{"id":34488,"date":"2015-03-11T00:25:07","date_gmt":"2015-03-10T23:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=34488"},"modified":"2015-03-11T00:25:07","modified_gmt":"2015-03-10T23:25:07","slug":"augen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=34488","title":{"rendered":"Augen zu"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt wird es wieder etwas literarischer von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/02\/in-sachen-signora-brunetti\/?preview=true\">den<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/08\/das-gesetz-der-lagune\/\"> Krimis <\/a>geht es zu Ruth Schweikerts poetischer Sprache, die 1965 in der Schweiz geboren wurde und 1994 beim Bachmannlesen einen Preis gewonnen hat.<\/p>\n<p>&#8220;Augen zu&#8221; ist ihr erster Roman, 1998 zuest bei &#8220;Amman&#8221; erschienen. Ich habe eine TB-Ausgabe im Schrank gefunden und er ist wahrscheinlich insofern biographisch, da er haupts\u00e4chlich 1996 am drei\u00dfigsten Geburtstag der Malerin Aleks Martin Schwarz spielt, die richtig Alexandra Martina hei\u00df, spielt.<\/p>\n<p>Bei &#8220;Amazon&#8221; habe ich eine\u00a0 Rezension gefunden, wo die Rezensentin meint, wegen der vielf\u00e4ltig miteinander verkn\u00fcpften Lebensl\u00e4ufe und Fallschilderungen nicht viel verstanden\u00a0 und sich mehr auf die poetisch sch\u00f6ne Sprache verlassen zu haben und ich, die darin ge\u00fcbter bin, habe mich mit den assoziationsartigen Verkn\u00fcpfungen vielleicht auch ein wenig schwer getan, aber eine interessante Schilderung der Nachkriegsgeneration gelesen. Davon gibt und gab es wahrscheinlich viele. Ruth Schweikert tut das und das ist wahrscheinlich auff\u00e4llig, scheinbar distanziert.<\/p>\n<p>Die drei\u00dfigj\u00e4hrige Malerin liegt an einem Freitag,&#8221; am sechzehnten Juni 1994 um neun Uhr f\u00fcnfzehn im Bett mit dem nicht mehr ganz jungen Mann, Raoul Felix Lieben, wird mit ihr ein Kind zeugen, das sp\u00e4ter namenlos und vor seiner Geburt sterben wird.&#8221;<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr so h\u00fcpft Ruth Schweikert in neun Kapitel mit sch\u00f6nen \u00dcberschriften, einen Vor- und einen Nachspann\u00a0 nach vor und zur\u00fcck und erz\u00e4hlt vom Leben jener Malerin, die in einer Kleinstadt mit zwei Br\u00fcdern aufgewachsen ist, die Mutter eine Deutsche, ist kriegsgesch\u00e4digt, weil sie 1942, glaube ich, bei einem Bombenangriff, ihre Familie verlor, das verleitete sie zum Trinken, die \u00c4rzte verordneten Medikamente, die Tochter verleugnet daraufhin ihre Weiblichkeit, beginnt sich zu schneiden, wird zu einem Psychologen geschickt, wo sie offenbar Stunde um Stunde um ihr Geld schweigen darf.<\/p>\n<p>Sie ist mit Achtzehn, nach der Matura schon schwanger von zu Hause weg und nach Z\u00fcrich gegangen. Hier hat sie mit Philiph zwei Kinder, die manchmal vom Vater betreut werden. Sie hatte auch eine Beziehung zu einem Silvio, die sie wegen dem Juden Raoul verlie\u00df, der Kriegsberichterstatter ist und in der Welt herumreist, um Kindersoldaten zu interviewen.<\/p>\n<p>Ihr Vater hat ihre Mutter verlassen, l\u00e4\u00dft sie aber noch in dem Haus wohnen und besucht sie auch manchmal. Die Mutter kommt in die Psychiatrie und nimmt sich dort mit Pharmaka das Leben, so da\u00df sich die Familie nach Alexs drei\u00dfigsten Geburtstag bei ihrem Begr\u00e4bnis wiederfindet.<\/p>\n<p>Da dr\u00fcckt ein junger Pfarrer Alexs ein Briefchen in die Hand, das sie nach Wunsch der Mutter, bei der Trauerfeier lesen soll. Da bezieht sich die Mutter darauf, wie es war im Krieg ihre Familie zu verlieren, worauf einer der S\u00f6hne, der wie der Bruder Jus studierte, die Halle verl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Alex hat vor ihrer Malerkarriere sich auch als Schauspielerin versucht und da mit ihrer Freundin Ulrike zusammengewohnt und es gibt auch eine tschechische uneehliche tochter des Vaters die auch Alexandra hei\u00dft und wird einige Zeit nach der Totgeburt,ein neues Kind bekommen.<\/p>\n<p>All das wird durcheinander, von vorne nach hinten und wieder zur\u00fcck in einer sehr sch\u00f6nen Sprache erz\u00e4hlt. Details aus Malerbiografien werden erw\u00e4hnt und Ruth Schweikart scheut auch nicht von dem Klischee, des in der Waschmaschine mitgewaschenen Kindes zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ein spannendes St\u00fcck sch\u00f6ner Literatur, dem man das Bem\u00fchen um die Sprache anmerkt und das deshalb auch als literarisch gilgt, k\u00f6nnte man so sagen.<\/p>\n<p>Warum es &#8220;Augen zu&#8221; hei\u00dft, habe ich nicht ganz verstanden, aber wahrscheinlich sind die Verdr\u00e4ngungen der Familienidyllen und des Wohlstandb\u00fcrgertums damit gemeint.<\/p>\n<p>Von Ruth Schweikert habe ich, glaube ich, noch &#8220;Ohio&#8221; auf der Leseliste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt wird es wieder etwas literarischer von den Krimis geht es zu Ruth Schweikerts poetischer Sprache, die 1965 in der Schweiz geboren wurde und 1994 beim Bachmannlesen einen Preis gewonnen hat. &#8220;Augen zu&#8221; ist ihr erster Roman, 1998 zuest bei &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=34488\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-34488","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34488"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34488\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}