{"id":34025,"date":"2015-02-02T22:14:05","date_gmt":"2015-02-02T21:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=34025"},"modified":"2015-02-02T22:14:05","modified_gmt":"2015-02-02T21:14:05","slug":"reise-durch-die-odyssee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=34025","title":{"rendered":"Reise durch die Odyssee"},"content":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; gab es <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/26\/barockes-in-der-alten-schmiede\/\">wieder einmal<\/a> eine &#8220;Stunde der literarischen Erleuchtung&#8221; mit anschlie\u00dfender &#8220;Vorlesung zur Literatur&#8221; und diesmal ging es noch ein bi\u00dfchen weiter zur\u00fcck in die Weltgeschichte.<\/p>\n<p>Das ist wohl auch der Sinn dieser mont\u00e4glichen Stunde, seine Literaturkenntnisse ein wenig aufzufrischen und so wurde die 1959 geborene Deutsche Barbara K\u00f6hler, die unl\u00e4ngst erst im literarischen Quartier eine Vorlesung das &#8220;Wiener Kolloquium zur neuen Poesie&#8221;, w\u00e4hrend ich mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/29\/konzert-mit-walter-baco\/\">Margot Koller in einem Konzert <\/a>gewesen bin, gehalten hat, eingeladen, sich mit Homer und der &#8220;Odyssee&#8221; zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>&#8220;Umstritten&#8221; steht im &#8220;AS-Programm&#8221; nach dem Namen in der Klammer, was mich ein bi\u00dfchen verwirrte und ich nach und nach verstanden habe, da\u00df das wohl ein bi\u00dfchen wie bei Shakespeare ist, bei dem ich auch keine besondere Expertin bin.<\/p>\n<p>Kann ein Einzelner wirklich die vierundzwanzig Ges\u00e4nge verfa\u00dft haben, da gibt es wohl verschiedene Meinungen und den Dichter k\u00f6nnen wir da wohl genausowenig fragen, wie Herrn von Lohenstein, ob er bei seinem Langgedicht an Geschlechtskrankheiten dachte, wie die Psychologin in mir, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/26\/barockes-in-der-alten-schmiede\/#comments\">vorige Woche vielleicht ein bi\u00dfchen keck vermutete<\/a>.<\/p>\n<p>Ich bin, wie ich immer sage, als ehemalige Hauptsch\u00fclerin keine Expertin der griechischen Sagen, die sind an mir ziemlich vorbeigegangen, bzw. in Bruchst\u00fccken immer wieder gekommen, bin ich ja als Studentin sehr viel in die Oper gegangen.<\/p>\n<p>Aber Homer habe ich weder in der \u00dcbersetzung noch im Original gelesen, so hatte ich nicht sehr viel Ahnung was heute auf mich zukommen wird und war ganz ehrlich auch nicht so ganz begeistert und w\u00e4re wahrscheinlich, wenn es ein entsprechendes Alternativprogramm gegeben h\u00e4tte,\u00a0 dorthingegangen, was auch so wieder nicht stimmt, denn <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/09\/wilde-adventlesung\/\">Richard Weihs<\/a> h\u00e4tte es im &#8220;Textstand&#8221; gegeben, aber zu ihm gehe ich erste n\u00e4chste Woche und lasse da den Benedikt Lebedur aus.<\/p>\n<p>Barbara K\u00f6hler schien auch so etwas vermutet zu haben, dann aber doch einige Homer-Experten im Publikum entdeckt zu haben, denn sie entschuldigte sich am Anfang, da\u00df sie vielleicht zuviel erz\u00e4hlen und vorlesen w\u00fcrde und begann dann in der ersten Stunde, also bei der Erleuchtung mit dem Original, las ein paar Stellen durch die &#8220;Reclam-\u00dcbersetzung&#8221; von 1979, die man am B\u00fcchertisch auch kaufen konnte.<\/p>\n<p>Dann hat sie aber auch eigene Publikationen, n\u00e4mlich &#8220;Niemandsfrau -Ges\u00e4nge zur Odyssee&#8221; und &#8220;Neufundland&#8221;, durch die las sie sich, glaube ich, auch ein bi\u00dfchen und\u00a0 erz\u00e4hlte sehr viel von den vierundzwanzig Ges\u00e4ngen und, wie das so ist mit der Penelope mit ihrem Gewebe, da\u00df sie nachts immer auftrennte um nicht heiraten zu m\u00fcssen und der\u00a0 Kirke und den Schweinen etc, ist.<\/p>\n<p>Wie geschrieben f\u00fcr mich ziemliches Neuland und doch wieder nicht, denn vom trojanischen Pferd habe ich nat\u00fcrlich schon etwas geh\u00f6rt und &#8220;Telemach&#8221; von Michael K\u00f6hlmeier steht auf meiner Leseliste.<\/p>\n<p>Zwei Neuerungen scheint es im neuen Jahr auch zu geben, die ich als sehr angenehm empfinde, n\u00e4mlich nur eine halbe Stunde Pause, zwischen den zwei Veranstaltungen und den Ort mu\u00df man auch nicht wechseln.<\/p>\n<p>Allerdings gab es diemal kein Buffet, ein Glas Wein und ein paar Soletti w\u00e4ren vielleicht gut gewesen, aber man mu\u00df inzwischen wahrscheinlich \u00fcberall sparen und so bin ich nur im Zeitschriftensaal gestanden, habe mir ein paar Gerstl- Wimmer-Karten und die neuesten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/09\/freibord-feribord-firebord\/\">&#8220;Feribords&#8221;<\/a> herausgesucht und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/21\/die-verfehlte-wirklichkeit\/\">Dine Petrik<\/a> zugeh\u00f6rt, die einem \u00e4lteren Herrn, der wahrscheinlich auch ein Dichter ist, weil er sagte, da\u00df er in Klagenfurt einmal lesen will, die ihm erz\u00e4hlte, da\u00df sie gerade &#8220;Stoner&#8221; liest.<\/p>\n<p>Ein paar junge M\u00e4nner waren auch im Raum, die sich durch die Zeitschriften lasen und sp\u00e4ter teilweise sehr interessante Fragen stellten, denn im zweiten Teil ging es um einen K\u00f6hler-Text, der sich auch mit &#8220;Penelopes Gewebe&#8221; besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>&#8220;Wie anfangen&#8221; las die Autorin mehrfach vor, erz\u00e4hlte dann von einem Vater mit seinen sieben S\u00f6hnen, die Geschichten h\u00f6ren wollen, da\u00df es bei der Odyssee, um das Geschichten erz\u00e4hlen geht, hat sie schon im ersten Teil erw\u00e4hnt und eine Graphik projeziert, die auch in ihrem &#8220;Neufundlandbuch&#8221; zu sehen ist und, wo die Orte enthalten sind, die in den vierundzwanzig Ges\u00e4ngen vorkommen.<\/p>\n<p>Jetzt besch\u00e4ftigte sie sich mit den Worten, beziehungsweise mit den \u00dcbersetzungen, bei einem solchen Monsterwerk gibt es nat\u00fcrlich sehr viele und auch sehr viel Falsches und so sprang die Autorin wieder durch den Text und hinterlie\u00df dem staunenden Publikum je nach Vorwissen\u00a0 einen mehr oder weniger gro\u00dfen Eindruck.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich war dieses bei den anderen aber gr\u00f6\u00dfer als bei mir, denn es gab sehr viele Fragen und auch sehr viele Assoziationen. So fragte, glaube ich, einer der jungen M\u00e4nner nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/02\/nachdenken-uber-christa-wolf\/\">Christa Wolf<\/a>, die sich ja auch mit diesem Thema besch\u00e4ftigt hat und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/17\/bloomsday-und-apostoloff\/\">James Joyce<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/19\/franz-kafka-tagebucher-1910-1923\/\">Franz Kafka<\/a>, das wurde fr\u00fcher schon erw\u00e4hnt, Vergil und Dante nat\u00fcrlich auch und Platon, wie Dine Petrik anmerkte.<\/p>\n<p>Der junge Mann der neben mir sa\u00df, stellte die Frage, ob Homer nach seiner Sch\u00f6pfung ein Butterbrot gegessen hat, man sieht die Odyssee ist sehr anregend und es gibt sie in m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung und auch in sehr viel Verschriftung, die man schon in der Bibliothek von Alexandria fand.<\/p>\n<p>Kurt Neumann wies\u00a0 wieder auf den B\u00fcchertisch und ich bin zwar eine sehr unerschrockene Leserin, an das Original und auch an die Nachdichtungen werde ich mich wahrscheinlich nicht so schnell heranmachen, obwohl der &#8220;Ulysses&#8221; steht ja auf meiner Leseliste und irgendwann wird er an die Reihe kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; gab es wieder einmal eine &#8220;Stunde der literarischen Erleuchtung&#8221; mit anschlie\u00dfender &#8220;Vorlesung zur Literatur&#8221; und diesmal ging es noch ein bi\u00dfchen weiter zur\u00fcck in die Weltgeschichte. 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