{"id":34039,"date":"2015-02-03T22:06:17","date_gmt":"2015-02-03T21:06:17","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=34039"},"modified":"2015-02-03T22:06:17","modified_gmt":"2015-02-03T21:06:17","slug":"literarische-weltburgerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=34039","title":{"rendered":"Literarische Weltb\u00fcrgerin"},"content":{"rendered":"<p>Heute gab es auch zwei literarische Alternativen, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/13\/von-richard-schubert-zu-gerhard-jaschke\/\">Richard Schuberts<\/a> letzte Auff\u00fchrung von &#8220;Frontex&#8221; , dessen neues Buch heute oder gestern erschienen ist, im Augarten Spitz oder Gemma Salem in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; deren Name mir zuerst gar nichts sagte.<\/p>\n<p>Dann war aber die Ank\u00fcndigung verlockend &#8220;Literarische Weltb\u00fcrgerin mit Affinit\u00e4t zu \u00d6sterreich und derzeitigen Wohnort Wien&#8221;, die ihr 2014 bei Pierre Guillaume de Roux auf Franz\u00f6sisch erschienenes Memoir oder biografischen Roman, wie Kurt Neumann in der Einleitung erw\u00e4hnte, &#8220;La Rumba\u00a0 a Beethoven&#8221; vorstellte und dem Programm entnahm ich noch, da\u00df Gemma Salem 1943 in der t\u00fcrkisch syrischen Grenzstadt\u00a0 Antiochia geboren wurde, seit 1976 in Frankreich und seit 1986 auch in Wien lebt und schon verschiedene B\u00fccher und Biografien \u00fcber Pers\u00f6nlichkeiten, wie Schubert, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/26\/der-meister-und-margarita\/\">Bulgakow<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/12\/12-februar\/\">Thomas Bernhard<\/a> geschrieben hat und St\u00fccke, die unter anderem im Theater in der Drachengasse aufgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Ich staune ja immer wieder, was ich alles nicht wei\u00df und mein Nichtwissen mit dem Literarischen Quartier offensichtlich nicht teile, denn der Kellerraum der &#8220;Alten Schmiede&#8221; war erstaunlich voll, als ich ihn erreichte und interessanterweise habe ich meinen Platz zwischen Gerald Grassl, mit dem ich ja \u00f6fter beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/01\/volksstimmefest-2\/\">&#8220;Volksstimmefest&#8221;<\/a> oder bei der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/23\/poet-night-3\/\"> &#8220;Poet Night&#8221;<\/a> lese und Angelika Kaufmann gefunden.<\/p>\n<p>Gerald Grassl\u00a0 erz\u00e4hlte mir gleich von einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/12\/die-letzten-tage-der-menschheit\/\">&#8220;Fackl&#8221;<\/a> mit einem fr\u00fcheren Erscheinungstermin, die er vor kurzem in einem Nachla\u00df gefunden hat und an das Literaturhaus weiterschenkte.<\/p>\n<p>&#8220;Ich w\u00fcrde das nicht tun!&#8221;, habe ich gesagt, habe bis jetzt <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/07\/listenreihen-oder-zuviel-der-ehre\/\">meine B\u00fccher<\/a> aber immer brav an die Dokumentationsstele f\u00fcr neuere Literatur und an Evelyne Polt-Heinzl geschickt und dann begann auch schon die Veranstaltung mit der Einleitung von Kurt Neumann, da\u00df Gemma Salem noch nie in Wien gelesen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Es war eine zweisprachige Lesung, Franz\u00f6sisch Deutsch, Gemma Salem scheint auf Franz\u00f6sisch zu schreiben und das Buch scheint es auch nicht auf Deutsch zu geben, so teilte einer der Assistenten ein \u00fcbersetztes Kapitel aus und der Literaturkritiker und Inhaber einer franz\u00f6sischen Buchhandlung Thomas Leitner las mit Kurt Neumann gemeinsam die deutschen Texte und f\u00fchrte auch ein Gespr\u00e4ch mit der Autorin, die nat\u00fcrlich sehr gut Deutsch beherrschte.<\/p>\n<p>Sie begann aber die Lesung auf Franz\u00f6sisch mit einem St\u00fcckchen \u00fcber ihren Vater.<\/p>\n<p>Dann folgte eines \u00fcber ihre Mutter, das Kurt Neumann las.<\/p>\n<p>Der Vater war ein Genu\u00dfmensch, der t\u00e4glich viele Zigaretten rauchte, Wein trank und Frauen konsumierte, die Tochter einmal mit einem G\u00fcrtel schlug und die hat f\u00fcnf\u00a0 Jahre,\u00a0 bis sie neun war, wahrscheinlich mit einem Kinderm\u00e4dchen oder einer Haush\u00e4lterin alleine in Istanbul gelebt, w\u00e4hrend ihre Eltern mit den zwei J\u00fcngeren Br\u00fcdern woanders waren.<\/p>\n<p>Es gibt eine Ha\u00dfliebe auf die Mutter oder vielleicht nur ein schlechtes Verh\u00e4ltnis, mit Siebzehn ging sie in die Schweiz, die Familie folgte, dort arbeitete sie in der Uno, verheiratete sich und ging nach dem Tod ihres ersten Mannes, glaube ich, mit ihren zwei Kindern, nach Paris, wo sie sich noch einmal verheiratete.<\/p>\n<p>Immer wieder wurden solche St\u00fcckchen aus dem Buch gelesen. Auch eines \u00fcber Moskau, wo sie war, weil sie ja die erste Bulgakow- Biografie schrieb, nach \u00d6sterreich kam sie wegen Schubert oder wegen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/19\/ein-kind\/\">Thomas Bernhard<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber beide hat sie jedenfalls geschrieben und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/07\/12\/vorleser-in-der-sommerfrische\/\">Hubert Fabian Kulterer <\/a>hat sie in Wien auch kennengelernt.<\/p>\n<p>Das war das Kapitel, das sie dann wieder auf Franz\u00f6sisch las und man es mitlesen konnte und Hubert Fabian Kulterer, der seinen Namen, glaube ich, f\u00fcr eines seiner St\u00fccke Thomas Bernhard lieh, habe ich auch gekannt. Ein Wiener Original, das 2009 in seiner Badewanne in einer mit B\u00fcchern \u00fcberf\u00fcllten Wohnung tot aufgefunden wurde, wie das Kapitel &#8220;Der wirkliche Kulterer&#8221; beginnt und da erinnere ich mich gleich, da\u00df mich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/12\/motto-spiegelschrift\/\">Hilde Langthaler<\/a> einmal fragte, wie der Hubert Fabian Kulterer mit dem Bernhard Kulterer zusammenh\u00e4ngt. Ich wu\u00dfte es nicht, in dem Buch wird es aber erkl\u00e4rt und ich wei\u00df nicht, ob ich den Mann mit dem wei\u00dfen Bart und den eleganten Anz\u00fcgen, der glaube ich, wenig, bis gar kein Geld hatte und sich offebar \u00fcberall durchschnorrte im Literaturhaus oder in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; kennenlernte. Oder vielleicht ganz woanders.<\/p>\n<p>&#8220;In der Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; beim ersten oder zweiten Dichterfrasching, bat er den Alfred jedenfalls gebeten ihn zu fotografieren und das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/27\/wie-marilyn-monroe-nach-karnten-kam\/\">Foto irgendwohin zu schicken<\/a>.<\/p>\n<p>Das haben wir getan und ich habe ihn dann noch ein paar mal mit dem Wladimir Fried verwechselt, der immer in der &#8220;Kramer Gesellschaft&#8221; oder auf der &#8220;Buch-Wien&#8221; fotografiert.<\/p>\n<p>Und als ich im Literaturhaus die &#8220;Mittleren&#8221; oder &#8220;Die Frauenlesung des Lesetheaters&#8221; organisierte, als ich das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">noch durfte<\/a>, kam er, sprach uns an und hat mir eine Nu\u00df geschenkt, die ich lange aufgehoben habe.<\/p>\n<p>Einmal habe ich ihm vom Literaturhaus in eine Galerie begleitet, wo es sehr viel zu essen gab und dann gab es auch einen Konflikt, ich gerate ja \u00f6fter in solche, als ich bei der &#8220;Lesart Veranstaltung&#8221; im Literaturhaus war, 2007 mu\u00df das wahrscheinlich gewesen sein und von einem K\u00e4rtner Polizisten angesprochen wurde.<\/p>\n<p>Zuminstesten stellte sich ein Herr mir als solcher vor und als ich ihn dann danach frgte, weil ich dachte, er w\u00fcrde ihn kennen, vielleicht hat er auch mit ihm gesprochen, war er mir dann b\u00f6se und hat mich beschimpft, da\u00df ich alles glauben w\u00fcrde und das w\u00e4re gar kein Polizist gewesen.<\/p>\n<p>So weit so gut, jeder hat seine Erinnerungen an Hubert Fabian Kulterer, den ich inzwischen schon fast vergessen h\u00e4tte. Kurt Neumann offenbar welche mit seinem Begr\u00e4bnis. Wo ich nicht war und als Thomas Leitner ihn zum Abschlu\u00df aufforderte, doch ein bi\u00dfchen was dar\u00fcber zu erz\u00e4hlen, das offenbar bizarr gewesen ist, sch\u00fcttelte er\u00a0 den Kopf.\u00a0 So werde ich auch das wahrscheinlich nicht erfahren, Gerald Grassl, der Gemma Salems Dramolette &#8220;Der Albtraum&#8221; in seiner &#8220;Edition Tarantl&#8221; verlegte, schenkte mir aber das Buch, so da\u00df ich von der literarischen Weltb\u00fcrgerin etwas lesen kann, wenn ich dazu komme. Denn ich habe zwar (noch) nicht so viele B\u00fccher, da\u00df ich in der Badewanne schlafen mu\u00df, weil ich mein Bett nicht finde, wie es angeblich der literarische Weltb\u00fcrger Kulterer tat, aber immerhin so viele, da\u00df sich die Stapel schon an der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/21\/vorschau-auf-anna-kampft-gegen-das-vergessen\/\">Schlafzimmerwand<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/14\/uberbleiben\/\">t\u00fcrmen<\/a> und einen gut gef\u00fcllten B\u00fcchertisch mit den meist auf Franz\u00f6sisch erschienen Werken der Autorin hat es in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; auch gegeben und ich habe wieder etwas gelernt und halte mich\u00a0 eigentlich auch f\u00fcr eine literarische Weltb\u00fcrgerin, zumindest aber f\u00fcr ein Wiener Original, das ja inzwischen auch schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/29\/poesie-und-prosa-aus-karnten-triest-und-slowenien\/#comments\">einige Anekdoten<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/28\/lesen-und-wandern-am-berg\/\">anzubieten<\/a> hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gab es auch zwei literarische Alternativen, Richard Schuberts letzte Auff\u00fchrung von &#8220;Frontex&#8221; , dessen neues Buch heute oder gestern erschienen ist, im Augarten Spitz oder Gemma Salem in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; deren Name mir zuerst gar nichts sagte. 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