{"id":32747,"date":"2014-12-03T21:49:14","date_gmt":"2014-12-03T20:49:14","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=32747"},"modified":"2014-12-03T21:49:14","modified_gmt":"2014-12-03T20:49:14","slug":"preise-der-stadt-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=32747","title":{"rendered":"Preise der Stadt Wien"},"content":{"rendered":"<p>Im Dezember werden immer die\u00a0 Preise der Stadt Wie&#8221;n verliehen, den f\u00fcr Literatur hat heuer, der\u00a0 1944 geborene\u00a0 Wilhelm Pevny bekommen, dessen Name mich schon lange begleitet, &#8220;Alpensaga&#8221; mit Peter Turrini beispielsweise, von dem ich, glaube ich, aber, noch nicht viel gelesen habe.<\/p>\n<p>Am Dienstagmorgen war er im &#8220;Leporello&#8221;, da wurde auch sein neuer bei &#8220;Wieser&#8221; erschienener Roman &#8220;Im Kreis&#8221;, vorgestellt, wo es um einen Stra\u00dfenbahnfahrer geht, der den ganzen Tag den Ring umkreist und dabei auf philosophische Gedanken kommt.<\/p>\n<p>Die Preisverleihung war um elf im &#8220;Wappensaal&#8221; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/04\/ein-tag-mit-gustav-ernst\/\">diesmal war ich p\u00fcnktlich<\/a> und habe au\u00dfer einigen bekannten Prominenten, wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/23\/robert-menasses-faust-und-namensprobleme\/\">Robert Menasse<\/a>, Erich Klein, ein Vorjahrspreistr\u00e4ger, Julia Danielczyk etc auch G\u00fcnther und Christa von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/17\/vom-ute-bock-preis-zum-geburtstagsfest\/\">Sladky-Wandergruppe<\/a> gesehen, die ich eigentlich erwarten h\u00e4tte k\u00f6nne, hat mir der G\u00fcnther bei der Wanderung w\u00e4hrend des Fototreffs in Klosterneuburg im Oktober ja erz\u00e4hlt, da\u00df er mit Wilhelm Pevny befreundet ist.<\/p>\n<p>Er hatte sich auch den neuen Roman gekauft und ihn vom Preistr\u00e4ger signieren lassen und als der Saal gef\u00fcllt war, kam\u00a0 Stadtrat Mailath-Pokorny ans Mikrophon und erz\u00e4hlte einbi\u00dfchen was zu den Stadt Wien-Preisen, die es seit 1947 gibt, wo j\u00e4hrlich die Sparten Literatur, bildende Kunst, Architektur, Musik Wissenschaft, Volkskunst etc, mit Preistr\u00e4gern ausgezeichnet werden.<\/p>\n<p>Alle zwei Jahre wird der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/08\/ernst-krenek-publikationen\/\">&#8220;Ernst Krenek-Preis&#8221; <\/a>vergeben, den diesmal Johanna Doderer, deren Werke ich k\u00fcrzlich im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/08\/rundgang-durch-das-khm\/\">KHM<\/a> h\u00f6ren konnte, bekommen hat.<\/p>\n<p>So waren auch Eingangs zwei Musikst\u00fccke, eines von Krenek und eines von ihr zu h\u00f6ren, dann ging es los mit der Festrede, die immer der Literaturpreistr\u00e4ger, also Wilhelm Pevny halten mu\u00df, der das sehr geschickt tat, als er zuerst von den Ablehnungen sprach, Satre hat ihn nicht angenommen und auch ein Krieger bei Asterix nicht. Er h\u00e4tte einmal Fu\u00dfballweltmeister werden wollen und Meisterschwimmer, jetzt ist es mit der Literatur geworden und das Preise annehmen oder ablehnen hat auch immer etwas mit Peinlichkeit zu tun und mit Neid, wenn andere ihn bekommen, obwohl man sich eigentlich f\u00fcr geeigneter h\u00e4lt. Da wei\u00df ich auch ein<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/01\/erster-veza-canetti-preis\/\"> Lied davon zu singen bzw. habe ich diesbez\u00fcgliche noch unerf\u00fcllte ehrgeizige W\u00fcnsche<\/a>, es kam aber schon Julia Danielczyk auf die B\u00fchne und stellte im Schnellverfahren die Geehrten vor.<\/p>\n<p>Patrick Pulsinger war der Musikpreistr\u00e4ger, von ihm gabs am Schlu\u00df etwas Elektronisches zu h\u00f6ren, unter den vier bildendenden Kunst-Preistr\u00e4gern war auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/11\/festival-lateinamerikanischer-poesie\/\">Gerhard R\u00fchm<\/a>, ein Doppeltalent und schon Literaturpreistr\u00e4ger, den Preis f\u00fcr Volkskunde hat der Soziologe Roland Girtler bekommen, \u00fcber dessen Lust f\u00fcrs Fahrradfahren und Vagabundieren, ich auf der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/15\/buch-wien-und-rundherum\/\">&#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a> etwas h\u00f6ren konnte. Jetzt hatte er einen Anzug an und sagte &#8220;K\u00fc\u00df di Hand!&#8221;, zu mir, als ich ihm sp\u00e4ter gratulierte und die Lust aufs Fahrradfahren teilt er mit Konrad Paul Lissmann, dem Philosophen, der ebenfalls einen Preis bekommen hat.<\/p>\n<p>Das Architekten-Duo PRAG wurde ausgew\u00e4hlt und bei der Wissenschaft waren es der Genetiker Josef Penninger und Barry Dickson, sie bekamen ihre Urkunde, achttausend Euro, Christa erz\u00e4hlte mir, da\u00df Roland Girtler, die seinen schon verplant h\u00e4tte, einen Blumenstrau\u00df und standen f\u00fcr die Fotografen bereit.<\/p>\n<p>Der Publizist Walter Sch\u00fcbler, den ich jetzt fast vergessen h\u00e4tte, hielt die Dankesrede, auch eine Eigenheit der Preiszeremonie, da\u00df da der Sprachgewandteste f\u00fcr alle ausgew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>Dann gabs den elektronischen Kunstgenu\u00df, den Wein und die Br\u00f6tchen, man konnte den Preistr\u00e4ger gratulieren und die H\u00e4nde sch\u00fctteln\u00a0 und am Abend haben Wilhelm Pevny und Walter Sch\u00fcbler\u00a0 im MUSA aus ihren Werken gelesen.<\/p>\n<p>Als ich den Veranstaltungsraum zehn vor sieben erreichte, war es so voll wie nie, so da\u00df noch extra Sesselreihen aufgestellt wurden und ich ziemlich hinten sa\u00df.<\/p>\n<p>Ottwald John setzte sich\u00a0 neben mich und erkl\u00e4rte mir, er h\u00e4tte mich gestern viel gelesen, weil er am 12. 12. in Kassel \u00fcber<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Nachruf+auf+Rolf+Schwendter\"> Rolf Schwendter<\/a> referieren w\u00fcrde und eine weitere <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/20\/in-memoriam-ernst-kostal\/\">Ernst Kostal Gedenkveranstaltung<\/a> g\u00e4be es auch.<\/p>\n<p>Dann kam Wilhelm Pevny zu ihm und gab ihm die Hand und nach einer Weile begann die Veranstaltung beziehungsweise Pr\u00e4sentation des neuen Romans &#8220;Im Kreis&#8221;, wo es wie der Autor sp\u00e4ter erkl\u00e4rte, um die kleinen Leute geht.<\/p>\n<p>Der Ich-Erz\u00e4hler f\u00e4hrt um den Ring und erfindet sich seine eigene &#8220;Denkmalogie&#8221;, also keinen Lueger und der Nestroy neben dem Goethe, damit sich die zweit erg\u00e4nzen k\u00f6nnen und au\u00dferdem g\u00e4be es die vielen kleinen Helden des Alltags, die eigentlich auch geehrt geh\u00f6ren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Also den, der t\u00e4glich mit seinen starken Armen eine Frau vier Stockwerke in die Arztordination hinuntertr\u00e4gt, weil es im Haus keinen Lift gibt oder der Apothekergehilfe, der mehr von der Medizin versteht, als die gelehrten \u00c4rzte und der Stra\u00dfenbahnfahrer kennt auch seine Kunden und beobachtet, wie sie in die Tram einsteigen und ihre Masken ablegen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Eine halbe Stunde dauert die Fahrt um den Ring, die es jetzt ja nicht mehr gibt, bei &#8220;<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/24\/rund-um-die-burg-mit-lyrik-bim\/\">Rund um die Burg&#8221; bin ich vor einigen Monaten trotzdem einige Runden gefahren <\/a>und Julia Danielczyk wies Wilhelm Pevny, dann auf eine 1951 von Fred Wander geschriebene Erz\u00e4hlung hin, wo auch eine Stra\u00dfenbahn vom zweiten Bezirk nach Floridsdorf f\u00e4hrt und sie Soziologie und die Masken der kleinen oder auch gro\u00dfen Leute beobachtet.<\/p>\n<p>Dann kam, der mir bis heute unbrekannte Walter Sch\u00fcbler, der \u00fcber Kuh forscht und deshalb einen Aufsatz \u00fcber die Kaffeehausliteraten brachte und sich dar\u00fcber emp\u00f6rte, da\u00df Hoffmannsthal, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/25\/joseph-roths-legende\/\">Roth<\/a>, Kraus, Altenberg, Kuh und Friedell zu solchen gez\u00e4hlt w\u00fcrden, was zu Beginn des vorigen Jahrhunderts als Schimpfwort galt,\u00a0 zu den Philosophen die sich damals auch dort getroffen h\u00e4tte, w\u00fcrde\u00a0 dagegen niemand Kaffeehausphilosphie sagen.<\/p>\n<p>Dann gabs wieder Brot und Wein und viele mir unbekannte Gesichter, von den Stammg\u00e4sten des MUSAs war eigentlich nur <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/05\/stadt-wien-stipendiaten\/\">Gabriele Petricek<\/a> da und wenn man an das Wien heute denkt, sollte einem wirklich mehr als Mozart, &#8220;Die braune Schei\u00dfe&#8221; und die Kaffeehausliteraten des vorigen Jahrhunderts einfallen, denke ich, die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/07\/28\/elfriede-jelinek\/\">Nobelpreistr\u00e4gerin<\/a> zumindestens oder<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/12\/12-februar\/\"> Thomas Bernhard<\/a>, aber auch der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/01\/achter-ohrenschmaus\/\">&#8220;Ohrenschmaus&#8221;<\/a>, die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/19\/unter-dreisig\/\">Leute unter Drei\u00dfig <\/a>und die, die bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/02\/drittes-kapitel-in-der-alten-schmiede-2\/\">&#8220;Textvorstellungen&#8221;<\/a> lesen und und und&#8230;.<\/p>\n<p>Was den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/30\/advent-ist-im-dezember\/\">Advent <\/a>betrifft kann ich anmerken, da\u00df ich bei Klaudia Zotzmanns Adventkalender ein Buch gewonnen habe, obwohl ich meine endlos lange Leseliste ja wieder einmal <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/28\/bucherbeschrankung\/\">beschr\u00e4nken <\/a>wollte.<\/p>\n<p>Wie es scheint, bringe ich das nicht zusammen, aber Julia Danielczyk und Wilhelm Pevny und wahrscheinlich auch Lojse Wieser w\u00fcnschen sich ohnehin mehr Leser und ich bin ja eine solche, auch wenn ich inzwischen nicht mehr oft ins Kaffeehaus gehe, also sicher nicht in den Ruf einer Kaffeehausliteratin komme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember werden immer die\u00a0 Preise der Stadt Wie&#8221;n verliehen, den f\u00fcr Literatur hat heuer, der\u00a0 1944 geborene\u00a0 Wilhelm Pevny bekommen, dessen Name mich schon lange begleitet, &#8220;Alpensaga&#8221; 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