{"id":32024,"date":"2014-11-14T09:54:42","date_gmt":"2014-11-14T08:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=32024"},"modified":"2014-11-14T09:54:42","modified_gmt":"2014-11-14T08:54:42","slug":"die-gruppe-47","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=32024","title":{"rendered":"Die Gruppe 47"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt die Besprechung des Sachpuchpreises der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/17\/leipzig-im-zimmer\/\">Leipziger Buchmesser von 2013<\/a> des 1956 geborenen Literaturkritikers Helmut B\u00f6ttgers, der schon mal in der Jury des deutschen Buchpreises war und das ich mir im Vorjahr zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/08\/sechzig-minuten-aus-dreisig-buchern\/\">Geburtstag<\/a> w\u00fcnschte. Denn, wie es war, als, wie der Untertitel lautet &#8220;Die deutsche Literatur Geschichte&#8221; schrieb, interessiert mich ja sehr und als ich Ende der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\">Siebzigerjahre in den &#8220;Arbeitskreis schreibender Frauen&#8221;<\/a> kam, habe ich gedacht, das w\u00e4re jetzt das Pendant dazu, denn die ber\u00fchmte Gruppe hat es ja nur bis 1967, also zwanzig Jahre gegeben. Ein Wideraufnahmeversuch wurde 1977 von Marcel Reich Ranicky mit dem &#8220;Bachmannmann-Preis&#8221; gestartet.<br \/>\nDa\u00df ich nicht sehr viel dar\u00fcber wu\u00dfte, wurde mir beim Lesen klar, obwohl ich die meisten Namen kannte, die da herumschwirrten. Aber die Geschichte, wo und wie das stattfand, wer und von wem man eingeladen wurde und was dann geschah, wird zum Gl\u00fcck von Helmut B\u00f6ttiger mit einer Einleitung, einem Vorspiel, einundzwanzig Kapitel und einem Anhang ausf\u00fchrlich dargestellt.<br \/>\nDer Name kommt von einer anderen spanischen Autorengruupe, die sich &#8220;Generacion  del 98&#8221; nannte und gegr\u00fcndet wurde sie von dem 1908 geborenen Hans Werner Richter, einem Organisationstalent und P\u00e4dagogen, der die Gruppe zusammenhielt, wie B\u00f6ttiger schreibt, er war auch Schriftsteller und hat einige Male bei den Treffen gelesen, aber dann herrschte eisiges Schweigen, bevor sich der erste mit &#8220;Klischee, ein Klischee nach dem anderen!&#8221;, meldete, weshalb er auch mit dem Vorlesen h\u00f6rte, obwohl er auch einige Preise f\u00fcr seine Nachkriegsromane bekommen hat.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/17\/linus-fleck\/\">&#8220;Linus Fleck&#8221;<\/a> habe ich gelesen, ein paar seiner B\u00fccher stehen noch auf meiner Liste.<br \/>\nMan sieht, es wurde auch dort kritisiert und das sehr scharf und verwerfend, Marcel Reich Ranicki hat es dann  auch nach Klagenfurt gebracht und die Treffen fanden zuerst mehrmals, dann nur noch einmal im Jahr an unterschiedlichen Orten an.<br \/>\nDas erste, war, wie im &#8220;Vorspiel&#8221; beschrieben wird, in einem Haus am See, das heute zu einem Campingplatz geh\u00f6rt und damals eine etwas excentrische Frau besa\u00df, Ilse Schneider Lengyel, die B\u00f6ttiger &#8220;Die Hexe vom Bannwaldsee&#8221; nennt.<br \/>\nZu Essen gab es damals wenig, die Nachkriegsdichter waren st\u00e4ndig hungrig und wenn einmal, was sp\u00e4ter geschah, ein B\u00fcrgermeister ein Fa\u00df Wein stiftete, so betranken die Dichter sich und fingen an einander w\u00fcst zu beschimpfen.<br \/>\nHans Werner Richter mu\u00dfte vermitteln, war aber vielleicht auch ein wenig kriegsgesch\u00e4digt, antisemitisch, konservativ oder was auch immer, jedenfalls verglich er Celans Vortragsweise der &#8220;Todesfuge mit Goebels und von der &#8220;Emigrantensprache&#8221; hat er auch nichts wissen wollen.<br \/>\nAuch das geschah erst bei sp\u00e4teren Treffen. Jetzt waren einmal vorwiegend M\u00e4nner eingeladen, neben Richter schien auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/02\/sansibar-oder-der-letzte-grund\/\">Alfred Andersch<\/a> eine Rolle zu spielen.<br \/>\nSie gaben auch Literaturzeitschriften, wie den &#8220;Ruf&#8221; oder den &#8220;Skorpion&#8221; heraus und einen &#8220;Preis der Gruppe 47&#8221; gab es auch.<br \/>\nDen ersten hat G\u00fcnter Eich, der Ehemann von Ilse Aichinger mit seinem Gedicht &#8220;Inventur&#8221; gewonnen.<br \/>\nDer zweite Preistr\u00e4ger war der katholische Dichter Heinrich B\u00f6ll, damals noch nicht sehr bekannt, sp\u00e4terer Nobelpreistr\u00e4ger und jetzt, wie ich f\u00fcrchte wieder in die Vergessenheit versinkend.<br \/>\nWolfgang Borchert und sein Kriegsheimkehrerdrama &#8220;Drau\u00dfen vor der T\u00fcr&#8221; spielte nat\u00fcrlich auch eine Rolle, das, wie B\u00f6ttiger meint, vielleicht auch deshalb so ber\u00fchmt wurde, weil der Autor kurz darauf an den Kriegsfolgen verstarb.<br \/>\nDie Treffen fanden dann an anderen Orten statt, Richter d\u00fcrfte die Autoren dazu eingeladen haben und hat versucht, eher noch unbekannte Talente daf\u00fcr auszuw\u00e4hlen und der Grund f\u00fcr die Treffen, d\u00fcrfte, genau, wie die GAV-Gr\u00fcndung ein Abgrenzen von der Naziliteratur gewesen sein.<br \/>\nDie jungen Talente wollte nach vorn, ein paar hatten vielleicht schon ein paar Gedichte in der NS-Zeit publiziert,  es kamen aber bald die neuen Stimmen.<br \/>\n1951 in Bad D\u00fcrkheim, etwa, wie B\u00f6ttiger in dem Kapitel &#8220;Fr\u00e4ulein Kafka&#8221; auff\u00fchrt.<br \/>\nDenn da tauchten neben <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/25\/vor-dem-90-geburtstag\/\">Ilse Aichinger<\/a>, auch Paul Celan und Ingeborg Bachmann auf und Fr\u00e4ulein Ilse, die dritte Preistr\u00e4gerin, hat, die vierte war dann schon die Bachmann, die Geschichte &#8220;Der Gefesselte&#8221; gelesen, die offenbar so dem damals modernen &#8220;Kafka Sound&#8221; verbunden war, da\u00df man sie als &#8220;Fr\u00e4ulein Kafka!&#8221;, titulierte.<br \/>\nSie ist aber  mit ihrer &#8220;Gr\u00f6\u00dferen Hoffnung&#8221; bekannt geworden und hat wahrscheinlich auch G\u00fcnter Eich bei diesen Treffen kennengelernt.<br \/>\nJedenfalls ist das Hochzeitsfoto im Buch abgebildet. Hans Werner Richter war der Trauzeuge.<br \/>\nDie Bachmann hat Richter in Wien kennengelernt, als er dorthin kam, um <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/29\/hans-weigel-symposium\/\">Hans Weigel<\/a> f\u00fcr den &#8220;Sender Rot wei\u00df rot&#8221; zu interviewen, dort war die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/10\/yoga-schreib-cafe-und-radiofamilie\/\">Bachmann Redakteurin<\/a>, lie\u00df ihn eine halbe Stunde vor einem leeren Schreibtisch warten, auf dem nichts, als ihre Gedichte lagen.<br \/>\nDas schon zu der Mischung von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\">Raffinesse und Naivit\u00e4t<\/a>, wie sie oft empfunden wurde.<br \/>\nDas Vorlesen ihrer Gedichte mit zerbrechender Stimme, Tr\u00e4nen dabei und das Verlieren von Taschent\u00fcchern oder anderen Gegenst\u00e4nden, die dann die M\u00e4nner aufheben mu\u00dften.<br \/>\nAber doch auf ihren Erfolg, ihre Karriere interessiert, so schrieb <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/30\/herzzeit\/\">Paul Celan<\/a>, den sie zu ihrem ersten Treffen bei der Gruppe mitgenommen hat, einem Freund w\u00fctend, da\u00df sie ihn mit ihrem &#8220;Getue&#8221; in den Schatten stellte, dann kam noch Richter mit dem &#8220;Goebbels-Vergleich&#8221; und die Damen baten ihn mit Tr\u00e4nen sich zu entschuldigen.<br \/>\nIn einer zweiten Generation werden Uwe Johnsson, Hans Magnus Enzensberger, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/26\/grimms-worter\/\">G\u00fcnter Grass<\/a> mit seiner &#8220;Blechtromme&#8221;, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/02\/mesmers-gedanken\/\" title=\"Me\u00dfmers Gedanken\">Martin Walser<\/a>, der sich sehr f\u00fcr den Au\u00dfenseiter <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/16\/kaff-auch-mare-crisium\/\">Arno Schmidt<\/a>, der nie zu den Gruppentreffen kommen wollte, obwohl er einmal f\u00fcr einen Preis vorgesehen war angegeben. Ein weiterer Au\u00dfenseiter ist Wolfgang Koeppen, mit seiner Trilogie &#8220;Tauben im Gras&#8221;, das ich einmal gelesen habe, &#8220;Das Treibhaus&#8221; und &#8220;Tod in Rom&#8221;.<br \/>\nIm April 1954 fand die Tagung auf Intitative Ingeborg Bachmanns, die schon in Rom lebte, in Cap Circeo, an einem geschichtstr\u00e4chtigen Ort statt, wo der Sage nach &#8220;M\u00e4nner in Schweine&#8221; verwandelt wurden.<br \/>\nDie Bachmann hatte in den F\u00fcnfzigerjahren zuerst eine Verh\u00e4ltnis mit dem Komponisten Hans Werner Henze, den sie bei den Tagungen kennenlernte, sp\u00e4ter eines mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/16\/montauk\/\">Max Frisch<\/a> und auch anderen Gruppenmitglieder hatten damals eine Italiensehnsucht, wollten nicht mehr in Deutschland leben, sondern siedelten sich in bella Italia an.<br \/>\nEinen Streit zwischen &#8220;Realisten und Sehern&#8221; gab es auch. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/02\/stunde-der-literarischen-erleuchtung-und-engagierte-sprache\/\">Helmut Hei\u00dfenb\u00fcttel<\/a> der zu den zweiteren geh\u00f6rte, wurde nicht verstanden, ebenso wie das Bachmann Gedicht &#8220;Liebe: dunkler Erdteil&#8221; von dem es einen unerlaubten Mitschnitt gab.<br \/>\nDann stie\u00df G\u00fcnter Grass in die Gruppe, der in den f\u00fcnfziger Jahren, ein etwas schlampig aussehender Bohemien war, in Paris lebte, per Autostop zu seinen Verlegern fuhr, aber haupts\u00e4chlich Zeichner und Zeichnerer war.<br \/>\nVon Richter wurde er &#8220;desperat wie ein bettelnder Zigeuner&#8221;, gesehen.<br \/>\nEr trat zuerst, von  Walter H\u00f6llerer gef\u00f6rdert, als Lyriker auf. Dann las er 1958 im Gasthof Adler in Gro\u00dfholzleute pl\u00f6tzlich zwei Kapitel aus einem Roman, Marcel Reich Ranicki h\u00f6rte zu schreiben auf, alle blickten auf und fl\u00fcsterten Richter ins Ohr, da\u00df er den schon lange nicht mehr vergebenen Preis bekommen m\u00fc\u00dfe.<br \/>\nEs war aber kein Geld vorhanden, wohl einige Verleger und Lektoren im Saal, die telefonierten und rasch waren f\u00fcnftausend Mark beisammen. Grass stand derweil bei einem Schnaps, w\u00e4hrend ihm Richter mitteilte &#8220;Schon wieder f\u00fcnfhundert mehr!&#8221;<br \/>\nJa, so kanns gehen und f\u00fcr die &#8220;Blechtrommel&#8221; sollte Gras sogar den &#8220;Bremer Literaturpreis&#8221; bekommen. Allein der Senat war dagegen, zuviel Pornografie, da m\u00fc\u00dfte man den Text ja in den Schulb\u00fcchern verbieten. Es gab Proteste von Bachmann, Celan und Uwe Johnson, aber Reich Ranicki schrieb in der &#8220;Zeit&#8221; einen \u00fcblen Veri\u00df, den er  sp\u00e4ter revidierte.<br \/>\nTrotzdem fand die Tagung 1957 in einem viel feudaleren Rahmen, n\u00e4mlich in Schloss Elmau statt und alle wollten hin, obwohl sich schon wieder die Generationen zu spalten begannen.<br \/>\nEin Kapitel ist dem jungen Ehepaar Gisela Elsner und Klaus Roehler, ihrer tragischen Liebes- und Lebensgeschichte gewidmet und dann geht es zu den Kritikern, die allm\u00e4hlich kamen, die Gruppe dominierten und Hans Werner Richter das Leben schwer machten.<br \/>\nWalter Jens, der sp\u00e4ter an Demenz erkrankte und im Vorjahr starb, Walter H\u00f6llerer, der Lyriker, &#8220;Akzente-Herausgeber&#8221; und Universit\u00e4tsprofessor, Joachim Kaiser, sp\u00e4ter kamen dann noch Marcel Reich Ranicky und aus der DDR Hans Mayer hinzu. Es gibt einen Text von Martin Walser, wo einem jungen Autor erz\u00e4hlt, was alles passieren wird, wenn er seinen gro\u00dfartigen Text endlich bei der Gruppe 47 lesen darf.<br \/>\nG\u00fcnter Eich und Ilse Aichinger drohten, wenn  Reich-Ranicky nicht ausgeladen wird, nicht mehr zu lesen, nahmen das dann wieder zur\u00fcck und so wurde der Gro\u00dfkritiker mit seiner ber\u00fchmten Art weiter eingeladen.<br \/>\nDas Fernsehen kam irgendwann auch dazu und Walter H\u00f6llerer begann Eventlesungen zu inszenieren zu denen bis zweitausend Leute kamen, die dann teilweise im Regen standen und &#8220;West-Berlin wurde pl\u00f6tzlich die Hauptstadt der deutschsprachigen Literatur.<br \/>\nDas f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Bestehen der Gruppe wurde gefeiert und machte Richter wieder Sorgen, hatten sich doch soviele Kritiker, St\u00f6rer oder andere Stimmen angesagt, da\u00df er Walter H\u00f6llerer in einem Brief, um Studenten bat, die f\u00fcr Eingangskontrollen sorgen und von den &#8220;105 Eingeladenen haben bis jetzt 93 zugesagt&#8221;, er brauchte also Betten, Betten und vielleicht noch ein weiteres Hotel.<br \/>\nNeue Stimmen, wie der aus Schweden zur\u00fcckgegkommene Peter Weiss und Johannes Bobrowski aus der DDR tauchten auf und ein Preis sollte nach dem legend\u00e4ren von G\u00fcnter Grass gewonnenen, auch wieder vergeben, wo Johannes Bobrowski, der 1962 an einer verschleppten Blinddarmentz\u00fcndung bzw. Peniclinunvertr\u00e4glichkeit verstarb, Weiss besiegte.<br \/>\nPolitische Troubles bzw. einen Vergleich mit der Reichsschriftstellerkammer gab es auch und immer wieder Proteste gegen die Alleinherrschaft von Hans Werner Richter, der dann die Tagum in Schweden in Situna organisierte, zu der Ilse Aichinger, Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Heinrich, B\u00f6ll, Wolfgang Hildesheimer, Uwe Johnson, Siegfried Lenz, G\u00fcnter Eich und Martin Walser absagten.<br \/>\nAndere kamen und posierten, es hatte sich \u00fcberhaupt schon die dritte Generation gebildet, so las das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/12\/2-tage-reden-uber-h-c-artmann\/\">Wiener Gruppen Mitglied Konrad Bayer<\/a>, dem ein &#8220;blendender Vortrag, irgendwo zwischen Karl Valentin, Helmut Qualtinger und konkrete Poesie&#8221; attestiert wurde. Sp\u00e4ter wurde er verrissen, kurz darauf brachte er sich, allerdings aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden, um.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/24\/erich-fried-special\/\">Erich Fried<\/a> trat auf und war Hans Werner Richter zuerst gar nicht so willkommen und das Multitalent Hans Magnus Enzensberger entfaltete sich, ebenso wie der der heurige B\u00fcchner-Preistr\u00e4ger J\u00fcrgen Becker, von dem  schon einige B\u00fccher auf meiner Liste warten, Nicolas Born trat auf, der damals neben Handke als der ber\u00fchmteste Sprachver\u00e4nderer galt und wurde verrissen, den ich erst kennenlernte, als <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/27\/3-bachmann-lesetag\/\">seine Tochter beim Bachmannpreis gelesen hat.  <\/a><br \/>\nEs wurden aber auch Seminare im Literarischen Colloquium Berlin organisiert, an denen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/04\/in-memorian-und-vierter-nanowrimotag\/\" title=\"In Memorian und vierter Nanowrimotag\">Elfriede Gerstl<\/a>, die damals dort lebte, teilnahm und Publikationen wo sie \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t befragt wurde gab auch.<br \/>\n1966 fuhr die Gruppe nach Princeton, USA und da tauchte ein &#8220;schwarzhaariges sch\u00fcchternes M\u00e4dchen mit einem schwarzen Hemd und einer Beatle-Frisur&#8221; auf, der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/10\/jugend-eines-schriftstellers\/\">junge Peter Handke<\/a>, der die Literaten beschimpfte, den amerikanischen Jungfrauen &#8220;I want to fuck you&#8221;, nachrief und schlagartig die deutsche Beat-Generation gr\u00fcndete.<br \/>\n1967 wurde Benno Ohnesorg von einem Polizisten erscho\u00dfen und das langsame Ende der Gruppe nahte, 1967 in der &#8220;Pulverm\u00fchle&#8221;.<br \/>\nZwar h\u00e4tte es 1968 eine Tagung in der CSSR geben sollte, aber der &#8220;Prager Fr\u00fchling&#8221; war am 21. August schlagartig zu Ende und es gab einen Entschlu\u00df erst wieder dort zu tagen, wenn Prag frei sei.<br \/>\nDas wurde dann 1990 getan, wo G\u00fcnter Grass, der  inzwischen f\u00fcr die SPD Wahlwerbung macht, Hans Werner Richter im Rollstuhl durch die Gegend fuhr.<br \/>\n1977 hat Marcel Reich Ranicki sozusagen als Nachfolgeveranstaltung, den &#8220;Bachmannpreis&#8221; gegr\u00fcndet, als er die Jury verlie\u00df, gr\u00fcndete er das &#8220;Literarische Quartett&#8221;, das es glaube ich, bis 2000 gab.<br \/>\nNachfolgerin war dann <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/22\/buch-wien-und-lesewochesplitter\/\">Elke Heidenreich mit ihrer Sendung &#8220;Lesen&#8221; gibt es auch nicht mehr, seit sie sich \u00fcber das Fernsehen beschwerte, als Reich-Ranicki<\/a> vor lautender Kamera einen Fernsehpreis ablehnte. Marcel Reich Ranicki ist im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/19\/franz-kafka-tagebucher-1910-1923\/\">vorigen Jahr gestorben<\/a>, viele andere der ber\u00fchmten Mitglieder auch, manche setzen und setzen sich noch zusammen, wie etwa G\u00fcnter Grass und Martin Walser und halten Nachreden und Helmut B\u00f6ttiger, der f\u00fcr das Buch&#8221;  einen Preis auf der &#8220;Leipziger Buchmesse&#8221; bekommen hat und auch in der Jury des DBp war, der vielleicht auch soetwas, wie eine Nachfolgerveranstaltung ist, schreibt auf den letzten Seiten:<br \/>\n&#8220;Was von der Gruppe 47 geblieben ist, ist nicht ihre gesellschaftspolitische Sto\u00dfrichtung oder ihr Selbstverst\u00e4ndnis von der Verantwortung des Schriftstellers. Es ist vielmehr die mit ihr einhergehende &#8220;Eventisierung&#8221; des literarischen Geschehens, es sind die unumg\u00e4nglichen Marketingkonzepte f\u00fcr die Verbreitung von Literatur, f\u00fcr ihre Vermittlung und Rezeption.&#8221;<br \/>\nDas alles gibt es inzwischen viel mehr und viel \u00f6fter als einmal im Jahr, die Leser bleiben vielleicht ein wenig auf der Strecke oder wissen nicht, ob sie jetzt digital oder analog, Verlaggedrucktes oder <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/30\/kehrtwende\/\">Selfpublischprodukte<\/a> konsumieren sollen und mein literarischen Wissen wurde durch das Buch sehr aufgefrischt, obwohl, wie ich bei einem Blick in &#8220;Wikepedia&#8221; feststellte, auch hier, einiges davon steht, was vielleicht auch ein wenig die Ver\u00e4nderungen zeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt die Besprechung des Sachpuchpreises der Leipziger Buchmesser von 2013 des 1956 geborenen Literaturkritikers Helmut B\u00f6ttgers, der schon mal in der Jury des deutschen Buchpreises war und das ich mir im Vorjahr zum Geburtstag w\u00fcnschte. 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