{"id":31775,"date":"2014-10-22T23:00:03","date_gmt":"2014-10-22T21:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=31775"},"modified":"2014-10-22T23:00:03","modified_gmt":"2014-10-22T21:00:03","slug":"marie-ebner-von-eschenbacht-entstaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=31775","title":{"rendered":"Marie Ebner von Eschenbacht entstaubt"},"content":{"rendered":"<p>Marie Ebner von Eschenbach, eine der adeligen Frauen des vorvorigen Jahrhunderts, die als Schriftstellerinnen in die \u00d6ffentlichkeit traten, in den Schulb\u00fcchern zu finden waren und auf den Geldscheinen und die jetzt Anfang des einundzwanzigstes, wo viel mehr Frauen schreiben und es den Adel nicht mehr wirklich gibt, in Vergessenheit geraten, beziehungsweise dank den Damen des &#8220;Residenz-Verlags&#8221; jetzt in einer vierb\u00e4ndigen Leseausgabe wieder aufgelegt werden.<br \/>\nIn der Stra\u00dfergasse haben wir mit der Frau Professor Friedl, die Geschichte mit dem Muff gelesen, die sehr beeindruckend war.<br \/>\nIst das &#8220;Krambambulli&#8221; oder nicht, das wei\u00df ich eigentlich gar nicht wirklich? In der Schreibwerkstatt der Eveline Haas, die ich ja ab 2000 einige Zeit besuchte, haben wir einen Text von ihr als Vorlage zu einer eigenen Arbeit genommen, es k\u00f6nnte das &#8220;Gemeindekind&#8221; gewesen sein, auch das wei\u00df ich nicht mehr so genau und als ich f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/28\/ruth-aspocks-buchpremiere\/\">Ruth Asp\u00f6ck<\/a> den Text zu <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/poesie_und_brotberuf.html\">&#8220;Poesie und Brotberuf&#8221;<\/a> geschrieben habe, habe ich mich auch auf sie bezogen.<br \/>\nBei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/03\/von-gertrude-stein-zu-betty-paoli\/\">Betty Paoli-Veranstaltung<\/a> wurde sie, glaube ich, erw\u00e4hnt und in den Schr\u00e4nken habe ich vor einiger Zeit das &#8220;Gemeindekind&#8221; gefunden und auf meine Leseliste gesetzt.<br \/>\nAber ansonsten ist das neunzehnte Jahrhundert schon lange her und der Adel sowieso von mir sehr weit entfernt.<br \/>\nDann habe ich wahrscheinlich in der &#8220;Residenz&#8221; Vorschau von dem Buchprojekt gelesen, die 1830 geborene Dame, die wir eigentlich nur als alte Frau, bzw, als Matrone kennen, ist ja 1916 gestorben und feiert bald ihr Jubel\u00e4umsjahr beziehungsweise ihren hundertersten Todestag. Dann habe wir die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/01\/zum-antikriegstag-auf-bertha-von-suttners-spuren\/\">Bertha von Suttner<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/14\/von-berta-von-suttner-zu-tone-fink\/\">die<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/08\/19\/die-waffen-nieder\/\"> wir<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/25\/spaziergang-ins-bezirksmuseum\/\">ja <\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/17\/autorinnen-feiern-autorinnen\/\">heuer<\/a> feierten, wahrscheinlich wieder vergessen, der &#8220;Residenz-Verlag&#8221; wandte sich aber an die &#8220;Wien-Bibliothek&#8221;, die 1930 um zehntausend Schilling den Eschenbach Nachla\u00df von ihrem Neffen aufkaufte und an Daniele Striegl, Eveline Polt Heinzl und Ulrike Tanzer, um bis dahin eine vierb\u00e4ndige Leseausbgabe herauszugeben.<br \/>\nZwei B\u00e4nde sind inzwischen schon erschienen und wurden heute in der &#8220;Wien-Bibliothek&#8221; vorgestellt. Die Idee war Marie von Ebner von Eschenbach und ihr sozialkritisches Werk, das sich mit der Frauenfrage und der sozialen Ungleichheit besch\u00e4ftigte, zu entstauben und auch von einem eventuellen Kitschverdacht zu befreien und da es im Handel offenbar nur mehr die &#8220;Reclam-Ausgaben&#8221; f\u00fcr die Schulen gibt, in den drei B\u00e4nden, der vierte ist, glaube ich, eine Biografie, die Daniela Strigl schreiben wird, ein bekanntes einem unbekannten Werk gegen\u00fcberzustellen.<br \/>\nSo gibt es in Band eins &#8220;Aus Franzenbad&#8221; und &#8220;Das Gemeindekind&#8221;. In Band zwei ist &#8220;Lotti, die Uhrmacherin&#8221; und &#8220;Uns\u00fcndbar&#8221; erschienen.<br \/>\nAlfred Pfoser er\u00f6ffnete, dann kam Claudia Romeder vom Verlag und danach stellten die drei Germanistinnen, die zwei B\u00e4nde vor und erz\u00e4hlten etwas aus dem Leben der Baronin Ebner von Eschenbach, die als Dramatikerin begonnen hat, mit achtzehn einen um siebzehn Jahre \u00e4lteren Mann geheiratet hat oder heiraten mu\u00dfte und sehr bedauerte, da\u00df sie nicht, wie ihre Br\u00fcder Latein und Griechisch lernen durfte, sondern wahrscheinlich Franz\u00f6sisch und Klavierspielen und dann kam als erstes die Brieferz\u00e4hlung &#8220;Aus Franzensbad&#8221;, wo sich sich \u00fcber die Gesellschaft lustig machte und die Frauen, die so lange Kleider trugen, da\u00df man ihre F\u00fc\u00dfe nicht mehr sieht.<br \/>\nIhrem Mann d\u00fcrfte das nicht so gefallen haben und einige Freundinnen haben sich von ihr, wie sie in ihrem Tagebuch schrieb, deshalb abgewandt, mit dem &#8220;Gemeindekind&#8221; konnte sie ihren Moritz dann wieder auss\u00f6hnen. Er hat das Buch in zwei Tagen ausgelesen. In der Wien-Bibliothek las die Schauspielerin Gerti Drassl, die Textbeispiele. Da sind zwei Kinder, die der Gemeinde zu Last fallen, weil ihre Eltern ins Gef\u00e4ngnis kommen, das M\u00e4dchen kommt zur Schlo\u00dfherrin in Pflege, der \u00e4ltere Bruder zu einem Trinker und kann sich offenbar trotzdem emanzipieren bzw. behaupten.<br \/>\nIn &#8220;Lotti, die Uhrmacherin&#8221; wird dann 1880, eine weibliche Meisterin und unverheiratete Frau geschildert, was wahrscheinlich auch sehr ungew\u00f6hnlich war und in &#8220;Unvers\u00f6hnbar&#8221; geht es um den Ehebruch.<br \/>\nArthur Schnitzer hat st\u00e4ndig zeitgleich dar\u00fcber geschrieben, einer adeligen Dame nahmen die Kritiker das offenbar nicht so ab, die Ebner Eschenbach wurde offenbar auch sehr kritisiert und ist als sozialkriitsche Autorin in die Literaturgeschichte eingegangen. War um Neunzehnhundert sehr ber\u00fchmt und ist inzwischen offenbar nur mehr in den Schulb\u00fcchern zug\u00e4ngig.<br \/>\nDer &#8220;Residenz-Verlag&#8221; und die drei Germanistinnen finden sie aber sehr frisch und zeitgem\u00e4\u00df und so haben sie sie entstaubt und ich fand es sehr interessant, mich nach der Bertha von Suttner jetzt vielleicht auch mit der Ebner von Eschenbach zu besch\u00e4ftigten.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/03\/wildganspreis-und-peter-henisch-schlusveranstaltung\/\">Peter Henisch<\/a> war im Publikum, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/21\/heimito-von-doderer-und-ruth-kluger\/\">Eva Geber<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/01\/erster-veza-canetti-preis\/\">Julia Danielczyk<\/a> und dann die, die sich bei Wein und Brot mit mir unterhalten und mit mir reden. Es gab auch einen B\u00fcchertisch, aber ich habe ja das &#8220;Gemeindekind&#8221; auf meiner Liste und vielleicht werden auch die anderen B\u00fccher zu mir kommen. Vor allem die Biografie w\u00e4re ja sehr interessant. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marie Ebner von Eschenbach, eine der adeligen Frauen des vorvorigen Jahrhunderts, die als Schriftstellerinnen in die \u00d6ffentlichkeit traten, in den Schulb\u00fcchern zu finden waren und auf den Geldscheinen und die jetzt Anfang des einundzwanzigstes, wo viel mehr Frauen schreiben und &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=31775\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-31775","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31775\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}