{"id":34068,"date":"2015-02-04T22:39:28","date_gmt":"2015-02-04T21:39:28","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=34068"},"modified":"2015-02-04T22:39:28","modified_gmt":"2015-02-04T21:39:28","slug":"aggressive-traume-im-musa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=34068","title":{"rendered":"Musa mit aggressiven Tr\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal Literatur im Musa mit zwei Stipenditaten bzw. F\u00f6rderungspreistrager und Canetti-Stipendium 2014 Bernhard Strobel und Lydia Mischkulnig und zwei Gegens\u00e4tze, wie sie gar nicht anders sein k\u00f6nnen. Ein Zufall h\u00f6chstwahrscheinlich aber sehr sehr interessant, ist ja der 1982 geborene Bernhard Strobel ein Erz\u00e4hler par Excellence. Drei Erz\u00e4hlb\u00e4nde hat der junge Mann geschrieben, die ich bei<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/13\/alles-gute-zum-advent\/\"> einigen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/08\/auftritte-i\/\">Lesungen<\/a> h\u00f6rte und er sagte auf Julia Danielczyks Frage auch, da\u00df er nichts anderes k\u00f6nne und seine Form, er ist auch \u00dcbersetzer aus dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/09\/norden\/\">Norwegischen<\/a> und hat Skandinavistik studiert, ist, da\u00df er alles knapp und klar sehr lapidar und auch sehr realistisch erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die ersten zwei Erz\u00e4hlb\u00e4nde sind bei &#8220;Droschl&#8221; erschienen, beim dritten wei\u00df ich es gar nicht so genau, die Geschichte, die er daraus gelesen hat, hei\u00dft jedenfalls &#8220;Schattentheater&#8221; und da spricht ein Mann nicht mit seiner Frau und seinem Sohn, bzw. denkt er \u00fcber die Beziehung nach. Er war in der Nacht zu lange bei einem Polterabend und hat auch zuviel getrunken, die Frau ist sauer auf ihm am n\u00e4chsten Tag, als sie den Sohn zu einem Fu\u00dfballspiel fahren. Sie reden nicht sehr viel miteinander,\u00a0 der Sohn verschwindet mit seinem Essen in seinem Zimmer, der Braten bleibt stehen, er geht in den Garten hinaus und tr\u00e4umt dann, da\u00df etwas Schreckliches passiert. Aber keine Blutspuren im Zimmer des Sohnes, wo er vorher ein Schattentheater gesehen hat und dann von einem Mord tr\u00e4umte. Er geht dann in den Garten und zerst\u00f6rt die Blumen und das Gem\u00fcse, das vorher liebevoll anlegte.<\/p>\n<p>Julia Danielczyk fragte dann, wie \u00fcblich ihre Kanditaten sehr genau aus und Bernhard Strobel, der in Wien geboren wurde und im Burgenland lebt, sagte, da\u00df er Eigenheime und H\u00e4uslbauer hasse und, da\u00df das seine Reaktion darauf zu schreiben sei.<\/p>\n<p>Dann kam Lydia Mischkulnig mit ihrem neuen Roman &#8220;Vom Gebrauch der W\u00fcnsche&#8221;, die \u00c4hnlichkeit zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/18\/das-leben-der-wunsche\/\">Thomas Glavinic<\/a> ist wahrscheinlich zuf\u00e4llig, bei &#8220;Haymon&#8221; erschienen und trotz Anfrage leider nicht zu mir gekommen, aber ich kenne Lydia Mischkulnig schon sehr lange, habe ich ja ihr bei &#8220;Droschl&#8221; erschienenes &#8220;Halbes Leben&#8221; als sehr experimentell empfunden, ihre sprachliche Rasanz, dann 1996 in Klagenfurt erleben k\u00f6nnen und den danach erschienenen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/03\/hollywood-in-winter\/\">Roman<\/a>, habe ich vor einiger Zeit im Schrank gefunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/19\/schwestern-der-angst\/\">&#8220;Schwestern der Angst&#8221; <\/a>hat mir Gerlinde Tamerl geschickt und da bin ich mit der Autorin atemlos durch die \u00dcberladenheit der Charakt\u00e4re gehetzt und im neuen Roman ist das ebenso. Lydia Mischkulnig, die vor kurzem in Japan unterrichtet hat, wird immer sprachgewaltiger, mit barocker \u00dcppigkeit l\u00e4\u00dft es sich vielleicht umschreiben, eine \u00dcberladenheit der Worte, ein Hetzen durch die Szenerie und es geht, um einen Mann namens Leon, der zuerst, Lydia Mischkulnig hat, wenn ich richtig gesehen habe, von r\u00fcckw\u00e4rts nach vor und dann wieder zu Mitte gelesen und dabei ihre zwanzig Minuten Lesezeit, geh\u00f6rig \u00fcberzogen, mit einer Imgard Muscheln gegessen, dann wird die arisierte Villa beschrieben in der er mit seiner Mamu aufgewachsen ist und wo die Mummutb\u00e4ume standen, dann geht es in seine Ehe mit einer Schriftstellerin namens Elsbeth und da tr\u00e4umt er nicht so karg und sprachlos, wie Bernhard Strobels Helden, davon, da\u00df er sie mit der Schreibmaschine erschl\u00e4gt und die Gehirnmasse spitzt herum und nachher geht es noch ums Tangotanzen.<\/p>\n<p>Lydia Mischkulnig hat Julia Danielczycks Fragen dann auch sehr wissenschaftlich beantwortet, was sie mit der Schilderung ihres Charakters erreichen wollte und die Aggressivit\u00e4t bleibt bei der Zuh\u00f6rerin haften, die \u00dcberladenheit und die Geschwindigkeit mit der sie durch ihre Handlung hetzt.<\/p>\n<p>Danach wies Julia Danileczyck auf die M\u00e4rz-Verantaltung hin und auf die Vorlesung &#8220;Autorinnen \u00fcber Autorinnen&#8221;, die heuer schon am n\u00e4chsten Dienstag im Rathaus stattfindet, wo<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/21\/schreibgesprache\/\"> Marlen Schachinger <\/a>ihre Rede auf <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/21\/zum-zweihundertsten-geburtstag-von-betty-paoli\/\">Betty Paoli<\/a> halten wird und da habe ich mich fast gewundert, Marlen Schinger beim Symposium in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; getroffen zu haben, aber nicht sehr lang, hat mir doch <a href=\"http:\/\/karin-schreibt.org\/2015\/01\/23\/betty-paoli-wird-gefeiert\/\">Karin Wozonig<\/a>, das ist die Frau mit der Diplomarbeit \u00fcber B.P am \u00fcbern\u00e4chsten Tag, ich glaube, aus Hamburg gemail und mich auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht, weil sie meinen Bericht gelesen hat.<\/p>\n<p>Die Literatur geht manchmal wundersame Wege und Julia Danielczyk wunderte sich, als ich ihr das erz\u00e4hlte, da\u00df ich noch nicht in ihrem Verteiler bin, obwohl ich sie ja\u00a0 zweimal angeschrieben habe und um eine Einladung zu den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/03\/preise-der-stadt-wien\/\">Preisen der Stadt Wien <\/a>gebeten habe, aber manches dringt doch zu mir und auch umgekehrt, so habe ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/07\/theodor-kramer-verlagsfest\/\">Konstantin Kaiser<\/a> der mit Andrea Pauli im Publikum war, erz\u00e4hlt, da\u00df ich ihm bei der Besprechung von Gesa Olzcuks neuem Buch, die n\u00e4chste Woche erscheinen wird, verlinkte, da\u00df ich doch eine ganz gute <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">Erz\u00e4hlerin<\/a> sei, wenn ich nicht so manche Schnitzer mache, wird schon so sein, denke ich mir inzwischen, was habe ich aber davon, wenn ich das nur so en passant h\u00f6re und nichts wirklich damit weitergeht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal Literatur im Musa mit zwei Stipenditaten bzw. 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