{"id":35233,"date":"2015-04-01T00:20:01","date_gmt":"2015-03-31T23:20:01","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=35233"},"modified":"2015-04-01T00:20:01","modified_gmt":"2015-03-31T23:20:01","slug":"die-alteste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=35233","title":{"rendered":"Die \u00c4lteste"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/31\/bleibergs-entscheidung\/?preview=true\">Weiter<\/a> geht es sowohl mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/20\/dreisig-jahre-picus\/\">&#8220;Picus-Fr\u00fchlingsprogramm&#8221;<\/a> aus dem ich mir ganz intuitiv eine kleine Auswahl zusammengestellt habe und der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/25\/jadran-heist-die-adria\/#comments\">Frage, wie authentisch ein Dokumentarroman sein mu\u00df und ob das &#8220;Ich&#8221; hundertprozentig mit der Erz\u00e4hlerInnenbiografie zusammenpassen sollte.<\/a><\/p>\n<p>&#8220;Nein!&#8221;, habe ich der Ruth am Freitag geschrieben, &#8220;bei einem Roman mit Handlung, kann das &#8220;Ich&#8221; einer Autorin auch ein Mann, zwanzig Jahre, S\u00fcdafrikaner, etc sein!&#8221;<\/p>\n<p>Bei <a href=\"http:\/\/www.picus.at\/4DCGI\/moreinfo\/s=02A763E97EF546249B32A62035C9AC7D128F39DF\/l=1\/27829\/x=0\/w=5\/c=25\/sc=48\/p=67110913\">Thomas Sautner<\/a>,\u00a0 1970 geboren mit &#8220;Fuchserde&#8221; und &#8220;Milchblume&#8221; bekannt geworden, ich habe ihn <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/19\/die-nacht-im-zelt\/\">einige Male bei <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/06\/rund-um-die-burg-neu\/\">&#8220;Rund um die Burg&#8221;<\/a> geh\u00f6rt und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/19\/fremdes-land\/\">&#8220;Fremdes Land&#8221;<\/a>\u00a0 im Schrank gefunden, ist es eine Frau, Pressesprecherin beim Bundeskanzleramt, verheiratet, Mutter zweier Kinder,\u00a0 an einen unheilbaren Krebs erkrankt und von den \u00c4rzten austherapiert, so da\u00df sie die Freundin Barbara zu einer Heilerin ins Waldviertel schickt.<\/p>\n<p>&#8220;Nach\u00a0 wahren Begebenheiten&#8221;, steht sowohl auf den ersten, als auch auf den letzten Seiten, dort gleich zweimal, einmal am Buchr\u00fccken und dann noch in einem Nachsatz, wo ein bi\u00dfchen was von den Jenischen, von denen das Buch handelt und die Thomas Sautner, der im n\u00f6rdlichen Waldviertel lebt, sehr zu interessieren scheinen. Und von einem unheil- oder nicht mehr behandelten Krebs, habe ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/19\/50-111-worter-oder-neunzehnter-nanowrimo-tag\/\">vor kurzem geschrieben<\/a>, als ich mich mit dem Thema <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/31\/ideenuberschwung\/\">Sterbehilfe<\/a> auf etwas andere Art und Weise auseinandersetzen wollte.<\/p>\n<p>Auch der Anfang des kurzen Romanes, hundertzweiundvierzig Seiten, erscheint mir bekannt, habe ich doch vor kurzen, nach einigen Verz\u00f6gerungen, den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/28\/traumfanger\/\">&#8220;Traumf\u00e4nger&#8221;<\/a> gelesen, wo es um \u00e4hnliche Einstiegsriuale geht und dazu die Nachs\u00e4tze, was an diesem Buch erstunken und erlogen war und wie es die Leser t\u00e4uschte.<\/p>\n<p>Aber vielleicht war es nur eine Geschichte, ein M\u00e4rchen zum dar\u00fcber Nachdenken und das\u00a0 ist Thomas Sautner neuer Roman in gewisser Weise sicher auch.<\/p>\n<p>Da ist einmal Sophie, der ein Hirntumor diagnostiziert wurde, die von ihrer Freundin Barbara zu einer Einsiedlerin und Wunderheilerin ins Waldviertel gebracht wird, das hei\u00dft, eigentlich beginnt es mit einem Traum.<\/p>\n<p>Sophie tr\u00e4umt da von einer alten Frau, die ihr, die in einer Blase steckt zuruft &#8220;Na du, Wunder des Universums, wie h\u00e4ltst du es mit dir?&#8221;<\/p>\n<p>Dann ruft Barbara an, erz\u00e4hlt von der Wunderheilerin, zu der Sophie die letzten Meter allein gehen und als Geschenk zwei Flaschen Schnaps, zwei Kilo Kaffee und eine Dose Taback mitbringen mu\u00df. Die alte Frau, tr\u00e4gt ein Haushaltskeid mit einer Sch\u00fcrze und ein Kopftuch, so da\u00df Sophie den langen wei\u00dfen Zopf, den die Alte in ihrem Traum hatte, erst sp\u00e4ter erkennt. Sie hat auch die eint\u00e4towierte &#8220;Auschwitz- Nummer&#8221; mit dem &#8220;Z&#8221; am K\u00f6rper, aber heute hei\u00dft das doch &#8220;Roma&#8221; oder &#8220;Sinti&#8221;, sinniert der Kopf von Sophie, denn sie ist sehr Ego-gesteuert und wird von der Alten, die sich Lisbeth nennt, als &#8220;schwieriger Fall bezeichnet&#8221;.<\/p>\n<p>Trotzdem sagt sie ihr den Tumor sofort zu und zeigt auf die Stelle, wo er sich befindet, obwohl Sophie allgemein nur von &#8220;Krebs&#8221; sprach und der kann ja \u00fcberall sei. Sie mu\u00df dann, \u00e4hnlich, wie die \u00c4rztin in Australien ihr Handy und ihre Uhr vergraben, denn Lisbeth vertr\u00e4gt keine St\u00f6rungen in ihrer Wohnwagenwelt, darf aber einmal am Tag mit ihren Lieben telefonieren. Dnn Empfang mu\u00df sie selber herstellen, wie Lisbeth zuerst auch von ihr fordert, Feuer zu machen, obwohl sie keine Streich\u00f6lzer hat. Dann mu\u00df sie sich reinigen, das hei\u00dft im Schlamm baden, denn sie stinkt nach Angst,\u00a0 Stre\u00df und Stadt und dann geht es los mit der Reinkarnation.<\/p>\n<p>Lisbeth reibt ihr die Stirn mit Johanneiskraut\u00f6l ein, gibt ihr Weihrauch zu kauen und Stockschwammerlpulver zu trinken und Sophie lernt auch ihre andere Klienten, den Enkel Michl mit dem Bandscheibenvorfall, weil er abgelehnt hat, wie die Jenischen zu leben und seine wahre Natur verleugnet, den Urenel Martin an den Lisbeth ihre Heilkraft weitergeben wird, kennen und dann und da ist die spannende Geschichte, die ich wirklich in einem Zug in der Badewanne ausgelesen habe, obwohl ich das gar nicht wollte, vielleicht ein bi\u00dfchen \u00fcbertrieben, aber Thomas Sauter schreibt ja von wahren Begebenheiten und hat aus allem wohl eine kompakte Geschichte zusammengemixt, stribt auch noch Sophies Vater, so da\u00df sie den Wohnwagen der Alten eingedeckt mit guten Vors\u00e4tzen vorzeitig verl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Sie geht dann auch zur Kontrolle ins Krankenhaus und erz\u00e4hlt ihrem zitternden Mann im Wartezimmer, da\u00df &#8220;Alles wie erwartet ist!&#8221;, worauf der Oberarzt den Kopf sch\u00fcttelt, denn der Tumor hat sich um die H\u00e4lfte verkleinert und abgekapselt, aber und auch das finde ich \u00fcbertreiben, so glaubhaft ich das andere nachvollziehen kann, hat Sophie so gewollt, um sich immer an die St\u00f6rungen in ihr zu erinnern und nicht zu \u00fcberm\u00fctig zu werden, wenn sie ihr neues Leben weiterleben wird.<\/p>\n<p>Sie besucht dann als Erstes mit Barbara Lisbeth und findet sie von Kerzen beleuchtet, &#8220;Licht und Liebe!&#8221;, hat sie Sophie noch, das h\u00e4tte ich fast vergessen, als Rat, mit ihrem Krebs umzugehen, ihn anzunehmen, statt ihn zu bem\u00e4pfen, mitgegeben, aufgebahrt im Wohnwagen liegen, ihr roter Fuchs ist dabei und knurrt die Eintretenden weg. Es kommt aber schon die Familie, um von der &#8220;\u00c4ltesten&#8221; Abschied zu nehmen und Martin gibt der erstaunten Sophie und das ist, was mich an dem Buch nun wirklich st\u00f6rt und als unangenehm aufgesetzt finde, den Rat, all das Aufzuschreiben, mit.<\/p>\n<p>Und so haben wir nun eine spannende Geschichte nach wahren Begebenheiten gelesen, die uns viel vom wahren einfachen Leben und dem der Jenischen erz\u00e4hlt und das sich wahrscheinlich sehr gut, vor, w\u00e4hrend, nach und zwischen einer Chemotherapie lesen l\u00e4\u00dft und auch allen anderen interessierten Lesern sehr zu empfehlen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es sowohl mit dem &#8220;Picus-Fr\u00fchlingsprogramm&#8221; aus dem ich mir ganz intuitiv eine kleine Auswahl zusammengestellt habe und der Frage, wie authentisch ein Dokumentarroman sein mu\u00df und ob das &#8220;Ich&#8221; hundertprozentig mit der Erz\u00e4hlerInnenbiografie zusammenpassen sollte. &#8220;Nein!&#8221;, habe ich &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=35233\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[4956,4957,3157],"class_list":["post-35233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-jenische","tag-krebstherapie","tag-thomas-sautner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35233"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35233\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}