{"id":31158,"date":"2014-09-16T22:21:42","date_gmt":"2014-09-16T20:21:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=31158"},"modified":"2014-09-16T22:21:42","modified_gmt":"2014-09-16T20:21:42","slug":"zwei-japanromane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=31158","title":{"rendered":"Zwei Japanromane"},"content":{"rendered":"<p>Von Leopold Federmair habe ich, glaube ich, das erste Mal \u00fcber den &#8220;Standard&#8221; erfahren, beziehungsweise dort einen seiner Artikel gelesen, dann war ich einmal in einer seiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/25\/martin-kubaczek-und-leopold-federmair\/\">Lesungen in der &#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> und im Literaturhaus als er den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/02\/ubwersetzt-von\/\">Staatspreis f\u00fcr literarische \u00dcbersetzungen<\/a> bekommen hat. Dann hat er auch beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/07\/zweiter-lesetag\/\">&#8220;Bachmannpreis&#8221;<\/a> gelesen und dort die Juroren sehr verwirrt, weil er sie fotografierte.<br \/>\nDer  1975 in \u00d6O geborene Autor, der Germanistik studierte lange in Argentinien lebte und jetzt in Japan lebt, hat einen neuen Roman geschrieben, der heute in der Hauptbibliothek, moderiert von Ann Cotten vorgestellt wurde.<br \/>\n&#8220;Wandlungen des Prinzen Genji&#8221; und der Prinz Genji ist ein vor tausend Jahren von einer Hofdame in Japan geschriebener Roman, der das Leben eines polygamen Prinzen in Kyoto schildert, der die Frauen, die Kirschenbl\u00fcte und die Mondn\u00e4chte studiert und Leopold Federmair d\u00fcrfte an ihm die japanische Kultur studiert haben, beziehungsweise schildert er in seinem Roman die Lekt\u00fcreerfahrung und schreibt in sechzig Kapitel von einem in Japan lebenden Ich, das ein Kind und eine Geliebte hat und sozusagen Roman lesend durch Hiroshima oder woanders zieht, die Wandlungen haben etwas mit Wandeln zu tun, aber auch mit Ver\u00e4nderung, sprich Transformation und da hat sich Japan in den letzten tausend Jahren wahrscheinlich sehr viel ver\u00e4ndert.<br \/>\nDie Kirschenbl\u00fcten gibt es zwar noch, aber die Welt ist wahrscheinlich nicht mehr so erotisch und polygamhierarchisch, die Japaner haben kaum mehr Kinder, sind von der amerikanischen Kultur \u00fcberschwemmt und haben einen gro\u00dfen Leistungsdruck.<br \/>\nJetzt habe ich in die japanischen Literatur nat\u00fcrlich viel viel weniger Einblick als Leopold Federmaier, der schon, wie er sagte, zw\u00f6lf, dreizehn Jahre dort lebt, ich war 1991 gerademal elf Tage dort und ein oder zwei in Kyoto, da ist mir die Struktur der Stadt, wie Leopold Federmair sie geschildert hat, nicht aufgefallen von der erotischen Literatur der Hofdame Murasaki habe ich noch nie etwas geh\u00f6rt und das. was Ann Cotten aus dem Originaltext las, erinnerte mich eher an den Don Giovanni, der Vergleich ist auch gefallen und als Frau, stehe ich der m\u00e4nnlichen Polygamie ohnehin sehr skeptisch gegen\u00fcber, noch dazu in einer Kultur, wo es als Schande gilt, wenn die Frauen gebildeter als die M\u00e4nner sind und sich daf\u00fcr entschuldigen m\u00fcssen, wenn sie sich zulange mit Politik besch\u00e4ftigen, wie es die Hofdame Murasaki tat.<br \/>\nAuch sonst wei\u00df ich sehr wenig von der japanischen Literatur, habe gerade die Herren Murakami <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/07\/das-casting\/\">zweimal<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/31\/gefahrliche-geliebte\/\">gelesen<\/a> und in die Hauptb\u00fccherei bin ich gegangen, weil ich nicht zur Er\u00f6ffnungsveranstaltung in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; wollte, da ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/13\/die-globalisten\/\" title=\"Die Globalisten\">Peter Roseis &#8220;Globalisten&#8221;<\/a> schon gelesen habe, aber ich interessiere mich nat\u00fcrlich f\u00fcr Japan und f\u00fcr Leopold Federmair,  da\u00df<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/28\/laut-lauter-lyrik\/\"> Ann Cotten<\/a> auch in Japan war und sich in ihrer Literatur damit besch\u00e4ftigte, habe ich nicht gewu\u00dft.<br \/>\nEs begann also mit einer Einleitung beziehungsweise Lesung von Ann Cotten aus dem Originaltext, wo eine Geliebte des Prinzen zu Tode gegekommen ist und der sich mit ihrer Dienerin dar\u00fcber unterh\u00e4lt, beziehungsweise ihr Kind versorgen will.<br \/>\nDaran kn\u00fcpfte sich eine Diskussion, wo mir ein bi\u00dfchen der Kopf schwirrte, weil man sich, um mitzukommen, wahrscheinlich mehr in die japanische Kultur eingelesen haben bzw. l\u00e4nger als elf Tage in Japan gewesen sein sollte.<br \/>\nAber jeder mu\u00df einmal beginnen und vielleicht kommen die B\u00fccher auch einmal zu mir, beziehungsweise ein B\u00e4ndchen japanischer Lyrik m\u00fc\u00dfte ich auf meiner Leseliste habe und der Prinz hat sich mit seinen Geliebten immer in Gedichten unterhalten, die nach chinesischer Art geschrieben wurden.<br \/>\nAm Schlu\u00df las Ann Cotten noch ein solches vor, dazwischen gab es zwei Textstellen aus dem Ferdermarr Buch, das erste ein Essay, wo der Held sich in einem Cafe befindet und \u00fcber das japanische Leben resumiert, bei der zweiten Textstelle waren sich Anne Cotten und Leopold Federmair l\u00e4nger nicht einig, welches St\u00fcck gelesen werden sollte.<br \/>\nMehrere Vorschl\u00e4ge wurden gemacht und verworfen, schlie\u00dflich las Leopold Federmayr eines von einem &#8220;Zigarettenetui&#8221;.<br \/>\nDie Japaner sind viel ordentlicher als die Europ\u00e4er, sie werfen ihre Zigarettenstummeln nicht einfach auf den Boden, sondern sammeln ihn in einer Dose ein und der Held trifft in diesem Kapitel seine Geliebte, die ebenfalls Murasaki hei\u00dft und die hat in ihrem Etui immer nur eine Zigarette, sie raucht jeden Tag nur eine und erz\u00e4hlt ihm von ihrer Mutter, die sie als Schulm\u00e4dchen einmal beim Rauchen erwischte, als ob das den Frauen nicht erlaubt w\u00e4re und man den Mann um Erlaubnis fragen m\u00fc\u00dfte? Aber auch was die Kultur des Rauchens betrifft, hat sich in den letzten Jahren ja sehr viel ver\u00e4ndern.<br \/>\nJetzt darf man das ja kaum mehr \u00f6ffentlich, aber das hat Leopold Federmair in seinem Kapitel, wo er bald zu einer Schattenprinzessin, auch eine Geliebte des Prinzen, mit entstellten Gesicht, wechselte, dann etwas von einem &#8220;Lob des Schattens&#8221; erz\u00e4hlte, das ein  Roman sein d\u00fcrfte, wahrscheinlich nicht gemeint und am Schlu\u00df wurde er noch vom Publikum gefragt, warum er sich in seinem Roman mit den Prinzen  Genji besch\u00e4ftige, er h\u00e4tte ja auch einen anderen Roman als Ausgangspunkt w\u00e4hlen k\u00f6nne und wie er schreiben w\u00fcrde?<br \/>\nInteressante Fragen, die Leopold Federmair auch ausf\u00fchrlich beantwortete, die Dichtkunst der Anne Cotten lobte, was ihr ein wenig peinlich war und dann noch zu Xaver Bayer hin\u00fcberschwenkte, ob der sich aber mit japanischer Literatur besch\u00e4ftigt, ist mir jetzt gar nicht bewu\u00dft und ich werde wahrscheinlich nicht so bald zu dem Originalwerk kommen, dazu ist mir der Held wahrscheinlich doch zu frauenbesessen, habe aber noch zwei B\u00fccher von Haruki Murakami auf meiner Leseliste und die japanische Literatur ist sicher sehr interessant.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Leopold Federmair habe ich, glaube ich, das erste Mal \u00fcber den &#8220;Standard&#8221; erfahren, beziehungsweise dort einen seiner Artikel gelesen, dann war ich einmal in einer seiner Lesungen in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; und im Literaturhaus als er den Staatspreis f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=31158\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-31158","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31158"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31158\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}