{"id":36476,"date":"2015-06-11T00:03:24","date_gmt":"2015-06-10T22:03:24","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=36476"},"modified":"2015-06-11T00:03:24","modified_gmt":"2015-06-10T22:03:24","slug":"hier-im-regen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=36476","title":{"rendered":"Hier im Regen"},"content":{"rendered":"<p>Darf man ein zweites Buch nach dem ersten lesen oder sollte man angesichts der B\u00fccherflut nicht \u00fcberhaupt bei dem einen Buch pro Autor bleiben und wie ist das mit den Rezensionsexemplaren bei Bloggern? Das ist eine Frage, die &#8220;Buzzaldrin&#8221; k\u00fcrzlich wieder stellte, scheinen, die doch Neid zu erregen und da schwirren dann S\u00e4tze wie die vom &#8220;B\u00fccher abstauben&#8221; oder &#8220;Ich w\u00fcrde auch all das lesen, wenn ich die B\u00fccher nachgeschmissen kriege!&#8221;, durch die Runde und es gibt Blogs, die schreiben gro\u00df darauf, da\u00df sie keine solchen nehmen.<\/p>\n<p>Nun\u00a0 <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/12\/bei-30-grad-im-schatten\/\">&#8220;Bei 30 Grad im Schatten&#8221;<\/a> ist ein Rezensionsexemplar, Anna Jung hat es mir im letzten Jahr freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt und Lorenz Langeneggers Erstling &#8220;Hier im Regen&#8221; ist das auch oder eher ein Leseexemplar, mit dem Aufdruck, da\u00df man es nicht vor dem 24. 2. 2009 besprechen sollte und in dem Buch, ob gelesen oder ungelesen,\u00a0 konnte ich nicht herausfinden, lag ein Brief und eine Karte von &#8220;Jung und Jung&#8221; an die Buchh\u00e4ndlerin <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/21\/spaziergang-zum-no-pressehaus-und-anna-jellers-facebookseite\/\">Anna Jeller in der Margaretenstra\u00dfe<\/a>, mit der Vermutung, da\u00df sie das Buch interessieren und sie es bestellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ob sie das gemacht hat, wieder keine Ahnung, ich bin zu dem Buch jedenfalls durch den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/15\/vom-funften-in-den-vierten\/\">&#8220;Augustin-Flohmarkt&#8221; <\/a>gekommen, das mir dieses und noch einige sch\u00f6ne andere, die alle vor einigen Jahren auf der dBP Liste standen oder in Klagenfurt gelesen wurden, bescherte, die ich jetzt der Reihe nach hinunterlesen will, denn von Lorenz Langenegger habe ich das erste Mal etwas geh\u00f6rt, als er <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/25\/bachmannpreislesungen-mit-zitronenkuchen\/\">2009 in Klagenfurt <\/a>gelesen hat, sein Text, der mir gut gefallen hat, ist, glaube ich nicht sehr gut angekommen und als dann im Vorjahr das zweite Buch herauskam, war ich neugierig und habe bei &#8220;Jung und Jung&#8221; angefragt, das erste habe ich 2012 auf die 2015 Leseliste gesetzt, denn ich habe ja leider oder gl\u00fccklicherweise eine elendslange Leseliste, die einmal die &#8220;Deuticke-Pressedame&#8221; irriterte, ich aber sehr ernst nehme, denn ich will ja m\u00f6glichst alle B\u00fccher lesen, obwohl ich inzwischen zu begreifen anfange, da\u00df das nicht gehen wird.<\/p>\n<p>Und um die Frage vom ersten oder zweiten Buch zu beantworten, das habe ich ja auch bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/29\/die-leute-von-peyton-plaece\/\">Grace<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/22\/ruckkehr-nach-peyton-place\/?preview=true\">Metalious <\/a>einmal so gemacht.<\/p>\n<p>Man soll nicht, ist die Antwort die ich mir wieder gebe, denn ich denke, obwohl ich mich an die Eindr\u00fccke von &#8220;Bei 30 Grad im Schatten&#8221; nicht mehr so genau erinnern kann und ich den Autor kurz darauf in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/13\/literatur-in-gottweig-und-krems\/\">G\u00f6ttweig und in Krems <\/a>pers\u00f6nlich kennenlernte, denke ich\u00a0 mit &#8220;Hier im Regen&#8221; ist dem 1980 in Z\u00fcrich geborenen Autor etwas Besonderes gelungen und ich w\u00fcrde sogar so weit gehen, ihn mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/26\/hasenherz\/\">John Updikes &#8220;Rabbit&#8221;<\/a> zu vergleichen.<\/p>\n<p>Da habe ich nur den ersten Band gelesen, w\u00fcrde aber vermuten, die Serienb\u00e4nde reichen nicht daran heran und &#8220;30 Grad im Schatten&#8221; wahrscheinlich auch nicht, aber wie gesagt, das ist Spekulation, denn jetzt stehe ich ja unter dem Eindruck von Lorenz Langeneggers ersten Roman, der mir in seiner genauen Sprache, in der er die Allt\u00e4glichkeiten des Lebens erz\u00e4hlt, sehr sympathisch ist und ich ja selber auch so schreiben will, obwohl ich dann oft h\u00f6re, &#8220;Da passiert ja nichts!&#8221; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/07\/augustin-schreibwerkstatt\/\">&#8220;Oder das ist viel zu banal!&#8221;<\/a> und Literatur, das habe ich ja unl\u00e4ngst erst bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=36443&amp;preview=true\">Sigrun H\u00f6llriegl <\/a>wieder gelesen mu\u00df \u00fcberh\u00f6ht sein und \u00fcbertreiben, denn sonst ist sie nicht gut.<\/p>\n<p>Ich glaube, das nicht, habe das nie geglaubt und nach der Langenegger Lekt\u00fcre, bin ich erst recht davon \u00fcberzeugt, da\u00df man auch das Banale erz\u00e4hlen kann und das wird im Klappentext auch so angesprochen.<\/p>\n<p>&#8220;Unspekul\u00e4rer kann das Setting eines Romans kaum sein, um nicht zu sagen langweiliger.&#8221;<\/p>\n<p>Lorenz Langenegger ist das nicht, wie der Klappentexter gleich weiter ausf\u00fchrt und ich fange mit dem Nacherz\u00e4hlen, beziehungsweise dem Spoilern, das ja eine Spezialt\u00e4t meiner Rezensionen oder Besprechungen ist, an.<\/p>\n<p>Da ist wieder Jakob Walter, ich kenne ihn ja schon, Steuerbeamter, seit f\u00fcnf Jahren verheiratet, in Bern wohnend und der wacht eines Morgens auf und fragt sich, warum er in Bern wohnt und was er dort macht?<\/p>\n<p>Seine Frau Edith wei\u00df das auch nicht und als er zum Zeitungsfach geht, wundert er sich, die Zeitung ist nicht da, der Nachbar erkl\u00e4rt es ihm gleich, es ist ja heute der erste August, der Schweizer Nationalfeiertag und Freitag ist es auch, warum ist Walter dann so fr\u00fch aufgestanden?<\/p>\n<p>Das wei\u00df seine Frau, denn sie will ihre Eltern in Winterthur besuchen und am Abend zur\u00fcckkommen, so geht Walter aus dem Haus, kauft ein Erstverkaufsabzeichen, bekommt eine Autogrammkarte zugesteckt, will seinen Freund Rolf besuchen, ein Kneipenwirt, mit dem ihm eine Freunschaft verbindet, obwohl er ihn schon l\u00e4nger nicht gesehen hat. Aber der ist nicht da, die Kneipe zu und Ruth, eine Alkoholikerin und Stammg\u00e4stin erkl\u00e4rt ihm, er ist seit einer Woche verschwunden und wahrscheinlich in der Aare ertrunken.<\/p>\n<p>Walter geht zum Bahnhof, bekommt von einer \u00e4lteren Frau erkl\u00e4rt, wie man den Fahrscheinautomaten bedient, will sich ein Halbpreisabo kaufen und f\u00e4hrt dann zum ganzen Preis nach Locarno, dort geht er in eine Wirtschaft, mietet sich in ein Zimmer ein, das fr\u00fcher wohl vom Gro\u00dfvater des Wirtes bewohnt war, jedenfalls liegen noch seine Kleider im Kasten. Er will noch eine zweite Nacht bleiben, wird von einem ehemaligen Arbeitskollegen angesprochen, der ihn in sein Sommerhaus mitnimmt und ihm dort das Gastzimmer anbietet.<\/p>\n<p>Und weil ein Roman wahrscheinlich trotzdem ein wenig abgehoben sein mu\u00df um <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/08\/spurensuche\/\">&#8220;Jung und Jung&#8221;<\/a> zu \u00fcberzeugen, geht Walter in sein Zimmer, um sein Gep\u00e4ck zu holen, obwohl er keines hat und packt des Gro\u00dfvaters Hemd und ein italienisches Buch in eine Plastikt\u00fcte, gut, das ist ein bi\u00dfchen unlogisch, wie auch Walters pl\u00f6tzliche Krankheit, als er statt in dem Gastzimmer zu \u00fcbernachten, wieder nach Bern zur\u00fcckf\u00e4hrt, denn im Fernsehen, sieht er die Aare ist \u00fcbergegangen, offenbar der Flu\u00df in Bern und er\u00a0 bildet sich ein, Rolfs Leiche zu sehen.<\/p>\n<p>So will er zur\u00fcck, der Kollege bringt ihn zum Zug und dort ist er pl\u00f6tzlich krank, weil er in die Aare gesprungen ist. Habe ich etwas \u00fcberlesen? Aber ich streiche mir ja ohnehin immer alles an.<\/p>\n<p>Er f\u00e4hrt jedenfalls zur\u00fcck, geht zu Barbara, die mit Rolf befreundet war, erf\u00e4hrt, der war mit einer Anna verheiratet und Walter hat das nicht gewu\u00dft.<\/p>\n<p>Die Leiche wird dann auch gefunden und Walter geht wieder in seine Wohnung zur\u00fcck, um Edith zu erwarten, die einen Tag l\u00e4nger bei ihren Eltern geblieben ist.<\/p>\n<p>Die wundert sich \u00fcber das Ersttagsabzeichen und die schmutzige Jacke. Walter l\u00fcgt ihr auch vor, die Wohnung die drei Tage nicht verlassen zu haben und das Leben geht weiter. Die Midlifekrise mit Drei\u00dfig ist vorbei. Walter wird am n\u00e4chsten Morgen wieder ins Steueramt gehen und ein paar Jahre sp\u00e4ter, statt zu einer Tagung zu fahren, einen anderen Ausflug machen, von dem ich im vorigen Jahr gelesen habe und in zwei drei Jahren wieder ein anderes Abenteuer bis zu seiner Pensionierung erleben, aber das ist jetzt wieder Spekulation. Das wei\u00df ich nicht so genau, denn es gibt ja erst zwei Langenegger- Romane, obwohl ich den Autor, glaube ich, heuer wieder in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/12\/von-der-entschluselung-der-welt\/\">Krems und G\u00f6ttweig <\/a>gesehen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf man ein zweites Buch nach dem ersten lesen oder sollte man angesichts der B\u00fccherflut nicht \u00fcberhaupt bei dem einen Buch pro Autor bleiben und wie ist das mit den Rezensionsexemplaren bei Bloggern? 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