{"id":36888,"date":"2015-07-02T00:40:00","date_gmt":"2015-07-01T22:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=36888"},"modified":"2015-07-02T00:40:00","modified_gmt":"2015-07-01T22:40:00","slug":"mein-mann-der-kommunist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=36888","title":{"rendered":"Mein Mann, der Kommunist"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin, schreibe ich immer, keine besondere Freundin der gro\u00dfen Amerikaner, die bei uns\u00a0 so hoch gehalten und als Vorbild f\u00fcr unsere Literatur gepriesen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/21\/kanada\/\">Richard Fords &#8220;Kanada&#8221;<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/31\/lichtjahre\/\">James Salters &#8220;Lichtjahre&#8221;<\/a>, der k\u00fcrzlich gestorben ist, habe ich f\u00fcr langatmig empfunden und bei Philiph Roth, von dem ich das erste Mal etwas h\u00f6rte, als ich bei der &#8220;Libro-Bestseller-Aktion&#8221;, das &#8220;Amerikanische Idyll&#8221; nicht gefunden habe, danach den &#8220;Menschlichen Makel&#8221; und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/25\/exit-ghost\/\">&#8220;Exit Ghost&#8221;<\/a> gelesen habe, ist es mir \u00e4hnlich gegangen.<\/p>\n<p>Ausnahme sind <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/26\/hasenherz\/\">John Updikes &#8220;Hasenherz&#8221;<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/26\/die-glasglocke\/\">Sylvia Plaths &#8220;Glasglocke&#8221;<\/a>, aber bei Frauen ist das vielleicht anders und nun, den, wie ich irgendwo gelesen habe &#8220;besten&#8221; Roth Roman.<\/p>\n<p>Philiph Roth rechnet mit der Mc Cartny \u00c4ra ab. Tut das wieder sehr langatmig auf fast vierhundert Seiten, verwendet dabei alle m\u00f6glichen Katasthrophen die einem so passieren k\u00f6nnen und verwendet auch noch einen doppelten Erz\u00e4hlstil dabei, also ganz sch\u00f6n routiniert nat\u00fcrlich, wie es sich f\u00fcr einen, der jedes Jahr auf den Nobelpreis warten soll, ja geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Philip Roths Alter Ego oder Erz\u00e4hler ist, glaube ich, der Schriftsteller Nathan Zuckerman und der bekommt von seinem, inzwischen neunzigj\u00e4hrigen Englischlehrer, die Geschichten dessen Bruder Ira Ringold erz\u00e4hlt, wie Sheherazade tut er das in einigen Tagen, geht von vorne\u00a0 zur\u00fcck und wieder nach vorn und baut so S\u00e4mtliches ein, was in nur in einem Roman passieren kann und dabei h\u00e4tte ich gedacht, ich habe keinen Erfolg, weil ich zu langatmig bin und nicht genug verdichte, bei den Amerikanern ist das offensichtlich anders und, um nicht mi\u00dfverstanden zu werden, ich finde die amerikanische Geschichte sehr interessant, zu weitschweifig war es mir aber erz\u00e4hlt und ich habe auch recht lang mit dem Lesen gebraucht und wei\u00df beim Nacherz\u00e4hlen jetzt auch nicht, wo ich anfangen soll?<\/p>\n<p>Wahrscheinlich in den F\u00fcnfzigerjahren, wo MC Cartney eine Kommunistenhatz betrieb und da ist Ira Ringold, ein Jude aus nicht ganz so guten Haus, aus dem Krieg nach Hause gekommen, mit kommunistischen Ideen, die sind mir bei all den Verwicklungen nicht so ganz klar geworden. Er wurde aber von einem O Day indoktriniert, lebte auch sehr einfach in einer H\u00fctte und da hat er auch den jungen Nathan kennengelernt und ihn eingeladen, einige Sommer mit ihm dort zu verbringen. Der besorgte Vater unterzieht ihm einem Verh\u00f6rt, fragt\u00a0 ob er ein Kommunist sei?<\/p>\n<p>Ira verneint, so gibt es einige sch\u00f6ne Sommer auf dem Land, Ira verheiratet sich dann mit Eve Frame, einer Schauspielerin, die schon drei M\u00e4nner und mit einem einem Homoseuxuellen eine Tochter namens Sylphid hat. Er zieht zu ihr nach New York, wird Rundfunksprecher und lebt in nichtkommunistischen Luxus.<\/p>\n<p>Die Ehe ist aber nicht sehr gut, Sylphid sperrt sich dagegen und zwingt die Mutter zu einer Abtreibung, was Ira ihr nicht verzeiht, der hat Bandscheibenprobleme, so braucht er eine Physiotherapeutin, das ist eine Estnin, die kommt zu ihm mit ihrem Behandlungstisch und macht bei ihm offensichtlich auch noch etwas anderes, als Massage und Eve, die beiden haben sich inzwischen getrennt und Ira ist zu seinem Bruder gezogen, bestellt sie einmal zu sich, um Ira einen Brief zu \u00fcberbringen.<\/p>\n<p>Dort l\u00e4\u00dft sie Helgi warten, weil sie den Brief immer wieder neu beginnt, so da\u00df diese sich allm\u00e4hlich betrinkt und sie dann w\u00fcst beschimpft.<\/p>\n<p>Das ist der Anfang der Geschichte, beziehungsweise der Titel des Buchs.<\/p>\n<p>Eve hat n\u00e4mlich sehr antikommunistische Freunde und die zwingen sie angeblich in ihrem Namen das Buch &#8220;Mein Mann der Kommunist &#8221; schreiben zu lassen, das Ira w\u00fcst diskriminiert, als sowetischen Spion, Verf\u00fchrer, etc diskriminiert, seine Karriere ist vorbei, der Bruder mu\u00df sich auch einige Zeit als Staubsaugervertreter verdingen und Nathan auf einen Collegeplatz verzichten, er bekommt Weinkr\u00e4mpfe und wird von dem besorgten Bruder in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Dort besucht ihn Eve, wird selbst hysterisch und in eine Zwangsjacke gepackt, das finde ich schon mal \u00fcbertrieben.<\/p>\n<p>Dann geht Ira wieder aufs Land zur\u00fcck und verkauft fortan als Mienenarbeiter Steine an Touristen, er hegt auch Mordpl\u00e4ne an Eve, denn er hat, es wird wirklich immer komplizierter, schon einmal einen Menschen umbegbracht., Eve stirbt aber in den Sechzigerjahren an den Folgen des Alkohols, nachdem Sylphid sie verlassen und zu ihrem homesexuellen Vater nach Frankreich zur\u00fcckgegangen ist. Ira stirbt ein paar Jahre sp\u00e4ter,\u00a0 Nathan Zuckerman bringt seinen neunzigj\u00e4hrigen Lehrer, nachdem die Geschichte zu Ende erz\u00e4hlt ist, in sein Haus zur\u00fcck und resumiert \u00fcber das Leben und den Kommunismus, indem er auf die Sterne schaut.<\/p>\n<p>&#8220;Die Sterne sind unentbehrlich.&#8221;, lautet so auch der letzte Satz des Buchs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin, schreibe ich immer, keine besondere Freundin der gro\u00dfen Amerikaner, die bei uns\u00a0 so hoch gehalten und als Vorbild f\u00fcr unsere Literatur gepriesen werden. 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