{"id":32181,"date":"2014-11-09T22:23:21","date_gmt":"2014-11-09T21:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=32181"},"modified":"2014-11-09T22:23:21","modified_gmt":"2014-11-09T21:23:21","slug":"norden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=32181","title":{"rendered":"Schnelle Reise durch den Norden"},"content":{"rendered":"<p>Im November gibt es seit einigen Jahren die &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, das ist eine Veranstaltungsreihe von Walter Famler, die es einige Zeit parallel zu der &#8220;Literatur im M\u00e4rz&#8221;, die es schon in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren gegeben hat, stattfand.<br \/>\nSeit einiger Zeit gibt es nur mehr die im Herbst, die meistens einem Land, Griechenland, Rum\u00e4nien, Bulgarien, etc gewidmet war und weil die Veranstaltung oft zeitgleich mit meinem Geburtstagsfest stattfand, bin ich auch erst sehr sp\u00e4t hingegangen.<br \/>\nSeit ich blogge oder auch schon ein bi\u00dfchen fr\u00fcher, bem\u00fche ich mich zwar das zu tun, aber wenn die Er\u00f6ffnung zeitgleich mit meinem Geburtstagsfest, das es  seit den Neunzehnhundertachtzigerjahren gibt, geht es nicht und voriges Jahr habe ich auch nur <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/17\/gender-tun-und-lassen\/\">hineingeschnuppert<\/a>, weil wir ja in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/14\/nach-buk-ins-bad\/\">Ungarn<\/a> waren. Dorthin fahren wir heuer erst n\u00e4chste Woche, aber am Freitag war mein Fest, so habe ich die Er\u00f6ffnungsreden vers\u00e4umt und auch die ersten Leser von denen ich  aber h\u00f6rte, da\u00df  nicht alle gekommen sind. Das war zwar schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/08\/exilliteratur-im-dilemma\/\">2009 der Fall, als Herta M\u00fcller kommen sollte<\/a>, aber durch den Nobelpreis absagte und am Samstag, wo ich eigentlich gehen h\u00e4tte k\u00f6nnen, kam mir die liebe Iris zuvor und fragte mich, noch ehe ich das Programm bekommen hatte, ob ich mit ihr und Alfred zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/08\/rundgang-durch-das-khm\/\" title=\"Rundgang durch das KHM\">&#8220;Gany Med goes Europe&#8221;<\/a> gehen wolle. Zwar hatte ich da noch keine Ahnung, da\u00df sich unter diesen sperrigen Namen, eine so sch\u00f6ne Veranstaltung verbarg, sagte aber zu und so ging ich am Nachmittag, die Vormittagsveranstaltung in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; ist diesmal am Samstag ausgefallen, ins &#8220;Odeon Theater&#8221;, aber sehr bald wieder weg und h\u00f6rte mir eigentlich nur die \u00dcbersetzerdiskussion mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/08\/auftritte-i\/\">Bernhard Strobel<\/a>, der Tor Ulven, einen  geborenen und 1995 wahrscheinlich an Krebs verstorbenen norwegischen Dichter, der  den Preis der Hotlist bekommen hat und mit seinen Prosatexten ein Star war, an. Die zweite Dichterin, die vorgestellt wurde, ist die Schwedin, Mare Kandre in den Sechzigerjahren geboren und 2005 durch einen Autounfall ums Leben gekommen, interessant, da\u00df es sich um zwei relativ jung verstorbene Dichter handelte und ihr Buch aus dem die \u00dcbersetzerin las, hei\u00dft &#8220;Der Teufel und Gott&#8221;<br \/>\nDann sollte der Russe Denis Osokin kommen, hat aber abgesagt, so da\u00df der Kurator der Veranstalter, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/04\/ein-tag-mit-gustav-ernst\/\">Erich Klein<\/a> erkl\u00e4rte, warum zu den nordischen Autoren, das Thema der heurigen Veranstaltung ist ja &#8220;Norden&#8221; auch die Russen gez\u00e4hlt werden. Dann las ein Schauspieler den Text &#8220;Aus Kasan, zu den Mari und rund um die Wolga&#8221;<br \/>\nDann kam ein &#8220;Bekannter&#8221;, n\u00e4mlich der Schwede mit \u00f6sterreichischer Mutter und griechischen Vater Aris Fioretos, den ich schon in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/17\/ein-grieche-in-der-alten-schmiede\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> und auch heuer in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/13\/literatur-in-gottweig-und-krems\/\" title=\"Literatur in G\u00f6ttweig und Krems\">G\u00f6ttweig<\/a> h\u00f6rte. Er las wieder der &#8220;Halben Sonne&#8221;, wo es um den Tod seines Vaters ging, so da\u00df es mir nicht ganz so schwer fiel, das &#8220;Odeon&#8221; zu verlassen und mich in Richtung KHM aufzumachen.<br \/>\nDa habe ich die &#8220;Russische Gedichte I &#8211; Session&#8221; vers\u00e4umt, was aber nicht so schlimm war, denn am Sonntag ging es damit um elf in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; weiter.<br \/>\nDa traten n\u00e4mlich unter Leitung von Erich Klein wieder die Lyriker Michail Eisenberg, 1948 in Moskau geboren und Jelena Fanajlowa, 1962 geboren, in Moskau lebend, auf und Jelena Fanajlowas Langgedicht &#8220;Meine ukrainische Familie&#8221; ist auch im &#8220;Hammer&#8221; abgedruckt. Es wurde nochmals gelesen und es gab auch eine Diskussion \u00fcber die Rolle der Lyrik und die Situation in der Ukraine.<br \/>\nEs scheint da einige Dichter zu geben, die den Anschlu\u00df an die Krim wollen und die wohl eine \u00e4hnliche Rolle, wie Peter Handke bez\u00fcglich Serbien, spielen.<br \/>\nAm Nachmittag ging es mit &#8220;Nordischen Reisen&#8221; und den &#8220;Nordischen Vatersuchen&#8221; weiter. Wieder bunt gemischt Russland und skandinavische Dichter, was ja eigentlich eine riesige Mischung ist und man nur ein paar Dichter kennenlernen konnten, aber die waren interessant.<br \/>\nOlli Jalonen zum Beispiel, 1954 in Helsinki geboren mit seinem Reiseroman &#8220;Vierzehn Knoten nach Greenwich&#8221; oder der Isl\u00e4nder, wieder ein anderes Land,  Guomundur Andri Thorsson, der einen Roman in sechzehn Erz\u00e4hlungen pr\u00e4sentierte, der mich ein bi\u00dfchen an meine &#8220;Dreizehn Kapitel&#8221; erinnert.<br \/>\nDa f\u00e4hrt eine Slowakin in einem bunten Kleid durch die D\u00f6rfer, um am Abend einen Chor zu dirigieren und in jeder Erz\u00e4hlung kommt sie vor.<br \/>\nRobert Reinagl las  die deutschen Texte und nach einer Pause, wo ich mich mit Trude Kliber unterhilt, ging es mit der Finnin Rosa Liksom weiter, die schon den Einleitungsvortrag &#8220;Finnland, Lappland, Russisch und ich&#8221; hielt.<br \/>\nSie ist, glaube ich, eine Lappin, trug rote Str\u00fcmpfe, einen bunten roten Rock, hat lange in Russland gelebt und in dem Roman, der pr\u00e4sentiert wurde, ging es um eine Fahrt in der Transib, die eine junge Finnin macht und dabei mit einem russischen Trinker und wahrscheinlich auch Kriminellen, im selben &#8220;Abteil Nr. 6&#8221; f\u00e4hrt.<br \/>\nSigrid Comb\u00fcchen, die n\u00e4chste Lesende, wurde 1942 in Deutschland geboren, lebt in Schweden und hat einen &#8220;Damenroman&#8221; geschrieben, wo es um ein Frauenleben in den Neunzehndrei\u00dfgierjahren geht.<br \/>\nDann gab es wieder eine Pause und es wurde wieder Russisch, n\u00e4mlich mit Alexander Illetschewski, dessen Roman &#8220;Matisse&#8221; noch nicht erschienen ist, aber sehr interessant sein d\u00fcrfte, weil es ein sehr problematisches \u00fcberf\u00fclltes Moskau mit seinen Aussteigern, Obdachlosen und Stra\u00dfenkindern schildert und den Star, Vladimir Sorokin, der dann folgte, habe ich schon zweimal geh\u00f6rt und auch ein Buch von ihm gelesen und wenn ich mich nicht irre, hat er vor <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/26\/buch-wien-geschichten\/\">zwei Jahren anl\u00e4\u00dflich der Buch-Wien im Literaturhaus<\/a> auch aus dem &#8220;Schneesturm&#8221;, der am Sonntag pr\u00e4sentiert wurde, weil sein neues Buch erst n\u00e4chstes Jahr erscheint, obwohl Erich Klein behauptete, da\u00df in \u00d6sterreich daraus noch nicht gelesen wurde. Ein Buch, das wie im neunzehnten Jahrhundert beginnt, ein Landarzt mu\u00df zu Patienten, um ihnen ein Medikament zu bringen, weil eine Epidemie ausgebrochen ist, ein Kutscher soll ihn fahren, es gibt einen Schneesturm. Daran spann sich eine lange Diskussion mit Sorokin, der Deutsch spricht, seit einiger Zeit auch in Berlin lebt und Erich Klein eigentlich nicht sagen wollte, ob Putin der &#8220;B\u00f6se&#8221; ist oder das Flugzeug in Donezk deshalb abst\u00fcrzte, weil es in einen Schneesturm gekommen ist.<br \/>\nDas Buch spielt jedenfalls, auch wenn man es nicht gleich merkt, 2040 und die Epidemie verwandelt die Menschen in Zoombies und der Schneesturm ist, wie Sorokin betonte, der dritte Protagonist, neben dem Landarzt und dem Kutscher, weil er ein wichtiges russisches Element verk\u00f6rpert.<br \/>\nInteressant diese Kurzexursion in den Norden, von der ich einiges vers\u00e4umte und man auch dar\u00fcber diskutieren kann, ob ein eigener Schweden, Russland, Norwegen, Finnlandblock, etc, nicht effektiver w\u00e4re, aber wer wei\u00df, ob es die &#8220;Literatur im Herbst&#8221; noch so lange geben wird, es wird ja \u00fcberall eingespart.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November gibt es seit einigen Jahren die &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, das ist eine Veranstaltungsreihe von Walter Famler, die es einige Zeit parallel zu der &#8220;Literatur im M\u00e4rz&#8221;, die es schon in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren gegeben hat, stattfand. 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