{"id":35672,"date":"2015-04-21T22:07:07","date_gmt":"2015-04-21T20:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=35672"},"modified":"2015-04-21T22:07:07","modified_gmt":"2015-04-21T20:07:07","slug":"lesetheaterauffuhrung-irmgard-keun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=35672","title":{"rendered":"Lesetheaterauff\u00fchrung Irmgard Keun"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich habe ich ja heute in die Hauptb\u00fccherei zur Pr\u00e4sentation des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/16\/leipzig-gebloggt\/\">Kafka-Buchs, das f\u00fcr den Leipziger Sachbuchpreis <\/a>nominiert war, gehen wollen und gestern doch in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/20\/april-in-stein\/\">Robert Streibel <\/a>und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/10\/erich-hackls-antwort-auf-thomas-stangl\/\">Erich Hackl,<\/a> dann habe ich aber gesehen, da\u00df in der Hauptb\u00fccherei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/20\/ubergrenzen-in-der-hauptbucherei\/\">Marlene Schachinger ihre bei &#8220;Septime&#8221; erschienene Anthologie pr\u00e4sentiert<\/a> und<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/28\/ruth-aspocks-buchpremiere\/\"> Ruth Asp\u00f6ck<\/a>, die ich angerufen habe, um ihr zu erz\u00e4hlen, da\u00df sie im<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/19\/eroffnung-des-literaturmuseums\/\"> &#8220;Literaturmuseum&#8221; <\/a>in einer Endlosschleife zu sehen ist, sagte mir, da\u00df am Dienstag im Literaturhaus ihre Lesetheaterauff\u00fchrung zu Irmgard Keuns &#8220;Nach Mitternacht&#8221; stattfindet und als ich am Montag in die Hauptb\u00fccherei gekommen bin, streckte mir Ottwald John das diesbez\u00fcgliche Flugblatt entgegen und erz\u00e4hlte mir stolz, er h\u00e4tte am Sonntag der Warteschlange vor dem &#8220;Literaturmuseum&#8221; etwa hundert solche Zettel verteilt.<\/p>\n<p>Also umdisponiert, obwohl ich Irmgard Keun schon gelesen und bereits wieder vergessen habe, denn in den Siebzigerjahren hat sich die brave Psychologiestudentin in der Otto Bauer Gasse, die Zeitschrift &#8220;Emma&#8221; gekauft und da wurde die 1905 geborene und 1982 verstorbene Irmgard Keun wiederentdeckt, ihre B\u00fccher wieder herausgegeben, die ich mir kaufte, eines davon oder mehrere sind auch als Fortsetzungen in der Zeitschrift &#8220;Frau&#8221; erschienen, die meine Mutter ja regelm\u00e4\u00dfig gelesen hat.<\/p>\n<p>Inzwischen ist die Keun wieder vergessen, Ruth Asp\u00f6ck war aber im Sommer in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/23\/vom-trostkaffee-zur-kriminacht\/\">Schriftstellerwohnung<\/a> in Venedig, die einmal Anita Pichler geh\u00f6rt hat und hat da &#8220;Nach Mitternacht&#8221; entdeckt, sie hatte seltsamerweise noch nie etwas von der Schriftstellerin geh\u00f6rt, war aber begeistert und bereitete eine Lesetheaterauff\u00fchrung mit Ottwald John, Christa Nebenf\u00fchr, Andrea Pauli, Birgit Schwaner und Helga Golinger vor und brachte eine sehr genaue Einf\u00fchrung in das Leben der Autorin, die einem nichtj\u00fcdischen B\u00fcrgerhaushalt entstammte, Stenotypistin war und dann wahrscheinlich mit &#8220;Gilgi eine von uns&#8221; begonnen hat, einen aufm\u00fcpfigen neuen Frauenroman zu schreiben, den die Nazis, als sie an die Macht kamen verboten haben, so da\u00df sie nach Ostende fliehen mu\u00dfte, dort in den Kreis der Emigranten aufgenommen wurde, mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/25\/joseph-roths-legende\/\">Joseph Roth<\/a> befreundet war, den Krieg dann versteckt bei ihren Eltern unter falschen Namen \u00fcberlebte, &#8220;Nach Mitternacht&#8221; ist in einem Exilverlag erschienen, dann gibt es noch &#8220;Das kunstseidene M\u00e4dchen&#8221;, &#8220;Das M\u00e4dchen mit dem die Kinder nicht verkehren durfgten&#8221; und und und.<\/p>\n<p>Wie geschrieben, die meisten Romane habe ich gelesen und schon wieder vergessen und war so \u00fcberrascht \u00fcber den frechen Ton, in dem sich die junge Frau \u00fcber die Nationalsozialisten lustig machte und die Geschichte eines jungen naiven M\u00e4dchens namens Sana erz\u00e4hlt, die von der neuen Zeit und der Politik \u00fcberrascht wird, obwohl sie sich eigentlich nur f\u00fcr die Liebe und das Leben interessiert.<\/p>\n<p>Die Politik kommt ihr aber in die Quere und ihr Freund Franz wird von einem Denuzianten als Kommunist vernadert, als er\u00a0 um zu heiraten einen Zigarettenladen aufmachen will, als er aus dem Gef\u00e4ngnis freikommt, bringt er den Verr\u00e4ter um und mu\u00df mit ihr nach Mitternacht nach Rotterdam fliehen.<\/p>\n<p>Das Literaturhaus sehr voll, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/28\/kaffee-bei-erika-brunngraber\/\">Erika Brunngraber,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/17\/tacheles-reden\/#comments\">Frau Widhalm,<\/a> die literarisch interessierte Dame, die ich in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; kennenlernte, Christian Katt, den ich schon vorher beim B\u00fccherschrank, in dem einiges sehr interessantes zu finden war, getroffen habe, Ingeborg Reisner, die selbst ein Buch geschrieben hat, Werner Gr\u00fcner und und und.<\/p>\n<p>Die Ruth hat einen Teil ihrer Edition mitgebracht, die man sich gegen Spenden nehmen konnte, es gab nachher wieder Gespr\u00e4che und Wein und eine junge Frau, die sich f\u00fcr das Lesetheater zu interessieren scheint, wurde von allen Seiten angeworben und es istauch eine interessante Sache, denn die Keun, ist inzwischen wieder sehr vergessen, hat aber einen wirklich interessanten frischen Ton, obwohl sie das Leben dann offenbar selber nicht so frisch fr\u00f6hlich schaffte, sondern dem Alkohol und den Tabletten zugegriffen hat und auch mehrere Jahre in geschlossener Spitalsbehandlung war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich habe ich ja heute in die Hauptb\u00fccherei zur Pr\u00e4sentation des Kafka-Buchs, das f\u00fcr den Leipziger Sachbuchpreis nominiert war, gehen wollen und gestern doch in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; 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