{"id":35316,"date":"2015-04-04T00:36:00","date_gmt":"2015-04-03T23:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=35316"},"modified":"2015-04-04T00:36:00","modified_gmt":"2015-04-03T23:36:00","slug":"fledermausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=35316","title":{"rendered":"Fledermausland"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Diverse Wahrheiten \u00fcber Wasserst\u00e4nde, Paranoia, Jounalismus und Hunter S.Thompson&#8221;, sind in einer, beim &#8220;Gonzo-Verlag&#8221; herausgegebenen Anthologie, die anl\u00e4\u00dflich des zehnten Todestages des US-amerikanischen Schriftstellers Hunter S. Thompson, der sich am\u00a0 20. Februar 2005 erscho\u00dfen hat, zu finden.<\/p>\n<p>Hunter S. Thompson, keine Ahnung wer das ist, noch nie etwas von\u00a0 dem Journalisten und offenbar auch Beat Poeten geh\u00f6rt und auch von einem Gonzo-Verlag nicht, der\u00a0 2007 von der damaligen f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrigen Studentin Miriam Spies, der Name basiert auf den Gonzo-Jounalismus, den von Hunter S.Thompson pr\u00e4gte, gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Wieder etwas gelernt und das erste unverlangt zugesandte Rezensionsexemplar, das gleich als E-Book mitgeschickt\u00a0 wurde, habe ich von Miram Spies vor ein paar Wochen auch bekommen und mir beim Lesen und beim Rezensieren ein wenig schwer getan, denn erstens von dem Beat-Poeten keine Ahnung und auch von die in derAntholgie versammelten Autoren, waren mir bisher unbekannt, so da\u00df ich beim Lesen sehr viel nachschauen mu\u00dfte und fast denke, da\u00df ich mir mit einem herk\u00f6mmlichen Printexemplar leichter getan h\u00e4tte, da ich aber sehr neugierig bin und gerne, wie ich immer schreibe, \u00fcber den Tellerrand schaue, habe ich mich durch die vier Teile, die auch noch englische Namen tragen, durchgesurft und allm\u00e4hlich\u00a0 etwas von dem mir bisher ungekannten Autor mitbekommen.<\/p>\n<p>&#8220;It never got weird enough\u00a0 for me&#8221; hei\u00dft der erste Teil und ein Vorwort von Miss Gonzo, wo sie ein bi\u00dfchen die Schwierigkeiten der Herausgabe schildert und auch die Frage \u00f6fter kommt, wer Hunter S. Thompson war, offenbar war das auch nicht allen eingeladenen Autoren gel\u00e4ufig, gibt es auch.<\/p>\n<p>Dann geht es schon in Medias Res da schildert die 1966 geborene Susan Klossek, die in Leipzig Germanistik und Slawistik studierte, wie sie sich beim &#8220;Fr\u00fchst\u00fcck mit Hunter&#8221;, pl\u00f6tzlich im Jahr 1974 und mitten in der Beatgeneration befindet.<\/p>\n<p>Ein Autor bekannte, da\u00df er nichts von gelesen hat, dann aber tauchen immer wieder, die selben Titel im Inhaltsverzeicnis auf.<\/p>\n<p>&#8220;Angst und Schrecken in Bochum, auf der Buchmesse&#8221; etc und ich kapiere, da\u00df &#8220;Angst und Schrecken&#8221; oder &#8220;fear and lLoathing in Las Vergas&#8221; offenbar ein bekanntes Buch des Autors war. Dann gibt es noch das &#8220;Rum Diary&#8221;\u00a0 und ein sehr sch\u00f6nes Gedicht von Florian G\u00fcnther, 1963 in Ostberlin geboren, gibt es in der ersten Sektion auch.<\/p>\n<p>&#8220;Gespannte Ruhe:\u00a0 Als sich Stifter die Kehle durchschnitt&#8230;, als\u00a0 Fallada mit einer\u00a0 Rothaarigen anb\u00e4ndelte&#8230;, als der alte J\u00e4ger mit seiner Schrottflinte.., als Scott\u00a0 Fitzergerald auf den Boden seiner letzten Flasche sank, war er so unbekannt wie ich&#8230;. Doch irgendetwas hielt ihn noch zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p>In &#8220;&#8230;which is only fun for amateurs&#8221;, vielleicht ein Hunter S. Thompson Zitat, gibt es Gedichte von Pablo Haller &#8220;Leda&#8221; und\u00a0 Marco Kerbler &#8220;Fahrt zum Literaturfestival&#8221; und auch sonst einiges Schreibspezifisches, so behauptet Klaus Bittermann alles \u00fcber die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/14\/von-der-buchmesse\/\">&#8220;Frankfurter Buchmessse 2012&#8221;<\/a> zu verraten, wo China viel gewonnen hat, Robert Menasse auftrat und der &#8220;Kommunst und Wespennest-Herausgeber Walter Famler angeblich einen\u00a0 Skandal aufdeckte&#8221; und der 1966 geborene Kersten Flenter berichtet in recht flapsigen Ton vom &#8220;Literarischen Leben&#8221;, n\u00e4mlich den Literaturschreibwerkst\u00e4tten, die sie in Hamburg Altona \u00fcber Rockmusik macht, einen Poetry Slam auff\u00fchren l\u00e4\u00dft und die dabei enstandenen Texte gnadenlos zerlegt, damit sich nicht noch mehr Schreiber untereinander konkurrieren machen.<\/p>\n<p>Um Hunter S. Thompsen geht es nat\u00fcrlich auch, so haben Mara Braun und Klaus Pfeiffer in\u00a0 &#8220;gONZo loves you&#8221;, die richtige Schreibweise des Verlags, eine atmemlose Geschichte verfa\u00dft, wo eine Journalistin auf der Suche nach dem Drogencocktail in einem Hunter S.Thompsen Shop einen Schriftsteller trifft,\u00a0 der f\u00fcr eine Anthologie einen Text \u00fcber Rotwild und Greifv\u00f6gel schreiben soll und sich dabei mit ihm in einen Drogen- und Liebesrausch bzw. ins &#8220;Fledermausland&#8221; verirrt.<\/p>\n<p>Geschichten von echten Beatpoeten gibt es nat\u00fcrlich auch, so hat der 1935 geborene Lufthansa Pilot, J\u00fcrgen Ploog, der mit J\u00f6rg Fauser und Carl Weissner eine Literaturzeitschrift gr\u00fcndet hat, \u00fcber Tristeza &amp; der Matrose&#8221;\u00a0 geschrieben und Stefan Gaffory schildert, wie das ist, wenn man &#8220;54 Stunden in einem St\u00fcck wach ist&#8221;, aufregend kann ich sagen und wechsle in die dritte Abteilung hin\u00fcber.<\/p>\n<p>Da wurde die f\u00fcr mich eindrucksvollste Geschichte &#8220;Der richtige Zeitpunkt&#8221; wieder von Kersten Flenter geschrieben und spielt nach dem Tod von Wolfgang Herrdorf, da sitzt der Erz\u00e4hler nach einer Lesung mit drei \u00fcber Sechzigj\u00e4hrigen zusammen und \u00fcberlegt, welches Alter das richtige zum Sterben ist. Sechzig beschlie\u00dft, der noch nicht F\u00fcnzigj\u00e4hrige, der bis dahin seinen gro\u00dfen Roman schreiben will, die \u00c4lteren sind betroffen.<\/p>\n<p>Ein paar Texte \u00fcber Leipzig gibt es auch, wie \u00fcberhaupt sehr viele Autoren einen Ostdeutschen Hintergrund haben.<\/p>\n<p>Der 1981 geborene Max Schober hat sein &#8220;Kaktuseis&#8221; nach der Leipziger Buchmesse geschrieben, entnehme ich den Biografien undMax Beckmanns &#8220;Tag der deutschen Einheit&#8221; dort und Hadayattuah H\u00fcbsch wurde als Paul Gerhard H\u00fcbsch 1946 in Chemnitz geboren, er war Schriftsteller und Aktivist der 68 Bewegung, sowie Imam in der Nuur Moschee und Leiter des Freitagsgebet. 2011 ist er gestorben, bei you Tube kann man sein Begr\u00e4bnis sehen, das Gedicht &#8220;Es ist Sonntag&#8221; ist Anne Waldman gewidmet und ist eine Hommage an die Beat Generation.<\/p>\n<p>Dann kommen zwei Reportagenteile, in denen es seltsamerweise auch Gedichte gibt.<\/p>\n<p>Das von Marcus Mohr &#8220;Selbstmord&#8221; beispielsweise &#8220;Sie sagte sie w\u00fcrde es mit Rattengift machen. Er sagte er w\u00fcrde sich nen Strick nehmen, ihn an die Reling der Dentzer Br\u00fccke binden und abspringen. Und du, fragten sie mich, wie w\u00fcrdest du es anstellen? Mein Leben weiterleben.&#8221;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Andrea Mohr, verwandt, verschw\u00e4gert oder verpseudonymisiert, aus ihrem ebenfalls sehr interessanten Leben erz\u00e4hlt, bzw. im Gespr\u00e4ch mit einem Psychiater in ihre Kindheitserinnerungen geht.<\/p>\n<p>1963 ist sie geboren und hat als Drogenschmugglerin internationales Aufsehen erregt, war mehrere Jahre in Melbourne inhaftiert und kam dann zur\u00fcck nach Deutschland, um ihre Autobiografien zu schreiben, die sowohl bei &#8220;gONZo&#8221;, als auch im \u00f6sterreichischen &#8220;Driesch-Verlag&#8221;, den ich ja kenne, erschienen sind.<\/p>\n<p>Und Robsie Richters Reportage &#8220;Antropophagus&#8221;, die eigentlich auch mehr eine Short Story&#8221; ist, geht ins Kannibalen- oder Menschenfre\u00dfermilieu. Da besucht einer eine entsprechende Seite, stellt sich als Opfer zur Verf\u00fcgung und trifft sich dann mit dem, der ihn verspeisen will, in einem Mc Donald Restaurant.<\/p>\n<p>Ein h\u00f6chst ungew\u00f6hnliches Buch, wie schon zu bemerken war, auch wenn die n\u00e4chsten Reportagen sich dann viel friedlicher gegen die &#8220;Hygiene&#8221; oder &#8220;Passw\u00f6rter&#8221; wenden.<\/p>\n<p>In der zweiten Reportageabteilung &#8220;like falling down an elevator shaft&#8230;&#8221; folgend dann einige Aufs\u00e4tze \u00fcber den Journalismus, die sich auch auf Hunter S.Thompson beziehen, darunter ein Text des Liedermachers Konstantin Weckers und schlie\u00dfen tut es wieder mit einem Gedichts des zum Islam konvertierten\u00a0 Hadayadullah H\u00fcbsch,\u00a0 ich habe einige sehr interessante Autoren kennengelernt und danke <a href=\"http:\/\/www.gonzoverlag-shop.de\/gonzoverlag\/fledermausland-anthologie\/\">Miss Gonzo<\/a> sehr f\u00fcr das Rezensionsexemplar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Diverse Wahrheiten \u00fcber Wasserst\u00e4nde, Paranoia, Jounalismus und Hunter S.Thompson&#8221;, sind in einer, beim &#8220;Gonzo-Verlag&#8221; herausgegebenen Anthologie, die anl\u00e4\u00dflich des zehnten Todestages des US-amerikanischen Schriftstellers Hunter S. 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