{"id":33596,"date":"2015-01-10T00:50:18","date_gmt":"2015-01-09T23:50:18","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=33596"},"modified":"2015-01-10T00:50:18","modified_gmt":"2015-01-09T23:50:18","slug":"die-unfrisiert4esten-philosophen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=33596","title":{"rendered":"Die unfrisiertesten Philosophen aller Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>Das vorige Jahr habe ich mit einem Philosophen, n\u00e4mlich mit dem was <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/05\/nietzsche\/\">R\u00fcdiger Safransky \u00fcber &#8220;Nietzsche&#8221;<\/a> sagte begonnen, jetzt ist mein erstes Rezensionsexemplar des Jahres ein Philosphen-Guide, aber ein ganz besonderer, n\u00e4mlich einer aus dem <a href=\"http:\/\/www.holzbaumverlag.at\/dupaz\/\">Holzbaum-Verlag<\/a> und seiner Satirereihe &#8220;Hydra&#8221;. Es ist schon im letzten Jahr erschienen und ich habe es auch, als ich im Dezember im &#8220;Shop der komischen K\u00fcnste&#8221; bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/12\/die-letzten-tage-der-menschheit\/\">&#8220;Karl-Kraus-Lesung&#8221;<\/a> war, wenn ich mich nicht irre, sogar in der Abverkaufkiste, alles um einen Euro, liegen sehen und wenn ich das Buch schon fr\u00fcher gelesen h\u00e4tte, h\u00e4tte ich vielleicht den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/15\/buch-wien-und-rundherum\/\">Literatur-Quiz bei der langen Nacht der B\u00fccher der letzten &#8220;Buch-Wien&#8221; <\/a>gewonnen, das hei\u00dft, ich nicht, denn ich bin ja nicht angetreten, habe nur mit meinen Nachbarn getuschelt, ein Glas Wein getrunken und zwei B\u00fccher gewonnen.<\/p>\n<p>G\u00fcnter Kaindlsdorfer kann ich es aber sehr empfehlen und allen, die die Philosophen vielleicht an ihrem Haarschnitt erkennen wollen, was, wie ich gleich verrate, auch nicht so einfach ist, denn ich habe von den Herren am blauen Cover, h\u00f6chstens Karl Marx erkannt und da denke ich, da\u00df der in Wirklichkeit auch ein bi\u00dfchen anders ausgesehen hat und schon sind wir mitten drin, denn die Philosophie ist eine m\u00e4nnliche Wissenschaft, wie uns Kurt Cuisine, der Autor und Herausgeber des Buches gleich erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>H\u00e4tte man mehr Frauen an die Wissenschaft herangelassen, h\u00e4tte man bessere K\u00f6pfe und andere Leits\u00e4tze, die wir in der Schule f\u00fcr die Zentralmatura lernen m\u00fcssten, wie &#8220;Wenn du zum Manne ehst, vergi\u00df den Kamm nicht&#8221;, oder &#8220;Die Welt ist alles, was ein F\u00f6n versch\u00f6nert!&#8221;,<\/p>\n<p>Stimmt so wahrscheinlich auch nicht, liebe Satiriker, es ist aber, obwohl ich zuerst gez\u00f6gert habe, mir das B\u00fcchlein zu bestellen, sicher eine gute Idee, mal einen satirischen Blick auf die Philosophenwelt zu werfen. Vielleicht liest man sie dann im Original lieber oder erkennt sie leichter, wenn man beim n\u00e4chsten Literaturquiz antreten darf.<\/p>\n<p>Es beginnt nach der Einleitung gleich mit einem &#8220;Friendly Test&#8221; werden da ja die Vorsokraten, das finstere Mittelalter, die englischen Empiristen, etc gleich einem Tauglichkeitscheck unterzogen und gepr\u00fcft wie praxistauglich ihre Werke sind und wie es bei ihnen mit der Karriere, der Wellness, der Weisheit und nicht zuletzt der Frisur steht.<\/p>\n<p>Dann zieht man los, da\u00df nicht alles in den folgenden hundertvierzig Seiten stimmt und, da\u00df die Herausgeber manchmal ein wenig geschummelt haben, erf\u00e4hrt man auch gleich, dann geht es \u00fcber die Vorsokratiker, wo man gr\u00fcbeln kann, ob die wirklich &#8220;Der K\u00e4se ist nur in seiner K\u00e4sheit ganz!&#8221; gesagt haben oder ob das ein \u00dcbersetzungsfehler ist, zu Sokrates, Platon und Diogenes, das ist kein Verlag, sondern der mit dem Fa\u00df, in dem er leben mu\u00dfte, weil es damals noch keine Obdachlosenheime und keine Zelte gab und der zu Alexander den Gro\u00dfen &#8220;Geh mir aus der Sonne!&#8221;, sagte.<\/p>\n<p>Aristoteles kommt auch und Epikur, das ist der mit den Weintrauben und dem dreizehng\u00e4ngigen Menu und schon sind wir bei den R\u00f6mern, die Griechen sind viel sp\u00e4ter ohnehin untergegangen oder haben die EU an ihre Grenze gebracht.<\/p>\n<p>Irgendwann kommt dann das Mittelalter und jetzt wird schamlos geschummelt, denn wir sehen kein Konterfei eines mehr oder weniger frisierten Philosophen, sondern George Clooney, denn das Mittelalter war finster, da gab es keine Philosophie, da hei\u00dft Thomas von Auin hat es schon gegeben und vielleicht auch Hans Sachs, aber wer steht schon auf dem Ranking der mittelalterlichen Top tens, fragt Curt Cuisine und wir ziehen weiter in die Neuzeit. Kommen zu Rene Descartes, der ist laut &#8220;Hydra&#8221; ein wilder Kerl mit einem wilden Blick, wollte eigentlich zu den Musketieren, aber Alexandre Dumas hatte diesen Roman zu seinen Lebzeiten noch nicht geschrieben und so kommen wir \u00fcber Montaigne zu den englischen Empiristen, n\u00e4mlich Hobbes, Locke und Hume und dann zu Jean-Jackes Rousseau, das war der, der &#8220;Zur\u00fcck zur Nautr&#8221; gesagt hat und ich kann mich erinnern, da\u00df meine Hauptschullehrerin uns dazu erkl\u00e4rte, da\u00df er damit meinte, da\u00df sich die Artistokraten am franz\u00f6sischen K\u00f6nigshof mehr waschen und weniger pudern h\u00e4tte sollen.<\/p>\n<p>Curt Cuisine meint dageben, Rousseau w\u00e4re gar nicht so viel spazierengegangen, wahrscheinlich weniger als Immanuel Kant, nach dem man in Kaliningrad, als es noch K\u00f6nigsberg hie\u00df, angeblich die Uhr hat stellen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend Frau Kant, frei nach Heide Pataki, zu Hause die Fenster putzte, womit wir wieder beim Vorwort w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Fichte und Schopenhauer kommen auch und Hegel, bevor es zu der wichtigen Frage geht, ob wir heute \u00fcberhaupt noch Philosophen brauchen?Jnein lautet die Antwort, denn wer k\u00f6nnte uns sonst, die wichtigen Fragen des Lebens beantworten, ob man seinen Penis bzw. Brust vergr\u00f6\u00dfern lassen sollte, wie man abnimmt oder wie man mehr Geld verdient und mir f\u00e4llt dazu ein, da\u00df ich mal von wem gefragt wurde, wieso es heute keine Philosophen mehr gibt.<\/p>\n<p>&#8220;Es gibt doch den Konrad Paul Liessmann!&#8221;, habe ich gewantwortet, aber der wurde nicht anerkannt und ist auch in dem B\u00fcchlein nicht enthalten, das z\u00fcgig zu Karl Marx weitergeht und den seltsamerweise mit einem Fu\u00dfballspieler vergleicht.<\/p>\n<p>Richtig Friedrich Nietzsche h\u00e4tte ich jetzt fast vergessen, habe aber seine Biografie gelesen und in dem Buch erfahren, da\u00df er der Mann mit den meisten Biografien ist.<\/p>\n<p>Henri Bergson und Ernst\u00a0 Cassirer waren mir unbekannt, daf\u00fcr kenne ich Ludwig Wittgenstein, beziehungsweise, seinen Satz, der fast so ber\u00fchmt geworden ist, wie der mit der &#8220;Peitsche&#8221; und den &#8220;Tractatus Logico Philosophicus&#8221;, habe ich ebenso, wie wahrscheinlich die meisten anderen, nicht gelesen, daf\u00fcr ihn aber in meiner <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_wiedergeborene.html\">&#8220;Wiedergeborenen&#8221; <\/a>erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Martin Heidegger kommt vor und der hat ja erst vor ein paar Monaten zum Ausschlu\u00df von Stefan Zweifel aus dem Schweizer Literaturclub gef\u00fchrt, weil er sich erlaubte, Elke Heidenreich darauf hinzuweisen, da\u00df sie ihn falsch zitierte. Wow, was Philosophie alles kann und ein Nazi war er wahrscheinlich auch, wie sehr viele in seiner Lebenszeit.<\/p>\n<p>Michel Foucault kommt vor, von dem ich ebenfalls nicht viel wei\u00df, Spinoza, Deleuze und Flusser und nat\u00fcrlich Jaques Derrida, der sogar mehrmals erw\u00e4hnt wird und den kenne ich nat\u00fcrlich von der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/18\/strahlung-und-reflexion-der-friederike-mayrocker\/\">&#8220;Stunde der literarischen Erleuchtung&#8221; der &#8220;Alten Schmiede&#8221; und aus den Werken der F. M.<\/a><\/p>\n<p>J\u00fcrgen Habermas, Richard Rorty und Noam Chomsky schlie\u00dfen den Reigen vorl\u00e4ufig ab. Denn &#8220;So fertig!&#8221;, lautet das n\u00e4chste Kapitel, da\u00df sich dann selbst gleich outet, bevor es jemand anderer tun kann, da\u00df da viele fehlen. Denn wo bleiben Augustinus, Theodor W. Adorno, Jean Paul Sartre und und und nat\u00fcrlich all die Frauen, wie Hannah Arendt und Simone de Beauvoir?<\/p>\n<p>&#8220;Damit sich die Feministinnen nicht aufregen&#8221; hat die nach der &#8220;Twittersophie&#8221;, die vielleicht heute das Philosophenlesen\u00a0 ersetzt, ein Kapitel abgekommen und wir wissen, da\u00df ihr ber\u00fchmtes Buch &#8220;Das andere Geschlecht&#8221; mit den Worten beginnt &#8220;Ich habe lange gez\u00f6gert, ein Buch \u00fcber die Frau zu schreiben!&#8221;<\/p>\n<p>Dann gibts noch ein &#8220;Anglo-Glossar&#8221; und &#8220;Mehr Philosophie von &#8220;Hydra&#8221; von der ich au\u00dfer dem &#8220;Schwarzbuch Farben&#8221; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/04\/sex-mit-45\/\">schon<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/19\/holzfallen-und-niedermetzeln\/\">alles<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/29\/wien-wie-es-wirklich-scheint\/\"> gelesen<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/18\/dieses-buch-macht-dich-fertig\/\"> habe<\/a> und ganz am Schlu\u00df d\u00fcrfen wir noch den &#8220;philosophischen Scherenschnitt&#8221; von Curt Cuisine bewundern und ihn mit den der Philosophen vergleichen und ich kann mich nur wiederholen, da\u00df ich das B\u00fcchlein sehr empfehlen kann, denn es hat eine Art Humor, den ich gut vertrage und das ist bei mir, wie meine Leser wissen werden, ja nicht so leicht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vorige Jahr habe ich mit einem Philosophen, n\u00e4mlich mit dem was R\u00fcdiger Safransky \u00fcber &#8220;Nietzsche&#8221; sagte begonnen, jetzt ist mein erstes Rezensionsexemplar des Jahres ein Philosphen-Guide, aber ein ganz besonderer, n\u00e4mlich einer aus dem Holzbaum-Verlag und seiner Satirereihe &#8220;Hydra&#8221;. &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=33596\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-33596","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33596"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33596\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}