{"id":33287,"date":"2014-12-26T00:32:52","date_gmt":"2014-12-25T23:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=33287"},"modified":"2014-12-26T00:32:52","modified_gmt":"2014-12-25T23:32:52","slug":"weihnachtsgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=33287","title":{"rendered":"Weihnachtsgeschichten"},"content":{"rendered":"<p>Weihnachtsgeschichten der 1922 in Schlesien geborenenen Ilse Gr\u00e4fin von Bredow, die in Hamburg als Journalistin t\u00e4tig war und schon viele Geschichten geschrieben hat.<\/p>\n<p>&#8220;Ich und meine Oma und die Liebe&#8221;, sowie &#8220;Benjamin, ich habe nichts anzuziehen&#8221;, sind zwei B\u00e4nde in einem mit je neun bzw. zehn Weihnachtsgeschichten, ein Fund aus dem B\u00fccherschrank und die Geschichten sind vielleicht ein bi\u00dfchen ungew\u00f6hnlich bzw. weniger spannungsgeladen auskonzipiert, wie gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>So beschlie\u00dft in &#8220;Die Nussh\u00f6rnchen&#8221; die f\u00fcnfundachtzigj\u00e4hrige Gesa, diesmal nicht Weihnachten bei Anna und ihrer Familie zu feiern. Sie sch\u00fctzt diesbez\u00fcglich eine Verk\u00fchlung vor, denn sie will die heilige Nacht diesmal in einem Naturreservat verbringen, dann verl\u00e4\u00dft sie schon in der U-Bahn der Mut und zum Gl\u00fcck kommt der Neffe um sie abzuholen und die von Anna selbstgebackenen Nu\u00dfh\u00f6rnchen beginnen zu frohlocken.<\/p>\n<p>Dann lernt eine etwas distanzlose Tochter, die mit ihrer Art alle M\u00e4nner vertreibt, doch einen Liebsten kennen und bringt ihn, der gerne Weihnachten zu Hause feiern will zu ihrer Familie mit und in der n\u00e4chsten Geschichte, leiden alle darunter da\u00df sich zu Weihnachten immer Tante Bertha mit ihrem Gatten zur Familie einl\u00e4dt.<\/p>\n<p>In der Titelgeschichte des ersten Bandes, geht es um eine jugendliche Gro\u00dfmama, die mit der Enkeltochter nach \u00c4gypten f\u00e4hrt und zu Weihnachten, die Familie \u00fcberrascht, da\u00df es bald einen kleinen Onkel geben wird, w\u00e4hrend in &#8220;Einer zuviel&#8221;, ein Ehepaar den Christbaum schm\u00fcckt und dabei an ihre Tochter Jessica denkt, die erwartet wird und in der Vergangenheit durch ihre Entwicklungsstufen einiges Leben, wie die Maus Nutella, ins Haus brachte. Jetzt ist sie gl\u00fccklich in Brasilien und kommt nur zu Weihnachten auf Besuch, nur leider l\u00e4utet das Telefon und Jessica k\u00fcndigt an, da\u00df sie f\u00fcr immer bleiben wird, weil die Ehe in Br\u00fcche geht und in &#8220;Ihr Kinderlein kommet&#8221; geht es auch um eine r\u00fcstige Oma, die ins Seniorenheim zieht, ihrem Enkel ihren Hof vermacht, der verliert dadurch seinen Job und seine Freunin und gr\u00fcndet eine &#8220;Arche Noah&#8221;, wo dann alle mehr oder weniger fr\u00f6hlich Weihnachten feiern.<\/p>\n<p>In Jugendliebe stirbt das Evchen Richter und der Witwer Herbert Felten, der nach dem Tod seiner Frau Ruth mit einer Spinne lebt, beschlie\u00dft zum Begr\u00e4bnis zu fahren, tut es und kehrt mit Katze Lenchen, dem Liebling der Verstorbenen zur\u00fcck. Dann gibt es im ersten Band noch zwei Geschichten, in der einen feiert wieder eine Familie Weihnachten, die T\u00f6chter m\u00fc\u00dfen f\u00fcr die Verwandten Handarbeiten herstellen und schummeln dabei, die Mutter l\u00e4dt einen alten Oberst ein und ein Mops spielt auch eine Rolle, w\u00e4hrend in der anderen ein Mann seine Frau zu Weihnachten mit einem Haus am Land \u00fcberrascht, im n\u00e4chsten Jahr, als sie sich im Gegensatz zu ihm schon an das Landleben gew\u00f6hnt hat, kauft oder tauscht er wieder die vorige Wohnung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Titelgeschichte des zweiten Bandes, der wieder mit Seite sieben beginnt und sinnigerweise &#8220;Keine Chance f\u00fcr Lola!&#8221;, hei\u00dft, ist wie einige Geschichten der alten Dame, die am 14. April dieses Jahres in Hamburg gestorben ist, ambivalent, stammt aber sicher aus dem Erleben und zeigt auch den feinen Humor der Adeligen, die die Nachkriegszeit und das Wirtschaftswunder erlebte. Da ist Madeleine, die zwar wahrscheinlich Magda hei\u00dft, aber so hei\u00dft man heutzutage ja nicht mehr, sie will Topmodel oder Serienstar werden, ein Wunsch der wahrscheinlich von ihren ehrgeizigen Eltern stammt, die dann dar\u00fcber st\u00f6hnen, wenn die Kleine &#8220;Ich hab nichts anzuziehen!&#8221;, lispelt. Sie hat aber zum Gl\u00fcck einen lieben Nachbarn, einem ehemaligen Zoow\u00e4rter, der ein bi\u00dfchen ausglich und den Ersatzopa spielte und bei Madeleine auch eine &#8220;Affenliebe&#8221; erzeugte, die die Puppe Lola im Kinderzimmer verdr\u00e4ngen. Der kommt nach einem Schlaganfall ins Heim, die Kleine besucht ihn h\u00e4ufig und verwirrt die Schwester am Empfang durch ihr herausgeputzes Aussehen, als er aber um Weihnachten stirbt gibt es Tr\u00e4nen und von ihm zu Weihnachten ein letztes Geschenk, ein \u00c4ffchen, das man aufziehen kann und das dann den Nachkriegsschlager &#8220;Benjamin, ich hab nichts anzuziehen!&#8221;, tr\u00e4llert.<\/p>\n<p>In &#8220;Geliebte Landplagen&#8221; geht es, wie bei der Gr\u00e4fin Bredow \u00f6fter, um drei alte Damen, die nicht mehr Autofahren k\u00f6nnen und beschlie\u00dfen endlich einmal Weihnachten zusammen zu feiern, was dann an den Anurfen der Kinder scheitert und die Taxis fahren sie dorthin.<\/p>\n<p>In &#8220;Spa\u00df gehabt&#8221; sind es zwei Schwestern, von denen die eine immer im Schatten der anderen stand, denn die tollte Bettina nahm dem Evchen immer alles weg, zuerst die Spielsachen, dann die M\u00e4nner, den Horsti und den Rudolf, den hat Bettina geheiratet, jetzt hat er auch einen Schlagenfall erlitten und sich zu einem N\u00f6rgler entwickelt und die Schwester ruft bei dem Evchen, das inzwischen in der Stadt lebt und einen eigenen Freundeskreis hat, an und l\u00e4dt sie zu Weihnachten zu sich ein. Die will zuerst nicht, kommt dann aber doch und Bettina zieht sich zum Verwundern aller mit einem Asthmaanfall ins Krankenhaus zur\u00fcck, hat aber schon vorgekocht, so da\u00df es f\u00fcr Rudolf und Evchen, der schlie\u00dflich gar nicht so viel n\u00f6rgelt, wundersch\u00f6ne Weihnachten werden. Bettina kommt danach zur\u00fcck, erkundigt sich suiffisant &#8220;Na ein bi\u00dfchen Spa\u00df gehabt?&#8221; und bekommt noch einen Blumenstrau\u00df und einen Brief vom Horsti, der inzwischen Chefarzt geworden ist und Bettina, f\u00fcr die sch\u00f6nen Tage, die er mit ihr im Krankenhaus verbringen konnte, dankt und in &#8220;Unverhofft kommt oft&#8221; geht es um ein Putzteufelchen, das sich zwar alle ihre M\u00e4nner wegputzt, bzw. vertreibt, am Schlu\u00df von einer alten Neunzigj\u00e4hrigen eine sch\u00f6ne Eigentumswohnung mit viel Silber, das sich herrlich putzen l\u00e4\u00dft, erbt.<\/p>\n<p>Weiter geht es mit den Geschichten der Nachkriegskindergeneration, die sich noch Jahrzehnte sp\u00e4ter an Lungenhaschee als Weihnachtsessen erfreut, das benachteiligte Lieschen erweist sich als gute Tiermutter und ein Ehepaar, nicht zu Unrecht wird die feine Ironie, am B\u00fcchr\u00fccken gelobt, das sich ebenfalls benachteiligt vorkommt und gerne an der Prominenz der anderen mitnascht, verkauft seinen Stolz, das\u00a0 Entchen Luise an einen Herrn der Upperclass und kauft sich daf\u00fcr einen Fernseher.<\/p>\n<p>Ein Junge lernt ausgerechnet am Weihnachtsbabend sprechen, als seine Eltern eine eher schwierige B\u00fcrokollegin einladen und eine alte Frau namens Monika verwechselt bei den Weihnachtsbesuchen ihre S\u00f6hne und l\u00f6st dadurch gro\u00dfe Verwirrung aus.<\/p>\n<p>K\u00f6stlich, k\u00f6stlich diese Nachkriegsgeschichten, die sich ein bi\u00dfchen \u00fcber die Aufbaugeneration lustig zu machen scheinen, ein bi\u00dfchen antiquiert wirken und doch offebar erst 2011 geschrieben oder herausgegeben wurden.<\/p>\n<p>Das wohl ber\u00fchmteste Bredow-Buch &#8220;Kartoffeln mit Stippe&#8221; h\u00e4tte ich vor kurzem im Schrank gefunden, habe es aber gem\u00e4\u00df meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/14\/uberbleiben\/\">neuen Vors\u00e4tzen<\/a>, liegen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachtsgeschichten der 1922 in Schlesien geborenenen Ilse Gr\u00e4fin von Bredow, die in Hamburg als Journalistin t\u00e4tig war und schon viele Geschichten geschrieben hat. &#8220;Ich und meine Oma und die Liebe&#8221;, sowie &#8220;Benjamin, ich habe nichts anzuziehen&#8221;, sind zwei B\u00e4nde in &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=33287\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-33287","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33287"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33287\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}