{"id":39000,"date":"2015-10-06T00:31:52","date_gmt":"2015-10-05T22:31:52","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=39000"},"modified":"2015-10-06T00:31:52","modified_gmt":"2015-10-05T22:31:52","slug":"sprachenkuenstler-jandl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=39000","title":{"rendered":"Ernst Jandl Sprachenk\u00fcnstler"},"content":{"rendered":"<p>Zum neunzigsten Geburtstag\u00a0 von Ernst Jandl, der am ersten August neunzig geworden w\u00e4re, gab es im Literaturmuseum ein Archivgespr\u00e4ch &#8220;Ich sein Sprachenk\u00fcnstler&#8221; mit Michael Lentz, Ferdinand Schmatz und Yoko Tawada, moderiert von Ronald Pohl vom &#8220;Standard&#8221;.<\/p>\n<p>Bernhard Fetz leitete ein und erz\u00e4hlte etwas von dem gro\u00dfen Meister, den er schon durch seinen Vorla\u00df kannte, jetzt ist der Nachla\u00df aufgearbeitet, ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/16\/ein-fest-fur-ernst-jandl\/\">Fest,<\/a> beziehungsweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/03\/michelangelo-und-ernst-jandl-show\/\">Ausstellung<\/a> hat es vor f\u00fcnf Jahren in der &#8220;Wien Bibliothek&#8221; auch gegeben und im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/19\/eroffnung-des-literaturmuseums\/\">Literaturmuseum<\/a>, das man diesmal von sechs bis neun bei freiem Eintritt besuchen konnte, gibt es\u00a0 das Video wo Ernst Jandl laut &#8220;Napoleon&#8221; schreit, dieses Lautgedicht, hat der Bachmannpreistr\u00e4ger Michael Lentz, sp\u00e4ter auch gelesen.<\/p>\n<p>Zuerst gab <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/06\/dicht-fest-und-deutscher-buchpreis\/\">Ronald Pohl, ebenfalls Dichter<\/a> und zeitgleich mit mir in die GAV aufgenommen, eine Einleitung und erz\u00e4hlte, welche Arten von Gedichten es geben w\u00fcrde, dann leitete er zu der in Tokyo geborenen Yoko Tawada \u00fcber, die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, als sie dort beim &#8220;Bachmannpreis&#8221; gelesen hat.<\/p>\n<p>Da habe ich sie, glaube ich, zuerst am Klo getroffen und mich gewundert, da\u00df sie einen Sitzpolster mit sich f\u00fchrte und sp\u00e4ter hat mir ihr Text, der glaube ich, von einer Fahrradfahrt durch Hamburg, sie lebt oder lebte auch dort, handelte, sehr gefallen und ich h\u00e4tte ihr, glaube ich, den Preis gegeben, mir nur gedacht, sie wird die Konkurrenz von Josef Winkler nicht aushalten, der auch und zwar glaube ich ein St\u00fcck aus &#8220;Dohmra&#8221; gelesen hat Gewonnen hat dann ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/02\/bachmannpreisgefluster\/\">Herr Bremer<\/a> und das hat mich sehr erstaunt.<\/p>\n<p>Inzwischen habe ich einiges von ihr geh\u00f6rt, sie ist, glaube ich, auch im &#8220;Wohnzimmerkreis&#8221; aufgetreten und scheint, Kunstst\u00fcck, eine experimentelle Dichterin zu sein und die Aufgabe der Eingeladenen war auch, wie Bernhard Fetz vorher noch erkl\u00e4rte, Jandl Gedichte und auch Eigenes zu lesen.<\/p>\n<p>Das tat Yoko Tawada, in dem sie von der &#8220;Jandlbrotfabrik&#8221; erz\u00e4hlte, in der sie literarisch backen lernte und dann ein diesbez\u00fcgliches Plakat hochhob, sp\u00e4ter erz\u00e4hlte sie noch auf die Frage, wo und wie sie Jandl kennengelernt h\u00e4tte, da\u00df das dadurch geschehen sei, da\u00df man sie immer wieder darauf angesprochen habe, da\u00df sie so wie Jandl schreibe, dann hat sie begonnen sich f\u00fcr ihn zu interessieren.<\/p>\n<p>Dann kam Michael Lentz, der Bachmannpreistr\u00e4ger von 2001, sein &#8220;Muttersterben&#8221; habe ich gelesen, weil ich es bei &#8220;Thalia&#8221; mal um einen oder zwei Euro bekommen habe. er war auch in Wien, als in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/15\/laut-und-luise-als-funftausendste-veranstaltung\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;, das Jandl Grundbuch &#8220;Laut und Luise&#8221;<\/a> vorgestellt wurde und er sagte, da\u00df in dem fr\u00fch erschienenen Werk, das &#8220;Suhrkamp&#8221;, glaube ich, nicht verlegen wollte, schon der ganze Jandl enthalten sei, eine Andeutung, da\u00df die Sp\u00e4twerke, in denen sich Jandl mit seinem K\u00f6rper besch\u00e4ftigte, dieser Qualit\u00e4t nicht mehr standhalten konnte und es wurde\u00a0 auch diskutiert, ob Jandl so ein guter Jazzinterpret, Jazzdichter oder Jazzkenner gewesen sei. Er hat sich jedenfalls sehr daf\u00fcr interessiert und das war auch bei dem &#8220;Fest f\u00fcr Ernst Jandl&#8221;, zu h\u00f6ren, dem ich in den Neunzigerjahren in M\u00fcrzuschlag beiwohnen konnte.<\/p>\n<p>Michael Lentz interpretierte dann die Lautgedichte, wie das ber\u00fchmte &#8220;Napoleon&#8221; und als es\u00a0 an seine eigenen Gedichte ging, sagte er, da\u00df in seinen Werken, soviel Jandl enthalten sei, da\u00df er gar nichts extra herauspicken m\u00fcsse und las dann sehr schnell einigevor.<\/p>\n<p>Dann kam <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/22\/wien-rhapsodie\/\">Ferdinand Schmatz,<\/a> 1953 in Konrneuburg geboren, Jandl-Preistr\u00e4ger,\u00a0 Direktor des Instituts f\u00fcr Sprachkunst und ebenfalls experimenteller Dichter, der dann die Gedichte Jandls interpretierte, in denen er sich Rilke lustig machte, beziehungsweise \u00fcber ihn schrieb.<\/p>\n<p>In der Diskussion wurde \u00fcber Jandl und dem Jazz gesprochen, jeder konnte sagen, wie er durch ihn beeinflu\u00dft wurde und Ronald Pohl wollte\u00a0 noch wissen, was von Jandl \u00fcberbleiben w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Eine Frage, die mich einigerma\u00dfen erstaunte, weil ich dachte, da\u00df man das gar nicht in Frage stellen kann, aber die Ute hat das Buch, das ihr der Alfred einmal mitbrachte, auf dem Flohmarkt verkauft, weil er ihr zu derb und zu f\u00e4ikal war und ich bin eigentlich auch kein besonderer Jandl-Fan und keiner der experimentellen Dichtung.<\/p>\n<p>Aber die &#8220;Humanisten&#8221; werden bleiben, h\u00f6rte ich, ein St\u00fcck, d<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/10\/widerstand-im-haiderland\/\">as ich 2000 im Theater in der Gumpendorferstra\u00fce, als Prostest gegen schwarz blau<\/a>, gesehen habe, &#8220;Laut und Luise&#8221; nat\u00fcrlich und noch einiges anderes mehr.<\/p>\n<p>Ich war ja einmal mit dem Alfred und der Anna, als sie zwischen drei und f\u00fcnf Jahre alt war, am Nationalfeiertag im &#8220;Neunzigerhaus&#8221;, da hat er gelesen, die kleine Anna ist herumgerannt und hat ihn wahrscheinlich gest\u00f6rt, da hat er auf den Tisch gekloppft und sie laut nachgeahmt, so da\u00df der Ordner auf uns zugekommen ist, um sie zu entfernen.<\/p>\n<p>Jetzt hat Bernhard Fetz einen Brief vorgelesen, den Jandl in den sp\u00e4ten Neunzehnneunzigerjahren an eine Schulklasse geschrieben hat, wo er von &#8220;Wortspargedichten&#8221; geschrieben und sie ermuntert hat, zu dichten, um ihre M\u00fctter zu erfreuen, wie er auch wegen seiner Mutter zu schreiben angefangen hat.<\/p>\n<p>Neben mir ist der pensionierte Lehrer gesessen, der ein bi\u00dfchen den Jandl oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/19\/wendelin-schmidt-denglers-laudaties\/\">Schmid-Dengler Nachla\u00df <\/a>aufgearbeitet hat, die Frau Schmid-Dengler war da.<\/p>\n<p>Friederike Mayr\u00f6cker nicht, was mich ein wenig wunderte und ich hoffe, da\u00df sie nicht krank ist.<\/p>\n<p>Christel Fallenstein, die auch fehlte, hat ja, wie ich vor einem\u00a0<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/12\/ein-abend-in-niederhollabrunn\/\"> Monat von ihrem Mann erfuhr<\/a> einen Schlaganfall gehabt und jetzt kommen noch die Todesmeldungen, ist doch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/22\/das-magazin\/\">Helmut Karasek<\/a>, wenige Tage bevor das &#8220;Literarische Quartett&#8221; wieder aufgelebt wurde, in Hamburg gestorben und heute kam zu Mittag die Nachricht, da\u00df auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/27\/hunde-von-riga\/\">Hennig Mankell<\/a> mit siebenundsechzig Jahren seinem Krebs erlegen ist.<\/p>\n<p>Und am Schlu\u00df etwas Erfreuliches bez\u00fcglich der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/08\/19\/der-longlistenstart\/\"> Buchpreiszone<\/a>, ich habe jetzt alle B\u00fccher. F\u00fcnf mu\u00df ich ja noch lesen, den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/26\/erneuter-bucheinkauf\/\">Lappert und den Helle hat mir der Alfred vor einer Woche beim &#8220;Thalia&#8221; in St. P\u00f6lten gekauft<\/a>, den Witzel habe ich mir von der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/05\/longlistentagebuch-und-wochenbericht\/\">Trude Kloiber gew\u00fcnscht <\/a>und den Vladimir Vertlib und den Ulrich Peltzer hat mir der liebe Otto zum Literaturmuseum gebracht.<\/p>\n<p>Er hat schon elf B\u00fccher gelesen, liest gerade den Witzel, will bis n\u00e4chste Woche noch alle <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/16\/shortlist-reflexionen\/\">Shortlistb\u00fccher<\/a> schaffen, tippt auf den Peltzer oder den Witzel als neuen Buchpreistr\u00e4ger und meint, da\u00df der Peltzer gar nicht so schwer zu lesen ist, wie ich im Netz \u00f6fter h\u00f6rte und jetzt noch einmal zu Ernst Jandls &#8220;Wortspargedichten&#8221; und seinen Brief an die Sch\u00fcler, denen er riet mit den Worten zu sparen, denn Goethe, Schiller, Heine haben auch solche Gedichte geschrieben. Man kann nat\u00fcrlich auch einen Roman mit tausend Seiten schreiben, aber das sollte man sich \u00fcberlegen,\u00a0 hat er gemeint. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/01\/von-der-longlistlesung-zur-release-party\/\">Clemens Setz<\/a> hat sich daf\u00fcr entschieden und ich bin schon auf Seite siebenhundert und kann jetzt alle Longlistb\u00fccher lesen, auch wenn ich bis November dazu brauche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum neunzigsten Geburtstag\u00a0 von Ernst Jandl, der am ersten August neunzig geworden w\u00e4re, gab es im Literaturmuseum ein Archivgespr\u00e4ch &#8220;Ich sein Sprachenk\u00fcnstler&#8221; mit Michael Lentz, Ferdinand Schmatz und Yoko Tawada, moderiert von Ronald Pohl vom &#8220;Standard&#8221;. 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