{"id":38937,"date":"2015-10-01T23:29:35","date_gmt":"2015-10-01T21:29:35","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=38937"},"modified":"2015-10-01T23:29:35","modified_gmt":"2015-10-01T21:29:35","slug":"von-der-longlistlesung-zur-release-party","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=38937","title":{"rendered":"Von der Longlistenlesung zur Release Party"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8220;B\u00f6rseverein des deutschen Buchhandels&#8221; verstaltet immer sogenannte &#8220;Blindlesungen&#8221;, wo in einer meist deutschen Buchhandlung ein Longlistkanditat liest, man zahlt ich Deutschland, glaube ich, auch Eintritt daf\u00fcr und erf\u00e4hrt erst vor Ort, wer und was gelesen wird.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich hat hingegen vorige Woche in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; Ilija Trojanow seinen\u00a0 von der Zeit der bulgarischen Dikatur handelnden Roman <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/11\/macht-und-widerstand\/\">&#8220;Macht und Widerstand&#8221;<\/a> vorgestellt, da bin ich nicht hingegangen, sondern stattdessen ins <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/24\/poetische-reiseberichte\/\">Literaturhaus zu Isabella Feimer<\/a>, weil ich nicht gern zu Veranstaltungen gehe, wo ich die B\u00fccher schon gelesen habe.<\/p>\n<p>Aus Zeitgr\u00fcnden, nicht aus Sorge, da\u00df ich nichts mehr Neues erfahren k\u00f6nnte und heute stellte Clemens J. Setz sein Opus Magnus &#8220;Die Stunde zwischen Frau und Gitarre&#8221;, moderiert von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/08\/07\/angelika-reitzer\/\">Angelika Reitzer<\/a> vor und da machte ich eine Ausnahme, beziehungsweise habe ich heute in der Badewanne erst die ersten hundert Seiten gelesen und angefangen, auf dem &#8220;Betreuten Lesen-Blog&#8221; meine ersten <a href=\"http:\/\/frau-und-gitarre.de\/2015\/09\/30\/reisetagebuch-s-1-96\/#comments\">Kommentare<\/a> <a href=\"http:\/\/frau-und-gitarre.de\/2015\/09\/14\/setzgespraeche\/#comments\">abzugeben.<\/a><\/p>\n<p>Am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/28\/zweimal-eskapaden\/\">Montag<\/a> habe ich Angelika Reitzer gefragt, ob sie glauben w\u00fcrde, da\u00df viele Leute zu der Lesung kommen?<\/p>\n<p>Ich glaubte, da\u00df eigentlich schon, denn die Blogs haben ja alle sehr bedauert, da\u00df das Buch nicht auf der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/16\/shortlist-reflexionen\/\">Shortlist<\/a> stand und war schon kurz nach halb sieben da, wo aber au\u00dfer dem Lehrer aus Retz, der noch fr\u00fcher gekommen ist, nicht viele Leute anwesend waren.<\/p>\n<p>Dann kamen aber nach und nach ein paar junge Leute, es kam auch Markus K\u00f6hle und Angelika Reitzer leitete die Veranstaltung damit ein, da\u00df Clemens Setz bei der Buchpr\u00e4sentation ihres Romanes <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/07\/saisonstart-mit-angelika-reitzer\/\">&#8220;unter uns&#8221; <\/a>im Phil, Clemens Setz sie eingeleitet hat.<\/p>\n<p>So \u00e4ndern sich die Zeiten, damals war Clemens J. Setz wahrscheinlich noch bei &#8220;Residenz&#8221;, ist da ja der Erstling &#8220;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/18\/sohne-und-planeten\/\">S\u00f6hne und Planeten&#8221;<\/a> erschienen, den ich gelesen habe, als er mit den &#8220;Frequenzen&#8221; schon mal auf der &#8220;Longlist&#8221; und auch auf der &#8220;Shortlist&#8221; stand. Dann wechselte er, wie das so \u00fcblich zu &#8220;Suhrkamp&#8221;, f\u00fcr den Erz\u00e4hlband <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/26\/die-liebe-zur-zeit-des-mahlstadter-kindes\/\">&#8220;Die Liebe zur Zeit des Mahlst\u00e4dter Kindes&#8221;<\/a>, das ich im B\u00fccherschrank fand, hat er den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/20\/leipzig-in-den-wohnzimmern\/\">&#8220;Preis der Leipziger Buchmesse erhalten&#8221;<\/a>, dann erschien &#8220;Indigo&#8221;, das, glaube ich 2012 auf der Shortlist stand, ein Gedichtband und noch Nacherz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p>Der 1982 geborene Grazer der Mathematik studierte, scheint also ein Vielschreiber zu sein, ein\u00a0 begnadetes Literaturtalent oder Wunderkind und &#8220;Die Stunde zwischen Frau und Gitarre&#8221; hat \u00fcber tausend Seiten.<\/p>\n<p>Zu der Frage, wie lange er zu diesem Monsterwerk gebraucht hat, bin ich nicht gekommen, auch zu der nicht, wieso der Stalker eigentlich im Rollstuhl sitzt?<\/p>\n<p>Angelika Reitzer leitete aber ein und erz\u00e4hlte, da\u00df das ein vielstimmiges Werk ist, das in vielen Geschichten,\u00a0 L\u00fcgen und die Wahrheit erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Da habe ich die ersten hundert Seiten heute morgen in der Badewanne viel realistischer gelesen, die Geschichte von der einundzwanzigj\u00e4hrigen Behindertenbetreuerin Natalie, die einen Stalker und dessen Opfer in der WG in der sie arbeitet betreuen soll.<\/p>\n<p>Sehr realistisch, denn ich w\u00fcrde in der prek\u00e4r besch\u00e4ftigten Natalie, drei Betreuer teilen sich zwei Arbeitspl\u00e4tze, eine Borderlinerin sehen, sie ist auch noch Epileptikerin.<\/p>\n<p>Angelika Reitzer sprach aber von den Wortsch\u00f6pfungen, die Natalie den verschiedenen Farben zuordnet und Clemens J. Setz gab dann auch noch Einblicke in sein Autorenschaffen.<\/p>\n<p>Gelesen hat er zwei Stellen, die schon auf den von mir gelesenen hundert Seiten zu finden waren und noch eine andere und erz\u00e4hlte viel von seinen Ideen und davon, wie er zu den sprudelnden Einf\u00e4llen gekommen ist.<\/p>\n<p>Denn die Natalie ist ja keine gew\u00f6hnliche Behindertenbetreuerin, sondern spielt mit ihren Freund, die verschiedensten Spielchen, merkt sich die Anzeigen der entlaufenden Tiere, die auf der Stra\u00dfe h\u00e4ngen und denkt sich M\u00e4use auf ihren Schultern aus, damit sie diese entlastet.<\/p>\n<p>Das sei sagte Clemens J. Setz autobiografisch, wie er in seine Protagonistin wahrscheinlich viel von seiner Person hineingelegt hat, denn er spr\u00fchte von Ideen und Einf\u00e4llen, erz\u00e4hlte Geschichen und Geschichtern und ich dachte es w\u00e4re ein realistischer Roman?<\/p>\n<p>Weit gefehlt, die Neurosen der Natalie und der anderen Protagonisten, die ich wahrscheinlich noch gar nicht alle kenne, sind auch darunter und Angelika Reitzer fragte , ob Clemens J. Setz in dem Buch, dem Leser alle Gehiemnisse l\u00fcfte und fragte auch nach seinen Anteilen, denn er hat sich in dem Buch in einem kleinen sanftm\u00fctigen Hasen ein Denkmal gesetzt und w\u00fcrde er beim Schreiben schon alles wissen, dann w\u00e4re es nicht so spannend.<\/p>\n<p>Das sollen sich einmal die, die streng nach der Schneeflockenmethode schreiben, hinter die Ohren schreiben und ich habe vielleicht ein paar Geheimnisse des tausend Seiten Buches gel\u00fcftet bekommen und kann mich in der n\u00e4chsten Woche durch die weiteren neunhundert lesen und dann ging es vom <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/08\/12\/20-aus-167000\/\">Buchpreisbloggen<\/a> wieder zu der jungen \u00f6sterreichischen Literatur, n\u00e4mlich zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/21\/von-der-rebellion-zu-den-literaturdebuts\/\">&#8220;Kremayr und Scheriau&#8221; und seiner literarischen Schiene<\/a>, die heute noch einmal beim &#8220;Thalia&#8221;\u00a0 und dann im &#8220;7*&#8221; mit einer Verlagsprogrammer\u00f6ffnungsparty vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Mit Sekt, Buffet, Musik und feierlichen Er\u00f6ffnungsreden vom Verleger Martin Scheriau, der Eingangs sein Erfolgskonzept erw\u00e4hnte und der Leiterin der Literaturschiene, Tanja Raich, die demn\u00e4chst in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; eigene Texte lesen wird und dann gab es sehr viel Smalltalk.<\/p>\n<p>De Autorinnen Marianne Jungmeier, Irmgard Fuchs und Lanina Illcheva, sowie der Autor Daniel Zipfel stellten sich vor. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/22\/gustav-ernst-und-der-dialog\/\">Gustav Ernst <\/a>war anwesend und trug mir auf zu schreiben, da\u00df es sich einen \u00f6sterreichischen Buchpreis geben soll, der auf der Buch Wien vorgestellt werden soll.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, selbstverst\u00e4ndlich, da bin ich gleich dabei, dem Hauptverband wird es aber, glaube ich, zu teuer sein und er wird auf den &#8220;Alpha&#8221; verweisen, auf dessen Shortlist heuer ja auch Karin Peschka mit ihrem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/01\/watschenmann\/\">&#8220;Watschenmann&#8221; <\/a>steht und die war anwesend, wie auch Petra Piuk, deren Roman, glaube ich, im n\u00e4chsten Jahr bei der neuen Literaturschiene erscheint und\u00a0 ich habe heute damit begonnen, meine Geburtstagsleseparty vorzubereiten, beziehungsweise die Lesenden einzuladen.<\/p>\n<p>Im Kulturcafe 7* werde ich \u00fcbrigens demn\u00e4chst auch<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/lesungen\/\"> zweimal lesen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8220;B\u00f6rseverein des deutschen Buchhandels&#8221; verstaltet immer sogenannte &#8220;Blindlesungen&#8221;, wo in einer meist deutschen Buchhandlung ein Longlistkanditat liest, man zahlt ich Deutschland, glaube ich, auch Eintritt daf\u00fcr und erf\u00e4hrt erst vor Ort, wer und was gelesen wird. 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