{"id":32453,"date":"2014-11-28T00:33:00","date_gmt":"2014-11-27T23:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=32453"},"modified":"2014-11-28T00:33:00","modified_gmt":"2014-11-27T23:33:00","slug":"geschenkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=32453","title":{"rendered":"Geschenkt"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin ja keine Freundin der &#8220;H\u00f6rb\u00fccher&#8221;, obwohl ich einmal einen &#8220;H\u00f6rbuchpreis&#8221; und damit eine Handvoll solcher &#8220;B\u00fccher&#8221; gewonnen habe und mir die Anna einmal eines zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/30\/bitterfotze\/\">Weihnachten<\/a> schenkte. Denn wenn ich sie in der K\u00fcche h\u00f6re und dann l\u00e4utet das Telefon,\u00a0 entgeht mir etwas, wenn der Klient l\u00e4utet ebenso. Dann kann ich mir auch keine Notizen machen, wei\u00df nicht, wie sich die Namen schreiben, etc. Also kaufe ich mir keine H\u00f6rb\u00fccher, bin ich ja auch keine Joggerin oder Autofahrerin, habe aber eine Tochter, die mir aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, keine B\u00fccher schenkt und da habe ich dann Daniel Glattauers &#8220;Geschenkt&#8221; den neue Bestseller des Herbstes von ihr zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/08\/literarisches-geburtstagsfest-3\/\">Geburtstag <\/a>bekommen. Sie hat die Printform nach <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/20\/ungarische-literaturimpressionen\/\">Ungarn<\/a> mitgenommen. Ich habe in der Woche zwischen dem Geburtstag und der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/15\/buch-wien-und-rundherum\/\">&#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a> auch den Versuch gemacht, mir das Buch, w\u00e4hrend des Mittagsnickerchen mir anzuh\u00f6ren und war auch begeistert. Ein tolles Buch, das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/15\/gut-gegen-nordwind\/\">&#8220;Gut gegen Nordwind&#8221;<\/a>, das bei der &#8220;Buch-Wien&#8221; Diskussion, als so gro\u00dfartig gefunden wurde, hat mich nicht so begeistert, hier hat der ironische Ton it der die Geschichte des Losers Gerold Plassek sofort begeistert, nur leider war das H\u00f6ren\u00a0 der acht CDs\u00a0 etwas schwierig, denn die zweite fing bei der H\u00e4lfte an zur\u00fcckzulaufen und ich konnte das Ende nicht mehr h\u00f6ren und bei der dritten kam der Klient und danach die Buch-Wien, wo ich das Buch w\u00e4hrend des &#8220;B\u00fccher Quiz&#8221; gewinnen h\u00e4tte k\u00f6nnen, wenn ich das Standard K\u00fcrzels von Daniel Glattauer als Ersts hinausgeschrieen h\u00e4tte und auch sonst einges dar\u00fcber h\u00f6rte. Danach habe ich die CDs wieder\u00a0 aufgelegt und begann\u00a0 gleich zu besprechen, damit ich, wenn ich beim Ende bin, denn Anfang nicht schon wieder vergessen habe.<\/p>\n<p>Es geht also um einen etwa vierzigj\u00e4hrigen Journalisten einer Gratiszeitung, einen sogenannten Loser, der geschieden ist, zuviel trinkt, nicht recht auf sich schaut und alle seine Illusionen schon verloren hat und so sein Geld mit Randnotizen bei dieser Gratiszeitung verdient. Dann erf\u00e4hrt er pl\u00f6tzlich von seinem vierzehnj\u00e4hrigen Sohn Manuel, den ihn dessen Mutter \u00fcbergibt, weil sie ein halbes Jahr als \u00c4rztin ohne Greznen nach Afrika mu\u00df und ihn daher zur Nachmittagsbetreuung in seine Reaktion setzt. Die Beiden \u00f6den sich eine Zeitlang an, dann passiert etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches.\u00a0 Gerold\u00a0 Plassek hat eine Randnotiz \u00fcber eine Odachloseneinrichtung geschrieben, die Geld braucht und die Geldspende trifft bei der Einrichtung mit beigelegten Artikel ein. Das beginnt sich nun zu wiederholen, der Chefredakteur \u00fcbergibt zwar einer anderen Journalistin die Berichterstattung dar\u00fcber.\u00a0 Gerold ist das zun\u00e4chst egal. Kommt seinem Sohn aber etwas n\u00e4her, begleitet ihn zur Zahn\u00e4rztin und verliebt sich in sie. Dann habe ich eine L\u00fccke, er wird offenbar von seiner Redaktion entlassen oder k\u00fcndigt und geht stattdessen zu einer besseren Alternativzeitung, wo er gr\u00f6\u00dfere Artikel schreiben darf und die Geldspenden kommen nun nach solchen Artikeln. Dann bringt ihm Manuel mit einem tschetschenischen Schulkollegen, der abgeschoben werden soll, in Kontakt, das Spiel wiederholt sich und Gerold beginnt dar\u00fcber nachzudenken, ob die Geldspenden mit ihm etwas zu tun haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Als dann die zweite Geldspende eintrifft, beginnen auch die Medien diesen Verdacht aufzunehmen, Gery wird gro\u00df in allen Zeitungen interviewt, wird eine Ber\u00fchmtheit, mit der sich alle fotografieren lassen wollen und die auch viele Anfrage bez\u00fcglich Spendenm\u00f6glichkeiten, wie beispielsweise von der sch\u00f6nen Zahn\u00e4rztin, in die er sich verliebt hat, ihr ihre Liebe aber nicht zu gestehen traut,\u00a0 bekommt. Die arbeitet auch im &#8220;Zehnerhaus&#8221; in der Schleifm\u00fchlgasse, das ist eine Zahnarztpraxis f\u00fcr Obdachlose, man sieht, wie Daniel Glattauer mit den Wiener Orten jongliert, dicht an der Realit\u00e4t\u00a0 bleibt, aber auch immer ein bi\u00dfchen verfremdet,\u00a0 so da\u00df man sich nicht beschweren oder klagen kann und diese Praxis mu\u00df\u00a0 revnoviert werden und braucht Geld.<\/p>\n<p>Gery und Manuel versuchen dem Spender auf die Spur zu kommen und finden in den Mails zwei Hinweise. Da ist einmal einer auf seine Mutter und dann hetzt die zweite Gratiszeitung, die sich schon mit Gerys fr\u00fcheren Arbeitsgeber angelegt hat und in einen Proze\u00df verwickelt ist und vermutet in dem zweiten Mann von Gerys Exfrau, Gudrun, einem Banker oder Lobbyisten, der ein Konto in Lichtenstein hat, den Spender, bzw. Geldw\u00e4scher, der sein Schwarzgeld mit Hilfe seines Ex-Schwagers, oder wie immer sich das Verwandtschaftsverh\u00e4ltniss nennt, reinwaschen wollte.<\/p>\n<p>Gery Plassek betrinkt sich und beginnt dann wieder zu recherchieren, wobei sich Manuel in ein autistisches M\u00e4dchen verliebt und viele Verwicklungen und Verwirrungen auftreten, die\u00a0 manchmal ein bi\u00dfchen \u00fcberzogen und vielleicht auch leicht kitschig wirken.<\/p>\n<p>Man kann auch sicher \u00fcberlegen, ob das viele Geldspenden, beispielsweise, was die Inselbegabung des autistischen M\u00e4dchen betrifft, wirklich so n\u00f6tig ist?\u00a0 Denn die ist ja sehr begabt und f\u00fcr ein Studium an der k\u00fcnstlischerischen Volkshochschule oder an der Akademie f\u00fcr angewandte Kunst braucht man eigentlich keine zehntausend Euro.<\/p>\n<p>Es geht aber weiter, eine T\u00e4nzerin wird als erste Geldspenderin geoutet, der Nachfolger meldet sich bei Gery und schickt ihm zur letzten Reportage in eine Alkoholentzugseinrichtung, namens &#8220;00 Promille&#8221;, das ist Gery, dem Gelegenheitstrinker ein wenig peinlich, denn er ist ja nicht betroffen, alle anderen spielen darauf an, sein Vater war es aber und die Einrichtung liegt auch zuf\u00e4llig in Simmering, wo er seine Jugend verbrachte.<\/p>\n<p>Dann kommt es stilecht am Weihnachtsabend, haben da schon wirklich alle Wirtsh\u00e4user offen, zu einem Treffen zwischen Gery und dem Spender bzw. Geldgeber, der aber ganz, wie im &#8220;Nordwind&#8221; nicht erscheint, vielleicht hat der Trinker ihn auch \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Es bleibt also alles offen, wir k\u00f6nnen raten, wer es jetzt nun war, die Spuren verwischen sich aber alle oder gehen ineinander \u00fcber.<\/p>\n<p>Es ist aber ohnehin ganz egal, nur die gute Tat ist wichtig, schlie\u00dflich haben wir bald Weihnachten und da wird das im August erschienene Buch wahrscheinlich bevorzugt verkauft.<\/p>\n<p>Dem etwas heruntergekommenen Journalisten haben die Geldspenden auf jeden Fall geholfen, er wird in der Alternativzeitung fix angestellt und fliegt im Feburar mit seinen zwei Kindern nach Kuba, obwohl er, da\u00df er Manuels\u00a0 Vater ist, wenn ich es nicht \u00fcberh\u00f6rte, zwar dem Wirten Zoltan und seiner Tochter Florentina, aber nicht ihm selbst verr\u00e4t und das Buch hat mir, ob seiner brisanten Themen, mich interessieren ja die Losergeschichten, anfangs sehr gefallen, sp\u00e4ter wird die Routine merklich, es kommen Widerspr\u00fcche auf und es bleibt sehr viel im Unklaren, aber \u00fcber das Gute im Menschen l\u00e4\u00dft sich zu Weihnachten bevorzugt diskutieren und da f\u00e4llt mir\u00a0 ein, von Daniel Glattauer gibt es noch den &#8220;Weihnachtshund&#8221; und der steht auch auf meiner Leseliste.<\/p>\n<p>Daniel Glattauer hat den Roman nach einem realen Vorbild geschrieben und um wieder auf die Frage Printform oder H\u00f6rbuch zur\u00fcckzukommen, der Vorteil des H\u00f6rbuchs ist ohne jeden Zweifel, da\u00df ich den Roman jetzt kenne, w\u00e4hrend ich das Buch auf eine sp\u00e4tere Leseliste gesetzt h\u00e4tte und spannend ist es sicherlich geschrieben, weil man sehr neugierig wird und wissen m\u00f6chte, wer jetzt der geheimnisvolle Geldspender ist und daher nicht zu lesen aufh\u00f6ren kann, so da\u00df ich ein paar weitere H\u00f6rrunden eingelegt habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin ja keine Freundin der &#8220;H\u00f6rb\u00fccher&#8221;, obwohl ich einmal einen &#8220;H\u00f6rbuchpreis&#8221; und damit eine Handvoll solcher &#8220;B\u00fccher&#8221; gewonnen habe und mir die Anna einmal eines zu Weihnachten schenkte. 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