannpreis<\/a> gelesen, war 2013 mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/08\/der-afghanische-koch\/\">&#8220;Afghanischen Koch&#8221; <\/a>beim<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\"> &#8220;Alpha&#8221;<\/a> nominiert und ist es heuer mit ihrem zweiten Roman &#8220;Zeit ist etwas sonderbares&#8221; wieder&#8221;<\/p>\n<p>Ihre<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/24\/poetische-reiseberichte\/\"> poetischen Reisenotizen<\/a> hat sie vor kurzem im Literaturhaus vorgestellt, da habe ich von ihrem neuen Roman erfahren, der am 21. 10 vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Regisseurin ist sie auch und sehr poetisch, wenn auch eine, die diesmal mit den dunklen Seiten des Lebens spielte und es mir mit dem Lesen daher nicht ganz leicht machte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine seltsame, schwer verst\u00e4ndliche Geschichte, die Isabella Feimer, in ihrem neuen, bei &#8220;Braum\u00fcller&#8221; erschienenen Roman da erz\u00e4hlt. 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