{"id":37838,"date":"2015-08-11T00:49:53","date_gmt":"2015-08-10T22:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=37838"},"modified":"2015-08-11T00:49:53","modified_gmt":"2015-08-10T22:49:53","slug":"jiddische-gedichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=37838","title":{"rendered":"Jiddische Gedichte"},"content":{"rendered":"<p>Ganz genau wei\u00df ich selber nicht mehr, woher ich das B\u00e4ndchen &#8220;Jiddische Gedichte&#8221; &#8211; \u00fcbertragen von Hermann Hakel, herausgegeben von Armin Eidherr in der &#8220;Theodor Kramer Gesellschaft&#8221; gemeinsam mit dem &#8220;Lynkeuas-Verlag&#8221;, 2001, habe, aber ich denke, es k\u00f6nnte von einem der B\u00fcchert\u00fcrme bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; stammen und in mein B\u00fccherregal gewandert sein.<\/p>\n<p>Dann gabs das Buch \u00fcber Hermann Hakel <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/27\/ein-besonderer-mensch\/\">&#8220;Ein besonderer Mensch&#8221;<\/a> bei der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; am &#8220;Zur freien Entnahme oder gegen eine kleine Spende-Tisch&#8221;, ich habs gelesen und dann die &#8220;Jiddischen Gedichte&#8221; auf meiner B\u00fccherliste eingetragen und nun auf dem sehr hei\u00dfen Hochschwab-Wanderwochenende gelesen.<\/p>\n<p>Ein besonderer Mensch, der 1911 in Wien geborene und 1987 dort gestorbene Hermann Hakel?<\/p>\n<p>Nun ich glaube er war in den F\u00fcnfziger und sechzigerjahren in Wien neben <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/29\/hans-weigel-symposium\/\">Hans Weigel <\/a>und Rudolf Felmayer sowas wie der Reich Ranicky f\u00fcr die Literatur, der F\u00f6rderer junger Talente, wie Ingeborg Bachmann etc und die zwei oder drei Herren haben sich, glaube ich, auch \u00fcber ihre Entdeckungen zerstritten.<\/p>\n<p>Erika Danneberg, die ich im &#8220;Arbeitskreis schreibender Frauen&#8221; kennenlernte und die eine Zeitlang mit ihm verheiratet war, hat, glaube ich kein gutes Haar an ihm gelassen und Dine Petrik, die eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/21\/die-verfehlte-wirklichkeit\/\">Biografie \u00fcber Hertha Kr\u00e4ftner<\/a>, auch eine seiner Sch\u00fctzlinge schrieb, hat das ebenfalls getan.<\/p>\n<p>Ein autorit\u00e4rer \u00e4lterer Herr, der durch die Kriegserlebnisse, die Emigration nach Italien, etc, sehr gepr\u00e4gt wurde, denke ich und kann mich erinnern, da\u00df ich in den Achzigerjahren auch einmal Texte an die von ihm herausgegebene Zeitschrift &#8220;Lynkeus&#8221; geschickt und wie ich mich zu erinnern glaube, eine sehr freundliche und erkl\u00e4rende &#8220;Warum nicht-Antwort&#8221; bekommen habe.<\/p>\n<p>Hermann Hakel hat sich auch, wie Armin Eidherr, ein Mitarbeiter der Kramer Gesellschaft im Vorwort schreibt, sehr um das Judentum und die j\u00fcdische Literatur gek\u00fcmmert, ist in den Neunzehnhundertzwanziger Jahren in die Bukawiner gereist und dann hat er auch &#8220;in der Hitler-Zeit in italienischen Anhaltelaggern viele Emigranten aus Polen, Bessarabien, der Ukraine und der Bukawina&#8221; kennengelernt.<\/p>\n<p>Er hat dann angefangen Gedichte aus der jiddischen Sprache ins Deutsche zu \u00fcbertragen, wieviel genau er davon ver\u00f6ffentlicht hat, habe ich dem Vowort nicht so ganz entnommen, 2001 hat sich die Kramer-Gesellschaft gemeinsam mit Emmerich Kolovic, dem Hakel Nachla\u00dfverwalter, der \u00dcbertragungen angenommen und ein sehr sch\u00f6n illustriertes B\u00e4dchen herausgegeben, in dem Gedichte von vierzig jiddischen Dichter und Dichterinnen enthalten sind, die zwischen\u00a0 1862 und 1935 geboren wurden und von denen ich au\u00dfer Marc Chagal, dem Maler und Itzig Manger niemanden kenne.<\/p>\n<p>Die meisten entnehme ich den Lebensl\u00e4ufen sind nach Amerika emigirert.<\/p>\n<p>Israel Stern 1884- 1942 ist im Warschauer Getto umgekommen. Von den meisten sind nur ein oder zwei Gedicht enthalten, von Chagall und einigen anderen auch mehrere.<\/p>\n<p>Die meisten Gedichte gibt es nur in der deutschen \u00dcbertragung, bei einigen wird das jiddische Original gegen\u00fcbergestellt, einen Lebenslauf des Autors gibt es am Schlu\u00df auch und die darin enthaltenen Begriffe, wie beispielsweise Sch\u00b4mah Jisroel, Sch\u00e4chter, Seder, etc werden genau erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Ein buch f\u00fcr Anf\u00e4nger der jiddischen Literatur oder des Judentums, wie Armin\u00a0 Eidherr in seiner Einleitung auch\u00a0 meint und empfiehlt, da\u00df man sich mehr mit der jiddischen Dichtung besch\u00e4ftigen sollte.<\/p>\n<p>Sollte man nat\u00fcrlich, sie wird vermutlich nich so einfach zu bekommen sein, mir ist eigentlich nur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/16\/ein-stuck-trockenes-brot\/\">Josef Burg<\/a>, der in dem Band nicht enthalten ist, vielleicht hat er keine Gedichte geschrieben bekannt und so habe ich mich recht begierig in die Gedichte der mir unbekannten und meist l\u00e4ngst verstorbener Dichter gelesen und kann meinen Lesern hier auch nur ein paar Beispiele und den Ratschlag sich selber weiter mit den Dichtern zu besch\u00e4ftigen geben, was man beispielsweise bei den Veranstaltungen der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/21\/von-frankfurt-nach-czernowitz\/\">&#8220;Kramer Gesellschaft&#8221;<\/a> ein bi\u00dfchen tuen kann.<\/p>\n<p>&#8220;In den roten Tropfen tunk ich meine Feder&#8221; so lautet auch der Titel des Buches, der nicht am Cover, aber auf der ersten Seite zu finden ist und das ist aus einem Gedicht von Rachel Fischman die 1935, also die j\u00fcngste der enthaltenen Autorinnen, in Philadelphia gaboren und 1984 in Israel gestorben ist, das &#8220;Sabbat&#8221; hei\u00dft.<\/p>\n<p>&#8220;In den roten Tropfen tun ich meine Feder, w\u00fcnsch mir, eure Finger sollen brennen von der Sonne meiner Woche, von der Woche hei\u00df und rot.&#8221;<\/p>\n<p>Und dann hat mich, um in dem Buch wieder zur\u00fcckzubl\u00e4ttern Josef Rolnik, der 1879 in Wei\u00dfru\u00dfland geboren und 1955 in New York gestorben ist, mit seinem dem jiddischen Romanschriftsteller Ejsik Raboj gewidmeten Gedicht sehr beeindruckt.<\/p>\n<p>&#8220;Ich und der Dichter Ejsik Roboj sind Nachbarn T\u00fcr an T\u00fcr manchmal geh ich zu ihm, manchmal kommt er zu mir.<\/p>\n<p>Nur Bretter sind zwischen uns beiden, ein wenig \u00fcbert\u00fcncht und einer h\u00f6rt des anderen Schritt, ich rechts, er links.<\/p>\n<p>Wir kennen einander von der Henry Street bald f\u00fcnfundzwanzig Jahr. Wir waren eins, heut sagt man von uns: Das ist schon fast nicht mehr wahr.<\/p>\n<p>Ich arbeite in einem W\u00f6rter-Stell und er bei &#8220;Seibl und Minx&#8221;. Ich bin und blieb ein bi\u00dfchen rechts und er ist durchaus links.&#8221;<\/p>\n<p>Durchaus interessant sich in eine unbekannte, wahrscheinlich leider l\u00e4ngst vergangene Welt mit meist wahrscheinlich unbekannten Dichtern und Dichterinnen, die aus Polen, Wei\u00dfru\u00dfland, der Bukowina, etc stammen, einige wurden auch von Stalin hingerichtet, die meisten sind, wie erw\u00e4hnt in New York gestorben und viele haben B\u00fccher und Gedichtb\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht, die wahrscheinlich inzwischen ebenfalls unbekannt und vergriffen sind.<\/p>\n<p>Sicherlich ein Verdient Hakels sich damit zu besch\u00e4ftigen, zu \u00fcbertragen und herauszugeben, wie autori\u00e4r und frauenfeinlich er vielleicht sonst noch war und auch ein Verdienst der &#8220;Theodor Kramer Gesellschaft&#8221;, die Gedichte\u00a0 herauszugeben, die jetzt lange ungelesen bei mir herumgelgen sind, ich jetzt aber einen wahrscheinlich nicht zu kleinen Eindruck davon mitnehmen konnte, aber nat\u00fcrlich mu\u00df man auch hier mehr und weiterlesen, in der Zeitsschrift &#8220;Zwischenwelt&#8221;, die ich regelm\u00e4\u00dfig zugeschickt bekomme, kann man das auch ein bi\u00dfchen tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz genau wei\u00df ich selber nicht mehr, woher ich das B\u00e4ndchen &#8220;Jiddische Gedichte&#8221; &#8211; \u00fcbertragen von Hermann Hakel, herausgegeben von Armin Eidherr in der &#8220;Theodor Kramer Gesellschaft&#8221; gemeinsam mit dem &#8220;Lynkeuas-Verlag&#8221;, 2001, habe, aber ich denke, es k\u00f6nnte von einem &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=37838\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[5127,3347,5128],"class_list":["post-37838","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-ernst-kramer-gesellschaft","tag-hermann-hakel","tag-jiddische-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37838"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37838\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}