{"id":33383,"date":"2014-12-29T00:36:30","date_gmt":"2014-12-28T23:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=33383"},"modified":"2014-12-29T00:36:30","modified_gmt":"2014-12-28T23:36:30","slug":"meine-schone-schwester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=33383","title":{"rendered":"meine sch\u00f6ne schwester"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt geht es weiter mit der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a>, die schon korrigiert und meinem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/25\/in-die-letzte-woche\/\">Leseverhalten angepasst wurde<\/a>, aber Ekatharina\u00a0 Heiders erster Geschichgtenband &#8220;meine sch\u00f6ne schwester&#8221; mu\u00df sich noch ausgehen, ist das doch sozusagen ein Rezensionsexemplar und sogar eines aus dem vorigen Jahr, denn die liebe Chrisa Stippinger gibt mir alles von ihrer &#8220;edition exil&#8221; was ich haben will und als ich sie Vorjahr nach dem Buch fragte, wahrscheinlich war es auf der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/24\/vom-der-sechsten-buch-wien\/\"> &#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a>, war die Leseliste von 2013 schon so voll, da\u00df ich einen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/21\/weihnachtslesemarathon\/\">&#8220;Weihnachtsmarathon&#8221;<\/a> einlegen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Die 1990 in Irkutsk geborene Ekatharina Heider, die seit 2001 in Wien lebt, seit 2011 am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/\">&#8220;Institut f\u00fcr Sprachkunst&#8221; <\/a>studiert und<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/20\/dritter-messetag-und-was-frauen-schreiben\/\"> 2010 den Exil- Jungendpreis<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/26\/buch-wien-geschichten\/\">2012 den Hauptpreis<\/a> gewann, kenne ich seit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/18\/festplattenabgabedemo\/\">zwei Jahren<\/a>, da bin ich zuerst auf die IG-Autoren Demonstration f\u00fcr die Festplattenabgabe mit halben Herz gegangen und dann ins Literaturhaus, wo Christa Stippinger ihre &#8220;Edition Exil&#8221; und Ekatharina Heider vorstellte und war sehr beeindruckt, wenn nicht fast schockiert \u00fcber die scharfen sch\u00f6nen Worte in der diese junge Frau die \u00dcberforderungen des Lebens, die Beziehungsgeschichten, die Krisen, Kathastrophen etc. erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Titelgeschichte war auch dabei, Katharina Heider habe ich dann 2013 in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/09\/kolik-autoren-lounge\/\">&#8220;Kolik-Lounge&#8221;<\/a> wiedergetroffen und im November nochmals bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/30\/edition-exil-entdeckt\/\">Exil-Lesung<\/a>, da gab es dschon das Buch und ein wenig habe ich auch diesmal bedauert, da\u00df es <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/20\/die-liebe-einer-frau\/\">Kurzgeschichten <\/a>sind und es stimmt ja auch, es ist schwer sich auf einma auf sechsundzwanzig Geschichten einzulassen, die alle geballt von Sprache und dem Leben sind, aber alle paar Seiten von etwas anderen handeln. Oder auch nicht, denn es sind oft sehr \u00e4hnliche Themen die da erz\u00e4hltwerden, zumindest handeln sie von jungen Frauen und ihren Schwierigkeiten\u00a0 mit dem Leben, das alle in sehr kunstvollen Wendungen und, wie in der\u00a0 &#8220;Edition Exil&#8221; \u00fcblich kleingeschrieben.<\/p>\n<p>Also durchdie N\u00f6te und \u00dcberforderungen der jungen Frauen von heute und seltsam, beim Lesen habe ich das gar nicht mehr so arg empfunden, wahrscheinlich ist das\u00a0 schon der Gew\u00f6hnungseffekt.<\/p>\n<p>So erz\u00e4hlt in &#8220;rosarote tr\u00e4ume&#8221; in unserer heilen Weltidylle eigentlich ungew\u00f6hnlich, eine junge Frau, nachdem sie ihre Schwangerschaft entdeckt und sogar\u00a0 einen Freund hat, der sich darauf freut, wie sie ihr Baby ha\u00dft.<\/p>\n<p>&#8220;bitte, sage ich. bitte, bitte stirb.&#8221;<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlich vielleicht so direkt zu lesen, im Leben selber h\u00f6chstwahrscheinlich nicht, denn da kommen ja viele Babies gar nicht auf die Welt und bei denen, die doch geboren werden, bekommen die M\u00fctter oftmals Wochenbettdepressionen.<\/p>\n<p>Und auch die Titelgeschichte habe ich diesmal nicht so bedr\u00fcckend gefunden, vielleicht habe ich inwischen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/18\/der-russe-ist-einer-der-birken-liebt\/\">anderes <\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/08\/axolotl-roadkill\/\">\u00e4hnlich<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/17\/mittelstadtrauschen\/\">Schwieriges<\/a> gelesen.<\/p>\n<p>Da wird von der sch\u00f6nen Schwester erz\u00e4hlt, bei der alles besser als bei der Protagonistin ist, sie hat eine Tochter, keinen frechen Bengel, wie die Erz\u00e4hlerin, i\u00dft biologisch vollwertig, hat einen tollen Mann, eine sch\u00f6ne Wohnung, einenTraumkob, etc und sie hat Krebs, wie sie bei der Einladung zum Abendessen erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&#8220;ich sage ja, sie hat immer alles. immer alles bekommen.&#8221;, lautet der Schlu\u00dfsatz.<\/p>\n<p>In &#8220;mein bruder und ich&#8221; ist eine Schwester, die nicht wirklich eine solche ist, in ihren Patchworkbruder mit dem sie aufgewachsen ist, verliebt und bekommt ihn schlie\u00dflich auch und &#8220;angst um michael&#8221; m\u00fc\u00dfte mir, der VT-Therapeutin, die oft mit Panikattacken zu tun hat, auch bekannt sein.<\/p>\n<p>In &#8220;der himmel\/trotzdem geht das nicht&#8221; ist die Erz\u00e4hlerin in einen verheirateten Mann verliebt und schreibt ihm E.-Mails, w\u00e4hrend sie zu Parties geht, arbeitet, sich betrinkt, etc<\/p>\n<p>&#8220;als ich dich zum ersten mal sah, sah ich zum ersten mal den himmel.trotzdem geht das nicht.&#8221;, mailt er ihr irgendwann zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8220;Jakob hasst micht&#8221; ist ein wenig kryptisch und nicht ganz einfach zu verstehen. Da lebt die Erz\u00e4hlerin mit Jakob und beklagt sich, da\u00df er mit ihr nicht spricht, sie ignoriert, ihre extra f\u00fcr ihn gekaufte Reizw\u00e4sche nicht ansieht und sie, als sie sich aus Protest damit auf den Boden legt, nur irgendwann ins Bett tr\u00e4gt, ohne sie weiter zu ber\u00fchren. Er erz\u00e4hlt das dann auf Parties und seiner Mutter, so holt sie sich eine Natascha von der Stra\u00dfe in die Wohnung, er packt seine Koffer, bleibt aber trotzdem da, bzw. kommt er nach ein paar Tagen zur\u00fcck, schmei\u00dft Natascha aus der Wohnung und sagt zu ihr immer wieder &#8220;wir schaffen das schon&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;ich wei\u00df ehrlich gesagt nicht, was wir schaffen sollen, aber ich vertraue ihm, also wird er schon recht haben, denke ich.&#8221;, lautet hier der Schlu\u00df.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich kryptisch die &#8220;sch\u00f6nen schuhe&#8221;, wo die Erz\u00e4hlerin, wegen einer sch\u00f6nen Frau verlassen wird und fortan nur mehr &#8220;so\u00a0 vor sich hin vegetiert, aber trotzdem sch\u00f6ne schuhe&#8221;, tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Sie f\u00e4rbt sich, wohl um sich zu ver\u00e4ndern, die Haare rot, davon ist dann die Badewanne tagelang rot, da\u00df man glauben k\u00f6nnte, es h\u00e4tte sich jemand umgebracht, sie mu\u00df auch schwarze samthandschuhe tragen, um was\u00a0 zu verstecken? Und es ist auch schwer die Blicke die anderen zu ertragen, die sie einer zuwerfen, wenn man in einer Nervenklinik war.<\/p>\n<p>Ja, ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/26\/short-cuts-i\/\">wei\u00df,<\/a> das Sch\u00f6ne an den Kurzgeschichten sind, da\u00df sie nicht alles verraten, da\u00df sie nur andeuten, ihre Geheimnisse haben und, wie das Elend einer verlassenen Liebe von der sehr jungen Autorin erz\u00e4hlt wird, ist wirklich sehr beeindruckend. Ein bi\u00dfchen etwas davon, habe ich vor drei\u00dfig Jahrenselbst erlebt, da habe ich mir zwar nur die Haare geschnitten und nicht die Pulsadern, aber, da\u00df es helfen kann, alles zu ver\u00e4ndern, habe ich damals auch gedacht und mich vielleicht besonders sch\u00f6n angezogen.<\/p>\n<p>Dann gibt es eine Geschichte \u00fcber eine Wohngeminschaft, wo es &#8220;immer dreckig, meistens laut ist und sich alles wie in einem schlechten Film anf\u00fchlt. Neben der Erz\u00e4hlerin leben noch Agnes, Annika und Pat dort, Annika hat Narben an den Armen nach denen man nicht fragen darf. Pat hat tr\u00e4gt eine schwarze Unterhose, raucht einen Joint und liebt sich mit der Ich-Erz\u00e4hlerin, die am n\u00e4chsten Tag wei\u00df, da\u00df sie aus der Wohnung mu\u00df.<\/p>\n<p>In &#8220;luisa&#8221; zieht die Erz\u00e4hlerin in Luisas Wohnung, in der noch alle ihre Sachen sind, bitte alles so lassen, sagt der Vermieter, die Erz\u00e4hlerin vergr\u00e4bt aber das Tiefk\u00fchlhund im Garten, schl\u00fcpft in Luisas Kleider und nach und nach auch in ihre Person.<\/p>\n<p>Und so geht es weiter in den sechsundzwanzig Kurzgeschichten, die meistens eine Ich-Erz\u00e4hlerin haben und die von\u00a0 Peter dem Maler,\u00a0 Karl dem Klavierspieler und vielen anderen erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>In &#8220;Postkarten&#8221; liebt Richard Paula und die Erz\u00e4hlerin Richard bei dem sie wohnt und offenbar auch schl\u00e4ft. Paula ist dagegen st\u00e4ndig auf Reisen, schickt Postkarten, die inzwischen schon vergilbt an der Wand h\u00e4ngen und die Besucher, aber das ist doch schon so lange her, sagen.<\/p>\n<p>&#8220;im februar kommt sie vielleicht f\u00fcr zwei wochen nach wien sagt&#8221;, sagt er.<\/p>\n<p>das hat er schon oft gesagt, aber nie war sie da.<\/p>\n<p>&#8220;du wei\u00dft sie wir dir nie geh\u00f6ren&#8221;, sage ich.<\/p>\n<p>&#8220;o ja, wir heiraten irgendwann, ich sag dirs&#8221;, lauten hier die letzten S\u00e4tze.<\/p>\n<p>&#8221; katarina heider erz\u00e4hlt pr\u00e4gnant, knapp und scheinbar k\u00fchl geschichten vom verlust der beziehung des ichs zu sich selbst, von der liebe, platonisch oder sexuell, oder zwischen geschwistern oder alles auf einmal&#8221; steht am\u00a0 Buchr\u00fccken und ich f\u00fcge noch hinzu, da\u00df es hier wieder ein starkes Sprachtalent <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/19\/unter-dreisig\/\">unter Drei\u00dfig<\/a> zu entdecken gibt, von der ich vielleicht noch h\u00f6ren und schreiben werden.<\/p>\n<p>Vielleicht wenn sie beim Bachmannpreis liest, f\u00fcrs <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/02\/literatur-im-musa\/\">MUSA ein Stipendium<\/a> bekommen hat, ihr erster Roman bei &#8220;Droschl&#8221;, &#8220;DVA&#8221; oder anderswo erschienen ist, etc und da f\u00e4llt mir ein, da\u00df ich vor einiger Zeit auch einen anderen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/05\/futter-mich\/\">themen- und sprachenschweren Geschichtenband einer jungen Autorin<\/a> gelesen habe, die bei &#8220;Exil&#8221; einmal gewonnen und begonnen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt geht es weiter mit der Leseliste, die schon korrigiert und meinem Leseverhalten angepasst wurde, aber Ekatharina\u00a0 Heiders erster Geschichgtenband &#8220;meine sch\u00f6ne schwester&#8221; mu\u00df sich noch ausgehen, ist das doch sozusagen ein Rezensionsexemplar und sogar eines aus dem vorigen Jahr, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=33383\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-33383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33383"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33383\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}