{"id":36014,"date":"2015-05-16T00:08:00","date_gmt":"2015-05-15T22:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=36014"},"modified":"2015-05-16T00:08:00","modified_gmt":"2015-05-15T22:08:00","slug":"alberta-empfangt-einen-liebhaber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=36014","title":{"rendered":"Alberta empf\u00e4ngt einen Liebhaber"},"content":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit den Liebesromanen, vom Harlander &#8220;Thalia-Abverkaufsstapel&#8221;, obwohl ich gar nicht sicher bin, ob Band sechzehn der &#8220;Brigitte Buch-Edition- Die Liebesromane&#8221; wirklich ein solcher ist und in dem hundertzehn Seiten B\u00fcchlein, steht auch keine Gattungsbezeichnung.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde es eher f\u00fcr eine dreiteilige Erz\u00e4hlung halten und interessant, seltsamerweise geht es wie bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=35992&amp;preview=true\">&#8220;Agnes&#8221;<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=36002&amp;preview=true\">&#8220;Luft und Liebe&#8221;<\/a> auch ein wenig, um die Schreibprozesse, zumindest kippt die Geschichte, der 1956 bei Potsdam geborenen Birgit Vanderbeke , die in S\u00fcdfankreich lebt, mit\u00a0 &#8220;Das Muschelessen&#8221;, ein Buch das ich endlich lesen sollte, 1990 beim &#8220;Bachmannpreis&#8221; gewonnen hat und von der ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/10\/geld-oder-leben\/\">&#8220;Geld oder Leben&#8221;<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/29\/sweet-sixteen\/\">&#8220;Sweet Seexteen&#8221; <\/a>gelesen habe, im zweiten Kapitel&#8221; Jeanne-Philippe&#8221;, in das Leben der Schriftstellerin, wo sie vom Schreiben der Geschichte erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Aber wieder sch\u00f6n der Reihe nach, damit sich meine Leser auskennen und nicht \u00fcber meine elendlangen Schachtels\u00e4tze <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/22\/uber-bulgarien\/#comments\">stolpern<\/a>:<\/p>\n<p>&#8220;Seit sie Teenange sind und &#8220;Bis zum j\u00fcngsten Tag&#8221; sind Alberta und Nadan f\u00fcreinander bestimmt. Doch leider sind sie selbst nicht immer dieser Meinung. Und wenn, dann auch nicht immer gleichzeitig. So umkreist das verhinderte Traumpaar einander ein halbes Leben lang. Dabei k\u00f6nnte alles so einfach sein, wenn M\u00e4nner und Frauen nur nicht so verschieden w\u00e4ren&#8221;, erf\u00e4hrt man am Buchr\u00fccken und im ersten Kapitel &#8220;Eine Mizzebill&#8221; geht es damit los, das Alberta und Nadan\u00a0 vor Himmelfahrt durchbrennen wollen.&#8221;<\/p>\n<p>Sie haben nur das Problem, da\u00df sie nicht genau wissen wohin, sie will nach Paris, weil sie \u00dcbersetzerin ist und sich dort mit ihrem Autor unterhalten k\u00f6nnte, er nach Amsterdam, weil Paris schmutzig ist und es dort Kakerlaken in den Zimmern gibt, das kann aber sie nicht leiden, weil dort die\u00a0 H\u00e4user Halbgardinen haben.<\/p>\n<p>So w\u00e4re Kopenhagen noch eine Option, dann kippt es in das Ferienlager, wo sich die Beiden mit F\u00fcnfzehn kennenlernten und bei einer Nachtwanderung offenbar k\u00fcssen wollten und das irgendwie auch nicht zusammenbrachten, dann taucht noch eine Bettina auf, mit der Nadan sich befreundet. Sie geht mit einem Rudi davon und sp\u00e4ter ist sie mit Rudi bei ihm und Bettina zum Essen eingeladen. Einige Jahre sp\u00e4ter bEschlie\u00dfen die Beiden durchzubrennen und \u00fcbernachten in einem Hotel zwischen Ludwighafen und Mannheim, k\u00f6nnen aber nicht schlafen, weil sie die ganze Nahct husten mu\u00df, er Migr\u00e4ne bekommt, so fl\u00fcchtet sie auf den Balkon und am n\u00e4chsten Tag trennen sie sich, er geht nach Arizona, um dort Astrophysik zu studieren, sie nach Lyon, um zu unterrichten und zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Kapitel zwei &#8220;Jean-Philippe&#8221; beginnt mit den Worten &#8220;Es ist schon einige Jahre her, seit ich die Erz\u00e4hlung, &#8220;Eine Mizzebill&#8221; schrieb. Ja richtig eine Mizeebill ist &#8220;so ziemlich das \u00dcbelste was einem Mann passieren kann&#8221; und au\u00dferdem ist Alberta eine solche, zumindest behauptet Nadan, das vor Rudi und Bettina und nennt sie auch immer so.<\/p>\n<p>Die namenlose Erz\u00e4hler, vielleicht Birgit Vanderbeke, das ist ja immer die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/25\/jadran-heist-die-adria\/#comments\">Frage<\/a>, jedenfalls eine Schriftstellerin und \u00dcbersetzerin, die mit ihrem Mann Jean-Philippe und der kleinen Tochter bei den Schwiegereltern in T. lebt, zeigt ihm die Geschichte\u00a0 und er sagt, sie ist noch nicht fertig.<\/p>\n<p>Dann geht es in dem Kapitel, um verschiedenes anderes, um den Keuchusten der Tochter, um die Weinst\u00f6cke der Schwiegerteltern, auch um die \u00dcbersetzungen eines Herrn Vallot, der m\u00f6glicherweise ein Plagiateur ist und der interessanterweise sowohl von Alberta, als auch von ihrer Schriftstellerin \u00fcbersetzt wird.<\/p>\n<p>Jean- Philippe fragt jedenfalls immer wieder in dem Kapitel nach, wie es Alberta geht und es endet damit, da\u00df sie ihm antwortet &#8220;Oh Alberta empf\u00e4ngt einen Liebhaber.&#8221;<\/p>\n<p>So hei\u00dft dann auch Kapitel drei, da kommt Alberta nach Hause und am Antrufbeantwortet hat Nadan ihr seinen Besuch angek\u00fcndigt. Was sie in Aufregung versetzt, sie \u00fcberlegt sich S\u00e4tze, was sie sagen oder nicht sagen soll, damit sie nicht in Streit getraten, schlie\u00dflich f\u00e4llt ihr ein, da\u00df sie sich \u00fcber &#8220;Vallot&#8221; unterhalten k\u00f6nnten. Sie beginnt das Abendessen vorzubereiten, Taubensuppe, bekommt aber nur Wachteln, die Nachspeise mi\u00dflingt, f\u00fcr die Forellen kauft sie eine eigene Pfanne, damit sie sich nicht anlegen, dann \u00f6ffnet sie ihm mit Hauspantoffeln und noch na\u00dfen Haaren und das erste was er macht, ist, da\u00df er einen Viertelstunde telefoniert, bevor er ihr er\u00f6ffnet, da\u00df er einen Wagen braucht, weil seine Frau hochschewanger ist, dann geht er und im Epilog zeigt die Erz\u00e4hlerin die Geschichte Jean-Philippe,&#8221; der sie las und dannkam er lachend und gut gelaunt heraus und sagte ironisch: Madame meine Hochachtung. Ich lachte auch\u00a0 und sagte: Monsieur, heute abend bringen\u00a0 Sie mal Ihre Tochter ins Bett.&#8221;<\/p>\n<p>Am Buchr\u00fccken kann man noch &#8220;Genau beobachtet, gnadenlos komisch und ungemein lebensklug: die Geschichte einer gro\u00dfen Liebe mit Hindernissen&#8221; lesen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde es wieder eher etwas konstruiert und k\u00fcnstlich empfinden und kann als Bonmot noch anmerken, da\u00df ich mich vor einigen Wochen in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;, mit der Stammbesucherin, die immer die &#8220;Literatrischen Soirees&#8221; besucht, \u00fcber das Lesen unterhalten habe, wo sie mir sagte, da\u00df sie &#8220;Alberta empf\u00e4ngt einen Liebhaber&#8221; gelesen, ihr das Buch aber nicht gefallen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit den Liebesromanen, vom Harlander &#8220;Thalia-Abverkaufsstapel&#8221;, obwohl ich gar nicht sicher bin, ob Band sechzehn der &#8220;Brigitte Buch-Edition- Die Liebesromane&#8221; wirklich ein solcher ist und in dem hundertzehn Seiten B\u00fcchlein, steht auch keine Gattungsbezeichnung. 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