{"id":32574,"date":"2014-11-26T22:54:44","date_gmt":"2014-11-26T21:54:44","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=32574"},"modified":"2014-11-26T22:54:44","modified_gmt":"2014-11-26T21:54:44","slug":"writer-in-residence","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=32574","title":{"rendered":"Writer in Residence"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/25\/jurorenlesung-2\/\">Wieder Literaturhaus <\/a>und diesmal ein sehr volles Haus, als ich zehn vor sieben vom B\u00fccherschrank in der Zieglergasse kam, den besuche ich immer bevor ich ins Literaturhaus gehe und diesmal habe ich au\u00dfer zwei Mozart-CDs auch ein Buch gefunden, da\u00df ich trotz meiner wahnsinnslangen B\u00fccherliste, die den Alfred und die Presse Frau vom &#8220;Deuticke Verlag&#8221;, den Kopf sch\u00fctteln l\u00e4\u00dft, ein Buch gefunden, das ich noch in diesem Jahr lesen will, wenn ich die noch wartenden Rezensionsexemplare, sowie die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/08\/sechzig-minuten-aus-dreisig-buchern\/\">Margarita Kinstner<\/a> und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/11\/vierter-alpha-literaturpreis\/\">Marjana Gaponeko<\/a> hinter mir habe, n\u00e4mlich Ruth Picardies &#8220;Es wird mir fehlen das Leben&#8221;, weil es zu meinem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/19\/50-111-worter-oder-neunzehnter-nanowrimo-tag\/\">&#8220;Work in progress&#8221;<\/a> passt, aber es geht hier um einen Writer in Residence, der Mittwochabend in Verbindung mit &#8220;Austria Kulturkontakt&#8221; und dem ponischen Kulturinstitut, im Literaturhaus gelesen hat.<\/p>\n<p>N\u00e4mlich um Jacek Dehnel, dem Star der jungen polnischen\u00a0 Literatur, 1980 in Danzig geboren, in Warschau lebend, der jetzt zwei Monate lang in Wien &#8220;Writer in Residence&#8221; ist und seinen im Vorjahr bei &#8220;Hanser&#8221; erschienenen Roman &#8220;Saturn. schwarze Bilder der Familie Goja&#8221; vorstellte.<\/p>\n<p>Zugegeben, ich habe von Roman und Autor, bevor ich ins Literaturhausprogramm blickte, noch nichts geh\u00f6rt und bin zur Lesung hingegangen, weil es keine entsprechende Parallelveranstaltung gab, in der Hauptb\u00fccherei haben glaube ich, irgendwelche Finnen gelesen, aber da ich die &#8220;Hanser-Facebook-Seite&#8221; seit cirka einem Jahr regelm\u00e4\u00dfig verfolge, war meine Entscheidung bald getroffen und ich dachte noch, da\u00df ich da wahrscheinlich die polnische Gemeinde treffe und so war es auch, eine lange Schlange vor dem Damenklo und einen zweisprachigen B\u00fcchertisch von der polnischen Buchhandlung ausgerichtet.<\/p>\n<p>Barbara Zwiefelhofer begr\u00fc\u00dfte, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/23\/erich-fried-preis-an-judith-hermann\/\">Anne Zauner <\/a>war ebenfalls da, und stellte <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/04\/kontaminierte-landschaften\/\">Martin Pollak <\/a>vor, der nach der Lesung ein Gespr\u00e4ch mit dem Autor, einem jungen Mann mit kurzen Haaren, schwarzen Anzug, Krawatte und ich glaube auch einer Uhrkette, der sehr kommunikativ und freundlich war und zu seinen Antworten oft lachte, f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Dann kamen die Honoratoren, n\u00e4mlich der Herr, der offenbar jetzt statt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/06\/bank-austria-literis-stipendiaten\/\">Annemarie T\u00fcrk<\/a> f\u00fcr &#8220;Kulturkontakt Austria&#8221; zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Barbara Zwiefelhofer erkl\u00e4rte noch, es h\u00e4tte schon im Juni oder Juli einen Abend gegeben, wo zwei \u00dcbersetzerinnen pr\u00e4sentiert worden war, dann kam ein kurzen St\u00fcck auf Polnisch aus dem Buch, wo es, der Autor ist auch Maler, um die Familie Goja, den Vater Francisco, der, wie Martin Pollak erkl\u00e4rte, in dem Buch durchaus unsympathisch, n\u00e4mlich triebhaft und verfressen, dargestellt wird und, um Javier, der einzige von seinen zwanzig Kindern, der \u00fcberlebte und um vierzehn Fresken, die in dem Haus in der Ungl\u00fccksstra\u00dfe in Madrid gemalt wurden und wo nicht so ganz klar ist, ob die jetzt vom Vater oder vom Sohn stammen, geht.<\/p>\n<p>Der Vater ist mit seinem Sohn jedenfalls sehr unzufrieden, findet ihn verweichlicht, weil er sich weigert mit ihm in ein Bordell zu gehen, die Mutter liegt dauern im Bett, um sich von ihren Schwangerschaften zu erholen,\u00a0 der Vater verliert sp\u00e4ter auch sein Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>Es geht auch um die vierzehn Bilder, die in dem Buch, das auf Deutsch viel dicker, als in der polnischen Originalausgabe ist und der Schauspieler Helmut Bohatsch, las einige Stellen: Fransico, Javier erz\u00e4hlt und dann noch zwei Bildbeschreibungen.<\/p>\n<p>Auf der polnischen Ausgabe ist das Bild &#8220;Saturn fri\u00dft seine Kinder&#8221; abgebildet, da hat der Autor darauf bestanden, auf der deutschen ein viel harmoserres, das glaube, ich die &#8221; Entf\u00fchrung&#8221; hei\u00dft. Martin Pollak fragte nach warum? Marketingstrategie vielleicht, weil die Leute dann das Buch nicht kaufen w\u00fcrden? Es gibt eine italienische, holl\u00e4ndische, franz\u00f6sische \u00dcbersetzung, aber keine spanische, weil sich die Spanier von keinen Polen Goja erkl\u00e4ren lassen wollen?, wie Martin Pollak vermutete.<\/p>\n<p>Ein Spanier im Publikum widersprach und der Autor erkl\u00e4rte , da\u00df ihm die Familiengeschichte interessiert h\u00e4tte, er ist\u00a0 der Sohn einer Malerin, hat das Buch seiner Mutter gewidmet, war aber nicht im Prado zur Recherche und spricht auch nicht Spanisch, was im Publikum kritisiert wurde.<\/p>\n<p>Eine Frau, die sich sp\u00e4ter sehr viele B\u00fccher signieren lie\u00df und sich als Dehnel Fan bezeichnete, fragte auf Polnsich,\u00a0 was er von Schreibwerkst\u00e4dten h\u00e4lt? Da antwortete er zuerst das \u00fcbliche, da\u00df man schreiben nicht lernen k\u00f6nne, sp\u00e4ter, da\u00df er solche Workshops schon gehalten h\u00e4tte, da\u00df man aber lesen lesen lesen solle, um das Schreiben zu erlenen, leider seien die Leute viel zu faul daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Das trifft immer einen wunden Punkt bei mir, obwohl ich bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/07\/lesegewohnheiten\/\">Lesern<\/a> sicherlich ganz oben stehe, aber ich habe auch ein Trauma, als einmal im &#8220;Ex Libris&#8221; vor vielen vielen Jahren Andre Heller einem Moderator antwortete, da\u00df\u00a0 die Diletanten\u00a0 nicht schreiben sollen, weil sie den gro\u00dfen Goethe damit beleidigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aber Andre Heller tut das ja auch, nur ich habe offenbar immer das Gef\u00fchl, da\u00df ich mein Schreiben mit Z\u00e4hnen und Klauen verteidgen m\u01d8\u00dfe, wird es ja\u00a0 nicht anerkannt und der Autor zitierte auch eine Frau aus eine seiner Schreibwerkst\u00e4tten, die meinte, keine Zeit zum Lesen zu haben, weil sie zwei Kinder h\u00e4tte und schreiben wolle.<\/p>\n<p>Ist sie Homer?, hat, glaube ich der Autor gefragt und ich habe den Kopf gesch\u00fcttelt, dann mein Glas Wein getrunken, ein paar K\u00e4sestangen dazu gegessen und Martin Pollak gefragt, was ich seit dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/08\/rundgang-durch-das-khm\/\">Geburtstagsgeschenk der Iris<\/a> wissen wollte, warum er zu dem Arcimboldo-Bild, den Text \u00fcber die Nazi-Vergangenheit seines Gro\u00dfvaters geschrieben hat?<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ich glaubte es ohnehin ein bi\u00dfchen schon zu wissen, habe ich ja den &#8220;Toten im Bunker&#8221; gelesen, die Frage passte aber gut zum Thema, dann wartete ich die Autogrammschlange ab und fragte Jacek Dehnel auf Englisch\u00a0 welche B\u00fccher er lesen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Er zeigte mir gleich ein sehr dickes, mein dickes \u00fcber Sadomaso-Sex, das ich gerade lese, liegt im Badezimmer und antwortete mir, auf meime Frage, welche \u00d6sterreicher er lesen w\u00fcrde, Thomas Bernhard, Hut ab. Ich w\u00fcrde mir ja auch w\u00fcnschen, da die Leute mehr lesen, kann das Argument, da\u00df sie das vielleicht\u00a0 deshalb nicht tun, weil sie Angst h\u00e4tten, den Stil des Autors anzunehmen, aber auch verstehen.<\/p>\n<p>Jacek Dehnel sagte mir, was stimmt, bei Thomas Bernhard k\u00f6nne das<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/09\/wilde-landschaften\/\"> leicht geschehen<\/a>, aber, wenn man viele Autoren liest, bekommt man einen eigenen Stil. Das stimmt auch und ich bin eine Vielleserin, aber f\u00fcr mich ist, wie wahrscheinlich auch f\u00fcr Jacek Dehnel w\u00fcrde ich mal vermuten, das Schreiben, das Wichtigste. Er ist wahrscheinlich mehr anerkannt, als ich, mu\u00df sein Schreiben nicht so verteidigen und eine Wtierin in Residence wird h\u00f6chstwahrscheinlich so bald nicht aus mir, habe ich eute ein sehr liebes Mail von der Frau Bogensberger, der Literar Mechana bekommen, die mein Ansuchen wegen der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/23\/vom-trostkaffee-zur-kriminacht\/\">Autoren Wohnung in Venedig<\/a> gestern noch einmal behandelt haben.<\/p>\n<p>Aber leider leider, eh schon wissen, ich habe mir nichts anderes erwartet, aber schade ist es doch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder Literaturhaus und diesmal ein sehr volles Haus, als ich zehn vor sieben vom B\u00fccherschrank in der Zieglergasse kam, den besuche ich immer bevor ich ins Literaturhaus gehe und diesmal habe ich au\u00dfer zwei Mozart-CDs auch ein Buch gefunden, da\u00df &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=32574\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-32574","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32574"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32574\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}