{"id":30550,"date":"2014-08-25T00:23:49","date_gmt":"2014-08-24T22:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=30550"},"modified":"2014-08-25T00:23:49","modified_gmt":"2014-08-24T22:23:49","slug":"der-puzzlemorder-von-zons","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=30550","title":{"rendered":"Der Puzzlem\u00f6rder von Zons"},"content":{"rendered":"<p>In den Schreibratgebern wird von der Genre\u00fcbergreifung immer abgeraten. Der unter dem Pseudonym, Catherine Shepherd, schreibenen 1972 geborene und in dem rheinischen St\u00e4dtchen Zons lebende Autorin, scheint sie aber gelungen zu sein. Hat sie doch in ihrem ersten Zons-Krimi, den sie 2012 als E-Book ver\u00f6ffentlichte, das Mittelalter mit der Gegenwart verbunden und ist damit so erfolgreich geworden, da\u00df er nun beim <a href=\"https:\/\/www.m-vg.de\/lago\/shop\/article\/3463-der-puzzlemoerder-von-zons\/\">&#8220;Lago-Verlag&#8221;<\/a> herausgegeben wurde.<br \/>\nSo beschreibt das Buch, das abwechselnd im f\u00fcnfzehnten Jahrhundert, als auch in der Gegenwart spielt, auf der einen Seite, die grausamen und bestialen Frauenmorde, die 1495 in dem kleinen rheinischen St\u00e4dtchen, das es wirklich gibt und von dem ich mir auch einige Vidos angesehen habe, passierten.<br \/>\nIm Buch gibt es auch einen von der Autorin gezeichneten Plan des St\u00e4dtchen, das von einer Mauer umgeben ist und das an jeden Ende einen Turm hat, den Zoll-den M\u00fchlen und den Kr\u00f6tschenturm angegeben und das St\u00e4dtchen hat auch eine Stadtwache und Bastian M\u00fchlendorf, der Chef der solchen, mit der sch\u00f6nen Marie verlobt, soll diese aufkl\u00e4ren.<br \/>\nEr hat auch Aufzeichnungen dar\u00fcber gemacht und die sind in das Stadtarchiv gewandert und so bekommt in der Gegenwart, die Journalistik-Studentin Emily den Auftrag f\u00fcr die &#8220;Rheinische Post&#8221; eine Artikelserie \u00fcber diese Morde zu schreiben. Emily lebt, glaube ich, in K\u00f6ln, hat aber in Zons eine Freundin namens Anna und die besucht sie, um ihren Auftrag ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAnna hat gro\u00dfen Kummer, hat ihr doch ihr Freund Martin, als sie ihn fragte, ob er sie heiraten will, verraten, da\u00df er eigentlich schwul ist und mit seinem Freund Christopher zusammenziehen will und dann ist er auch noch verschwunden.<br \/>\nSo sitzt Anna, eine erfolgreiche Bankerin, des Nachts auf einer Bank, schaut in den Himmel und hat dabei eine seltsame Begnung, trifft sie doch einen jungen Mann, der ganz altmodisch spricht und Bastian scheint er auch zu hei\u00dfen.<br \/>\nDas ist schon eine Reise in die Vergangenheit, eine zweite scheint stattzufinden, als Emily das Stadtarchiv besucht, um sich die diesbez\u00fcglichen Unterlagen heraussuchen zu lassen. Dort ist alles alt und muffig und der Archivar scheint ein seltsamer hinkender Mann zu sein, der Emily mit l\u00fcsternen Augen verfolgt, so da\u00df ihr Angst und Bange wird.<br \/>\nDann geht es wirklich ins Mittelalter und da werden zwei Frauen ermordet, die vom M\u00f6rder zuerst mit Rotwein bet\u00e4ubt wurden, dann schneidet er ihnen die Haare ab und graviert in ihre Sch\u00e4del seltsame Zeichen und Buchstaben ein. Da der M\u00f6rder zwischenzeitlich gefangengefnommen wurde, findet man im Juddeturm auch seltsame Zeichen, der M\u00f6rder kann aber leider entwischen und so setzt sich Bastian M\u00fchlenberg mit diesen Zeichen auseinander und er kann sie auch fast entziffern, die Zahlen haben, was mit den T\u00fcrmen zu tun, die Buchstaben offenbar mit den Nachnamen der Frauen, die dritte im Turm eingravierte Zahl ist ein Z, so da\u00df Bastian, allle Jungfrauen des St\u00e4dtchens deren Namen mit Z. beginnen, beim n\u00e4chsten Vollmond, wo die vorangegangenen Morde passierten, besonders bewachen l\u00e4\u00dft. Es geschieht ihnen auch nichts. Nur leider ist daraufhin seine Braut Marie verschwunden.<br \/>\nIn der Gegenwart ist es Emily inzwischen gelungen, das herauszufinden und ihren Artikel zu schreiben, der in der Zeitung aber nicht so, wie von ihr erwartet, erscheint, denn in der Gegenwart passiert in Zons inzwischen auch Schreckliches.<br \/>\nZuerst wird ein toter Mann in einem Auto gefunden und dann eine Frauenleiche, auf deren Kopf man auch diese seltsame T\u00e4towierungen findet.  Hier wird von einem Kommissar Bergmann ermittelt, der aber im Dunklen tappt und erst auf die richtige Spur kommt, als er Emilys Artikelserie liest, denn es scheint sich um einen Nachahmungst\u00e4ter zu handeln.<br \/>\nDie zweite tote Frau wird gefunden, die dritte soll Anna sein, die entgeht aber ihrem Schicksal, denn sie wird wieder von dem jungen Mann namens Bastian gewarnt, der sie sie zum M\u00fchlenturm bestellt. Er kommt dort  nicht hin, aber der Kommissar, der sich inzwischen in Emily verliebt hat, kann den Fall kl\u00e4ren und den M\u00f6rder verhaften.<br \/>\nDer Fall im Mittelalter wurde nie ganz gekl\u00e4rt, zumindest ist der M\u00f6rder verschwunden, nur Bastian sitzt vor seiner M\u00fchle und h\u00f6rt ein Ger\u00e4usch.<br \/>\n&#8220;Mit einem Ruck fuhr er hoch. Er konnte nicht glauben, was er dort sah. Fortsetzung folgt &#8211;  Ende&#8221; ist zu lesen und das hat Catherine Shephard auch getan.<br \/>\nEs gibt inzwischen einen Sichelm\u00f6rder von Zons&#8221; und einen &#8220;Zons-Krimi&#8221; namens &#8220;Kalter Zwilling&#8221;, alle spielen in Zons, im Mittelalter und in der Gegenwart und in allen kommen sowohl der Stadtw\u00e4chter Bastian, als auch Emily, ihre Freundin Anna und Kommissar Bergmann vor.<br \/>\nWie diese Verbindung von Gegenwart und Mittelalter in einer Serie vor sich gehen kann und nicht langweilig oder abgelutscht wird, finde ich interessant. Denn immer kann es ja nicht Visionen geben und ob sich die Dinge wirklich so oft wiederholen k\u00f6nnen, ohne langweilig zu werden, scheint auch spannend.<br \/>\nDer Autorin scheint es aber gelungen zu sein, ist sie mit ihrem dritten Buch doch auf den 2. Platz beim &#8220;Indie-Buchpreis&#8221; der Leipziger Buchmesse gekommen.<br \/>\nEine Web-und eine Facebookseite hat sie auch und im Buch gibt sie ihren Lesern Informationen \u00fcber die Stadt Zons und fordert sie auf ihr Feedback zu geben.<br \/>\nMein Rat k\u00f6nnte sein, die Sprachwelten des Mittelalters und die unserer Alltagssprache vielleicht noch ein bi\u00dfchen genauer zu differenzieren. Denn ich denke, da\u00df Bastian M\u00fchlenberg ein &#8220;Amt&#8221; und keinen &#8220;Job&#8221; bei der Stadtwache bekommen hat und, da\u00df der Bauernhof des M\u00f6rders den er aufsucht, &#8220;Dienstboten&#8221; und keine &#8220;Angestellten&#8221; hatte.<br \/>\nAnsonsten bin ich aber eugierig wieder etwas von Catherine Shepherd zu lesen, denn erfolgreiche Indie-Romane interesieren mich ja sehr und bei &#8220;Lago&#8221; habe ich vor kurzem auch schon einen solchen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/22\/das-teekomplott\/\" title=\"Das Teekomplott\">gelesen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Schreibratgebern wird von der Genre\u00fcbergreifung immer abgeraten. Der unter dem Pseudonym, Catherine Shepherd, schreibenen 1972 geborene und in dem rheinischen St\u00e4dtchen Zons lebende Autorin, scheint sie aber gelungen zu sein. 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