{"id":37015,"date":"2015-07-05T11:45:18","date_gmt":"2015-07-05T09:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=37015"},"modified":"2015-07-05T11:45:18","modified_gmt":"2015-07-05T09:45:18","slug":"neununddreisigstes-bachmannlesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=37015","title":{"rendered":"Neununddrei\u00dfigstes Bachmannlesen"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwochabend begann in Klagenfurt wieder das Bachmannlesen oder wie es richtiger hei\u00dft, die &#8220;Tage der deutschsprachigen Literatur&#8221; und ich bei der Er\u00f6ffnung wieder per live stream dabei, obwohl es diesmal etwas schwierig war, weil erst mit einer Versp\u00e4tung begonnen. Dann begannen in dem Raum mit dem kargen wei\u00dfen B\u00fchnenbild, &#8220;Es kommen h\u00e4rtere Zeiten!&#8221;, sollte etwas sp\u00e4ter die Frau Direktor mit Ingeborg Bachmann den Sparkurs zitieren, die Cellistin Asia Valcic und der Akkordeonist Klaus Paier zu spielen. Christian Ankowitsch moderierte und versprach sich vermehrmals dabei, interviewte aber wieder die Politiker, es gibt eine neue B\u00fcrgermeisterin und die Sponsoren, fragte sie nach ihren Lieblingsb\u00fcchern und lie\u00df sich von ihnen best\u00e4tigen, da\u00df Literatur und Kultur, auch in Zeiten wie diesen, sehr sehr wichtig sei, so wurde am Buffet eingespart, wie die Frau Direktor betonte, was Wolfgang Tischer vom Literaturcafe, der schon zwei Podcats zeigte,\u00a0 freuen wird, aber auch an einen Preis, den &#8220;Ernst Willner-Preis&#8221;, den die Verlage fr\u00fcher stifteten, gibt es nicht mehr und nach den Er\u00f6ffnungsreden mit den teilweisen neuen Gesichtern, marschierte die Jury ein, die auch drei neue Mitglieder und einen neuen Vorsitzenden hat. Hubert Winkels hielt so zum ersten Mal die Er\u00f6ffnungsrede und z\u00e4hlte auf, wie oft er schon dabei war, einundzwanzig Mal, glaube ich und er erz\u00e4hlte auch, was sonst immer<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/02\/bachmannpreisgefluster\/\"> ich<\/a> tue, da\u00df sich das Verst\u00e4ndnis des Preises im Laufe der Jahre ge\u00e4ndert hat. Am Anfang gab es gro\u00dfen Widerstand der \u00f6sterreichischen Autorenschaft vor der \u00f6ffentlichen Vorf\u00fchruung, jetzt ist der Preis den Leuten schon zu zahm, aber das k\u00f6nnte sich bei der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/30\/frauenpower-beim-bachmannpreis\/\">Frauenpower und den Performancern<\/a> die heuer antreten, vielleicht \u00e4ndern und so wurde dann auch ausgelost und die Reihenfolge bestimmt. Erst dann kam<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/27\/34-bachmannpreis\/\"> Peter Wawerzinek, der Bachmannpreistr\u00e4ger von 2010<\/a> mit seiner Er\u00f6ffnungsrede &#8220;Tinte kleckst nun mal&#8221;, die es auch als sch\u00f6n gebundenes Heftchen gibt und in der er sich als Wahl-Klagenfurter outete, beziehungsweise seine literarische Selbstdarstellung dort ansiedelte. So hat er zweimal dort gelesen, einmal 1991 das zweite Mal hat er nicht nur den &#8220;Bachmannpreis&#8221; sondern auch den Publkumspreis gewonnen, war also Stadtschreiber und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/06\/29\/europa-erlesen-salzkammergut\/\">Seeschreiber am Wolfgangssee<\/a> war er auch, also schon ein halber \u00d6sterreicher, der Rostocker mit dem polnischen Namen, der auf Deutsch Seidelbast bedeutete. Eine sehr lustige Rede, die vom Publikum sehr belacht wurde und eine reine Selbstdarstellung, w\u00e4hrend sich ja andere in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/25\/geistiges-eigentum-und-bachmannpreiseroffnung\/\">fr\u00fcheren Jahren eine Bibliothek f\u00fcr Klagenfurt <\/a>w\u00fcnschten oder \u00fcber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">MRR<\/a> herzogen und am Donnerstag ginges um zehn mit der ersten Lesung der 1971 in Moskau geborenen und seit 1979 in Deutschland leben Katerina Poladjan weiter, die auch eine zweisprache Identit\u00e4t aufzuweisen hat. Der Text war ein Ausschnitt aus dem demn\u00e4chst erscheinenden dritten Roman &#8220;Es ist weit\u00a0 bis Marseille&#8221;, leider hat es eine Weile gedauert, bis der Text im Internet abrufbar war, was die Bachmann Twitterer auch sehr urgierten und die Geschichte von einem Mann, der sich in der Nacht in einem Bett mit einer Frau in einem Hotel befindet, am Morgen ist die Frau und das Auto verschwunden und er beegibt sich auf einen Berg hinauf, obwohl er ja eigentlich nach Marseille will, wurde von der Jury, in der ja heuer Klaus Kastberger, Sandra Kegel und Stefan Gm\u00fcnder neu sind, kontrovers diskutiert. Dann wurde es spannend, n\u00e4mlich ein One Woman Kabarett und die 1980 geborene und in Bamberg lebende Nora Gomringer\u00a0 habe ich ja schon in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/20\/schamrock-festival\/\">Wien<\/a> und in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/14\/literatur-und-wein\/\">G\u00f6ttweig<\/a> geh\u00f6rt &#8220;Recherche&#8221; hie\u00df der Text, in der eine Nora Bossong, das ist eine 1982 in Bremen geborene Autorin, ein Haus besucht, um \u00fcber den Tod eines verungl\u00fcckten Jungen zu recherchieren und die Bewohner zu befragen. Franz Werfel kommt dabei vor und auch der CoPilot der vor ein paar Monaten sich selbst und noch die anderen sich im Flugzeug befindenen Seelen\u00a0 in den Tod ri\u00df, Klaus Kastberger gab bei der Diskussion eine grandiose Zusammenfassung, da\u00df der Text f\u00fcr den Sieg konstruiert w\u00e4re und alle dabei zu Mitspielern machte, Nora Gomringer ist am Schlu\u00df sehr bejubelt worden, was ich nicht ganz verstanden habe, was aber daran liegen kann, da\u00df ich inzwischen Buzzaldrin auf ihren Beitrag warum sie <a href=\"http:\/\/buzzaldrins.de\/2015\/07\/02\/warum-ich-literaturblogs-mag\/#comments\">&#8220;Blogs mag&#8221; kommentierte<\/a>, denn die Diskussion, da\u00df Blogs <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/27\/sind-blogger-dilettanten\/\">schlecht sind<\/a>, weil sich die Bloggerinnen mit Kaffee und Kuchen und den B\u00fcchern pr\u00e4sentieren und wenig kritisieren,\u00a0 daf\u00fcr eine Komfortzone schaffe, geht weiter und in Klagenfurt ist es mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/15\/rund-um-die-burg-2\/\">Saskia Hennig von Lange<\/a> weitergegangen, die, wie die Twitterer vermeldeten, es schwer hatte, denn eine ruhige junge Frau mit einem ruhigen Text, in dem ein Mann oder eine Frau, das war nicht so ganz klar, in einem Lastwagen sitzt, die Autobahn hinunterrollt und dabei \u00fcber das Leben und das Kind, das man bekommen soll und\u00a0 nicht mag, resumiert. Dann ging es in die Pause, beziehungsweise zu Zitha Bereuther in den Garten und die empfing den Wahl\u00f6sterreicher Peter Wawerzinek, unterhielt sich mit ihm und zeigte dabei das Musilhaus, das Klagenfurter <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/19\/eroffnung-des-literaturmuseums\/\">Literaturmuseum<\/a>, das sowohl dem Dichter Musil, der dort, glaube ich, geboren wurde, als auch der ber\u00fchmten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\">Bachmann<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/27\/wie-punktlich-die-verzweiflung-ist\/\">Christine Lavant<\/a>, die diese Woche hundert werden w\u00fcrde, gewidmet ist. Dann ging es zu der derzeitigen Stadtschreiberin<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/06\/klagenfurter-wettlesen\/\"> Gertraud Klemm<\/a>, die, wenn ihre Facebookseite nicht tr\u00fcgt, gar nicht in Klagenfurt ist, sondern gestern in Hamburg gelesen hat, weiter und ein Kunstmuseum\u00a0 und das, das in Griffen dem anderen gro\u00dfen K\u00e4rntner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/15\/bernhard-und-handke-in-der-osterreichischen-literatur\/\">Peter Handke<\/a> gewidmet ist, wurde auch gezeigt. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/08\/den-bachmannpreis-gewinnen\/\">Cornelia Travnicek, die 2012 den Publikumspreis<\/a> gewonnen hat, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">2013 Stadtschreiberin<\/a> war, deren Roman &#8220;Chucks&#8221; verfilmt wurde und deren zweiter Roman &#8220;Junge Hunde&#8221;, demn\u00e4chst erscheint, einen Ausschnitt daraus, hat sie 2012 gelesen, war aber in Klagenfurt und wurde zusammen mit Katharina Podjadan am Nachmittag von Zita Bereuther inerviewt, sie twittert auch eifrig und hat die gestrigen Aufstrichbrote beim Sparbuffet bem\u00e4ngelt. Aber erst ging es zu den n\u00e4chsten Lesung und da war um halb zwei Sven Recker, ein mir bisher unbekannter Deutscher dran, der wahrscheinlich nicht gewinnen wird, aber dessen Text, der sowohl in der Psychiatrie, als auch im Arbeitsamt, bzw. bei den dort angebotetenen Jobkursen spielt, hat mir naturgem\u00e4\u00df sehr gut gefallen und auf <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/27\/dichte-und-dicke-luft-in-der-alten-schmiede\/\">Valerie Fritsch<\/a>, die ich ja sozusagen in meiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/03\/sechs-jahre-literaturgefluster\/\">&#8220;Literaturgefl\u00fcsterzeit&#8221;<\/a> neben <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/28\/priessnitzpreis-an-anna-weidenholzer\/\">Anna Weidenholzer<\/a> und Cornelia Travnicek entdecken konnte, war ich sehr gespannt, weil ich wissen wollte, wie die junge Frau mit der d\u00fcnnen Stimme und der seltsamen monotonen Sprechweise in ihrer hochliterarischen Art ankommen w\u00fcrde? Nun sie ist angekommen, die Twitterer haben \u00fcber die Sprechweise gel\u00e4stert und bem\u00e4ngelt, da\u00df der Text erst abrufbarwar, als sie schon fast fertig gelesen hat. &#8220;Hallo Herr Ankowitsch, als wichtigter Mann bei den tddl k\u00f6nnen Se bestimmt befehlen, da\u00df die Texte p\u00fcnktlich online gestellt werden&#8221;, und der hie\u00df\u00a0 &#8220;Das Bein&#8221; und handelte in der bekannten Fritschen\u00a0 Art von einem Mann der im Sommer sein Bein verloren hat und sich im Winter darauf erschie\u00dft&#8221;. &#8220;Winters Garten&#8221; k\u00f6nnte man vermuten, wird aber nicht so sein, denn der Roman ist ja schon erschienen. Die Jury war \u00fcberzeugt und auch die, die, wie Hubert Winkels kritisieren wollten, hatten eigentlich keinen Einwand, obwohl die Twitterer &#8220;O weh der Jury gef\u00e4llt dieser schw\u00fclstige Bein ab Text&#8221; mokierten, ein Urteil dem ich mich ein klein bi\u00dfchen anschlie\u00dfen kann, obwohl ich Valerie Fritsch, wie schon oft geschrieben f\u00fcr sehr begabt halte. Am Freitag ging es dann mit dem 1967 in Klagenfurt geborenen Peter Truschner, dier in Berlin lebt und schon einmal auf der dBp-Longlist stand mit &#8220;RLT-Reptil weiter. Ein sehr realistischer Text der von M\u00fclltonnen, Sozialschmarotzern und Handies handelt, obwohl das Vorstellungsvideo viel K\u00f6rperlichkeit des feschen Mannes im schwarzen T-Shirt aufwies. Um illegalen Spielschulden und Errektionen geht es dabei auch. Schlie\u00dflich wird noch eingebrochen und eine alte Frau umgebracht. Ein Text der mir wegen seines Realismus gef\u00e4llt, aber doch auch ein wenig zu m\u00e4nnlich und gewaltt\u00e4tig ist und von der Jury auch sehr zerpfl\u00fcckt wurde. Dann folgte Michaela FALKNER deren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/28\/du-blutest-du-blutest\/\">Buch<\/a> ich gelesen habe und die ich auch in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/24\/rund-um-die-burg-mit-lyrik-bim\/\">BIM<\/a>, bei der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/27\/horspielgala\/\">H\u00f6rspielnacht <\/a>und im<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/03\/der-menschheit-wurde-und-dramatik\/\"> MUSA<\/a> h\u00f6rt mit ihrem Manisfest 47 &#8220;Krieger sein Bruder&#8221; sein, in dem es in gewohnt FALKNERISCHER Manier das T\u00f6ten und das Auspucken von Kirschenkerne ging. Der Schweizer Tim Krohn folgte mit einem Auszug aus seinem Roman zum Paradies, in dem um Adam und Eva und ebenfalls um das T\u00f6ten von Tieren, als Rechtgertigung des Menschentums ging. Nach der Pause in der zuerst \u00fcber Christine Lavant und dann \u00fcber den Poetry Slam diskutiert wurde, ging es mit der 1972 in Z\u00fcrich geborenen Schauspielerin Monique Switters weiter. Dazwischen habe ich noch auf Wolfgang Tischers &#8220;Literaturcafe&#8221; f\u00fcr Klaus Kastberger als besten Kritiker abgestimmt und das damit begr\u00fcndet, da\u00df er uns allen auf nonchalanter Weise das Wesen der Literatur erkl\u00e4rt. &#8220;Esche&#8221; hei\u00dft der Switters Text, in dem es um einen Beziehungsreigen, Gr\u00e4ber und eine demente Frau ging. &#8220;Das Kn\u00e4ckebuch kracht, Nathanael lacht!&#8221;, ein Textbeispiel aus der Beziehungsgeschichte. Die Jury schien begeistert und\u00a0 als letzte f\u00fcr den Freitag, die dreiiundzwanzigj\u00e4hrige Ronja von R\u00f6nne, die ja mit ihren provokanten Feminismustext, die Gem\u00fcter erregte und f\u00fcr sehr viel Aufmerksamkeit sorgte, obwohl kein Videoportrait und nur sehr sp\u00e4rliche literarische Angaben, m\u00f6glicherweise ein Hildesheimbesuch und der erste Roman soll n\u00e4chstes Jahr bei &#8220;Aufbau&#8221; erscheinen. &#8220;Welt am Sonntag&#8221; hie\u00df der Text, der mit den Worten &#8220;Ich wache auf und mir ist schlecht&#8221; beginnt, in einem Hotelzimmer spielt und die junge Frau mit den ausdrucksvollen Augen tr\u00e4gt ein blaues Kleid mit einem wei\u00dfen Kragen und sieht sehr m\u00e4dchenhaft damit aus. Um einen Wettbewerb, den der gewinnt, der den langweiligsten Traum hat, geht es in dem Text auch. Ein sehr jugendlicher flotter Text, der mir eigentlich recht gut gef\u00e4llt. &#8220;Klara und Wolf, wer h\u00e4tte das gedacht, da\u00df ihr jetzt bald Kinder macht!&#8221;, wird auf einer Hochzeit gedichtet, nachdem das Hotelzimmer verlassen w\u00fcrde und um den Stre\u00df der neuen jungen Leistungsgesellschaft, in der man immer unzufrieden sein mu\u00df, geht es dabei auch. &#8220;Ein Text mit Pose&#8221; kommentiert Meike Fe\u00dfmann und die Twitterer haben auch schon \u00fcber die Popliteratur, die sie nicht mehr m\u00f6gen, geunkt, Ich bin ein bi\u00dfchen ambivalent und gespannt, was noch alles von der etwas provokanten Frau zu h\u00f6ren sein wird. Dann ging es wieder in den Garten, wo eine polnische Literaturkritikerin die Texte kommentierte und Gertrud Klemm, die aus Hamburg wieder zur\u00fcck zu sein scheint, erkl\u00e4rte, da\u00df sie mit den guten oder schlechten Jahrg\u00e4ngen Schwierigkeiten hat. Nachdem ich dann statt dem Film vom Bachmannleser <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/06\/23\/magazinprasentation-und-weltbefragung\/\">Trojanow<\/a> zuzusehen, auf die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/04\/im-lesegarten\/\">Wiedner Hauptstra\u00dfe <\/a>gegegangen bin, um an<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/03\/neununddreisigstes-bachmannlesen\/\"> meinem siebenten Bloggeburtstag <\/a>selbst zu lesen, ging es am Samstagweiter in Klagenfurt, Wolfgang Tischer gab seine Prognosen, bis jetzt gelten ja Valerie Fritsch, Nora Gomringer und Monique Switters als Favoritinnen, von dem letzteren Text bin ich nicht ganz \u00fcberzeugt, aber es lesen ja noch vier, drei Frauen und ein Mann und der\u00a0 1980 in Bern geborene J\u00fcrg Halter, ist vielleicht auch ein Favorit, zumindest hat mir sein Autorenportrait, wo er Gedichte f\u00e4ngt, sich mit einem selbstgemachten Apple pr\u00e4sentiert und sich hinter einer Laterne versteckt, sehr gut gefallen und auch sein lapidar vorgetragener Text &#8220;Erwachen im einundzwanzigsten Jahrhundert&#8221; &#8220;Da sitzt ein Mensch um\u00a0 5 Uhr 20. Fr\u00fcher als er es wollte, ist er erwacht.&#8221; Eugen Roth hat ja auch von &#8220;Einem Menschen&#8221; geschrieben, J\u00fcrg Halter ist, glaube ich, philosophischer, hintergr\u00fcndiger und twittern tut er, genau wie Ronja von R\u00f6nne, Klaus Kastberger, Cornelia Travnicek auch. Leider schlo\u00df sich die Jury, offenbar am Anfang noch etwas verschlafen, nicht meiner Meinung an, sprach von Gott und Nietzsche und schien beleidigt, aber ich kann ja bis f\u00fcnfzehn Uhr selber abstimmen und werde das vielleicht f\u00fcr J\u00fcrg Halter tun, bis jetzt h\u00e4tte ich gedacht, ich mache es f\u00fcr Seven Recker, aber es kommen noch drei Damen und die in Klagenfurt lebende und in Zagreb geborene Anna Bahr, kam als n\u00e4chste dran. Ihr Text hei\u00dft &#8220;Die Farbe des Granatapfels&#8221; und so hei\u00dft auch der Roman, der demn\u00e4chst bei &#8220;Wallstein&#8221; erscheint. Dann war es elf vorbei und ich bin mit dem Rad durch die Sommerhitze auf den Markt nach St. P\u00f6lten gefahren und als ich zur\u00fcckkam, war gerade noch die Diskussion von Dana Grigorcea zu h\u00f6ren, mit der ich ja schon einmal fast mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/27\/am-literaturschiff\/\">Schiff von Bratislava<\/a> nach Wien gefahren w\u00e4re und ihr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/06\/baba-rada\/\">erstes Buch<\/a> gelesen habe. Ihr Text hie\u00df &#8220;das prim\u00e4re Gef\u00fchl der Schuldlosigkeit&#8221; und het in ein Bukarest zur\u00fcck, wo man mit den Fernsehen, aber auch mit der Securitate ein wenig schummeln mu\u00df, dann kommt Michael Jackson als gro\u00dfe Hoffnung, l\u00e4\u00dft sich abseien und ruft euphorisch &#8220;Hey Budapest!&#8221; Auf einmal war der Ton weg und so habe ich mich zu Teresa Pr\u00e4auer gezapt, die ja mit ihrem letzten Buch f\u00fcr den Leipziger Buchpreis nominiert war. Ihr Text hei\u00dft\u00a0 <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/16\/leipzig-gebloggt\/\">&#8220;O Schimmi&#8221;<\/a> und handelt von einem jungen Mann, der sich als Affe verkleidet, um bei seiner &#8220;Ninni&#8221;, die ihn gar nicht zu m\u00f6gen scheint, zu landen. Ein Text, der von Teresa Pr\u00e4auer sehr flott gelesen wurde und dann, weil man nur bis drei abstimmen kann, wieder zu Anna Baar und zum Granatapfel zur\u00fcck. Den &#8220;Preis der Automatischen Literaturkritik&#8221;, der im vorigen Jahr auf f\u00fcnftausend Euro hinaufgecrowdfundet wurde, scheint es nicht mehr zu geben, also abstimmen, sich dann in Ruhe die Jurydiskussionen anh\u00f6ren am Sonntag werden\u00a0 um elf die vier Preise vergeben, wo es jetzt ja neben Fritsch, Switters, Gomringer, wie ich der Bachmannseite entnehme, zwei neue Favoritinnen mit Teresa Pr\u00e4auer und Dana Grigocea geben soll. Klaus Kastberger hat, erfahre ich gerade, auf dem Literaturcafe, das Jurorenranking gewonnen, ich bin ja immer zu schnell und w\u00fcrde mein Urteil jetzt auch revidieren und Juri Steiner, dem d\u00fcnnen schwarzen Schweizer meine Stimme geben, der mir, ich gestehe es, erst gestern durch das Tischer-Interview so richtig aufgefallen ist und jetzt geht es wieder los in Klagenfurt und die Shortlist wird\u00a0 bekanntgegeben: Anna Baar,\u00a0 Valerie Fritsch, Nora Gomringer, Dana Grigorca, J\u00fcrg Halter(fein und nicht erwartet( Teresa Pr\u00e4auer und Monique Switter. Der Bachmannpreis f\u00fcnfundzwanzigtausend Euro vergeben von der Stadt Klagenfurt ging nach einigen Stichwahren an Nora Gomringer, der Kelag Preis wurde dann zwischen Pr\u00e4auer und Fritsch gewonnen und der, wie ich ebenfalls glaube, literarischste Text der Runde &#8220;Das Bein&#8221; hat gewonnen. Die Bachmann, das, denke ich auch, wie einer der Juroren sagte, h\u00e4tte dem zugestimmt, ein bi\u00dfchen zu viel Pathos ist es f\u00fcr mich allerdings auch. Und beim dritten\u00a0 dem &#8220;3Sat-Preis&#8221; unterlag Teresa Pr\u00e4auer wieder in der Stichwahl und Dana Grigorcea gewann, was wie ich ebenfalls finde ein wenig schade ist und der Publikumspreis mit siebentausend Euro und dem Stadtschreiberposte ging f\u00fcr mich \u00fcberraschend, ich h\u00e4tte Gorminger oder von Ronja von R\u00f6nne gerechnet, ebenfalls an Valerie Fritsch. Ich gratuliere herzlich und findes es ein wenig schade, da\u00df keine M\u00e4nner dabei sind. Hubert Winkels hielt das Schlu\u00dfwort und jetzt gehts ins <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/01\/sommerfrischenbeginn\/\">Sommerschreiben<\/a> und zum <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/08\/28\/longlistenlesen\/\">Longlistenlesen.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwochabend begann in Klagenfurt wieder das Bachmannlesen oder wie es richtiger hei\u00dft, die &#8220;Tage der deutschsprachigen Literatur&#8221; und ich bei der Er\u00f6ffnung wieder per live stream dabei, obwohl es diesmal etwas schwierig war, weil erst mit einer Versp\u00e4tung begonnen. &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=37015\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[60],"tags":[459],"class_list":["post-37015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literaturbetrieb","tag-bachmannpreis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37015"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37015\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}